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Donnerstag, 7. Mai 2020

Was Du schon immer von einem (Phantastik-)Verleger wissen wolltest - Frag hier!


Im Verlagsgeplauder von Verleger Torsten Low, das hier in Verlorene Werke Blog in den Jahren 2010 bis 2015 stattfand, hat eben jener von Freud und Leid des Verlegerdaseins erzählt. Dabei reichten seine Ausführungen von den Anfängen seiner Tätigkeit und weshalb er überhaupt ins Verlagsgeschäft eingestiegen ist bis hin zu Ideen für Anthologien, Gedanken zu E-Books oder wie er seine Manuskripte auswählt. Der beliebteste der Beiträge ist immer noch dieser hier: „(Verlagsgeplauder) Durchkalkuliert! Von derSchwierigkeit, mit Büchern Geld zu verdienen“.
Aus Zeitgründen und einer kleinen Auszeit, die ich hier im Blog eingelegt habe, schlief das Verlagsgeplauder leider ein. Kürzlich jedoch hat Torsten es neu aufgelegt – und das waschecht im Geiste der Neuzeit: als Youtuber!

Dienstag, 14. Juli 2015

(Verlagsgeplauder) Einzelunternehmer heißt nicht Einzelkämpfer!

Titel: Die Irrlichter
Autor: F. Siegmund (Hrsg.)
Seiten: 358
Preis: 13,90 Euro
ISBN: 978-3-940036-32-2
Erschienen am: 30.04.2015

Irrlichter. Manche sagen, sie führen verirrte Wanderer ins Verderben, locken sie ins Moor. Andere wiederum sagen, dass jene leuchtenden Wesen, die oft als diffus verschwommenes Licht beschrieben werden, alle Pfade kennen. Die Wahrheit liegt – wie wohl alle Wahrheiten – irgendwo dazwischen. Aber vielleicht verhält es sich auch ganz anders …
In dieser Sammlung finden sich 26 Geschichten – 26 Versuche zwischen A wie Abenteuer und Z wie Zwielicht, dem Wesen des Irrlichts auf den Grund zu gehen. Folgen Sie den Lichtern zwischen die Zeilen von Christoph Marzi, Ann-Kathrin Karschnick, Thilo Corzilius, Diana Kinne, Markus Heitkamp und vielen, vielen mehr.
Mit einem Vorwort der Mittelalter-Fantasy-Folk-Band "Die Irrlichter".



Einzelunternehmer heißt nicht Einzelkämpfer!
Torsten Low - Verleger


Eine Frage, die mir recht häufig gestellt wird, ist: "Wie schaffst du das mit dem Verlag eigentlich alles?"
Sehr oft erzähle ich dann etwas von "Zeitmanagement", von "Träumen" und "Wünschen", von "der Macht der Gedanken" und von "Prioritäten".
Eines der größten Geheimnisse des Erfolges habe ich bisher jedoch nicht angesprochen: Es sind die tatkräftigen Helfer und Unterstützer!

****

Manche Gespräche mit befreundeten Unternehmern und deren Ehepartnern machen mich sprachlos.
"Was macht euer Geschäft?"
"Das musst du meinen Mann fragen; keine Ahnung, wie es zurzeit läuft. Aber ich glaube, ganz gut - sonst hätte er was gesagt."
"Willst du dich nicht ein bisschen mehr einbringen?"
"Ach wozu? Mein Mann hat doch so viel Spaß daran, da wäre ich nur im Weg ..."

Manche Gespräche lassen mich sogar am Verstand meiner Gesprächspartner zweifeln.
"Meine Frau wollte bei mir in der Firma anfangen."
"Das ist ja toll."
"Spinnst du, was ist denn daran toll? Ich konnt es ihr zum Glück ausreden."

Und manche Gespräche machen mich einfach nur traurig.
"Ich hab gehört, du bist arbeitslos. Willst du dich nicht von deiner Frau einstellen lassen?"
"Pah, die mit ihrem Quatsch. Die soll ihren Kram mal schön alleine machen. Ich hab letztens beim Wäschewaschen sogar die Laken vom Geschäft aussortiert. So weit kommt's noch, dass ich für den Laden Wäsche wasche."
"Spinnst du? Das ist doch euer Geschäft!"
"Quatsch - sie wollte das Gewerbe unbedingt haben, muss sie nun auch sehen, wie sie klarkommt."

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Dienstag, 11. Februar 2014

(Verlagsgeplauder) Durchkalkuliert! Von der Schwierigkeit, mit Büchern Geld zu verdienen.


Seiten: 488
Preis: 13,90 Euro
ISBN: 978-3-940036-22-3
Erscheint am: 13.03.2014
Subskriptionspreis von 12,90 Euro gilt nur bis zum 13.03.2013. Eine Auslieferung findet erst ab dem 13.03.2014 statt.


Die Welt in der nahen Zukunft – oder das, was von ihr noch übrig geblieben ist: Ein lebensfeindlicher und gesetzloser Ort, an dem Menschen zwischen Teermeeren und trockenen Wüsten einen knallharten Überlebenskampf führen. Angeführt vom jungen Ryan, dessen Pflegeeltern einem Mord durch Outlaws zum Opfer gefallen sind.
Dabei hat Ryan neben seiner Rache an den Mördern noch ein weiteres Ziel vor Augen: Er will das sagenumwobene geheime Tunnelsystem tief in den Ausläufern des nördlichen Grand Canyons finden, wo angeblich Luther Collins, ein legendärer General, seine letzte Zuflucht gefunden hat. Mit Hilfe von Collins atomaren Waffenschatz will Ryan endgültig das Böse von dieser Welt verbannen. Ryan ahnt jedoch nicht, dass sein Schicksal und das des einstigen Generals auf untrennbare Weise miteinander verbunden sind. Denn zum einen führt die Spur der flüchtigen Mörder genau an diesen Ort, und zum anderen liegt das Schicksal der gesamten Region in seiner Hand und der von Luther Collins ...

Mit einem Vorwort von David Whitehead.



Durchkalkuliert!
Von der Schwierigkeit, mit Büchern Geld zu verdienen.



Ich habe in den letzten Jahren sehr viele Fragen erhalten, die sich vorrangig damit beschäftigen, wie eine vernünftige Kalkulation bei Printbüchern und E-Books für Verlage aussieht.
Stellvertretend für all diese Fragen greife ich einfach jene auf, die mir immer wieder und wieder in den unterschiedlichsten Variationen unterkamen.

Wieso bekommt der Autor, der die ganze Arbeit hat, nur 5%-10% vom Verkaufspreis und der Verlag den ganzen Rest? Ich finde das unfair, dass der Verlag von einem Buch, welches 12 Euro kostet, gerade mal 1 Euro an den Autor abtritt und 11 Euro für sich behält.

Mittwoch, 20. November 2013

Das Jubiläum von "Heliosphere 2265" #3


Quo Vadis Greenlight Press – Was erwartet uns an neuen Serien?

2012 startete „Heliosphere 2265“, 2013 war „Eon – Das letzte Zeitalter“ an der Reihe. Zwar gab es bei letztgenannter Serie eine kleine Durststrecke, doch aktuell befindet sich der zweite Roman im Lektorat und unser Autor sitzt am dritten. Ab dem vierten Band wird ein Gastautor bei Eon mit an Bord sein (den Leser von Romanheftserien kennen – ach, was bin ich heute eine kaputte Schallplatte). Doch damit soll es noch nicht genug sein. Momentan bin ich mit einem Autor im Gespräch, der eine Fantasy-Serie konzipiert hat. Generell möchte ich mit der Greenlight Press noch ein paar neue Serien und Buchreihen starten (nach und nach).
Hierfür sind auch immer neue Autoren willkommen. Auf den Flyern der BuCon fand sich schon der Aufruf zur Manuskripteinsendung, auf der Website wird er noch folgen. Wer also eine eigene Serie veröffentlicht sehen will (oder als Gastautor bei einer anderen einsteigen möchte), kann gerne folgendes an die Verlags-E-Mail (asucha-nek@greenlight-press.de) senden:

- Eine Schreibprobe (30 Seiten)
- Ein Exposé der ersten Story
- Ein kurzer Handlungsabris der ersten 4 Romane
- Ein Figurenexposé

Falls es sich um eine Buchreihe handelt, reicht ein Abriss der ersten 2 Romane. An dieser Stelle sollte ich wohl noch erwähnen, dass wir bisher zwar lediglich in Form von E-Books und Taschenbüchern über CreateSpace (Amazon) veröffentlichen, sich das aber in naher Zukunft ändern soll (die Taschenbücher sollen über eine Druckerei laufen).
Was das Genre angeht, sind keine Grenzen gesetzt, solange es einen phantastischen Hintergrund besitzt. Gerne würde ich eine Steampunk-Serie veröffentlichen, aber auch Gaslight Fantasy, Urban- und High Fantasy, Krimis mit phantastischem Einschlag, das Vampirthema, u.v.m. sind gerne gesehen.

Schon wieder ein Danke – wo soll das nur hinführen?

Einmal muss es noch sein – zum Abschluss. Ihr habt zweifellos schon bemerkt, dass ich im Nachwort und den Facebook-Nachrichten immer von „Wir“ spreche. Damit ist keinesfalls der Pluralis Majestatis gemeint, sondern schlicht und ergreifend ein ganz besonderes Team, das mir dabei geholfen hat, Heliosphere zu veröffentlichen. Denn, auch wenn der Autor die Geschichte und Handlung konzipiert, wäre er nichts, ohne ein Lektorat / Korrektorat, einen technischen Berater, einen Grafiker, jemanden der sich um die Logos kümmert oder um Buchtrailer, Testleser, einen Sprecher und jemanden, der einen aufrichtet, wenn man von Selbstzweifeln übermannt in nichts mehr einen Sinn sieht. Daher gilt mein Dank folgenden Personen (in willkürlicher Reihenfolge!):

(Anmerkung Daniela: Bitte im Nachwort Band 12 nachlesen.)

Aber auch Menschen, die mir auf andere Art unter die Arme gegriffen haben, weil sie das Projekt interessant fanden oder einfach freundlich waren, sollen hier erwähnt werden:

(Anmerkung Daniela: Ebenfalls)

Wo gehobelt wird, da fallen Späne

So kann es gehen. Dank Lektorat, Korrektorat und Testlesern, werden zahlreiche Fehler abgefangen. Hier kam es in der Vergangenheit zu ein paar lustigen Momenten, als ich die Verbesserungen eingearbeitet habe. Meine persönlichen Favoriten bekommt ihr hier präsentiert.

1. Aus dem „ärztlichen Attest“ wurde das „zärtliche Attest.“ Da habe ich es mit einem meiner Charaktere gut gemeint.
2. Aus dem „Nachwort“ wurde das „Nachtwort.“ Schlaft schön, kann ich da nur sagen.
3. Und, schön geeignet fürs Weihnachtsfest, wurde aus „Santana Pendergast“ eine „Santa Pendergast.“ Ho, ho, ho.

Wie ihr seht gibt es hinter den Kulissen auch manchmal was zum Lachen.

Soviel dieses Mal von mir.
Dieser Roman wird Ende Oktober erscheinen und stellt damit nicht nur das Zyklusfinale dar, er leitet auch über zum Geburtstag der Serie. Im November 2012 ging es los und ich schaue stolz, zufrieden und freudig zurück.
Heliosphere 2265 konnte sich einstweilen am Markt etablieren und dafür danke ich jedem einzelnen Leser, euch allen. Denn das ist keine Selbstverständlichkeit.

Karlsruhe, 24. Oktober 2013

Dienstag, 19. November 2013

Das Jubiläum von "Heliosphere 2265" #2


Gastautoren - Wann ist es denn endlich so weit?

Das heißt natürlich nicht, dass es gar nichts mehr zu verkünden gibt. Denn das Thema Gastautoren habe ich ja schon in dem einen oder anderen Interview angesprochen. Und nun ist es so weit, dass ich die erste Zusage habe. Autor Thomas Höhl, einigen von euch bekannt durch die Serie "Sternenfaust", wird einen Roman im zweiten Zyklus von Heliosphere beisteuern. Für mich ist das natürlich eine tolle Sache. Thomas gab mir damals meine erste Chance als Autor (bei besagter Reihe: "Sternenfaust") und ich erinnere mich immer gerne an diese Zeit zurück - es war eine tolle Zusammenarbeit! Als Leser habe ich seine Romane immer sehr gemocht und ich freue mich riesig darüber, ihn an Bord der HYPERION begrüßen zu dürfen.
Ich hoffe darauf, bald noch einen zweiten Gastautor ankündigen zu können, allerdings ist das noch nicht sicher, daher kann ich den Namen noch nicht enthüllen. Doch einige von euch (jene, die im Heftromanbereich viel lesen) werden definitiv große Augen ma-chen. Die übrigen zehn Romane werden erneut aus meiner Feder stammen.

Der Preis pro Roman

Am Anfang der Serie wurde in verschiedenen Kundenbewertungen, Rezensionen oder auch Mails an mich der Preis der Romane kritisiert. Etwas, das ich übrigens absolut nachvollziehen kann – bin ich als Leser doch auch die Heftromanpreise gewöhnt.
Als wir damals kalkuliert haben, war es nicht leicht, hier die richtige Balance zu finden. Immerhin ist die Greenlight Press kein Großverlag, sondern hatte damals nur eine ein-zige Serie am Start (mittlerweile mit „Eon – Das letzte Zeitalter“ zwei).
Die sichere Seite wäre sogar gewesen, noch höher zu gehen, was wir jedoch ganz schnell verworfen haben. Optimalerweise hätte ich gerne 1,99 Euro pro Roman ver-langt, doch in diesem Fall hätten wir keine Möglichkeit gehabt, lange durchzuhalten. Die Cover, das Lektorat, die Zeit, die ich selbst investiere, das muss erst einmal wieder her-eingeholt werden.
Um das auszugleichen, habe ich den Umfang der Romane von anfänglichen 160.000 Zeichen auf 200.000 – 220.000 Zeichen erhöht. Auf diesem Niveau werden die Ge-schichten vom Umfang her zukünftig auch weiterhin angesiedelt sein. Zudem ist ge-plant, das Zyklusfinale immer den doppelten Umfang haben zu lassen.
Ich hoffe, damit rechtfertigt sich der Preis von 2,49 Euro und ihr könnt das aktuell auch weiterhin akzeptieren. Wir werden natürlich immer mal wieder kleine Besonderheiten einstreuen, so oft es geht (die erste wird nicht mehr lange auf sich warten lassen).

Der Deutsche Phantastik Preis 2013 – Danke!

Das letzte Jahr war für mich nicht nur spannend, was die Verkaufszahlen und die Reso-nanz von euch angeht, auch die Doppelnominierung bei DPP war spannend. Auf dem BuCon wurden im Oktober 2013 nun die Gewinner bekannt gegeben. Es freut mich, euch mitteilen zu können, dass wir hier – für eine so kleine, neue Serie doch recht or-dentlich – platziert wurden:

- Arndt Drechsler landete auf Platz 1 als „Bester Grafiker“
- Taschenbuch 1 der Serie landete auf Platz 3 als „Bester Roman“
- Die Serie als Ganzes schaffte es auf Platz 4 als „Beste Serie“

Das macht mich echt stolz und ich danke jedem, der seine Stimme für Heliosphere 2265 abgegeben hat. Vielen, vielen Dank!

Quo Vadis Heliosphere 2265 - Was erwartet uns im zweiten Zyklus?

Um es mit den Worten (oder besser dem Wort) einer meiner Lieblingsfiguren aus der englischen Kultserie "Doctor Who" zu sagen: Spoilers! Ich werde im folgenden Text ein paar Andeutungen zum nächsten Zyklus fallen lassen. Wer also gar nicht gespoilert werden will, sollte diesen Abschnitt überspringen.
Soviel ist sicher jedem klar, nach dem 12. Roman wird sich einiges verändern. Die Ba-lance zwischen den Machtblöcken wird endgültig zerbrechen und alles ordentlich durcheinander wirbeln. Neben dem Kampf zwischen dem Imperium und den Rebellen beginnt nun die richtige Schlacht. Um zu überleben, werden unsere Helden ebenso wie deren Feinde Allianzen schließen müssen. Doch wie man das auch in der heutigen Poli-tik nach Wahlen immer wieder sieht, ist die große Frage: Wer mit wem? Da finden sich schon auch mal Parteien zusammen, die eigentlich gar nicht miteinander wollen. Und das gibt Zündstoff. Politisch stellt sich zudem die Frage, ob es den Rebellen tatsächlich gelingt, ihre Solare Republik zu gründen und welche Folgen das haben wird.
Wir werden im zweiten Zyklus mehr über Richard Meridian (alias Captain Stark) erfah-ren, ebenso über den Hybriden auf Pearl und Angelica Sjöberg. Björn Sjöberg muss ebenso mit Hürden kämpfen, wie Isa Jansen und Santana Pendergast. Captain Stark? Nun, der verfolgt weiterhin seinen Plan – mit bösen Folgen.
Und die HYPERION? Erst einmal nimmt diese nicht mehr am galaktischen Geschehen der Gegenwart teil. Stattdessen sucht sie nach Antworten in der Zukunft. Doch die Uhr tickt, kann der Menger-Schwamm doch eigentlich jeden Moment zerstört werden, wo-durch die Zukunft ausgelöscht wird.
Einige der Fragen sind schon jetzt offensichtlich:

- Was finden unsere Helden auf dem Dunklen Wanderer?
- Wer stellte das TRION-Artefakt her?
- Was hat es mit den Verlorenen Kindern auf sich?
- Warum benötigte Meridian ausgerechnet Sjöberg?
- Und was bezweckte der wahnsinnige Wissenschaftler überhaupt mit der Veränderung der Solaren Union hin zur Diktatur?

Natürlich gibt es noch viel mehr Fragen, das sind nur die Wichtigsten. Ein paar der Ant-worten werden euch hoffentlich gehörig schockieren und ich freue mich schon darauf, die Reaktionen im Lektorat / Korrektorat hautnah zu erleben.
Wie auch im ersten Zyklus wird es ein paar neue technische Entwicklungen geben (al-lerdings läuft das Ganze weiterhin recht langsam ab) und auch die Charakterentwick-lungen und Hintergründe (sie sind ja noch gar nicht alle vollständig) werden weiterer-zählt.

Es bleibt also bei meiner Devise: keine Füllromane, eine dichte Handlung, viel Charak-terentwicklung, viel Action - ab und an einen Cliffhanger der bösen Art. Auf vielfachen Wunsch gibt es ab dem nächsten Zyklus ein kurzes „Was bisher geschah“ am Anfang jeden Bandes und eine Dramatis Personae im Anhang (eine Liste der Figuren mit Be-schreibungen).

(Fortsetzung morgen)

Montag, 18. November 2013

Das Jubiläum von "Heliosphere 2265" #1


Hallo zusammen und herzlich willkommen auf dem Verlorene-Werke Blog. Schon öfter durfte ich hier Mini-Artikel beisteuern und so ist es auch dieses Mal. Zum Jubiläum mei-ner Serie „Heliosphere 2265“, die November 2013 ein Jahr alt wurde, hat Daniela mir angeboten, erneut zuzuschlagen. Dieses Mal möchte ich einfach über ein paar Neuig-keiten zur Serie und dem Verlag plaudern.
Es freut mich, dass es so viele Leser gibt, die der Serie obentrein treu geblieben sind und ich hoffe, ihr fühlt euch auch weiterhin gut unterhalten. Mit Band 12 - das dürfte mittlerweile klar sein - ist es noch nicht vorbei. Genau genommen geht die Geschichte von Captain Cross und seiner Crew jetzt erst richtig los. Alle Neuleser möchte ich vor diesem Artikel warnen: Wenn ihr plant, die Serie zu lesen, hebt euch das lieber auf, bis ihr den 12. Roman erreicht habt. Denn es folgen nun ein paar SPOILER.




Ein Zyklenfinale oder doch nicht?

Der vorliegende Roman bietet - wie versprochen - Antworten und enthüllt die Herkunft von Sarah McCall (aka Anika Magnus) und Captain Stark (Richard Meridian), sowie dem neuen Feind, der auftaucht. Viele von euch, die andere Serien (insbesondere Ro-manheftserien) lesen, werden jedoch bemerkt haben, dass das Zyklusende bei Heli-osphere nicht das Gleiche bedeutet, wie dort. Oftmals findet der Held gegen Ende des Zyklus den "Heiligen Gral", die ultimative Waffe gegen den Feind und bekommt eine 100%ige Aufklärung zum Geschehen. Danach startet eine völlig eigenständige neue Geschichte.
Das ist hier nicht der Fall. Heliosphere bildet eine große Geschichte, in der die einzel-nen Zyklen Abschnitte darstellen. Und so gibt es eben nicht nur Erklärungen und einen abrupten Cut, sondern einen weichen Übergang (inklusive offener Fragen).
Das hat Nachteile. Denn das Fingernägelkauen geht in einigen Bereichen weiter und das Ende ist mehr mit jenem einer TV-Serie am Ende ihrer Season gleichzusetzen (auch diese haben einen Cliffhanger). Doch der Vorteil ist auch nicht wegzureden. Denn ihr müsst mit Antworten nicht bis zum nächsten Zyklusfinale warten. Im ersten Zyklus gab es ab Band 3 in nahezu jedem Roman eine Auflösung bzw. den ein oder anderen größeren Twist. So werde ich es auch weiterhin halten. Wenn ihr also glaubt, bereits zu wissen, womit der zweite Handlungsabschnitt aufwartet, seid gewiss: Ich habe mir wie-der ein paar Gemeinheiten einfallen lassen. Lange müsst ihr nicht auf Antworten war-ten, das ist versprochen.

Zeitreisen - "Ich bekomme Kopfschmerzen"

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Als ich die Geschichte von Heliosphere 2265 zu konzipieren begann, war mir sehr schnell klar, dass ich den Auftritt von mächti-gen Aliens zurückstellen wollte. Die Story sollte sich erst einmal ganz auf die Mensch-heit, deren Politik und die Charaktere an Bord der HYPERION konzentrieren. Damit war auch klar, dass der Big Bad am Ende des ersten Zyklus nicht außerirdischer Herkunft sein sollte. Die Zukunfts-Rebellen waren geboren. Und damit war auch klar, dass recht früh das Thema "Zeitreise" eine Rolle spielen würde.
"Du denkst nicht vierdimensional genug, Marty." Wer kennt sie nicht, die Kultfilme "Zu-rück in die Zukunft I-III", in denen der junge Held Marty McFly dank der Erfindung von Doktor Emmett Brown in die Vergangenheit reist? Chaos ist natürlich vorprogrammiert.
Und so ergeht es uns bei Heliosphere ebenfalls. Hier allerdings ist die Manipulation Ab-sicht, die Folgen katastrophal.
Ich hoffe es ist mir gelungen, das zugrunde liegende Konzept im Roman ausreichend genau zu schildern (manche offenen Fragen sind natürlich noch Absicht). Die Meinun-gen des Lektorats / Korrektorats gingen hier weit auseinander. Einige hat auf jeden Fall das Kathryn-Janeway-Syndrom (Star Trek Voyager) befallen, sie bekamen ordentlich Kopfschmerzen. Andere hatten damit wiederum gar kein Problem, denn sie mögen Zeit-reise-Storys.
An dieser Stelle kann ich auf jeden Fall schon mal einige Dinge klar versprechen:

- Alles, was in der Serie seit Band 1 geschehen ist, wird nicht angetastet (es gibt keine weiteren Veränderungen durch Zeitreise!)
- Zukünftig tritt dieses Thema wieder in den Hintergrund
- Abgesehen von dem Flug der HYPERION, ist die Zeitreise-Thematik damit wieder er-ledigt

Ich bin natürlich sehr gespannt, wie diese Auflösung bei euch ankommt.

Wie geht es der Serie eigentlich gesundheitlich?

In den vergangenen Wochen haben mich immer wieder E-Mails erreicht, in denen ich gebeten wurde, die Serie nicht nach Band 12 einzustellen. Keine Sorge: Heliosphere erscheint auch weiterhin. Gerade in den letzten 2-3 Monaten ist die Reihe (aus Sicht der Verkaufszahlen gesprochen) etwas mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit ge-rückt und die Zahlen haben weiter angezogen. Wir sind also momentan auf einem stabi-len Weg, und solange das so bleibt, wird die HYPERION auch weiterhin fliegen. Natür-lich freue ich mich immer, wenn ihr euren Freunden und Freundinnen Heliosphere emp-fehlt.

Heliosphere goes America, Canada, England, Australia ...

Eine schöne Nachricht, die ich zum Finale auch verkünden will, ist die, dass die Serie ab Anfang Dezember 2013 auch im englischsprachigen Ausland erscheint. Wir haben einen tollen Übersetzer gefunden und mir liegt bereits der erste Band vor. Es wird also erneut spannend für uns, denn vom internationalen Erfolg hängt wieder eine Menge ab (darunter auch die Umsetzung von Heliosphere in anderen Medien^^). Leider sind ein paar andere Neuigkeiten noch nicht so weit gediehen, dass ich sie heute erzählen kann, aber so bleibt wenigstens noch etwas für die Nachworte im nächsten Zyklus.

(Fortsetzung morgen)

Donnerstag, 15. August 2013

Verlagsgeplauder - Herausgeber werden im Verlag Torsten Low


Die Idee für das neue Verlagsgeplauder erhielt ich über das Forum der Autoren des Verlag Torsten Low. Und nachdem ich in den letzten fünf Jahren sehr häufig gefragt wurde, was man denn beachten muss, wenn man bei mir als Herausgeber anfangen will, mache ich heute daraus ein kleines Verlagsgeplauder.

Herausgeber werden im Verlag Torsten Low

Die Kurzfassung:
1.) Konzept ausarbeiten
2.) Kontakt aufnehmen
3.) loslaufen

Schritt 1: Konzept ausarbeiten

Das Konzept ist entscheidend, ob eine Ausschreibung von Autoren als interessant wahrgenommen wird oder nicht. Es ist auch entscheidend, ob sich das Projekt später gut vermarkten lässt oder nicht. Deswegen sollte der potenzielle Herausgeber in dieses Konzept wirklich einiges an Zeit reinstecken, denn wenn mich ein Konzept nicht überzeugt, dann wird dieses Projekt mit mir auch nicht zur Ausschreibung kommen.
Was gehört nun alles zum Konzept?
Da wären der Titel der Ausschreibung und das Thema. Der Aufhänger quasi. Doch damit ist es natürlich nicht getan.
Wir versuchen seit Jahren, auch professionelle Autoren für unsere Anthologien zu begeistern und sprechen diese Autoren im Vorfeld der Ausschreibung an. Von meinen Herausgebern erwarte ich, dass er sich 4-5 Namen bekannterer deutschsprachiger Autoren notiert hat, die gut zu dem Thema passen könnten.
Desweiteren freue ich mich, wenn der Herausgeber sich schon mal Gedanken um den Coverzeichner gemacht hat und mir beispielsweise mitteilt, dass er sich Timo Kümmel oder Chris Schlicht für seine Antho vorstellen könnte.
Ich erwarte von einem Herausgeber, dass er sich Gedanken über die Zielgruppe macht. Ob es beispielsweise Horror für Erwachsene werden soll oder düstere Phantastik für Jugendliche.
Genauso sollte sich der Herausgeber mit dem Thema „Werbung“ ein wenig auseinandersetzen. Das beginnt damit, dass die Ausschreibung in Autorenforen gestreut sein sollte und der Herausgeber in solchen Foren angemeldet sein müsste (und zwar praktischerweise nicht erst seit 2 Tagen). Das geht darüber weiter, dass der Herausgeber auch in sozialen Netzwerken aktiv ist, wenn dass Buchprojekt herauskommt – denn gerade für Kleinverlage läuft viel über social networking. Und zu guter Letzt braucht es für gute Buchverkäufe auch Lesungen und Rezis. Da schon einen Sack voller Adressen zu haben, ist nie verkehrt. Ein Herausgeber, der mir zeigen kann, dass er auf das, was folgt, vorbereitet ist, hat natürlich bessere Chancen, als jemand, der mir nur einen 3-Zeiler mailt.
Und ein ganz wichtiger Punkt sind die Gimmicks. Wir sind mittlerweile dafür bekannt, dass unsere Bücher nicht selten Gimmicks enthalten. Nummerierungen, Downloadcodes für Musik, Lesezeichen, Zeichnungen, Comics, etc. Nicht alles passt zu jedem Projekt. Nicht alles ist bei jedem Projekt vom Preis her machbar. Wenn der Herausgeber da schon sagen kann, was er gerne hätte und was er auf jeden Fall haben will, ist das für die zukünftige Zusammenarbeit schon mal viel wert.


Schritt 2: Kontakt aufnehmen

Es gibt das Gerücht, man könne mich mit einer gehörigen Menge Met oder Absinth bestechen. Ich kann versichern, es ist wirklich nur ein Gerücht. Am meisten besticht mich ein vernünftiges Konzept.
Den Kontakt herstellen kann man am einfachsten per Email. Telefon eher nicht, da ich oftmals abends erst spät von Arbeit komme und ich ungern Anrufe erhalte, wenn meine Tochter bereits im Bett ist. Eine andere Möglichkeit wäre, mich direkt auf einer Veranstaltung zu kontaktieren. Allerdings sollte man da auf jeden Fall per Email nachhaken, denn nicht selten rutschen solche Gespräche ohne Erinnerungsmail einfach hinten über.
Und dann heißt es Warten.
Manchmal entscheide ich mich innerhalb von 2 Stunden. Manchmal erst nach 3 Monaten. Und manchmal … nie. Wenn ich mich nicht sofort entscheiden kann, markiere ich die Mail als ungelesen und schau sie mir später noch mal an.
Nach einigen Wochen hat sich die Idee vielleicht gesetzt und ich bin dann bereit für die Idee. Aber ganz ehrlich: eine Antho-Idee, die mich nicht beim ersten Mal lesen begeistert hat, begeistert mich oft auch beim 2. Mal nicht.
Je besser das Konzept, je besser sich der Herausgeber vorbereitet hat, desto höher die Chance, dass ich ganz schnell zuschlage.


Schritt 3: loslaufen

Nehmen wir mal an, ich bekomme ein richtig gutes Konzept.
Nehmen wir mal an, ich entscheide mich für den Herausgeber und die Idee.
Dann beginnt nun die eigentliche Arbeit.
Das erste, was man tun sollte, ist zu versuchen, bei mir rauszukitzeln, WANN ich das Buch frühestens einplanen würde und in welchem Zeitrahmen ich es auf jeden Fall draußen haben möchte.
Abhängig von dem Zeitpunkt X, den ich dem Herausgeber genannt habe, kann der nun zurückrechnen.

X – 18 Monate Ausschreibungstext schreiben und mit mir absprechen
X – 16 Monate Ausschreibungsbeginn
X – 10 Monate Lesen der Geschichten und Zusammenstellung der Vorauswahl
X – 9 Monate Entscheidung für die Vorauswahl
X – 7 Monate Autoren werden benachrichtigt, Verträge werden verschickt
X – 6 Monate Verlagslektorat startet
X – 4 Monate lektorierte und korrigierte Fassung liegt dem Autor vor
X – 2 Monate Beginn des Setzens
X – 1 Monat Probedruck
X Termin der Veröffentlichung, Werbung läuft an

Wenn jemand Herausgeber wird, arbeitet er also in den nächsten 18 Monaten mit mir zusammen. Mal sehr eng, mal eher weniger – aber regelmäßige Absprachen sind einfach notwendig.
Die erste wichtige Aktivität, die ansteht, ist das Schreiben des Ausschreibungstextes. Den sollte der Herausgeber alleine vorbereiten und mir dann zum Absegnen schicken. Erst danach wird der Text um rechtliche und formale Details erweitert und schließlich dann nach Veröffentlichung auf der Verlags-HP über soziale Netzwerke und Autorenforen verbreitet (wobei ich aktive Mithilfe durch den Herausgeber erwarte).
Die Hauptaktivität des Herausgebers nach Ausschreibungsstart besteht in den nächsten Monaten darin, alle eingehenden Beiträge zu sichern, die Kontaktdaten zu verwalten, Eingangsbestätigungen zu versenden und vielleicht auch den Kontakt zu den bekannten Wunschautoren aufzubauen und sie für die entstehende Anthologie zu begeistern. An der Stelle kann ich aus Erfahrung sagen, dass die Anzahl der Einsendungen in den ersten Monaten sehr überschaubar ist. Im letzten Monat steigt die Quote pro Tag sprunghaft an und am letzten Tagen glüht normalerweise das Email-Postfach.
Nun geht es ans Sichten der Einsendungen, wobei der Herausgeber auf eine ausgewogene Mischung achten sollte. Am Ende der Sichtung hat der Herausgeber im optimalen Fall eine Vorauswahl von 20 – 25 Geschichten, die er mir dann zusendet. Im Laufe der nächsten Monate (meist brauche ich zwei Monate) werde ich mich für die endgültige Zusammenstellung entscheiden und meine Endauswahl an den Herausgeber schicken.
Nun sind die Absagen rauszuschicken (bei einer Sammel-Absage ist an den Datenschutz zu denken. Die Emailadressen müssen dann ins BCC) und die angenommenen Autoren zu benachrichtigen. Die Kontaktdaten sind an mich weiterzureichen, damit ich mich um die Verträge kümmern kann.
In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, dass der Herausgeber mit den Autoren ein fachliches Vorab-Lektorat macht. Diesen Fall hatten wir beispielsweise bei den „Göttern des Imperiums“. Die Herausgeberinnen haben die Texte genauestens auf die existierenden Mythen hin abgeprüft und in manchen Fällen auch den Autor vorab um Veränderung gebeten, wenn Details im Widerspruch zu den bekannten Mythen und Sagen standen.
Ab dem Zeitpunkt, an dem die Autoren den Vertrag unterschrieben haben und die Geschichten ins Lektorat gehen, übernehme ich bzw. meine Lektoren die Autorenbetreuung. Aber natürlich freue ich mich, wenn der Herausgeber auch danach noch als Ansprechpartner für die Autoren zur Verfügung steht.
Nun ist es Zeit, sich Gedanken über Covergestaltung, Klappentexte und Werbung zu machen. Sowohl bei der Auswahl der Coverkünstler, als auch bei der Motivwahl erwarte ich mir Unterstützung (in Form von Diskussionen und Vorschlägen) durch den Herausgeber. Selbiges gilt für den Klappentext. Klar – die Entscheidung liegt am Ende beim Verlag. Aber ein Einbringen des Herausgebers ist explizit gewünscht.
Werbeaktionen – gleich welcher Art – sollten vorab mit mir abgesprochen werden. Dabei geht es nicht nur darum, dass ich „die Hand drauf haben möchte“. Vielmehr können gemeinsame Werbeaktivitäten viel besser kombiniert und wirksamer gebündelt werden. Zudem kann ich bei bestimmten Aktivitäten auch einfach mit zusätzlichen „Gimmicks“ (Lesezeichen, Plakaten, Postkarten, T-Shirts) unterstützen.
Wichtig ist es, die Anthologie schon vor dem Erscheinen bekannt zu machen. Wenn es mir möglich ist, die Erstauflage innerhalb eines Jahres oder kürzer abzusetzen, dann mache ich auch Gewinne. Und nur mit Gewinnen kann ich auch weitere Projekte stemmen.

Ob nun das „H. P. Lovecraft“-Team, welches bereits zum 3. Mal (in nur leicht abgewandelter Form) antritt oder Fabienne Siegmund, die bereits 4 Ausschreibungen mit mir gemeinsam bestritten hat, Carolin Gmyrek, deren Folgeprojekt im Oktober an den Ausschreibungsstart geht oder die „Western“-Truppe, die im Moment an einen Nachfolger für den „Fluch des Colorado River“ arbeiten – ich strebe in den meisten Fällen (zumindest, wenn die Zusammenarbeit angenehm war) eine langjährige Kooperation mit meinen Herausgebern an. Wer sich einmal bei mir bewährt hat, hat auch für Folgeprojekte gute Karten.

Samstag, 11. Mai 2013

(Verlagsgeplauder) Hinter dem Verlagsstand – ein paar Tage auf Tuchfühlung mit dem Leser 03


Samstag, 16.03.
Heute ist der wichtigste Tag. Der Tag mit den großen Besucheransturm. Der Tag, an dem die Messe fast aus allen Nähten platzen wird.
Doch bevor das Chaos losgeht, unterhalte ich mich an unserem Stand mit Klaus N. Frick (Chefredakteur bei Perry Rhodan, VPM). 


Kurz nach dem Gong kommt mein Vater vorbeigeschlendert. Er wird heute einen ganzen Tag Messeluft schnuppern und am Abend unser Chauffeur sein. Leipzig ist Umweltzone, unser Lieferwagen hat keine Plakette bekommen und wir haben heute wieder unsere mittlerweile traditionellen Lesungen in der „Absintherie La Petite“ in der Münzgasse.

Freitag, 10. Mai 2013

(Verlagsgeplauder) Hinter dem Verlagsstand – ein paar Tage auf Tuchfühlung mit dem Leser 02


Donnerstag, 14.03.
Um Mitternacht ist die Nacht vorbei. Emily ist aufgewacht, hat Durst und quengelt. Danach will sie nicht mehr ins Kinderbettchen. Tina holt sie mit zu uns rein.
Schlaf?
Nicht mehr dran zu denken. Emily muss uns ausgiebig vom Entenfüttern erzählen und tobt über uns quer durchs Bett. Immer dann, wenn ich gerade wieder am Einschlafen bin, landet mir ein Kinderfuß im Gesicht. Tina geht es ähnlich. Um 2 sind wir frustriert und befördern die Kleine in ihr Bettchen zurück. Zehn Minuten lang schreit sie wie am Spieß. Danach ist Ruhe.
Der Wecker holt uns gegen 6 aus dem Schlaf. Waschen, Anziehen, Frühstücken, von Emily und meinen Eltern verabschieden, rein nach Leipzig.

Donnerstag, 9. Mai 2013

(Verlagsgeplauder) Hinter dem Verlagsstand – ein paar Tage auf Tuchfühlung mit dem Leser 01


Das neue von Soleil vorgeschlagene Thema klang vielversprechend und einfach: „Schreib doch mal einen Bericht über einen Tag am Stand auf einer Veranstaltung.“
Ich wusste nicht, dass dieses Blogthema anfangs unter so einen schlechten Stern stehen sollte.

Ursprünglich hatte ich mir für diesen Beitrag eine kleine, feine Messe in Dresden im November 2012 herausgesucht – die Schriftgut. Hat auch alles super geklappt. Tolle Bilder, gute Notizen. Als wir nach der Messe wieder zu Hause ankamen, stellte ich fest, dass ich meine Notizen anscheinend verloren hatte. Mist. War leider 2012 die letzte Veranstaltung.
Dann habe ich es mir fest vorgenommen. Letztes Februarwochenende, Wien, Die andere Buchmesse Vol.4. Kurz nach dem Aufbau streikte Tinas Fotoapparat.
Ok, nächster Versuch. 09. und 10.3. DortCon 2013. Wunderschöne Veranstaltung, viel zu erzählen. Wenn nicht die eingeschlagene Fensterscheibe von unserem Lieferwagen und das gestohlene Navi gewesen wäre (mit dem danach folgenden Trouble in Punkto Polizeimeldung, Fenster verkleben und irgendwie mit kaputten Fenster und Kleinkind im Auto heil heimkommen.) Wieder nichts.

Und so handelt dieser Blogbeitrag durch eine Verknüpfung von Zufällen nicht von einer kleinen Messe, nicht von einem von ein paar Autoren organisierten Event und nicht von ambitionierten Aktiven der Phantastikszene auf die Beine gestellten Con, sondern von der wichtigsten Veranstaltung auf dem deutschen Literaturmarkt …

Der Leipziger Buchmesse 2013

Samstag, 17. November 2012

(Verlagsgeplauder) Wie ein Cover entsteht – von der Idee zum fertigen Bucheinband


Titel: Faulfleisch
Autor: Vincent Voss
Seiten: 352
Preis: 13,90 Euro
ISBN: 978-3-940036-17-9
Erscheint am: 29.11.2012
Bei Bestellung direkt beim Verlag VOR dem 29.11.2012 gilt der ermäßigte Subskriptionspreis von 12,90 Euro.












Er dehnte sich ein letztes Mal, drehte sich um und ihm stockte der Atem. An einem Fenster des Wohngebäudes hatte er eine Hand gesehen. Sie hatte sich an die Scheibe gepresst und war hinter der Gardine verschwunden. An der Hand hatte Blut geklebt.
»Faulfleisch« von Vincent Voss

Mittwoch, 11. April 2012

Verlagsgeplauder - Manuskripte, Manuskripte, Manuskripte ... (2)


Der Verleger Torsten Low plaudert aus dem Nähkästchen. Und das auch noch gern! In regelmäßigen Abständen wird er sich ein Thema wählen und einige Worte dazu aufschreiben. Alle, die sich näher dafür interessieren, sind herzlich eingeladen, sich diese Worte durchzulesen und zu kommentieren. Mehr noch: Interessiert ein Thema besonders? Dann her damit, Torsten antwortet gern.




Manuskripte, Manuskripte, Manuskripte ...

Bei den Manuskripteinsendungen der letzten Monate bin ich über einige Dinge gestolpert, auf die ich hier gerne eingehen möchte.

Was muss ich bezahlen, damit ich Ihre Entscheidung für mein Buch beschleunige?
NICHTS!
Sie können meine Entscheidung für Ihr Buch nicht beschleunigen. Entweder Ihr Buch begeistert mich – dann mache ich es. Und zwar ohne Zuzahlung von Ihnen. Und mit meinem Zeitplan!
Oder es begeistert mich nicht – dann gibt es nichts, was Sie tun könnten, um mich umzustimmen.
Ich möchte an der Stelle noch mal ausdrücklich betonen, dass ich KEINERLEI Autorenzuschüsse annehme. Auch keine freiwilligen.

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass auf dem Ihnen angebotenen Text mein Urheberrecht liegt und von Ihnen nicht verbreitet werden darf, bevor ich nicht einen Vertrag unterschrieben habe. Zur Sicherheit habe ich eine Kopie des Textes bei meinem Notar hinterlegt.
Soviel vorweg: Das Manuskriptangebot habe ich abgelehnt, ohne mich auch nur eine weitere Minute mit dem Text zu befassen. Ich glaube nicht, dass der Autor und ich zusammenpassen.
Auch wenn ich den Verlag in meiner Freizeit betreibe, weiß ich sehr wohl, welche Rechte der Autor hat. Dass der Autor glaubt, mich darauf hinweisen zu müssen, dass ich mich strafbar mache, wenn ich den Text unberechtigt vervielfältige, zeigt mir, was er von meiner Kompetenz hält.
Auch der Nachsatz, dass er „zur Sicherheit“ eine Kopie beim Notar hinterlegt hat, zeigt mir recht deutlich, was er von mir und meiner Arbeitsweise hält. Er hält mich für unzuverlässig, für ein Sicherheitsrisiko, er misstraut mir.
Für mich bedeutet das, dass die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Seiten des Autors nicht gegeben ist. Darum habe ich nach Absage sein Manuskriptangebot aus Sicherheitsgründen geschreddert.

Ich habe dieses Manuskript gleichzeitig an 20 andere Verlage geschickt. Das erste attraktive Angebot bekommt den Zuschlag.
Auch dieses Manuskript wurde von mir abgelehnt, genauso wie es auf meinen Tisch kam.
Wenn ein Autor meint, er müsse mich unter Zeitdruck setzen, sollte er sich vorher klar machen, dass sein Manuskript für mich in erster Linie eine Investition ist und erst in ein oder zwei oder drei Jahren Gewinn abwirft.
Und eine Investition bin ich nur bereit zu tätigen, wenn ich mich mit dem Projekt beschäftigt habe. In dem Zeitrahmen damit beschäftigt habe, den ICH für notwendig halte. Und ich lasse mich da nicht drücken und ich lasse mich nicht erpressen.

Das Buch hat einen aktuellen Bezug (Mayaprophezeiung 2012) und muss deswegen innerhalb des nächsten halben Jahres erscheinen.
Mag sein. Aber nicht bei mir. Projektzeiten von einem halben Jahr (von Manuskripteinreichung bis Drucklegung) sind bei mir absolut illusorisch.
Und nein, ich kann nicht mal noch ein Buch zusätzlich „zwischenreinschieben“. Sechs Bücher im Jahr ist das absolute Maximum, was ich stemmen kann. Und die sind bereits verplant. Bis 2014. Inklusive. Und beim nächsten Weltuntergang könnte man ja planen, es etwas eher fertiggeschrieben zu haben, damit man noch rechtzeitig auf den Markt kommt. Ich meine, der Mayakalender ist ja nicht erst seit gestern bekannt.
Jedenfalls habe ich den Autor geantwortet, dass ich eine Realisierung innerhalb eines halben Jahres für nicht möglich halte. Ich hoffe, das ist jetzt kein Weltuntergang für den Autor.

Ich hänge ein Expose und eine Leseprobe als *.doc an.
Sehr schön. Nur werde ich sie nicht lesen.
Attachments von Personen, die ich nicht kenne, werden aus Sicherheitsgründen abgehängt. Steht auch auf meiner Webseite.
Das mag man jetzt doof finden, überängstlich oder albern – aber es ist so.

Ich habe für den Titel „xxx“ bereits Titelschutz angemeldet.
Keine Ahnung, warum der Autor auf eigene Faust Titelschutz anmeldet (vor allem, wenn es so ein Allerweltstitel war wie jener, um den es ging). Auf jeden Fall ist das Geld sinnlos rausgepulvert, denn der Titelschutz für ein nichterschienenes Werk ist nur für ein halbes Jahr gültig und verfällt dann.
Zudem stellt sich mir die Frage, ob der Autor einfach nur den Titel hat schützen lassen oder ob er vorher überhaupt eine Titelrecherche durchgeführt hat. Und außerdem ist ja gar nicht klar, ob das Buch überhaupt unter den Titel erscheint, den der Autor sich mal ausgedacht hat.
Titelschutz ist Sache des Verlages. Ein Autor verschwendet damit nur Zeit (und wenn es drauf ankommt, sogar Geld).

Zu dem Buch gehören 15 farbige Illustrationen, die an den entsprechend markierten Stellen einzufügen sind.
An der Stelle muss ich vielleicht noch mal erklären, wer oder was ich eigentlich bin (und was nicht).
Ich bin KEIN Dienstleister. Ich bin keine Person, die vom Autor gesagt bekommt, was sie wie zu tun hat!
Ich bin ein Verleger. Das ist eine Person, die Buchprojekte bezüglich ihrer Vermarktbarkeit überprüft, dass Geld für die Durchführung zur Verfügung stellt und das Projekt zusammen mit dem Autor, sowie anderen Beteiligten (Lektorat, Coverdesigner, etc.) realisiert. Als solchen obliegt mir auch die Entscheidung, ob es Illustrationen geben wird, wie viele und auch ob die farblich sind.
Der Autor darf mir gerne Vorschläge unterbreiten und ich bin sehr offen für vieles. Aber farbige Illustrationen und auch das Cover sind Dinge der Gestaltung. Das sind Dinge des Budgets. Das sind Dinge, die den Verkaufspreis betreffen.
Das ist keine Entscheidung, die dem Autor obliegt.

Ich habe bereits eine Künstlerin für die Covergestaltung gefunden.
Aha. Finde ich ja nett – aber ich arbeite für das Cover meist mit meinen Stammkünstlern zusammen. Mit Leuten, die genau wissen, was ich brauche. Die unser Verlagsprogramm kennen und die Coverumschläge der Neuerscheinungen an den alten Büchern ausrichten. Bei denen ich weiß, was mich das Honorar kostet. Bei denen ich weiß, dass sie schnell und zuverlässig sind und sofort reagieren, wenn es Probleme mit dem Probedruck gibt. Und die bei druckbedingten Nachbesserungen nicht den Künstler raushängen lassen, sondern professionell an der Problemlösung arbeiten.

Und zu guter Letzt ein Schmankerl aus einem Päckchen, welches ich letztes Jahr um die Weihnachtszeit herum erhalten habe.
Es war ein sehr merkwürdiges Manuskriptangebot eines historischen Romans. Dem Päckchen (4,10 Euro) lag ein 42 Jahre altes Buch bei, an welches die Geschichte direkt anschließt und ohne welches das Manuskript wohl nicht zu lesen geht. Sorry, aber so was geht überhaupt nicht.
1.) Informiert euch über das Verlagsprogramm.
Wer sich mein Verlagsprogramm anschaut, sieht dass wir ausschließlich Phantastik bringen.
Ja, ich weiß: Vor 3 Jahren haben wir auch historische Romane bringen wollen - diese Schiene ist aber schon seit Ewigkeiten abgekündigt und nie ein historischer Roman bei uns erschienen.

2.) Informiert euch über den Bedarf.
Ein einziger Blick auf die Webseite hätte es offenbart: [..]haben wir uns entschlossen, bis auf Weiteres keine neuen Manuskript-Angebote mehr anzunehmen.[..]
Und bevor man antiquarische Bücher als Beilage herumschickt, hätte man auch eine EMail schreiben oder ein Telefon zur Hand nehmen können und nachfragen können, ob so etwas überhaupt angebracht ist.
Jetzt habe ich ein Manuskript hier liegen, welches ich sowieso nicht verwerten kann (siehe Punkt 3 und 4) und ein altes Buch, welches ich zeitmäßig auch dann nicht lesen könnte, wenn ich es lesen wollte - und nein, ich werde es garantiert nicht auf eigene Kosten zurückschicken.

3.) Informiert Euch über die rechtliche Lage.
Ich denke, jedem ist klar, dass man keinen Roman von einer Zauberschule schreiben kann, in dem es einen Harry Potter, einer Hermine, einen Ron und einen Bösewicht namens Lord Voldemort gibt.
Nun gut, schreiben darf man ihn schon.
Aber nicht veröffentlichen.
Das trifft auch für nichtauthorisierte Fortsetzungen eines 42 Jahre alten Romans zu, in dem man offene Handlungsstränge sowie die alten Hauptpersonen aufgreift und neue Abenteuer erleben läßt. So etwas DARF man einfach nicht.
Und da gibt es auch keine Diskussionen.
Gegen so etwas gibt es Gesetze - und selbst wenn der Autor wie in dem Falle hier bereits tot ist, haben die Erben 70 Jahre lang ein Anrecht drauf, solches Figurenrecycling zu verhindern.
Meiner Meinung nach ist solch ein Autor ein Leichenfledderer. Nichts anderes, als nach 10 Jahren den Sarg wieder auszubuddeln und dem Toten die goldene Uhr zu stehlen.

4.) Spätestens, wenn ihr ins Anschreiben folgenden Satz reinschreiben müsst:
„Ich habe den Originalroman beigelegt, weil man ihn kennen muss, bevor man in meinen einsteigen kann - er schließt direkt ans letzte Kapitel an.“
Spätestens dann sollten euch Zweifel kommen an dem, was ihr da treibt. Und ihr solltet die nächste große Papiertonne aufsuchen und euer Anschreiben, Expose und Manuskript darinnen versenken.
Kein ernsthafter Verlag kann ein Buch drucken und auf den Klappentext oder ins Vorwort reinschreiben: "Bitte kaufen Sie sich den Roman XYZ - ohne diesen werden Sie keinen Spaß an unserem Roman haben, da Sie kein Wort davon verstehen werden."
Fortsetzungen können Verlage nur dann realisieren, wenn die vorherigen Teile noch lieferbar sind (und nicht etwa nur im Antiquariat zu bekommen sind, wie in diesem Fall) und möglichst sogar nur dann, wenn die vorherigen Teile im eigenen Verlag erschienen sind (aber das ist keine 100%ige Voraussetzung).

5.) Kommt bloß nicht auf dumme Ideen.
Ich habe dem Autor eine entsprechende Absage geschrieben und die auch entsprechend begründet. Ich habe mir sogar die Zeit genommen, die Absage aufs Ausführlichste zu begründen, weil ich nicht will, dass jemand uninformiert in sein Unglück rennt.
Trotzdem kann ja der Autor auf die Idee kommen, so etwas per EBook oder BoD zu veröffentlichen.
TUT ES NICHT.
Ihr tut Euch damit keinen Gefallen. Lasst es auffliegen und Ihr werdet Euch den Rest eures Lebens dumm und dusslig zahlen. Und es wird auffliegen - gerade in Zeiten des Internets.
Wie bei dem "Autor", der tatsächlich meinte über Novum eine Star Trek Geschichte herauszubringen (siehe: http://buch.archinform.net/isbn/3-85251-413-4.htm) und der daraufhin wohl tüchtig Ärger bekommen hat - jedenfalls ist sein Buch nicht mehr im Handel.


Ich hoffe, dieses Verlagsgeplauder beantwortet manche Frage und erklärt vielleicht auch, warum manche Reaktion eines Verlegers oder Lektors so ist, wie sie ist.
Ich wünschen allen Jungautoren viel Spaß am Schreiben und viel Erfolg bei der Verlagsbewerbung.