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Dienstag, 9. Januar 2024

Die todgeweihte Kolonie (Scurry 01) - Mac Smith

 

Der erste Band einer dystopischen Trilogie, in der Mäuse die Hauptrolle spielen. Die Menschen des Hauses sind fort und Gefahren lauern überall …

 

 


Titel: Die todgeweihte Kolonie
Autor: Mac Smith
Originaltitel: Scurry
Verlag: Cross Cult
ISBN:‎ 978-3986661182
Euro: 22,00
Veröffentlichungsdatum: Mai 2023
Seiten: 105
Serie: Scurry 01
Come in: Tausch

 

 

 

Inhalt/Klappentext
Eine Mäusekolonie kämpft in einem verlassenen Haus verzweifelt darum, einen harschen, unberechenbaren Winter zu überleben. Alle Menschen scheinen verschwunden zu sein, und auch die Sonne macht dieser Welt nur noch selten ihre Aufwartung. Doch dann wird die Nahrung immer knapper, und viele Mäuse werden krank: Die kleinen Plünderer sind dazu gezwungen, sich immer weiter von ihrem Zuhause zu entfernen und ein von monströsen Bestien geplagtes Land zu durchkämmen, um das kleinste bisschen Futter zu finden, das der Kolonie auch nur einen Tag der Gnadenfrist bescheren könnte. Während die junge Pict und ihr Vater Orim versuchen, die Kolonie vor dem Chaos zu bewahren, begeben sich der kleine Wix und sein Rattenfreund Umf auf eine weitere Plündertour, um Nahrung zu suchen. Dass sie von wilden Katzen und Raubvögeln gejagt werden, gehört für die Mäuse zum Leben – aber hinter den Zäunen lauert noch etwas viel Furchterregenderes ...

 

 

Donnerstag, 8. November 2018

Frida Kahlo: Eine Biografie - María Hesse

Titel: Frida Kahlo: Eine Biografie
Autorin: María Hesse
Originaltitel: Frida Kahlo. Una biografía
Verlag: Insel Verlag
ISBN: 978-3458363477
Euro: 20,00
Veröffentlichungsdatum: Juni 2018
Seiten: 143
Kein Serientitel
Come in: Gewinnspiel









Meinung

Frida Kahlo, geboren 1907 in Coyoacán, Mexiko-Stadt, ist eine der bekanntesten Künstlerinnen weltweit - auch heute noch. Selbst wer noch nie eines ihrer Werke gesehen hat, erkennt die auffällig gekleidete Dame in jedem Fall, denn sie beeinflusst(e) zahlreiche kreative Menschen.
Hesses stark illustrierte Biografie ist aufgrund eines Gewinnspiels in meinem Haushalt eingezogen. Natürlich stellt diese keinen wissenschaftlichen Anspruch und auf den knapp 140 Seiten ist der reine Text zurückhaltend eingesetzt worden. Die wichtigsten Eckpunkte aus Kahlos Leben sind alle treffend geschildert, wer allerdings tiefer gehen möchte, ist eher schlecht beraten. Für ein erstes Zusammentreffen mit dem Leben der Ausnahmekünstlerin, die gesundheitlich sehr eingeschränkt war, ist es aber hervorragend geeignet.
Die Erzählungen sind in der Ich-Form gehalten, so dass es wirkt, als würde die Künstlerin selbst ihre Geschichte schildern und hätte ein kleines Tagebuch vorgelegt. Dabei war es eher Zufall, dass sie zur Malerei kam. Ein schwerer Unfall mit achtzehn Jahren fesselte Kahlo lange ans Bett und das Malen half ihr, mit der Situation klarzukommen. Über die Jahre, die gesundheitlich immer schwierig blieben, die Liebe ihres Lebens, die Fehlgeburten, das kurzzeitige Auswandern, die eigenen zahlreichen Liebschaften wurde die Malerei immer mehr zum Teil ihrer selbst. Sie setzte sich auch stets ins Zentrum ihrer Bilder: „Ich male mich selbst, weil ich mich am besten kenne.“
Hesse hat die Werke Kahlos mit eigener Feder nachgezeichnet, den urspünglichen Sinn erhalten, ihnen aber einen eigenen Anstrich verpasst. Aus rechtlichen Gründen kann ich an dieser Stelle leider nichts davon zeigen, aber die Homepage Hesses ist verlinkt und es gibt eine Online-Leseprobe. Wie in Kahlos Leben stehen die Zeichnungen und Illus im Vordergrund, der Text fügt sich darin ein, unterstützt diese - nicht anders herum! Obwohl die meisten Werke surrealistisch sind und sich daher vermutlich nur der Künstlerin selbst zu einhundert Prozent erschließen, ist es Hesse gelungen, Text und Bilder gemeinsam wirken zu lassen.
"Frida Kahlo: Eine Biografie" ist ein Kleinod in Buchform.


María Hesse, 1982 im spanischen Huelva geboren, zeichnet seit sie denken kann. Ihre Illustrationen erschienen in Magazinen wie Jot Down und Glamour, neben ihrer erfolgreichen Biografie von Frida Kahlo illustrierte sie u. a. Jane Austens Stolz und Vorurteil.

Samstag, 7. April 2018

Vaughan/Guerras "Y - The Last Man" als TV-Serie

Stell Dir vor, alle Lebewesen mit einem Y-Chromosom sterben von einer Sekunde zur anderen. 48% der Erdbevölkerung der Menschen sind dahin, ebenfalls alle männlichen Tiere - alle bis auf einen: Yorick Brown und sein Kapuzineräffchen Ampersand überleben.
Nach dem ersten Schock machen sich die beiden auf, um zu Yoricks Mutter zu gelangen, die im Weißen Haus arbeitet und schließlich zusammen mit einer Agentin und einer Wissenschaftlerin, um zu klären, woher die Seuche kam und ob das wirklich das Ende der Menschheit ist. Leider sind ihnen nicht alle der überlebenden Frauen gewogen, denn ein paar, die sich die "Amazonen" nennen, sehen ein Zeichen in den Vorkommnissen - und machen Jagd auf Yorick.

Was nach einer irren und genialen Geschichte klingt, ist genau das. "Ein eher ungewöhnliches Endzeitszenario, denn die Welt geht nur zur knapp der Hälfte unter, Ressourcen sind alle noch vorhanden und keine Gebäude sind eingestürzt. Die Überlebenden müssen sich zusammenraufen, das immerhin ist gleich geblieben. Und siehe da, Frauen sind auch nur Menschen, genauso korrupt, schwach oder gewaltätig wie andere eben auch", schrieb ich hier (Link) zum ersten Band der Comic-Reihe.

Bereits seit einigen Jahren ist eine TV-Serie in Planung, die bisher leider noch nicht umgesetzt werden konnte. Nun jedoch erhält das Projekt schärfere Konturen, denn FX gab einen Piloten in Auftrag, wie hier (Link) nachzulesen ist.

Y-Autor Brian K. Vaughan ist einer der kreativen Köpfe hinter den derzeit beliebtesten Serien: Saga in etwa oder Paper Girls. In der Riege darf Y-The last Man nicht fehlen. Auch von den TV-Serien Lost und Under the Dome hat man sicher bereits gehört. An dem Projekt, das sich intensiv mit dem besonderem Blick(winkel) Weiblichkeit/Frau befasst sind auch Frauen beteiligt (z.B. Melina Matsoukas als Regisseurin) - etwas, das leider nach wie vor betont werden muss.

In Deutschland ist die Comic-Serie, die von Zeichnerin Pia Guerra (Harvey und Eisner Award) bildlich umgesetzt wurde, leider ein wenig untergegangen. Dabei ist das Gedankenexperiment so unwichtig nicht: "Geschäftsführer von 495 der 500 größten Wirtschaftsunternehmen sind tot. Genauso wie 99% aller Landbesitzer der Welt. Allein in den Vereinigten Staaten von Amerika starben 95% aller Piloten, Lastwagenfahrer und Schiffskapitäne. Desgleichen 92% aller Gewaltverbrecher. 85% der Regierungsmitglieder der ganzen Welt sind tot. Ebenso 100% aller katholischen Priester, muslimischen Imame und jüdisch-orthodoxen Rabbies", heißt es im Klappentext von Band 1.
Und das ist erst der Anfang.

Es war 2015, als die Autorin Lauren Beukes in einem Interview (Link) sagte: "Ich möchte das Phantastische als eine Art Linse nutzen, um uns eine bessere Sicht auf reale Probleme zu geben, über die wir es leid sind zu reden, weil sie sich unerträglich anfühlen; es sei denn, sie werden mit einer Art verzerrendem Abstand betrachtet."
Nachdem in der letzten Zeit immer mehr Stimmen laut werden, die sich mit der (Un-)Gleichheit der Geschlechter befassen, kommt die Serie sicher genau zur richtigen Zeit. Es bleibt zu hoffen, dass sie nicht nur auf explosive Bilder oder klischeehafte Beziehungsformen (oder Sex) setzt, sondern sich auch tatsächlich aktueller Probleme annimmt.


Y - The Last Man:
1. Entmannt
2. Tage wie dieser
3. Ein kleiner Schritt
4. Offenbarungen
5. Ring der Wahrheit
6. Girl on Girl
7. Extrablatt
8. Japanische Nächte
9. Mutterland
10. Warum und weshalb


Samstag, 11. November 2017

(Comic) Monstress - Das Erwachen - M. Liu/ S. Takeda

Titel: Monstress
Autorin/Zeichnerin: Marjorie Liu, Sana Takeda
Originaltitel: Monstress: Awakening
Verlag: Cross Cult
ISBN: 978-3959810579
Euro: 16,80
Veröffentlichungsdatum: November 2016
Seiten: 192
Serie: Monstress 01
Come in: Tausch









Inhalt

In einer Welt, in der neben Menschen auch die (in der Menschenwelt zumeist versklavten) Arkanen leben, lässt sich die junge Maika Halbwolf absichtlich gefangen nehmen, weil sie darauf baut, dass die mächtigen Hexennonnen sie kaufen werden. Diese gewinnen aus Arkanen das Lilium, welches sie für ihre magischen Fähigkeiten benötigen. Zusammen mit einigen Leidensgenossen schafft man Maika in die sehr gut bewachte Hauptburg, in der sie bis zur Anführerin der Hexennonnen gelangt. Überrascht stellt sie fest, dass diese einst ihre Mutter kannte - ein Umstand, der Maika dabei hilft, mehr über ihre eigene Vergangenheit zu erfahren. Denn in ihrem Körper existiert ein schreckliches Wesen, das älter zu sein scheint, als Menschen und Arkane zusammen, und das sie nicht unter Kontrolle hat. Um zu verstehen, was passiert ist, muss Maika erst einmal lernen, sich selbst zu verstehen.

Dienstag, 25. Juli 2017

(Comic) Entmannt - Brian K. Vaughan, Pia Guerra

Titel: Entmannt
Autor: Brian K. Vaughan, Pia Guerra
Originaltitel: The Last Man
Verlag: Panini
ISBN: 978-3866073524
Euro: 14,99
Veröffentlichungsdatum: Januar 2007
Seiten: 128
Serie: Y - The Last Man 01
Come in: Kauf










Inhalt

Von einer Sekunde auf die andere geschieht es: Alle Lebewesen mit einem Y-Chromosom sterben - 48% der Erdbevölkerung der Menschen sind dahin, ebenfalls alle männlichen Tiere. Einzig Yorick und sein Kapuzineräffchen Ampersand überleben. Nach dem ersten Schock machen sich die beiden auf, um zu Yoricks Mutter zu gelangen, die im Weißen Haus arbeitet und schließlich zusammen mit einer Agentin und einer Wissenschaftlerin, um zu klären, woher die Seuche kam und ob das wirklich das Ende der Menschheit ist.
Die wahren Herausforderungen liegen jedoch bei den überlebenden Frauen: "Geschäftsführer von 495 der 500 größten Wirtschaftsunternehmen sind tot. Genauso wie 99% aller Landbesitzer der Welt. Allein in den Vereinigten Staaten von Amerika starben 95% aller Piloten, Lastwagenfahrer und Schiffskapitäne. Desgleichen 92% aller Gewaltverbrecher. 85% der Regierungsmitglieder der ganzen Welt sind tot. Ebenso 100% aller katholischen Priester, muslimischen Imame und jüdisch-orthodoxen Rabbies." Und das ist erst der Anfang.


Meinung

Ein eher ungewöhnliches Endzeitszenario, denn die Welt geht nur zur knapp der Hälfte unter, Ressourcen sind alle noch vorhanden und keine Gebäude sind eingestürzt. Die Überlebenden müssen sich zusammenraufen, das immerhin ist gleich geblieben. Und siehe da, Frauen sind auch nur Menschen, genauso korrupt, schwach oder gewaltätig wie andere eben auch. Autor und Zeichner gehen aber ohne Zeigefinger und sogar recht locker an das Thema heran, unterschwellig schwingt immer ein Augenzwinkern und sehr viel (schwarzer) Humor mit. In etwa wenn das ehemalige aufgepimpte Model einen Müllwagen fährt, der die Leichen einsammelt.
Yorick ist ein eher junger Nerdcharakter, der das Leben bisher auf die leichte Schulter genommen hat und oft nicht groß nachdenkt, ehe er etwas tut. Dass in ihm, dem letzten überlebenden Mann, kein actionreicher Muskelprotz, sondern eher ein unbedarfter Junge gewählt wurde, passt hervorragend. Er macht eben nicht auf "Hahn im Korb", sondern weiß genau, wie ernst die Situation nicht nur für ihn werden kann.
Die Handlung wechselt von ihm zu den unterschiedlichsten Frauen, wobei noch eine gewisse Zeit lang episodenhaft vor der Seuche angesetzt und in einem Countdown heruntergezählt wird. Kongressabgeordnete, Soldatinnen, Wissenschaftlerinnen, Fußballerinnen. Und plötzlich ist nichts wie zuvor. Neben den Trauernden, immerhin haben alle Frauen der Welt auch Väter, Brüder und Söhne verloren, gibt es auch agressive Gruppen, wie die "Amazonen", die ein Zeichen in den Geschehnissen sehen und alle Spermienproben vernichten, denen sie habhaft werden. Als ihnen zu Ohren kommt, dass es einen Überlebenden gibt, machen sie Jagd auf ihn. Aber auch andere Frauen müssen sich mit der neuen Sachlage auseinandersetzen. Da ist in etwa die Landwirtschaftsministerin, die plötzlich Präsidentin der USA wird oder die Witwen von Abgeordneten, die die Ämter ihrer Männer übernehmen wollen, nicht zuletzt, da sie ohnehin bereits die treibende Kraft hinter deren Tun gewesen sind.
Die Zeichnungen sind sehr detailreich und leben oft von der Gestik und Mimik der Figuren, was zum Aufbau der Geschichte hervorragend passt. Komposition, Bilder und Handlung sind ideal angelegt für eine Verfilmung.
"Entmannt" ist sehr durchdacht und besitzt daher mehr Tiefe, als zunächst anzunehmen ist, hebt aber keinen Zeigefinger. Es ist auch keine Hommage an eines der Geschlechter, der Comic durchdenkt nur Möglichkeiten und philosophiert, wie Menschen mit einer Katastrophe umgehen würden. Und mittendrin setzt er eine kleine Gruppe, die das Schicksal der Menschheit in den Händen hält.
Sehr empfehlenswert!


Y - The Last Man:
1. Entmannt
2. Tage wie dieser
3. Ein kleiner Schritt
4. Offenbarungen
5. Ring der Wahrheit
6. Girl on Girl
7. Extrablatt
8. Japanische Nächte
9. Mutterland
10. Warum und weshalb


Brian K. Vaughan ist ein Comic- und Fernsehautor, der durch seine Arbeiten für die Verlage Marvel Comics und DC Comics sowie an den Fernsehserien Lost und Under the Dome bekannt geworden ist.
Pia Guerra arbeitet seit Mitte der 90er als Comic-Zeichnerin. Für Marvel fertigte eine Spiderman-Kurzgeschichte an. Für die Arbeit an Y - The Last Man gewann sie sowohl den Harvey als auch den Eisner Award.

Freitag, 20. Januar 2017

(Neu) H.G. Wells: Der Krieg der Welten (plus neue Fortsetzung)

Im Jahr 1898 veröffentlichte Herbert George Wells eines der bis heute bekanntesten Science Fiction Werke der Literatur: Der Krieg der Welten (Original: The War of the Worlds). 1901 gab es dazu die erste deutsche Übersetzung. Berühmt wurde die Story jedoch durch ein Hörspiel, zu dem Orson Welles das Skript geschrieben hat. Einen Tag vor Hallowen 1938 ging es über das Radio in New York auf Sendung und erzeugte eine Massenpanik, da die Zuhörer glaubten, es handle sich um ein reales Ereignis.

In der Geschichte müssen die hochintelligenten Marsbewohner vor ihrer Heimat rekapitulieren und sich eine neue suchen. Ihre Wahl fällt, auch mangels Alternativen, ausgerechnet auf die Erde. Mit kirchturmhohen, dreibeinigen Kampfmaschinen überfallen sie die beinahe wehrlosen Menschen, von denen es nur wenigen gelingt, sich in Kellern zu verstecken. Ohne auch nur die Kommunikation zu suchen, zerstören die Aliens alles, was ihnen in den Weg kommt und gestalten die Erde nach ihren eigenen Vorstellungen neu um. Doch dann ist es die kleinste aller möglichen Lebensformen, die ihnen den Garaus macht. Einer der Überlebenden ist ein Schriftsteller, der die Geschehnisse einige Jahre später aufschreibt und so für die Nachwelt festhält.

Dass Wells sich hier nicht nur ein wenig am Zeitgeist seiner Mitmenschen bedient und ihnen einige der eigenen Fehler vor Augen hält, wird schon in der Inhaltszusammenfassung deutlich. Wer schon immer einmal das Original lesen wollte, das entweder vergriffen oder neu erzählt, oft eher filmisch, wurde, kann 2017 auf seine Kosten kommen. Sowohl als Print oder E-Book, aber auch als Hörbuch oder Graphic Novel wird "Krieg der Welten" neu aufgelegt.

dtv hat den Roman von Lutz-W. Wolff neu übersetzen lassen und eine Leseprobe und nähere Infos gibt es HIER.

DAV setzt auf eine ungekürzte Hörbuchfassung, gelesen von Andreas Fröhlich. Wer einmal reinhören will, kann dies HIER tun.

Eine Graphic Novel von Thilo Krapp ist von Egmont erhältlich. Nähere Infos dazu HIER.

Beim Jazzybee Verlag ist eine zweisprachige Ausgabe erschienen.

Bei Fischer erscheint eine gebundene Ausgabe neu übersetzt von H.-U. Möhring. Leseprobe und mehr gibt es HIER.

Nicht zuletzt ist auch eine preiswerte Ausgabe im Nikol Verlag erschienen.

Wieso dieses rege Interesse an diesem Klassiker mehr oder weniger erwacht ist, liegt an zwei Meldungen. Zum einen scheint es, als wäre für 2017 eine neue Verfilmung des Stoffes geplant, diesmal in Serie fürs TV, auf die Mattscheibe gebracht von MTV.

Zum zweiten plante niemand Geringerer als Stephen Baxter eine Fortsetzung des Originals, die seit Januar 2017 offiziell zu haben ist.
Der Titel lautet: "The Massacre of Mankind". Die Marsianer haben sich in dieser soweit erholt, dass sie die Erde erneut angreifen können.

Klappentext: "It has been 14 years since the Martians invaded England. The world has moved on, always watching the skies but content that we know how to defeat the Martian menace. Machinery looted from the abandoned capsules and war-machines has led to technological leaps forward. The Martians are vulnerable to earth germs. The Army is prepared.
So when the signs of launches on Mars are seen, there seems little reason to worry. Unless you listen to one man, Walter Jenkins, the narrator of Wells' book. He is sure that the Martians have learned, adapted, understood their defeat.
He is right.
Thrust into the chaos of a new invasion, a journalist - sister-in-law to Walter Jenkins - must survive, escape and report on the war.
The Massacre of Mankind has begun"

Da ist also für alle Liebhaber etwas dabei. Welche Übersetzung einem mehr zusagt, ob es eine Graphic Novel oder ein E-Book werden soll, bewegte Bilder oder ganz klassisch als Hörstück kann nun jeder selbst entscheiden.


Donnerstag, 26. November 2015

Das verborgene Reich - Lauren Beukes, Bill Willingham

Titel: Das verborgene Reich
Autoren: Lauren Beukes, Bill Willingham
Illustrator: Inaki Miranda
Originaltitel: Hidden Kingdom
Verlag: Panini
ISBN: 978-3862016716
Euro: 19,99
Veröffentlichungsdatum: August 2013
Seiten: 160
Serie: Fairest 02
Come in: Tausch








Meinung

Die Fairest-Bücher sind offenbar ein Spin-Off zur Fables-Reihe und beschäftigen sich jeweils abgeschlossen mit weiblichen Märchenfiguren. Diese sind in unserer realen Welt gestrandet und müssen sich eben so durchschlagen. In Band 1 "Wachgeküsst" war es Dornröschen und in diesem zweiten Band ist es nun Rapunzel.
Die blonde junge Frau muss mit Haar leben, das pro Stunde um zehn Zentimeter wächst, hat aber einen besten Freund, der sich nicht nur ihre Problemchen anhört, sondern auch noch Friseur ist. Die Märchenfiguren leben geheim in unserer Welt und es gibt strenge Richtlinien, damit ihre Existenz auch geheim bleibt. Als Rapunzel jedoch ein Origami-Vogel zufliegt, der ihr etwas zum Verbleib ihrer verschollenen Kinder sagt, flieht sie mithilfe eines magischen Amuletts, das ihr Haarwachstum verlangsamt nach Tokio. Dort muss sie sich, als unsterbliches Wesen, wie alle ihre Artgenossen es sind, ihrer lange zurückliegenden Vergangenheit im Palast des Kaisers stellen.
Die Story zu diesem Band hat Lauren Beukes geschrieben, was auch der Grund dafür war, dass ich ihn mir angeschafft habe. Ohne Vorwissen ist es schwierig, aber nicht unmöglich dem Geschehen zu folgen. Zwar bleiben die Hintergründe um die Ankunft der Figuren und leider auch einige von diesen selbst recht blass und unverständlich, aber da sie hier auch eher unwichtig sind, kann man darüber hinweglesen und -sehen.
Rapunzels Geschichte wird, schon allein wegen der emotionalen und auch bildgewaltigen Rückblenden sehr eindringlich geschildert. Der Verlust ihrer Kinder, die ihr als Totgeburten verkauft werden sollen, woran sie jedoch nicht glauben kann und die offenbar der Schlüssel für die Rückkehr der Märchenfiguren in ihre eigene Welt sind, treibt die junge Frau an.
Als sie in Tokio ankommt, läuft sie ihrer Vergangenheit direkt in die Arme. Es wird sehr einfühlsam und alltäglich auf die Liebe zur gleichgeschlechtlichen Kitsune eingangen. Ebenso wie zur sich entwickelnden Liebe in der Jetztzeit zu Rapunzels bestem Freund.
Aber auch Freundschaft und Beziehungen (z.B.Mutter-Tochter) spielen eine Rolle. Wer Beukes Romane gelesen hat, wird sie hier auf jeden Fall wiedererkennen.
Die Zeichnungen sind, nach meinem bescheidenen Beurteilungsvermögen hinsichtlich Bildern, gelungen, immer klar zu erkennen, auch wenn es, Märchen üblich, recht düster wird. Auch ins erotische gehende Szenen sind geschmackvoll umgesetzt, allerdings wird es in vielen Bildern auch gern mal blutig, ebenfalls wird eine Geburt gezeigt. Rapunzel selbst und auch Tokio sind atmosphärisch und ausdrucksstrak wiedergegeben.
Wer gern zu Graphic Novels/Comics greift und zudem noch Märchenadaptionen mag, sollte sich die Reihe(n) ruhig mal genauer anschauen.
"Das verborgene Reich" hat alles, was es braucht.

 

Donnerstag, 10. April 2014

(GN) Der Heckenritter - George R. R. Martin




Titel: Der Heckenritter
Autor: George R. R. Martin
Originaltitel: The Hedge Knight
Verlag: Panini Manga und Comic
ISBN: 978-3862015351
Euro: 16,95
Veröffentlichungsdatum: Februar 2013
Seiten: 144
Serientitel 01
Come in: Tausch


Inhalt
Als der siebzehnjährige Knappe Dunk seinen Herrn, einen Heckenritter, begräbt, beschließt er, dessen Leben fortzusetzen. Nicht weit entfernt findet ein großes Turnier statt, an dem Dunk unbedingt teilnehmen will. Auf dem Weg dorthin begegnet ihm der achtjährige "Egg", der selbst unbedingt Knappe sein möchte. Obwohl Dunk ihn nicht mitnehmen will, schleicht sich der Junge hinterher.
Während des Turniers muss Dunk dann jedoch feststellen, dass sein alter Herr ihm nicht alles über das Ritterleben gesagt hat und so läuft er geradewegs in eine schicksalhafte Katastrophe hinein.

Meinung

Es ist jetzt etwa zehn Jahre her, da kaufte ich mir eine Anthologie. In "Der siebte Schrein" fand sich unter anderem eine hundertseitige Kurzgeschichte von George R.R. Martin, die sich "Der Heckenritter" nannte. Diese hat mir damals so gut gefallen, dass ich mir den ersten Band seiner Saga "Das Lied von Eis und Feuer" anschaffte und immerhin bis Ende Band 4 gekommen bin. Leider war die große Saga nicht mit der "Vorgeschichte" zu vergleichen, was auch andere Leser bedauern, wenn sicher auch aus einem anderen Grund als ich.
Als ich zu dieser Graphic Novel griff, war mir nicht klar, dass ich die Geschichte selbst eigentlich schon kannte. Doch dann zog ich die Anthologie hervor und las die Geschichte noch einmal in einem Rutsch durch. Wie in dieser, so wurden auch in der GN die Eigennamen nicht übersetzt. "Egg" wird nicht zu "Ei". Auch, wenn der Name im Original sicher mehr Sinn macht, weil eine größere Nähe zum eigentlichen Namen des Jungen besteht, bin ich von Anfang an auf der Seite der Übersetzungsfreudigen gewesen. Es macht Vieles einfach mehr Sinn und ist auch leichter wiederzuerkennen, wenn die Namen auf Deutsch im Text stehen.
Die Graphic Novel greift nun den wesentlichen Kern der Story auf und setzt sie unterhaltsam um. Leider jedoch bleibt der eigentliche Witz und der Charme der einzelnen Figuren auf der Strecke. Mitunter ist es sogar recht schwer, dem Geschehen zu folgen, wenn man die Handlung das erste Mal mitverfolgt. Besonders beim eigentlichen Turnier.
Die Zeichnungen sind gelungen und zeigen ein Händchen für Details, Farben und Formen. Auch hier wurde sich genau ans Original gehalten und dennoch gibt es hier und da Neues zu entdecken.
Die Geschichte selbst ist großartig und bietet alles, was in eine solche perfekte hineingehört. Dunk, der sich später Duncan nennt, begreift schnell, dass man nicht von adliger Geburt sein muss, um ein echter Ritter zu sein, dass es Heldenmut und Ehre oft nur in hehren Liedern gibt. Viel zu oft geht es nur um Macht und Geld und die Eide sind schnell vergessen, wenn ein Platz in einer Burg winkt, statt einem Bett unter dem Himmelszelt.
Beim wiederholten Lesen war es spaßig, die Namen der einzelnen Lords und Häuser zu kennen, hier eine Standarte und dort ein Wappen wiederzuerkennen. Beim erstmaligen Lesen waren es noch Fremde. Allerdings hat die Geschichte um Duncan und Egg wenig mit der großen Saga zu tun. Sie spielt etwa einhundert Jahre vor "Das Lied von Eis und Feuer" und ob und wie sie diese beeinflusst ist mir unklar. Deswegen kann man den "Heckenritter" durchaus auch als alleinstehende Geschichte sehen.
Freunde der bebilderten Erzählung sollten sich dieses Werk nicht entgehen lassen, alle anderen greifen aber besser zu den Buchstaben.


Heckenritter:
1. The Hedge Knight (Der Heckenritter)
2. The Sworn Sword (Das verschworene Schwert)
3. The Mystery Knight (Der geheimnisvolle Ritter)



 
http://www.georgerrmartin.com/
George R. R. Martin ist ein US-amerikanischer Autor. Martin erhielt 1997 den Hugo Award für seine Novelle "Blood of the Dragon", sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen und Ehrungen im Lauf seiner Karriere. George R. R. Martin lebt momentan mit seiner Familie in New Mexico.
Ben Avery ist ein Comic-Autor, der derzeit allgemeines Ansehen für seine Arbeit an "Der Heckenritter" bekommt. Außerdem ist Ben Avery der leitende Redakteur für Community Comics, einem Unternehmen, das sich der Herstellung familienfreundlicher Comics widmet.
Mike S. Miller ist eine feste Größe in der Comic-Landschaft und hat schon bei vielen Titeln mitgewirkt, u. a. bei "Wolverine", "Justice League of America" und "The Savage Dragon".

Samstag, 14. September 2013

(GN) FreakAngels 01 - Warren Ellis


Titel: FreakAngels 01
Autor/Zeichner: Warren Ellis
Originaltitel: FreakAngels
Verlag: Panini
ISBN: 3862010236
Euro: 16,95
Veröffentlichungsdatum: November 2010
Seiten: 152
Serie: FreakAngels 01/05
Come in: Tausch









Inhalt

Dreiundzwanzig Jahre sind vergangen seit zwölf auf ihre Art sehr eigene und fast identische Kinder geboren worden sind. Nur sechs Jahre später ging die Welt unter und elf jener ehemaligen Kinder versuchen nun, den Rest der Menschen in England zusammen zu kratzen und ihnen ein ordentliches Leben zu bieten.
Als dann jedoch ein junges Mädchen durch die Straßen ihrer kleinen Stadt wandert und einen von ihnen töten will, wird den Elf klar, dass etwas nicht stimmt. Das Mädchen berichtet vom verschollenen Bruder, der totgeglaubt war - und der bittere Rache an seinen Geschwistern nehmen will.

Meinung

Dieser auf Papier gedruckte erste von fünf Bänden der "Freakangels" richtet sich eher an Liebhaber, denn die Geschichte ist kostenlos im WWW zu lesen. (In etwa hier)
Mit sehr speziellen und liebenswerten Charakteren versehen, besticht "Freakangel" vor allem durch diese und die ansehnlichen Bilder, erst danach durch seine Handlung. Die Farbpalette bleibt dabei eher in dunkleren Gefilden, grelle oder allzu bunte Mischungen gibt es nicht.
Band 1 nimmt sich sehr viel Zeit die elf ehemaligen Kinder vorzustellen, die sich trotz ihrer äußerlichen Ähnlichkeit sehr unterschiedlich entwickelt haben. Dabei wird nicht nur das alltägliche Leben in einer Welt nach dem großen Crash gezeigt, es mehren sich auch die Anzeichen dafür, dass die Geschwister selbst dafür verantwortlich sind und nun versuchen, ein wenig vom Unglück wieder gut zu machen. Sie bauen Obst und Gemüse an, sorgen für Nachschub und vor allem für Sicherheit. Denn solche sicheren Enklaven in einer Welt, die auf Stärke basiert, sind begehrt.
Doch solches geschieht erst am Ende, die Handlung bleibt einen Großteil über eher gleichmäßig und vorstellig. Dies aber nicht uninteressant oder langweilig, denn es gibt viel zu sehen. Die Figuren und ihre Beziehungen sind nicht auf den ersten Blick zu entschlüsseln und brauchen die Zeit, die sie bekommen haben. Auch der Hintergrund, die Vergangenheit, die diese Welt zu der gemacht hat, die sie ist, wird nicht offen gelegt und muss auch noch in der Fortsetzung entschlüsselt werden. Das mag nicht jedem Leser liegen, vor allem wenn Band 2 noch nicht zum Lesen bereit liegt.
"Freakangels" ist ein guter Einstieg, der zwar noch nicht komplett zu überzeugen vermag, aber schon hier und da durchblitzen lässt, dass mehr erwartet werden darf. Ansehnlich und unterhaltsam in einem, vergnügliche Stunden garantiert.


http://www.warrenellis.com/
Warren Ellis (geb. 1968) zählt zu den renommiertesten Comic-Autoren der Gegenwart.
Der Brite begann seine Karriere 1990 in englischen Magazinen, bevor er 1994 erstmals für den US-Verlag Marvel arbeitete, u. a. an den Reihen Hellstorm, Marvel 2099 und Thor. Für Aufmerksamkeit sorgten jedoch vor allem die Reihen, die bald darauf für DC Comics entstanden, nämlich Stormwatch, The Authority und vor allem Transmetropolitan. In der Folge wurde Ellis zu einem der wenigen Star-Autoren des Mediums, dessen Name zum Synonym für hochklassige, intelligente Science-Fiction-Comics wurde. Global Frequency und Planetary untermauerten seinen Status nachhaltig.

Samstag, 27. Oktober 2012

(GN) Jaïna - Ange/Varanda


Titel: Jaïna
Autor/Zeichner: Ange/Varanda
Originaltitel: Jaïna - La Geste des Chevaliers Dragons
Verlag: Splitter
ISBN: 3939823333
Euro: Nicht mehr im Handel erhältlich.
Veröffentlichungsdatum: Januar 2007
Seiten: 48
Serie: Die Legende der Drachenritter 01
Come in: Kauf (Antiquariat)






Inhalt


Drachen sind die Geißel dieser Welt, denn sie verändern das Land und die Menschen durch ihre bloße Anwesenheit. Das Böse zieht sich um sie zusammen, so dass nichts und niemand überleben kann. Einzig Jungfrauen vermögen die instinktgeleiteten Tiere nicht auszumachen und so sind diese Frauen die einzigen, die sich dem Drachen nähern und ihm den Garaus machen können. So entstand der Orden der Drachenritter, der trotz seines Könnens keinen guten Ruf genießt.
Jaïna und ihre Knappin Ellys sind auf der Suche nach ihrer vermissten Schwester Dara, die seit sechs Monden vermisst wird. In der Stadt, in der Dara verschwand, erfahren die beiden von den Oberen, dass Dara den dort ansessigen Drachen vernichten wollte und nicht wiederkehrte. Beide versprechen, sich des Problems anzunehmen und machen sich auf den Weg.


Meinung


Als Fan der Romane des Autorenpaares Ange war es für mich bis zu deren bildgewaltigen Geschichten nur ein kleiner Schritt. Und obwohl die Geschichte spannend und die Bilder wirklich sehenswert sind, ist Band 1 der Drachenritter leider nicht vollends überzeugend.
Der Auftakt ist in sich abgeschlossen und es ist anzunehmen, dass auch in den Fortsetzungen jedes Mal ein neuer weiblicher Ritter Abenteuer erleben darf.
Schon zu Beginn wird in einer Tavernenszene klar gestellt, dass die Drachenritter zwar wichtige Arbeit verrichten, mit dieser aber keine Anerkennung finden. Im Gegenteil, man verlacht sie und witzelt mit derben Anzüglichkeiten. Trotz ihrer Jugend und Statur wissen sich Jaïna und Ellys auch ohne jegliche magischen Besonderheiten allein mit ihrer Kampfausbildung zur Wehr zu setzen.
Leider richtet sich die Reihe wohl vornehmlich an männliche Leser, denn die Frauen sind durchweg ziemlich schmalhüftig und mit draller Oberweite ausgestattet, die es ihnen mitunter schwer machen dürfte, ihr Schwert zu führen oder auch nur einen Pfeil auf den Bogen zu spannen. Hilfreich in dieser Hinsicht auch wenig die "Rüstung" der Ritter, die eine Körperhälfte fast komplett frei lässt. Dass Drachen scharfe Krallen haben, Feuer speien können und sicher noch mehr Überraschungen auf Lager haben, scheint da nicht wirklich durchdacht worden zu sein. Die Alltagskleidung der beiden Drachenritter ist ebenfalls recht knapp gehalten.
Für weibliche Leser stellt sich dieses Detail also als äußerst enttäuschend heraus. Denn überdies bietet die Geschichte nur allerbeste Ansätze. Die sehr düstere Handlung, die erst Lesern ab sechzehn Jahren zu empfehlen ist, kann einige Höhepunkte verbuchen, kämpft zwar mit einigen Vorhersehbarkeiten, bietet aber auch genug Überraschungen. Actionfreunde werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.
Die Zeichnungen sind detail- wie liebevoll, es dominieren helle Farben Richtung Orange und Braun. Nachtszenen sind nicht durchweg Schwarz und Grau, sondern eher in dunklen Blautönen gehalten, so dass Szenerien gut zu überblicken sind.
So bleibt "Jaïna" trotz mitreißender, gerne gelesener Geschichte leider Geschmackssache.


Ange ist eines der Pseudonyme, hinter denen sich ein überaus produktives und vielseitiges Autorenpaar verbirgt: Anne und Gérard Guéro. Unter diesem Namen haben sie seit 1990 die Texte zu zahlreichen Comics (darunter Die Legende der Drachenritter ), Science-Fiction-Romane für Erwachsene und Jugendliche und zahlreiche Übersetzungen verfasst. Kurz und gut: Ange ist ein vielbeschäftigter Autor. Das ist auch kein Wunder, wenn man wie Ange vier Arme, zwei Herzen, vier Augen und zumindest im Augenblick nur eine Brille hat ...

Samstag, 20. Oktober 2012

(GN) Drachenzwielicht - Weis/Hickman/Raffaele/Kurth


Titel: Drachenzwielicht
Weis/Hickman/Raffaele/Kurth
Originaltitel: Dragons of Autumn
Verlag: Panini Manga und Comic
ISBN: 3866073488
Euro: 12,95
Veröffentlichungsdatum: Februar 2007
Seiten: 100
Serie: Die Chroniken der Drachenlanze 01
Come in: Tausch







Inhalt

Nach fünf Jahren, in denen sie in der Welt Krynn auf der Suche nach einem Zeichen der alten Götter waren, treffen sich sechs Freunde in ihrer alten Heimatstadt wieder. Doch für Tanis, den Halb-Elfen, Sturm Feuerklinge, einen Ritter aus Solamnia, den Magier Raistlin und seinen Zwillingsbruder Caramon, den Zwerg Flint Feuerschmied und Tolpan, einen Kender wird es keine willkommene Heimkehr.
Böse Mächte haben die Bewohner gegeneinander aufgehetzt und kontrollieren Politik und Wirtschaft. Sie sind auf der Suche nach einem magischen Stab, den sie bei Raistlin vermuten. Doch die geheimnisvolle wie schöne Barbarenfrau Goldmond führt ihn mit sich und die Freunde fliehen zusammen mit ihr und ihrem Begleiter.
Obwohl niemand von ihnen in fünf Jahren gefunden hat, wonach sie suchten, treffen sie ausgerechnet nun auf erste Anzeichen. Um ihre Welt zu retten, müssen sie Goldmond dabei helfen, zu entdecken, was es mit dem Stab, den sie bei sich führt auf sich hat. Sie geraten dabei in einen Krieg, den die böse Königin der Finsternis angezettelt hat, um die Herrschaft Krynns zu erlangen.

Meinung

Dass ich die Romane der "Chroniken der Drachenlanze" gelesen habe, muss nun schon rund fünfzehn Jahre her sein. Obwohl die Bücher schon auseinanderfallen, stehen sie noch ordentlich in meinem Regal.
Als mir die Comicversion in die Hände fiel, nahm ich sie aus Sentimentalität mit. So richtig warm wird man wohl selten mit den Figuren, wenn man sie sich im Kopfkino anders erdacht hat. Aber die Zeichner haben sich detailliert an die Beschreibungen in den Romanen gehalten, was Unmut schon im Vorfeld im Keim erstickt. Warum es davon aber keine aufs Titelbild geschafft hat, erklärt sich leider nicht.
Leider kommt anhand der kurzen Handlungssequenzen und der meist recht dunklen Zeichnungen kaum Feeling rüber. Der Comic wirkt wie eine bloße Kurzzusammenfassung des Romans, was durch die beschränkte Seitenanzahl verständlich ist, aber trotzdem wirkungsvoller hätte inszeniert werden können. Obwohl das Geschehen mehrheitlich düster ist, hätten zumindest einige Bilder, vor allem die wenigen, die tagsüber spielen, heller gezeichnet werden können. So ist es oftmals schwer zu erkennen, was vor sich geht. Mimiken und Gestiken verschwinden fast völlig, so dass ein warm werden mit den Charakteren fast nicht möglich zu sein scheint.
Die Beziehungen der einzelnen Questemitglieder (und deren Vergangenheit) kommen deutlich zu kurz. Das wenige, das gezeigt wird, wirkt unverständlich und wirr.
So kann ich den ersten Teil leider nur Kennern und Liebhabern der Romane empfehlen. Das Auffrischen der Erinnerung hat deutlich Lust auf die Geschichte der Abenteurer gemacht - nur eben leider nicht in Bildform.


Margaret Weis (*1948) ist eine US-amerikanische Autorin von Fantasy und Science Fiction Literatur.

Tracy Raye Hickman (*1955) ist ein Fantasy-Autor. Er schrieb und schreibt zusammen u.a. mit seiner Kollegin Margaret Weis an mehreren Fantasy-Zyklen darunter Drachenlanze und Die Vergessenen Reiche.

Samstag, 5. Mai 2012

The Eye of the World - Robert Jordan/C. Dixon/C. Conley



Titel: The Eye of the World
Autoren: Robert Jordan/Chuck Dixon/Chase Conley
Originaltitel
Verlag: Tor Books
ISBN: 0765324881
Euro: 17,95
Veröffentlichungsdatum: September 2011
Seiten: 240
Serie: The Wheel of Time 01
Come in: Gekauft
Medium: Comic/ Graphic Novel


Inhalt

Rand al'Thor und seine Freunde Matrim Cauthon und Perrin Aybara sind normale Jungs und leben in dem kleinen Dorf Emondsfelde. Das nahende Bel Tine Fest wirft seine Schatten voraus, als ein Gaukler ins Dorf kommt und die Leute unterhält. Sogar eine echte Lady, Moiraine, ist angereist.
Doch dann bringt der Händler schlechte Nachrichten: ein weiterer falscher Drache hat seine Wiedergeburt mit Krieg proklamiert und wurde von den Aes Sedai gefangen gesetzt. Denn alle Männer, die die Eine Macht lenken können, werden wahnsinnig und zerstören alles und jeden.
Rand freut sich am meisten auf das Fest und gibt nicht viel darauf. Am Vorabend wird jedoch unerwartet der Hof, auf dem er mit seinem Vater Tam lebt, von Trollocs überfallen. Die Bestien, die Rand für bloße Legenden gehalten hat, verletzen seinen Vater schwer. Auf einer Trage schleppt er ihn ins Dorf und muss seinen Fieberwahnsinn mitanhören, der nahe legt, dass fremdes Blut in Rands Adern fließt. Rettung naht nicht, denn auch Emondsfeld ist angegriffen worden. Die Heilerin Nynaeve sieht Tam bereits ins Totenreich abgleiten, als der Gaukler Rand rät, sich an die Lady Moiraine zu wenden. Sie ist in Wirklichkeit eine Aes Sedai und könnte seinen Vater retten. Also geht Rand einen Handel mit der Zauberin ein, der sein ganzes bisheriges Leben verändern wird.

Meinung

Die deutsche Übersetzung zu dieser Graphic Novel wird am 14.05.2012 unter dem Titel "Das Rad der Zeit 01. Das Auge der Welt" erscheinen.
Den Bildern geht eine textliche Einführung voraus, die es im Grunde nicht gebraucht hätte. Sie ist im Roman ebenfalls nicht enthalten und da sich die GN sehr dicht an eben jenen hält, sind diese zahlreichen Informationen gar nicht notwendig. Interessant auf jeden Fall für den bisher ausschließlich auf Deutsch-Leser die Originalsprache, die nahe legt, warum es in der deutschen Übersetzung wackelt bzw. im Wechsel der Übersetzer neue alte Begriffe entstanden sind.
Insgesamt ein in sich stimmiges, unterhaltsames Werk, an dem es so gut wie nichts auzusetzen gibt. Störend wirkt Rands Haarfarbe, bei der es mit dem Rotton etwas übertrieben wurde. Das scheint generell ein "Problem" zu sein, denn ähnliches war bereits in "Der neue Frühling" zu beobachten.
Desweiteren sind Egwene und Nynaeve relativ schwierig auseinander zu halten, was sich später unter Umständen auflösen könnte, wenn sich Frisur und Kleidung unterscheiden.
Der eigentliche Prolog im Roman rund um Lews Therin Telamon ist stimmig in die Handlung eingewoben worden. Auch Moiraines Erzählung während sie ihren Stab in der Luft herumwirbelt ist gelungen. Eine Szene, die vor vielen Jahren sehr viel Eindruck bei mir hinterlassen hat und die mir darum wichtig ist.
Hervorzuheben nicht nur die glaubhaft dargestellte Magie, sondern auch Details wie der Behüterumhang von Lan. Im Roman beschrieben als beinahe unsichtbar machend, als würde das Auge abgleiten, wirkt er in der GN leicht durchsichtig und verfehlt dadurch seine Wirkung nicht.
Die Erzählung nimmt sich Zeit, in die Welt Emondsfeldes und das einfache Leben der Bewohner einzuführen. Rand und seine Freunde sind normale Jungen, die sich auch mal vor der Arbeit drücken, von der großen Welt träumen und Streiche aushecken. Dass Gaukler und Ladys etwas Besonderes für sie sind, ist überzeugend dargestellt. Mimik und Gestik drücken einiges aus.
Die Hauptcharaktere aus den Büchern sind nahe an den dort beschriebenen Äußerlichkeiten gestaltet worden. Die eigene Phantasie ist zwar stets vorzuziehen, aber die GN kann sich direkt hintan stellen.
Die Handlung nimmt insgesamt nur einen Bruchteil des Romans auf, nämlich bis zum Verlassen des Dorfes, was sich auf die Menge der GNs zur Serie auswirken wird. Im Deutschen existieren 35 Bücher (!), da einige Originale bis zu drei, vier Mal geteilt worden sind. Damit dürften die Graphic Novels locker dreimal so viele Einzelbände bilden können.
Neben einem Glossar und Autoreninformationen, gibt es am Ende noch ein Bonus Sketchbook, in dem auch zukünftige Figuren, wie Min, Galad und Loial abgebildet sind. Schade nur, dass dabei nicht berücksichtigt wurde, dass die Seiten in der Mitte geheftet sind. So verschwindet beispielsweise Mins Gesicht im Buchinnenrücken.
Wie immer ersetzt die GN die Bücher nicht, hier jedoch bildet sie einen sehenswerten Zusatz, der Fans und Neulingen zu empfehlen ist.


Robert Jordan war ein Pseudonym des amerikanischen Schriftstellers James Oliver Rigney, Jr. (* 17. Oktober 1948 in Charleston, South Carolina; † 16. September 2007), der in erster Linie durch seinen Fantasy-Romanzyklus "Das Rad der Zeit" bekannt wurde.
Den Namen Robert Jordan legte Rigney sich als Pseudonym zu, als er für die Conan-Reihe (ursprünglich verfasst von Robert E. Howard) zu schreiben begann. Robert Jordan ist der Name des Protagonisten in Hemingways "Wem die Stunde schlägt" (1940), jedoch hat Jordan erklärt, dass er alle Pseudonyme aus drei Namenslisten auf Basis seiner Initialen gewählt habe. Weitere Pseudonyme, unter denen Jordan schrieb, waren Reagan O'Neal (die Fallon-Serie), Jackson O'Reilly (Cheyenne Raiders) und Chang Lung (Veröffentlichungen in Zeitschriften).

Donnerstag, 26. April 2012

(Queergelesen) König und Königin des Comics


Die Autorin Juliette Bensch ("Last minute Liebe") liest und schreibt über queere (Literatur-)Themen.


König und Königin des Comics
Alison Bechdel und Ralf König im Portrait

Aus gegebenem Anlass werfe ich den Blick heute mal auf Bücher, deren Inhalt weniger vom geschriebenen Wort, als vom gezeichneten Bild dominiert wird. Bilder von knollnasigen Bären und coolen Dykes. Bilder, die es ins Kino schaffen, die Literaturszene revolutionieren und sich für das stark machen, was ihre Zeichner bewegt.

Aber fangen wir mal am Anfang der Geschichte an. Es beginnt im Jahre 1960. Das ist ein guter Jahrgang. Zumindest, was Kunsttalente angeht. Es begab sich da zum einen im fernen, amerikanischen Lock Haven, Pennsylvania. Dort erblickte Alison Bechdel das Licht der Welt.
Hierzulande und lediglich einen Monat vor ihr wurde Ralf König in Soest, Westfalen geboren. Während Ralf König eine Tischlerlehre an seinen Realschulabschluss hängte, ist Alison Bechdel noch in der College-Ausbildung. Sie bewarb sich an mehreren Kunsthochschulen, wurde jedoch abgelehnt und arbeitete erstmal in verschiedenen Stellen im Verlagswesen. Er hingegen schaffte es an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Und dann geht’s los. Sie zeichnen. Auftragswerke, freiberuflich, politisch und so wie es ihnen passt. Und sie kommen raus, outen sich. Es sind die 1980er. Stonewall hat Amerika verändert. Die Schwulen- und Lesbenbewegung kämpft sich voran und begehrt gegen Paragraph 175 auf. Ralf König ist mittendrin, dokumentiert und veröffentlicht Schwulcomix. Alison Bechdel entwickelt die Dykes to watch out for, die regelmäßig in einer Zeitung erscheinen. Beide dokumentieren die Subkultur, schwul, lesbisch, deutsch, amerikanisch.

1990 veröffentlichte König zuerst Das Kondom des Grauens, eine erste längere Comic-Erzählung. Kurz darauf erschien Der bewegte Mann, erstmals bei einem großen Publikumsverlag, und wurde bald mit großem Erfolg fürs deutsche Kino verfilmt. Weitere Werke folgten Knall auf Fall und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Die Knollnasen sind legendär, verhehlen nichts und sind urkomisch.

1990 hat auch Bechdel verändert. Sie konnte sich als Comiczeichnerin und Illustratorin selbstständig machen. Die Dykes to watch out for ist wie eine Soap, man kann überall in die Reihe um Mo und ihre Freundinnen einsteigen. Die Comicbände erschienen übrigens auch im Deutschen (wie ich in der zweiten Ausgabe von Queergelesen erwähnte). Bechdels großer Durchbruch erfolgte erst 2006 mit Fun Home. Der ‚Tragicomic’ (oder auch Graphic Novel) ist hochgradig autobiografisch und viel ernster und realistischer als Königs Werke. Es geht um das Heranwachsen im Familienbetrieb, einem Bestattungsunternehmen, das Erkennen ihrer Homosexualität und um den Tod ihres Vaters. Fun Home stand in Amerika auf den Bestsellerlisten und wurde auch in Deutschland deutlich wahrgenommen.

Königs Fokus lag jüngst u.a. mit den Bänden Prototyp, Archetyp und Antityp auf den Themen Religion und Religionskritik. Außerdem erschien der Sammelband Der dicke König.

Zurück zum Stein, der diesen Artikel ins Rollen gebracht hat. Ich sprach zu Beginn von einem aktuellen Anlass. Ebendieser war die diesjährige Berlinale, auf der der Dokumentarfilm Der König des Comics Premiere feierte. Gedreht wurde das Ganze von Rosa von Praunheim, Filmemacher und Legende der Schwulenbewegung. Letzten Monat war er noch in verschiedenen deutschen Kinos zu sehen.

Bechdel kündigt derweil das Erscheinen eines neuen vielversprechenden Comicbandes mit dem Titel Are You My Mother? für Mai 2012 an.

König und Bechdel haben auf unnachahmliche Weise die Schwulen- und Lesbenbewegung geprägt und waren und sind dabei unglaublich unterhaltsam, aufklärerisch und berührend. Ich bin gespannt, was wir noch von ihnen erwarten können und verneige mein Haupt vor dem König und der Königin des Comics.