Dienstag, 14. Januar 2020

Der literarische Rückblick 2019



Über die Jahre – inzwischen immerhin zehn – gab es viele Dinge, die ich mir für mein privates Lesen und den Blog vorgenommen habe. In 2019 gab es nur zwei. Erstens wollte ich alles von Tolkien lesen, was ich finden konnte. Und zweitens wollte ich es schaffen, alle Bücher, die bei mir einziehen, auch zeitnah zu lesen. 

Mit dem Ersten bin ich grandios gescheitert; zwar habe ich den ersten Band der HdR-Trilogie gelesen, aber danach nicht mehr wirklich viel. Allerdings habe ich sehr viel Lesestoff von und über Tolkien zusammengetragen, es ist also noch nicht aller Tage Abend.
Mit dem Zweiten habe ich hart gehadert. Immerhin ist es oft Glückssache in einer Tauschbörse ein gesuchtes Buch ergattern zu können oder beim Stöbern etwas Interessantes zu finden und dann nicht mal reinschmökern zu können, weil es eine Art Begrenzungsstopp gibt. Das Vorhaben hat für mich aber sehr viel Sinn gemacht und ich werde ihm treu bleiben. Der Platz im Regal dankt es und meine Leselaune auch. Zudem bilde ich mir ein, dass man genauer hinsieht, was man sich anschafft und was nicht, statt beinahe wahllos nach dem Prinzip „erst mal haben“ vorzugehen. Wer in meine Leseliste hineinschaut, wird sehen, dass es 2019 einige Monate gibt, die komplett gestrichen sind – also alles weggelesen. Nicht unbedingt immer im gleichen Monat, aber das macht ja nichts. Ein bisschen flexibel möchte ich bleiben. Erstaunt war ich über meine Konsequenz. Habe ich ein Buch innerhalb von sechs Monaten nicht gelesen, musste es, auch ungelesen, wieder ausziehen. Ausnahme waren Käufe und Geschenke.

Die Highlights sind nicht als überragende Werke zu verstehen, sondern als solche, nach deren Lektüre ich schlicht sehr zufrieden war und jede Menge tolle Lesezeit verbringen konnte. Sie sind nach Erscheinungsdatum im Blog geordnet.
Lese-Highlight:

Enttäuschend:

Erwähnenswert, weil ebenfalls gerne gelesen:


Die Daten für den Blog: Noch immer wird am meisten nach dem Film „Wolfhound“ gesucht und hier gefunden. „Das Lied der Dunkelheit“ und „Die Schwestern des Mondes“ folgen kurz darauf. In diesem Jahr haben sich viele Leser zudem für die Verlagsinterviews interessiert, besonders zu Robin Hobb (zu ihr alle Beiträge) und zu Andrzej Sapkowski. Meine „Flucht“ in andere Genres wurde offenbar nicht ganz so gern gesehen, denn zu dieser Zeit schauten die meisten Leser nur recht verhalten vorbei. Aber sobald es wieder Richtung Phantastik ging, waren sie zurück. Und das dann auch ziemlich gut, denn sie haben einige Freunde mitgebracht.
Die Leseliste und die Buch-Rezensionen sind bei den Seiten am beliebtesten, wobei auch so einige in die Fantasy-Challenge reingeschaut haben (auch nach all den Jahren!). So schlecht, wie das Genre offenbar gerade läuft (alles ohne Romance und Verfilmung), sollten sich die Fans zusammenraufen und eine neue Challenge veranstalten. Gern auch mit älteren Werken, die ohnehin gerade ein Revival erleben und dutzendweise neu aufgelegt werden.
Die Leser kommen mehrheitlich noch immer aus Deutschland, aber es sind auch viele Leser aus den USA, Russland, Frankreich und „Sonstige“ (was immer das sein soll) dabei.

Mein Leseverhalten hat sich ganz eindeutig mit den veränderten Jahreszeiten geändert. In den massiven Heißphasen konnte ich mich kaum dazu aufraffen, länger am Stück zu lesen und wenn, dann nur zu bestimmten Tageszeiten (und da meist beruflich). Ausgleich boten auch der Balkongarten und die neu gewonnene Freizeit. Als es kühler wurde, las ich deutlich mehr – und auch die Lust aufs Stammgenre kehrte zurück.

Was die Bloggerwelt und ihre (neuen) Gesetze anbelangt, habe ich mich weitestgehend von ihr ferngehalten. Zu enttäuscht bin ich noch immer von ihr. Auch nach zehn Jahren dreht sich alles um die ewig gleichen, faden Themen. Soll ich kritisch bewerten? Rezensionsexemplare. Top-Liste. Social Media. Wie sortiere ich mein Buchregal? Mainstreamthemen je nach Fähnchen im Wind. Aber weder hat jemand Themen aufgegriffen wie die Portoerhöhung der Post noch all die wichtigen Veränderungen in der Buchwelt: das Verlagssterben in etwa oder der spürbare Leserschwund. Oder wer macht Bücher, siehe auch wem gehören die großen Verlagshäuser, die inzwischen Verlagsimperien zu nennen sind (und wie wird das zukünftig unser Lesen verändern, wenn nur noch einer die Themen vorgibt)? Was kosten Bücher in der Herstellung und was hat sich generell am Schreiben und Veröffentlichen verändert? In Zeiten, wo auch viele Autoren und Kleinverleger bloggen und/oder in Social-Media-Kanälen offen und direkt über aktuelle Themen und Befindlichkeiten sprechen, ist es nicht schwer, sich genauer mit diesen Dingen auseinanderzusetzen.

Die Buch-Spardose. Auf die Idee hat mich „Klusis Tagebücher“ gebracht. Das Prinzip funktioniert ganz einfach: Immer wenn man ein Buch ausgelesen hat, steckt man einen Euro in eine Spardose. Inzwischen habe ich das noch in anderer Form gefunden, allerdings wird es da schon wieder kompliziert. Denn man kann zwei Euro stecken, wenn es vom SuB kommt oder drei Euro wenn … Ich bin mit dem einen Euro zufrieden, weil es auch sehr überschaubar ist. Wenn ich ein Buch abgebrochen habe, steckte ich nur fünfzig Cent in die Dose. Zusammengekommen sind: 101,50 in einem Jahr. Ich habe mich allerdings entschlossen, diese nicht in Bücher zu investieren, sondern später in 2020 in den Balkongarten.

Für 2020 möchte ich zum einen meinem Vorhaben, nur eine überschaubare Bücheranzahl einziehen zu lassen, treu bleiben. Und ich möchte viele Bücher, die noch ungelesen hier liegen und die schon etwas älter sind, lesen. Was auch bedeutet - und da werde ich wohl langsam strange -, dass ich insgesamt weniger lesen möchte und das Lesen an sich nicht als eine Art Sport betrachten.
Zudem habe ich einige Rubriken im Blog wiederbelebt und hoffe, dass ich es schaffe, sie das ganze Jahr über neu zu befüllen. Wirklich vorplanen, was meinen zukünftigen Lesestoff anbelangt, möchte ich nicht, aber ich hoffe, dass ich auf viele gute Geschichten stoßen werde.
Darum wünsche ich uns allen an dieser Stelle: Gutes Lesen in 2020!


Kommentare:

  1. Liebe Daniela,
    Respekt, dass du das mit den Bücher-Neuzugängen so toll im Griff hast! Da könnte ich mir eine dicke Scheibe abschneiden, denn bei mir platzt der SuB nach wie vor aus allen Nähten.
    Ich freue mich sehr, dass dir die Bücher-Spardose auch so gut gefällt. Bei mir waren es 2019 "nur" 89 €, aber es macht mir Freude, diese für etwas Besonderes auszugeben, was ich mir vielleicht sonst nicht gegönnt hätte. Auch 2020 ist meine Spar-Eule wieder voll im Einsatz.
    Dir wünsche ich ein gutes neues (Lese-)Jahr.
    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Hallo Susanne,
      ja, ich staune auch :) Was ich am erstaunlichsten finde ist, dass ich die Bücher, die ungelesen wieder ausziehen mussten, nicht ein bisschen vermisst habe. Denn ihre Lücke im Regal füllt sich nur allzu schnell wieder neu - es gibt einfach zu viele Bücher, die ich "unbedingt" noch lesen will :) Daher kann ich das Prinzip weiterempfehlen.
      Ja, das mit der Dose war eine geniale Idee, noch einmal ganz lieben Dank dafür! Ich habe dieses Jahr selbstredend auch eine :) Mal sehen, wie viel diesmal zusammenkommt.
      Ich wünsche Dir auch ein wunderbares Lesejahr!
      LG
      Daniela

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  2. Anonym15.1.20

    Liebe Daniela!
    Spannend. Ich kenne nicht eines der Bücher aus Deiner Liste, aber immerhin habe ich Robin Hobb und Guillermo del Toro schon mal gehört.
    Ich habe meine SuB letztes Jahr auch massiv verkleinert und in den Bücherschrank gebracht mit dem festen Vorsatz, nicht wieder so viele Bücher zu sammeln statt zu lesen. Das hat mich immer total unzufrieden gemacht. Und siehe da, ohne das Ziel konkret formuliert zu haben, habe ich es ähnlich wie Du gemacht und im SuB befinden sich fast nur noch Bücher, die ich geschenkt bekommen habe und noch nicht lesen mochte/konnte.
    In anderen Bücher Blogs lese ich kaum noch mit. Früher habe ich mich dort regelmäßig umgeschaut, aber ich finde unter diesen Autorinnen/Autoren kaum Gleichgesinnte, finde es langweilig, dass meistens nur Neuerscheinungen besprochen werden, sich nur mit einem Genre beschäftigt wird und - ganz ehrlich - fehlt den meisten Lebenserfahrung, weil sie alle so arg jung sind. (*höre ich jetzt einen Aufschrei der Empörung? - grins*
    Das Thema Verlage und wer steckt eigentlich dahinter, finde ich enorm spannend. Ich ärgere mich kollosal und lese aus Prinzip keine Bücher, auch wenn diese gut sein könnten/sind, wenn ein Verlag so ganz offensichtlich auf eine Erfolgswelle aufspringt. Ich sage nur "4 Frauen auf einem Cover"! Das war doch früher nicht so extrem, oder?
    Nun ja, es finden sich für Büchernärrinnen immer gute Bücher, man muß nur Geduld aufbringen, sie zu suchen.
    Herzliche Grüße und schön, dass Du weitermachst
    Frau Leseratteffm

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    1. Hallo und schön, dass Du mal wieder reinschaust :)
      Hobb unbedingt mal reinsehen, aber Vorsicht: Reihenfolge beachten ;-)
      Mein SuB ist vor einigen Jahren so geplatzt, dass ich mich damit einfach auch nicht mehr wohlgefühlt habe. Irgendwie drückt es und man schafft es nie, das zu lesen, was man will, also schlicht aus Zeitgründen. Darum bin ich rigoros geworden und habe viele Bücher aussortiert. Aber offenbar gibt es auch hier unterschiedliche Arten und Möglichkeiten. Bisher bin ich recht zufrieden, wie es das letzte Jahr lief. Wenn ich aber mal schaue, wie viel schon im Januar wieder zusammengekommen ist ...
      Es gibt ein paar Blogs, die verfolge ich schon einige Jahre, da schaue ich gern mal rein. Aber neue zu finden wird immer schwieriger. Ja, Du hast recht, auch das Alter mag da eine Rolle spielen. So ganz taufrisch bin ich ja auch nicht mehr *gg Warum sollte man empört sein? Das ist vielleicht auch eher ein "junges" Hobby und natürlich unterscheidet sich "Geschmack" mit dem Alter und/oder empfindet man Dinge anders.
      Wenn man erst kürzlich verfolgt hat, welche Riesenkette in Deutschland eine andere Riesenkette geschluckt hat, sollte man hellhörig werden. Auch die Proteste in anderen Ländern - gar nicht so lange her - auch und besonders von bekannten Autoren, die eben dagegen waren, dass die meisten Verlage dort unter einer Hand gebunden waren und dann auch noch eine (Unternehmer-)Familie, die in der Regierung sehr präsent war ... ich finde es seltsam, dass so etwas in Deutschland immer durchgewunken oder als Verschwörung abgelehnt wird. Und ja, auch in Krimis oder LiRos kann das wichtig werden ... aber gut, man muss halt anfangen sich einzulesen und dranbleiben. Das ist vermutlich eher das Problem dabei ...
      Danke, Dir auch :)
      LG
      Soleil

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  3. Hut ab vor deiner Konsequenz, Bücher ungelesen wieder aus dem Regal verschwinden zu lassen, wenn du sie nach 6 Monaten nicht gelesen hattest. Ich bin derzeit auch wieder darum bemüht, Bücher nicht so lange auf meinem SuB liegen zu lassen - letztes Jahr war ich in der Hinsicht ein wenig nachlässig.
    Die 100 Euro aus der Buch-Spardose sind ja eine gute Grundlage für die kommende Balkonsaison. Ich bin gespannt, was du in diesem Jahr als anpflanzen wirst!

    Dir auch ein gutes Lesejahr 2020!

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    1. Ja, da habe ich auch über mich gestaunt, aber ich habe den Platz, der für Bücher vorgesehen ist, begrenzt und wenn ich mehr habe als Platz, stehen sie auf der Erde rum, was sehr unschön aussieht. Es sind aber immer noch genug ;-)
      Das mit der Spardose kann ich nur weiterempfehlen, das Jahr hat ja gerade erst begonnen :) Zu den Feiertagen habe ich zudem einen Gutschein für einen Gärtnereibetrieb geschenkt bekommen, es wird also was :)
      Danke fürs Vorbeischauen!

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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