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Samstag, 17. März 2018

(Cora) Happy End in den Highlands

Titel: Happy End in den Highlands
Autorin: diverse
Verlag: Cora
ISBN: 9783733744236
Euro: 5,99
Veröffentlichungsdatum: Februar 2018
Seiten: 448
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag










Meinung

Ramona Gold Band 43 enthält drei Kurzromane, die in den schottischen Highlands spielen. Neben sehr viel Gefühl, gibt es ebenfalls angenehmes Prickeln, wenn auch die herrliche Landschaft daneben leider etwas zu kurz kommt.

Kühler Charme und heiße Küsse - Williams, Cathy
James Dalgleish ist ein Lebemann. Als er seine Mutter in seinem Heimatdorf in Schottland besucht, trifft er dort auf die alleinerziehende Deborah, die just in das Haus gezogen ist, welches er seit Jahren selbst erwerben möchte. Er fühlt sich zu ihr hingezogen, doch die bodenständige Frau mit der wilden Lockenmähne lässt ihn abblitzen.
Der Roman erschien bereits 2011 unter gleichem Titel in der Julia Reihe, Band 1604.
Obwohl die Grundidee sehr verheißungsvoll angelegt ist, gelingt der Autorin die Umsetzung leider nicht. Dazu ist die Motivation der einzelnen Figuren zu widersprüchlich und deren Aktionen zu sprunghaft. Darin können leider auch die beiden Hauptfiguren ihr volles Potential nicht komplett entfalten und die emotionale Seite gelingt eher unglaubhaft. Am Ende bleiben trotz Happy End so einige Fragen offen.


Sehnsucht erwacht in Schottland - Cox, Maggie
Georgia hat ihren jüngeren Bruder quasi allein großgezogen und als er sie als Sekretärin empfiehlt, nimmt sie den Job in seiner Nähe an. In den Highlands findet sie nicht nur eine wunderschöne Landschaft und ein herrschaftliches Haus vor, sondern auch den Laird, Keir. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen, doch Kair ist stets unnahbar und unterkühlt. Nach einer leidenschaftlichen Nacht will er plötzlich nichts mehr von ihr wissen ...
Der Roman erschien bereits 2008 unter gleichem Titel in der Romana Reihe, Band 1726.
Obwohl ein klein wenig klischeehaft angelegt, hat Maggie Cox einen hinreißenden Kurzroman geschrieben, der das Liebesromanleserherz zu begeistern weiß. Die sympathischen Figuren mit individueller Hintergrundgeschichte erhalten den Raum, um sich und ihre Beziehung zu entfalten, den sie für eine charmante, feinfühlige Story brauchen. Am Ende haben sie sogar eine glaubhafte Wandlung durchgemacht und die letzte Seite kann mehr als zufrieden umgeblättert werden.


Unser schottischer Frühling - O'Connor, Catherine
Bereits drei Tage nach ihrer Hochzeit verließ Bill die Highlands, um nach Amerika zu gehen. Nun, fünf Monate danach, steht er wieder vor Fionas kleiner Whiskybrennerei, die vor dem Ruin steht. Nur wenn sie die Bank davon überzeugen können, eine aufrechte Ehe zu führen, hat Fionas Erbe eine Zukunft. Doch können die beiden auch sich selbst überzeugen?
Der Roman erschien bereits unter gleichem Titel in der Romana Exklusiv Reihe, Band 08.
Das Highlight der Kurzromansammlung. Beide Charaktere sind individuell und stolz gleichermaßen, ohne unsympathisch zu werden. Sie lieben sich noch immer und stehen vor Problemen, die jedoch nicht unlösbar sind. Obendrauf genug Gegenwind und Missverständnisse, aber auch viel Prickeln und Gefühl. Absolut gelungene Mischung und sehr gerne gelesen.


Dienstag, 12. Mai 2015

(Gesammelt) Fürs Herz

Beide Highland-Romane sind vom Cora-Verlag reingeflattert.


Der Highlander und die Eiskönigin - Joanne Rock
Stolz, schön und kalt wie eine Eiskönigin steht Cristiana vor ihm. Doch Duncan the Brave weiß genau, dass sein heißer Kuss ihr Herz zum Schmelzen bringen könnte! So war es damals, als er mit ihr verlobt war, und so wird es wieder sein, wenn die Leidenschaft zwischen ihnen erneut ihren Tribut fordert. Doch nicht um die Widerspenstige zu erobern, ist der Highlander im Wintersturm zum Sitz der verfeindeten Domhnaills geritten. Sondern weil er hier mithilfe eines Amuletts einem uralten Geheimnis auf die Spur kommen will. Und noch während Cristana sein Verlangen weckt, spürt Duncan das mysteriöse Medaillon auf seiner nackten Brust brennen ...
 
Duncan und Cristiana haben am Anfang wenig Grund einander zu trauen und machen auch aus allem ein großes Geheimnis. Dabei ist er jedoch fest entschlossen, sie doch noch zu seiner Frau zu machen und übertreibt es leider maßlos. Er engt Cristiana, die allen Grund hat, ihn einst abgewiesen zu haben, ziemlich ein. Schließlich kündigt er ihr seine Vergewaltigung sogar an - während er eine Dienstmagd unter dem Rock befingert. Sie versucht ihm dann auszuweichen, während er ihr beständig nachschleicht und sie bedrängt. Nein, das hat keinen Spaß gemacht und auch, wenn ich den Roman zuende gelesen habe, ist da nichts, das ich weiterempfehlen kann. Zwar ist zu spüren, dass viel recherchiert und der Aufbau der Handlung gut durchdacht wurde, aber Duncans kaltes Herz und seine Nachstellungen haben Beklemmungen und keine wohligen Gefühle ausgelöst. Nicht empfehlenswert!


Die Schöne und der Bastard - Terri Brisbin
Langsam hebt der normannische Ritter Soren Fitzrobert das Schwert. Ein Hieb – dann würde Lady Sybilla of Alston ihr Leben aushauchen. Deshalb ist er schließlich in den Norden Britanniens gereist: um die Aufständischen zu vernichten. Doch etwas hindert ihn, den tödlichen Schlag gegen die Tochter seines Feindes auszuführen. Ist es ihre Schönheit? Ihr Mut? Oder ist es das Wissen, dass sie vorübergehend erblindet ist? Denn das heißt, dass sie beim Anblick seiner Narben nicht zusammenzuckt, die er aus unzähligen Schlachten davontrug. Soren lässt das Schwert sinken und ändert seinen Entschluss: Er wird Sybilla nicht töten – er wird sie zur Frau nehmen …
 
Der durch Narben entstellte Soren beschließt, nachdem er die Burg eingenommen hat, die Tochter seines Feindes zu ehelichen. Die ist leider beim Kampf unglücklich verletzt worden und erblindet. Ein Glücksfall für ihn wie es scheint. Leider nicht für den Leser, denn die Narben und seine Komplexe damit tauchen erst gegen Ende des Romans auf. Ansonsten bestehen etwa neunzig Prozent der Geschichte aus der erblindeten Sybilla und ihrem Selbstmitleid. Die Wandlung Sorens ist so leider auch nicht nachvollziehbar, da er vom gewaltätigen Rohling zum herzallerliebsten Menschen mutiert. Sybilla indes verbleibt überdies fast die ganze Zeit in ihrem Gemach, in dem zwischen beiden auch nicht viel geschieht.
Es liest sich zwar angenehm weg, aber von einer wirklichen Handlung und einer ans Herz gehenden Liebesgeschichte kann hier leider nicht gesprochen werden.

Samstag, 5. Juli 2014

Die Jungfrau aus den Highlands - Lynsay Sands


Titel: Die Jungfrau aus den Highlands
Autorin: Lynsay Sands
Originaltitel: The Chase
Verlag: MIRA
ISBN: 978-3862789856
Euro: 7,99
Veröffentlichungsdatum: Februar 2014
Seiten: 316
Serie: Ja
Come in: Kauf









Inhalt

Die Schottin Seonaid Dunbar ist bereits im Kindesalter an Blake Sherwell, den Sohn des einstigen besten und englischen Freundes ihres Vaters, versprochen worden. Doch als sie das Heiratsalter erreicht hat, kommt ihr Bräutigam nicht. Nachdem zehn Jahre ins Land gezogen sind, zwingt der König Blake nun doch, das Eheversprechen einzulösen. Doch Seonaid denkt nicht daran, sich dem Willen der Männer zu beugen und flieht mit ihrer Cousine in ein Kloster. Als Blake sie dort einholt, zückt sie ihr Schwert, denn niemals wird sie ihm die Schmach der Ablehnung verzeihen ...


Meinung

Lynsay Sands schreibt auf ihrer Homepage zu dieser Geschichte, dass sie vor dem Niederschreiben zunächst darüber nachdenken musste, wie eine Frau reagieren würde, die so viel Stolz und Freiheitsdrang hat, wenn ihr Verlobter nun doch endlich, unter Zwang, erscheint, um sie abzuholen. "I decided she wouldn't react very well. Heck, I wouldn't."
Und so ist auch Seonaid, die ohne Mutter aufwuchs, wenig erfreut über die neuerlichen Umstände und macht sich davon. Blake, dem bis dato alle Frauen zu Füßen lagen, ist von ihrem Verhalten zunächst irritiert, dann verärgert und schließlich entzückt.
Blake ist aber leider auch in seiner Charakterisierung mehr als durchwachsen, was ihn leider nicht ganz fassbar macht. Der erste Blick auf ihn wird von einem anderen Mann, den der König an seine Seite gestellt hat, verdeckt, so dass eine Zuordnung, wer nun Seonaids Zukünftiger sein wird, erschwert wird. Dann kommt Blake reichlich hochnäsig und in golddurchwirkten Gewändern einher, so dass er seinen ersten Auftritt mehr als verpatzt. Es gelingt ihm leider auch nicht, das später wieder aufzuholen. Obwohl die Autorin glauben machen will, dass er trotzdem ein gewandter Krieger ist, gelingt ihr das nicht. Blake hat offenbar nie im Freien geschlafen, an Schlachten teilgenommen oder sich sonst irgendwie hervorgetan. Nun muss er einer jungen Frau hinterher, die ihm darin in allem voraus sein soll.
Doch auch Seonaid ist wenig glaubhaft in ihrer Darstellung geworden. Sie ist ohne Mutter aufgewachsen und hat nie Kleider getragen. Dafür wurde sie von Vater und Bruder in Hosen gesteckt und im Kampf ausgebildet. Sie war mit Kriegern unterwegs und hat sich ihre Sporen durchaus verdient. Doch sobald sie Blake erblickt, erliegt sie seiner Männlichkeit. Das mag dem Genre geschuldet sein, bricht aber die komplette Handlung. Obwohl sie nun in Kriegslagern oder in der Burg von Männern umgeben war und selbst nicht davor zurückschreckt vollkommen nackt gegen Angreifer vorzugehen, hat sie offenbar nie einen unbekleideten Mann gesehen. Und obwohl sich ihr zahlreiche Möglichkeiten geboten haben, ist sie nach wie vor Jungfrau (weiß nicht einmal latent wie es geht) und ungeküsst.
Die Gegenüberstellung der Gegensätze ist also leider völlig missglückt. Die wenigen Szenen, die Anlass zu humorigen Situationen gegeben hätten, verpuffen so ebenfalls, was schade ist, da die Autorin darin sonst sehr geschickt ist.
Große Romantik wird sich hier ebenfalls nicht finden, allenfalls im letzten Drittel, aber da ist von der anfänglich wirklich gelungenen Story ohnehin schon nichts mehr übrig.
"Die Jungfrau aus den Highlands" hat eine durchaus gelungene Ausgangssituation, die sich später jedoch in zu vielem Hin-und-Her verliert und keine glaubhaften Charaktere zu bieten vermag.

The-Deed-Reihe:
1. The Deed (Nächte der Leidenschaft)
2. The Key (Das Geheimnis des goldenen Schlüssels)
3. The Chase (Die Jungfrau aus den Highlands)

http://www.lynsaysands.net/
Geboren in Ontario im Süden Kanadas, schrieb Lynsay Sands mehr als dreißig Bestseller. Ihr erstes Buch schrieb sie, um der Trauer um den frühen Tod ihrer Mutter etwas Tröstendes entgegenzusetzen. Es funktionierte, und sie brachte sich selbst wieder zum Lachen. Sie ist besonders bekannt dafür, dass ihr spezieller Humor in all ihren Büchern vertreten ist. Sie verfasst sowohl historische, als auch übernatürliche Geschichten.
Einer Pendelbeziehung mit ihrem späteren Ehemann und einem mehrjährigen Aufenthalt in Nordengland folgte der Umzug nach Kanada, wo das Paar auch noch heute lebt.

Dienstag, 10. Juni 2014

Die Schwester der Königin - Philippa Gregory


Titel: Die Schwester der Königin
Autorin: Philippa Gregory
Originaltitel: The Other Boleyn Girl
Verlag: Cora
ISBN: 4198004706953
Euro: Nicht mehr im Handel erhältlich.
Veröffentlichungsdatum: Februar 2011
Seiten: 640
Kein Serientitel
Come in: Kauf








Inhalt

England, 1521. Der vierzehnjährigen Mary Boleyn wird von ihrer Familie aufgetragen, sich von ihrem Ehemann ab- und dem König, der Interesse an ihr gezeigt hat, zuzuwenden. Das Mädchen kann sich gegen die Rivalinnen durchsetzen und teilt fortan das Bett von Henry VIII., was ihr zwar durchaus gefällt, ihr aber wegen der Königin Kummer bereitet.
Mit Marys älterer Schwester Anne steht ihr jedoch nicht nur ihre stärkste Verbündete, sondern auch ihre stärkste Kritikerin gegenüber. Denn Anne neidet Mary ihren Platz und will den König für sich allein gewinnen - nicht als Mätresse, sondern als nächste Königin von England.
Obwohl Mary zwei Kinder zur Welt bringt, die als jene des Königs gelten, wendet sich der König von ihr ab. Zunächst scheint Annes Stern hell, doch Mary bemerkt bereits die Wolken am Horizont.

Meinung

Philippa Gregory hat einen interessanten Roman geschrieben, der aber weder authentisch, noch historisch korrekt daherkomt. Er ist sicherlich zwischendurch gut und schnell gelesen, allzuviel sollte jedoch nicht erwartet werden.
Mary berichtet die Ereignisse aus ihrer eigenen Sicht, da sie aber nicht immer am englischen Hof anwesend ist, wird vieles auch per Botenerzählung oder Brief an den Leser gebracht. Das bringt es dann mit sich, dass gerade die letzten Jahre von Anne nur so vorbeifliegen. Denn Gregory hält sich nicht mit Gepflogenheiten des höfischen Lebens, Politik oder schlicht dem Drumherum auf, alles was zählt sind die Boleyn Schwestern und deren Bruder. Da kommt selbst der König reichlich kurz, der nur hier und da einige Auftritte bekommt, in denen er entweder reitet oder die Augenbrauen verzieht oder wie ein verliebter Jüngling um eine Frau herumschleicht.
Die beiden Schwestern sind ziemlich gegensätzlich angelegt; Mary ist ein blondes, naiv wirkendes Mädchen, das immer aufopferungsvoll für andere da ist und im Grunde nur fort von ihrer intriganten, bestimmenden Familie und hin zu ihren Kindern will. Obwohl sie wie Anne aus dem gleichen Hause stammt, die gleiche Ausbildung genoss, ebenso an diversen Königshöfen Europas aufwuchs, scheint sie ungebildet und manchmal sogar etwas dümmlich. Zwar gelingt es ihr am Ende, doch noch ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, bis dahin ist es jedoch ein weiter, steiniger Weg gewesen. Sie schaut beständig zu, wird aber nie selbst aktiv.
Anne, von der historisch eher anzunehmen ist, dass sie jünger als Mary war, kommt von Anfang an sehr selbstbewusst und stark rüber. Sie will Königin werden und das um jeden Preis - den sie dann jedoch auch bezahlen muss.
Der Roman enthält einige sehr faszinierende Ansätze, die vor allem aus weiblicher Sicht Sinn machen und mehr als überlegenswert sind, um die Ereignisse der damiligen Zeit besser zu verstehen. Allerdings fällt es nicht großartig ins Gewicht, hier und da einige Seiten zu überblättern, um schneller durch die immerhin sechshundert Seiten zu gelangen. Um wirklich Spuren beim Leser zu hinterlassen ist das Geschehen eine Spur zu oberflächlich geblieben und die Figuren zu blass.
Um Zeit zu sparen vielleicht besser den Film.

http://www.philippagregory.com/
Philippa Gregory ist im Jahr 1954 in Kenia geboren. Philippa studierte Geschichte in Brighton und promovierte an der Universität Edinburgh über Englische Literatur des 18. Jahrhunderts.
Neben mehreren erfolgreichen historischen Romanen verfasste sie auch Kinderbücher, Kurzgeschichten, Reiseberichte sowie Drehbücher. Philippa Gregory arbeitete auch als Journalistin und Produzentin für Fernsehen und Radio. Heute lebt Sie in Nordengland.

Samstag, 9. Juni 2012

Die Hexenlüge - Amanda Marrone


Titel: Die Hexenlüge
Autorin: Amanda Marrone
Originaltitel: Revealers
Verlag: Cora (mystery)
ISBN: 4198042703600
Euro: 3,60
Veröffentlichungsdatum: März 2012
Seiten: 142
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag










Inhalt

Julia - Jules - Harris und ihre vier Freundinnen sind Hexen und beschützen wie einst ihre Mütter die Welt vor den Kreaturen der Nacht. Die Königin nennt ihnen einen Namen und dann geht es entweder auf Vampirjagd oder zur Verfolgung eines Werwolfes.
Sobald die Mädchen das achtzehnte Lebensjahr erreicht haben, werden sie zeremoniell in den inneren Hexenzirkel aufgenommen und in das größte Geheimnis ihrer Zunft eingewiesen. Jules ist die Jüngste und muss schnell miterleben, wie sich ihre Freundinnen nach deren Geburtstag verändern. Obwohl sie Vertrauen haben sollte, macht sie sich eigenmächtig an die Aufklärung des Mysteriums. Dabei steht ihr Connor, ihr Jugendfreund und Sohn der Hexenkönigin, zur Seite. Doch obwohl Jules ihn liebt und seine Küsse genießt, ist sie sich nicht sicher, ob sie ihm trauen kann.

Cover

Für die Grafik und das Foto ist das übliche Cora-Team zuständig gewesen. Farblich passt es sich dem Originalcover an und verströmt, passend zum Serientitel "mystery" viel Atmosphäre. Zielgruppe und Thema sind getroffen, das Bild gelungen.
Die Schriftart ist mal etwas anderes, wirkt jugendlich frisch und liest sich angenehm. Einzig der Titel ist sehr störend, da er zu viel verrät.

Meinung

Amanda Marrone hat ein eher durchschnittliches Werk geschaffen, das, obwohl für jüngere Leserinnen gedacht, doch sehr oberflächlich daherkommt.
Zunächst braucht es eine gewisse Gewöhnungszeit, um sich an die Welt der Hexen heranzutasten, denn diese sind nicht ganz wie erwartet. Sie fliegen auf Besen durch die Nacht und erinnern mitunter so sehr an Harry Potter, das man schmunzeln möchte. Als eines der Mädchen gegen Ende schließlich den Zauberspruch "Alohomora" benutzt, war es beinahe nicht mehr möglich, die Handlung ernst zu nehmen.
Die Beziehung von Jules und Connor steht von Anfang an im Vordergrund und wurde von der Autorin Teenagergerecht aufgearbeitet. Mehr als Rumgeknutsche gibt es jedoch nicht und ab etwa der Hälfte der Geschichte wird auch das seltener, weil die Rahmenhandlung an Intensität gewinnt. Das Ende ist, was das junge Paar angeht sehr unbefriedigend und sogar enttäuschend ausgefallen, was unter Umständen nicht jedem gefallen wird. Trotzdem gibt es natürlich ein Happy End, wenn auch ein gewagtes.
Jules ist ein sympathisches Mädchen, das ein paar mehr Ecken und Kanten locker weggesteckt hätte. Sie ist der einzige Charakter, über den etwas mehr zu erfahren ist, alle anderen bleiben sehr oberflächlich und dadurch leider auch stereotyp. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das große Geheimnis schnell erraten ist und nach der Auflösung für Jules der weitere Ablauf klar vor Augen des Lesers liegt. Das nimmt der Geschichte sowohl die Dynamik, als auch die Spannung.
Obwohl übersinnliche Wesen vorkommen, scheinen sie lediglich Alibi zu sein. Eine junge Vampirin ist in etwa eine Schulkameradin und die Mädels plaudern nett, ehe sie einen Pflock hervorziehen und es damit auch schon erledigt ist. Etwas mehr Action bei diesen "Kämpfen" wäre durchaus wünschenswert gewesen, weil es so gar nichts gibt, das sich als Herausforderung darstellen würde.
So geht alles seinen gleichmäßigen Gang und obwohl "Die Hexenlüge" (der Titel verrät übrigens auch schon den Kern der Story) nicht wirklich schlecht ist, springt leider kein Funke über. Darum bleibt es Durchschnittskost für Zwischendurch, wenn gerade nichts anderes zur Hand ist.


Amanda Marrone besaß schon als Kind eine lebhafte Fantasie. Ihr Vater verstärkte diese noch, indem er sie und ihre Geschwister zu nächtlichen Friedhofs-Spaziergängen mitnahm. Als Mutprobe ging sie sogar eines Nachts alleine zu einer Gruft und klopfte an die Tür ... Kein Wunder, dass diese Frau irgendwann auf die Idee kam Mystery-Autorin zu werden! Zuerst wurde sie jedoch Lehrerin. Und, man sollte es kaum glauben, aber: Sie hat immer noch Angst im Dunkeln.

Montag, 4. Juni 2012

(Veranstaltung) 1. LoveLetter Convention in Berlin


Hinter einer sehr unscheinbaren Häuserfassade in Berlin-Spandau fand am 02.06. 2012 (und am Folgetag) die 1. LoveLetter Convention statt.
Mit der werten Mama fuhr ich buchstäblich von einem Ende Berlins zum anderen und hatte noch gar keinen festen Plan im Kopf, was ich alles sehen und erleben wollte. Übrigens habe ich während der Veranstaltung jede Menge Mutter-Tochter-Gespanne gesehen und in mich hineingegrinst.
Gleich nach der Anmeldung erhielten wir neben dem Besucherpass auch eine große rote Tasche, die sich später als sehr sinnvoll erweisen sollte.

Samstag, 25. Februar 2012

Rendezvous im Hyde Park - Julia Quinn


Titel: Rendezvous im Hyde Park
Autorin: Julia Quinn
Originaltitel: Ten Things I Love About You
Verlag: Cora
ISBN: 4198561405504
Euro: 5,50
Veröffentlichungsdatum: Januar 2012
Seiten: 318
Serie: Bevelstoke 03
Come in: Kauf









Inhalt

Mayfair, London 1822. Annabel Winslow kann dank ihrer Großmutter eine Saison bestreiten und sich einen vermögenden Ehemann suchen. Nach dem Tod des Vaters gilt es nämlich acht jüngere Geschwister zu versorgen. Der alternde Lord Newbury erklärt sich schnell bereit, sich die junge Dame, mit den gerundeten, gebärfreudigen Hüften, näher anzusehen. Nach dem Tod seines Sohnes würde der Titel an seinen mittellosen Neffen Sebastian Grey fallen, den der alte Mann jedoch nicht ausstehen kann.
Als Annabel auf einem Ball vor dem zudringlichen potentiellen Verlobten flieht, läuft sie im Garten einem gutaussehenden Mann in die Arme. Sie bittet ihn, sie zu küssen, um diese Erfahrung wenigstens einmal im Leben gemacht zu haben. Der geheimnisvolle Gentleman scheint sehr von dem Kuss angetan und möchte Annabel wiedersehen. Doch als er ihr seinen Namen nennt, fangen die Probleme erst an: Es ist Sebastian Grey.

Cover

Das Foto stammt von Marina Grothues und wurde auch im Verlag weiterbearbeitet. Ein hübsches Paar, klassisch in Szene gesetzt, durch die farblichen Akzente ein Hingucker. Die eher mollige Heldin des Romans wäre es aber sicher auch gewesen.

Meinung

Im dritten Teil der Bevelstoke-Serie scheint der Autorin endgültig die Puste ausgegangen zu sein. So ein unmotiviertes und liebloses Werk ist der Leser von Julia Quinn gar nicht gewöhnt - die Enttäuschung ist umso größer. Die Geschichte plätschert beinahe ohne Höhen und Tiefen vor sich hin, die Charaktere sind recht blass und leider bleiben auch die für die Autorin sonst typischen grandiosen Dialoge aus.
Annabel ist eine gutaussehende junge Frau mit runden Hüften und großen Brüsten, worauf sie auch stets und ständig hingewiesen wird. Leider gibt es sonst nicht viel mehr, das positiv an ihr auffallen würde. Zwar ist sie sympathisch, aber weder übertragen sich ihre Emotionen auf den Leser, noch wird sie sonderlich lange im Gedächtnis haften bleiben.
Von Sebastian Grey hätte es nach dem zweiten Teil der Serie, "Fenster zum Herzen", einiges zu erwarten geben dürfen, doch leider wird auch diese Hoffnung schnell zerstört. Der Versuch, einen an der Seele verletzten Helden zu kreieren, ist fehlgeschlagen. Seine humorvolle Weichzeichnung durch das Schreiben von Liebesromanen fast lächerlich, wenn auch zu verschmerzen.
Die erste Begegnung der beiden wäre eine originelle Idee, würde sie nicht so aufgesetzt wirken, wie die meisten, oft nichtssagenden, Geschehnisse auch. Eben jene, in denen seitenweise Tischdekorationen beschrieben oder Steine übers Wasser geschnipst werden, ohne dass dies nenneswert zur Handlung beitragen würde.
Inzwischen ist Julia Quinn wohl zu routiniert und vielleicht wäre ein weiteres Experiment (wie bei "The Lost Duke of Wyndham"/"Mr. Cavendish, I Presume"), eventuell in ein anderes Genre, empfehlenswert (wenn dies hier kein Experiment gewesen sein sollte). Ein neuer Horizont mag Wunder wirken.


Bevelstoke Serie:
1. Für immer und ewig Viscount (The Secret Diaries of Miss Miranda Cheever)
2. Fenster zum Herzen (What Happens In London)
3. Rendezvous im Hyde Park (Ten Things I love about you)


Julia Quinn ist ein Pseudonym der Autorin Julie Pottinger. Sie schreibt historische Liebesromane, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts während der Regency-Zeit in Großbritannien spielen.
Auch als zeitgenössische Jane Austen bezeichnet, studierte sie zunächst Kunstgeschichte an der Harvard Universität. Ihre überaus erfolgreichen historischen Romane präsentieren den Zauber einer vergangenen Epoche und begeistern durch ihre warmherzigen, humorvollen Schilderungen.

Freitag, 23. Dezember 2011

Die Nacht der heimlichen Wünsche - Courtney Milan


Titel: Die Nacht der heimlichen Wünsche
Autorin: Courtney Milan
Originaltitel: This Wicked Gift
Verlag: Cora
In: Historical Saison "Weihnachtszauber"
Euro: 5,95
Veröffentlichungsdatum: November 2010
Seiten: 90
Serie: Nebengeschichte
Come in: Tausch




Inhalt

London, 1822. Lavinia Spencer muss den jüngeren Bruder und den kranken Vater allein mit dem mageren Verdienst der Leihbibliothek der Familie durchbringen. Gerade zur Weihnachtszeit spürt sie den Verlust der Mutter. Und sehnt sich stärker nach den starken Armen des attraktiven William White, der regelmäßig Bücher ausleiht und in den sie heimlich verliebt ist.
Eines Tages belauscht dieser ein Gespräch zwischen ihr und ihrem Bruder, in dem es um die Schuldenlast des Jüngeren geht und bietet seine Hilfe an. Als Gegenleistung fordert William, der selbst ärmlich lebt, sich aber Hoffnungen machen kann, eine Liebesnacht mit Lavinia. Obwohl es äußerst unschicklich wäre und es eine andere Möglichkeit gäbe, willigt diese ein. Doch Williams versprochene Erbschaft bleibt aus und so ist scheinbar gewiss, dass er nie eine Ehefrau ernähren könnte - auch wenn er diese noch so sehr begehrt.

Cover

Das Foto wurde von Marina S. Grothues geschossen, die inzwischen seit elf Jahren als Bildredakteuerin beim Verlag anstellig ist. Weiterverarbeitet wurde es dann natürlich auch noch, bis schließlich ein sehr ansehnliches Cover entstanden ist. Neben einem äußerst charmanten Paar, sind auch harmonische Farben verwendet worden. Dem Anlass absolut angemessen, wenngleich ein paar mehr Weihnachts- oder Winterdetails eingebaut werden dürften.

Meinung

In der Kurzgeschichte tritt der zunächst sehr junge, dann sehr einsame Marquess of Blakely auf, der in "Eine hinreißende Schwindlerin" (Proof by Seduction) seine eigene Liebesgeschichte bekommen hat. Daher ist anzunehmen, dass es sich bei "Die Nacht der heimlichen Wünsche" um eine kleine Nebengeschichte handelt.
Ungewöhnlich ist sie allemal, wenn kein adliges oder vermögendes Paar aufeinander trifft. Lavinia hat gelernt, sich durchzuschlagen und den kleinen Bruder immer wieder aus kleineren Ärgernissen herauszuholen. Sie arbeitet hart und hat nur wenige Wünsche für die Zukunft. Einer davon ist William. Sie macht sich aber absolut keine Illusionen; sie stammt aus der Unterschicht und weiß, dass sie sich nehmen muss, was sie haben will. Als er dieses unanständige Angebot macht, ergreift sie die Initiative. Eine wirkliche "Jungfrau in Nöten" ist hier also nicht zu retten. Lavinia ist zwar einerseits gutherzig, andererseits aber auch sehr entschlossen, jedoch nicht auf eine nervige Art und Weise.
William hadert mit sich, das Schicksal war grausam zu ihm und er hat kaum Aussicht auf Besserung. Obwohl es sich um eine Liebesgeschichte handelt, die zudem noch um die Weihnachtszeit herum spielt, verpasst Courtney Milan den beiden Liebenden nicht zwanghaft ein Happy End mit zusätzlichem Goldregen vom Himmel. Und diese Natürlichkeit, die in der Geschichte ruht, ist es, die berührt.
Die Grundidee mag nicht neu sein, aber die glaubhaften Charaktere mit ihrer Bodenständigkeit und die stringente Entwicklung der Handlung lassen Seite um Seite vorbeifliegen und das herzerwärmende Ende doppelt genießen.


Courtney Milan lebt mit ihrem Ehemann, einem mittelgroßen Hund und einer angriffslustigen Katze im äußerten Nordwesten der USA.
Sie schrieb ihr erstes Buch, als sie in Deutschland lebte. Damals war sie erst 10 Jahre alt und das Buch war natürlich fürchterlich. Dennoch wird sie Deutschland immer mit dem Beginn ihrer Schriftstellerkarriere in Verbindung bringen.
Wenn sie nicht gerade liest (und das macht sie oft), schreibt (auch oft) oder schläft (viel zu wenig), dann findet man sie irgendwo in einem Unterrichtsraum.

Montag, 5. Dezember 2011

Zeit der Hoffnung, Zeit der Liebe? - Betina Krahn


Titel: Zeit der Hoffnung, Zeit der Liebe?
Autorin: Betina Krahn
Originaltitel: Yesterday's Bride
Verlag: Cora
In: Historical Weihnachtsband 04
Euro: 5,95
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2011
Seiten: 121
Kein Serientitel
Come in: Gekauft








Inhalt

London, 1890. Claire Halliday ist nach dem Tod ihrer Eltern bei der etwas verschrobenen Familie Mayhew aufgewachsen, die sie mit ihrem Sohn Stephen verheiraten wollte. Doch kurz vor der Hochzeit verstarb der junge Mann unerwartet.
Seitdem sind vier endlose Jahre vergangen, in denen das Weihnachtsfest - der Zeit, als der Unfall geschah - zum grausamen Höhepunkt für Claire avancierte.
Doch in diesem Jahr nimmt sich Engelnovizin Periwinkle der Sache an. Als sich Ralph Hutton, ein entfernter Cousin und einstiger bester Freund Stephens ankündigt, sind die Mayhews fest entschlossen, ein traditionelles Weihnachtsfest zu feiern - und Claire mit dem attraktiven Mann zu verheiraten. Periwinkle tut ihr übriges dazu ...

Cover

Das Cover des drei Geschichten umfassenden Weihnachtsbandes ist gelungen. Mit Weihnachtlichen Farben und Accessoires erhält das Paar den geeigneten Rahmen fürs Happy End.

Meinung

Die gesamte Geschichte findet vor dem Hintergrund des Weihnachtsfestes statt und enthält alles, was dieses zu dem macht, was es ist. Leider kann sie ansonsten nicht überzeugen.
Warum es die, für alle Lebenden unsichtbare, Figur der Periwinkle gibt, ist unverständlich. Sie bringt die Handlung nicht voran, sorgt aber gleichzeitig für langatmige Unterbrechungen, die, würden sie gestrichen, keinen Unterschied ausmachen würden. Da die Familie, die grandios liebenswert gestaltet wurde, am selben Strang zieht, kann die kleine "übersinnliche" Handlung auch durch deren Zutun erklärt werden. Auch sorgt die Engelnovizin für keine zusätzliche Atmosphäre oder einen kleinen Witz.
Claires und Ralphs erste Begegnung ist sehr charmant und mit einem kleinen Augenzwinkern geschildert. Doch schon kurz darauf ergeben sich einige Ungereimtheiten, die nicht zusammen passen wollen. Die Zweifel der Liebenden sind zumeist nicht nachvollziehbar und halten unnötig auf. Schließlich schleicht sich auch viel Vorhersehbarkeit in die Handlung ein.
Das wäre alles nicht so schlimm, es spielt sich immerhin auf einer begrenzten Seitenzahl ab, wenn die Charaktere nicht gar so platt gezeichnet wären. Zwar haben sie ausreichende und interessante Biografien erhalten, es mangelt ihnen jedoch an Tiefe. Die wahren Gefühle entwickeln sich innerhalb nur weniger Tage und sollen ein Leben lang halten.
Eine leider eher mittelmäßige Geschichte mit geringem Unterhaltungswert, aber einigen bezaubernden Nebenfiguren.


Betina Krahn wurde in Huntington, West Virginia geboren. Bücher und Kunst waren von Beginn an wichtige Bestandteil e ihres Lebens. Mit vier lernte sie lesen, mit fünf nahm sie an ihrem ersten Kunstwettbewerb teil, mit sechs entwickelte sie die ersten Geschichten und schon bald verfasste sie Drehbücher für populäre TV-Shows. Von einem Freund erhielt sie einen Historischen Roman geschenkt und sofort war sie von der Kombination von Liebesromanzen im historischen Ambiente fasziniert. Ihre ersten Geschichten und Handlungen ließen nicht lang auf sich warten. Ihr Mann und ihre Schwester bekräftigten sie, ihre erste Geschichte an einen Verlag zu senden - mit Erfolg. Er wurde veröffentlicht. Nach drei erfolgreichen Publikationen ermutigte sie ihr Mann, sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen. Mit dem Erfolg kam leider auch eine tragische Zeit in ihrem Leben. Ihr Mann Don erkrankte an Krebs und verstarb. Gemeinsam mit ihren beiden Söhnen überstand sie diese schwere Zeit und fand auch wieder eine neue Liebe. Mit Rex, der ihre Liebe zum Kochen, zu Büchern und Filmen teilt, lebt sie nun glücklich in Florida.

Samstag, 19. November 2011

Fenster zum Herzen - Julia Quinn


Titel: Fenster zum Herzen
Autorin: Julia Quinn
Originaltitel: What Happens In London
Verlag: Cora (Historical Gold)
ISBN: 4198561405504
Euro: 5,50
Veröffentlichungsdatum: August 2011
Seiten: 320
Serie: Bevelstoke 02
Come in: Gekauft









Inhalt

Als der geheimnisvolle und ziemlich gutaussehende Sir Harry Valentine neben dem Anwesen von Sir Bevelstoke, dem Earl of Rudland einzieht, kocht die Gerüchteküche über. Lady Olivia Bevelstoke erfährt es von ihren genauso gern klatschenden Freundinnen: Er soll seine Verlobte ermordet haben!
Da ihr Schlafzimmerfenster direkt zu seinem Arbeitszimmer zeigt, beobachtet sie ihn volle fünf Tage lang heimlich.
Wie sie glaubt. Denn Harry bemerkt das neugierige, blonde Frauenzimmer als Mitarbeiter des Kriegsministeriums sofort. Um sie ein wenig herauszufordern, lässt er sich einige alberne Dinge einfallen, die Olivia so merkwürdig vorkommen, dass sie eine Verschwörung vermutet.
Als beide auf einer Soiree aufeinandertreffen, ist ihnen nach einem Tanz klar, dass sie sich nicht leiden können. Doch dann macht ein russischer Fürst Olivia den Hof und Harry, der durch seine Großmutter russisch perfekt spricht, erhält den Auftrag, die junge Frau auszuspionieren. Steckt sie mit dem Fürst, einem angeblichen Sympathisanten Napoleons unter einer Decke?

Cover

Das Foto stammt von Marina Grothues und wurde auch im Verlag weiterbearbeitet. Das Paar könnten durchaus Olivia und Harry sein und daher passt es ganz gut. Die Gesamtfarbe wirkt jedoch wenig anziehend, der Autorenname ist jedoch ausreichend groß geschrieben, so dass sich das ausgleicht.

Meinung

Im zweiten Teil der Bevelstoke-Serie, die jedoch nicht in Folge gelesen werden muss, treten die Helden des ersten Teiles nicht persönlich auf. Obwohl das von der Autorin ursprünglich so geplant gewesen ist, hätte das den Helden dieses Buches wohl eher die Show gestohlen. Nichtsdestotrotz finden Miranda und ihr Herzblatt - immerhin der Bruder Olivias - Erwähnung.
Welche Songs Julia Quinn inspiriert und beim Schreiben begleitet haben, kann HIER nachgelesen werden.
Leider ist der Autorin mit "Fenster zum Herzen" kein Glanzstück gelungen.
Zum einen ist Olivia zwar symphatisch, aber reichlich naiv und im späteren Handlungsverlauf etwas widersprüchlich in ihrer Charakterisierung. Außerdem scheint mir, hat die Autorin dabei nicht die Kurve gekriegt und einige Momente verschenkt. Zum anderen zieht sich das Geschehen endlos in die Länge ohne das erkennbar wäre, wohin der rote Faden führen soll - abgesehen vom angestrebten Liebes-Happy End.
Was jedoch ausgesprochen gelungen ist, sind die Dialoge und die häufigen, auch oft recht unkonventionellen Treffen des Heldenpaares. Hier zeigt sich, was Julia Quinn meisterlich versteht. Neckisch und auf eine positive Art albern gehen Olivia und Harry miteinander um, ohne dass beide zunächst so recht wissen, was sie mit dem jeweils anderen anfangen sollen. Ganz entzückende Szenen, die dem Leser ein Lächeln entlocken können, schließen sich an.
Leider ist die Spionage-/Kriminebenhandlung recht konfus ausgefallen. Zwar liefert der russische Fürst einen willkommenen Anlass dafür, dass Harry sich näher mit Olivia befassen muss. Doch weitet sich genau das in einem absolut misslungenem Ende aus. Nicht nur, dass es eine völlig deplatzierte erotische Szene gibt - und das in jeder Hinsicht - es gibt einige Pseudohandlungen, die jeglichem Sinn entbehren und die Handlung unnötig aufhalten.
Der Anfang des Romans ist gelungen und die Figuren werden meisterlich eingeführt, auch die Grundidee kann überzeugen. Ab etwa der Hälfte des Romans wirkt das Geschehen wie unter großem Zeitdruck niedergeschrieben. Die Dialoge des Paares sind herzerwärmend, können jedoch die zähe Handlung nicht genügend aufwerten. Ob es sich allein dafür lohnt zu "Fenster des Herzens" zu greifen, muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Sehr mittelmäßig.


Bevelstoke Serie:
1. Für immer und ewig Viscount (The Secret Diaries of Miss Miranda Cheever)
2. Fenster zum Herzen (What Happens In London)
3. Ten Things I love about you

Julia Quinn ist ein Pseudonym der Autorin Julie Pottinger. Sie schreibt historische Liebesromane, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts während der Regency-Zeit in Großbritannien spielen.
Ihr Pseudonym hat sie gewählt, damit ihre Romane in den Regalen der Buchhandlungen neben den Regency-Liebesromanen der erfolgreichen Autorin Amanda Quick stehen.
Auch als zeitgenössische Jane Austen bezeichnet, studierte sie zunächst Kunstgeschichte an der Harvard Universität. Ihre überaus erfolgreichen historischen Romane präsentieren den Zauber einer vergangenen Epoche und begeistern durch ihre warmherzigen, humorvollen Schilderungen.

Donnerstag, 8. September 2011

Die Geliebte des Pharao - Susan Stern


Titel: Die Geliebte des Pharao
Autorin: Susan Stern
Originaltitel: Desert Nights
Verlag: Cora (Historical)
ISBN: Keine angegeben.
Euro: Nicht mehr im Handel erhältlich.
Veröffentlichungsdatum: Juli 1992
Seiten: 255
Kein Serientitel
Come in: Gekauft (Antiquariat)









Inhalt

Der hethitische König Hattushil begehrt gegen die ägyptische Doktrin auf und plant einen Feldzug. Doch um eine Armee aufstellen zu können, braucht es Zeit. Darum beschließt der Herrscher die Tochter seiner einstigen Lieblingsfrau, Shanda, als Geschenk an den Harem des Pharaos zu schicken. Mit ihrem blonden Haar und ihrer zierlichen Figur wirkt sie exotisch, zudem ist sie wunderschön. Er befiehlt ihr also, den Pharao in sich verliebt zu machen und ihn so von seinen Staatsgeschäften abzulenken.
Shanda ist jung und glaubt zudem, in den jungen Befehlshaber Nemshet verliebt zu sein. Doch gegen den Plan ihres Vaters kann sie nichts unternehmen, das weiß sie und so reist sie nach Ägypten ab. Der stattliche Herrscher findet Gefallen an Shanda und ihrer unerschrockenen Art und behält sie am Hof. Doch Prinzessin Shanda will sich nicht damit abfinden, in den Teil des herrschaftlichen Hauses mit den einfach Lustsklavinnen geschickt zu werden und begehrt auf. Einem Pharao jedoch widerspricht man nicht. Ein Katz und Maus Spiel der beiden jungen Leute beginnt, in dem starke Gefühle aufwallen.
Als die Hauptfrau des Pharaos, Tiy, die starke Zuneigung ihres Gemahls bemerkt, will sie Shanda aus dem Weg räumen, um den Thron für ihren eigenen Sohn zu sichern.

Cover

Das Cover ist vom Original übernommen worden. Die Titelillustration stammt von Franco Accornero. Er gilt als "(...) one of the greatest cover artists to ever have worked in the romance book industry(...)".
Wirklich authentisch wirkt das Bild natürlich nicht, es ist zudem von seiner Entstehungszeit geprägt (z.B. Frisur), gefällt aber dennoch. Außerdem passt es hervorragend zum Inhalt, sogar der Löwe ist nicht vergessen worden.

Meinung

Es ist seltsam, dass manchmal ein außergewöhnliches Buch auftaucht, dessen Autor aber dennoch in der Masse unerkannt untergegangen ist. Kaum etwas war zur Autorin Susan Stern herauszubekommen, außer zwei Pseudonymen, denen leider auch keine Lebensgeschichte oder Hintergrundinformationen zugeordnet werden konnten.
Ein Liebesroman, der in einem für das Genre eher ungewöhnlichem Setting spielt und meine Leidenschaft für das Land der Pyramiden in sich birgt, weckte natürlich mein Interesse. Dennoch ging ich mit eher gemischten Gefühlen heran.
Zu unrecht, denn "Die Geliebte des Pharao" ist ein in sich stimmer, sehr emotionaler und noch spannenderer Roman.
Die Handlung ist auf mehrere Jahre angelegt, so dass nicht nur die anfänglichen Begegnungen und die erste Verliebtheit geschildert werden, sondern auch die Jahre des Alltags danach, in denen echte Liebe aus den zarten Banden wächst. Zudem geht hier nicht alles zugunsten des Heldenpaares aus, sie müssen sich in Verzicht üben und schwere Schicksalsschläge hinnehmen, bis sich ihr letztendliches Happy End am Horizont abzeichnet. Dadurch wirken sowohl Geschehnisse, als auch Charaktere äußerst lebensecht und glaubhaft, und es wird dem Leser unmöglich gemacht, nicht mit der tapferen Heldin zu fühlen.
Zunächst wirkt eine blonde Heldin so tief im Süden seltsam, es wird jedoch eine nachvollziehbare Erklärung dafür geboten. Shanda wirkt zwar sehr jung, aber dabei nie naiv, auch wenn sie viel zu lernen hat. Ihr Stolz am Anfang ist reiner Selbstschutz, der sie zudem noch sympathischer macht. Einzig ihre Versuche, keine Lust zu empfinden, wenn sich ihr der Pharao die ersten beiden Male aufdrängt, wirken etwas unstet und merkwürdig.
Ansonsten ist Shanda eine Figur, die an ihrem Schicksal wächst und eine deutliche Wandlung durchmacht. Die starke Frau weiß sich durchzusetzen, kämpft mutig für sich und andere - auch mit einer Waffe - und braucht niemanden, der sie beschützt, obwohl sie sich darüber freut und geborgen fühlen kann.
Der Pharao, der leider keinen Namen von der Autorin erhalten hat und immer nur den seines Amtes trägt, ist ein sehr anziehender Held. Zunächst etwas undurchsichtig, dann erst stolz und grob, schließlich in Liebe gebunden und glücklich. Auch er hat eine Vergangenheit, die ihn geprägt hat und nicht wenige Probleme in der Beziehung zu Shanda bedingt. Denn auch einigen Herzschmerz, allerdings nie kitschig, sondern glaubhaft und teilweise recht roh, müssen beide durchmachen.
Ihre Liebe wächst langsam, ist dafür jedoch nur umso stärker und schließlich nicht mehr aufzuhalten. Die sinnlichen Szenen sind kurz und nie im Detail geschildert, was jedoch nicht notwenig ist, denn Susan Stern hat begriffen und umgesetzt, dass auch mit wenigen Worten viel Sinnlichkeit ausgedrückt werden kann.
Harem, Lustsklavinnen und Hauptfrau werden überzeugend dargestellt und bilden keine Konkurenz für Shanda, die Gefühle des Pharaos sind echt.
Der Spannungsbogen wird eng gesteckt, schon allein durch die Ausgangslage mit mehreren Bedrohungen für das Leben und die Liebe des Paares. Er bietet ein mehrmaliges Auf und Ab, keine Garantie für einen guten Ausgang und somit viel Spannung und Emotionen.
Das Umfeld Ägypten und Wüste sind ansprechend dargestellt. Sowohl Nilfahrten, als auch der Besuch des zukünftigen Grabes des Pharaos (nein, keine Pyramide) oder Fahrten im Streitwagen sind enthalten.
Wer mal etwas anderes sucht, wird hier sicher fündig und ich würde mir wünschen, dass mehr solcher Romane, statt die ewig gleichen Ballsäle veröffentlicht werden würden.


Susan Sten
Über die Autorin ist leider nicht viel herauszufinden, außer, dass sie auch unter den Pseudonymen Suzanne Savoy und Susan Sackett geschrieben hat.

Freitag, 5. August 2011

Paris - Stadt der Sünde - Anne Stuart


Titel: Paris - Stadt der Sünde
Autorin: Anne Stuart
Originaltitel: Ruthless
Verlag: Cora
ISBN: 4194735305502
Euro: 5,50
Veröffentlichungsdatum: Mai 2011
Seiten: 320
Serie: The House of Rohan 01
Come in: Gekauft







Inhalt

Paris 1765: Das Exil hat die Lebensumstände der Familie Harriman nicht verbessert, was vor allem an der Spiel- und Trunksucht der Mutter liegt. Die ältere Tochter Elinor versucht, die Lage in den Griff zu bekommen, scheitert jedoch oft. Obwohl sie am Existenzminimum dahinvegetieren, entwendet die schwerkranke Mutter das letzte Geld und den letzten Schmuck und macht sich auf zum Wohnsitz des Comte de Giverney, Viscount Rohan.
Francis Alistair Rohan veranstaltet dort wüste Orgien, bei denen alles erlaubt ist und er selbst als selbsternannter Fürst der Finsternis regiert.
Um die Familienehre und das letzte bisschen Hab und Gut zu retten, folgt Elinor ihrer Mutter dorthin und wird vor Rohan gebracht. Er ist erfreut, ein wenig Ablenkung seiner üblichen Sinnesfreuden zu bekommen und hilft ihr. Weil er hingerissen von ihrer Unschuld und ihrem starken Willen ist, beschließt er, dass sie als nächstes sein Bett mit ihm teilen soll. Hartnäckig macht er sich daran, sie zu verführen. Doch Elinor blickt auf freudlose und erschreckende Erinnerungen zurück und hat geschworen, sich nie wieder einem Manne hinzugeben.
Rohan jedoch ist es nicht gewohnt, zu verlieren und setzt auf seine eigenen Methoden.

Cover

Das Cover und vor allem der Titel wecken leider Erwartungen, die der Roman nicht erfüllen kann, noch will. Es werden keine wüsten Gelage, noch nicht einmal sinnliche, ausschweifende erotischen Szenen (es gibt gegen Ende einige wenige) beschrieben. Im Gegenteil, statt sexy Romantik gibt es den rohen Alltag einer verarmten jungen Frau, die sich den Annäherungsversuchen eines sehr reichen Mannes nicht erwehren kann.

Meinung

Anne Stuart hat in diesem Roman augenscheinlich ein kleines Faible dafür, ihre Figuren leiden zu lassen, ausgelebt. Sehr realistisch und ungeschönt geht es im gesamten Roman zu. Die Lebensumstände, unter denen die Harrimans leben müssen sind hart und kaum auszuhalten. An dieser Situation ist Elinor gewachsen, wenn auch oft fast gescheitert. Die Liebe zu ihrer Schwester, die mitunter aufgrund beider Vergangenheit etwas unglaubwürdig wirkt, hält sie aufrecht.
Rohan ist nun kein Held, der zu ihrer Rettung eilt. Zwar gibt er ihr Dinge, die der Familie das Dasein erleichtern sollen, doch macht er von Anfang an deutlich, dass er dafür auch etwas erwartet. Obwohl Elinor seine Avancen nicht wünscht, drängt er sich ihr mehr und mehr auf, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen könnte. Es ist nicht immer einfach als Leser dabei zuzusehen, wie er schließlich Dinge verlangt, gegen die sie sich absolut nicht wehren kann und gefangen in einem unsichtbaren Käfig sitzt.
Doch Rohan, der selbst ein einsamer und gequälter Held ist, nutzt die Situationen nie vollends aus. Der Mann weiß, was er will und auch wie es zu bekommen ist. Unter seiner äußeren Teufelsmaske sitzt von Anfang an ein ehrbarer Mann mit Prinzipien, die sich zwar hier und da von derer der Allgemeinheit abheben, aber trotzdem nach rechter Gesinnung riechen.
Die Beziehung ist von wenig Romantik geprägt. Da heißt es genau hinsehen, um die vielen kleinen Gesten und Mimiken zu entschlüsseln, die daraufhindeuten, dass sich Liebe ankündigt. Hier liegt neben der Charakterisierung der Helden auch der größte Reiz. Es muss nichts ausgesprochen oder explizit dargelgt werden. Rohans wachsende Faszination ist in jeder seiner Taten deutlich erkennbar.
Elinor musste über viele Jahre lang stark sein, doch wie bei Rohan, wenn auch aus anderen Gründen, ist das stets nur eine Maske gewesen. Es ist schwer zu entscheiden, ob man sie bemitleiden oder mit ihr fühlen soll. Manchmal ist der Drang ihr etwas zuzuschreien, über alle Buchstaben und Zeiten hinweg, sehr groß. Obwohl sie es versucht, ist sie nicht in der Lage, sich gegen den Helden zu wehren. Ihre Gründe sind nachvollziehbar im Schutz der Familie zu finden, aber sicher auch darin, dass sie sonst absolut nichts hat. Keinen Platz, kein Geld, keine Arbeit, kein Ziel. Schließlich jedoch auch Gefühle, die sie nie wieder erleben wollte, die echt sind, tief in sie gehen, sie ergreifen und fortschwemmen. Die Frage ist nur, werden sie sie ertränken und ins Unglück stürzen?
Bei dieser Handlung und diesen Charakteren kann sich der Leser über absolut nichts sicher sein und garantiert nicht über das Happy End. Damit wächst die Spannung von Seite zu Seite und sollte sich nicht durchs vorblättern verdorben werden.
Ein lesenswerter, nicht ganz typischer, Roman, der leider durch seinen Titel etwas irreführend ist und daher nicht alle Erwartungen erfüllen kann. Sieht man darüber jedoch hinweg und kann sich zudem noch mit realistischen Bildern und einem groben Helden abfinden, wird man schnell mitgerissen.


The House of Rohan:
1. Ruthless (Paris-Stadt der Sünde)
2. Reckless
3. Breathless
4. Shameless
The Wicked House of Rohan (Prequel; eBook)