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Dienstag, 17. September 2024

Skye In Our Hearts: April on my Mind - Elliot Fletcher

 

Die Schauspielerin April Sinclair kehrt in das Haus ihres Großvaters auf der Insel Skye in Schottland zurück. Dort trifft sie ihren Jugendschwarm, den wortkargen Mal. Beide versuchen, die Whiskeybrennerei zum Laufen zu bringen. Alte Gefühle flammen auf.

 

 


Titel: Skye In Our Hearts: April on my Mind
Autorin: Elliot Fletcher
Originaltitel: Whisky Business
Verlag: HarperCollins
ISBN: ‎978-3365008409
Euro: 14,00
Veröffentlichungsdatum: August 2024
Seiten: 432
Serie: vermutlich ja
Come in: vorablesen

 

 

 

Inhalt
April Sinclair hat eine großartige Karriere als Schauspielerin hinter sich. Doch die Aufträge bleiben aus und nach einem unschönen Ereignis weiß sie nicht, wie es weitergehen soll. Also fährt sie in ihren Heimatort auf der Insel Skye, Schottland. Ihr Großvater ist kürzlich verstorben und hat ihr sein Haus hinterlassen. Und seine Whiskeybrennerei. In dieser arbeitet Mal, der Jugendschwarm Aprils, der nicht viel von ihrem Job hält und zudem glaubte, er selbst würde die Brennerei bekommen. Um diese wieder zum Laufen zu bringen, müssen beide zusammenarbeiten, ob sie wollen oder nicht. Und alte Gefühle erwachen …

 

 

Samstag, 25. November 2017

(DVD) Candice Renoir (Staffel 4)

Titel: Candice Renoir (Staffel 4)
Darsteller: Cécile Bois, Raphaël Lenglet, u.a.
Sprachen: Deutsch, Französisch
Euro: je nach Anbieter
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 505 Minuten (3 DVDs)
FSK: 12
Come in: Agentur










Inhalt
Candice Renoir scheint vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Antoine hat das Team gewechselt und zusammen mit dem Neuen kehrt noch keine familiäre Beziehung im täglichen Miteinander ein. Zudem wird Candice als Zeugin vor Gericht geladen, wo ihre Ermittlungstaktik angezeifelt und eine Hetzkampagne gegen sie gestartet wird. Auch muss sie sich mit ihrer Mutter auseinandersetzen, die noch immer den gewaltätigen Vater in Schutz nimmt und überdies in einen Mordfall verstrickt zu sein scheint. Inzwischen sind die Kinder alle in der Pubertät und sorgen zu Hause für viel Wirbel. Und obwohl sie mit Canovas in einer glücklichen Beziehung steckt, entdeckt Candice plötzlich Gefühle für Antoine.

Mittwoch, 15. November 2017

(DVD) Zarah - Wilde Jahre (Staffel 1)

Titel: Zarah - Wilde Jahre (Staffel 1)
Darsteller: Claudia Eisinger, Uwe Preuss, Torben Liebrecht, Jörn Hentschel, Ole Puppe
Regisseur(e): Richard Huber
Sprachen: Deutsch
Euro: je nach Anbieter
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 270 Minuten (2 DVDs)
FSK: 12
Come in: Agentur








 Klappentext
1973. Als die bekannte Frauenrechtlerin Zarah Wolf das Angebot des renommierten Verlegers Frederik Olsen bekommt, Mitglied der Redaktion seiner auflagenstarken Illustrierten "Relevant" zu werden, sieht die engagierte Journalistin die Gelegenheit gekommen, das Thema der Emanzipation machtvoll voranzutreiben und kehrt von London nach Hamburg zurück. Schnell muss Zarah erkennen, dass der Widerstand der Männerkaste - von alltäglichen Macho-Allüren über blanke Ignoranz bis zur konsequenten Besitzstandswahrung - unüberwindlich scheint. Zarahs Themen sind bedeutsam, für die meisten männlichen Kollegen jedoch nur "Gedöns": der Kampf gegen den § 218, der Abtreibung mit Zuchthaus sanktioniert, gegen einen virulenten, alltäglichen Sexismus, gegen eheliche Gewalt an Frauen, die meist straffrei bleibt, und für Gleichberechtigung auf allen Ebenen.
Um sich gegen Olsen, Chefredakteur Hans-Peter Kerckow, den konservativen Politikchef Schaffelgerber, den mit hohem Testosteronspiegel ausgestatteten Kulturredakteur Hartwig oder den cholerischen Chefgrafiker Balkow durchzusetzen, geht Zarah riskante Wege und lässt sich bald auf einen Machtkampf um die Führung der Redaktion ein. Dass Verlegertochter Jenny, die ihr Olsen als Volontärin zuordnet, sich in Zarah verliebt, macht die Sache nur noch komplizierter. Und Zarah muss sich klar darüber werden, was sie für ihre Karriere und ihre politischen Ziele bereit ist zu opfern...

Samstag, 15. September 2012

(Autorenplausch) Sylvie Wolff: Die Stadtwölfin


Titel: Die Stadtwölfin
Autor: Sylvie Wolff
Originaltitel, 236 Seiten
ISBN: 1478191155
Euro: 8,99
Auch als E-Book erhältlich.
http://www.buchschmiede.de










Making Off der Werwolf-Komödie „Die Stadtwölfin“

Sylvie Wolff bin ich erst, seit ich mit der „Stadtwölfin“ meinen ersten Erwachsenen-Roman geschrieben habe. Sonst heiße ich Sylvia Stuckmann, lebe im Schwarzwald und schreibe Jugendbücher.

Aber wie kommt man dazu, ausgerechnet eine Komödie über Werwölfe zu schreiben?
Wölfe und Werwölfe faszinieren mich schon mein ganzes Leben, und so war es nur eine Frage der Zeit, wann ich darüber schreiben würde. Aber es sollte keine Gruselgeschichte werden, in der Gestaltwandlung grausam und beängstigend ist, sondern anders, fröhlich, schön.

Den Ausschlag gab schließlich ein Traum, bei dem ich mich leider nur noch an das Ende erinnern kann: Zwei hübsche Geschäftsfrauen im Business-Kostüm verabreden sich nach einem langen Tag zu einer Party. Während sie noch überlegen, wer von ihnen nachher den Taxifahrer vernaschen darf, blitzen ihre Wolfszähne auf. Urbane Werwölfe, stark, sexy und erfolgreich – ich war begeistert. Die Genrefrage war damit geklärt: Eine Werwolfkomödie sollte es werden, ein Mix aus Chick-Lit und Fantasy. Obwohl Genre-Mixe es schwer haben auf dem Buchmarkt, fand ich die Idee unwiderstehlich und begann zu schreiben. Da die neue Geschichte definitiv kein Jugendbuch werden würde, entschied ich mich für ein Pseudonym - Sylvie Wolff war geboren.

Wie viele witzige Situationen musste es geben, wenn Nagellack und spitze Zähne im Geschäftsalltag einer jungen Frau aufeinandertreffen? Ganz zu schweigen von den Problemen der Werwolf-Gemeinde, die mit all ihren Besonderheiten in der großen Stadt zurechtkommen muss. Lange konnte ich mich nicht entscheiden, wer die Geschichte erzählen sollte, meine überaschte Neu-Wölfin oder die erfahrene Leitwölfin. Ich fand beide Perspektiven interessant, also schrieb ich probehalber zwei Anfänge – und stellte fest, dass sie sich hervorragend ergänzen. Also ließ ich meine Protagonistinnen die Geschichte abwechselnd erzählen, was sich als sehr spannend herausstellte.

Bei der Wahl meiner Charaktere ließ ich mich von wild lebenden Wölfen inspirieren, die uns Menschen sehr ähnlich sind. Auch sie leben in Familienverbänden, kümmern sich gemeinsam um ihre Mitglieder und teilen die dabei entstehenden Aufgaben untereinander auf. Großer und für die Stadtwölfin wichtiger Unterschied aber ist, dass echte Wolfsrudel matriarchalisch geführt werden - der Chef ist immer eine Frau! Und die Männer sind das Salz in der Suppe ...

Blieb noch die Frage des Handlungsortes. Üblicherweise spielen Geschichten mit Werwölfen ja in Amerika oder London, aber meine Damen „mit Biss“ sollten in Deutschland zu Hause sein, dem Land von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Da ich in Bonn aufgewachsen bin und sie für eine sehr typische deutsche Stadt halte, entschied ich mich, meine Figuren gerade hier aufeinandertreffen zu lassen.

Das also ist das „Making Off“ der Werwolf-Komödie „Die Stadtwölfin“ – eine Geschichte über starke Frauen, nicht ganz so starke Männer, coole Werwölfe und die Stadt Bonn. Mindestens eine Fortsetzung ist noch geplant, aber es wird noch eine Weile dauern, bevor ich sie schreiben kann.
Wer mag, kann kann mich über Facebook oder meine Homepage erreichen.

Donnerstag, 13. September 2012

Tote Paten küssen besser - Casey Daniels


Titel: Tote Paten küssen besser
Autorin: Casey Daniels
Originaltitel: Don of the Dead
Verlag: Feder und Schwert
ISBN: 3867620466
Euro: 10,95
Veröffentlichungsdatum: April 2009
Seiten: 316
Serie: Ein Fall für Pepper Martin 01
Come in: Tausch







Inhalt

Penelope, Pepper, Martin muss nach einem Betrugsversuch ihres Vaters nicht nur ohne dessen großzügige Unterstützung auskommen, sondern wird auch von ihrem Verlobten fallen gelassen. Mit einem mauen Studienabschluss in Kunstgeschichte jobbt Pepper als Fremdenführerin auf einem Friedhof. Dabei begegnet sie dem Mafioso Gus Scarpetti, der seit dreißig Jahren versucht herauszufinden, wer ihn einst umgebracht hat. Geschockt davon, nach dem Treppensturz einige Tage zuvor plötzlich Geister sehen zu können, lässt Pepper sich im Krankenhaus untersuchen und trifft dabei auf den etwas schussligen, aber süßen Dr. Dan Callahan - der aber leider nur an ihrem Gehirn interessiert ist.
Gus lässt der jungen Frau jedoch keine Gelegenheit, um das zu ändern, denn er drängt sie dazu, ihm bei der Aufklärung seines Todes zu helfen - ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann. Und das sie in große Gefahr bringt ...
Dann begegnet Pepper auch noch dem smarten Polizisten Quinn Harrison, der ihr mehr als deutlich macht, dass er mehr will.

Cover

Die Umschlagillustration stammt von Oliver Graute.
Mädchen mögen Rosa, aber Pepper wird eindeutig mit BH-Größe 85D beschrieben und dürfte so dem Covermodell nicht entsprechen - ein Detail, das kaum ein Verlag umzusetzen weiß.
Interessante Idee, Thema gut und ansprechend verpackt. Nur der Titel wirkt nach dem Lesen etwas irritierend, da hier niemand Paten küssen will und schon gar keine toten.

Meinung

Pepper Martin hat es in ihrem ersten Fall und Buch nicht leicht. Und das nicht nur, weil sie ohne elterliche (finanzielle) Unterstützung auskommen muss und ihr Liebesleben eine Katastrophe ist. Sie kann neuerdings auch Geister sehen und ist gar nicht glücklich darüber.
Was sich hier aber zunächst nach entspannter Frauenlektüre mit einem Schuss Übersinnlichem anhört, entpuppt sich schnell als waschechter Krimi - mit Zusatz. Dafür sollte der Leser also ein zumindest kleines Faible haben. Ich muss gestehen, mir fehlt es. Darum wäre es hilfreich gewesen, wenn der Klappentext ein wenig genauer darauf eingegangen wäre, statt das, was eigentlich keine Rolle spielt, so ausführlich darzulegen und den eigentlichen Kern in nur einem Satz abzuhandeln.
Abgesehen von diesen Kritteleien, die sich schnell überlesen lassen wenn Pepper erst einmal loslegt, bietet "Tote Paten küssen besser" gefällige Unterhaltung für zwischendurch.
Die Protagonistin ist eine durchweg sympathische Person, manchmal etwas naiv, auf jeden Fall aber mit einer gesunden Portion Sarkasmus (den sie in den Folgebände gern noch ausbauen darf) und ganz sicher nicht auf den Mund gefallen. Sie steckt die Geschehnisse ihrer jüngsten Vergangenheit ein wenig zu locker weg, wird aber andererseits (noch?) nicht wirklich mit ihnen konfrontiert. Ein bisschen Verletztheit sollte aber doch dazu gehören, wenn der Verlobte aufgrund einer Tatsache einfach verschwindet, die nichts mit ihrer Liebe zu tun haben sollte. Was genau es ist, wird nicht gesagt. Aber Peppers Vor-den-Geistern-Leben wird ohnehin nur selten thematisiert, denn Casey Daniels konzentriert sich deutlich mehr auf das, was vor ihrer Heldin in der Zukunft liegt.
Neben einem ziemlich anhänglichen toten Paten und seiner gefährlichen Familie sind das auch zwei potentielle neue Liebhaber, mit denen aber noch nichts so recht in Gang kommt, außer einem ziemlich heißen Kuss. Der eine Mann ist klug und muss ein bisschen aus sich heraus gekitzelt werden, der andere ist forsch und Pepper hat eher Mühe, ihn auf Abstand zu halten. Auf jeden Fall eine gelungene Mischung.
Die Krimihandlung steht deutlich im Vordergrund und ist bei genauem Hinsehen schnell gelöst, was aber wegen der lockeren Schreibe und diversen humorigen Einlagen nur wenig stört.
Casey Daniels erster Roman in ihrer Pepper-Martin-Serie kann so zwar nicht auf voller Linie überzeugen, bietet aber einen interessanten Einstieg in die Welt eines vollbusigen Rotschopfes, der wohl eher weiblichen Lesern unterhaltsame Lektüre bereiten dürfte. Es ist anzunehmen, dass das Potential, das sich hier bietet, in den Folgebänden noch ausgebaut wird, so dass Teil 2 bereit liegen sollte.


Ein Fall für Pepper Martin:
1. Don Of The Dead (Tote Paten küssen besser)
2. The Chick And The Death (Schicker als der Tod)
3. Tomb Of Endearment (Sex und Tod und Rock'n'Roll)
4. Night Of The Loving Death (Die Nacht der liebenden Toten)
5. Dead Man Talking (TV tot)
6. Tomb With A View (Grab mit Aussicht)
7. A Hard Days Fright
8. Wild, Wild Death


Vor einigen Jahren bewarb sich Casey Daniels auf einem historischen Friedhof in der Nähe ihres Wohnortes als Fremdenführerin. Den Job bekam sie zwar nicht, dafür aber die Idee zu ihrer Pepper-Martin-Reihe. Dank ihres Vaters, eines Clevelander Polizisten, der Sherlock-Holmes-Geschichten mochte und seine freien Tage, oftmals in Begleitung Caseys, damit verbrachte, nach gestohlenen Autos zu suchen, lernte sie Krimis schon früh lieben. Später las sie nahezu alle Kriminalromane derer sie habhaft werden konnte, und nach wie vor gehören Agatha Christie und Arthur Conan Doyle zu ihren Lieblingsautoren. Casey Daniels studierte Englisch und arbeitete früher als Journalistin und Lehrerin. Die Zeit, in der sie nicht schreibt, verbringt sie mit ihrer Familie. Sie strickt gerne, liebt Gartenarbeit und natürlich Spaziergänge über Friedhöfe, um Inspiration und Ideen für neue Geschichten zu finden. Casey Daniels lebt im Nordosten Ohios.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

(DVD) Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin


Der Film basiert auf dem Roman von Sophie Kinsella "Die Schnäppchenjägerin", in dem die junge Rebecca Bloomwood ein großes Problem hat. Sie kauft für ihr Leben gern ein und schmückt sich mit den erlesendsten Kleidungsstücken - was ihr Konto nicht lange mitmacht. Kein Wunder also, dass die Endwich Bank und besonders deren Mitarbeiter Derek Smeath sie wegen ihrem überzogenen Konto gern sprechen würden. Aber Rebecca lässt sich doch stets etwas neues einfallen - Bein gebrochen, Hund gestorben - und ignoriert alle Briefe, denn die Schulden wachsen ihr bald über den Kopf.
Als Rebecca auf den smarten, attraktiven Luke Brandon trifft und zudem einen Job bei seiner Wirtschaftzeitung ergattern kann, versucht sie, auch ihm alles zu verheimlichen. Doch sie fühlt sich zu ihm hingezogen und aufgrund des Jobs verbringen beide häufig Zeit miteinander. Klar, dass das nicht lange gut gehen kann ...


Wem bunte Bilder und edle Kleidungsstücke gefallen, wird voll auf seine Kosten kommen. Mehr jedoch hat der Film leider nicht zu bieten.
Isla Fisher, in der Rolle der Rebecca Bloomwood, ist zwar bezaubernd anzuschauen, gibt der ohnehin schon recht oberflächlichen Figur jedoch noch einen Touch Hirnlosigkeit dazu. Auf Deibel komm raus werden peinliche Situationen erzeugt, die stets dafür sorgen, dass trotzdem alles zugunsten der Kaufsüchtigen ausgeht und sie wie eine integre Heldin dasteht. Im Film ist das sogar noch unglaubwürdiger, als im Buch. Wer zum Fremdschämen neigt, sollte am besten ganz aufs Anschauen verzichten.
Herausgerissen hätte es sicher Luke Brandon, wenn Hugh Dancy nicht gar so fehlbesetzt gewesen wäre. Er hat noch entschieden zu viel Milchschaum am Bart. So ein junger, verträumt wirkender Mann passt nicht in die Rolle eines gestandenen Millionärs, der sich früh durchbeißen musste.
Die Handlung ist Fans und Kennern des Romans sicherlich bekannt. Was an Flair dort vorhanden war, ist vom Filmteam doch ziemlich durch die Umwandlung in amerikanische Verhältnisse abhanden gekommen. Schade, schade.
Für anderthalb Stunden Berieselung ohne groß nachdenken zu müssen und sich vom Farbenmeer in Becks Kleiderschrank hypnotisieren zu lassen, reicht es allemal. Ob man "Shopaholic" zweimal sehen muss, sei dahingestellt.

Dienstag, 27. April 2010

Chili, Charme und Schokoküsse - Susanne Walsleben


Bea ist rund vierzig Jahre alt und wurde von ihrem Mann Claus, der stets auf einem eigenen Nachnamen bestand, wegen einer jüngeren Frau verlassen. Zum Trost und um den Kopf frei zu bekommen hat sie Urlaub gmacht, dort einen sehr netten Mann kennengelernt und mit ihm schöne Stunden verbracht.
Neben ihren zwei Kindern ist ihr aber ihr kleines Schokoladengeschäft "Xocolatl" am wichtigsten. Da taucht aber plötzlich der charmante Steuerprüfer Hans-Dieter Wiesner auf und will in ihre Unterlagen sehen.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, tritt auch noch die unleidige Schwiegermutter einen Besuch an - und weiß noch nichts von der Trennung. Und Beas Mann fällt ein, dass seine Affäre nicht sein Familienglück bedrohen und sie wieder ale zusammen in einem Haus glücklich sein sollten. Alimente und Unterhaltszahlungen haben natürlich nichts damit zu tun. Als sich dann auch noch Beas Urlaubsaffäre ankündigt, muss die geschlagene Frau erst einmal Ordnung in ihr Leben bringen.

Was sich zunächst nach Nonsens, weil viel zu übertrieben anhört, hat wirklich funktioniert. Die Sprache wirkt nicht aufgesetzt, auch wenn sie sehr locker daher kommt und Ereignis für Ereignis ist überraschend und sehr witzig.
Zwar erschloss sich mir nicht ganz, warum es gerade ein Schokoladengeschäft sein musste, aber das spielt auch nicht wirklich eine Rolle. An den Namen hätte man durchaus feilen können, aber auf das deutsche Umfeld passen sie anstandlos.
Bea nimmt man ab, dass sie selbstbewusst ist, auch wenn es die berühmten paar Kilo zu viel und damit ein paar Selbstzweifel gibt. Ihr Noch-Ehemann ist unsympathisch bis zum Schluss, die Kinder kleine Rabauken, die Affäre schnell beleidigt. Ich hatte jedoch nicht das Gefühl, etwas sei aufgesetzt oder konstruiert. Für mich klappte alles wunderbar und ich fühlte mich gut unterhalten. Dabei hadere ich meist mit solcher Thematik, weil es manche Autorin zu weit treibt.
Mir hat die Geschichte, die sich im übrigen sehr schnell weglesen lässt, sehr gefallen und ich empfehle sie gern weiter.


Keine Homepage gefunden
Susanne Walsleben arbeitete nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Geschichte als freie Autorin (u.a. für "Cosmopolitan", "Freundin", "Maxi", "Elle"), und war Chefredakteurin bei "Burda Moden". Seit Sommer 2004 arbeitet sie wieder erfolgreich als freie Autorin. Außerdem hat sie bereits mehrere Bücher zu den Themen Psychologie und Partnerschaft veröffentlicht.


Donnerstag, 22. April 2010

Sag's nicht weiter, Liebling - Sophie Kinsella


Emma Corrigan möchte es besser machen. Nur besser als was? Alles, was sie weiß ist, dass ihre Eltern hohe Erwartungen in sie stecken, ihr aber stets das Gefühl geben, ihnen nie gerecht zu werden. Und ihre Cousine Kerry, die seit dem Tod ihrer Mutter bei Emma und deren Eltern lebte, hat nicht nur eine eigene Firma, sondern gibt auch ständig damit an. Als ein Meeting völlig schief geht, trinkt Emma mehr, als sie verträgt und tritt dann mit großer Flugangst die Rückreise an. Auf dem Flug gibt es einige Turbolenzen und da rutschen sie Emma heraus: alle Geheimnisse die sie je gehabt und noch nie jemanden erzählt hat. Der Mann neben ihr ist zwar jung und gutaussehend, aber das spielt keine Rolle, schließlich wird sie ihn ja nie wieder sehen. Was mehr als gut ist!
Doch nur wenige Tage später folgt die totale Ernüchterung: Der Chef der gesamten Firma, in der Emma arbeitet, kommt um sich alles anzusehen. Jack Harper ist Multimillionär und ... der Typ aus dem Flugzeug!


Endlich alle Kinsella-Romane gelesen - abgesehen von den Schnäppchenjäger-Dingern, da mochte ich Buch 1 so wenig, dass ich auch den Rest nicht lesen werde.
Und was soll ich sagen? "Sag's nicht weiter, Liebling" rangiert weit oben auf meiner Kinsella-Bestenliste.
Zunächst beginnt alles ganz harmlos, dafür aber umso witziger. Emma stellt Listen auf, von Geheimnissen, von Dingen, die sie tun oder nicht tun wird. Ihr passiert auf der Konferenz ein großes Missgeschick. Typischer Kinsella-Hauptcharakter eben. Aber Emma ist auch sehr sympathisch und durch ihre Geheimnisse von Anfang an sehr lebensecht.
Unterhaltsam liest es sich bis zur Hälfte, ohne dass etwas Nennenswertes geschehen wäre. Aber dann. Drama, Baby, Drama!
Emmas Welt, die bis dahin sehr glücklich war, bricht zusammen. Und alles dreht sich um Geheimnisse, eigene und die von anderen. Der Mann bricht ihr das Herz! Was hat sie nur getan, um das zu verdienen? Ich war ja SO ergriffen und die Seiten flogen nur so an mir vorbei.
Es ist schwer, nicht alles zu verraten, also nur so viel. Ein typischer Kinsella, mit einer sympathischen Protagonistin, einem ansprechenden (gutaussehenden, wortkargen) Mann, jeder Menge Verwicklungen, Witz und Gefühl.

Göttin in Gummistiefeln
Charleston Girl
Kennen wir uns nicht?
Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin


Sonntag, 21. Februar 2010

Die schöne Hexe von Chicago - Julie Leto (Cora) ♥♥♥♥


Erschienen: 14. Juli 2009
Bandnr.: 0002
Homepage der Autorinnen:

Dieser Cora-Roman enthält zwei Romane.
"Nächte voller Magie" von Kelley St. John habe ich leider abgebrochen.
In der Geschichte geht es um die Heldin Kayla, die in ihren Träumen Nacht für Nacht umwerfenden und sehr romantischen Sex mit einem Fremden hat. Bei ihm handelt es sich um Gage Vicknair, der die gleichen Träume hat. Er gehört zu einer übersinnlichen Familie, deren einzelnen Mitgliedern eigene Romane gewidmet worden sind. Die Cousinen und Cousins erhalten Briefe von ihrer toten Oma auf einem Silbertablett (im Totenreich gibt es Ämter, die für die Ordnung in der lebenden Welt zuständig sind und in den Briefen werden E-Mails offenbart, die in der toten Welt verschickt werden). Abgesehen davon, dass ich diese Idee schon mordsmäßig blöd fand, ist Kayla eines der Opfer, die gerettet werden sollen. Sie wurde in ihrer Kindheit vergewaltigt und der Täter bringt nun die Mädchen aus dem Heim um, an denen er sich einst vergangen hat - als Geist, damit es übersinnlich bleibt. Kayla kann ihm einmal entkommen, verliert dabei aber ihr Gedächtnis. Dass da etwas Böses ist, das sie jagt, weiß sie jedoch ...
Die Geschichte ist nicht schlecht geschrieben, aber von der Handlung her einfach viel zu weit hergeholt für meinen Geschmack. Das Thema "Vergewaltigung" passt auch nicht in einen erotischen Roman. Darum war für mich nach Ankunft im Haus der Oma Schluss.

"Die schöne Hexe von Chicago" von Julie Leto
Lilith ist eine waschechte Hexe, der jedoch ihre Kräfte vom Hexenrat genommen werden, als herauskommt, dass sie nicht nur einmal gegen diverse Regeln verstoßen hat. Just zu diesem Zeitpunkt meldet sich der umwerfend gutaussehende Cop Mac Mancusi bei ihr. Lilith hat der Polizei nämlich bei dem ein oder anderen ungeklärten Fall geholfen. Und dabei auch den attraktiven Mann bezirzt - mit ihren Hexenkräften.
Die fehlen ihr nun und sie muss sich in einem Alltag ohne Magie zurechtfinden. Und mit ihrem Herzen, denn trotz der heftigen Trennung von einst, zieht es sie und Mancusi wieder zueinander. Wie soll sie dem Mann nur klar machen, dass er diesmal ohne Zauberkräfte mit ihr ermitteln muss? Und wie, dass sein Körper und sein Herz allein auf sie reagieren ...
In diesem Roman geht es heiß her. Zum einen ist Lilith eine sehr sympathische Hexe und junge Frau, zum anderen Mancusi wirklich zum Anbeißen. Sie finden Gott Lob schnell zueinander und verlieren sich in den intimen Stunden gekonnt ineinander. Da gibt es kleine Dominanzspielchen genauso, wie viele andere anregende Szenen.
Der Fall, an dem beide arbeiten, zieht weite Kreise und Fans von Aufklärungsfällen werden sicher auf ihre Kosten kommen. Doch hier macht es die Mischung von beidem, die mich hat weiterlesen lassen.
Es gibt mehr als eine magische oder übersinnliche Figur und so ist auch das Verbrechen nicht ohne ...
Ich habe den Roman sehr genossen und würde gern mehr von der Autorin lesen!

Diese zweite Ausgabe von Tiffany Sexy magische Momente erschien vor etwa einem halben Jahr, Ausgabe eins vor nochmal so langer Zeit. Auf meine Nachfrage beim Cora-Verlag wurde mir gesagt, dass man nicht wisse ob und wann die Serie fortgesetzt werden würde. Ich persönlich würde mich sehr darüber freuen, paranormale oder übersinnliche Romane (dann auch noch zwei in einem Band!) lesen zu dürfen.


Sonntag, 14. Februar 2010

Verliebt, verlobt, Versace - Lindsey Kelk ♥♥♥♥


Angela Clark ist Kinderbuchautorin, lebt in einem schicken Haus und hat einen tollen Verlobten. Glaubt sie, denn auf ihrer Hochzeitsfeier ertappt sie ihn in flagranti. Zutiefst verletzt steigt sie in das nächstbeste Flugzeug. Es geht von London nach New York. Ohne Koffer, aber dafür mit viel Tränen checkt die junge Frau in einem Hotel ein, in dem auch Jenny Lopez arbeitet, die ebenfalls gerade verlassen wurde. Beide beschließen, sich nicht unterkriegen zu lassen und gehen einkaufen. Nachdem Angela auch beim Friseur war, fühlt sie sich gleich besser. Ihr neues Selbstbewußtsein zieht weite Kreise, denn plötzlich wirkt sie wieder sehr anziehend auf die Männerwelt.
Der Anzugträger Tyler Moore verspricht Solidität und der Leadsänger Alex Reid viel Abwechslung und Spaß. Angela geht mit beiden mehrfach aus und versucht zu entscheiden, wer der Richtige ist.
Gleichzeitig wird das angesagte Magazin The Look auf sie aufmerksam und lässt sie über die Erlebnisse bei den Dates bloggen. Diese Kolumnen werden sehr berühmt und machen Angela zum Star. Sie hat inzwischen aber entdeckt, dass sie noch ein Herz besitzt, weil dieses für einen der beiden Männer anfängt zu schlagen. Die jedoch sollen nicht erfahren, was sie über sie schreibt. Aber dann überschlagen sich die Ereigenisse.

Die Autorin arbeitet als Lektorin für Kinderbücher und hat sicherlich sehr viel von sich selbst in die Hauptfigur und den Roman gepackt.
Heiter und manchmal auch ein bisschen abgedreht, schildert sie Angelas Erlebnisse. Obwohl es auf den ersten Blick so aussehen mag, erstickt der Roman nicht in einer Menge Klischees. Hier gibt es glaubhafte und gut ausgearbeitete Charaktere und am Ende auch eine große Schleife hin zur Realität. Denn schließlich kann nach einem so schlimmen Erlebnis wie auf der Hochzeit nicht innerhalb von drei Monaten alles gut werden.
Leider wird die ausstehende Entscheidung, die Angela zwischen den beiden Männern zu treffen hat etwas abgewürgt.
Die Kolumnen sind gelungen und die Recherche in New York hat sich sehr gelohnt, denn hier werden einige Details eingestreut, die sicher in keinem Fremdenführer drin stehen.
Obwohl der Roman als in sich abgeschlossen betrachtet werden kann, gibt es bereits zwei Nachfolger. Nach New York zieht es Angela darin nach Hollywood und schließlich nach Paris. Leider trifft sie dort auch auf andere Männer, was das Happy End dieses Buches leider ziemlich schmälert.


http://www.iheartnewyork.co.uk/
Lindsey Kelk is a British writer and children’s book editor. When she isn’t writing, reading, listening to music or watching more TV than is healthy, Lindsey likes to wear shoes, shop for shoes and judge the shoes of others. She loves living in New York but misses Sherbert Fountains, London and drinking Gin & Elderflower cocktails with her friends. Not necessarily in that order.


Freitag, 29. Januar 2010

Brauchen Sie eine Tragetasche? - Sibylle Weischenberg ♥♥♥


Die Ich-Erzählerin schwankt von einem Unglück ins nächste und lässt den Leser daran teilhaben. Sie hat ihr Leben gründlich satt und möchte sich verändern. Das ist jedoch leichter gesagt als getan.
Als der Liebste weit weg ist und die Freundinnen nur noch herummäkeln, unternimmt sie eine Reise mit ihrem besten schwulen Freund nach London. Doch selbst das heitert sie nicht auf und sie versucht es mit einer Schiffsreise. Allerdings mit ihrer Mutter ...

Sibylle Weischenberg wird den meisten aus dem Glamour-Leben der Stars und Sternchen bekannt sein. Und natürlich auch aus dem Frühstücksfernsehen. Nach: "Ich hasse den Sommer: Von Bikinikäufen und anderen Katastrophen" und "Meine 30 Lippenstifte und ich: Vom vierten Frühling und nicht abziehbaren Preisschildern" ist dies nun der dritte Roman aus ihrer Feder. Allerdings ist er auch verständlich, ohne die anderen gelesen zu haben.
An den Titeln ist erkennbar, dass es sich hier um sehr leichte und oberflächliche Lektüre handelt.
Es sind Szenen aus dem Alltag, die von der Autorin auf mitunter recht amüsante Weise dargestellt werden. Obwohl sie sich und den Leser manchmal schon ziemlich damit quält, haben diese Szenen dennoch einen gewissen Wiedererkennungswert. Und genau der bringt dann eben doch den ein oder anderen Lacher mit sich.
Sehr verwirrend die zahlreichen Freundinnen, die kaum voneinander zu unterschieden sind. Gern würde ich so etwas sagen wie: Die müssten aber besser charakterisiert werden. Aber ich glaube, darum geht es hier gar nicht.
Hier fehlt es an einer Liebesgeschichte, aber wer sich gern etwas über das gebeutelte Leben einer Society-Lady erzählen lassen möchte, wird seinen Unterhaltungswert schon finden. Irgendwie.


Sonntag, 3. Januar 2010

Küssen undercover - Daphne Uviller ♥♥♥♥



Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-40708-4
Euro: 8,95

Zephyr Zuckerman ist eine junge Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht recht gefunden hat. Zwei Studienfächer hat sie abgebrochen und ihre letzte Beziehung zu Hayden liegt mitllerweile auch schon zwei Jahre zurück.
Sie und ihre besten Freundinnen bilden das Gespann der Stearling Girls und ihr größtes Hobby ist es, Partys zu crashen. Dabei ziehen sie sich festlich an und schleichen sich bei Festivitäten ein.
Als Zephyr eines Tages von einer dieser Crashingtouren zurückkehrt, wird vor dem Haus ihrer Eltern, in dem sie ebenfalls lebt der Hausmeister James verhaftet. Um die Stelle schnellstmöglich zu besetzen und ihrer Tochter eine Möglichkeit zu geben, bieten die Hausbesitzer Zephyr den Job an. Die kann sich Besseres vorstellen, da sie aber sonst nichts mit sich anzufangen weiß und die Miete sparen kann, stimmt sie zu.
Dadurch lernt sie nun auch ihre Mitbewohner besser kennen. Die ältere, alleinstehende Witwe, die jeden Morgen pünktlich sieben Uhr anruft, weil sie "merkwürdige Geräusche hört" oder Roxana, die bildschöne Französin, die von Zephyr und ihren Freundinnen beneidet wird.
Es gehört ebenfalls zum Job, die leerstehenden Wohnungen durchzusehen und dazu gehört auch James'. Dabei stösst Zephyr auf eine geheime Tür in seiner Wohnung, die zu einem zweiten Treppenhaus im Hinterhaus führt. Als sie dieses untersuchen will, trifft sie auf den sehr attraktiven Kammerjäger Gregory und beide untersuchen das Phänomen genauer.
Die Treppe führt in den Wandschrank der attraktiven Roxana und ist mit rosa Seidenstoff ausgelegt. Nicht einmal den Stearling Girls fällt etwas dazu ein.
Doch im Laufe der Zeit kommen Zephyr und Gregory sich näher. Sie hat Zweifel, denn immerhin stammt sie aus einer studierten Familie und er ist lediglich Kammerjäger. Dass er, wie sie, ein Studium abgebrochen hat, zählt nicht.
Und dann wird Zephyr auch noch als Geschworene berufen und trifft dabei auch auf den Gerichtsreporter: Es ist Hayden!


Zunächst einige Worte zum absolut gelungenem Cover. Das amerikanische Original "Super in the City" ist durchweg in schwarz gehalten und stellt eine Häuserwand dar, in der zwei weiß umrandete Fenster zu erkennen sind.
Darin eine Hand und ein Vogel zu sehen. In zartrosa ist der Titel in die rechte untere Ecke gequetscht worden. Wie langweilig!
Auf der Autorenhomepage ist zu lesen, dass sich selbst die Autorin über das deutsche Cover gefreut hat. Die Zielgruppe (junger) Frauen wird damit schon optisch angelockt. In mehreren Abstufungen wechselt rosa zu rot. Im Hintergrund erkennt man die Skyline einer Großstadt, im Vordergrund sitzt eine dunkelhaarige, attraktive, junge Frau, in der ich mir sehr gut die Hauptperson Zephyr Zuckerman vorstellen kann. Sie trägt ein Partykleid und sitzt auf einem Stuhl. Obwohl sie den Leser charmant anlächelt, ist die silberne Schusswaffe in ihrer Hand nicht übersehbar. Nur warum sie barfuß ist, erschließt sich mir nicht.
Der Titel "Küssen" ist mit vielen Strasssteinen unterlegt.
Mir gefällt es wirklich sehr gut, wenngleich andere es eventuell kitschig nennen würden.


Obwohl ich nach Klappentext und Cover zunächst etwas anderes erwartet habe, hat mir der Roman sehr gut gefallen.
Der Anfang von "Küssen undercover" zieht sich leider etwas in die Länge, da die Autorin hier mit Rückblenden und Erinnerungen arbeitet und der Leser so das Gefühl bekommt, dass es mit der Handlung nicht recht nach Vorn geht.
Aber sobald Zephyr erst einmal eine Rohrzange in der Hand hält und sich um ausstehende Rechnungen kümmern muss, nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Zum einen liegt das an den zahlreichen Nebenfiguren, die Daphne Uviller sehr individuell gelungen sind. Natürlich schleicht sich in manche ein klein wenig Klischee, aber sie verpackt das alles so nett und witzig, dass es nach einer Weile in den Hintergrund tritt.
Ganz wichtig an solchen Ich-Romanen ist aber immer die Hauptperson. Zephyr Zuckerman - die Frau mit dem ungewöhnlichen Namen - ist mir symphatisch gewesen. Sie ist in manchen Dingen unstet und kann sich nicht recht für einen Lebensweg entscheiden, doch sie ist charmant und kämpft mit den Selbstzweifeln vieler junger Menschen. Der Druck, den sie glaubt, den ihre Eltern - beide Studierte - auf sie ausüben. Der Bruder, der einen prämierten Film gedreht hat. Ihre Freundinnen, die alle Akademikerinnen sind. Diese Zweifel projeziert sie dann auch auf Gregory, der sich dadurch zu Recht zurückgesetzt fühlt.
Obwohl mit den Partys, den Streichen der Stearling Girls und dem mehrmaligen Erwähnen von "Gregory sieht gar nicht nach (so etwas gewöhnlichem wie) einem Schädlingsbekämpfer aus", der Roman einen oberflächlichen Touch erhält, kann ich nicht behaupten, dass ich ihn so empfunden habe. Die Figuren waren mir durchweg symphatisch, Zephyr fand ich nach einer Weile regelrecht charmant und vor allem die Liebesgeschichte funktioniert.
Gregory trägt ein Geheimnis mit sich herum, das mit James und der mysteriösen Treppe zusammenhängt. Seine Gefühle für die schöne Hausmeisterin sind aber echt und als er einen fremden Mann bei ihr erwischt, bricht ihm das das Herz.
Ganz nebenbei hält die Krimigeschichte den Leser bei Atem, tritt aber nie in den Vordergrund, sondern begleitet Zephyr bei ihren Abenteuern, Phantasien und Liebesgeschichten.


Trotz des stockenden Anfangs, den Allüren und Phantasien der Hauptperson, ein gelungener Roman, der einige sehr witzige Szenen enthält. Ein wenig Oberflächlichkeit schleicht sich ein, die der Leser aber sicher gern verzeihen wird, angesichts der romantischen und herzerwärmenden Liebesgeschichte. Außerdem gilt es auch ein Geheimnis und damit einen spannenden Kriminalfall zu lösen. Damit ist sicher für viele Leserherzen etwas für sie ansprechendes dabei!


Rezensionsexemplar!

Samstag, 12. Dezember 2009

Nachbar günstig abzugeben - Jana Krivanek ♥♥(♥)


Einweihungsfete Dienstag Abend plus zu viel Alkohol macht einen miesen Mittwochmorgen. Verkatert dämmert es Marie Kletschka, dass sie Sex mit ihrem Nachbarn hatte - und dann auch noch den besten, den sie jemals hatte. Blöd nur, dass sie in einer festen Beziehung mit Markus liiert ist, der das sicher nicht gut fände.
Wie aber geht man nur dem Nachbarn aus dem Weg und vor allem, wenn man das eigentlich gar nicht will?


Das Buch wanderte in meinen SuB, nachdem ich im LoveLetter einen kleinen Artikel von der Autorin gelesen hatte. Ich fand ihn erfrischend und neckisch und da ich so etwas mag, konnte ich dem Buch nicht widerstehen ...
Allerdings habe ich es nicht komplett gelesen. Dass ich überhaupt weiß, wie es ausgegangen ist, liegt an einem Unfall und einer Kopfverletzung, die mich zwangen, fünf Stunden meines Leben in der Unfallklinik zu verbringen. Zwar konnte ich aufgrund höllischer Kopfschmerzen nicht durchweg lesen, aber sich die anderen kranken Menschen anzusehen, hebt auch nicht unbedingt die Laune.
Mir gefiel das Buch eher weniger. Natürlich sehe ich, was verschiedenen Lesern daran gefallen kann (Meinungen sind verschieden und das ist gut so), doch mir lag es überhaupt nicht.
Marie ist eine arrogante, hochnäsige Person, die viel zu Klischee lebt und ist, als dass ich mich mit ihr anfreunden konnte. Ihr gönnerhaftes Benehmen war mir schnell zuwider und wäre ich nicht gezwungen gewesen, zwischen dem Roman und einer Tageszeitung vom letzten Monat zu wählen, hätte das Buch nicht mal fünfzig Seiten überlebt ...
Hinzu kam der abgehakte Stil der Autorin, der in einer Kurzgeschichte bestechen mag, in einem Roman aber fehlplatziert ist, wenn er nicht unterbrochen wird.
Irgendwann war ich so genervt, dass ich - am nächsten Tag übrigens - nur noch das Ende überflogen habe.
Die "überraschende Wendung" war ein bisschen vorhersehbar und auch noch so gestrickt, dass ich mit den Augen rollen musste.
Nein, das war sicher kein Buch für mich.


Donnerstag, 26. November 2009

Hester Browne - Amor hat das letzte Wort ♥♥♥♥♥


Melissa Romney-Jones besitzt die „Little Lady Agency“, die darauf spezialisiert ist, aus ungehobelten Kerlen echte Gentleman zu machen. Sie lebt die Fünziger Jahre und versucht, den Kult der Zeit und vor allem die Manieren von damals an die Männer weiterzugeben. Leider ist sie auch sehr schüchtern und hat sich darum die Kunstfigur "Honey" geschaffen - den Traum aller Männer.
Melissa ist mit dem konservativen Geschäftsmann Jonathan verlobt, der in Paris auf sie wartet. So recht entscheiden zu ihm zu ziehen, kann sie sich nicht und lebt daher bei ihrem unkomplizierten besten Freund Nelson in London.
Eines Tages bittet ihre Großmutter sie um einen großen Gefallen. Der Enkel ihres guten Freundes muss in seinem Benehmen aufpoliert werden, denn als Prinz Nicolas von Helsing-Alexandros kennt er nur eines: Party und Skandale.
Doch der attraktive Blaublüter denkt gar nicht daran, sich von Grund auf umkrempeln zu lassen und versteht es zudem meisterhaft, sowohl Melissa, als auch Honey den Kopf zu verdrehen. Als Nicolas sie auf seine Yacht einläd, besteht Nelson darauf, mitzukommen.
Und plötzlich steht Melissa zwischen drei Männern ...


Das ist der dritte und letzte Teil einer Serie, die aber nicht in Folge gelesen werden muss. Melissa fand zu verschiedenen Männern und nun endlich zu ihrer großen Liebe.
In diesem sehr unterhaltsamen Roman gibt es viele charmante, eigensinnige, schüchterne, verzweifelte, lustige oder einfach abgedrehte Charaktere. Sie sind einzigartig und es macht wirklich die Mischung, die eine ganz eigene Würze in das Geschehen bringt.
Obwohl ich zunächst befürchtet habe, dass "Honey" aufgesetzt und zu gewollt wirken könnte, wurden meine Zweifel durch ihre eher seltenen Auftritte und deren Glaubwürdigkeit gemildert. Allerdings könnte der Unterschied zwischen beiden Frauen etwas stärker ausgearbeitet sein, denn die Grenzen zwischen den beiden verwischen von Seite zu Seite immer mehr.
Da ich die vorhergehenden Teile nicht gelesen habe, habe ich mich immer wieder gefragt, wie Melissa je zu Jonathan finden konnte. Er ist so bodenständig und sittsam, überhaupt nicht das, was zu ihr passt. Nicolas ist das genaue Gegenteil: offen, spontan, nur im Hier und Jetzt lebend. Natürlich übt das einen großen Reiz nicht nur auf Melissa aus, die sich vom Leben der High Society angenehm angezogen fühlt, dann aber erkennt, was ihr wirklich wichtig ist.
Nelson und Nicolas liefern sich heftige und auch lustige Dialoge, in denen durchaus mal die Fetzen fliegen.
Alles in allem ein Roman, der mir vergnügliche Stunden bereitet hat und den ich darum gern weiterempfehlen möchte.


Samstag, 31. Oktober 2009

Charleston Girl - Sophie Kinsella ♥♥♥♥♥



Die Autorin
Sophie Kinsella ist Schriftstellerin und ehemalige Wirtschaftsjournalistin. Ihre Schnäppchenjägerin-Romane um die liebenswerte Chaotin Rebecca Bloomwood, von denen mittlerweile fünf vorliegen, werden von einem Millionenpublikum verschlungen. Die Verfilmung ihres Bestsellers »Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin« mit Isla Fisher in der Hauptrolle wurde zum internationalen Kinohit. Die Bestsellerlisten eroberte Sophie Kinsella auch mit ihren Romanen »Sag’s nicht weiter, Liebling«, »Göttin in Gummistiefeln« und »Kennen wir uns nicht?« im Sturm. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire.

 

Die Grundidee der Handlung
Lara Lington wurde verlassen und trauert ihrem Ex Josh Barret nach. Dann lässt ihre ehemals beste Freundin sie auch noch hängen und sie muss das gemeinsame Geschäft allein führen. Von all dem dürfen ihre Eltern nichts erfahren, weshalb sie sich nicht bei denen blicken lässt.
Just in diesem Zeitraum stirbt ihre Großtante Sadie Lancaster. Obwohl sie über einhundert Jahre alt gewesen ist, weiß so gut wie niemand etwas über sie - was die Beerdigung zu einem Desaster macht. Und dann taucht auch noch der Geist der jungen Sadie aus den 20er Jahren auf, den aber nur Lara sehen und hören kann.
Sadie sucht ihre Libellenkette und weigert sich in die Ewigkeit einzugehen, ohne diese wiedergefunden zu haben. Lara soll ihr dabei helfen. Gar nicht so einfach, wenn man sich fragen muss, ob man verrückt geworden ist.
Doch Sadie will noch mehr: wieder jung sein, sich noch einmal verlieben und vor allem tanzen: den Charleston. Da sie als Geist das nicht mehr ausleben kann, muss Lara herhalten. Doch statt ihrer Großnichte dabei zu helfen, Josh wiederzubekommen, sucht sie einen neuen Mann für sie: Ed Harrison, einem zunächst kalten, förmlichen Geschäftsmann.
Zwar kommen Lara und er sich tatsächlich näher - sehr zum Unmut von Sadie, denn schließlich hat sie ihn für sich selbst ausgesucht - doch spukt Josh einfach noch zu viel in Laras Kopf herum. Dann wird das Chaos perfekt, als Lara die Kette findet und einen Riesenbetrug aufdeckt und auch ihre Ex-Freundin wieder auftaucht und das Ruder an sich reißen will.
Und sie ganz nebenbei merkt, dass sich ein neuer Mann in ihr Leben und ihr Herz schummeln will ...

Stil und Sprache
Sophie Kinsella schafft es immer aus einer zunächst hanebüchenen Geschichte eine großartige und vor allem glaubhafte Unterhaltungsstory zu zaubern.
Ihre Sprache ist klar und direkt, der Moderne genauso angepasst wie der Historie der 20er. Dabei übertreibt sie es keineswegs.
Salopp und fetzig wird die Handlung auch sprachlich vorangetrieben, ruht in sich bis sie rasant an Fahrt aufnimmt, um gleich darauf vor Emotionen nur so zu sprühen.
Kein Wort scheint zu viel und keines zu wenig, wenngleich nicht viele Leser darauf achten werden.

Figuren
Lara ist eine junge Frau Mitte zwanzig, die taff ihren Weg geht. Leider muss sie dabei gehörig gegen den Strom schwimmen und dabei auch noch schweren Baumstämmen und bissigen Krokodilen ausweichen.
Wie immer ist die Hauptfigur sehr gelungen; zum identifizieren und Spaß haben wie geschaffen.
Sadie, die nur wenig jünger ist dagegen gewinnt erst im Laufe der Geschichte an Symphatie. Zunächst scheint sie nur auf den eigenen Vorteil bedacht, ohne Rücksicht auf andere und deren Gefühle zu nehmen. Doch sobald klar wird, wie und warum sie ihr Leben gelebt hat, schließt man sie mehr und mehr ins Herz.
Josh ist eigentlich schon Legende, denn er ist der Ex und alle haben es kapiert nur eine nicht: Lara. Und je mehr alle gegen ihn reden, desto mehr will sie ihn. Die kleinen Erinnerungen und Anekdoten lassen auch den Leser schnell klar werden, dass er nicht zu ihr und sie nicht zu ihm passt.
Ed ist ein Held, wie er im Buche steht, so muss ein Mann sein. Kinsella schafft es erneut bravorös seine Emotionen und Gefühle in seiner Gestik lebendig werden zu lassen. Oft so sehr, dass man ihn selbst an sich reißen und mit einem (langen) Kuss trösten möchte.
Jede Figur ist ein Individuum und auf ihre ganz eigene Art lebendig!

Aufmachung
Das Buch ist sehr dick, liest sich aber enorm fix weg. Die in diesem Jahr sehr trendige Farbe lila und die beiden Frauen auf dem Cover ziehen sofort die Blicke auf sich. Wer mag nicht die zwanziger Jahre?
Natürlich ist der Autorenname genauso groß wie der Titel, was nur bei wenigen Autoren funktioniert; Sophie Kinsella gehört dazu, denn ihre Fangemeinde ist mittlerweile riesig.
Softcover und der klare Schriftgrad sind geschaffen für eine grüne Wiese im Freien, ebenso wie für das heimische Sofa.

Fazit
Kinsella wie sie leibt und lebt.
Aus einer zunächst hanebüchenen Geschichte wird eine eine großartige und vor allem glaubhafte Unterhaltungsstory gezaubert. Klar in Sprache und Stil, witzig, peppig, fetzig und mit einem großen Anteil der hervorragend recherchierten 20er Jahre, Unterhaltung pur.
Diesmal mit einer gehörigen Prise Emotion, die allerdings so sehr ans Herz geht, dass auch Happy End verwöhnte Leserinnen auf ihre Kosten kommen werden und sich nicht abschrecken lassen sollten.


Freitag, 9. Oktober 2009

Die Espressologin - Kristina Springer ♥♥♥♥(♥)



Jane Turner arbeitet mit ihren achtzehn Jahren in einem Coffeeshop, um sich etwas fürs College zu verdienen. Obwohl auch ihre beste Freundin Emily dort jobbt, kommt sie oft um vor Langeweile. Sie beginnt, die Menschen zu beobachten, die in den Laden kommen. Tatsächlich bestellt ein bestimmter Menschentyp einen bestimmten Kaffee. Angesteckt von der Idee, dass man Menschen anhand ihrer Kaffeevorlieben charakterisieren könnte, führt sie auch mögliche Paare zusammen. Als ein kleines Experiment mit einem guten Kunden klappt, ist Jane nicht mehr aufzuhalten. Trefferquote ihrer Esspressologie liegt bei 100%.
Ihr eigenes Liebesleben sieht ein bisschen grauer aus: sie ist in einen der super hippen Frat-Boys verknallt. Doch Will nutzt sie unbemerkt nur aus. Ihren Mitschüler Cameron übersieht sie dagegen und dabei versucht er doch alles, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen! Als sich Emily von ihrem Freund trennt, verkuppelt sie sie mit Cameron, der sich widerwillig darauf einlässt.
Schließlich bekommen die Medien Wind von Janes Dating-Show und sie muss im Fernsehen auftreten. Ausgerechnet am Tag X erkennt sie, wie es wirklich um ihr Herz bestellt ist.

Der erste Roman der Autorin liest sich schnell weg, er ist unterhaltsam und fluffig-leicht. Es spielt keine Rolle, ob man die ganzen Kaffeesorten kennt, nichts ist unverständlich. Es entlockt mir ein Grinsen daran zu denken, wie Kristina Springer recherchiert haben mag.
Jane ist authentisch gelungen, ihre Sorgen und Nöte sind nachvollziehbar. Natürlich schleicht sich auch viel Unrealistisches ein, aber das ist in Chick Lit (hier aber Young Adult!) eben so. Jane muss etwas Besonderes an sich haben oder können, das sie aus der Masse der Gleichaltrigen heraushebt. Alle beneiden sie, darum geht's. Sie sagt, was sie denkt und wird dadurch sympatisch.
Cameron ist der typische Partner: gutaussehend, aber eher zurückhaltend, darum unauffällig, aber nicht grau. Er verletzt aber auch Emily nicht, weil er als der ideale Partner natürlich Rücksicht auf die Gefühle anderer nimmt.
Klischee schleicht sich ein (dürre Blondine bestellt natürlich Zuckerfrei!), doch ich kann nicht sagen, dass mich das gestört hätte.Die Geschichte wird locker erzählt ohne (zu) oberflächlich oder gezwungen zu werden. Für zwischendurch immer geeignet, am besten bei einem Cappucino. :)


Freitag, 28. August 2009

Dinge, die Frauen aus Liebe tun - Melissa Bank



Das jüdische Mädchen Sophie Applebaum entwickelt schon mit dreizehn eine ganz eigene Sicht auf Dinge, wie das Leben. Sie boykottiert den Hebräischunterricht, weil sie die schöne, heile Welt Nummer nicht verstehen kann. Mit zwei Brüdern und einem beschaulichen Leben kommt sie gut klar, aber das Herauskehren von gut, besser, noch besser liegt ihr nicht.
Sie geht zur Schule, schließlich zum Studium. Ihre beste Freundin sieht toll aus, hat Geld und jede Menge Kerle. Deren glamouröses Leben scheint super, doch ist es das auch? Und wie schaffen es Leute, wie sie, diese Leben zu führen, wo sie doch auch nur mit Wasser kochen? Nach dem Studium muss sie einsehen, dass das mit den tollen Jobs doch nicht so leicht ist, wie gedacht, sie lebt bei einem ihrer Brüder, schließlich bei der Großmutter. Ganz nebenbei lüftet sie noch das ein oder andere Familiengeheimnis.
In acht Episodengeschichten werden die Jahre zwischen dreizehn und vierunddreißig geschildert. Sophie erzählt von sich, aber plaudert auch aus dem Nähkästchen von Familien- und Freundeskreis. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz, die von Eric Green und Josh Rudman über Matthew Stevens zu Seth reicht.


Obwohl das Buch danach aussieht, ist das keine typische Chick Lit! Das ist zunächst schade, aber schließlich entfaltet sich der Roman, der mit einem müheloses Prosastil und sehr viel Tiefgründigkeit aufwarten kann. Natürlich sehe ich, was Leser abschrecken könnte, denn manchem wird die Handlung zu langgezogen sein, zu "handlungsarm". Doch "Dinge, die Frauen aus Liebe tun" lebt nicht von Action, sondern von (Lebens-)Gefühl. Dem einen liegt das, dem anderen nicht. Mir lag es sehr, so dass ich dem Buch die Bestnote, noch über das Schema hinaus gegeben habe.
Sophie steht für eine ganze Menge Frauen, auch wenn ich glaube, dass ihr Leben doch einige Jahre vor meinem stattgefunden hat, jedenfalls möchte ich behaupten, dass man für die Arbeit in einem Verlag nicht mehr Schreibmaschine tippen können muss. Aber so auffällig ist das nicht, was dem Roman eine Art Zeitlosigkeit angedeihen lässt, die ihn auch noch in fünfzig Jahren atraktiv machen wird.
Wer hier etwas Ausgeflipptes erwartet, wird enttäuscht sein. Auch Bettgeschichten und das ewige Hin und Her zwischen den Geschlechtern fehlt auf den ersten Blick. Man muss eintauchen und sich gefangen nehmen lassen. Das heißt aber nicht, dass der Roman kompliziert wäre, ganz im Gegenteil. Aber er kann einen wirklich so sehr fesseln, dass man nicht mehr aufhören möchte. Die Atmosphäre, die Melissa Bank zu verbreiten versteht ist einzigartig und man findet sie nur sehr selten. Die Grundstimmung der mordernen weiblichen Unterhaltungsliteratur wird gehalten und aufgegriffen, aber Sophie steigt mit ihrer Welt eine Stufe darüber hinaus.


Samstag, 8. August 2009

Mr. Right, Lady Di und ich - Catriona McCloud



Janie Lawson ist dreißig und ihre Ehe ist gescheitert. Entmutigt schläft sie Abends ein und erwacht am nächsten Morgen in ihrem alten Kinderzimmer - als Fünfzehnjährige! Was hat das zu bedeuten?
Sie muss wieder zur Schule gehen, hat drei nervige beste Freundinnen und keine Ahnung, was nun eigentlich los ist. Wahrscheinlich, überlegt sie, soll sie eine nahende Katastrophe verhindern. Logo! Lady Diana Spencer muss vor ihrer Ehe mit dem englischen Kronprinzen gerettet werden. Gar nicht so leicht mit 15 Lenzen.
Dann tritt auch wieder Danny Conway in ihr Leben, dem sie damals sagte, er solle sie nie wieder ansprechen! Nun wird er zu ihrem einzigen Vertrauten. Mit dem Wissen einer Dreißigjährigen beginnt sie, ihre Umwelt zu verändern. Sie lüftet Geheimnisse ihrer Eltern, zieht um, kümmert sich um Danny und seine alkoholkranke Mutter ...
Viele Jahre später - Janie hat ihr Leben noch einmal gelebt - begegnet sie ihrem einstigen Ehemann wieder. Und steht plötzlich vor der Entscheidung: er oder Danny?


Eines dieser Bücher, das man wahrscheinlich allein aufgrund des Covers unterschätzt. Auch der Klappentext ist wenig hilfreich, denn das ist keine klassische Chick Lit.
Und trotzdem eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe!
Zunächst war ich etwas enttäuscht, da sich die Handlung nicht so entwickelte, wie ich das erwartet habe. Der Flair der 80er geht dem Roman ab, das alles spielt nicht wirklich eine Rolle. Auch die kurze Episode mit Lady Di scheint kaum erwähnenswert. Aber es ist sehr schwer, den Inhalt dieses Buches zusammenzusafassen: er ist unheimlich komplex und man muss ständig aufpassen, nicht zu viel zu verraten. Fakt ist, dass Janie insgesamt fünfzehn Jahre noch einmal lebt, bis zu dem Punkt, als sie einstmals aus ihrer Zeitlinie verschwand. Dieser Tag entpuppt sich als Stichtag. Auch bekommt sie einen geheimnissvollen Mann an die Seite gestellt, der alle paar Jahre bei ihr reinschaut und offenbar mehr über das Ganze weiß, als sie.
Doch nicht nur das macht den Roman zum Genuss. Es sind vor allem die Charaktere. Janie ist keine Überfrau und handelt nachvollziehbar. Danny ist anfangs sicher kein "Held", im Gegenteil er ist knuffig und süß einfach durch sein Umfeld und seine Hilfslosigkeit. Er liebt Janie von Anfang an, aber sie merkt es einfach nicht. Beiden dabei zuzusehen ist wirklich herzerfrischend, auch wenn man Janie oft an der Gurgel packen und sie mit der Nase drauf stoßen möchte.
Mir haben sich die Zehen eingerollt vor Spannung und meine Stirn lag in Falten. Ich las das Buch auch so spät Abends, dass ich einmal sogar darüber einschlief. Was mich das Buch nicht in den Olymp heben lässt, ist das Ende. So etwa eine Seite. Das lässt den Leser unbefriedigt zurück und das war unheimlich schade. Wen das aber nicht stört, der sollte unbedingt zugreifen, bei dem Preis kann man nicht viel falsch machen.
Leseempfehlung!


Montag, 20. Juli 2009

Der Frühstückskrieg - Penny Smith



Katie Fisher hat einen ganz eigenen Humor, der ihr dann doch zum Verhängnis wird. Im lange herausgezögerten Urlaub erfährt sie, dass sie nicht länger Moderatorin des Frühstücksfernsehens "Hello Britain" ist. Sie wurde abserviert und es steckt eine bildschöne und viel jüngere Frau dahinter, die Katie aber bei weitem nicht das Wasser reichen kann. Deprimiert betrinkt sie sich und findet sich am nächsten Tag in der Zeitung wieder.
Kaum daheim, wird sie von Reportern belagert und flüchtet zu ihren Eltern. Als sie dort den Weinkeller auffrischen will, wird sie beim einkaufen fotografiert und als saufende Loserin dargestellt. Hinzu kommt, dass sie eine Hypothek zu bezahlen hat und nicht weiß, woher sie das Geld nehmen soll. Die Negativpublicity hilft nicht gerade dabei, einen euen Job zu finden ...
Der gutaussehende Gärtner Bob Hewlett tröstet Katie über so manches hinweg und verliebt sich in sie. Was sie für ihn fühlt wird ihr erst klar, als sie betrunken mit einem anderen knutscht und die Presse auch diesmal nicht weit ist. Woher wissen die nur immer bescheid?


Penny Smith hat selbst beim Frühstücksfernsehen gearbeitet und man müsste meinen, sie kenne sich gut aus. Es gab in England nach Erscheinen des Buches sogar die Diskussion, ob die Figuren nicht nach realen Vorbildern entstanden sind. Deutsche Leser werden da nicht mitreden können, da wir die Show nicht kennen. Das ist schade, denn die Charaktere, die ich kennengelernt habe, waren blass, blass, blass. Ohne Substanz hangelten sie sich von einem Klischee zum nächsten, ohne eine gewisse Tiefe zu entwickeln.
Katie ist eine gestandende Frau und eigentlich sollte sie nach der anfänglichen, nur zu verständlichen Depression, taff ihren Weg gehen. Aber nichts dergleichen findet man wieder. Sie trinkt viel und lässt sich gehen, immer hoffend, dass jemand für sie den Karren aus dem Dreck ziehen wird. Glücklicherweise für sie ist es dann auch so. Unglücklicherweise für den Leser.
Der "Frühstückskrieg", auf den ich mich schon so gefreut habe, bleibt aus. Mitten im Roman ändert sich alles, Figuren werden neu eingeführt und das angedeutete Ende läuft ergebnislos aus. Dabei hätte sich Katies Rache geradezu angeboten, warum Penny Smith nicht darauf hingearbeitet hat, ist mir unklar. Zwar gibt es so etwas wie ein Happy End, doch hinterlässt es mich unbefriedigt und enttäuscht.
Das einzige Wort, das mir zu dem Roman einfällt ist: Schade.


Mittwoch, 15. Juli 2009

Liebe im Schlepptau - Julie Cohen



Rosie Fox arbeitet als Medium in einer kleinen Bühnenshow. Dort nimmt sie angeblichen Kontakt zu den verstorbenen Lieben der Zuschauer auf. In Wirklichkeit hat sie allerdings keine spirituellen Kräfte, weiß sich aber sehr gut zu verkaufen. Eines Tages macht sie eine wirkliche Vorraussage und obwohl sie die Katastrophe nicht verhindern kann, werden die Medien auf sie aufmerksam. Rosie genießt den Rummel. Dann taucht ihr heimlicher Schwarm auf - Harry Blake. Er ist vor Jahren von der Times gefeuert worden, weil ein Informant ihn reingelegt hat. Nun arbeitet er für das britische Fernsehen in einer Sendung, in der es um Okkultismus geht. Dabei liegt es ihm sehr am Herzen, die Scharlatane auffliegen zu lassen.
Beide spüren, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen und nähern sich einander an. Doch keiner glaubt dem anderen und schließlich schreibt Harry einen verhängnisvollen Artikel über Rosie ...


Julie Cohen ist erneut ein rundum überzeugender Roman gelungen. Heiter und mit der richtigen Prise Humor schildert sie Rosies Situation. Aber auch die Gefühle rund um Rosies eher negative Vergangenheit kommen nicht zu kurz. Harry ist ein Gegenpart, wie es diese junge, starke Frau braucht und beiden zuzusehen, wie sie den jeweils anderen überzeugen wollen, macht richtig Spaß.
Die Autorin hat sich eingehend über das Metier informiert und greift einen kleinen Teil aus der übersinnlichen Branche auf, ohne sich darüber lustig zu machen. Glaubhaft schildert Cohen, was Rosie tut, wenn ein Geist neben ihr steht und mit Sohn oder Ehefrau sprechen will. Die Wahrscheinlichkeiten, die sie dabei berechnet sind sehr glaubhaft und als Leser kann man sich nicht entscheiden, ob man darüber nun den Kopf schütteln oder grinsen soll. Bei allem aber hilft Rosie den Verzeifelten auch weiter. Sie ist richtig charmant und sympathisch dargestellt, man kann ihr nie lange böse sein.
Ich werde sicher auch jedes weitere Buch der Autorin lesen. (Und im englischen gibt es davon bereits eine ganze Menge)