Samstag, 5. Januar 2019

Nightflyers - Die Dunkelheit zwischen den Sternen - George R. R. Martin


Titel: Nightflyers - Die Dunkelheit zwischen den Sternen
Autor: George R. R. Martin
Originaltitel: Nightflyers
Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3764532277
Euro: 10,00
Veröffentlichungsdatum: Dezember 2018
Seiten: 208
Serie: nein
Come in: Vom Verlag










Inhalt
Melantha Jhirl soll acht Wissenschaftler auf dem Raumschiff Nightflyer begleiten und für deren Sicherheit sorgen. Die Expedition bricht zum Ende des Universums auf, wo sich die geheimnisvolle Rasse der Volcryn befindet, die sie erforschen wollen. Doch dann stellt sich nicht nur heraus, dass der Kapitän und Besitzer des Schiffes, Royd Eris, nur als Hologramm mit ihnen kommunizieren kann, sondern auch, dass er etwas vor ihnen verheimlicht. Es ist noch jemand an Bord – und der ist von der Mission wenig begeistert. Als der erste Mord geschieht, weiß Melantha, dass sie handeln muss, aber nur, wenn sie es selbst schafft, am Leben zu bleiben.


Meinung
Die Originalausgabe erschien erstmalig 1980 in einer Anthologie, was sich der Leser klarmachen sollte, bevor er zu dem sehr dünnen Büchlein greift. Es ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben der einzelnen Crewmitglieder; ihre Verbindlichkeiten werden sehr deutlich, einen Kurzabriss ihres jeweiligen Lebenslaufes sollte man jedoch nicht erwarten. Dennoch schafft Martin es gekonnt, bereits zu Beginn, wenn ein Wissenschaftler nach dem anderen das kleine Schiff betritt, jedes Individuum als genau solches darzustellen. Sprachlich gibt es am gesamten Werk nichts auszusetzen, wofür auch die gelungene Übersetzung verantwortlich sein dürfte.
Melantha Jhirl ist eine taffe, farbige Frau, die sich selbst stets als „verbessertes Modell“ (wovon eigentlich?) bezeichnet und recht selbstbewusst ihr Leben lebt, in den aktuellen Zeitgeist passt sie also wunderbar hinein. Dabei übertreibt sie es jedoch auch hin und wieder und darf getrost trotzdem nicht als perfekt bezeichnet werden, sprich: sie hat Ecken und Kanten.
Auch die anderen Crewmitglieder werden genau beschrieben, wenn einige dann allerdings später doch reichlich kurz kommen. Der Anfang liest sich dadurch weg wie nichts. Im Fortschreiten der Handlung kam Martin dann aber vermutlich die vorgegebene Seitenzahl in die Quere und es wurde hier und da kräftig gekürzt. Nicht, dass man das Gefühl hätte, es würde etwas fehlen, aber ein klein wenig mehr hier und da hätte der Handlung nicht geschadet, am Ende wirkt es leider ein wenig gestaucht. Schon allein, damit die Figuren lebendiger werden bzw. schlicht ein wenig näher an den Leser kommen.
Nachdem nun diese kleine Geschichte als Serie umgesetzt wurde, der Autorenname zieht eben, lässt sich das auf „Soap Opera mit viel Blut (und Sex)“ herunterbrechen. Ich bin mir nicht sicher, ob das unbedingt sein muss, zumal ich vermute, dass es anders umgesetzt wird, als es ursprünglich geplant war. Es handelt sich um Horror im Weltraum, es sterben eine Menge Figuren und das auf sehr blutige Art und Weise. Dazwischen gibt es Affären und einige Sonderheiten der einzelnen Charaktere, auf die vermutlich ein Hauptaugenmerk gerichtet werden wird. Persönlich werde ich bei diesem Buch bleiben und die Serie nicht ansehen, denn auch qualitativ darf man als Zuschauer dann wohl nicht viel erwarten.
Hervorzuheben ist aber die Aufmachung. Als dünne Klappenbroschur sind bereits die inneren Umschlagseiten farbig gestaltet. Der Text wird durch fünfzehn sehenswerte Schwarz-Weiß-Illustrationen von David Palumbo aufgewertet, die wie die Geschichte zunehmend blutiger werden. Für Fans des Autors macht sich „Nightflyers - Die Dunkelheit zwischen den Sternen“ hervorragend aus im Buchregal und insgesamt habe ich es, trotz aller Kritikpunkte, gern gelesen. Für jeden Leser ist es aber vermutlich nicht geeignet.


George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos »Das Lied von Eis und Feuer« wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie »Game of Thrones« verfilmt. George R.R. Martin wurde u.a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, dreimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.

Kommentare:

  1. Bore da, Daniela.
    Zur Hochzeit der DVD konnte auch das Phänomen beobachtet werden, daß von schlagartig popular gewordenen Schauspielern/Filmschaffenden, ordentlich Material angeboten wurde. Für Fans (just die Langfristigen) ein Fest, wenn auch gelegentlich mit Wermut versetzt (der Blick auf das sprichwörtlich Kleingedruckte war zwingend, um zu erahnen wie lange der vorne beworbene Name tatsächlich im Film auftaucht).

    Anmerkenswert, daß der Aufkleber auf dem hiesigen Cover zusätzlich noch mit dem weiteren Zauberwort "Netflix" wirbt. Vor allem erheiternd wenn man/frau bedenkt, daß der Anbieter seit Zeit mit dem Geld um sich wirft & in Staubsaugermanier alles vom Parkett aufnimmt.

    Zur Hochzeit der Videotheken (noch ein paar Jährchen früher) waren die Horror/SF-Regale vollgestellt mit plotähnlichen Billigproduktionen.
    Es hat sich demnach nicht viel verändert - außer das Trägermedium. :-)

    bonté

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    1. Oh ja, die Auflkleber, keiner mag sie, aber irgendeinen Nutzen werden sie wohl erbringen. Die Entwicklung der vielen Serien - und was wird nicht neuerdings neu aufgelegt - und auch Netflix' beobachte ich mit einiger Skepsis. Gleicher Grund wie bei Büchern.

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  2. Hallöchen :)

    Dankeschön für die ausführliche Rezension, ich bin schon um dieses Büchlein herum geschlichen bei uns im Laden, bin aber mittlerweile mit den dicken " G E O R G E R R M A R T I N" schon allzu vertraut und lasse mich schon längst nicht mehr direkt davon locken :D aber für Leute, die Lust auf ein wenig umgängliche Science Fiction haben dürfte dieses Bändchen aber wohl trotzdem ganz gut geeignet sein :)

    Liebe Grüße!

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    1. Ist schnell gelesen, falls Du unauffällig immer mal ein paar Seiten lesen kannst :) Umgänglich ... nun ja. Blutig, ja!

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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