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Dienstag, 5. November 2013

(Buchgedanken) Interaktives Lesen




Auf der Suche nach dem "Buchtrailer der Woche" stieß ich auf dieses E-Book "Das Erbe der Zeit", das nicht nur Text zu bieten hat, sondern auch diverse Geräusche und Lieder. Zwar habe ich nicht verstanden, ob diese von allein loslegen oder ich sie erst anklicken muss, aber obwohl ich versucht habe, an den Buchstaben zu bleiben und den Sinn zu verstehen, haben mich eben diese zusätzlichen Klangmomente immer wieder herausgerissen.
Nun ist diese Art des interaktiven Lesens keine neue Erfindung, aber das erste Mal, dass ich auf Derartiges stoße. Und scheiden sich daran nicht die Geister?
Ich frage mich, ob es Sinn macht, eine Geschichte zu untermalen; wenn das geschriebene Wort allein nicht alles im Kopfkino erzeugen kann, werden Zusätzlichkeiten dann dazu beitragen? Braucht es diese Zusätzlichkeiten überhaupt? Weiterhin frage ich mich, ob man als Leser daran denkt, die einzelnen Klänge anzuklicken, wenn einen die Geschichte so sehr fesselt, dass Seite um Seite vorbeifliegt. Ist es dann eher etwas für das nochmalige Lesen?
In welchen Situationen macht "lautes lesen" einen Sinn und wann könnte es zu komischen Vorfällen (in der S-Bahn, beim Arzt, etc.) führen?
Ich bin versucht zu sagen, dass diese Weise, eine Geschichte zu konsumieren, nicht meins ist. Aber das dachte ich auch einst von E-Books im allgemeinen und nun möchte ich nicht mehr ohne sie.
Wie steht es mit Euch?

Dienstag, 5. April 2011

Wie entsteht ein Buchtrailer? (Interview)

In den letzten Wochen sind hier im Verlorene-Werke-Blog einige sehr gelungene Trailer zusammengekommen (rechts unter dem Label "Buchtrailer"). Doch was macht einen guten Trailer aus? Und was wird benötigt, um ihn zu dem zu machen, was er ist?
Herr B. aus der Werbeleitung Blanvalet, Limes, Penhaligon hat mir dazu ein paar Fragen beantwortet.

Wer fertigt die Buchtrailer Ihres Hauses an? Ist das Aufgabe der Marketingabteilung oder werden Nachwuchskräfte, wie etwa Volontäre dazu herangezogen?
Unsere Trailer werden in der Regel von unseren Werbeagenturen produziert, mit denen wir auch die Cover der Bücher erarbeiten und gestalten. Somit sind die Agenturen da bereits inhaltlich bestens im Thema, was für die kreative Entwicklung eines Spots elementar ist.
Je nachdem um was für einen Titel es sich handelt ist zudem ein Illustrator mit an Bord – der die entsprechende Gestaltung umsetzt.
Unser Spot zu Bernie und Chat wurde übrigens tatsächlich von 2 Studenten produziert.
Wir sind aber jederzeit für Optimierungen und Verbesserungsvorschläge offen.
Wichtig sind hier natürlich bei der Erstellung die Einhaltung von rechtlichen Rahmenbedingungen. Sowohl was Sound und Ton angeht (Gema), als auch Bildrechte bei Fotos und Bildern, Einhaltung der Persönlichkeitsrechte etc.

Wie genau wird entschieden, was in das Video hineinkommt und wer entscheidet das?
Wenn wir einen Kinospot produzieren (z.B. Sonea) wird dieser oft „eingedampft“ – sprich: gekürzt und in entsprechend anderes Mediaformat gebracht.
Auch gibt es für verschiedene Plattformen unterschiedliche technische Vorgaben. Youtube, Einsatz bei Amazon, als Unterlage für unsere Vertreter, unser Extranet oder auch unsere Facebook-Seite – sowie Specials unter randomhouse.de
Die Hardfacts kommen von den Verlags-, bzw. Programmleitern / dem Lektorat zu uns Werbern und wir erstellen daraus ein stimmiges Briefing.

Wie lang sollte so ein Video im Idealfall sein?
Die „richtige“ Länge für ein Video gibt es nicht. Allerdings haben unsere Erfahrungswerte gezeigt – maximal 2 Minuten sind genug. Oft pendelt es sich ein zwischen 30 Sekunden oder einer Minute.
Bei Kinotrailern ist die Länge durch die jeweilige Mediabuchung fixiert.

Neben stimmigen Bildern und guter Musik gibt es oft auch Sprecher und/oder kurze Sätze in einem Buchtrailer. Würden Sie sagen, dass es so etwas wie einen Geheimtip gibt, wie diese Einzelbestandteile am besten verbunden werden sollten?
Welche Elemente gehören auf keinen Fall in einen Buchtrailer und warum?
Der „Geheimtipp“ ist – vieles richtig zu machen, im Zweifel ist es Glück aber natürlich auch eine ganze Menge Erfahrung. Die Komposition aus Musik, den richtigen Bildern und einer gut ausgewählten Sprecher-Stimme erzeugen Stimmungen und Emotionen, mit denen Botschaften transportiert werden. Wir glauben unsere Trailer haben eine große Überzeugungskraft bzw. wecken idealerweise Interesse am Buch. Was nicht in einen Trailer sollte? Unwichtiges. Das einfach weglassen! Der Trailer wird im Idealfall bewusst angeklickt und angesehen. D.h. der „Klicker“ interessiert sich bereits- jetzt darf man ihn nicht langweilen und auch nicht mit Informationen zuwerfen.

Gibt es einen Trailer Ihres Hauses, der sich als echte Herausforderung entpuppt hat oder auf den Sie besonders stolz sind? Welcher und warum?
Generell ist jeder Trailer eine Herausforderung. Dies ist vermutlich nicht die von Ihnen erhoffte Antwort – aber es ist die richtige.
Soviele Trailer, wie es draußen gibt – soviele verschiedene Herausforderungen werden an die Bereiche gestellt.
Nur einige Schlagworte: Werbebudget (aus wenig Budget, viel machen), der Druck des Erfolgs (wenn ein Autor bereits sehr bekannt ist, bereits auf der Spiegel Bestsellerliste war oder sich ihr/sein Buch bereits im Ausland sehr gut verkauft hat – muss der Trailer „besonders“ gut sein), Herausforderungen hinsichtlich „Time“. Wird der richtige Trailer zur richtigen Zeit fertig und steht allen Beteiligten zur Verfügung? Ist er technisch einwandfrei – sind alle rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten? Sie sehen – ich könnte sicher noch ewig so weitermachen!
Stolz bin ich auf: Link entfernt Ein Trailer, der zum Nulltarif komplett mit Freunden und Bekannten besetzt wurde und einer HD-Kamera inhouse produziert wurde. Er ist aber sicher nicht das beste, was wir gemacht haben.
Link entfernt ist ein schöner Trailer.
Oder auch: Link entfernt  (mein Verlag Limes).
Aber ich freue mich gerade auf SONEA 2 – die Abnahme des Kinotrailers ist soeben erfolgt. Der Trailer dazu folgt aber erst noch.

Vielen herzlichen Dank für die Antworten!

www.facebook.de/blanvalet
www.facebook.de/penhaligon-verlag

Dienstag, 21. September 2010

Buchtrailer der Woche - Ein Vorwort


Ab heute soll es hier eine neue Rubrik geben: Buchtrailer. Denn auch sie sind inzwischen ein fester Bestandteil des Buchuniversums geworden - auch wenn ich nicht so genau weiß, warum.
Um so erschreckter war ich, als ich erkennen musste, dass es nur ganz wenige gibt, die man sich wirklich anschauen kann. Die gelungen sind. Ich habe mir dutzende (deutsche) Trailer aus allen möglichen Genres angesehen, es waren am Ende aber genau drei, die es geschafft haben, dass ich sie besser kennenlernen wollte.
Ich habe nie einen Buchtrailer gemacht und kenne mich daher nicht aus. Aber ein paar Gedanken sind mir beim Video schauen durch den Kopf gegangen:

Punkt 1: Bitte kurz und knapp einführen und neugierig machen. Aber nicht mit huschenden Schachtelsätzen, die ich nicht geschafft habe, zuende zu lesen. Bitte auch nicht mit sich überlappenden Bildern - manchmal drei/vier auf einmal (Satz, Buch, Landschaftsbild gleichzeitig).
Punkt 2: Inhalt: Nicht versuchen geheimnisvoll zu sein. Ich will wissen, worum es geht!
Punkt 3: Die Musik. Seid kreativ! Ich hatte nach einer Weile das Gefühl, immer die gleichen Noten zu hören. Sie sollte auch wenigstens ein bisschen zum Roman (Genre, Zeit, Figuren, Handlung, Ort etc.) passen.
Punkt 4: Der Sprecher sollte lesen können. Bitte nicht Musik UND Sprecher UND Hintergrundgeräusche (z.B. Wasserrauschen) gleichzeitig. Der Sprecher sollte auch immer lauter sein, als alle anderen Geräusche, sonst macht er keinen Sinn.
Punkt 5: Nennt am Ende doch das Buch UND den Autor. Vielleicht eine Homepage?

Es sind in den meisten Fällen nicht die Autoren selbst, die diese Videos anfertigen, wofür ich sehr dankbar bin, denn das würde mich noch mehr erschrecken.
Ich benötige übrigens keine teuren Bilder, vom Profi erstellten Videos und dergleichen (auch wenn ich so etwas natürlich sehr hübsch finde). Manche von den aufwendigeren habe ich inhaltlich nicht verstanden, aber genau darum geht es.
Ich habe einige total witzige oder emotionale, aber auch sehr charmante Trailer gesehen. Die hatten einfach etwas eigenes und wirkten dadurch nicht wie eine Massenware. Genau die möchte ich ab heute jeden Dienstag zeigen.

PS: Es gab noch im letzten Jahr einen Preis für sehr gute Buchtrailer. Leider nur für Bücher, die es im Programm von "Der Club" gab. "Studenten und Jungabsolventen von deutschsprachigen Hochschulen werden aufgerufen, einen kurzen Werbefilm zu einem Buch aus dem Club-Programm zu erstellen."
Leider hat man sich entschlossen, den "Buch Trailer Award" wieder einzustellen.
"Mit dem Start des Buch Trailer Awards 2006 haben wir dazu beigetragen, die Möglichkeiten dieses spannenden Kommunikations- und Marketingtools aufzuzeigen und dessen Bekanntheit zu steigern. (...)
Mittlerweile ist die Produktion solcher Kurzfilme im Netz deutlich einfacher geworden, und die Anzahl der Filme hat gleichzeitig rasant zugenommen. Kurz: das Medium hat sich weitgehend verselbständigt. Aus diesem Grund sehen wir heute keinen hinreichenden Bedarf mehr für einen Award in dieser Form."
Nein! Gerade deswegen sollte es so einen Award geben, finde ich. Aber ohne gewisse Einschränkungen. Vielleicht sollte man bei der Idee mit der Jury bleiben, denn wie bei anderen Awards auch, würden sonst eher Namen/Titel gewählt werden. Eine Jury kann sicher auch besser bemessen, mit welchen Mitteln welches Werk es geschafft hat, sehenswert zu sein.