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Montag, 30. März 2026

Gesandter der Unterwelt - priest

 


Titel: Gesandter der Unterwelt
Autorin: priest
Originaltitel: Zhen Hun (镇魂)
Verlag: ‎Bramble
ISBN: ‎978-3426563809  
Euro: 25,00
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2025
Seiten: 400
Serie: Guardian 02
Come in: Kauf

 

 



Inhalt/Klappentext
Menschen strömen in Massen in das Krankenhaus der Stadt, geplagt von unerklärlichen Schmerzen, die die behandelnden Ärzte vor ein Rätsel stellen. Ein Fall für den jungen Ermittler Zhao Yunlan und sein Team aus der Abteilung für Sonderermittlungen, das sich mit allem Übernatürlichem befasst. Als sich der mysteriöse Fall entfaltet, stoßen Shen Wei und Zhao Yunlan auf eine atemberaubende Entdeckung: Eines der vier Heiligtümer ist in die Welt der Sterblichen zurückgekehrt. In den falschen Händen kann das Artefakt das Gleichgewicht zwischen den Welten zerstören. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

 

 

Donnerstag, 10. Juli 2025

Seelenwächter (Guardian 01) - priest

 

„Seelenwächter – Guardian 01“ von Priest im Check: Chinesische Mythologie im Urban-Fantasy-Reihenstart.


Titel: Seelenwächter
Autorin: priest
Originaltitel: Zhen Hun" (
镇魂)
Verlag: ‎Bramble
ISBN: ‎978-3426563786
Euro: 24,00
Veröffentlichungsdatum: Juni 2025
Seiten: 448
Serie: Guardian 01
Come in: vorablesen.de

 

 

 

Inhalt
Der unter seiner Mittelmäßigkeit leidende Gou Changcheng bekommt nach dem Studium von seinem Onkel einen Posten zugeschachert. Er gelangt in die streng geheime Abteilung des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, die sich mit dem Übernatürlichen befasst. Diese wird von dem chaotisch wirkenden Ermittler Zhao Yunlan geleitet, der immer dann hinzugerufen wird, wenn ein Todesfall nicht zu erklären ist. Während des neuesten Falls lernt dieser den schüchternen Professor Shen Wei kennen und beginnt mit ihm zu flirten. Doch der scheint etwas zu verbergen. Und es geht ein übernatürlicher Mörder um, der den Ermittler bis in die Unterwelt führen wird.

 

Dienstag, 7. März 2023

Der Weg ins Feuer - Kathleen Kent

 

Drogenfahnderin Betty wurde entführt und gefoltert und dafür an den Schreibtisch verbannt. Als mehrere Dealer ermordet werden, nimmt sie eigene Ermittlungen auf.

 

 


Titel: Der Weg ins Feuer
Autorin: Kathleen Kent
Originaltitel: The Burn
Verlag: Suhrkamp
ISBN: ‎978-3518472965
Euro: 16,95
Veröffentlichungsdatum: Februar 2023
Seiten: 359
Serie: Betty-Rhyzyk-Serie
Come in: vorablesen

 

 

 

Inhalt
Die Drogenfahnderin Betty Rhyzyk erholt sich von schrecklichen Erlebnissen: Sie wurde entführt und gefoltert. Das zu verarbeiten, fällt ihr schwer, eine Therapie verweigert sie und wird zu Schreibtischarbeit verdonnert. Ihre Frau Jackie bekommt ihr Aufbrausen und ihre Unzufriedenheit ab, so dass es in der Beziehung kriselt. Zusätzlich macht Betty sich Sorgen um Kollegen und besten Freund Seth, der in kriminelle Kreise abzudriften droht. Zudem ermordet jemand Klein-Dealer und es geht das Gerücht, dass ein Cop aufräumt. Als aber Bibelsprüche am Tatort zurückgelassen werden, muss Betty sich fragen, ob ihr alter Feind zurück ist.

 

 

Dienstag, 15. März 2022

Love in the Big City - Sang Young Park

 


Titel: Love in the Big City

Autor: Sang Young Park

Originaltitel:
대도시의 사랑법 (Daedosiui Sarangbeop)

Verlag: ‎ Suhrkamp Verlag

ISBN: 978-3518472286

Euro: 16,00

Veröffentlichungsdatum: März 2022

Seiten: 251

Serie: nein

Come in: vorablesen

 

 

 

Inhalt
Der junge Koreaner Young lebt zwischen Hörsaal/Wehrdienst/Berufsleben, seiner krebskranken Mutter, der Partyszene und seinen zahlreichen losen Männerbekanntschaften in der großen Stadt Seoul. Jede Nacht feiern und trinken, jede Nacht ein neuer Kerl. Bis seine beste Freundin Jaehee, mit der er bisher alles geteilt hat, beschließt zu heiraten und sesshaft zu werden. Obwohl er das zunächst konsequent ablehnt, fragt er sich bald, ob nicht auch er mit einer dauerhaften Beziehung im Leben ankommen sollte. Aber ist das überhaupt etwas für ihn?

 


Freitag, 10. September 2021

Das geheime Leben des Albert Entwistle - Matt Cain

 


Titel: Das geheime Leben des Albert Entwistle

Autor: Matt Cain

Originaltitel: The Secret Life of Albert Entwistle

Verlag: ‎ Ullstein

ISBN: ‎ 978-3864931956

Euro: 14,99

Veröffentlichungsdatum: August 2021

Seiten: 432

Serie: nein

Come in: vorablesen.de

 

 

 

Inhalt
Albert Entwistle steht kurz vor seiner Pensionierung als Postbote in der Kleinstadt Toddington. Bis dato hat er es geschafft, den meisten Menschen aus dem Weg zu gehen, auch seinen Kollegen. Als jedoch Weihnachten ansteht, seine geliebte Katze stirbt und er einige alte Fotos seiner Jugendliebe findet, beschließt er, sein Leben zu ändern. Albert will George, der sein größtes Geheimnis war, wiederfinden und sich für die Ereignisse entschuldigen, die sie fünfzig Jahre zuvor trennten. Aber das ist gar nicht so einfach.

 

Freitag, 14. Oktober 2016

(Verschoben) "Feuerhimmel, Sternennacht" von Audrey Coulthurst

Noch ist Coulthursts Roman bei einigen Online-Buchhändlern zu finden, auf der Verlagsseite sucht man ihn indes vergeblich. Der Erscheinungstermin von "Feuerhimmel, Sternennacht" wurde auf März 2018 verlegt. Auf Nachfrage erklärte der Verlag: "(...) aus internen Gründen auf 2018 geschoben. Auf der Homepage finden Sie den Titel nicht, weil er nicht im aktuellen Programm ist."
Diese eher kryptische Antwort ließ viel Spielraum für die Vermutung, dass der Roman gar nicht mehr erscheinen würde. Von seiten der Autorin heißt es zu der Problematik: "My understanding is that the book will be released in March 2018. The publisher decided to change the cover of the book, and will need some time to create the new artwork. I'm so sorry for the delay."
Das bisherige Cover sollte man sich also noch einmal etwas genauer anschauen, denn mit diesem wird die Geschichte leider nicht veröffentlicht. Das englischsprachige Original "Of Fire and Stars" ist übrigens ab November 2016 zu lesen.
Das Jugendbuch, das bei cbt erscheinen sollte, erzählt die Geschichte einer Prinzessin mit seltener magischen Gabe, die in ein anderes Königreich entsandt wird, um den dortigen Prinzen zu heiraten - sich jedoch in dessen Schwester verliebt. Wie rar Bücher dieser Art sind, muss nicht erörtert werden, was es doppelt bedauerlich macht.

Die Vermählung von Dennalaia von Havemont mit Thandi von Mynaria besiegelt eine politische Allianz zwischen zwei einst verfeindeten Reichen, nicht mehr. Dennoch hofft Prinzessin Denna bei ihrer Ankunft am Hof von Mynaria inständig, ihren zukünftigen Gemahl vielleicht auch lieben zu können. Dass der kühle, sarkastische Prinz ihr Herz jedoch nicht zu erobern vermag, spürt sie schnell. Umso dankbarer ist sie, als sich die Schwester des Prinzen, Amaranthine, ihrer annimmt und ihr Reitstunden gibt. Denna bleibt der weiche Kern hinter Maras rauer Schale nicht verborgen, und sie genießt es zunehmend, Zeit mit ihr zu verbringen ...

Donnerstag, 26. April 2012

(Queergelesen) König und Königin des Comics


Die Autorin Juliette Bensch ("Last minute Liebe") liest und schreibt über queere (Literatur-)Themen.


König und Königin des Comics
Alison Bechdel und Ralf König im Portrait

Aus gegebenem Anlass werfe ich den Blick heute mal auf Bücher, deren Inhalt weniger vom geschriebenen Wort, als vom gezeichneten Bild dominiert wird. Bilder von knollnasigen Bären und coolen Dykes. Bilder, die es ins Kino schaffen, die Literaturszene revolutionieren und sich für das stark machen, was ihre Zeichner bewegt.

Aber fangen wir mal am Anfang der Geschichte an. Es beginnt im Jahre 1960. Das ist ein guter Jahrgang. Zumindest, was Kunsttalente angeht. Es begab sich da zum einen im fernen, amerikanischen Lock Haven, Pennsylvania. Dort erblickte Alison Bechdel das Licht der Welt.
Hierzulande und lediglich einen Monat vor ihr wurde Ralf König in Soest, Westfalen geboren. Während Ralf König eine Tischlerlehre an seinen Realschulabschluss hängte, ist Alison Bechdel noch in der College-Ausbildung. Sie bewarb sich an mehreren Kunsthochschulen, wurde jedoch abgelehnt und arbeitete erstmal in verschiedenen Stellen im Verlagswesen. Er hingegen schaffte es an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Und dann geht’s los. Sie zeichnen. Auftragswerke, freiberuflich, politisch und so wie es ihnen passt. Und sie kommen raus, outen sich. Es sind die 1980er. Stonewall hat Amerika verändert. Die Schwulen- und Lesbenbewegung kämpft sich voran und begehrt gegen Paragraph 175 auf. Ralf König ist mittendrin, dokumentiert und veröffentlicht Schwulcomix. Alison Bechdel entwickelt die Dykes to watch out for, die regelmäßig in einer Zeitung erscheinen. Beide dokumentieren die Subkultur, schwul, lesbisch, deutsch, amerikanisch.

1990 veröffentlichte König zuerst Das Kondom des Grauens, eine erste längere Comic-Erzählung. Kurz darauf erschien Der bewegte Mann, erstmals bei einem großen Publikumsverlag, und wurde bald mit großem Erfolg fürs deutsche Kino verfilmt. Weitere Werke folgten Knall auf Fall und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Die Knollnasen sind legendär, verhehlen nichts und sind urkomisch.

1990 hat auch Bechdel verändert. Sie konnte sich als Comiczeichnerin und Illustratorin selbstständig machen. Die Dykes to watch out for ist wie eine Soap, man kann überall in die Reihe um Mo und ihre Freundinnen einsteigen. Die Comicbände erschienen übrigens auch im Deutschen (wie ich in der zweiten Ausgabe von Queergelesen erwähnte). Bechdels großer Durchbruch erfolgte erst 2006 mit Fun Home. Der ‚Tragicomic’ (oder auch Graphic Novel) ist hochgradig autobiografisch und viel ernster und realistischer als Königs Werke. Es geht um das Heranwachsen im Familienbetrieb, einem Bestattungsunternehmen, das Erkennen ihrer Homosexualität und um den Tod ihres Vaters. Fun Home stand in Amerika auf den Bestsellerlisten und wurde auch in Deutschland deutlich wahrgenommen.

Königs Fokus lag jüngst u.a. mit den Bänden Prototyp, Archetyp und Antityp auf den Themen Religion und Religionskritik. Außerdem erschien der Sammelband Der dicke König.

Zurück zum Stein, der diesen Artikel ins Rollen gebracht hat. Ich sprach zu Beginn von einem aktuellen Anlass. Ebendieser war die diesjährige Berlinale, auf der der Dokumentarfilm Der König des Comics Premiere feierte. Gedreht wurde das Ganze von Rosa von Praunheim, Filmemacher und Legende der Schwulenbewegung. Letzten Monat war er noch in verschiedenen deutschen Kinos zu sehen.

Bechdel kündigt derweil das Erscheinen eines neuen vielversprechenden Comicbandes mit dem Titel Are You My Mother? für Mai 2012 an.

König und Bechdel haben auf unnachahmliche Weise die Schwulen- und Lesbenbewegung geprägt und waren und sind dabei unglaublich unterhaltsam, aufklärerisch und berührend. Ich bin gespannt, was wir noch von ihnen erwarten können und verneige mein Haupt vor dem König und der Königin des Comics.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Amour Fou-Leidenschaft unter zwei Sonnen - Kathrin von Potulski


Jean-Luc, Sohn eines Herzogs, zieht junge Männer den Damen in Liebesdingen vor. Seinem Vater gefällt das gar nicht und er schickt seinen Sohn so weit fort, wie er nur kann - nach Versaille.
Der unerfahrene Adelssprössling trifft dort buchstäblich auf eine andere Welt. Und auf einen wunderschönen Asiaten, den Lackmaler Toshiro. Nach anfänglichem Zögern, zieht es beide zueinander hin und sie verlieben sich. Doch obwohl man in Versaille dieser Paarkonstellation gegenüber etwas offener ist, als der Rest der Welt, stehen zwei Hindernisse einem glücklichen Zusammenleben im Weg. Zum einen, dass Offizielles nicht geduldet wird. Und zum anderen die junge Adelige Victoire, die sich in Jean-Luc verliebt hat. Um ihn in ihr Bett zu bekommen, schmiedet sie einen perfiden Plan: Mithilfe des Okkultmeisters Danceny soll Toshiro verunglimpft werden. Nachdem Jean-Luc überzeugt ist, dass sein Geliebter nur hinter seinem Geld her war, würde er zu Victoire flüchten. Beinahe scheint alles aufzugehen und mehr als ein Herz wird gebrochen ...



Das Cover ist ein bisschen einfach, wenngleich dafür auch ausdrucksstark und irgendwie auch passend. Etwas pathetisch und übertrieben, aber damit passt es sich auch hervorragend der Geschichte an.



Ich muss gestehen, dass ich mit sehr wenig Erwartung an das Buch herangegangen bin. Allerdings wurde ich positiv überrascht, denn die Geschichte liest sich flott weg und unterhält. Dennoch war ich sehr angemosert davon, dass "Gay Historical Romance" auf dem Cover steht und dann ein Geschlechtsakt den nächsten reitet, ohne dass es die Handlung voranbringt und sie manchmal sogar behindert. Irgendwann habe ich das Buch umgedreht und ganz unten steht "Erotischer Roman" versteckt. Ja, was denn nun?
Von ausgewiesenen erotischen Romanen lasse ich nämlich die Finger, denn ich mag das dort sehr oft verwendete Vokabular nicht. Erotische Szenen, sofern geschmackvoll und anregend, lese ich gern. Aber die Mischung muss stimmen.
In "Leidenschaft unter zwei Sonnen" fehlt ganz eindeutig der Romance Aspekt, was ich sehr schade finde, denn dafür gibt es einiges Potential. Dann küssen sich Jean-Luc und Toshiro ein Mal und sind unsterblich und für immer aneinander gebunden. Weil das so unglaubhaft ist, kommt absolut kein Feeling rüber, auch wenn sie es dann noch durch verschiedene Stellungen (und Orte) versuchen zu vertiefen.
Insgesamt gesehen sind die meisten Charaktere sympathisch, aber leider strohdumm. Jean-Luc beispielsweise wird vom Oberbösewicht Danceny angelogen und als er herausfindet, hinter welchen Machenschaften dieser steckt, zweifelt er nicht etwa dessen Wort an, sondern das seines Geliebten. Und als sei das nicht schon schlimm genug, scheint Daceny auch die Autorin übers Ohr gehauen zu haben, denn plötzlich stimmten alle Anschuldigungen wirklich. Das hat mich zutiefst verwirrt und es wirkte, als sei das Frau von Potulski selbst erst gegen Ende eingefallen.
Etwas ernsthafter hätte ich mir die Geschichte gewünscht oder vielleicht auch erwachsener. Mir war, als würde ich die große Verbundenheit zu diversen Mangas spüren. Dabei geht es um erwachsene Menschen in Versaille und ihre Abenteuer.
Wer hier großartig schwarze Messen erwartet, wird enttäuscht sein. Wie alles andere auch, wird stets umrissen, aber nie genau gezeigt. Bei knapp 161 Seiten mag es auch schwer gewesen sein, alles in der Handlung unterzubringen, da hätte es einer Ausweitung bedurft. Ausgehend vom Plot wäre deutlich mehr drin gewesen, dieser verspricht nämlich durchaus eine großartige Geschichte, mit Spannung, Intrigen, Liebe und Herzschmerz.
Die erotischen Szenen sind ein bisschen zu gleich geraten und einige Dinge wiederholen sich die gesamte Handlung und über verschiedene Personen hinweg andauernd. Auch hier hatte ich den Eindruck, als hätte alles, was es so gibt in der viel zu geringen Seitenzahl untergebracht werden wollen. Weniger, dafür aber atmosphärisch dichter, wäre deutlich mehr gewesen.
Es gibt noch mehr nicht ganz zusammenpassende Dinge, weil ich damit aber zu viel verraten würde, lasse ich das jetzt mal so stehen. Insgesamt gesehen bekommen Leser von Gay Erotik genau das, was sie möchten und das noch in einer romantisch angelegten Geschichte. Wer mehr erwartet, wird enttäuscht sein, das Hauptaugenmerk liegt nur auf Erotik, nicht den Gefühlen. Die Charaktere sind nicht immer glaubhaft, dafür umso attraktiver.
Gut lesbar für die schnelle Nummer zwischendurch.




Kathrin von Potulski wurde 1965 in Mannheim geboren. Nach einem Studium der Germanistik und Politikwissenschaft arbeitete sie mehrere Jahre im Bereich Marketing und werbliche Kommunikation. Seit 2009 veröffentlicht sie erotische Romane. Bei Blue Panther Books erschien ihr Roman "Anwaltshure" unter dem Pseudonym Helen Carter.
Wikipedia ist anderer Meinung: Dort wurde die Autorin 1975 geboren und schreibt unter den oben berits genannten Pseudonymen, aber auch noch als Cassandra Norton. Die Homepages verraten leider nichts Näheres zur (Autoren-)Person.

Montag, 20. Dezember 2010

Hexenzorn - T. A. Pratt


Marla Mason ist die führende Hexe (im Original Zauberin, Kämpferin und Beschützerin) der kleinen Stadt Felport. Aber sie hat dort eine Widersacherin, Susan, die ihr das Amt streitig machen möchte. Dazu schafft sie einen großen Zauber, der Marla unwiederbringlich auslöschen soll.
Um das zu verhindern, benötigt Marla einen magischen Gegenstand, den es aber nur in San Francisco gibt. Mit ihrer rechten Hand Rondeau kaum dort angekommen, macht sie sich bei ihrer Suche die ersten Feinde.
Ein geheimnisvoller Magier kommt ihr ein ums andere Mal zuvor, tötet einen ihrer besten Freunde und schließlich auch diverse andere Hexen und Zauberer der Stadt.
Obwohl Marla nichts mit dieser Angelegenheit und Frisco zu tun haben will, beschließt sie, die ansässigen Magier zu warnen. Denn wer immer an der Hierarchiespitze steht, wird als nächstes umkommen. Sei es der Sex-Magier Finch, der seine Energien durch große Sex-Partys sammelt oder der Technozauberer Dalton, der Spiegelwesen seiner Selbst kreiert hat und diese alle halbe Stunde abloaden lässt. Außerdem hat der Geheimnisvolle genau das, was Marla benötigt und weigert sich, es ihr selbst für kurze Zeit zu überlassen.
Darum bleibt der schlagfertigen Hexe nichts anderes übrig, als sich zunächst um die Probleme San Franciscos zu kümmern und erst dann um ihre eigenen. Doch die Zeit läuft ihr davon ...

 
Mit dem Cover ist es diesmal so eine Sache. Natürlich ist das Original um Weiten besser, als das der deutschen Übersetzung. Aber bei dieser Geschichte fällt es doch sehr schwer, nicht das Falsche mit einem - wie auch immer gearteten - Bild zu suggerieren.
Marla passt in keine der momentan vorherrschenden Sparten; eine Person, sei sie auch verdeckt, dazustellen bringt also nichts. Noch eher hätte ich zur Rahmenhandlung tendiert: die Stadt San Francisco und als Dreingabe etwas Magisches. Warum nicht ein gelber Frosch? Oder das Wesen, welches die Menschheit vernichten will?
Manikürte Fingernägel mit einer Flamme darüber passen jedenfalls nicht und ich hoffe, dass nicht noch mehr Leser vorbeigreifen werden, weil das Cover so wie es ist ein wenig langweilig erscheint.

 
Wer hier Romantik, Liebe und/oder Erotik erwartet, ist falsch und sollte diese Rezension nicht erst weiterlesen. Bei "Hexenzorn" handelt es sich um reine Urban Fantasy (Verlag: Dark Fantasy), bei der es nicht - und sei es auch hintergründig - darum geht, die Heldin mit einem sexy übernatürlichen Wesen zu verkuppeln. So wie ich Marla kennenlernen durfte, wäre diese sicher auch unheimlich irritiert davon gewesen, wenn ihr derart der Hof gemacht worden wäre, wie man es aus zahlreichen Romanen dieser Art kennt.
Als sie dann unfreiwillig bei Finch dem Sex-Magier einen Verehrer bekommt, der darauf besteht, dass sie ihn auspeitscht und dann nicht von ihrer Seite weicht, tut sie ihm schließlich den Gefallen. Womit der junge Mann wohl nicht gerechnet hat. Aber keine Sorge, Marla kennt sich aus und peitscht ihm ihre Initialen in den Allerwertesten - unter großem Applaus der Umstehenden.
Man merkt, Marla ist von der derberen Sorte, sie hat Kopfschuppen, kleidet sich eher männlich, spricht wie's ihr gefällt und nimmt die Dinge gern selbst in die Hand. Die Komplikationen, die ihr das Leben schwer machen, sind nicht von der Fettnäpfchen-Sorte oder hausgemacht, sondern werden von der Handlung und den Feinden bedingt, sind zudem auch wirklich gefährlich.
Imposant auch, wie unerschütterlich Marlas Selbstvertrauen ist. Klar, es scheint aussichtslos, aber aussitzen hilft nicht. Also Plan entwickeln und wenn alles schief läuft, einfach drauf los. Außerdem hat so eine Hexe noch die ein oder andere Überraschung im Petto und Marla gehört zu den besten.
In dieser Art kenne ich kaum eine Heldin, auch wenn viele Autorinnen ihre Protas gern als Kick-Ass oder modern im Leben stehend verkaufen wollen. Liegt es daran, dass es sich bei T. A. Pratt um einen Mann handelt? Auch bei Sarwat Chadda fiel mir auf, wie sehr sich seine Heldin von den meisten anderen unterscheidet. Alpha-Frauen, statt Weibchen - ich werde nun öfter zu männlichen Autoren mit weiblichen Hauptfiguren greifen.
Marla ist mit interessanten Nebenfiguren umgeben worden. Da ist B., der einst Schauspieler war und dann übersinnliche Kräfte entwickelt hat, an die er selbst gar nicht so richtig glaubt. Und Rondeau, der eine Art Geistwesen ist, das sich im Körper eines Kindes festgesetzt und mit ihm zusammen erwachsen geworden ist. Er ist hier der weiche Kern, entwickelt Gerechtigkeitssinn, besteht auf der Rettung der Unterdrückten, während Marla nur ein Ziel kennt: Ihre eigene Erlösung. Die vielen Magier, die ihre Energien aus den unterschiedlichsten Medien beziehen: Sex, Technik, Kannibalismus, einem magischen Zug ...
So abgedreht wie die Story, so abgedreht sind die vielen Personen, denen die Hexe aus Felport begegnet. Das macht eine ganze Weile lang sehr viel Spaß, wird aber irgendwann ein wenig zu viel. Doch es muss schwierig sein, so viele Ideen unterzubringen und die Welt, in der die Heldin agiert - von der man vielleicht noch nicht einmal weiß, ob sie in Fortsetzung gehen wird - unter einen Zauberhut zu bringen. Gut, dass Pratt das selbst aufgefallen ist, denn irgendwann war Schluss mit der fast endlosen Kette an zu rettenden Magiern und die eigentliche Handlung konnte wieder einsetzen.
Der Verlauf dieser ist stringent und wird vor allem mit den Figuren und der verwendeten Sprache gewürzt. Alles zusammen gemixt ergibt eine überaus spannende und sehr unterhaltsame Geschichte, von der übrigens nicht klar ist, ob sie zu einem guten Ende finden wird. DAS ist nur klar dadurch, dass es noch einige Folgebände gibt; Marla kann also nicht schon hier zu einem frühen Ende finden.
Felport übrigens wird allein durch Marlas und Rondeaus Äußerungen und Gedanken bildlich. Zwar erhält man ein recht negatives Bild, von versifften Spelunken, Drogendealern an jeder Ecke und einem Staatsapparat, der sich fest in der Hand der führenden Hexe befindet. Aber weil Marla diese Stadt liebt, bekommt das alles wieder einen positiven Touch. Andere Seiten Felports werden durch Susan und ihren Charakter deutlich - da ist dann eben auch die Gegenseite vertreten, die High Tower, die Schicki-Micki-Läden und all das.
Ich fand es sehr gelungen, eine Stadt auf diese Art und Weise vorzustellen. Sie wurde fassbar, obwohl sich die die Helden gar nicht in ihr aufgehalten haben; das muss man T. A. Pratt erstmal nachmachen!
Wodurch der Autor in seinem eigenen Schaffen inspiriert worden ist, wird schnell klar. Genau das aber macht den Reiz der Geschichte aus - die sich unheimlich gut als Film machen würde.
Empfehlenswert ist "Hexenzorn" eher für solche Leser, die gern mal wieder etwas anderes lesen würden, als das, was sich bisher eingebürgert hat. Etwas abgebrüht sollte man schon sein, wenn man Marla (und ihrem Team) dabei zusieht, wie sie SM praktizieren, actionreich kämpfen, einen eigenen Gerechtigkeitssinn erfinden und sich nicht um andere scheren. Eine klitzekleine homoerotische Liebesgeschichte, die aber nur erwähnt und nicht ausgebreitet wird, exsistiert.
Wer starke Protagonisten mag und sich über eine Story abseits des Üblichen freut, ist hier gut beraten. Selbst ein bisschen abgedreht zu sein, schadet übrigens nicht.



Autorenhomepage: http://www.timpratt.org/
Marla Masons Homepage: http://marlamason.net/
Tim Pratt (December 12, 1976) is a science fiction and fantasy writer and poet. He grew up in the vicinity of Dudley, North Carolina, and attended Appalachian State University, where he earned a Bachelor's in English. In 1999 he attended the Clarion East Writing Workshop. He moved to Santa Cruz, California in 2000, and currently resides in Oakland with his wife Heather Shaw and son River. He currently works as a senior editor at Locus Magazine.
Pratt's work has appeared in a number of markets, including Asimov's Science Fiction, Realms of Fantasy, Orson Scott Card's InterGalactic Medicine Show, and Strange Horizons. His story "Little Gods" (online) (2002) was nominated for Nebula Award for the Best Short Story. His story "Hart & Boot," first published in Polyphony 4, was reprinted in Best American Short Stories: 2005. His "Impossible Dreams" (Asimov's July 2006) won the Hugo Award in the Best Short Story category. Collection Hart & Boot & Other Stories was a World Fantasy Award finalist in 2008.

Montag, 28. September 2009

Manga: Wild Rock - Kazusa Takashima ♥♥♥♥♥



Yuen ist sehr zierlich für sein Alter und hat es wieder nicht geschafft, den Säbelzahntiger zu erlegen, den sein Stamm als Zeichen gewertet hätte. Stattdessen ist ihm ein anderer zuvor gekommen - Enba, der Häuptlingssohn des Feindes.
Zur Strafe schickt ihn sein Vater aus, den anderen jungen Mann zu töten. Als Mädchen verkleidet! Denn Yuen soll Enba erst täuschen und dann im richtigen Moment zuschlagen.
Doch dann kommen sich die beiden näher und Yuen verliebt sich unsterblich. Was er nicht weiß ist, dass Enba sein falsches Spiel längst durchschaut hat und seine Gefühle erwidert. Als seine Schuldgefühle zu stark werden, verlässt er Enba und kehrt zu seinem Stamm zurück. Sein Seelengefährte entführt ihn kurzerhand ...

Bei Carlsen Comics 2005 erschienen, begeistern die 192 SW-Seiten durchweg.
Das beginnt schon damit, dass es sich hier um einen in sich abgeschlossenen Band handelt und daher keine weiteren Folgebände angeschafft werden müssen.
Die Liebesgeschichte ist herzerwärmend - das langsame Herantasten, die Schuldgefühle, das Verlassen werden. Schließlich eine mutige Tat und die Auflösung des Problems. Alles, was eine romantische und sinnliche Story benötigt.
Hinzu kommen die sexy aussehenden Helden: Enba ist groß und muskulös. Seine Gesichtszüge sind kantig hervorstechend, zeigen aber auch weiche Züge. Yuen ist weiblicher geraten, er ist klein und zierlich. Damit werden auch die Charaktere der beiden schon sehr genau beschrieben: Enba, der weiß, was er will und es sich nimmt. Und Yuen, der an sich zweifelt und emotional auf alles reagiert.
Die erotischen Szenen sind sehr ausgeprägt und daher offiziell ab 16 Jahren empfohlen. Die Zeichnungen sind genau und sehr fein, entbehren auch nicht an Details. Kazusa Takashima hat ein gutes Händchen für Gesichtsausdrücke und Mimiken. Auch Gefühle in Szenen einzuarbeiten gelingt hervorragend.
Einer der Mangas, die ich auf jeden Fall behalten werde und den ich damit uneingeschränkt empfehlen möchte.


Dienstag, 26. Mai 2009

Film: Brokeback Mountain




Wyoming 1963: Der Rancher Ennis del Mar (Heath Ledger) und der Rodeoreiter Jack Twist (Jake Gyllenhaal) lassen sich für den Sommer auf dem Brokeback Mountain anheuern. Sie sollen dort eine Herde Schafe vor Wilderern und Raubtieren beschützen. Fast von Beginn an spüren beide eine gewisse Zuneigung zueinander. Doch angesichts der Moralvorstellungen der Zeit und ihrer recht unterschiedlichen Erziehung gestehen sie es sich lange nicht ein. Nach einem Unwetter und einer Nacht im gemeinsamen Zelt ist ihnen bewußt, dass sie sich ineinander verliebt haben. Sie verbringen einen wunderschönen Sommer auf dem Berg.
Doch dann gehen sie getrennte Wege, heiraten und gründen Familien. Sie kommen aber nie voneinander los und treffen sich immer wieder heimlich zu "Angelausflügen". Dann fahren sie hinaus in die Wildnis und lassen ihren Gefühlen freien Lauf. Jack versucht Ennis zu überreden, ein gemeinsames Leben auf der einsam gelegenen Ranch seiner Eltern aufzunehmen, doch dieser ist vom Vater gewaltsam in Bezug auf "Schwuchteln" belehrt worden und will auch seinen Kindern die "Schande" ersparen. Jack ist enttäuscht und antwortet nicht mehr auf Ennis Briefe ...


Eine unheimlich schöne und traurige Liebesgeschichte mit zwei unglaublich guten Schauspielern. Und Achtung: zum heulen!
Die Rolle des Ennis ist Heath Ledger geradezu auf den Leib geschneidert worden, der stille, in sich gekehrte Cowboy, der nicht viel redet. Jack dagegen offen und witzig, aufgeschlossen und anders als die anderen bereit für neue Zeiten.
Der Film lebt ebenso von Naturaufnahmen, das Bild des Cowboys und des Rodeoreiters wird dadurch gut unterstützt.
Es ist erschreckend, zuzusehen, wie beide sich im normalen Alltagsleben herumschlagen und dies meist nur mit dem Gedanken an den jeweils anderen schaffen. Ennis lässt nichts und niemanden an sich heran, nicht einmal seine Tochter, die er sehr liebt. Es trägt ihn immerzu fort, zur Arbeit bei einem Viehtrieb. Da hat er zu tun, ist allein und wird in Ruhe gelassen, kann vergessen. Jack und seine Frau haben sich schnell nichts mehr zu sagen, sein Sohn ist mehr der Sohn seines Schwiegervaters, der mit ihm überhaupt nicht leben kann. Als er sich schließlich gegen den älteren Mann behauptet, kommt es zur Katastrophe.
Wer Gefühle auf der Leinwand mag, pur und mit allem drum und dran und der auch nichts gegen ein paar Tränen einzuwenden hat, dem kann ich diesen Film nur wärmstens empfehlen! Er wirkt übrigens auch noch nach dem vierten, fünften, sechten Mal anschauen.


FSK: ab 12 Jahre
Spieldauer: 130 Minuten
Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Englisch, Deutsch
Regie: Ang Lee.
Nach e. Kurzgeschichte v. E. A. Proulx.
Mit Heath Ledger, Jake Gyllenhaal, Anne Hathaway u. a.


Freitag, 22. Mai 2009

Verborgene Liebesglut - Gaylord DeWoolf




Blenfield Park 1806. Lord Kellinghurst hat noch keine Ehefrau gewählt und weil er attraktiv und reich ist, möchte Lady Fairfax ihn mit ihrer Tochter verheiraten. Darum versucht er auch stetst, beiden aus dem Weg zu gehen.
In einer stürmischen Nacht sucht der schöne Philippe de Lacourt bei ihm Zuflucht vor den Häschern Napoleons und Kellinghurst verliebt sich fast sofort in den jungen, unschuldigen Mann. Um ihn zu schützen, lässt er sich in ein Netz aus Intrigen und Abenteuern verwickeln.
Lady Fairfax schöpft schon bald Verdacht und versucht alles, die beiden voneinander zu trennen. Sie schreckt vor nichts zurück. Als Philippe verletzt wird und mit dem Tode ringt, muss Kellinghurst eine Entscheidung treffen.


Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich erinnere mich noch recht gut daran. Den Autor dieses Buches gibt es nicht. Weder wurde er 1953 geboren, noch als Sohn eines schottischen Kulturattachés und einer baltischen Adeligen in Südengland. Vielmehr haben dieses Buch zwei Männer, in trauter Autorenzweisamkeit - ob auch privat, weiß ich leider nicht - vereint, verbrochen.
Schon an der erfunden Biografie: langjährige Tätigkeit als Privatsekretär der Countess of Westray, lebt heute mit seinen Windhunden auf seinem Landsitz unweit von Bath sieht man, wie überzogen auch der Inhalt niedergeschrieben worden ist.
Dabei handelt es sich um ein vielversprechendes Buch, nicht nur für Liebesromanleser. Cover, Klappentext und Preis laden geradezu zum lesen ein. Umso enttäuschter ist man dann aber nach dem letzten Satz.
De Woolf (ist kürzer als zwei Namen ;) ) schafft es leider nicht, zu überzeugen. Man hat durchgehend den Eindruck, der Autor hätte eine Art Parodie auf das Genre erdacht. Oder aber er ist unheimlich schüchtern und war noch nie verliebt. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Und obendrein fehlende Recherche des Genres, dann wären einige Dinge nicht so gewählt worden.
Die Glaubhaftigkeit ist dann natürlich so eine Sache. Kellinghursts alter Kriegskamerad weilt auch auf seinem Landsitz, aber offenbar hat er zu der Thematik, die einer Frau auffällt, die nicht dort wohnt, nichts zu sagen. Sprachlich überzeugend kommt der Roman ebenfalls nicht daher, es klingt alles etwas hölzern und gestelzt. Beinahe spürt man die Furcht vor Intimität, die jede Zeile ausströmt, so dass es kein Knistern und kaum Emotionen gibt. Ein Augenaufschlag und rote Wangen sind alles, was "Verborgene Liebesglut" (Achtung Titel!!) zu bieten hat.
Es ist schade, dass aus diesem wirklich interessanten und lesenwerten Ansatz so ein Murks gemacht worden ist.