Sonntag, 30. Dezember 2018

Der literarische Rückblick 2018



 Im Jahr 2012:

  • habe ich aufgehört Listen anzufertigen, z.B. wie viele Seiten in wie wenig Zeit ich gelesen habe
  • an keinen Challenges teilgenommen
  • outer mainstream gelesen (viele dicke Bücher, ältere Titel, etc.)
  • bedauerte ich, wie kurz viele Blogbeiträge in Blogs wurden („SMS-Rezension“)
  • wollte ich mehr E-Books lesen
  • und mich weniger von Covern leiten lassen
  • mehr Englisch lesen


  • habe ich mich an 2012 gehalten, insgesamt weniger, aber besser gelesen
  • habe ich leider nicht mehr Englisch gelesen
  • thematisierte ich zunehmend das „prall gefüllte Postfach“ und die starke Beeinflussung von Bloggern, insbesondere auch, wie dies mein eigenes Leseverhalten verändern könnte
  • dachte ich über deutsche Autoren und deren Reaktion auf Rezensionen nach und las danach keine mehr
  • machte ich mir über das Geschlecht des Autors Gedanken


  • fragte ich mich, ob ich noch ein „typischer Blogger“ bin
  • veränderte mein Privatleben mein Lesen, was auch mein Bloggen veränderte
  • dachte ich intensiv über REs nach
  • habe ich jede Menge toller Titel gelesen, die entgegen dem Jahresvorsatz doch mehr aus weiblicher Feder stammten
  • sortierte ich erstmals eine größere Menge Bücher aus


  • habe ich ein Jahr übersprungen
  • wusste ich mit dem Blog nicht wohin, änderte das Design und war insgesamt sehr unentschlossen
  • besann ich mich darauf, dass ich Textarbeiter UND Blogger sein kann
  • habe ich vermehrt über das Frauenbild in Romanen, besonders im Jugendbuch, nachgedacht
  • waren Malbücher für Erwachsene interessant
  • thematisierte ich das Geschäft rund um Bücher aus mehreren Perspektiven
  • las ich keine E-Books mehr
  • nahm ich mir vor, unabhängig zu bleiben, aktiver zu werden, mehr Filme zu besprechen


  • sortierte ich sehr großflächig aus, nicht nur, aber vor allem Bücher – dabei ging es nicht darum, auf der Minimalismus-Welle zu reiten, sondern um die Schaffung einer Grundordnung (und Platz)
  • nahm ich mir vor, nur noch einziehen zu lassen, was ich zeitnah lesen kann
  • hatte ich erstmals ein Instagram-Konto (und resümierte viel darüber)
  • habe ich vermehrt SF gelesen
  • machte ich mir Gedanken, wie sich die Buch- und Lesewelt gerade verändert und wir uns mit ihr


Im Jahr 2018:
versuchte ich zunächst, in die für mich inzwischen wieder völlig neue Bloggerwelt einzutauchen und wieder in ihr Fuß zu fassen. Sie hat sich seit Januar 2009, als ich begann (ich werde also zehn demnächst) stark verändert und zudem ist nach meinem Gefühl eine neue Blogger-Generation herangewachsen, die ganz anders mit der Gesamtsituation umgeht, schon allein, weil sie viele Dinge als Gegeben kennengelernt hat und nicht mehr hinterfragt. Ich habe viel darüber nachdenken müssen, was das für mich bedeutet und dann entschieden, dass ich das Spiel nicht mitspielen möchte.
Zwischen all der „Professionalität“ haben wir das Bloggen, also das Schreiben von Beiträgen – gern auch kritisch und hinterfragend – irgendwie aus den Augen verloren. Selbst geplant kritische Beiträge sind so angelegt, dass sie ganz sicher niemandem auf die Füße treten. Und wie ein Buch überhaupt entsteht, wissen viele nicht und wollen es auch nicht erfahren. Jene, die es wissen (müssten), halten sich gekonnt heraus. Das ist natürlich die Sache jedes Einzelnen, wenn man aber darüber nachdenkt, wie viele REs täglich an Blogger gehen (die ja trotzdem bezahlt werden müssen) oder welche Massen an Büchern, die ein Normalleser gar nicht bewältigen kann, gebraucht gekauft werden (damit weder Handel noch Verlag verdienen) oder wie viele Bücher oft ungelesen wieder ausziehen, kann einem schon mulmig werden. Dazu Blogger, die sich durch E-Mails belästigt fühlen, in denen von Neuerscheinungen berichtet wird oder in denen man ihnen ein Buch zum (kostenlosen) Lesen anbieten möchte und die dann – selbstredend meist nur bei Kleinverlagen – sogar mit ihrem Anwalt drohen, obwohl es eine kurze Mail auch tun würde. Ich war bereits 2015 der Meinung, dass der Marktdabei ist, in sich zu implodieren und ich fürchte, daran hat sich nichts geändert.
Das sind natürlich nicht die einzigen Gründe, aber das würde hier zu weit führen. Fakt ist, dass ich mir weniger Snobismus und dafür mehr Offenheit von Seiten der Blogger wünschen würde. Aber da rede ich schon seit Jahren …
In 2018 jedenfalls habe ich erst versucht, mich an das momentan Gängige zu halten und dann schließlich keine Lust mehr darauf gehabt. Nachdem ich die anderen Rückblicke gelesen habe, möchte ich mich schlicht den Resümees anschließen. Einfach machen und nicht so viel darüber nachdenken. In einem Buchblog auf Bücher/Buchbesprechungen zu verzichten, macht für mich keinen Sinn, darum stellen diese auch zukünftig den Hauptteil des Inhaltes. Seitenzählen, Listen oder Challenges brauche ich nach wie vor nicht. Mehr Englisch werde ich vermutlich nicht lesen. Ich mache Bücherfotos, aber es gibt nur einen Beitrag in der Woche in meinem Instagram-Konto, der Mehraufwand lohnt sonst nicht. Auch werden die Fotos so schlicht bleiben wie sie sind.

Was die Genres anbelangt, die ich zukünftig lesen möchte, lasse ich mich überraschen. Nach einigen Enttäuschungen bin ich über den Tellerrand hinausgegangen und lese und bespreche im Blog nicht mehr nur Phantastik, sondern auch anderes, das es geschafft hat, mich für sich einzunehmen. Als ich damit vor einigen Monaten begann, wurde mir klar, wie wichtig das Lesen, aber vor allem das Lesen von „richtiger“ Literatur eigentlich ist. Damit meine ich durchaus auch belletristische Werke, aber die meisten Bücher werden schon seit einer Weile oft nach Schema F angefertigt und müssen dann in kurzer Zeit fertig werden, weil es sich sonst nicht rentiert. Das geht auf ganzer Linie auf Kosten der Qualität, besonders auch was die schöne, reiche Sprache anbelangt, derer wir uns bedienen.
Das hat auch dazu geführt, dass ich wieder vermehrt zu älteren Titeln gegriffen habe und sicher weiter greifen werde.

Eine kleine Privatchallenge (ups, also doch eine oder eher etwas, das ich mir vornehmen möchte) wird vorsehen, dass ich alle Werke von und zu Tolkien lese. Das begann eher zufällig, als ich entschied, „Der kleine Hobbit“ zu lesen, bevor ich die Verfilmung(en) ansehen wollte. Dem schloss sich „Der Herr der Ringe“ an (bzw. ich bin noch dran). Warum ich den nie gelesen habe? Weil damals gerade die Filme ins Kino kamen und ich diese angeschaut habe. Und danach dachte ich, ich bräuchte die Bücher (erst mal) nicht lesen. Ein Fehler, klar, aber dass ich die Bücher (grün, im Schuber) so viele Jahre behalten habe, sagt auch einiges. Lieber spät als nie.

Ich möchte auch weiterhin nicht so viele Bücher einziehen lassen, wenn ich nicht garantieren kann, dass ich sie nicht in angemessener Zeit lesen werde. Das hat 2018 relativ gut funktioniert. Jedenfalls bis Jahresende, wo es einen Adventskalender in der Tauschbörse meines Vertrauens gab und jeder Tausch ein Los für den Gewinn war. Zudem kamen auch einige interessante Bücher rein.
Im Vergleich zu den Vorjahren kann sich aber folgende kleine Liste der Bücher, die ich noch nicht gelesen habe (alle anderen nämlich schon), sehen lassen. Da mich die Neuerscheinungen 2019 nicht ganz begeistern konnten, werden diese Bücher mich hoffentlich zu trösten wissen.

Februar
·         Die Stunde des Assassinen - R.J. Barker (T)

Mai
·         Die Optimierer - Theresa Hannig (T)

Juni
·         Das Lied der Krähen - Leigh Bardugo (T)
·         Blutwerk (Chroniken des Wahns 01) - Michael R. Fletcher (T)
·         Der Sommerdrache (Die ewigen Gezeiten 01) - Todd Lockwood (T)

Juli
·         Macht - Die Getreuen und die Gefallenen 01 - John Gwynne (T)
·         Das Gold der Narren (Dragon Lord 01) - Jon Hollins (K, ME)
·         The Shape of Water - Guillermo del Toro, Daniel Kraus (T)

August
·         Der Circle - Dave Eggers (T)
·         Die Rückkehr der Kriegerin (Feuerjäger 01) - Susanne Pavlovic (T)

September
·         Im Turm - Josiah Bancroft (T)
·         Starfire-Imperium - Spencer Ellsworth (T)
·         Alif der Unsichtbare - G. Willow Wilson (T)
·         Wächter und Wölfe - Das Ende des Friedens - Anna Stephens (K, ME)

November
·         Zerrissene Erde - N.K. Jemisin (T)
·         Wandernde Himmel - Hao Jingfang (T)

Dezember
·         Windjäger - Jim Butcher (T)
·         Krieg der Affen - Richard Kurti (T)
·         Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt - Jaroslav Kalfar (T)
·         Baum und Blatt - J.R.R.Tolkien (T)
·         Schöne neue Welt - Aldous Huxley (T)
·         Das Labyrinth von London - Benedict Jacka (T)

Das Februar-Buch sollte eigentlich ungelesen wieder ausziehen, weil die Meinungen offenbar weit auseinandergehen, aber dann wurde es hier als Jahreshighlight genannt und darf bleiben.
Für das Mai-Buch scheint es demnächst eine Fortsetzung zu geben. Da ich bisher annahm, es handle sich um einen Einzeltitel, ist es gut möglich, dass ich es ungelesen wieder abgebe.
Leigh Bardugo reizt mich nach inzwischen zwei Werken wenig. Aber von diesem Werk in oberer Liste schwärmen die meisten Leser. Allerdings kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie sich so verbessert haben soll bzw. auch ihr Frauenbild überdacht.
Der Rest steht schon eine Weile unter Beobachtung und ich lese in jedem Fall mal rein.

Insgesamt war ich mit den gelesenen Büchern 2018 zufrieden, wenn ich trotzdem auch danebengegriffen habe. Die Highlights sind nicht als überragende Werke zu verstehen, sondern als solche, nach deren Lektüre ich schlicht sehr zufrieden war und jede Menge tolle Lesezeit verbringen konnte. Sie sind nach Erscheinungsdatum im Blog geordnet.

Lese-Highlight:

Enttäuschend:

Erwähnenswert, weil ebenfalls gerne gelesen:

Ich wollte 2017 im Folgejahr gern mehr Beiträge abseits von Rezensionen schreiben. Das hat nur bedingt funktioniert, aber immerhin. Unter dem Label „Buchgedanken“ sind sie zu finden.
Am seltsamsten dabei für mich immer noch, wie wenige Blogger sich für die Veranstaltungen auf der Buchmesse von Bloggern zum Bloggen interessieren. Oder kommt das noch?

In 2016 wollte ich wieder vermehrt aktiv sein. Was mindestens zwei Beiträge die Woche bedeuten soll. Ob ich bei drei oder zwei ankomme, wird die Zeit zeigen müssen. Manchmal hat man etwas zu erzählen, manchmal nicht.
Filme werden nach wie vor dabei sein, aber das ist immer noch ein Buchblog.

In 2014 wollte ich interessante, schöne, spannende, intensive, einfach gute Geschichten entdecken. Egal wie sie äußerlich aussehen, egal wer sie geschrieben hat, egal welcher Verlag sie herausgibt, egal welcher Region/welcher Religion sie angehören, egal wie alt sie sind, egal in welches Genre sie sich einordnen lassen. Eigentlich wollte ich weniger lesen, dabei aber intensiver. Nicht einfach lesen - egal was. Sondern lesen.
Dieses Fazit und dieser Vorsatz gefällt mir noch immer am besten und ich denke, den suche ich mir für 2019 heraus und versuche mich daran.

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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