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Donnerstag, 16. April 2026

Spiel mir das Lied vom Goblin - Oliver Darkshire

 

Schwarzhumoriger Cozy-Fantasy-Roman mit seltsamem Frauenbild.

 


Titel: Spiel mir das Lied vom Goblin
Autor: Oliver Darkshire
Originaltitel: Isabella Nagg and the Pot of Basil
Verlag: Penhaligon‎
ISBN: 978-3764533632‎
Euro: 17,00
Veröffentlichungsdatum: März 2026
Seiten: 320
Serie: vermutlich
Come in: vom Verlag

 

 

 

Inhalt
Isabella Nagg ist seit Jahren unglücklich verheiratet und hat keine Freunde, bis auf ihren Basilikumtopf, mit dem sie spricht. Das Einkommen ihres Mannes besteht in der Alraunenernte, die an den ortsansässigen Zauberer verkauft wird, der dem Dorf damit die Goblins vom Hals hält. Doch eben jener ist verschwunden. Als Ausgleich nimmt Mr Nagg ein Zauberbuch mit, dass Isabella beschließt zu benutzen. Zunächst scheint alles gut zu klappen – Esel und Basilikum beginnen zu sprechen –, aber dann bemerkt Isabella, dass zum Zaubern doch ein bisschen mehr gehört.

 

 

Donnerstag, 22. Januar 2026

How to Become the Dark Lord and Die Trying - Django Wexler

 

Großartig erdachte Funny Fantasy, die aber leider nichts für mich war.


Titel: How to Become the Dark Lord and Die Trying
Autor: Django Wexler
Originaltitel: How to Become the Dark Lord and Die Trying (Dark Lord Davi 1)
Verlag: Penhaligon‎
ISBN: ‎ 978-3764533441  
Euro: 17,00
Veröffentlichungsdatum: Juni 2025
Seiten: 496
Serie: Dark Lord Davi 01
Come in: Kauf

 

 

 

Inhalt/Klappentext
Davi ist die prophezeite Heldin, welche die Menschheit vor dem Dark Lord retten wird. Doch sie versagt und kommt auf grausamste Art ums Leben, nur um aufzuwachen und ihre Mission erneut anzutreten. Nach ihrem 237. brutalen Tod beschließt sie allerdings, die Regeln zu ändern. Wenn der Böse jedes Mal gewinnt, dann wird eben sie der nächste Dark Lord werden. Das Erste, was Davi für dieses Ziel benötigt, ist eine Horde vertrauenswürdiger finsterer Kreaturen ...

 

Donnerstag, 10. April 2025

Geht so - Beatriz Serrano

 

Marisa arbeitet in einer Madrider Werbeagentur – und erträgt ihr Leben nur mit Antidepressiva. Als ihr Chef ein Teambuilding-Wochenende plant, muss sie sich ihren Ängsten stellen.

 

 


Titel: Geht so
Autorin: Beatriz Serrano
Originaltitel: El descontento
Verlag: ‎Eichborn
ISBN: ‎978-3847902126 
Euro: 22,00
Veröffentlichungsdatum: März 2025
Seiten: 240
Serie: nein
Come in: vorablesen.de

 

 

 

Inhalt
Marisa arbeitet in einer Madrider Werbeagentur in leitender Position. Sie kleidet sich schick und gibt ihr gutes Gehalt gern aus. Mit ihrem Nachbarn verbindet sie eine lose Beziehung, die auch intim werden kann. Nach außen ein gutes Leben für eine Dreißigjährige. Doch Marisa erträgt ihren Alltag nur mit Antidepressiva und übermäßigem Social-Media-Konsum. Sie hasst ihren Job und täuscht alles nur vor. Als ihr Chef ein Teambuilding-Wochenende plant, muss sie sich ihren Ängsten stellen. Aber was will sie eigentlich vom Leben?

 

Dienstag, 14. November 2023

Da bin ick nicht zuständig, Mausi: Nix Neues vom Amt - Conny from the block

 

Es braucht nur ein Büro … und den hier großzügig eingesetzten Dialekt meiner Heimatstadt. Berlin und Amt – zwei wie Pech und Schwefel.

 

 


Titel: Da bin ick nicht zuständig, Mausi: Nix Neues vom Amt
Autorin: Conny from the block
Originaltitel
Verlag: dtv
ISBN: ‎978-3423218788 ‎
Euro: 13,00
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2023
Seiten: 288
Serie: ja
Come in: vorablesen.de

 

 

 

Inhalt/Klappentext
Conny, Beamtin im öffentlichen Dienst, macht den Job seit Jahrzehnten. Mit ihren Kolleginnen – Tief-einatmen-Petra, Gegen-alles-Gisela, Kussi-Doris, Küken-Dilara und Du-bist-der-Change-Ronja – trotzt sie Aktenbergen, Management-Geschwätz, Digitalisierung und viel zu selbstbewussten Bürgern. Und wenn gar nichts mehr geht: »Da bin ick nicht zuständig, Mausi.«
Connys Kolleginnen sind ihr wohl oder übel zur Familie geworden. Der alltägliche Behördenwahnsinn schweißt sie zusammen. Zwischen Kaffee- und Raucherpausen wird diskutiert, gelästert und gestritten – und mit Neugierde über das Liebesleben der Belegschaft gewacht. Aber keine Sorge, Conny bleibt Herrin der Lage und ihrem Mantra treu: »Nix muss sich ändern, damit alles so bleibt, wie es ist!«
Conny und ihre Kolleginnen bringen es auf den Punkt: Digitalisierung, Amtsschimmel, Achtsamkeit und Faxgeräte bedienen – Beamte sind alles – nur nicht faul.

 

Freitag, 24. Februar 2023

Jetzt ist Sense - Hans Rath

 

Olivias Leben wird durch ihren Ex-Mann, dessen Tochter und ihrer besten Freundin plus deren Familie gehörig durcheinandergewirbelt. Und mittendrin Thanatos, der griechische Gott des Todes.

 

 


Titel: Jetzt ist Sense
Autor: Hans Rath
Originaltitel
Verlag: dtv
ISBN: ‎978-3423263344
Euro: 15,95
Veröffentlichungsdatum: Februar 2023
Seiten: 288
Serie: nein
Come in: vom Verlag

 

 

 

Inhalt
Am 50. Geburtstag der Psychologin Olivia Bentele klingelt ein gutaussehender Mann an ihrer Tür. Leider möchte er nur ihre Nachbarin besuchen. Als sie ihm später erneut begegnet, behauptet er, dass er Thanatos, der altgriechische Gott des sanften Todes sei. Im Glauben, einen Neurotiker vor sich zu haben, beschließt Olivia, ihn zu therapieren. Doch auch ihr Ex-Mann Georg und dessen Tochter sowie ihre beste Freundin Conny, deren Ehemann und hochschwangere Tochter Camilla bringen Olivias Leben gehörig durcheinander. Und dann stellt sich heraus, dass Thanatos tatsächlich das ist, was er behauptet – und wegen Olivia gekommen ist.

 

 

Freitag, 24. Juni 2022

Bekenntnisse eines Betrügers - Rahul Raina

 


Titel: Bekenntnisse eines Betrügers

Autor: Rahul Raina

Originaltitel: How to Kidnap the Rich

Verlag:‎ Kein & Aber

ISBN: 978-3036958682

Euro: 25,00

Veröffentlichungsdatum: Mai 2022

Seiten: 400

Serie: nein

Come in: vorablesen

 

 

 

Inhalt
Der junge Inder Ramesh Kunar hat sich seine Bildung hart erkämpft: Aus der ärmsten Gegend und Kaste stammend und früh zu harter Arbeit gezwungen, ist es ihm gelungen, zur Schule zu gehen. Einen Studienplatz zu ergattern, war ihm nicht vergönnt und so verdient er sein Geld als „Bildungsberater“. Er wird von superreichen Familien engagiert, um die zentralen Prüfungen ihrer Sprösslinge zu schreiben und ihnen so einen gut bezahlten Job (im Ausland) zu ermöglichen. Als er bei der Prüfung für den achtzehnjährigen Rudraksh Saxena unerwartet den ersten Platz belegt, feiert man den Jungen wie einen Superstar. Als persönlicher Assistent lässt auch Ramesh sich gehen. Doch als Rudi den Falschen beleidigt, muss er sich etwas einfallen lassen, damit beide mit dem Leben davonkommen.

 

Freitag, 21. Januar 2022

Jünger wären mir die Alten lieber: Lese-Booster für Frauen, deren Eltern in die Jahre kommen - Monika Bittl

 


Titel: Jünger wären mir die Alten lieber: Lese-Booster für Frauen, deren Eltern in die Jahre kommen

Autorin: Monika Bittl

Originaltitel

Verlag: Knaur

ISBN: 978-3426791172

Euro: 12,99

Veröffentlichungsdatum: August 2021

Seiten: 224

Serie: nein

Come in: Kauf

 

 

 

Inhalt/Klappentext
In „Jünger wären mir die Alten lieber“ nimmt sich Bestseller-Autorin Monika Bittl („Ich hatte mich jünger in Erinnerung“) ein Thema vor, das früher oder später auf uns alle zukommt: Die Eltern werden alt, und wir machen eine Rolle rückwärts ‒ jetzt kümmern wir uns um sie, statt sie sich um uns. Das kann man tragisch oder komisch sehen. Monika Bittl hat sich für den Humor entschieden, denn ein Leben als Senioren-Tochter ist höchst anstrengend, aber auch voller Überraschungen.

In unterhaltsamen Alltagsgeschichten erzählt sie vom Abenteuer, in einem Sammlerhaushalt Steuerunterlagen zu finden, vom Aufschrei der Mutter: "Ich geh nicht ins Gedächtnistraining, da sind doch nur alte Leute!", vom eigenwilligen Ergebnis eines Briefings zum Besuch des Pflege-Gutachters ‒ "Ich soll sagen, dass es mir schlecht geht!" ‒ und davon, wie Google Übersetzer bei der Arbeit mit osteuropäischen Pflegekräften zur besten Freundin wurde.

 

Sonntag, 21. November 2021

Clanlands: Zwei Männer, Kilts und jede Menge Whisky. - Sam Heughan und Graham McTavish

 


Titel: Clanlands: Zwei Männer, Kilts und jede Menge Whisky.

Autoren: Sam Heughan und Graham McTavish

Originaltitel: Clanlands: Whisky, Warfare, and a Scottish Adventure Like No Other

Verlag: ‎ Knaur HC

ISBN: ‎ 978-3426227671

Euro: 20,00

Veröffentlichungsdatum: Oktober 2021

Seiten: 400

Serie: nein

Come in: vom Verlag

 

 

 

Inhalt/Klappentext
Zwei Männer auf einem epischen Roadtrip durch Schottland

Die beiden Outlander-Stars und langjährigen Freunde Sam Heughan und Graham McTavish begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, um ihre Heimat Schottland neu zu entdecken.
„Clanlands“ erzählt davon, wie die beiden Schauspieler mit dem Wohnmobil, dem Kajak, Fahrrad und Motorrad von der Küste bis zu den Seen und von den Gipfeln bis zu den Tälern reisen und dabei tief in die Geschichte und Kultur des Landes eintauchen.

Auf ihrer Fahrt reift die Freundschaft von Graham und Sam wie ein guter Scotch, und die beiden Männer finden dabei nicht nur neuen Respekt für die majestätische Schönheit Schottlands, sondern auch, wie bei jedem guten Roadtrip, ein Stück weit zu sich selbst.

Die abenteuerliche Reise zweier Vollblut-Schotten durch ihr Heimatland - mit einem Vorwort von Diana Gabaldon.

 

Donnerstag, 27. September 2018

Wo steckst du, Bernadette? - Maria Semple

Titel: Wo steckst du, Bernadette?
Autorin: Maria Semple
Originaltitel: Where'd you go, Bernadette
Verlag: btb
ISBN: 978-3442748518
Euro: 9,99
Veröffentlichungsdatum: Januar 2015
Seiten: 384
Kein Serientitel
Come in: Tausch









Inhalt

Bernadette Fox, ehemalige Star-Architektin, lebt mit ihrem Mann Elgie (arbeitet bei Microsoft) und ihrer fünzehnjährigen Tochter Bee (ist hochbegabt) in Seattle. Nach einem ereignisreichen Leben ist Bernadette eigen im Umgang mit anderen geworden. Sie besitzt diverse Ängste und vermeidet Kontakt wo es geht. Zu diesem Zweck beauftragt sie auch Manjula, ihre indische Assisstentin, für 0,75 Dollar die Stunde, damit die sich um alle Termine kümmert. Nach einigen neuen Vorkommnissen wird deutlich, wie chaotisch und unselbständig Bernadette wirklich ist - und dann verschwindet sie urplötzlich. Bee sorgt sich sehr und beschließt, ihre Mutter auf eigene Faust zu suchen.


Donnerstag, 19. März 2015

Edward: Wie ich zum Menschen wurde - Roy Lewis

Titel: Edward: Wie ich zum Menschen wurde
Autor: Roy Lewis
Originaltitel: What We Did To Father
Verlag: Unionsverlag
ISBN: 978-3293004665
Euro: 14,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2013
Seiten: 224
Kein Serientitel
Come in: Tausch









Inhalt

Dank Edward und seiner Familie nimmt die Evolution ihren Gang. Vom Baum geht es in eine Höhle, man lernt das Jagen, Höhlenzeichnungen, Fleisch braten, und viele andere auch heute noch nutzbare Errungenschaften. Edward ist nicht dumm, aber alles kann selbst er nicht voraussehen.


Meinung

Im Klappentext wird dieses Buch als das witzigste seit 500.000 Jahren bezeichnet und das von niemand Geringerem als Terry Pratchett. Wirklich witzig fand ich es tatsächlich nicht, unterhaltsam und äußerst lehrreich allerdings schon. Und genau deswegen möchte ich es jedem ans Herz legen.
Edwards Geschichte wird nicht von ihm selbst, sondern einem seiner Söhne erzählt, der nicht immer ganz versteht, was sein Vater da treibt, aber immer an seiner Seite steht. Sogar gegen Onkel Wanja, der zwar den Luxus der Zivilisation genießt (z.B. das vom Vulkan geraubte Feuer), sie aber stets verteufelt und alle zurück in die Bäme zu treiben sucht.
Anthropologisches Vorwissen benötigt es nicht, um das Buch zu verstehen, es schadet allerdings auch nicht. Auf kurzweilige Art werden wir in etwa durch einen dummen Unfall lernen, Fleisch zu braten. Jeder Sohn Edwards hat dabei eine andere Idee: Ein Tier nicht jagen, sondern selbst halten oder Zeichnungen an die Wand malen. Wir rauschen so mit einer Familie durch Jahrhunderte, ohne dass die Mitglieder unsterblich wären.
Das ist allerdings auch ein kleines Manko: Lewis verarbeitet hier athropologische Lehren, die sicher einige Jahre auf dem Buckel hatten, als man sie ihm weitergegeben hat. Nun sind wieder zahlreiche Jahre vergangen und Wissenschaft entwickelt sich weiter. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung zur Evolution und späteren Zivilisation wird leider fast komplett ignoriert und zudem gibt es ein paar spätere Abschnitte von denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie nicht harsch an der rassistischen Grenze verlaufen.
"Edward: Wie ich zum Menschen wurde" ist amüsant, schnell gelesen und vor allem auch sehr lehrreich.


Roy Lewis wurde nach eigener Aussage in »prähistorischer Zeit«, genauer 1913, in Birmingham geboren. Nach einem Studium in Oxford besuchte er die London School of Economics und arbeitete als Anthropologe und Journalist. Mehr als zwanzig Jahre war er als Auslandskorrespondent der Zeitungen The Economist und The Times tätig, unter anderem in Afrika. Später lebte er in London, wo er einen kleinen Lyrikverlag besaß. Roy Lewis starb 1996.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Lasst uns schweigen wie ein Grab - Julie Berry


Titel: Lasst uns schweigen wie ein Grab
Autorin: Julie Berry
Originaltitel: The Scandalous Sisterhood of Prickwillow Place
Verlag: Thienemann Verlag
ISBN: 978-3522201995
Euro: 12,99
Veröffentlichungsdatum: September 2014
Seiten: 288
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag










Inhalt

Ende des neunzehnten Jahrhunderts leben sieben Schülerinnen im Mädcheninternat St. Etheldra. Wie jeden Sonntag haben sie sich mit der Direktorin Mrs. Pracket und deren Bruder zum Diner zusammengesetzt, als diese beiden urplötzlich tot von ihren Stühlen fallen. Nach dem ersten Schreck wird ihnen bewusst, dass man sie trennen wird, wenn das herauskommt - und dass die beiden vergiftet worden sind.
Sie beschließen, die Todesfälle geheim zu halten und das Internat selbst zu führen. Doch das stellt sich als gar nicht so einfach heraus ... vor allem, weil ein Mörder frei herumläuft.



Meinung

Das Buch beginnt noch vor der eigentlichen Geschichte mit der Kurzvorstellung der sieben Mädchencharaktere und deren eigentlichen Namen. Denn später erhalten sie kleine Zusätze, die das Auseinanderhalten vereinfachen sollen. Roberta "Liebenswert", Louise "Pockennarbig" oder Elinor "Düster" machen es tatsächlich leichter, durch das Geschehen zu folgen, es sind aber dennoch sieben verschiedene Charaktere und es empfiehlt sich, stringent dabei zu bleiben, damit es zu keinen Verwechslungen kommt. Die Anfangsvorstellung jedenfalls ist so liebevoll und genau geraten, dass der Einstieg mehr als nur glückt.
Schon nach dem Mord spüren die Mädchen, dass es kompliziert wird, denn es klingelt an der Tür und man wünscht, die Direktorin zu sprechen. Aber auch (heimliche) Verehrer, das Dienstpersonal, die Nachbarn und Bekannte wollen hingehalten werden. Natürlich gelingt es den Mädchen immer im letzten Moment, eine Möglichkeit zu erdenken, es passt ebenfalls, dass eine davon von der Statur her der Direktorin gleicht und verkleidet werden kann.
Von Anfang an geht es sehr direkt zu, die Autorin hat jedes Detail genauestens recherchiert und es gelingt ihr so, bildhaft zu bleiben. Für Thema, Skurilität und Schwarzen Humor sollte man allerdings etwas übrig haben.
Aber so spaßig und interessant der Anfang auch gelungen ist, es wird, je mehr Seiten vorbeifliegen, mitunter auch ein wenig zäh.
Wer mit dem Thema etwas anfangen kann, die viktorianische Zeit mag und individuelle Charaktere liebt, ist mit diesem Buch für junge Leser insgesamt jedoch gut beraten.


http://www.julieberrybooks.com/
Julie Berry hat einen Masterabschluss des Vermont College. Ihre Jugendbücher wurden für verschiedene Auszeichnungen nominiert, standen auf Bestenlisten und erhielten zahlreiche lobende Pressestimmen. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Söhnen in einem Vorort von Boston. Dort arbeitet sie als Marketingleiterin eines Start-up-Unternehmens und ist aktiv an „Desert Books“, einem Verlagszweig der mormonischen Kirche, beteiligt.

Donnerstag, 28. März 2013

Meister der Stimmen - Rachel Aaron


Titel: Meister der Stimmen
Autorin: Rachel Aaron
Originaltitel: The Spirit Thief
Verlag: Knaur
ISBN: 3426512386
Euro: 8,99
Veröffentlichungsdatum: Dezember 2012
Seiten: 352
Serie: Die Legende von Eli Monpress 01
Come in: Kauf







Inhalt

Der Meisterdieb Eli Monpress folgt einem verwegenen Plan - ohne zu ahnen, dass er damit die Geschicke eines ganzen Königreiches verändert wird. Sein Ehrgeiz treibt Eli dazu, der Dieb mit dem höchsten Kopfgeld zu werden, einer Million um genau zu sein; Geld, das sich mehrere Reiche nicht leisten können. Der Plan ist einfach: Er entführt mit seiner besonderen Fähigkeit den König Mellinors, Henrith, und fordert neben einer bescheidenen Summe Bargelds den Rest als Draufschlag auf sein Kopfgeld.
Als die Magierin Miranda in Mellinor eintrifft, ahnt sie von alledem noch nichts. Sie wurde vom Geisterhof ausgeschickt, ein mächtiges Artefakt vor Eli Monpress in Sicherheit zu bringen.
Doch dann kehrt Henriths älterer Bruder Renaud, dem man einst aufgrund seiner magischen Fähigkeiten den Thron entzogen hat, zurück. Obwohl er scheinbar alles tut, um seinen Bruder gesund zurück zu bringen, ist er nicht im Geringsten daran interessiert, den Thron wieder herzugeben.
Miranda und Eli müssen plötzlich zusammenarbeiten, um Mellinor den rechtmäßigen Herrscher zurückzugeben - und die magische Geisterwelt vor einer Katastrophe zu bewahren.


Meinung


Rachel Aaron verrät im Interview, das am Ende des Romans zu finden ist, dass die Idee für den Dieb, der fest enschlossen ist, das höchste Kopfgeld aller Zeiten anzusammeln, eigentlich ein Bekannter der Familie hatte. Und so wie das oft ist, setzte sich dieser Funken in ihr fest, bis sie ihn in der Gestalt des Eli Montpress herausgelassen hat. Trotz des Debüts und der beinahe übersprudelnden Ideen, die oft nur gestreift werden, weil gar nicht genug Platz in nur einem Roman dafür gewesen wäre, liest sich "Meister der Stimmen" wirklich ausgesprochen vergnüglich und zackig weg. Dabei ist es jedoch gar nicht so einfach zu beschreiben, worin der eigentliche Reiz der Geschichte liegt, die trotz allem auch so einige Mankos aufweist.
Eli reißt vieles als Charakter raus, er ist eine Figur, wie sie in dieser Form sicher lange nicht mehr gelesen worden ist. Dabei scheint er nicht nur einem Roman entsprungen, der so auch vor einigen Jahrzehnten veröffentlich worden sein könnte, sondern birgt auch viel Moderne in sich. Dies alles paart sich mit einem rundum gelungen "Magie"system, welches im Grunde darin beruht, dass jedem Gegenstand, jedem Tier, jeder Pflanze ein Geist innewohnt. Schon in der Eingangsszene wird das sehr anschaulich beschrieben, als Eli nämlich die Kerkertür beschwatzt, die garstigen Eisennägel nicht länger festzuhalten und so ihren eigentlichen Zweck aufzugeben. Sehr schön gleich Vieles in nur einer Szene vereint.
Die Magierin Miranda bleibt dahinter ziemlich zurück und etwas gräulich, wird jedoch auch ihre Momente erhalten. Weitere Nebenfiguren, wie der Schwertkämpfer und das Dämonenmädchen, die mit Eli reisen, bieten zusätzliche Anreize. Leider gibt es auch klischeebeladene Figuren, was nicht weiter wild wäre, würde nicht gerade der Antagonist in Form von Henriths bösem Bruder dazugehören.
Zusätzlich muss leider auch gesagt werden, dass die Handlung oft nicht wirklich in die Tiefe geht. Manchmal schien es, dass eine Szene mehrmals bearbeitet wurde, ehe sie passte. Vielleicht wäre es besser gewesen, mehr in den doch sehr überschaubaren Plot (siehe Inhaltsangabe) zu stecken, als in amüsante Szenen.
Insgesamt jedoch sind all diese Dinge sehr leicht zu verzeihen, denn "Meister der Stimmen" bietet beste Unterhaltung und mit den Andeutungen gegen Ende des Romans ist der Griff zur Fortsetzung schon beinahe selbstverständlich.


Die Legende von Eli Monpress:
1. The Spirit Thief (Meister der Stimmen)
2. The Spirit Rebellion (Herr des Windes)
3. The Spirit Eater
4. The Spirit War
5. Spirit's End
Spirit's Oath (Short Story)

http://www.rachelaaron.net/
Rachel Aaron lebt mit ihrer Familie im amerikanischen Bundesstaat Georgia. Von ihrer Reihe rund um den Meisterdieb Eli Monpress sind in den USA sind bisher insgesamt vier Bände erschienen.

Mittwoch, 14. November 2012

(Film) Hotel Transsilvanien (3D)


Titel: Hotel Transsilvanien (3D)
Regisseur: Genndy Tartakovsky
Darsteller/Stimmen: Adam Sandler, Kevin James, Fran Drescher uvm.
Studio: Sony Pictures Home Entertainment
Filmstart: 25. Oktober 2012
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Spieldauer: 91 Minuten









Inhalt

Graf Dracula verliert seine Frau, als seine Tochter Mave noch ein Baby ist. Ängstlich baut er weit abgelegen einen Ort, an dem alle Monster dieser Welt sicher vor den Menschen sein sollen. Neben Frankenstein, der Mumie und dem unsichtbaren Mann gibt es im Freundeskreis ebenfalls eine Werwolffamilie mit unzähligen Kindern. Alle versammeln sich zu Maves 118. Geburtstag, um ein großes Fest zu feiern. Doch Mave hat sich in den Kopf gesetzt in die Welt zu ziehen, was ihren Papa in höchste Aufregung versetzt.
Völlig unerwartet verirrt sich der junge Tourist Jonathan ins Hotel und verliebt sich auf den ersten Blick in Mave. Als Dracula entsetzt den jungen Mann entdeckt, verkleidet er ihn als Monster, um die anderen nicht zu erschrecken, die alle Angst vor Menschen haben. Jonathan gewöhnt sich schnell an die neue Situation und hilft Mave dabei, eine tolle, moderne Party zu planen. Das gefällt Dracula wenig und er versucht, den Störenfried wieder los zu werden. Wenn das nur so einfach wäre ... Dann entdeckt Koch Quasimodo Jonathans Geheimnis und droht damit, das Geheimnis aufzudecken.


Meinung

"Hotel Transilvanien" sollte eigentlich nur ein Lückenfüller für das momentan eher maue Kinofilmangebot sein, hat sich jedoch als sehr unterhaltsamer, lustiger, Kind- wie Erwachsenengerechter Spaßmacher entpuppt.
Wer kann, sollte ihn sich in 3D anschauen, da er dadurch intensiver wirken dürfte, zwar auch durch seine Story überzeugen kann, die Bilder aber noch einmal eine Schippe drauf legen dürften.
Die Geschichte ist schnell erzählt und wirkt zunächst altbekannt wie kitschig, ist jedoch facettenreich und äußerst charmant gelungen. Unter den einzelnen Szenen läuft immer eine Toleranzbotschaft mit - Monster sind eben auch nicht anders als wir. Immer nur spuken und Leute erschrecken ist lahm, viel lieber lässt es sich doch zusammen Spaß haben und einfach auch einmal Urlaub machen. Dracula verspricht mit seinem Hotel genau den richtigen Ort dafür. Denn Menschen mit ihrem Feuer, den spitzen Stöcken und dem Knoblauch sind äußerst gefährlich - vor allem Touristen!
Genau so einer taucht aber nun im Hotel auf. Jonathan ist dabei sicher kein Überheld; nicht besonders in gar nichts. Kein sexy Held, keine Intelligenzbestie, dafür aber umso liebenswerter durch seine Ecken und Kanten, seine Jugendsprache, sein Flair und seine Ausstrahlung.
Mave ist scheinbar eine ganz normale junge Dame, die jedoch noch nicht sonderlich viel von der Welt gesehen hat und überdies niemanden in ihrem Alter zum abhängen hat. Da kommt Jonathan gerade recht - Wassersport und Bingo sind nicht unbedingt die unterhaltsamsten Freizeitangebote für eine 118jährige. Gut, dass Jonathan die Party so ziemlich aufmischt - was schließlich auch Dracula aus sich selbst herauslockt.
Die Macher von "Hotel Transilvanien" haben sich so einige Details am Rande einfallen lassen, die für zusätzliche Atmosphäre sorgen. Nicht zuletzt die Schrumpfköpfe an den Hoteltüren, die jedem, der vorbeigeht, verkünden, was Sache ist.
Ob sich die gesamte Handlung und diverse Anspielungen wirklich schon ab sechs Jahren eignen, sei dahingestellt. Im Kino saßen jedoch einige Kids, die sich - genau wie die Erwachsenen - köstlich amüsiert haben.
Wer Lust auf einen amüsanten, ans Herz gehenden und für die ganze Familie geeigneten Film hat, sollte sich diese liebenswerten Monster nicht entgehen lassen.


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Nacht der lebenden Trekkies - Kevin David Anderson


Titel: Die Nacht der lebenden Trekkies
Autor: Kevin David Anderson
Originaltitel: Night of the Living Trekkies
Verlag: Heyne
ASIN: B005C31J2I
Euro: 7,99
Veröffentlichungsdatum: Juli 2011
Dateigröße: 415 KB (305 Seiten)
Kein Serientitel
Come in: Kauf
Medium: E-Book





Inhalt

In einer geheimen Militäranlage geschieht ein großes Unglück.
Der versehrte Afghanistan-Veteranen Jim Pike arbeitet als Page in einem Hotel. Am Wochenende findet dort ein Star-Trek-Con statt, zu dem tausende Besucher erwartet werden, unter anderem auch seine kleine Schwester.
Schon im Vorfeld kommt es zu merkwürdigen Ereignissen, bei denen Leute davon berichten, gebissen worden zu sein und kurz darauf selbst verschwinden. In Jim keimt ein schlimmer Verdacht, der sich schneller bewahrheitet, als ihm lieb sein kann. Zu Zombies mutierte Menschen, meist in Trekkie-Verkleidungen sind hinter allem Lebenden her. Jim muss sich etwas einfallen lassen, um die wenigen Überlebenden zu retten.

Meinung

Es macht sicherlich Sinn, sich im Star-Trek-Universum auszukennen, wenn beabsichtigt wird, dieses Buch zu lesen. Wer also nicht nur weiß, warum der Held "Jim" heißt, sondern auch dessen Nachnamen "Pike" zuordnen kann, ist genau richtig.
Die Handlung ist leider weitgehend sehr vorhersehbar und könnte hier und da zu Déjà-Vu-Erlebnissen führen, die zahlreichen Seitenhiebe und Anspielungen zu Serie und Fans wissen das Geschehen aber aufzuwerten. Leider bleibt der grundlegende Humor eher in den Kinderschuhen stecken, mehr als eine Handvoll Gags gibt es nicht. Dafür wurden aber mannigfaltig viele Klischees verwendet, die einem Herzblutfan vielleicht doch manchmal sauer aufstoßen könnten.
In diesen engen Bahnen verbleiben dann auch die Charaktere, die zwar sympathisch sind, aber manchmal etwas zu stoisch in den ihnen zugedachten Rollen agieren.
Die einzelnen Kapitel wurden mit englischsprachigen Sätzen übertitelt, die einem Originaltitel einer Episode aus der Star-Trek-Fernsehserie entspricht. Nicht ohne Grund, denn der Autor hat tatsächlich weitreichende, fundierte Kenntnisse über die Serie, was auf jeden Fall positiv anzumerken ist.
Die Zombies tun mehrheitlich nicht wirklich Spektakuläres, kabbern gern an anderen herum, lassen sich leicht abschlachten (gern auch mit Bat'leth) und fallen aus hoch gelegenen Bürofenstern, wenn sie Lebenden ansichtig werden. Wie genau der Mensch zum Zombie mutiert ist auf jeden Fall unangenehm und abschleulich genug geschildert, so dass diese Komponente zufriedenstellt. Selbstredend gibt es ein Happy-End.
"Die Nacht der lebenden Trekkies" ist sicher kein total ausgefallener, imposanter Roman, der lange im Gedächtnis bleibt, er liest sich aber hintereinander zackig weg, ist an den richtigen Stellen amüsant und verschafft kurzweilige Unterhaltung.


http://www.kevindavidanderson.com/
Anderson wurde in Indiana geboren, schreibt aber nun in Süd-Kalifornien. 2008 wurde er der erste Amerikaner, der im südafrikanischen Magazin "Something Wicked" veröffentlicht wurde.
Anderson hat einen BA in Mass Communication und arneitet momentan an einem Jugendbuch.Er ist ein aktives Mitglied der Science Fiction & Fantasy Writers of America und der Horror Writers Association.


Sonntag, 24. Januar 2010

Fledermausland - Oliver Dierssen ♥♥♥(♥)

Sebastian Schätz lebt in Hannover. Er jobbt in einem Asiamarkt und ist in die hübsche Kim verliebt, die ihn etwas auf Abstand hält.
Als er eines Tages eine Fledermaus in seinem Schlafzimmer entdeckt und versucht, sie - nicht gerade sehr rühmlich - zu vertreiben, ändert sich sein Leben radikal.
Plötzlich öffnet sich ihm eine neue Welt. Denn es gibt sie wirklich, die Gestalten und Wesen diverser Märchen und Sagen. Und sie haben nichts besseres zu tun, als ihm seine Kim abspenstig zu machen.
Das kann er sich natürlich nicht gefallen lassen, zumal er wirklich in die junge Frau verliebt ist, und gerät so von einer absurden Situation in die nächste.
Vampire mit leichten Depressionen, ein Domowoj, der in seinem Spülschrank lebt und gern Leichen anknabbert und ein Bhael, der plötzlich Jagd auf ihn macht, sind nur die Spitze des Eisbergs.
Als Sebastian merkt, dass sich der Domowoj ebenfalls in Kim verliebt hat und sie ihm abspenstig machen will, ist bald nicht mehr so ganz klar, wer hier Jäger und wer Gejagter ist.

Einen Erfahrungsbericht von einem Jurymitglied habe ich hier gefunden. Darin wird auch "Fledermausland" erwähnt. Offenbar hat Oliver Dierssen an einem (Schreib-)Seminar teilgenommen, den eine(s) der Jurymitglieder gegeben hat. Nach Rücksprache mit dem Verlag, vertraute man auf ihre Objektivität und daher ging sie besonders streng mit dem Manuskript um.
Er selbst sagt am Ende des Buches, dass die Geschichte entstand, als bei einem Freund eine Fledermaus im Schlafzimmer ...
So kann es manchmal gehen.
Ich selbst habe lange mit mir gerungen, ob ich dem Roman 4 oder 3,5 Punkte geben soll und mich dann für letzteres entschieden.
Die Idee, auf der "Fledermausland" beruht, gefällt mir sehr. Die Handlung spielt in einer deutschen Stadt - ob in Hannover oder Berlin ist doch eigentlich egal, Herr Dierssen oder? - und umfasst in den wesentlichen Punkten die Urban Fantasy.
Toll daran ist, dass wir hier nicht nur mit altbekannten Wesen konfrontiert werden, sondern Dierssen sich auch an unwestlichen Mythen vergreift.
Ebenfalls absolut gelungen die witzigen Stellen. Mir sind so etwa vier aufgefallen, aber an denen habe ich wirklich grandios gelacht.

Wenn Herr Dierssen die Phantasiegestalten weggelassen und sie durch Polizei oder Mafia ersetzt hätte, gäbe das einen stinklangweiligen Roman. Und so zieht sich leider auch sehr viel an der Handlung. Da hätten, gerade im letzten Drittel, einige Passagen ganz gestrichen werden können ohne, dass es das Geschehen irgendwie beeinflusst hätte. Irgendwann habe ich nur den Anfang einer Seite und deren Ende gelesen und nichts verpasst. Mit dem Showdown in Sebastians Leben habe ich nicht gerechnet, aber so wirklich kam der nicht mehr bei mir an.
Die meisten Figuren sind sympathisch gelungen, allen voran Sebastian, der ein wenig naiv, aber sehr tapfer von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Kim ist mir etwas blass gewesen, außer, dass sie hübsch und geheimnisvoll ist, könnte ich nicht viel über sie sagen (ohne zu viel zu verraten). Dabei ist sie doch die Motivation für Sebastians Streben. Ein bisschen schade dabei das Ende, bei dem sehr durchsichtig wird, dass es nur die eine Sache ist, die er von ihr will. Hätte er das nicht auch anderswo bekommen?
Klischee muss in so einem Roman sein, ganz klar. Schön, dass es sich in Grenzen gehalten hat und nicht allzu ausufernd geworden ist.

Alles in allem habe ich mich durchaus unterhalten gefühlt, war aber dennoch froh, als es vorbei war. Idee und Slapstick waren sehr gut, aber leider durch viel langgezogenen Text unterbrochen. 



Mittwoch, 18. November 2009

(DVD) Gilmore Girls - Season 1




Session 1
Die Serie spielt in der beschaulichen, amerikanischen Kleinstadt Stars Hollow, die Jazz später mit „Ich bin in der Hölle“ titulieren wird. Aber er ist schließlich auch Großstädter (immerhin New York).
Die Menschen, die hier leben, erfüllen auf den ersten Blick so ungefähr jedes Klischee, das man sich vorstellen kann. Sieht man aber hinter so manche Fassade, tun sich weite, freie und interessante (Lebens-) Bilder auf, die man mit einem Blick meist gar nicht recht erfassen kann.
Hauptpersonen sind ein Mutter-Tochter-Gespann. Das besondere daran ist, einmal das Alter der beiden und andererseits auch ihr Verhältnis zueinander.
So hat Lorelai ihre Tochter einst im jungen Alter von 16 Jahren geboren und mindestens 15 davon allein aufgezogen. Sie stammt aus einem sehr strengen, vorgefertigtem und auch reichem Elternhaus, das nie so wirklich zu ihr gepasst hat. Die Eltern konnten sich nie so recht damit abfinden, was ihrer Tochter passiert ist und mach(t)en sich nicht einmal die Mühe, ihre Tochter auch nur ansatzweise zu verstehen. Das hat Lorelai sicherlich geprägt.
Aber sie ist keine graue, stille Maus, sondern modern, flippig und schlagfertig.


Für alles scheint sie die passende Antwort zu haben und ihrem Charme können sich nur wenige entziehen. Sie hat ihr Leben allein gemeistert und auch das beste Umfeld für ihre Tochter geschaffen.
Rory, die eigentlich Lorelai nach ihrer Mutter heißt, weil diese sich in den Kopf gesetzt hat, wenn Männer ihre Söhne nach sich benennen können, kann sie auch ihre Tochter nach sich benennen. Rory also, ist nun selbst 16, hat aber keinen Grund gegen ihr Elternhaus zu rebellieren. Sie wäre auch gar nicht der Typ Charakter dazu. Sie ist eher strebsam, fleißig und vernünftig, bildet daher auch eine Art Gegenpol zu ihrer Mutter. Nicht, dass diese faul ist, im Gegenteil, sie leitet ein Hotel und macht auf der Abendschule ihren Wirtschaftsabschluss nach, um einmal selbst ein Hotel zu besitzen.
Rory träumt davon, eines Tages auf die berühmte Havard Universität zu gehen und lernt daher sehr viel. Trotzdem ist sie nicht unbedingt der typische Strebertyp, sondern lässt sich noch sehr viel Raum für die Freizeit (wofür allerdings auch ihre Mutter sorgt).
Da wäre zum einen ihre beste Freundin Lane, die gebührtige Koreanerin ist und eine sehr strenge, christliche Mutter besitzt, was zu mancher Situationskomik führt. (Das Krümelmonster aus der Sesamstraße verkörpert eine der sieben Todsünden. Die Völlerei.)
Dann natürlich Dean, ihr erster fester Freund. Einige Veranstaltungen, das tägliche Essen im Luke´s und nicht zu vergessen ihre geliebten Bücher.
Ich glaube, mit Rory können sich weit mehr Mädchen identifizieren, als man das auf den ersten Blick denkt, wenn man das so hört.
Zwischen den beiden Protagonistinnen steht nicht zuerst das Mutter-Tochter-verhältnis im Vordergrund, sondern eine sehr freundschaftliche Beziehung.
Obwohl sie groß und schlank sind, können sie alles essen, was sie wollen ohne zuzunehmen. Davon machen sie nun auch reichlich Gebrauch. Kaffee und Hamburger und der Tag ist gerettet. Obwohl Lukes Kirschkuchen auch nicht zu verachten ist.
Rory geht zunächst auf eine öffentliche Schule in Stars Hollow, bekommt dann aber – mit einem Einser Durchschnitt – die Möglichkeit auf die sehr exklusive Privatschule Chilton zu gehen. Das stellt ihre Mutter (die übrigens selbst auf dieser Schule gewesen ist) vor ein kleines Problem, denn Chilton ist nicht nur exklusiv, sondern auch teuer. Also ist sie gezwungen, bei ihren Eltern Emily und Richard vorzusprechen und sie um Geld zu bitten. Dies erfüllen die ihrer Tochter gern, doch stellt Emily eine Forderung. Lorelai hat schon mit so etwas gerechnet, schließlich kennt sie ihre Mutter und lässt sich nicht ohne Grund nur Weihnachten bei ihr sehen, aber selbst an so etwas hätte sie nie im Traum gedacht. Jeden Freitag, pünktlich um sieben Uhr, haben sie und Rory nun bei den Großeltern aufzutauchen und mit ihnen zu essen.
Lorelai sieht darin nur einen von Emilys Schachzügen, mit denen sie versucht, sich einzumischen und zu kontrollieren. Aber es wird bald klar, zumindest dem Zuschauer, dass Emily ihr einziges Kind einfach vermisst und auch gern Anteil am Leben ihrer Enkelin hätte. Die Freitagabende laufen selten ohne Zwischenfall ab, denn irgendwie scheint Emily stets schon vorher über alles informiert zu sein und bewertet alles nach ihren eigenen Maßstäben.
Rorys erster Schultag wird ein wahres Desaster und sie schafft sich unabsichtlich die ersten Feinde. Paris Gellar wird zu ihrer schärfsten Konkurrentin und stellt Rorys Geduld manches Mal auf die Probe. Dann ist da auch noch Tristan, der ihr hinterherläuft und sich ganz offensichtlich in sie verliebt hat. Aber Rory hat doch Dean und mag Tristan obendrein noch nicht einmal. Paris mag ihn und verzeiht Rory nicht, dass er Interesse an ihr zeigt.
Auf Anregung ihrer Großmutter geht Rory gemeinsam mit ihrem Großvater in den Golfclub und dort lernen sie sich erst einmal so richtig kennen. Und stellen fest, dass sie einiges verbindet. Ab da machen ihr die Freitagabende eigentlich nicht mehr so viel aus, auch wenn ihr Großvater beruflich viel auf Reisen ist.
Und es geht spannend weiter.



Am besten gefällt mir nicht einmal unbedingt das Mutter-Tochter-Verhältnis. Ganz ehrlich: Ich habe lieber eine Mutter als Mutter, als eine Freundin.
Was mir gefällt, ist das ganze Umfeld. Selbst wenn eine Figur nur selten auftaucht, ist sie doch komplett und liebevoll gestaltet und auch dargestellt worden. Man erfährt auch über noch so unwichtige Personen Details über ihre Vergangenheit und über ihr Leben, was sie dem Zuschauer unheimlich näher bringen.
Die Serie ist irgendwie leicht und spritzig und absolut etwas zum abschalten. Es gibt viel Witz, ohne aufdringlich zu werden. Mit der Lebenssituation der Menschen können sich sicherlich viele Zuschauer identifizieren, Rory hat alltägliche Teenagerprobleme und Lorelai die einer 32 Jährigen alleinerziehenden Mutter, deren eigene Mutter ihr dazwischen funkt, deren beste Freundin etwas verrückt ist, mit einigen (seltsamen) Verehrern und ihrem eigenen Herzen klar kommen muss und deren größte Sorge immer das Wohlergehen ihrer Tochter ist.
Ein bisschen unschön finde ich die sich durch die ganzen Folgen ziehenden Deutschen- und Nazibemerkungen und das ein oder andere Mal auch von bestimmten anderen Menschenschlägen, aber irgendwie kriegen die Schreiberlinge doch immer noch die Kurve.
Es ist sicherlich nichts zum groß darüber nachdenken, soll keine Missstände in der Gesellschaft aufzeigen oder gar ändern, sondern einfach nur unterhalten. Und genau das ist zu mehr als hundert Prozent erreicht worden. Unterhaltung pur!



Samstag, 31. Oktober 2009

Charleston Girl - Sophie Kinsella ♥♥♥♥♥



Die Autorin
Sophie Kinsella ist Schriftstellerin und ehemalige Wirtschaftsjournalistin. Ihre Schnäppchenjägerin-Romane um die liebenswerte Chaotin Rebecca Bloomwood, von denen mittlerweile fünf vorliegen, werden von einem Millionenpublikum verschlungen. Die Verfilmung ihres Bestsellers »Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin« mit Isla Fisher in der Hauptrolle wurde zum internationalen Kinohit. Die Bestsellerlisten eroberte Sophie Kinsella auch mit ihren Romanen »Sag’s nicht weiter, Liebling«, »Göttin in Gummistiefeln« und »Kennen wir uns nicht?« im Sturm. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire.

 

Die Grundidee der Handlung
Lara Lington wurde verlassen und trauert ihrem Ex Josh Barret nach. Dann lässt ihre ehemals beste Freundin sie auch noch hängen und sie muss das gemeinsame Geschäft allein führen. Von all dem dürfen ihre Eltern nichts erfahren, weshalb sie sich nicht bei denen blicken lässt.
Just in diesem Zeitraum stirbt ihre Großtante Sadie Lancaster. Obwohl sie über einhundert Jahre alt gewesen ist, weiß so gut wie niemand etwas über sie - was die Beerdigung zu einem Desaster macht. Und dann taucht auch noch der Geist der jungen Sadie aus den 20er Jahren auf, den aber nur Lara sehen und hören kann.
Sadie sucht ihre Libellenkette und weigert sich in die Ewigkeit einzugehen, ohne diese wiedergefunden zu haben. Lara soll ihr dabei helfen. Gar nicht so einfach, wenn man sich fragen muss, ob man verrückt geworden ist.
Doch Sadie will noch mehr: wieder jung sein, sich noch einmal verlieben und vor allem tanzen: den Charleston. Da sie als Geist das nicht mehr ausleben kann, muss Lara herhalten. Doch statt ihrer Großnichte dabei zu helfen, Josh wiederzubekommen, sucht sie einen neuen Mann für sie: Ed Harrison, einem zunächst kalten, förmlichen Geschäftsmann.
Zwar kommen Lara und er sich tatsächlich näher - sehr zum Unmut von Sadie, denn schließlich hat sie ihn für sich selbst ausgesucht - doch spukt Josh einfach noch zu viel in Laras Kopf herum. Dann wird das Chaos perfekt, als Lara die Kette findet und einen Riesenbetrug aufdeckt und auch ihre Ex-Freundin wieder auftaucht und das Ruder an sich reißen will.
Und sie ganz nebenbei merkt, dass sich ein neuer Mann in ihr Leben und ihr Herz schummeln will ...

Stil und Sprache
Sophie Kinsella schafft es immer aus einer zunächst hanebüchenen Geschichte eine großartige und vor allem glaubhafte Unterhaltungsstory zu zaubern.
Ihre Sprache ist klar und direkt, der Moderne genauso angepasst wie der Historie der 20er. Dabei übertreibt sie es keineswegs.
Salopp und fetzig wird die Handlung auch sprachlich vorangetrieben, ruht in sich bis sie rasant an Fahrt aufnimmt, um gleich darauf vor Emotionen nur so zu sprühen.
Kein Wort scheint zu viel und keines zu wenig, wenngleich nicht viele Leser darauf achten werden.

Figuren
Lara ist eine junge Frau Mitte zwanzig, die taff ihren Weg geht. Leider muss sie dabei gehörig gegen den Strom schwimmen und dabei auch noch schweren Baumstämmen und bissigen Krokodilen ausweichen.
Wie immer ist die Hauptfigur sehr gelungen; zum identifizieren und Spaß haben wie geschaffen.
Sadie, die nur wenig jünger ist dagegen gewinnt erst im Laufe der Geschichte an Symphatie. Zunächst scheint sie nur auf den eigenen Vorteil bedacht, ohne Rücksicht auf andere und deren Gefühle zu nehmen. Doch sobald klar wird, wie und warum sie ihr Leben gelebt hat, schließt man sie mehr und mehr ins Herz.
Josh ist eigentlich schon Legende, denn er ist der Ex und alle haben es kapiert nur eine nicht: Lara. Und je mehr alle gegen ihn reden, desto mehr will sie ihn. Die kleinen Erinnerungen und Anekdoten lassen auch den Leser schnell klar werden, dass er nicht zu ihr und sie nicht zu ihm passt.
Ed ist ein Held, wie er im Buche steht, so muss ein Mann sein. Kinsella schafft es erneut bravorös seine Emotionen und Gefühle in seiner Gestik lebendig werden zu lassen. Oft so sehr, dass man ihn selbst an sich reißen und mit einem (langen) Kuss trösten möchte.
Jede Figur ist ein Individuum und auf ihre ganz eigene Art lebendig!

Aufmachung
Das Buch ist sehr dick, liest sich aber enorm fix weg. Die in diesem Jahr sehr trendige Farbe lila und die beiden Frauen auf dem Cover ziehen sofort die Blicke auf sich. Wer mag nicht die zwanziger Jahre?
Natürlich ist der Autorenname genauso groß wie der Titel, was nur bei wenigen Autoren funktioniert; Sophie Kinsella gehört dazu, denn ihre Fangemeinde ist mittlerweile riesig.
Softcover und der klare Schriftgrad sind geschaffen für eine grüne Wiese im Freien, ebenso wie für das heimische Sofa.

Fazit
Kinsella wie sie leibt und lebt.
Aus einer zunächst hanebüchenen Geschichte wird eine eine großartige und vor allem glaubhafte Unterhaltungsstory gezaubert. Klar in Sprache und Stil, witzig, peppig, fetzig und mit einem großen Anteil der hervorragend recherchierten 20er Jahre, Unterhaltung pur.
Diesmal mit einer gehörigen Prise Emotion, die allerdings so sehr ans Herz geht, dass auch Happy End verwöhnte Leserinnen auf ihre Kosten kommen werden und sich nicht abschrecken lassen sollten.


Freitag, 23. Oktober 2009

Angebissen - Martina Paura ♥



Die Bibelgeschichte um Adam und Eva einmal völlig anders: Gott schafft Adam und setzt ihn ins Paradies mit der Aufgabe, den Wesen dort einen Namen zu verpassen. "Der große Rumrotz" wie Adam sich selbst tauft, ist dabei aber nicht besonders helle und so kommt manch seltsame Bezeichnung dabei heraus.
Gott aber ist zufrieden, denn er wollte ein Wesen, das vor allem eines tut: widersprechen - anders als seine zahlreichen Erzengel.
Gleichzeitig gibt es auch noch Eva, die von Gabriel unterwiesen wird und sich wesentlich klüger anstellt. Doch sie verliebt sich in den gutaussehenden Engel, obwohl es keine Zukunft für sie geben kann.
Schließlich werden Adam und Eva zusammengeführt und sich selbst überlassen. Sie sollen die Welt bevölkern und den gefallenen Engel Luzifer zurück in Gottes Schoß führen. Aber die beiden mögen sich nicht. Adam gibt Eva den Namen "Ritzi" und sie dekoriert den Wald nach ihren Bedürfnissen. Dann naht Luzifer in Gestalt der Schlange und setzt Eva Lügen ins Ohr. Trotz ihrer Abneigung gegen Adam ist sie tief getroffen, als sie von Lilith erfährt ...

Was soll ich dazu sagen?
In der Idee macht es wirklich viel her, aber die Umsetzung ist so massiv missglückt, dass ich schon gar kein Wort dafür finden kann. Adam ist ein dämlicher Idiot, der sich nur mit Fäkalausdrücken und Niveaulosigkeiten mitteilen kann. (Er sagt eines Tages zu Gott: "Hör auf zu lachen, sonst geh ich kacken.")
Eva ist sympathischer dargestellt, es hat sich mir aber bis zum Ende nicht erschlossen, warum um alles in der Welt sie diesen Kerl erträgt und letztendlich sogar um ihn kämpft. Die Handlung dreht sich irgendwie nur um sich selbst und während Adam dusslige Namen verteilt, versucht Eva aus einigen schweren Steinen und etwas Moos eine Art Wohnzimmeratmosphäre zu erschaffen. Die beiden kommen sich nur langsam näher und nicht nur die Engel fragen sich irgendwann, ob es mit den beiden auch mal weitergeht. Erst als die Schlange auftaucht scheint es interessanter zu werden. Weit gefehlt! Sie lassen sich überreden mit zum Baum zu schlendern - wie es weitergeht, dürften alle wissen. Gähn.
Es sind durchaus einige witzige Dialoge enthalten, aber sie vermögen es nicht, das Buch aufzuwerten. Cover und Klappentext täuschen über eine minderwertige Geschichte hinweg, von der ich wirklich nur abraten kann.