Die Suche nach einem Phantastik-Magazin begleitet mich nun schon einige Monate, wenn nicht insgeheim schon Jahre. Um es vorneweg zu nehmen: Es gibt kein deutsches Magazin, das meine Wünsche und Hoffnungen, die ich an eben so ein, möglichst monatlich erscheinendes, Heft haben würde, befriedigt. Dabei ist das gar nicht viel. Am besten frei nach Hause, damit sich mein Aufwand in Grenzen hält. Phantastische Themen, am liebsten reine Fantasy, gerne auch mit Horror und SciFi. Nicht nur Mainstream, auch mal etwas zum entdecken, das nicht in aller Munde ist. Und Bücher!
Letzteres ist aber so ein Knackpunkt. Obwohl zahlreiche deutsche (Buch-)Autoren an diversen Magazinen beteiligt sind, werden Bücher entweder gar nicht oder nur sehr stiefmütterlich in den jeweiligen Heften behandelt. Lesen denn die Fans nicht (mehr)? Selbst in der weltweit beliebten Serie "The Big Bang Theorie" wird fleißig über Filme und Comichefte diskutiert, aber Bücher werden nie erwähnt. Es stehen oder liegen noch nicht einmal welche herum. Aber mal ehrlich: Wenn keiner liest, dann würden ja nicht Monat für Monat neue Bücher im Genre/in den Genres auf den Markt geworfen. Und sooo schwer zu schauen, was gerade in/out ist, ist es eigentlich nicht. Und wer dann selbst liest und eine eigene Meinung hat ...
Ich habe nun in einem (Wahn-)Anfall von Entschlossenheit mehrere Hefte konsumiert. Die meisten davon können an jedem Kiosk gekauft werden. Einige jedoch bekommt man (leider) nur über das Internet, was nicht immer einfach ist.
Einige dieser Hefte möchte ich nach und nach vorstellen und mit meiner sehr subjektiven (!) Meinung versehen. Dabei habe ich meist nur ein Heft gelesen, falls nicht, erwähne ich es. Und ja, ich bin der Meinung, dass jeder andere Leser es genauso handhabt, nicht erst drei, vier Magazine liest und dann entscheidet, ob er das ab sofort regelmäßig tun möchte. Darum wird auch mein Urteil ausfallen: Kaufe ich ein weiteres Heft oder nicht. Und wenn nicht, was genau hält mich ab.
Erste Erfahrungwerte nach dem Lesen der meisten Hefte (nicht nur der unten angefügten), haben mich stutzig werden lassen. Ich bin nämlich - das dürfte jedoch auf die wenigsten Normalleser zutreffen - eine eifrige Impressumleserin, egal ob bei Magazinen oder Romanen oder Anderem. Dabei fiel mir eine kleine Besonderheit auf. Mir war zuvor schon klar, dass die Phantastikszene eher überschaubar ist. Kennt man einige Personen, ist man schon fast durch, weil diejenigen, die ich nicht kenne, garantiert von denen gekannt werden, die ich kenne. (Ja, der Satz war Absicht.)
Nun kann man in vielen Impressen viele bekanntere Namen lesen und hier und da immer wieder. Die Frage, die sich mir hier stellt ist die nach der Einzigartigkeit eines Magazins. Spielt es wirklich eine Rolle, welches ich lese, wenn die Möglichkeit besteht, dass sowieso überall das gleiche, sowohl im Thema, als auch in der jeweiligen Meinung dahinter, drinsteht? Nicht zum ersten Mal bemängle ich die Starrheit und Festgefahrenheit der deutschen Phantastikszene und dieser Umstand stieß mir tatsächlich sauer auf. Neue Impulse Fehlanzeige. Wie immer.
Weiterhin ist festzustellen, dass sich die meisten Themen rund um die Science Fiction und horrorlastige Filme drehen. Fantasy ist kaum dabei, was teilweise jedoch beabsichtigt ist. Falls es doch einmal vorkommt, das ist aber auch im www festzustellen, dann hat es entweder mit "Herr der Ringe", "Harry Potter" oder "Das Lied von Eis und Feuer" zu tun. Als ob es daneben nichts anderes gäbe. Wie auch in anderen Genres wundert es mich bei dieser Polarisierung wenig, wenn gute Serien eingestellt werden müssen, weil sie ihre erhofften Verkaufszahlen nicht erreichen, während jene, die durch sämtliche Medien huschen Rekorde erzielen. Was man nicht kennt, kann man nicht kaufen. Die Reizüberflutung mit immer Gleichem dürfte aber nicht nur mir zu viel werden.
Auch zu erkennen ist, wer eine eigene Meinung vertritt und wer entweder was runterrasselt oder schlimmer, sich gegenseitig beweihräuchert. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass ein Film als Superduper-Spitzenklasse, bahnbrechend und weiß ich was angekündigt wurde und es einfach an Mut fehlte, Tacheles zu reden. Das macht ehrlich gesagt wenig Eindruck auf mich. Es gab aber auch die andere Seite, die kein Blatt vor den Mund genommen hat.
Und auch, das sei nun aber endlich zum Schluss gesagt, wenn ich es nicht so mit Filmen habe, ist es mir wichtig, dass ich aus jedem Heft auch etwas Neues mitnehmen kann, etwas, das ich noch nicht kannte und das mich vielleicht sogar etwas gelehrt hat.