Titel: Wie Monde so silbern
Autorin: Marissa Meyer
Originaltitel: Cinder
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3551583352
Euro: 18,90
Veröffentlichungsdatum: Juni 2015
Seiten: 384
Serie: Die Luna-Chroniken 01
Come in: Tausch
Inhalt
Die
siebzehnjährige Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und deren beiden
Töchtern. Als der Vater noch lebte, ging es der Familie wesentlich
besser, aber nun verdient allein Cinder als Mechanikerin den
Lebensunterhalt. Eines Tages, kurz vor einem großen Ball, taucht Prinz
Kai an Cinders Marktstand auf und bittet sie um Hilfe bei der Reparatur
seines Droiden.
Wenig später bricht die geheimnisvolle Krankheit auf
dem Markt aus, der niemand gewachsen ist und an der selbst der König
leidet. Auch Cinders kleine Schwester, an der ihr viel liegt, wird krank
und abtransportiert. Die Stiefmutter lässt vor Wut auch Cinder, der sie
die Schuld daran gibt, fortbringen und zu Forschungszwecken
untersuchen. Im Labor trifft die junge Frau auch wieder auf den Prinzen.
Er läd sie ein, auf dem Ball seine Begleiterin zu sein, doch er weiß
nicht, dass Cinder ein Cyborg ist, mehr Maschine als Mensch. Obwohl sie
ihn mag, schlägt sie deshalb aus.
Kurze Zeit später kündigt sich die
Königin von Luna an und verlangt nach der Hand des Prinzen. Doch mit
der Eheschließung würde sie ihren Machtbereich vergrößern und auch die
Bevölkerung der Erde versklaven.
Meyers
erster Band der Luna-Chroniken hat sich schnell weggeschmökert und kann
auch mit einer guten Grundidee glänzen. Aber leider verharrt er, wie
die meisten Jugendromane dieser Tage, zu sehr an der Oberfläche und
wirft mehr Fragen auf, als er klärt. Die Welt, in der Cinder lebt (die
wohlgemerkt die unsrige in einer fiktiven Zukunft ist), wird kaum
gezeigt und die meisten Details werden in wenigen Sätzen abgehandelt.
Wieso Cyborgs, egal wie viel oder eher wenig Maschine sie sind, geächtet
sind, erschließt sich nicht. Auch ein Arbeiter, der die Hand verloren
und dann ersetzt bekommen hat, fiele in das Raster.
Obwohl die
Handlung auf dem bekannten Märchen des Aschenputtels basiert, ist sie
doch etwas vorhersehbar geworden. Wieso der Leser, aber nicht eine der
Figuren auf logische Schlussfolgerungen kommt, bleibt unklar.
Cinder
ist sympathisch gelungen, kann sich aber leider kaum von typischen
Heldinnen eingängiger Jugendromane abheben. Es mag dem Märchen
geschuldet sein, dass diese Prota auch mal ungeschminkt und schmutzig -
in diesem Fall Maschinenöl - herumlaufen darf, aber Ballkleid und Schuhe
stehen schon bereit. Der dazugehörende Prinz taucht gleich am Anfang
auf. Auch hier ungeklärt, wie er überhaupt aus dem Palast und auf den
Markt hat gelangen können, wenn jemand so einfaches wie Cinder ihn mit
nur einem Blick erkennen kann. Denn das dürften dann auch andere.
Natürlich ist er sofort von ihr fasziniert, aber insgesamt treffen sie
zu selten aufeinander und geht die gegenseitige Anziehung viel zu
schnell, um glaubhaft zu sein.
Es ist aber genug Speed im Geschehen
und es wird ebenfalls geschliffen erzählt, ohne unnötig kompliziert zu
werden, so dass die Seiten nur so vorbeifliegen.
Am Ende heißt es
dann tapfer sein, denn offenbar sollte das Märchenende schneller kommen,
als es für die Ideen der Autorin gereicht hat. Sie hätte dafür
vermutlich die ihr vorgegebene Seitenzahl erheblich verfehlt, so dass
das Geschehen quasi mittendrin aufhört und das an einem der Höhepunkte,
der nicht geklärt wird. Ein Blick zum zweiten Teil enttäuscht hier sehr,
denn jedes Buch basiert auf einer anderen Märchenprinzessin und so
setzt die Erzählung nicht nahtlos an den Bruch an.
"Wie Monde so silbern" ist zwischendurch gut weggeschmökert, sollte aber eher geliehen, als gekauft werden.
Die Luna-Chroniken
1. Cinder (Wie Monde so silbern)
2. Scarlet (Wie Blut so rot)
3. Cress (Wie Sterne so golden)
4. Winter (Wie Schnee so weiß)
5. Fairest
http://www.marissameyer.com/
Marissa
Meyer liebt Fantasy, Grimms Märchen und Jane Austen. Sie hat Kreatives
Schreiben mit dem Schwerpunkt Kinderliteratur studiert und lebt mit
ihrem Mann und ihren zwei Katzen in Tacoma, Washington. Die vier Bände
der "Luna-Chroniken" sind ihr Debüt als Schriftstellerin.Die Filmrechte
der Serie wurden laut der Autorin bereits verkauft und derzeit wird nach
einem geeigneten Regisseur gesucht.