Wann und aus welchem Impuls heraus wurde der Kontrabande Verlag gegründet?
Wir sind ganz frisch zum Jahresanfang 2025
gestartet. Der Impuls war eigentlich eine typische „Schnapsidee“ – oder besser
gesagt: eine „Boot-Idee“. Gerd und ich saßen im Cockpit seines kleinen
Segelboots in Zeeland und quasselten über Gott und die Welt, als Gerd beiläufig
erwähnte, dass er mal ein preisgekröntes Jugendbuch geschrieben hat, das völlig
in Vergessenheit geraten war. Segler sind immer finanziell auf Kante genäht,
und die Idee, ein Buch noch einmal zu veröffentlichen, das es sogar auf die
Auswahlliste des Deutschen Jugendbuchpreises geschafft hatte, hey, da dachten
wir, coole Idee … bringen wir wieder auf den Markt und Gerd wird reich. Aus
diesem einen Projekt wurde dann, weil man ein Buch nicht einfach so
veröffentlicht – das Buch braucht einen Verlag, ein Verlag aber mehr als ein
Buch – der „Irrwitz“, mit über 60 Jahren direkt einen ganzen Verlag zu gründen.
Wobei ich fairerweise sagen muss: Ich bin deutlich jünger als Gerd.
Welches
Programm / welche Genres werden veröffentlicht?
Wir stehen auf Texte, die etwas wagen –
experimentell, gesellschaftskritisch und direkt. Unser Fokus liegt momentan auf
Jugendbüchern und Unkonventionellem wie Urban Society. Ein paar Segelbücher
lagen auch auf dem Weg. Fantasy, Vampirgeschichten und Romantasy, da sind wir
vermutlich der falsche Ansprechpartner.
Aber offen gesagt, da wir so in dieses Abenteuer
hineingestolpert sind und auch nicht unbedingt einem wirklich stringenten Plan
folgen: Wir lassen uns überraschen. Machen die Segler ja auch. Du schaust raus
und siehst, der Wind kommt aus der falschen Ecke, dann planst du eben um und
fährst in die andere Richtung.



