Dienstag, 6. August 2019

Könige der Finsternis - Nicholas Eames


Titel: Könige der Finsternis
Autorin: Nicholas Eames
Originaltitel: Kings of the Wyld
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453318878
Euro: 16,99
Veröffentlichungsdatum: Februar 2019
Seiten: 640
Serie: Wyld
Come in: vom Verlag










Inhalt
Clay Cooper ist ein bei der Stadtwache arbeitender Ehemann und Vater einer neunjährigen Tochter. Er hat sein altes Leben hinter sich gelassen – glaubt er. Denn eines Tages steht sein alter Freund und Kampfgefährte Gabriel vor der Tür und bittet ihn um Hilfe. Seine Tochter Rose ist davongelaufen und hat sich mitten hinein ins Kampfgebiet begeben, um in die kriegerischen Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Um sie lebend zurückzubringen, will Gabriel die alte Truppe zusammenbringen. Clay und Gabriel. Den Zauberer Moog, der über seiner Versessenheit, das Heilmittel für die Krankheit zu finden, die seinen Ehemann dahingerafft hat, fast verrückt geworden ist. Matrick, der eine Prinzessin geheiratet hat und König geworden ist. Und Ganeelon, der neunzehn Jahre in Stein gefangen war.
Doch die Welt ist nicht mehr so, wie sie einst war und so treffen die Männer auf illustre Gestalten und müssen sich gefährlichen wie skurrilen Begebenheiten stellen.



Meinung
Obwohl es noch zwei Folgeromane gibt, ist „Könige der Finsternis“ in sich abgeschlossen und lässt den Fantasyleser nicht nur deswegen sehr zufrieden zurück. Auf über sechshundert Seiten wird die Quest der alternden Truppe Mitte/Ende vierzig erzählt, die am Anfang erst einmal eher schleppend in Gang kommt. Aber mit jeder weiteren gelesenen Seite steigt das Lesevergnügen drastisch an. Das hat zum einen mit den illustren Figuren zu tun, die Eames für sein Werk erdacht hat. Obwohl er sicher vieles überspitzt, um komische Momente zu erzeugen, sind die meisten Charaktere äußerst glaubhaft gelungen und nicht nur deswegen sehr sympathisch. Clay ist dabei derjenige, aus dessen Sicht erzählt wird, er ist der Ruhepol der Truppe und erdet damit so manches Missgeschick. Sein schonungsloser Blick auf seine Gefährten und seine Umgebung geben der Geschichte die richtige Würzung.
Die Nebenfiguren wissen ebenfalls zu überzeugen, obwohl der Autor hier alles beimengt, was in der Fantasy Rang und Namen hat(te). Frauen kommen übrigens nur am Rande vor, was allerdings nicht weiter auffällt, weil die weiblichen Figuren in ihrer Darstellung breit gefächert dargestellt werden und in ihrem jeweiligen Umkreis die Fäden ziemlich sicher in der Hand halten. Ob das Jain und die Seidenpfeile sind (Banditinnen) oder Matricks Ehefrau, die ehemalige Prinzessin.
Zum anderen ist es die Entwicklung der Story selbst. Natürlich haben sich die Gefährten verändert und scheinen nicht mehr so recht in die Schablonen ihrer einstigen Spitznamen („Schädelspalter“ oder „Langsame Hand“) zu passen, auch wenn sie sich redlich Mühe geben. Außerdem gibt es nun andere, neue und junge Truppen, die um Anerkennung und Berühmtheit in der Bevölkerung kämpfen. Die Influencer des Mittelalters haben sich eine Menge einfallen lassen.
Nicht zuletzt ist die Art, wie die Geschichte erzählt wird, zu nennen. Eames schreibt mit einem steten Augenzwinkern, übertreibt es dabei aber nicht. Wer einen Pratchett sucht, wird nicht fündig. Dabei hat sich der Autor wesentliche Elemente des Genres geschnappt und sie mit diesen älteren, aber auch erfahreneren und nicht mehr ganz knackigen Charakteren besetzt. Nicht nur damit hat er alles mal ein wenig aufpoliert und in die Neuzeit katapultiert.
Das Ende kommt ein wenig zackig, aber nach diesen vielen spaßigen Seiten ist das nur noch eine Randnotiz.
„Könige der Finsternis“ sei Gernelesern des Genres ans Herz gelegt, nicht nur, weil es mittendrin, aber eben auch mal etwas anderes ist. Die Geschichte macht einfach Laune und das ist ja nie verkehrt.


Wyld:
1. Kings of the Wyld
2. Bloody Rose
3. Untitled


Nicholas Eames wurde ein Wingham, Ontario geboren. Er besuchte das College für Theaterkünste, gab das Schauspielen aber auf, um Fantasy-Romane zu schreiben. »Könige der Finsternis« ist sein Debütroman. Er lebt in Ontario, Kanada.

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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