Montag, 31. Oktober 2011

Gesetz der Nacht - Jeanne C. Stein


Titel: Gesetz der Nacht
Autorin: Jeanne C. Stein
Originaltitel: Chosen
Verlag: Knaur
ISBN: 3426506858
Euro: 8,99
Veröffentlichungsdatum: August 2011
Seiten: 368
Serie: Anna Strong 06
Come in: Gekauft









Inhalt

Anna Strong ist nun seit beinahe einem Jahr eine Vampirin, arbeitet noch immer als Kopfgeldjägerin zusammen mit ihrem Partner David und sieht sich zunehmend dem Druck anderer ausgesetzt, ihr menschliches Erbe hinter sich zu lassen. Immer öfter entwickelt sie neue Fähigkeiten, auf die sie niemand vorbereitet hat. So ist sie unerwartet in der Lage, das Böse in Menschen, Vampiren oder Gestaltwandlern zu spüren.
Um sich etwas abzulenken, folgt sie ihrer regelmäßigen, vampirischen Affäre Lance Turner nach Palms Springs, wo er ein Haus seiner menschlichen Familie unterhält. Als er sie seinem Erschaffer und Meister Julian Underwood vorstellt, spürt sie sofort, dass etwas mit dem Mann nicht stimmt. Ebenso wie Warren Williams, der ehemalige Polizeichef, sieht Julian die eine Auserwählte in Anna.
Die will damit jedoch nichts zu tun haben. Als einige Anschläge auf sie und ihre Nächsten verübt werden und es dabei auch zu einem Todesfall kommt, muss sich Anna dem Willen der anderen Vampire beugen und beweisen, dass sie dem Platz, den sie nie haben wollte, gerecht werden könnte.
Und ihre Zeit läuft ab, denn der Jahrestag ihrer Vampirwerdung und damit ihrer wahrscheinlichen Krönung rückt unaufhaltsam näher.

Cover

Dem Markt angepasst, ist es trotzdem eines dieser Cover, die nichtssagend in der Masse untergeht, was wirklich schade ist. Greift wirklich jemand neugierig zu, wird im Inneren nicht ausreichend deutlich, dass es sich um einen sechsten Teil und nicht nur um ein sechstes Werk der Autorin handelt. Meine Mutter, die die Serie bisher sehr gern verfolgt hat und nun wissen wollte, wie es weitergeht, ist beinahe darauf hereingefallen (die Reihenfolge wird nicht deutlich).
Der Untertitel hat sich - übrigens auch schon bei Teil 5 - inzwischen in ein einfaches "Roman" geändert, so dass auch dies nicht unbedingt weiterhilft.
Der Titel selbst ist diesmal jedoch absolut passend.

Meinung

Der sechste Band, der in Folge gelesen werden sollte, ist leider Jeanne C. Steins schlechtester Roman innerhalb der Serie geworden. Er dient augenscheinlich dazu, Althergebrachtes gehörig durcheinander zu bringen, teilweise komplett umzuschmeißen und Boden für Neues zu schaffen, eben dazu, aufzuräumen. Dass die Autorin dabei nicht gerade zartfühlend vorgeht, mag noch vergeben werden können. Aber die Sprunghaftigkeit und die zu starken Veränderungen bei fehlender Flüssigkeit im Geschehen, fordern leider doch einiges Stehvermögen des Lesers. Und wer bis hierher gekommen ist, ist sicherlich ein Fan von Autorin und Serie.
Zunächst dreht sich alles um Anna und ihren Liebhaber Lance. Die Beziehung wird gehörig durchgekaut und in den Vordergrund gestellt. Bisher waren Annas Beziehungen eher nebensächlich, hat die gesamte Serie darauf weniger Augenmerk gelegt. Das ändert sich in diesem Band spürbar.
Die neue Fähigkeit unserer Blutsaugerin sorgt zunächst für gehörige Verwirrung. Ohne Vorbereitung durch den Klappentext steht der Leser erst einmal etwas im Dunkeln. Die ohnehin schon übermächtige Anna nun noch eine Spur ober-übermächtiger zu machen, war vielleicht auch nicht gerade ein Geniestreich. Die Figur lebt in erster Linie von ihrer Sympathie, die sie beim Leser aufzubauen vermag. Das resultiert aber nicht durch Kraft und Coolness, wie bei diversen anderen Serien, sondern dadurch, dass Anna menschlich bleibt, mit allen Fehlerchen, die wir Blutsäcke nun einmal so an uns haben. Menschen sind nicht vordergründig Opfer, sondern beinahe ebenbürtig, wenn auch in einer anderen Liga.
Nach diesen anfänglichen Wirrungen schreibt sich die Autorin mehr und mehr ein, als wüsste sie zunächst nicht, wohin Annas Wege führen und mit welchen anderen sie sich kreuzen werden. Als der rote Faden gefunden und aufgenommen wird, geht es rasant zu, die Handlung verdichtet sich ebenso wie die Atmosphäre.
Der Boden des Geschehens bleibt zunächst hügelig, es werden neue Figuren vorgestellt, alte hervorgeholt und auch entsorgt. Das geschieht so unerwartet, dass es beinahe unverzeihlich ist. Schließlich kippt die Geschichte komplett und Anna ist völlig auf sich allein gestellt. Dabei am meisten fehlten mir die bisherigen abgefahrenen Ideen, das, was die Serie in jedem einzelnen Band aus anderen ähnlich gestrickten Storys hervorgehoben hat. Ich weiß nicht, inwieweit gewisse andere Autoren (siehe Danksagung und Widmung) am Schreibprozess beteiligt waren, ich hoffe jedoch sehr, dass Frau Stein zu sich selbst zurückfinden wird. Es wäre schade, wenn ihre Einzigartigkeit verloren ginge.
Schließlich ist der Boden des Geschehens sehr platt. Das Vergangene ist vergangen und es gibt einige Andeutungen, wie es weitergehen könnte. Dabei hat Anna sich sowohl neue Freunde, als auch neue Feinde geschaffen. Das macht natürlich auch Platz für neues Potential, von dem allerdings nicht gang klar ist, inwieweit es ausgeschöpft werden wird.
All diese Kritikpunkte, die neue Situation und Jeanne C. Steins Schreibe sowieso, lassen den siebten Band "Crossroads" beinahe sehnsüchtig erwarten; die Serie bietet Suchtpotential. Dabei spielen auch Hoffnung und Furcht - was hat sich wie geändert - eine große Rolle.


Anna-Strong-Serie:
1. Verführung der Nacht (The Becoming)
2. Lockruf des Blutes (Blood Drive)
3. Dunkle Küsse (The Watcher)
5. Blutrotes Verlangen (Retribution)
6. Gesetz der Nacht (Chosen)
7. Crossroads (August 2011)


Jeanne C. Stein wuchs in San Diego auf, wo auch ihre Anna-Strong-Romane spielen. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann außerhalb von Denver, Colorado. Neben der Arbeit an ihren Büchern gibt sie einen Newsletter für einen Bierimporteur heraus und hält sich durch Kickboxen in Form.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Der deutsche Phantastikpreis 2011


Am 15.10.2011 wurde gegen 19 Uhr der Deutsche Phantastikpreis 2011 verliehen.
Die Fotos (die sich mit einem Klick vergrößern) sind leider alle etwas unscharf geworden, was sowohl an meiner Aufregung, als auch an meinem Lachen lag. Denn auch in diesem Jahr ist es ein richtiges Event geworden. Die Moderatoren Mike Hillenbrand und Thomas Höhl hatten in diesem Jahr nämlich Unterstützung von einem Bühnenzombie namens Dirk. Im wirklichen Leben handelt es sich dabei um einen der Hauptverantwortlichen der Veranstaltung, der ins (Bühnen-)Licht gerückt wurde, weil es offenbar immer wieder Kritik daran gegeben hätte, dass eben jene Verantwortliche nie gebührend genannt wurden.
Zunächst gab es die üblichen einleitenden Worte und schließlich schon die erste Kategorie.

Bester Grafiker:
1) Thomas Thiemeyer
2) Mark Freier
3) Christine Schlicht
4) Arndt Drechsler
5) Ernst Wurdack
Thomas Thiemeyer zeigte sich sichtlich erstaunt über seinen Preis, da er in den letzten Jahren fast ausschließlich als Autor in Erscheinung getreten sei. Zwar begann seine Karriere als Gafiker, doch er hat sich schnell aufs schreibende Handwerk verlegt. Gefreut hat er sich trotzdem ob dieser verspäteten Auszeichnung.


Beste Internet-Seite:
Die Redaktion der Phantastik-Couch freute sich über den Preis und die Anerkennung der gemeinsamen Arbeit. Die, wie die sympathische Dame auf der Bühne betonte, nicht nur ihnen allein gebührte, sondern allen, die an der Website beteiligt sind.

Bestes Sekundärwerk:
1) Nautilus – Abenteuer und Phantastik (Abenteuer Medien)
2) Hither Shore – Jahrbuch der Deutschen Tolkien Gesellschaft (Scriptorium Oxoniae)
3) Magira – Jahrbuch zur Fantasy, Hermann Ritter und Michael Scheuch (Fantasy Club e.V.)
4) phantastisch! (Achim Havemann)
5) Fandom Observer
Einer der Redakteure der "Nautilus" war sehr bewegt und dankte mit herzlichen Worten für den Preis, auch im Namen seiner Kollegen.
Auf dem Foto bewundert der Bühnenzombie die Zeitschrift und versucht, besonders hilfsbereit zu sein und Wasser an die Sprechenden zu verteilen. Einer der Moderatoren versucht ihn fortzulocken.
Später am Abend beglückwünschte ich einen Mitarbeiter des Magazins kurz per SMS und dachte, ich überrasche ihn. Weit gefehlt, er wusste schon bescheid. Der Buschfunk nach Berlin war drei Wochen schneller als ich.

Bestes Hörspiel:
1) R. A. Salvatore: Drizzt 13: Das Vermächtnis (Lausch)
2) Gruselkabinett 44/45: H. P. Lovecraft: Berge des Wahnsinns (Lübbe)
3) Ernst Vlcek & Neal Davenport: Dorian Hunter 10: Der Folterknecht (Zaubermond)
4) Mythos & Wahrheit 5: Dracula (Stimmbuch)
5) Gruselkabinett 40/41: Jane Austen: Northanger Abbey (Lübbe)
Hier leisteten die Moderatoren sich einen Fauxpas, denn sie wussten weder, wer Jane Austen ist, noch wie deren Werk ausgesprochen wird. Schade, man sollte meinen, sie hätten sich angesichts der Nominierung informiert.


Beste Serie:
1) Perry Rhodan (VPM)
2) Richard Schwartz: Das Geheimnis von Askir (Piper)
3) Vampir Gothic (Romantruhe)
4) Mark Brandis (Wurdack)
5) Maddrax (Bastei)
Der Gewinner hier, nicht sehr überraschend, Perry Rhodan. Der Hauptverantwortliche, der sich seit vielen Jahrzehnten mit der Serie auseinandersetzt, wirkte äußerst selbstbewusst und versicherte, im nächsten Jahr auch wieder den Preis entgegen zu nehmen. Drücken wir ihm die Daumen.

Bestes deutschsprachiges Romandebüt:
1) Gesa Schwartz: Grim – Das Siegel des Feuers (LYX)
2) Carsten Zehm: Staub-Kristall (Acabus)
3) Ralph Haselberger: Fast tot (Persimplex)
4) Ales Pickar: In den Spiegeln 1 – Die dunkle Stadt (Vedra)
5) Harald A. Weissen: Begegnung mit Skinner (Sieben)
Glückwunsch in dieser Kategorie an Gesa Schwartz, die aufgeregt und bewegt in einem war und eine sehr lange und mitreißende Rede hielt. Sie sprach davon, dass es etwas ganz Besonderes für sie sei, nicht nur am BuCon teilzunehmen, wie die Jahre zuvor, sondern eben auch diesen Preis zu gewinnen.
Nach ihrer Rede waren sogar die wortgewandten Moderatoren sprachlos und meinten, das sei wohl eine der Reden, die selbst die Sprecherin noch einmal auf Video sehen müsste, um sich zu erinnern, was sie eben gesagt habe.

Bester internationaler Roman:
1) Neil Gaiman: Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard (Arena)
2) Brom: Der Kinderdieb (Pan)
3) Michael Laimo: Dämonenfeuer (Otherworld)
4) Scott Westerfeld: Leviathan – Die geheime Mission (cbj)
5) Iain Banks: Welten (Heyne)
Hier wurde ziemlich gewitzelt, denn leider war niemand der Preisträger persönlich da. Weder Neil Gaiman, noch ein Vertreter des deutschen Verlages Arena. Letzteres fand ich besonders schade.
"Ist hier ein Neil Gaiman? Jemand der Arena heißt? Neil Arena oder Arena Gaiman?"
Weder noch und so ging es weiter im Programm. Die Frage, die ich mir stelle ist, was mit dem Preis geschieht. Wird er an Autor oder Verlag per Post gesendet?

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte:
1) Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser: „Das Herz des Jägers“ (aus: Geschichten unter dem Weltenbaum – Low)
2) Sören Steding: „Frederika und der kleine Zombie“ (aus: Das Buch der lebenden Toten – Evolver)
3) Nadine Boos: „Finja-Danielas Totenwache“ (aus: Die Audienz – Wurdack)
4) Michael Zandt: „Nazi Zombie Holocaust“ (aus: Das Buch der lebenden Toten – Evolver)
5) Gunter Arentzen: „Scham“ (aus: Dark Vampire – Geisterspiegel.de)
Hier gab es zunächst einen Spoiler vom Bühnenzombie Dirk, denn er kam mit zwei Preisen hinter dem Vorhang hervor. So war auch dem letzten Zuschauer klar, wer gewonnen haben musste.
Das Autorenduo freute sich sehr und bedanke sich ebenfalls bei seinem Verleger Torsten Low, der mit roten Wangen aufstehen und sich auf Geheiß der Moderatoren dem Saal vorstellen musste.

Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung:
1) Lothar Mischke [Hg]: Geschichten unter dem Weltenbaum (Low)
2) Hans-Stephan Link [Hg]: Weltentor (Noel)
3) Stefan Cernohuby [Hg]: Von Feuer und Dampf (Arcanum)
4) Geisterspiegel.de: Dark Vampire (Romantruhe)
5) Thomas Fröhlich & Peter Hiess [Hg]: Das Buch der lebenden Toten (Evolver)
Und wieder ein Treffer für den Verlag Torsten Low. Obwohl auch Lothar Mischke hocherfreut war und seinem Verleger dankte, war es doch letzterer, der die Aufmerksamkeit auf sich zog, als er von den Moderatoren immer wieder vorgestellt wurde. Zum Ende mit "Wie sah Torsten Low eigentlich nochmal aus? Steh doch mal auf, Torsten!" Wer jetzt nicht weiß, wie er ausschaut, hat nicht hingesehen.

Bester deutschsprachiger Roman:
1) Markus Heitz: Judastöchter (Knaur)
2) Kai Meyer: Arkadien brennt (Carlsen)
3) Ju Honisch: Jenseits des Karussels (Feder & Schwert)
4) Bernd Perplies: Für die Krone (LYX)
5) Christoph Marzi: Grimm (Heyne)
Nicht sehr überraschend der Gewinner in dieser Kategorie, der siebte Preis hintereinander. Treue Fans, würde ich sagen.
In seiner Rede machte er sich mir nicht gerade sympathisch, als er sinngemäß sagte, dass er sich vor allem deswegen über den Preis freue, weil hier echte Fantasy in Form von Vampiren gewählt werde, und keine kitschigen Glitzervampire.
Zwar sollten mich solche Aussagen nicht mehr stören, weil sie vor allem so unfundiert und unhinterfragt sind, sie tun es aber leider doch. Herr Heitz, so sehr, wie Stephenie Meyer für die Paranormals/ LiRos steht, so sehr ist Fantasy Harry Potter.
Wie auch immer, der Saal hat frenetisch applaudiert.

Was ich aber am meisten daran bedauere ist der Umstand, dass es mittlerweile sogar zwei Neugründungen von (deutschen) Phantastikvereinigungen gibt, die das Genre aus seiner Nische herausheben und zu mehr Anerkennung führen sollen. Aber noch im gleichen Atemzug genau das, was sie verteufeln, selbst tun.
Leute, das, was man selbst nicht bereit ist zu geben, ist nicht unbedingt die beste Voraussetzung für einen Kampf gegen Windmühlen.
Wir sind Phantastikbegeisterte und zumindest ich dachte bisher, dass wir damit besonders offen gegenüber Anderem sind. Zu sehen, wie nun auch die Mehrzahl der Genreanhänger mit den gleichen Scheuklappen durch die Welt gehen, wie es die Feuilletonisten tun, tut mir in der Seele weh.
Und so gab es eben auch diesen großen Wermutstropfen für mich an diesem Abend.

Insgesamt eine sehr schöne Veranstaltung, die ich trotz allem gern besucht habe. "Die Buchmesse in Frankfurt ist für die Masse, der BuCon ist für die Familie." (Moderator der Preisverleihung)
Noch während des Cons erkannte ich aber bereits, dass ich mich von der Mehrheit der Teilnehmer entfernt habe und auch die Preisverleihung zeigte mir, dass ich wohl das letzte Mal nach Dreieich gefahren bin.
Die Familie ist zu eng zusammengewachsen, als dass es neue Impulse geben oder diese, in welcher Form auch immer, angenommen würden. Es wird Zeit für einen Wechsel, denn Stillstand bedeutet Tod. Vielleicht liegt auch gerade in diesem Detail der Umstand dessen, dass die Familie nicht wächst, da neue Familienformen nicht angenommen und von vornherein ausgeschlossen werden. Die Definition der Phantastik müsste dabei ebenso neu überdacht werden, wie die (einzelnen) Kriterien der Preisverleihung des Deutschen Phantastikpreises.
Meine Bitte an alle Phantastikfreunde: In die Zukunft schauen, nicht in der Vergangenheit leben.

Fotos mussten aus rechtlichen Gründen leider entfernt werden.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Der Buchmesse Convent in Dreieich 2011


Am 15.10.2011, dem Samstag der Frankfurter Buchmesse, fand zum 26. Mal der Buchmesse Con statt. Der? Ja, obwohl das nur eingefleischte Fans und Besucher verwenden.
Die Erklärung dazu ist ganz einfach und stammt von Roger M. persönlich: "Das ist eine Streitfrage, die das deutsche Fandom seit Jahrzehnten und ganz besonders seit Aufkommen der MediaCons wie FedCon oder RingCon in zwei Hälften spaltet.
Literaturbezogene Con sind schon immer "der", das "die" schwappt durch jüngere Fans von den MediaCons herüber. Dürfte wohl eine Frage des Generationswechsels sein, bis sich das "die" durchgesetzt hat. BuCon, ColoniaCon, GarchingCon, Perry-Rhodan-WeltCon und DreieichCon sind aber schon immer "der" gewesen. Es ist zwar "die" Convention, aber in unserem Falle "der" Buchmesse Convent, wie das Event offiziell ausgeschrieben heisst."

Die Anreise aus Berlin gestaltete sich in diesem Jahr nicht ganz so einfach, da einige Anonyme meinten, Brandanschläge auf die Gleise der Bahn verüben zu müssen. Nach erheblicher Verspätung ging es aber doch unbeschadet Richtung Frankfurt, wo wir in einem Hotel abstiegen, in dem es laut Aussage eines Einheimischen Tradition ist, seinen Leichenschmaus nach einer Beerdigung einzunehmen.
Für das lockere Beisammensein am Abend vor dem Con waren wir aber schließlich zu müde und entschieden uns dagegen.
Gegen 10.30 Uhr am Con-Tag checkten wir ein und bekamen sogleich unsere Con-Tüten ausgehändigt, mit denen wir uns im noch recht leeren Saal hinsetzten und hineinsahen. Außerdem galt es den breit gefächerten Programmplan abzuchecken und gemeinsame Veranstaltungen anzukreuzen. Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, denn mit stündlichen vier zeitgleich stattfindenden Veranstaltungen war die Auswahl enorm.
Aber nur wenige Minuten später gab es die ersten bekannten Gesichter zu entdecken, wie in etwa den Verlag Torsten Low mit eigenem Verlagsmaskottchen, das mit seinen inzwischen fünfzehn Monaten schon ziemlich erwachsen wirkt.
Ebenfalls fiel mir eine junge Frau in Steampunkkostüm auf, die ich meinte, schon einmal gesehen zu haben. Weil sie noch recht allein durch den Raum wanderte, sprach ich sie schließlich an und es stellte sich heraus, dass es sich um Miss Alexia Steampunk handelte.
Meine Begleiterin hatte noch nie etwas von "Steampunk" gehört und war angesichts unseres Gespräches über den selbstgemachten Schmuck und andere Kostümdetails etwas verwundert. Da der Verlag FederundSchwert bereits aufgebaut war, schlenderten wir kurz hinüber und Alexia gab mir einige Tips bezüglich der Bücher von Ju Honisch. Andere des Verlages habe ich nämlich schon (sehr gern) gelesen. Unter anderem auch "Das mechanische Herz", das ich jedem Steampunk-Begeisterten ans Herz legen möchte.

Und dann war es auch schon Zeit zur ersten Lesung zu gehen. Der Verlag Torsten Low stellte sich und einige der neueren Werke um 11 Uhr im Hangardeck vor. Die beiden Autoren Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser lasen aus ihrer Geschichte "Das Herz des Jägers" (aus: Geschichten unter dem Weltenbaum) vor, die später am Abend den Deutschen Phantastikpreis in der Kategorie "Beste deutschsprachige Kurzgeschichte" gewinnen sollte.
Der Verleger ließ sich auch einige Zukunftsdetails entlocken. So wird im nächsten Jahr der Autor Mark Staats einen Fantasyroman bei ihm veröffentlichen, der in der Tradition von Terry Pratchett stehen soll, also voller Humor steckt. Man darf gespannt sein, ob Herr Staats halten kann, was er versprochen hat; Übung hat er jedenfalls schon, denn auch sein Roman "Bettina Müller: Werwölfin mit Sexappeal" ist nicht so ganz ernst zu nehmend zu lesen.
Danach gab es auch schon eine kurze Szene aus dem neuen Roman zu lesen, stilecht mit Schwertern und verstellten Stimmen.

Die zahlreichen Zuhörer waren begeistert. Ebenso von Vanessas toller Lesestimme, die zumindest bei mir viel Eindruck hinterlassen hat.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Geisterflut - Stacia Kane


Titel: Geisterflut
Autorin: Stacia Kane
Originaltitel: Unholy Ghosts
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 3802583566
Euro: 9,95
Veröffentlichungsdatum: Februar 2011
Seiten: 399
Serie: Chess Putnam 01
Come in: Gekauft







Klappentext/Inhalt

In einer Welt, in der die Geister der Toten auferstehen und die Lebenden verfolgen, sind Geisterjäger sehr gefragt. Chess Putnam besitzt magische Kräfte und die Fähigkeit, Geister zu bannen. Ein Job, der ihren Lebensunterhalt sichert, aber nicht genug abwirft, um ihre Schulden bei dem Drogenboss Bump bezahlen zu können. Dieser zwingt Chess dazu, einen gefährlichen Auftrag anzunehmen. Ein Unbekannter bedient sich schwarzer Magie, um Dämonen zu beschwören und dunkle Energien zu entfesseln, die eine ganze Stadt vernichten könnten. Chess muss all ihre magischen Kräfte aufwenden, um dem Schuldigen auf die Spur zu kommen.

Cover

Über das Cover lassen sich im Buch leider keine Angaben finden. Defintiv ein sehr ansehnliches Bild, das eine Menge verspricht. Das Schwert ist im Bezug zum Inhalt fehlplatziert.

Meinung

Das erste Mal stieß ich auf Autorin und Bücher auf Karen Marie Monings Blog und sah kurz darauf erfreut, dass Buch 1 demnächst auf Deutsch erscheinen würde. Unter dem Beitrag dazu meldete sich die Autorin und nach einem kurzen E-Mailgeplauder, erklärte sie sich zur Beantwortung einiger weniger Fragen bereit. Nachzulesen hier.
Ich weiß nicht, ob es für jedes Buch einen richtigen Zeitpunkt gibt, aber "Geisterflut" habe ich leider nach 237 (von 399) Seiten abgebrochen. Obwohl ich mehrmals - nach unglücklichen Muss-Unterbrechungen - neu angesetzt habe, war es mir letztendlich nicht möglich, das Buch zuende zu lesen. Ich werde es jedoch behalten und wer weiß ...
Es war schwierig so richtig ins Geschehen hineinzufinden, da die Grundidee zwar nicht komplex ist, aber doch erst einmal verstanden werden will; warum gibt es Geld, wenn da kein Geist ist? Die Ausgangslage jedoch ist perfekt. Die Geister haben sich erhoben und müssen eingefangen und in einen riesigen Bunker gesetzt werden, wenn die Lebenden in Frieden ihren Tätigkeiten nachgehen wollen. Dazu braucht es speziell ausgebildete Leute und Chess gehört dazu. Dabei blickt sie jedoch auf keine glückliche Kindheit zurück, die sie sehr geprägt hat. Und zu diversen Pillen gebracht, die es ihr erleichtern sollen, mit sich selbst klar zu kommen. Fazit? Eine Heldin, wie es sie garantiert nicht oft gibt. Kein Perfektionismus, keine rosa Brille, kein Superheldentouch.
Aber trotzdem irgendwie ein guter Mensch, denn obwohl sie zu dem einen Auftrag genötigt wird, eröffnet sich ihr dort ein weiterer, den aber sicher niemand je bezahlen wird und den sie dennoch annimmt.
Dabei trifft sie immer wieder auf zwei Männer, die ihr näher kommen möchten. Wirklich romantisch wird es nie, wer jedoch genau hinsieht, wird trotzdem auf seine Kosten kommen.
Die Lage spitzt sich während Chess' Nachforschungen immer weiter zu, was für Spannung sorgt, die Feinde die ihr nachstellen, heben zusätzlich den Actionanteil.
Doch so wirklichen Zugang habe ich leider nicht finden können. Im Original soll es einen für die Stadt sehr typischen Slang geben, der wahrscheinlich schwierig zu übersetzen gewesen ist. Er schlägt sich im Deutschen in unvollendeten Wörter (nicht/nich) nieder und kann so leider nicht so wirklich herausgearbeitet werden.
Chess ist auch oft mit sich allein und tut etwas, was zwar mitunter nicht weniger spannend ist, als wäre sie in Gesellschaft, es zieht sich leider trotzdem irgendwie.
Kein schlechter Roman, aber Konzentration und der Sinn für mal etwas anderes gehören defintiv dazu.

Für Verunsicherte empfehle ich Evis (Zwillingsleiden) Serienüberblick, der nicht nur sehr detailliert daherkommt, sondern umfangreich und von den Büchern überzeugt.


Chess Putnam/ Downside Ghosts:
1. Geisterflut (Unholy Ghosts)
2. Seelenzorn (Unholy Magic)
3. Geisterstadt (City of Ghosts)
4. Sacrificial Magic (Februar 2012)
5. Untitled/ noch ohne Titel
6. Untitled/ noch ohne Titel
(Laut Autorenhomepage)


Stacia Kane lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in der Nähe von Atlanta. Ihre Karriere als Schriftstellerin begann sie 2008 mit dem Urban-Fantasy-Roman Personal Demons. Derzeit arbeitet sie an der Fortsetzung ihrer Geisterjäger-Serie.

Montag, 24. Oktober 2011

Urlaubsimpressionen in Bildern


Sonnenstandsmesser. Am Berg trainiert gern mal Schalke.
Hier wird Wurst gemacht! Wahrzeichen der Stadt Herten.
Wasserschloß Herten mit weitläufigem Park.


In einer Altstadt irgendwo im Ruhrgebiet.
Burg Vischering. Auch innen sehenswert.
Wir sind geradeso ungeschoren davon gekommen.
Welche verzauberte Maid wohl dieser Stock einmal war?

Sollte man sich nicht entgehen lassen!
Ein Leben unter Tage: Tobi das Pferd.
Die Römer haben das Gebiet stark geprägt, was nicht nur die zahlreichen Funde belegen, sondern auch Ortsnamen. Das Römermuseum in Haltern war insgesamt leider etwas enttäuschend, für Kindergruppen ist jedoch alles zum anfassen und mitmachen.
Das Museum für Archäologie dagegen ist eines der schönsten und am lebendig gestaltesten in denen ich in den letzten Jahren gewesen bin. Von der Frühzeit bis hin zum zweiten Weltkrieg macht man einen langen Rundgang durch das regionale Gebiet. Die Frauengräber der Bronzezeit waren sehenswert, auch eine Daniela war darunter.
Alles weitere auf den obigen Bildern. Wir wollten Tobi retten, aber das brauchten wir nicht, er war nur ein verkleideter Lautsprecher. Die Stollen jedoch waren alle recht eng.

Samstag, 15. Oktober 2011

Buchmesse Convention (BuCon) in Dreieich


Im Jahr 2011 wird die (die Veranstalter bestehen auf einem "der", ich verstehe nur (noch) nicht warum) BuCon zum 26. Mal stattfinden. Sie ist "(...)das unabhängige, zentrale Treffen der deutschsprachigen, literarischen Phantastik-Szene am Buchmesse-Wochenende im Rhein-Main-Gebiet und gleichzeitig die führende Convention für phantastische Literatur in Deutschland."
Obwohl der Zeitpunkt für Besucher reichlich ungünstig gewählt ist, verbirgt sich doch ein glaubhafter Grund dahinter: "Während die Buchmesse dazu da ist, die Verlage und ihre Bücher allgemein zu präsentieren, geht es hier um etwas anderes: Der BuCon ist nämlich eine Veranstaltung von Fans für Fans. Speziell geht es bei uns um die phantastischen Genres, namentlich Science Fiction, Fantasy, Mytery und Horror.
Der BuCon sieht sich als eine sinnvolle Ergänzung zur Buchmesse." (Quelle)
Neben vielen Lesungen, Vorträgen, Ständen und Spaß wird auch der undotierte "Deutsche Phantastik Preis" verliehen.
Überraschungen erwarte ich auch in diesem Jahr nicht. Schön jedoch, dass "Geschichten unter dem Weltenbaum" zweimal nominiert wurde. Meine Meinung dazu HIER.
Auch wenn die für die Kategorie "Beste deutschsprachige Kurzgeschichte" nominierte Story nicht zu meinen persönlichen Favoriten zählte, so gab es keine schlechten Geschichten in der Anthologie. ;-)

In diesem Jahr "(...)haben wir die große Ehre, gleichzeitig Jahres-Con des Science Fiction Clubs Deutschland e.V. zu sein (...).Neu hinzu kommt u.a. die Verleihung des (dotierten) "Deutschen Science Fiction Preises", die Lesungen der Preisträger und am Sonntag die Hauptversammlung des Vereins."
Tolle Sache und hoffentlich klappt es, dass ich dort einigen anderen bloggenden Phantastikbegeisterten über den Weg laufe.

BuCon 2009: Bericht HIER
Verleihung des Deutschen Phantastikpreises 2009 HIER

Die Bilder mussten aus rechtlichen Gründen 2018 leider alle entfernt werden.

Freitag, 14. Oktober 2011

Schattentochter - Erin Kellison


Titel: Schattentochter
Autorin: Erin Kellison
Originaltitel: Shadow Bound
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 3802584716
Euro: 9,99
Veröffentlichungsdatum: August 2011
Seiten: 381
Serie: Zwielichtlande 01
Come in: Gekauft







Inhalt

Adam Thorne, Sprössling einer einflussreichen und sehr begüterten Familie hütet ein dunkles Familiengeheimnis. Seinen Bruder. Nachdem dieser sich in einen Schatten verwandelt hat, einen Körper, der eigentlich nicht mehr leben dürfte und absolut böse geworden ist, brachte er die Eltern auf grausame Weise um.
Seit fünf Jahren schließt Adam seinen Bruder nun in einem abgelegenen ehemaligen Hotel weg, hat ein Team von Wissenschaftlern und Wachleuten um sich geschart und versucht, seinen Blutsverwandten zu töten. Nicht so einfach, wo dieser schon tot ist.
Eines Tages stösst er auf die Doktorarbeit von Talia O'Brian, in der sie den Schattenmann erwähnt, den er für den Zustand seines Bruders verantwortlich macht. Er holt die junge Frau, die ihn vom ersten Augenblick an fasziniert, in sein Haus. Auch sie wird von Schatten verfolgt und schwebt in Lebensgefahr. Was er nicht ahnt ist, dass sie selbst einige dunkle Familiengeheimnisse hütet. Denn sie ist nur zur Hälfte ein Mensch und der Schattenmann ihr Vater.

Cover

Angaben zum Cover lassen sich dem Buch leider nicht entehmen. Leider steht es in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches, ist aber dennoch sehr ansehnlich.

Meinung

"Schattentochter" ist einer der wenigen Romane, von denen ich deutlich abraten muss.
Zunächst einmal funktioniert die Grundidee der Geschichte nicht. Was die Zwielichtlande sind, wird nicht näher beleuchtet. Sie sind scheinbar mehr als das einfache Totenreich, denn auch Dämonen wandeln darin.
Talia stellt sich aufgrund ihres väterlichen Erbes als Banshee heraus - ich verrate hier übrigens keine tiefen Geheimnisse des Buches, ihr Erbe wird schon im Prolog geklärt. Jedoch gab es in der Mythologie nie nur eine davon, ihr Vater jedoch musste einsam und schließlich monogam leben, wie also entstanden die anderen Banshees? Im Buch gibt es nur Talia, die dieses einzigartige (?) Talent besitzt, es wird auch hier nichts weiter geklärt.
Das ist überhaupt ein großes Manko des Buches. Dem Leser wird eine Information hingeworfen, die er so annehmen muss, ohne Einzelheiten oder zumindest halbwegs logische Erklärungen.
Talia ist eine junge, sechsundzwanzigjährige Frau, die seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr allein klarkommen musste. Wie genau sie das getan hat, wird nicht geklärt, aber sie hat es immerhin zu einem Doktortitel gebracht und flieht seit vielen Jahren erfolgreich vor den Schatten. Von so einer Heldin, möchte man meinen, sollte es viel zu erwarten geben. Leider weit gefehlt. Talia ist eine derart passive Heldin, dass es zum Haare raufen ist. Sie ist nicht fähig, auch nur einen Schritt allein zu machen und muss beständig von Adam (vorzugsweise) oder einem seiner Leute gerettet werden. Auch ihre Handlungs- und Denkweisen machen sie nicht gerade symphatischer. Das ganze gipfelt in einer Szene, in der sie und Adam in einem Fahrstuhl nach unten fahren, wohl wissend, dass ihre Feinde dort auf sie warten. Statt sich vorzubereiten, legt sie ihren Kopf an seine Schulter und er kann sehen, wie er sie beide da lebend heraus bekommt.
Die Handlung dreht sich im Prinzip nur um eines: Talia und Adam können sich nicht vertrauen, aber irgendwie auch nicht die Finger voneinander lassen. Hinzu kommt, dass sich beide nicht für würdig für den jeweils anderen befinden.
So kommt es, dass das Geschehen lange nur an einem Ort spielt, es eher sinnlose Aktionen und nichtssagende Dialoge gibt. Nebenfiguren, die die Handlung nicht voran treiben und später keine Rolle mehr spielen, werden ausreichend vorgestellt.
Ein weiteres Manko: Ein Klischee jagt das nächste - Augenrollen vorprogrammiert.
Schließlich kommt es zum ersten Kuss und zum actionlastigen Teil des Romans. In völlig unangebrachter Weise finden Talia und Adam immer wieder zusammen. Das könnte einen romantischen Hintergrund bieten, aber ihre leidenschaftlichen Szenen sind so deplatziert, dass man sie am liebsten überblättern würde. Hinzu kommt, dass es beiden wenige Sekunden nach dem erotischen Beisammensein schon wieder leid tut und ihnen einfällt, dass sie ja ohnehin niemals ein Paar werden können.
Danach wird die Handlung fahrig, wirkt so, als wären einzelne Details und "Stationen" im Moment des Schreibens erdacht und schnell abgehakt worden.
Warum ich weiter gelesen habe? Es klingt gemein, aber ich wollte tatsächlich sehen, wie schlecht es noch werden kann. Ich hatte mich etwa einhundert Seiten vor Ende nicht geirrt, denn das Ganze spitzt sich beim Endkampf tatsächlich noch einmal zu.
Die platten, sehr eindimensionalen Charaktere schaffen es trotz spannender Ausgangslage nicht, ein zufriedenstellendes Ende zu bieten. Das Happy End wirkt nicht glaubhaft. Der Epilog klärt keine der anfänglichen Fragen und verwirrt noch einmal kräftig drauf.
Band 2 "Schattentanz" wird im Februar 2012 auf Deutsch erscheinen. Es wird ein neues Heldenpaar geben. Und das obwohl die Grundidee nicht für mehrere Bände ausgelegt und geschaffen ist.
Wie es so ein unausgegorener Roman in die deutsche Übersetzung geschafft hat, ist mir absolut unverständlich.


Erin Kellison hat englische Literatur und Kulturanthropologie studiert. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Arizona.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Affinity Bridge - George Mann


Titel: Affinity Bridge
Autor: George Mann
Originaltitel: The Affinity Bridge
Verlag: Piper
ISBN: 3492702384
Euro: 16,99
Veröffentlichungsdatum: September 2011
Seiten: 512
Serie: Newbury/Hobbes Investigations 01
Come in: Vom Verlag








Inhalt

Sir Maurice Newbury, Wissenschaftler und Agent der Krone, bekommt von Königin Victoria höchstpersönlich einen heiklen Auftrag. Ein Luftschiff mit einem entfernten Mitglied der königlichen Familie an Bord ist abgestürzt und hinterlässt keine Überlebenden. Die höchste Würdenträgerin Englands besteht auf einer lückenlosen Aufklärung des Falles.
Währenddessen breitet sich in den unteren Schichten Londons eine geheimnisvolle Krankheit aus, die die Betroffenen in willenlose und aggressive Zombies verwandelt. Die Ordnungshüter und der Adel stehen dem Problem machtlos gegenüber.
Zusammen mit seiner Assistentin Veronica Hobbes muss Newbury sich beiden Fällen stellen und gerät dabei nicht nur zwischen alle Fronten, sondern deckt ein Geheimnis auf, das ihn in Lebensgefahr bringt.

Cover


Es finden sich leider keine Angaben im Buch dazu, wer das Cover oder den Umschlag gestaltet hat. Das ist schade, denn der Roman ist grandios aufgemacht. Wer ein Geschenk sucht, mit dem Eindruck hinterlassen werden soll, darf beruhigt zugreifen - das wird es nämlich.
Klappenbroschur, auch im Inneren farblich gestaltet. Die Textseiten sind mit einem kleinen Flugschiff verziert immer wenn ein neues Kapitel beginnt. Die Schrift ist äußerst angenehm zu lesen.
Leider ein englischer Titel bei deutscher Übersetzung.

Meinung

George Mann hat einen zwar unterhaltsamen, aber leider eher mittelmäßigen Steampunkroman geschrieben. Obwohl viel Action geboten wird, kommen die Charaktere leider sehr kurz, was zu einer spürbaren Oberflächlichkeit der gesamten Geschichte führt. Das macht jedoch insofern nichts, als dass die Elemente, die das Steampunk-Genre ausmachen, spürbar und glaubhaft eingebaut wurden. Und auch, dass die zahlreichen Kämpfe und Verfolgungsjagten das Geschehen lebendig und den Leser bei der Stange halten.
Die Handlung lässt sich nach dem Prolog zunächst sehr gut an, kann ihr Niveau aber leider nicht halten. Eine ganz wichtige Rolle nehmen dabei die Protagonisten ein.
Newbury ist ein zwar etwas schüchterner, aber immerhin ein Alleskönner. Er ist sehr gebildet und auch körperlich in Topform, so dass es ihm nichts ausmacht gegen Zombies zu kämpfen oder zwecks Verfolgung eines Flüchtigen auf ein öffentliches Verkehrsmittel zu springen. Weichgezeichnet wird er durch eine Drogensucht, die im Hintergrund steht und seine Zuneigung zu Veronica.
Seine Vergangenheit liegt komplett im Dunkeln. Weder erfährt der Leser wie er zum Agenten wurde, noch wird seine Wissenschaftslaufbahn erläutert. Wo geboren und von wem, gibt es Familie oder einfach kleinere Sünden (oder "Leichen im Keller") - das alles fehlt.
Seiner Assistentin Veronica ergeht es nicht besser. Zwar erfährt man von ihrer Schwester - die eine reichlich merkwürdige Rolle einnimmt, die ebenfalls (noch?) nicht ganz geklärt wird - und den gemeinsamen Eltern, aber auch hier wird keine Biografie nachgereicht. Denn diese Emma Peel lüpft gern mal ihren Rock um Türen einzutreten und benimmt sich generell nicht wie eine Frau um 1900 das getan hätte. Was natürlich wieder einen eigenen Reiz ausmachen würde, wenn der Leser mehr von der jungen Frau erfahren dürfte. Wo wurde sie ausgebildet? Wer sind ihre Eltern, wie kam sie zu Newbury, der es ja eigentlich nicht so mit Frauen hat? Der Cliffhanger am Ende des Buches ist dabei nicht hilfreich, weil er mehr Fragen provoziert als klärt.
Da Newbury eine gewisse Affinität für Veronica entwickelt (auch wenn man genau hinsehen muss, um das zu bemerken) und dies in den Folgebänden sicher ausgebaut und als Konfliktpotential genutzt wird - wenn auch eher auf weiblicher Seite - muss einfach mehr Hintergrund und damit Personality her! Sowohl bei den Charakteren, als auch in der gesamten Schreibe. Das ist bisher nichts Halbes und nichts Ganzes.
Was dem Autor jedoch gelungen ist, ist das Worldbuilding des Steampunk. Nicht nur, dass ganze Luftschiffe und deren Fabrikhallen bildlich dargestellt werden, auch Gerätschaften aus dem Alltag halten die Umgebung lebendig. Ob es sich dabei um dampfbetriebene Straßenbahnen handelt oder roboterähnliche Diener, spielt keine Rolle. Leider wird trotzdem weder dadurch noch durch nebelverhangene Straßen mit ihren Gaslampen oder die ziemlich lasche Krimihandlung Atmosphäre aufgebaut.
In der Planung kann der Roman daher zwar grundlegend überzeugen, in der Umsetzung jedoch leider nicht.


Newbury/Hobbes Investigations:
1. The Affinity Bridge (Affinity Bridge)
2. Osiris Ritual
3. Immorality Engine


George Mann ist Autor zahlreicher Drehbücher für die TV-Serie »Doctor Who«, phantastischer Romane und Erzählungen. Mit seiner Steampunk-Reihe um die Ermittler Newbury und Hobbes führt er uns in ein magisches London voller dunkler Geheimnisse.
George Mann lebt mit Frau und Kindern in England.

Dienstag, 11. Oktober 2011

(Neu) The Real Werewives of Vampire County






Am 25. Oktober 2011 wird eine (englische) Anthologie erscheinen, die einen ziemlich abgefahrenen Titel trägt. Allein dadurch in mein Visier geraten, vespricht sie auch inhaltlich eine ganze Menge.


"Where Darkness Lives" by Alexandra Ivy - No one's more surprised than Sophia when she's struck by an unfamiliar maternal urge to move near her daughters. But instead of being greeted by a welcome committee, she's targeted by kidnappers...and saddled with a gorgeous bodyguard on a mission to protect - and seduce...

"Murder on Mysteria Lane" by Angie Fox - When a werewolf trophy wife is found dead in Vampire County, Heather McPhee goes undercover to investigate. Heather's never been a mascara-and-manicures sort of girl, but she's willing to learn. Especially with sexy vampire detective Lucien Mead posing as her husband...

"What's Yours is Mine" by Jess Haines - Still Waters is like many other exclusive gated communities - except that it's home to one of the largest werewolf packs in the state. But Tiffany Winters isn't frightened of her big, bad new neighbours. In fact, she intends to take her place among the pack...

"Werewolves in Chic Clothing" by Tami Dane - Ever since Christine Price moved in with her fiance, Jonathan, and his twelve-year-old son, she's worked hard to fit in with a cadre of local women whose lives seem picture-perfect. Except no one in Jon's upscale neighbourhood is quite who they appear to be. Least of all Jon...


Alexandra Ivy lässt die Leser auf ihrer Homepage in Form eines Excerpts in ihre Geschichte reinschnuppern.

Angie Fox hat DIES HIER zur Anthologie zu sagen.

Was Jess Haines zu ihrer Geschichte meint, kann in ihrem Forum nachgelesen werden.

Bei Tami Dane erfährt man lediglich etwas von der Existenz der Antho.

Montag, 10. Oktober 2011

(DVD) Adèle und das Geheimnis des Pharaos


Titel: Adèle und das Geheimnis des Pharaos
Regisseur: Luc Besson
Darsteller: Louise Bourgoin, Mathieu Amalric, Gilles Lellouche
Sprachen: Deutsch, Französisch
Euro: 9,95
Veröffentlichungsdatum: April 2011
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spieldauer: 102 Minuten
Serie: Wahrscheinlich nein
Come in: Gekauft




Inhalt

Adèle Blanc-Sec ist zwanzig Jahre alt, als ihre Zwillingsschwester Agathe einen folgenschweren Unfall erleidet und sterbenskrank wird. Seitdem versucht sie, ein Heilmittel oder einen genialen Arzt aufzutreiben, der sie wieder zum Leben erweckt. Dieses Genie glaubt Adèle nun in der Mumie Patmosis, des einbalsamierten Leibarztes von Ramses II., gefunden zu haben und macht sich auf nach Ägypten.
Derweil erwacht in ihrer Heimatstadt Paris ein viele Millionen Jahre alter Flugsaurier zum Leben und macht die Menschen nervös. Das ruft die Oberen auf den Plan und ein Großwildjäger wird aus Afrika herbeigerufen, der von Inspektor Léonce Caponi begleitet wird.
Zurück in Paris, mit Patmosis, stolpert Adèle über die Zeitungsnachricht, dass der einzige, der ihr dabei helfen kann, die Mumie zu erwecken in der Todeszelle sitzt. Jetzt muss sie zeigen, was sie kann ...

Zusatz-Features/Bild/Ton

Probleme gibt es mit dem Ton, nicht alles ist gut verständlich. Gerade Adéle spricht oft so schnell und leider auch leise, dass ihre Sätze oftmals nicht zu hören sind.
Es gibt einige Zusatzfeatures wie Interviews und Making Ofs. Leider sind die Untertitel - das ist ein französischer Film - nur in der jeweils ersten Zeile zu lesen, die andere darunter wird nicht angezeigt. Darum lassen sich diese Dinge auch nicht genießen, weil schlicht und ergreifend die Hälfte unverstanden am Zuschauer vorbeirauscht.
Cover und Titel des Films sind übrigens recht irreführend. Die Handlung spielt nur einen sehr kleinen Teil in Ägypten und die Mumie(n) haben nicht viel zu melden. Viel mehr muss die Heldin in Paris mit den merkwürdigsten Abenteuern zurecht kommen.

Meinung

Der Film basiert auf einer Achtzigerjahre-Comicreihe von Jacques Tardi, der auch zum Filmset geladen war. Wirklich glücklich sah er nicht aus, aber vielleicht mochte er auch nur die auf ihn gerichtete Kamera nicht. Im Interview bekannte er, dass er einige Zugeständnisse an die Verfilmung hatte machen müssen.
Der Film unterhält zunächst großartig, wenn man über manch Skurriles und einen etwas anderen Humor hinwegsehen kann, wird aber wohl kaum im Gedächtnis verhaftet bleiben. Das ist schade, denn die Geschichte birgt viel Potential in sich.
Adèle ist eine entschlossene und sehr energische Person, die von Louise Bourgoin gut eingefangen und dargestellt wird. Im Comic mag sie nicht ganz so modern und gutaussehend dargestellt worden sein, für Hollywood ist das aber leider nicht zu vermeiden (wohl ebenso wie die Nacktszene). Ab und an wirkt eine Szenerie übertrieben und überreizt - ich denke da vor allem an die Gefängnisbefreiung des Professors. Die junge Frau so oft und in verschiedenen Kostümierungen hineinzuschicken mag witzig anmuten, war letztendlich jedoch zu viel des Guten, weil die Aktion keine Schlüsselrolle beinhaltet.
So bekommt man als Zuschauer den Eindruck, dass Filmemacher und Schauspieler nicht so recht wussten, ob sie eine ernst zunehmende oder eher skurril-witzige Geschichte erzählen sollten. Beide Elemente sind zu finden und es dauert hier und da, ehe man begreift, was in welcher Szene hervorgehoben werden sollte.
Der Film ist ab zwölf Jahren freigegeben, was nur folgerichtig ist, da es einige Bilder gibt, die sogar mich (meist vor Ekel) dazu veranlasst haben, mir die Hände vor die Augen zu halten.
Die meisten Charaktere sind gut besetzt und eingefangen, auch wenn manche Nebenfigur nicht ganz schlüssig, einfach in ihrem Vorhandensein, erscheint. Die Mumie des Patmosis ist gelungen, aber so seltsam wie alles andere um ihn herum auch.
Handlungstechnisch geht es hoch her, Adèle bekommt einiges zu tun, was vergnüglich anzuschauen ist. Aber vielleicht merkt man meiner Schreibe inzwischen an, wie unentschlossen in meiner Meinung ich bin. Ich nehme an, dass der Film einfach Geschmackssache ist.
Ich fühlte mich unterhalten, glaube aber nicht, dass ich mir den Film in absehbarer Zeit noch einmal ansehen werde.

Samstag, 8. Oktober 2011

Licht und Schatten - Jackie Kessler/Caitlin Kittredge


Titel: Licht und Schatten
Autorinnen: Jackie Kessler/Caitlin Kittredge
Originaltitel: Black and White
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 380258354X
Euro: 9,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2010
Seiten: 539
Serie: Das Ikarus-Projekt 01
Come in: Gekauft







Klappentext/Inhalt

Während ihrer Ausbildung an einer Eliteakademie für Superhelden waren Callie Bradford, Codename Iridium, und Joannie Greene, Codename Jet, beste Freundinnen. Inzwischen sind sie jedoch verfeindet bis aufs Blut. Während Jet ihre übermenschlichen Kräfte dazu benutzt, die Einwohner von New Chicago zu beschützen, ist Iridium die Herrin der Unterwelt der Stadt. Unterdessen braut sich großes Unheil über New Chicago zusammen, und Jet und und Iridium finden sich inmitten eines Mahlstroms der Intrigen wider, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse mehr und mehr verschwimmen.

Cover

Angaben darüber, wer das Cover angefertigt hat, finden sich im Buch leider nicht. Es ist auf jeden Fall ein Hingucker, der mich zum Kauf animiert hat. Allerdings auch etwas speziell, für Liebhaber eben.

Meinung

Ich habe das Buch auf Seite 305 (von 539) abgebrochen. Da das schon vor einigen Monaten der Fall gewesen ist und ich keinen Zugang mehr zum Geschehen gefunden habe, gibt es ausnahmsweise nur den Klappentext und keine eigene Inhaltszusammenfassung.
"Viele Köche verderben den Brei" trifft in diesem Fall nicht zu. Beide Autorinnen haben eine sehr durchdachte und logisch aufgebaute Geschichte geschrieben, die vor allem für Comicfans zu empfehlen ist.
Das Geschehen wechselt zwischen der Jetztzeit der Grundhandlung und der Zeit, als die Heldinnen Teenager waren. Dabei wird sehr stimmig auch die Vergangenheit von Jet und Iridium thematisiert und durchaus gekonnt mit der Historie der Superhelden verknüpft. Ebenfalls wird dadurch deutlich gemacht, wo die Grenze von Gut und Böse verläuft (und warum) und ab wann eben diese nicht mehr so klar zu bezeichnen ist.
Die ungleichen Frauen waren einst Zimmergenossinnen und beste Freundinnen, was einen interessanten Ausgangspunkt abgibt, denn im Jetzt sind sie genau das definitiv nicht mehr. Es baut sich ein konstanter Spannungsbogen auf, der schwierig gewesen sein muss aufrechtzuerhalten, weil dafür die Wechsel der Handlungszeiten maßgeblich sind.
Warum dann dennoch der Abbruch?
Es war nicht uninteressant, was es zu lesen gab. Die Figuren werden gut charakterisiert und Action gibt es auch genug. Aber ich bin einfach nicht ins Geschehen hinein gekommen. Es ist eine eher trockene Art wie erzählt wird, nicht ohne Tiefe, aber beinahe emotionslos. Oft musste ich mich zwingen am Satz zu bleiben, habe am Anfang einer Seite schon auf deren Ende gehofft und es dauerte gefühlte Stunden, ehe ich dort angelangt bin.
Hinzu kommen viele Kleinigkeiten, die anderen sicher nicht einmal aufgefallen wären. So spielt das Ganze im Jahr 2112 und noch immer haben Superheldinnen eng anliegende Kostüme mit Röckchen dran. Gut, für Fans des Genres ist das wohl maßgeblich, weil es ja immer so gewesen ist. Aber dieser Roman ist von Frauen geschrieben worden (für Frauen?), wo bei Comics das genaue Gegenteil der Fall gewesen sein dürfte (Men's District). Mädels, ehrlich.
Ich möchte den Roman nicht schlecht reden, er ist auf jeden Fall eine Rarität im Genre, weiß zu unterhalten und eine typische, spannende (Comic-)Geschichte zu erzählen. Er bleibt aber trotzdem Geschmackssache und das sollte sich jeder vor dem Lesen klar machen.


Das Ikarus-Projekt:
1. Black and White (Schatten und Licht)
2. Shades of Gray (Im Zwielicht)


Jackie Kessler (born September 1970) is a American author of urban fantasy paranormal romance series.
In 2009, Kessler published the superhero novel Black and White with co-author Caitlin Kittredge.
In 2010, Kessler did her first writing for comic books, scripting "Vampire Noctem" for Tales from the Vampires from Dark Horse Comics, a story set in the Buffy the Vampire Slayer universe.

"I write books. I take pictures. I like pie."
Caitlin Kittredge (born September 1984) is an American novelist of dark fantasy and urban fantasy noir. Caitlin Kittredge graduated from college with a degree in English. She has cited Raymond Chandler, Neil Gaiman, and H.P. Lovecraft as inspirations. Kittredge is a fan of film noir, classic pulp novels, and comic books.