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Dienstag, 23. August 2016

(Interview) Die erste Dating-Seite für Geeks und Nerds

Wann und aus welchem Impuls heraus wurde g33kdating gegründet?
Während meiner vielen Jahre in der Gaming-Industry als Product Manager dachte ich mir schon immer, dass so etwas im deutschsprachigen Raum fehlt. Es gibt "Gluten-Frei Dating" aber nichts für Geeks und Nerds aller Art?
Dazu kommt noch, dass Geeks auf anderen Dating-Portalen leider immer noch etwas schief angeschaut werden, wenn sie über ihre Lieblings-Hobbies sprechen.
Eine Interessante Ambivalenz wie ich meine, wenn man sieht, dass z.B. Game of Thrones u.ä. Fantasy-Bücher die Leser-Charts anführen, Big Bang Theory im TV auf und ab läuft und Computerspiele mehr Umsatz generieren als Kino & TV zusammen.
2015 haben wir dann das Geek HQ in Berlin gegründet und mit den Arbeiten an dem Portal g33kdating begonnen. Nach einer tollen und lehrreichen Beta sind wir jetzt endlich offiziell am Start und freuen uns riesig über das positive Feedback.

Was ist g33kdating überhaupt?
g33kdating ist die erste deutschsprachige Dating-Plattform für alle Gamer, Cosplayer, Bibliophile, Comic-Fans, LARP-Helden, Anime-Fans & Otakus, Reenactment-Darsteller, Pen & Paper Protagonisten und Brettspiel-Feinschmecker.
Das eigene Profil kann man nach seinen Geek-Vorlieben anpassen, zum Beispiel welches Genre man bevorzugt oder die Lieblings-Geek-Welten. Ein besonderes Feature ist der Geek-Kompatibilitäts-Algorithmus. Aus den eigenen Angaben und den Angaben über den potentiellen Wunschpartner rechnen wir einen Prozentsatz aus, der sofort die Übereinstimmung mit anderen Geeks anzeigt!
Dazu gibt es noch die Möglichkeit, eigene Blogs zu verfassen und mit offenen Antwort-Kategorien das Profil zu individualisieren.


Für wen ist die Seite am besten geeignet und wer lässt lieber die Finger davon?
Wie oben erwähnt, sollen sich Geeks und Nerds aller Art und jeder Altersklasse bei uns wohl fühlen. Wir freuen uns besonders über die vielen kreativen Einsendungen unserer "MitGeeks", wie z.B. Zeichnungen, Cosplay-Kostüme und Artworks. Obwohl der Begriff Geek in unserer Gesellschaft entsprechend besetzt ist (siehe die Kategorien oben), bezeichnet es für mich jeden, der sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzt. Ob das nun Altenglische Literatur mit Spezialgebiet Beowulf ist, experimentelle Archäologie oder die Modelleisenbahn im Keller ... wir lieben und feiern alle Geeks!
Trolle aller Art haben wir geekseidank noch sehr, sehr wenige auf unserer Seite und wir hoffen, das bleibt so. Ansonsten kann es jeder einmal gerne ausprobieren. Die Anmeldung ist kostenlos und ein Profil ist schnell erstellt. Es gibt kein Abo-System und so kann man ungezwungen sofort in Kontakt treten.

Speziell für Verlorene Werke Blog: Die meisten Funktionen fragen eher Gamer ab, aber was ist mit Lesern (Bücher, Comics ...)?
Bücher und Comics bilden für uns den Grundpfeiler der Geek-Kultur. Das zeigt sich auch bei unseren Mitgliedern, man braucht nur "Bücherliebhaber/in" bzw. "Comic-Fan" in die Suchkriterien eingeben und kann sich selbst davon überzeugen.
Viele unserer Mitglieder geben auch gleich ihre Lieblingsbücher in ihrem Profil an und das eignet sich hervorragend, um einen Kontakt herzustellen oder es erleichtert die Suche nach neuem Lesestoff.
Dazu kommt noch, dass Buchvorlagen ausnahmslos und immer besser sind als die darauf basierenden Filme. Bei Geeks muss man sowas nicht lange erklären oder verteidigen.


Welche Funktionen stehen nach der Anmeldung zur Verfügung?
Neben dem erwähnten Geek-Kompatibilitäts-Algorithmus steht natürlich eine umfangreiche Such-Funktion zur Verfügung, die man ganz nach seinen Wünschen anpassen kann. Wenn man vielleicht nicht gleich die perfekten Worte für eine erste Kontakt-Aufnahme findet, kann man auch ganz Star Trek mäßig "Grußfrequenzen senden" oder gleich ein virtuelles Geschenk (z.B. Zitate aus bekannten Büchern und Filmen) verschenken.
Gerne genutzt wird auch das Blog-Feature. Hier findet man so ziemlich alles, von Kritiken zu aktuellen Filmen/Spielen/Büchern bis zu persönlichen Anliegen oder Umfragen.

Gibt es auch kostenpflichtige Angebote?
Wir haben ein sogenanntes Credit-System, mit dem Mitglieder für gewisse Aktionen Credits bekommen (Anmeldung, Login, etc) bzw. auch Credits wieder verbrauchen (z.B. wenn man ein "Geek der Woche" sein möchte und dadurch prominent platziert wird). Wenn einem Credits doch ausgehen, kann man diese auch bequem wieder über paypal aufladen.
Mit diesem System versuchen wir, ein offeneres System als andere Dating-Seiten zu etablieren, wo man sofort ein langfristiges Abo abschließen muss, wenn man in Kontakt treten möchte.


Auch wenn g33kdating noch sehr jung ist: Gab es schon glückliche Paare, neu entstandene Freundschaften?
Wir sind gerade auf der Suche nach solchen Paaren und haben auch schon ein paar Erfolgsstories sammeln können, die sich bereits in der Beta gefunden haben.
Man muss übrigens nicht nur nach "Dates" suchen bei uns, sondern kann ganz klar angeben, dass man z.B. nur an Freundschaften interessiert ist. Wer also noch Gleichgesinnte sucht für seine Geek-Leidenschaft, aber schon seinen Traum-Geek-Partner gefunden hat, kann trotzdem bei uns glücklich werden.

Wo soll g33k-dating in fünf Jahren sein, oder: Wie geht es weiter?
Aufgrund des tollen Feedbacks der Community haben wir noch so einige Features für die Webseite geplant, die wir jetzt sukzessive umsetzen und vorstellen werden.
Weiters möchten wir noch in andere Länder expandieren, die Seite ist auch auf Englisch verfügbar und auf diesen Territorien wollen wir als nächstes unseren Dienst anbieten.
Fünf Jahre in die Zukunft zu blicken ist im schnelllebigen Internet-Geschäft richtig schwer. Der schönste Erfolg und die Vision, die mich vorantreibt wäre, das wir so bekannt werden, dass kein Geek sich mit seiner Leidenschaft mehr alleine fühlen muss und weiß, dass es uns gibt.
Dann hätten wir unsere Mission erfüllt!


Die Fragen wurden beantwortet von CEO und Gründer Matthias Fellinger. Vielen herzlichen Dank!
Bilder Copyright: g33kdating



Samstag, 13. Dezember 2014

Der Turm von Avempartha - Michael J. Sullivan


Titel: Der Turm von Avempartha
Autor: Michael J. Sullivan
Originaltitel: Avempartha
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 978-3608960136
Euro: 16,95
Veröffentlichungsdatum: August 2014
Seiten: 394
Serie: Riyria 02
Come in: Vom Verlag










Inhalt

Hadrian Blackwater und Royce Melborn sind gestandene Männer, die man anheuert, wenn etwas im Graubereich der Gesellschaft abgehandelt werden soll. Aber manchmal haben sie auch das Herz auf dem rechten Fleck: Als ein junges Mädchen in Not gerät, retten sie sie nicht nur, sie begleiten sie auch in ihr kleines Dorf an der Grenze, wo seit einiger Zeit ein Ungeheuer sein Unwesen treiben soll. Und dort laufen schließlich alle Fäden zusammen: Die Schwester des Königs trifft ebenso ein, wie eine allumfassende Jagdgesellschaft, deren Sieger, der die Bestie tötet, reich belohnt werden soll. Aber auch der geheimnisvolle Zauberer, den sie nach jahrhundertelanger Gefangenschaft befreit haben, ist vor Ort. Er kennt den wahren Ursprung des geflügelten Unwesens und lotst Hadrian und Royce dorthin.



Meinung

Leider bleibt der zweite Teil der Riyria-Saga deutlich hinter seinem Vorgänger zurück. Wo es in "Der Thron von Melengar" noch die Dialoge und besonders die beiden Hauptcharaktere waren, die mehr als zu überzeugen wussten und über so manch anderes hinweglesen ließen, fehlt von diesem Esprit hier fast jede Spur.
Die Hintergrundgeschichte ist ein wenig profan und im Grunde schnell erzählt. Es zieht sich mittendrin und das gewaltig. Erst gegen Ende gibt es einige Andeutungen, die den Fortlauf der Story betreffen, die neugierig auf den dritten Band machen. So wirklich heiß ist man auf den da aber schon leider nicht mehr.
Hadrian und Royce sind symapthisch wie eh und je, wirken jedoch recht oberflächlich. Zum ersten Mal erfährt man etwas zu ihrer Vergangenheit, die aber trotzdem etwas stiefmütterlich behandelt wird. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass diese noch eine gewisse Rolle in der fortgesetzten Handlung finden wird.
Die Jagd auf das Ungeheuer nimmt einen großen Raum ein, ebenso wie die Gründung und das Leben im Dorf genauestens beschrieben werden. Das ist zwar nicht uninteressant, aber da die fünf Hüttchen erkennbar keine Rolle spielen, ebenso am Ende fast alle Bewohner tot sind (was kein Geheimnis ist), braucht es Stehvermögen, um voran zu kommen. Der rote Faden verschlingt sich hier und da, trennt sich auf, läuft in verschiedene Richtungen, bricht öfter mal ab und findet erst ganz am Ende wieder zusammen.
Es sind jedoch die kleineren Stränge, die immer mal wieder zu überzeugen wissen. Da ist zum Beispiel die Schwester des neuen Königs, die als Diplomatin durch die Weltgeschichte reist und ihren Leibwächter nach dem ersten Teil nicht davongejagt hat. Er scheint ein wenig mehr zu sein, als er scheint und sein Herz hat er auch noch an sie verloren. Oder auch der unheimlich mächtige Zauberer, der keine Hände mehr besitzt und so keine Magie anwenden kann - und zudem Hilfe bei Alltäglichkeiten, wie dem Essen, benötigt.
Aber da es auch in "Der Turm von Avempartha", wie in Teil 1, an der Grundsubstanz, der eigentlichen Story, fehlt und die Figuren dafür leider nicht zu entschädigen wissen, sollte nur schweren Herzens und mit viel, viel Neugier dazu gegriffen werden.


The Riyria Revelations:
1. The Crown Conspiracy (Der Thron von Melengar)
2. Avempartha (Der Turm von Avempartha)
3. Nyphron Rising (Der Aufstieg Nyphrons, März 2015)
4. The Emerald Storm
5. Wintertide
6. Percepliquis
Laut Verlagshomepage: "weitere Bände sind in Vorbereitung."


http://riyria.blogspot.de/
Michael J. Sullivan, geboren 1961 in Detroit, begann seine ersten Geschichten mit acht Jahren zu schreiben. Er lebt heute mit seiner Frau und drei Kindern in Fairfax in der Nähe von Washington D.C. als freier Autor. Zunächst publizierte Michael J. Sullivan seine sechsteilige Riyria-Reihe sehr erfolgreich im Eigenverlag. Nach seinem großen Publikumserfolg wurden US-Verlage auf den Autor aufmerksam. Inzwischen wurde sein Fantasy-Epos in 14 Sprachen übersetzt und hat mehr als 100 Preise gewonnen.

Donnerstag, 5. Juni 2014

(Kino) Maleficent - Die dunkle Fee


Titel: Maleficent - Die dunkle Fee
Regisseur: Robert Stromberg
Darsteller: Angelina Jolie, Elle Fanning, Sharlto Copley u.a.
Studio: Disney
Filmstart: 29. Mai 2014
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren (gekürzt um 40 Sekunden)
Spieldauer: 97 Minuten












Inhalt
Zwei Länder, das eine regiert von einem grausamen König, das andere ein Land voller Wunder und märchenhafter Wesen, die keinen König brauchen. Denn sie haben Malefiz, die ohne Eltern in diesem Land aufwächst und schließlich zu seiner Beschützerin wird. Noch als Mädchen lernt sie den gleichaltrigen Menschen Stefan kennen, der nichts besitzt, aber davon träumt, eines Tages im königlichen Schloß auf dem Thron zu sitzen. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, nutzt er sie: Der König liegt im Sterben und will Land und Tochter jenem übergeben, der Malefiz tötet.
Stefan bringt das zwar nicht übers Herz, aber er stiehlt ihr ihre Flügel und verrät so auch ihre Gefühle. Malefiz schwört Rache.
Als Stefan und der Königstochter schließlich eine Tochter geboren wird, verflucht sie das Kind Aurora, es möge sich an seinem sechzehnten Geburtstag an einer Spindel stechen und in einen todesähnlichen Schlaf fallen. Aurora wird von ihren Eltern in einem tiefen Wald versteckt, wo Malefiz sie jedoch findet ...

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Zeit der Rebellen - Gillian Philip


Titel: Zeit der Rebellen
Autorin: Gillian Philip
Originaltitel: Firebrand Book 1: Rebel Angels
Verlag: Ravensburger
ISBN: 3473400661
Euro: 17,99
Veröffentlichungsdatum: August 2011
Seiten: 480
Serie: Chronik der Silberelfen
Come in: (Gebraucht-)Kauf





Klappentext/ Inhalt:
Seth und Conal, zwei Brüder vom Volk der Elfen, werden von der grausamen Herrscherin Kate in die Menschenwelt, das England des späten 16. Jahrhunderts, verbannt. Dort entkommen sie nur knapp der Hexenverfolgung und Seth begegnet seiner großen Liebe - einem Menschenmädchen. Gemeinsam fliehen sie zurück ins Reich der Elfen und ziehen so den Zorn der Herrscherin auf sich. Nur ein sagenumwobener magischer Stein kann die Liebenden und das Elfenreich jetzt noch retten ...

Meinung

Gilian Philips erstes Buch der "Chronik der Silberelfen" ist im Original gerade bei einem namhaften Verlag noch einmal neu aufgelegt worden. Da lag es nahe, den deutschen Verlag nach der Fortsetzung zu befragen: "Leider erscheint der Band 2 "Verbannung" aus verlegerischen Gründen nicht."
Das war schade, aber nicht zu ändern. Ob das eher weniger ansehnliche Cover eine Mitschuld trägt, ist ungewiss. Tatsache aber ist leider, dass ich den Roman auf Seite 225 (von 475) abgebrochen habe. Dabei handelt es sich sowohl um eine fähige Autorin, als auch mein eindeutiges Beuteschema.
Um niedliche Elfen geht es hier sicher nicht, Philip orientiert sich an den alten Sagen und Legenden. Dabei wirken ihre Beziehungen und Intrigen im Geburtsland der beiden Brüder nur allzu menschlich. Allerdings sind Frauen ihren Männern gleichgestellt, was spürbar und überzeugend ist. Das erste Drittel befasst sich fast ausschließlich mit dem Leben dort.
Dann werden Seth und Conal verbannt und müssen in der Menschenwelt mitten im 16. Jahrhundert klar kommen. Die Kirche doktrieniert viele Leute und deren Ansichten, richtig gefährlich wird das für die Brüder aber erst, als ein neuer Geistlicher ins Dorf kommt. Dieser erklärt sogar logisch zu erklärende Vorfälle für Hexerei.
Und hier liegt auch mein Hadern mit der Geschichte. Denn Philip übertreibt das alles in meinem Augen maßlos. Als Leser wird man regelrecht am Nacken gepackt und mit der Nase drauf gedrückt. Zwar handelt es sich bei "Zeit der Rebellen" um einen Jugendroman (das impliziert jedenfalls der deutsche Verlag), aber es war einfach viel zu aufdringlich ausgearbeitet. So war zusätzlich klar, was in bestimmten Momenten als nächstes geschehen würde.
Über allem schwebt der Prolog, in dem ein Bruder den anderen tötet, weil dieser mit seiner menschlichen Geliebten hingerichtet werden soll.
Auch die Aussicht auf eine Intrige, die den Schutzschleier zwischen Elfen- und Menschenwelt zerreißen soll und die Aufklärung um den magischen Stein haben da nichts mehr herausholen können.
Trotzdem kein Buch, von dem abgeraten werden soll. Thema und (das meiste von der) Umsetzung sind geglückt und könnten Leser für sich einnehmen.


http://www.gillianphilip.com/
Gillian Philip wurde in Glasgow geboren, verbrachte zwölf Jahre ihres Leben auf Barbados und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Elgin im Norden Schottlands. Ihre Bücher standen auf der Auswahlliste des Angus Book Award, der Carnegie Medal und des David Gemmell Legend Award.

Donnerstag, 21. März 2013

Das Erbe der Krone - Susan Price


Titel: Das Erbe der Krone
Autorin: Susan Price
Originaltitel: Elfgift
Verlag: Bastei-Lübbe
ISBN: 340420624X
Euro: 7,99
Veröffentlichungsdatum: August 2010
Seiten: 223
Serie: Elfling 01
Come in: Tausch







Inhalt

Als der König stirbt, wählt er nicht einen seiner legitimen Söhne als Nachfolger aus, sondern ausgerechnet den Bastard Elfling. Der Sohn einer Elfin, die bei dessen Geburt verstarb, wurde von einer gewöhnlichen Bäuerin aufgezogen und macht durch seine außergewöhnlichen Heilfähigkeiten von sich Reden.
Doch es geht um mehr: Die Königin, die Jahre zuvor gestorben ist, hat die christliche Religion im Reich und bei ihren Söhnen eingeführt. Athelric, der Bruder des Königs will jedoch nicht tatenlos dabei zusehen, wie die Priester den alten Glauben verdrängen und hofft, diesen durch Elfling bewahren zu können.
Sich vom Thron vertreiben zu lassen, fällt den drei rechtmäßigen Nachkommen jedoch nicht ein. Einer von ihnen zieht aus, um Elfling und all seine Leute zu töten. Einzig Elflings Abwesenheit bewahrt ihn, und ihn allein, vor dem Tod. Doch im Zorn tötet er seinen Halbbruder mit Hilfe einer Walküre, die ihm schließlich anbietet, ihn das Kämpfen zu lehren, auf dass er Rache üben kann.
Die junge Ebba, eine Unfreie auf Elflings Hof und in ihn verliebt, erlebt alles mit und kann den Leuten des Königs berichten. Ihr Leben ändert sich von Grund auf, so wie sich auch Elflings Leben von Grund auf verändern wird. Er ist zum König ausersehen und er will seinen rechtmäßigen Platz einnehmen.

Cover

Das Cover hat mir sehr leid getan, denn dieser Roman hat ein solches defintiv nicht verdient. Wie lange habe ich selbst gewartet, den Roman zu lesen, weil ich hinter dem Buchdeckel etwas vermutet habe, dass es so dort nicht gibt. In der vorliegenden Form möchte man den Roman gar nicht ernst nehmen.
Nun ja, die Illustration stammt jedenfalls von Oliver Wetter und wurde vom Guten Punkt weiterverarbeitet.
Es hält sich sehr an die Originalvorgabe, hätte jedoch deutlich verändert werden sollen, da es sich weder um ein Kinderbuch, noch um eine Graphic Novel handelt.
Übrigens: Die Elfling-Saga wurde auch als Doppelband in deutscher Sprache herausgegeben, der ein wesentlich anschaulicheres Cover besitzt.


Meinung

Der erste Teil der Elfling-Saga spielt nicht, wie zunächst erwartet, in (irgend)einer phantastischen Welt, sondern wurde im schätzungsweise 5. Jahrhundert der unseren angesiedelt. Die Grundsituation ist derer von Marion Zimmer Bradleys "Die Nebel von Avalon" nicht unähnlich, in der ebenfalls die christliche Religion auf dem Vormarsch ist und den alten Glauben verdrängt. Wirklich vergleichen kann man beide Werke jedoch nicht.
Der Bezug zu unserer Welt ist jedoch nicht allzugroß, so dass kein vordergründig historischer Roman entstanden ist, sondern einer, der noch genug Mittelalterfantasy-Feeling zu bieten vermag. Dennoch ist "Das Erbe der Krone" nichts für den typischen Fantasyleser; auch wenn es zeitlich mit Tolkiens Großwerk vergleichbar ist, in etwa in Bezug auf Gebäude wie der Goldenen Halle in Edoras, ist Price' Werk einfach anders und eigenständiger. Zudem wird es im Original für jüngere Leser empfohlen. Davon möchte ich jedoch abraten, denn es ist stellenweise doch recht roh.
Die junge Ebba nimmt einen nicht unerheblichen Teil der Erzählung ein und sie ist so auch einer der am fassbarsten Charaktere geworden. Dabei hat Susan Price es wunderbar verstanden, die Welt aus den Augen der unfreien Magd, die nie ihren Hof verlassen hat zu schildern. Auch Elfling wird durch ihre Empfindungen und Gedanken zu einer wirklichen Person, die in dem zunächst überschaubaren Umfeld des Hofes mit seinen Stallungen vorgestellt wird. Die Erzählperspektive wechselt jedoch zwischen ganz unterschiedlichen Personen, so dass die Geschehnisse aus jeweils anderen Blickwinkeln und sehr lebendig geschildert werden.
Das erste Drittel des Romans ist so nicht nur lesenswert, sondern beinahe grandios gelungen. Dann jedoch fasert das Geschehen zusehens auf. Die anfängliche Genauigkeit verliert sich zusehens und hier und da scheint es, als wären einige Teilsequenzen übersprungen oder zumindest gestaucht worden. Da hätte mehr Länge wohl getan, was aber unter Umständen auch Geschmackssache sein kann. Was jedoch nicht zu übersehen ist, ist die enorme Wandlung in zu kurzer Zeit von ganz diversen Charakteren und auch deren Beziehungen zueinander. Am Ende geht dann alles ganz schnell und aus ist's.
Und trotzdem ist Susan Price eine Autorin, die man sich merken sollte, so wie auch die Fortsetzung von "Das Erbe der Krone" bereit liegen sollte. Hier schreibt Verstand gepaart mit alten Mythen und dem Herz auf dem rechten Fleck, auch wenn das leider oftmals recht oberflächlich aus der Feder fließt.
Wer nicht immer nur Mainstream und überhaupt ständig das gleiche lesen möchte, sollte es mit dem nur knapp zweihundert Seiten dünnen Roman versuchen.

Notiz am Rande:
Teil 1 und 2 der Elfling-Saga haben zwei unterschiedliche Übersetzer erhalten. Inwiefern sich das auf die Geschichte und ihre Atmosphäre auswirken wird, bleibt abzuwarten. Was für generelle Probleme Übersetzer Nr. 2 hatte, kann hier nachgelesen werden.

Elfling-Saga:
1. Elfgift (Das Erbe der Krone)
2. Elfking (Das Heer der Toten)

http://www.susanprice.org.uk/
Geboren 1955 schreibt Susan Price im phantastischen Bereich, Science Fiction genauso wie Geistergeschichten und greift gern alte Mythen und Legenden auf. Neben vielen Jugendromanen, gibt es ebenfalls einige für erwachsene Leser. Mit "The Sterkarm Handshake" gewann sie den renommierten Guardian Children's Fiction Award und wurde damit auch in Deutschland bekannt. In England hat Susan Price an die 50 Bücher veröffentlicht.

Donnerstag, 14. März 2013

Die Hetzjagd - Kevin Hearne


Titel: Die Hetzjagd
Autor: Kevin Hearne
Originaltitel: Hounded
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 3608939318
Euro: 19,95
Veröffentlichungsdatum: Februar 2013
Seiten: 352
Serie: Die Chronik des Eisernen Druiden 01
Come in: Tausch








Inhalt

Atticus O'Sullivan lebt in Arizona und betreibt einen Okkultismusladen. Seine jugendliche Erscheinung ist nur Fassade, in Wirklichkeit ist er weit über zweitausend Jahre alt und wahrscheinlich der letzte lebende Druide. Sein friedliches Leben wird empfindlich gestört, als die Gottheiten seiner alten Heimat ihn ausfindig machen. Denn Atticus ist im Besitz des Schwertes Fragarach, das mit seinen besonderen Fähigkeiten sogar einen Gott töten könnte. Abgesehen davon will sein alter Besitzer es zurück - und schreckt vor nichts zurück, um es zu bekommen.


Meinung

Kevin Hearne hat mit "Die Hetzjagd" einen typischen Urban-Fantasy-Roman geschrieben, in dem zur Abwechslung nun aber nicht eine junge, gut gekleidete Frau gegen Wesen der Nacht kämpft. Mit der Figur des Atticus bewegt sich vielmehr ein junger, alleskönnender Druide durch eine meist recht substanzlose Handlung und bietet, was zu erwarten ist. In der deutschen Übersetzung ist der Roman überteuert und nimmt sich im weiteren Verlagsprogramm auch wie eine kleine Kuriosität aus. "Die Hetzjagd" ist zwar ein gut zu lesendes Taschenbuch für ein Massenpublikum, mehr aber leider nicht.
Schon zu Beginn, wenn die wesentlichen Figuren in ihrem Umfeld vorgestellt werden, wird klar, dass Atticus ein von sich selbst sehr überzeugter Mann mit "bestem Duchblick" ist, der im Prinzip nur eine Schwäche hat: Frauen. Damit ist er jedoch bestens versorgt; bis auf seine alte Nachbarin sind sie alle Göttinnen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zwingen muss er keine, sie kommen alle von allein. Die, die ihn nicht wollen sind alles Hexen - auch das im wahrsten Sinne des Wortes. Ein bisschen verschämt gehen Autor und Atticus diese Sache schon an, aber das gibt sich zukünftig vielleicht. Explizite Szenen gibt es übrigens nicht, an der Schlafzimmertür (mit einer Göttin ist das nicht sehr einfallsreich) wird ausgeblendet.
In gewisser Weise unterscheidet sich Atticus wenig von diversen weiblichen Charakteren des Genres, außer vielleicht darin, dass er nicht auf Highheels umherstolpern und dümmlich lächeln muss. Dafür hat er aber coole Kleidung, Tattoos und Grübchen, was wahrscheinlich das Äquivalent dazu ist.
Einen roten Faden zu suchen, macht keinen Sinn, der ist nämlich so dünn, dass man ihn schlicht nicht zu erkennen vermag. Der Bösewicht will Atticus an den Kragen und schickt nun verschiedene Krieger, um das für ihn zu erledigen. Manche erkennt der Druide auf den ersten Blick, andere nicht. So hangelt sich das Geschehen nur von Szene zu Szene, was sich zwar gut wegliest, aber nicht wirklich Spaß macht, weil im Grunde immer das gleiche passiert. Leider hat Hearne seinen Helden auch so überaus perfekt gestaltet, dass oft von vorneherein klar ist, dass und leider auch wie sich der Druide mit der lockeren Zunge aus dem Schlamassel ziehen wird.
Ihm zur Seite stehen einige Nebenfiguren, die der Autor doch recht bunt und zudem ziemlich wahllos durcheinandergewürfelt hat. Sein treuer irischer Wolfshund, mit dem er mental kommunizieren kann, dient dabei für eine leichte, humorige Seite. Wer jedoch Katie MacAlisters Heldin Aisling Grey und ihren Dämonenhund Jim kennt, wird dieses Gespann hier ziemlich dürftig finden.
Werwölfe und Vampire gibt es neben der Mythologiesache auch zur Genüge und es deutet sich an, dass im Prinzip sämtliche Religionen und Gottheiten existieren - je nachdem wer dem entsprechenden Glauben folgt und seine Überirdischen dazu überreden kann, für ihn (oder sie) "Wunder" zu bewirken. Das lässt für die Fortsetzung sicher einiges erwarten.
Fans von keltischer Mythologie und den Sidhe sei trotzdem Seanan McGuire empfohlen und wem eine lockere Zunge gefällt, sollte sich bei Rob Thurman umschauen. Andrzej Sapkowski ist für diejenigen Leser, die ein ähnliches Geschehen auch in einer phantastischen, mittelalterlichen Welt aushalten können und nicht unbedingt auf das Urbane angewiesen sind.
So liest sich der erste Teil von Atticus' Abenteuern zwar schnell weg, auch wenn es sich mitunter etwas zieht, aber was Storyline, eine gewisse Eigenständigkeit und die Charaktere angeht, darf hier gern noch zugelegt werden.
Ehe hier also so viel Geld ausgegeben wird, sollte überlegt werden, ob es nicht auch das preiswerte Original tut.


Die Chronik des Eisernen Druiden:
1. Hounded (Die Hetzjagd)
2. Hexed
3. Hammered
4. Tricked
5. Trapped
6. Hunted
7. Shattered
Diverse Kurzgeschichten.

http://www.kevinhearne.com/
Kevin Hearne. geboren 1970, lebt in Arizona und unterrichtet Englisch an der High School. "Die Chronik des Eisernen Druiden" machte ihn unter Fantasylesern mit einem Schlag weit über die USA hinaus bekannt.

Mittwoch, 7. März 2012

Karen Marie Monings "Fever Moon" (Graphic Novel) hat ein Cover


Die Autorin der erfolgreichen Fever-Serie rund um die taffe Mac, die ein nicht immer einfaches Schicksal meistern muss, hat die Graphic Novel zu Serie nun endgültig fertig gestellt. Wie HIER und HIER berichtet, arbeitet sie schon einige Monate daran.

In Facebook stellte Karen Marie Moning nun zum ersten Mal das Cover zur GN vor.
"Wait till you see the author photo on back (I don't have full mechanical yet) you're going to ROTFL! Al said he thought the work he did on FEVER MOON was some of his best ever, and I agree. Inside, it's one of the most beautiful graphic novels I've seen. The colorists, Mae and Rain are amazing!"
(Wartet, bis ihr das Autorenfoto auf der Rückseite gesehen habt, ihr werdet euch kaputt lachen! Al sagte, dass er der Meinung ist, Fever Moon sei eine seiner besten Arbeiten überhaupt und ich stimme ihm zu. Im Inneren ist es eine der schönsten Graphic Novels, die ich je gesehen habe. Die Zeichner, Mae und Rain, sind außergewöhnlich.)

Am 10. Juli 2012 wird "Fever Moon: The Fear Dorcha" mit 144 Seiten (laut Goodreads) zu haben sein. In Ama.zon.de ist sie mit 17,95 EUR (und 176 Seiten) gelistet.

Auf dem Cover ist eine junge Frau mit wehendem blonden Haar zu sehen. Kennern der Bücher ist sofort klar, wer das sein muss. Gespannt werden die meisten jedoch eher auf den männlichen Gegenpart, Barrons, sein. Hier stellt sich mir jedoch die Frage, ob eine GN nicht zu viel Phantasie nimmt und obendrein vielleicht sogar etwas enttäuscht. Denn ich würde wetten, dass keine zwei Leserinnen das gleiche Bild von Barrons haben.
Das macht aber nichts, denn nicht viele werden sich die GN nur deswegen entgehen lassen. Oder?


Anklicken zum größer machen.
An all-new Mac and Barrons story by #1 New York Times bestselling author Karen Marie Moning, marvelously adapted into a full-color graphic novel by writer David Lawrence and illustrator Al Rio

In Fever Moon, we meet the most ancient and deadly Unseelie ever created, the Fear Dorcha. For eons, he’s traveled worlds with the Unseelie king, leaving behind him a path of mutilation and destruction. Now he’s hunting Dublin, and no one Mac loves is safe.
Dublin is a war zone. The walls between humans and Fae are down. A third of the world’s population is dead and chaos reigns. Imprisoned over half a million years ago, the Unseelie are free and each one Mac meets is worse than the last. Human weapons don’t stand a chance against them.
With a blood moon hanging low over the city, something dark and sinister begins to hunt the streets of Temple Bar, choosing its victims by targeting those closest to Mac. Armed only with the Spear of Destiny and Jericho Barrons, she must face her most terrifying enemy yet.

Montag, 26. April 2010

Die Reise nach Yndalamor - Nina Blazon


In einer Taverne am Rande der Welten lebt der Junge Tobbs. Nur der Wirt Dopoulus, der ihn aufgezogen hat, besitzt all die Schlüssel zu den Türen, die von der Taverne abgehen.
An Tobbs dreizehnten Geburtstag muss er erst einmal eine Dämonenhochzeit überstehen, ehe er selbst feiern und das größte Geheimnis seines Lebens erfahren darf. Schwierig, wenn der kleine Dämonenjunge Sid, der aussieht wie ein blonder Engel, es darauf anlegt, die Welt zu erkunden und Tobbs mit hineinzieht.
Ausgerechnet die Kutsche der Göttin Kali, die gerade zum Tee bei Dopoulus ist, wird von Sid ausprobiert. Und da Tobbs auf ihn aufpassen soll, muss er wohl oder übel mit durch die Tür ins wilde Yndalamor. Was nun folgt ist eine abenteuerliche und bunte Reise, auf der die Kinder neue Wesen und Kulturen kennenlernen. Nicht immer ungefährlich so eine Spritztour!

Die Autorin hat bereits verraten, dass die drei Bücher der Reihe in absehbarer Zukunft neu aufgelegt werden."Über die Neuauflage kann ich leider noch gar nicht mehr sagen, als in meinen News steht. Ich weiß nur, dass, nicht aber, wann genau und in welcher Form. Einen Dreierband daraus zu machen, hätte aber wirklich seinen Reiz, guter Gedanke!" Danke *hüstel*
Was es zuerst gab, war die Idee "mit den vielen Türen, die alle in verschiedene Länder und Zeiten führen. Die Geschichte von Tobbs bot sich dann geradezu an: ein Junge, der sich immer fragen muss, aus welcher dieser Welten er wohl stammt."
Ich war beim lesen besonders von der Vielfalt der Ideen beeindruckt, viele Einzelheiten haben sich zu einem großen Gesamtbild zusammegefügt. Der Junge Tobbs gerät in Schwierigkeiten, die er nicht selbst verursacht hat und auch gar nicht haben will, stellt sich diesen aber (mal mehr, mal weniger) meisterhaft.
Durch seine Kindheit in der Taverne akzeptiert er Andersartigkeit bei anderen und lässt sich auch darauf ein.
Kindern dürfte aber vor allem die Reichhaltigkeit des Inhaltes gefallen. Auf der Dämonenhochzeit gibt es beispielsweise Schlangensaft mit ausgepresster Fledermaus zu trinken. Wie das schmeckt? "Gibt man eine Prise gemahlenen Echsenpfeffer hinzu, schmeckt es ein bisschen wie Tomatensaft plus Cola. Auspressen bitte ÜBER dem Glas per Hand. Wringen hilft."
Eklig? Ungeeignet für Kinder? Mitnichten! Wenn man es richtig verpackt, kann man Kindern mit allem kommen. Der Roman ist nicht zu kompliziert oder grausam geschrieben. Trotz der Dämonen, der Flug (mit runterfallen), diversen Kämpfen und Fluchten ist das alles kindgerecht verpackt. Auch Kinder mögen Spannung! Und die wird eben nicht gerade mit Happy-End-Welten erreicht, da muss auch mal was schief gehen. Tobbs könnte ein Lied davon singen.
Was mir im nachhinein aufgefallen ist, war die der Umstand, dass das Buch eigentlich nicht dick ist und sich rasch weglesen lässt. Aber es passiert eine ganze Menge! Dabei ist nichts gestaucht und ich hatte auch nie das Gefühl, dass da irgendetwas nur rasch abgehandelt wurde. Die Charaktere waren zumeist sympathisch und besaßen genug Eigenheiten um sie entweder zu lieben oder zu hassen.
Eine Sache aber hat mir gar nicht gefallen - vor allem, weil ich es bis zum Ende nicht verstanden habe. Jamie und Megan. Diese Geschichte in der Geschichte wird mir wohl auch weiterhin fremd und verborgen bleiben. Zumindest scheinen sie kein Liebespaar zu sein, auch wenn Megan ihn ständig ihren "Geliebten" nennt. "Liebe Soleil, Jamie ist an Megans Sturz absolut unschuldig. Hier wäre wohl eher Lord Sedrik der Zahnlose ein Fall für C.S.I. Gwynidell." Ich frage mich mitllerweile, ob die beiden in Teil zwei oder drei noch einmal auftauchen? Das Ende von ihnen ist jedenfalls nichts für alle, die so wie ich ein großes Happy End Feeling haben.
Alles in allem aber sprüht die Geschichte nur so vor verrückten und kulturell bunten Ideen und will nicht immer nur ernst genommen werden. Manchmal wirkt es wie bunt zusammengewürfelt, mal hier und da an verschiedenen Zeiten, Orten und Religionen bedient. Doch alles ist genau durchdachte und nicht einfach sinnlos aneinander gereiht.
"Wie ich auf diese Figur kam: Ich lese sehr gerne Märchen - quer durch alle Kulturen und Länder. Und Afanasjews Märchen "Baba Jaga und Wassilissa, die Wunderschöne" gefällt mir besonders. Diese Hexengestalt (die ja nicht immer als böse dargestellt wird, sondern auch andere Seiten hat) passte, so fand ich, gut in die Reihe um Tobbs."
Eine Geschichte, die sicher nicht nur Kindern und Jugendlichen gefällt und die ich ganz sicher weiter verfolgen werde.


http://www.ninablazon.de/
Nina Blazon wurde 1969 geboren und wuchs in Neu-Ulm auf. In Würzburg studierte sie Germanistik und Slawistik, unterrichtete an den Unis in Tübingen und Saarbrücken, bevor sie in der Lokalredaktion der Cuxhavener Nachrichten erste Schreiberfahrungen sammelte. Heute lebt sie als freie Journalistin mit ihrem Mann in Stuttgart.

Die Taverne am Rande der Welten:
1) Die Reise nach Yndalamor
2) Im Land der Tajumeeren
3) Das Königreich der Kitsune


Freitag, 6. November 2009

Lamento-Im Bann der Feenkönigin - Maggie Stiefvater


Die sechzehnjährige Deirdre Monaghan ist ein völlig normaler Teenager mit einer ausgesprochen musikalischen Begabung. Dadurch fällt sie der Feenkönigin ins Auge, die eifersüchtig auf das Mädchen wird.
Sie schickt ihren besten Auftragskiller Luke Dillon aus, damit er das Mädchen tötet. Doch der junge Mann, der sich seit Jahrhunderten in der Hand der Königin befindet und nichts lieber tun würde als fliehen, verliebt sich in sein Opfer.
Als sie sich näher kommen, erfährt Deirdre von dem Geheimnis, das Luke umgibt und muss sich damit abfinden, dass er entweder sie tötet oder selbst sterben muss. Denn in der Welt der Feen gibt es so etwas wie Gnade nicht und Luke ist nicht der einzige Mörder, der unter der Königin dient.
Obwohl Deirdres Großmutter und ihr bester Freund James, der heimlich mehr als nur Freundschaft für sie empfindet, sie warnen, kann sie sich ihren Gefühlen nicht mehr entziehen: sie ist unsterblich verliebt.
Die Königin spürt derweil, dass ihre Zeit abgelaufen ist und ihr Volk sich eine neue Herrscherin wünscht. In der Annahme, dass Deirdre dafür ausgewählt wurde, entführt sie James und Luke, um das Mädchen unter Druck zu setzen. Und der Kampf beginnt ...

Maggie Stiefvater über sich selbst:
"I'm an avid reader, an award-winning colored pencil artist, and play several musical instruments, including the Celtic harp, the piano, and the bagpipes." Ihre Affinität zur Musik und der Welt der Kelten und Iren spiegelt sich im Roman mehrfach wieder und weiß ihn gekonnt mit Leben zu füllen.
Meine gesamte Meinung zu dem Buch kann nachgelesen werden. :) Alles in allem kann ich sagen, dass ich mich auf den kommenden Sommer freue, denn dann müsste Teil 2 auf Deutsch erscheinen, wenn ich das mal so orakeln darf.


Dienstag, 28. Juli 2009

Die Elfen von New York - Martin Millar



Heather und Morag, zwei schottische Distelfeen, flattern bei dem übergewichtigen und stets schlecht gelaunten Dinnie herein. Sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben, da sie immer nur Unruhe stiften. Die elfische Gesellschaft hat sich verändert, der Hofmagier hat die Dampfmaschine erfunden (die es in der Menschenwelt freilich schon lange gibt) und das Volk wird gezwungen, in Fabriken zu malochen.
Überwältigt von ihrer Vergangenheit und der neuen Welt New York, in der sie sich befinden, zerstreiten sich die beiden und Morag zieht gegenüber bei Kerry ein. Die hübsche, junge Frau, die sich ihre Haare blau gefärbt hat, leidet an der Chronschen Krankheit und muss einen Kostomiebeutel (ich kenne es unter dem Ausdruck Stomabeutel) über einem künstlichen Darmausgang auf dem Bauch tragen.
Dinnie besitzt eine Fiedel und versucht, darauf alte, traditionelle Lieder zu spielen, was ihm jedoch nicht gelingt. Heather erkennt, dass es eine heilige Fiedel ihres Volkes ist und möchte sie zurück haben. Darum schlägt sie Dinnie einen Handel vor: da er in Kerry verliebt ist, wird sie ihm helfen, sich ihr zu nähern. Gar nicht so leicht, bei diesem missmutigen und unerzogenen Kerl.
Derweil versucht Kerry ein Blumenalphabet für einen Künstlerwettbewerb zusammen zu stellen. Nur eine Blume fehlt ihr noch und die verliert sie ständig. Meist landet diese bei der verrückten Obdachlosen, die sich für einen römischen Feldherrn hält.
Dann taucht eine schottische Elfenarmee auf, die nicht damit rechnet, dass es noch chinesische und schwarze Elfen gibt ...



Ich habe eine bereits vergriffene Ausgabe gelesen, aber leider kein Coverbild mehr dazu gefunden. Meines ist blau mit einer jungen, blassen Frau mit aufgetürmten blauen Haaren und einem "denkwürdigen" Gesichtsausdruck.
Der erste Satz hat es wirklich rausgerissen. Mit ihm habe ich mich auf die recht seltsame Schreibe des Autors eingelassen und ganz wunderbare Charaktere und tolle Ideen zu lesen bekommen. Millar beschreibt nicht jeden Vorgang und ich habe bis zum Schluß keine Ahnung gehabt, wie groß diese Feen denn nun sind. Kleiner als Menschen, klar. Sie sitzen gern mal auf Schultern und tragen Dinge mit sich herum. Also ungefähr so groß wie eine Barbiepuppe? (Und sorry für den Vergleich, liebe Feen!) Größer? Kleiner?
Dinnie ist herrlich selbstgerecht und bösartig und Kerry schön und weichherzig. An und für sich ein Klischee, aber Millar mischt das mit so vielen anderen unklischeehaften Dingen, das man das glatt übersieht. Die Nebencharaktere sind komplett alle ausgearbeitet und besitzen einen für sie eigenen Hintergrund. Wer eine gewisse Vorstellung von Feen (Elfen) hatte, sollte das schnell vergessen, denn schließlich kann bei denen auch nicht alles still stehen. Das zeigt der machtgierige Hofmagier, der das Volk unterjocht. Es wäre interessant gewesen was passiert wäre, wenn die Feen das Stadium der Industrialisierung überwunden hätten. Wären sie auch irgendwann auf dem Mond gelandet? Hätten sie irgendwann beschlossen, die Menschen nicht mehr zu benötigen?
So aber gründen sie Rockbands und rebellieren gegen den König. Gut, dass auch dessen beide Kinder mit von der Partie sind.
Das ist natürlich kein klassischer Liebesroman und so ist das Ende dahingehend auch recht offen.
Stilistisch bin ich hin und her gerissen. Obwohl Millar oberflächlich bleibt und keinen Grund sieht, Dinge näher zu beschreiben und zu charakterisieren, war die Handlung bildhaft und emotionsreich. Ob das aber auch bei jemandem so wäre, der nicht das New York von heute (oder eine andere Großstadt) kennt - also mal in hundert Jahren oder so - das kann ich nicht mit Gewissheit sagen.
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und war beeindruckt und froh, mal etwas außerhalb des sonst üblichen zu lesen. Kann ich nur empfehlen!