Montag, 1. März 2021

Ausblick auf den Verlorene-Werke-Blog im März 2021

 

Das war der Februar
Im Monat des Valentinstags haben sich überraschend einige Menschen bei mir gemeldet, von denen ich teilweise jahrelang nichts mehr gehört habe. Umso größer war meine Freude!

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass viele Leute wieder mehr in die Kommunikation gehen, auch am Telefon. Da wird keine E-Mail geschrieben, sondern „mal schnell“ angerufen und ein Plausch gehalten.

Ansonsten hat sich am Arbeitsstapel wenig geändert, weshalb die Leseliste überschaubar ausgefallen ist. Für März erhoffe ich mir aber mehr Zeit.

Die ersten Chilis waren Mitte Januar in der Anzucht und Punkt März zudem zwei Testtomaten, auch wenn ich vermute, dass es für diese noch etwas früh ist.

 

(Autorenplausch) Grünes Gesindel – Moritz Hartung

 

Rezensiert:

Größenwahn - Lee Child
Ein verzehrendes Geheimnis - Francine Rivers

Die kalten Sterne - John Birmingham

Die Erfindung des Dosenöffners - Tarkan Bagci

Kim Jiyoung, geboren 1982 - Nam-Joo Cho

Entführung ins Glück - Kristi Ann Hunter

Der Ruf des Kuckucks - Robert Galbraith



Das war das Postfach im Februar
Zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 machte sich Sir Thomas Moore, liebevoll auch Captain Tom genannt, zu einer Spendenaktion für das britische Gesundheitssystem auf. Der gehbehinderte Kriegsveteran wollte 100 Runden mit dem Rollator in seinem Garten drehen, um 1.000 Pfund zu sammeln. Er hätte niemals ahnen können, dass daraus mehr als 37 Millionen Pfund werden würden! Doch der finanzielle Segen war nur ein Aspekt seines weltweiten Erfolgs.

Innerhalb kürzester Zeit wurde er zum Symbol uneigennütziger Mitmenschlichkeit und initiierte zugleich weitere Spendenaktionen. In seiner Autobiografie erzählt der stets positiv denkende britisch-kauzige Gentleman aus seinem 100-jährigen Leben, das kurz nach der Spanischen Grippe 1920 begann und durch den Ritterschlag durch Queen Elizabeth II. 2020 einen Höhepunkt fand. Tragischerweise ist Captain Sir Thomas Moore am 2. Februar 2021 im Kampf gegen das Corona-Virus unterlegen.

Emotional, bewegend und ein Appell an das Gute im Menschen.

Captain Tom Moore

MORGEN WIRD EIN GUTER TAG

Die Autobiografie

Übersetzung: Alan Tepper


Dieses Buch hilft Ihnen, Ihre emotionale Intelligenz so zu entwickeln, dass Sie in allen Lebensbereichen gut verhandeln können – sei es mit Kunden, Kollegen, der Familie oder Freunden. Hier werden Sie mit allen Mitteln und Techniken ausgestattet, um die Verhandlungstheorie in die Praxis umzusetzen. Lernen Sie, wie Sie eine gewinnende Ausstrahlung entwickeln, sich erfolgreich auf eine Verhandlung vorbereiten, unterschiedliche Verhandlungssituationen erkennen und darauf reagieren, das Gespräch führen und verstehen, wie Sie die Verhandlung zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.

»Das Buch des Verhandelns« ist ein inspirierendes und spannendes Handbuch voller Expertentipps von Nicole Soames, randvoll mit praxiserprobten Techniken und zahlreichen Übungen, um die Kunst des Verhandelns schrittweise zu erlernen.

 

Die Familiengeschichte für die Nachwelt bewahren 
Jedes Leben ist reich an Erlebnissen, die es wert sind, aufgeschrieben zu werden. „Familiengeschichte schreiben für Dummies“ von Michaela Frölich informiert leicht verständlich, wie man Familiengeschichten und eigene Lebenserinnerungen verfasst und somit den Familienschatz für die nachkommenden Generationen und sich selbst sichert.

Die besten Geschichten schreibt noch immer das Leben. In jeder Familie gibt es besondere Geschichten und Erinnerungen, die man gerne festhalten möchte und die nicht in Vergessenheit geraten sollten, davon ist Michaela Frölich überzeugt. Wer in der Familie erinnert sich später noch daran, warum die Großmutter aus dem Sudetenland nach Bayern kam? Wie lernten sich die Urgroßeltern kennen? Hat der Onkel das handwerkliche Geschick vielleicht vom Großvater geerbt?

Oft fehlt der Mut und das Know-how, die Erinnerungen selbst zu Papier zu bringen und nicht selten gerät die Familiengeschichte dann in Vergessenheit.

Michaela Frölich, Germanistin und Dozentin für autobiografisches Schreiben, zeigt in „Familiengeschichte schreiben für Dummies“, wie man sich an das Leben der Familie und ihre Geschichte erinnern kann und wie man die Inhalte strukturieren sollte. Sie gibt Tipps, was in eine Familiengeschichte hineingehört und was nicht. Anleitungen zum Überarbeiten des Manuskripts sowie für den Umgang mit zukünftigen Lesern runden den Schreibratgeber ab. Damit die Familiengeschichte und die eigene Biografie für die Nachfahren erhalten bleibt.

 

John Garth - Die Erfindung von Mittelerde.
Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte

wer ein Buch von J. R. R. Tolkien liest, fühlt sich in eine sagenhaft andere Welt versetzt. Dabei verstand der Autor seine Geschichten als eine Hommage an unseren Planeten: „Genau genommen beruht Mittelerde auf meiner Faszination für die Erde an sich – insbesondere die Natur –, und der Freude, die sie mir bereitet.“ Auf welch vielfältige Weise Tolkien die Realität für seine kreativen Zwecke umwandelte, beleuchtet der preisgekrönte Autor John Garth in seinem neuen Text-Bildband „Die Erfindung von Mittelerde. Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte“, der im Februar bei wbg Theiss erschienen ist. Darin stellt er Orte, Mythen und Sprachen vor, die Tolkiens Romane von „Der Hobbit“ bis „Herr der Ringe“ prägen, und zeichnet die zahlreichen biografischen und geschichtlichen Zusammenhänge nach. Mit mehr als 100 Illustrationen – Skizzen und Bildern aus Tolkiens Hand, Karten realer und fiktiver Orte, spektakulären Fotos, Grafiken und Infokästen – sowie einem umfangreichen Anhang ist das Buch ein Schatz für alle Mittelerde-Fans.

Basierend auf umfassenden Recherchen versammelt John Garth ein breites Insiderwissen zum Schmökern und Nachschlagen. Er widmet sich auch einigen von der Forschung bisher unbeantworteten Fragen und Streitpunkten, die bis heute Debatten über Tolkiens Inspiration befeuern. Zunächst identifiziert Garth die Orte, die dem Schöpfer von Mittelerde als Grundlage für Hobbingen, das Elbental von Rivendell oder die Höhlen von Helms Klamm dienten: Die inspirierenden Landschaften, Berge, Wälder und Seen verteilen sich über ganz Großbritannien, finden sich aber genauso in Tolkiens südafrikanischer Heimat, in Industriegebieten und auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Garth folgt ebenso altertümlichen Spuren der Archäologie wie dem kulturellen Spektrum, aus dem Tolkien für die Weltbildung von Mittelerde schöpfte.

 

was gibt es Besseres, als dem tristen Lockdown-Winter mit einem richtig gut geschriebenen Roman zu entfliehen, der uns in andere Zeiten und an andere Orte entführt?
Die Insel der Wünsche – Stürme des Lebens“, der erste Teil einer großen Romantrilogie, ist so ein Roman. Er erscheint am 22. März 2021 bei Goldmann, bringt frischen Wind in das Genre und besticht durch seine einzigartige Erzählweise, authentische Charaktere und atemberaubende Naturbeschreibungen.

Anna Jessen schildert in diesem Buch entlang von historischen Geschehnissen eine fesselnde Familiengeschichte, die von wahren Begebenheiten und Persönlichkeiten inspiriert wurde. Es ist der Roman eines außergewöhnlichen Frauenschicksals, aber auch einer ganz besonderen Insel – ein Spiegel der glanzvollsten und dunkelsten Stunden der deutschen Geschichte. Ihre Protagonistin, Tine Tiedkens, die einzige Blumenhändlerin und Hebamme der Insel Helgoland, erlebt den Aufstieg und Niedergang, den Wiederaufstieg und die völlige Zerstörung Helgolands in den Zeitläufen des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts.

 

„Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt“, hat der britische Schriftsteller Rudyard Kipling einmal gesagt. Deshalb bieten sie gerade in diesen Zeiten den besten Rückzug aus dem Alltag, den man sich wünschen kann. Und das trifft nicht nur auf Romane zu: Unsere Rockbiografien lassen die aufregendsten Geschichten der Gegenwart mit schillernden Helden, die wir oft schon seit Jugendzeiten kennen, vor unserem inneren Auge auferstehen. In diesem Frühjahr führt Sie der Hannibal Verlag beispielsweise aus der Londoner Vorstadt um die ganze Welt. Wie es kam, dass die britischen Düsterrocker von The Cure im Laufe von vier Jahrzehnten von schüchternen Anti-Stars zu etablierten Showgrößen wurden, die mit ihrem Mix aus tiefgründiger Seelenqual und lupenreinem Pop Millionen begeistern, das erzählt die großformatige, bildgewaltige Biografie Dunkelbunte Jahre, in der auch langjährige Fans viel Neues entdecken können.
Steve Howe
wurde ebenfalls als Schöpfer phantastischer Klanglandschaften berühmt: Er spielte lange bei der legendären Progressive-Rock-Formation Yes und gilt unter Gitarristen als einer der großen Meister seines Fachs. Ob als Star auf der Bühne oder als Studiomusiker hinter den Kulissen war er an vielen Hits der Siebziger und Achtziger beteiligt – jetzt erinnert er sich in seiner Autobiografie an spannende Begegnungen mit Kollegen und an bahnbrechende Sessions.

Auf eine noch längere Karriere konnte Little Richard zurückblicken. Während sich sein Todestag im Mai zum ersten Mal jährt, erscheint bei uns mit A-Wop-Bop-A-Loo-Bop-A-Lop-Bam-Boom die erste große Biografie über den schrillen Pianisten, die sein dramatisches, exaltiertes Leben in all seinen Widersprüchen schildert.

Für alle, die in ganz andere Welten abtauchen möchten, bieten wir Science Fiction vom Feinsten: Nach langer Wartezeit erscheint jetzt endlich der vierte Band unserer großen Perry-Rhodan-Chronik mit besten Insider-Informationen rund um die erfolgreichste Heftserie aller Zeiten.

Dass es aber auch in der größten realen Krise immer wieder phantastische Geschichten gibt, beweist der ungewöhnlichste Star unseres aktuellen Programms. Captain Tom Moore wurde weltweit bekannt, als der betagte Rentner mit seinen Rollator-Runden Spenden für das britische Gesundheitssystem sammelte. In seiner berührenden Biografie berichtet er, wie es ihm gelang, in seinem bewegten hundertjährigen Leben nie Mut und Zuversicht zu verlieren – und seinen Optimismus weiterzugeben.

Vielleicht können auch wir mit unseren Büchern ein wenig Licht in dunkle Zeiten bringen – ich wünsche Ihnen spannende Lese-Entdeckungsreisen mit unseren Neuerscheinungen!

 

soeben ist im Verlag Das Kulturelle Gedächtnis ein Buch erschienen, das in einer Vorab-Besprechung der „NZZ am Sonntag“ als „Sensation“ und als „kleines Wunderwerk“ bezeichnet wird, „das der Belehrung ebenso dient wie dem Vergnügen“. Und dieses Buch ist ab heute auf Platz 7 der Schweizer Bestsellerliste (Sachbuch) zu finden.
UNERHÖRTE AUSWAHL VERGESSENER WORTSCHÖNHEITEN

AUS JOHANN JAKOB SPRENGS GIGANTISCHEM,

IM ARCHIVE GEFUNDENEN, SEIT 250 JAHREN

UNVERÖFFENTLICHTEN DEUTSCHEN WÖRTERBUCH

Ans Licht gebracht von Nicolas Fink

und mit einem Vorwort versehen von Gabriel Schaffter

 

heute komme ich wieder mit einem mitreißenden Unterhaltungsroman auf Euch zu, von dem wir Lese-Exemplare zum exklusiven Vorablesen für Euch reserviert haben: „Uns gehört der Himmel. Die Flight Girls“ ist ein Roman wie ein großer Hollywoodfilm – mit dramatischen Ereignissen, tollen Frauencharakteren und einer bewegenden Liebesgeschichte!
Der spannende und aufwühlende Roman der amerikanischen Autorin Noelle Salazar erscheint am 15. März 2021 und nimmt uns mit in das Leben von Audrey Coltrane, einer jungen Frau, die das Fliegen liebt und sich im Zweiten Weltkrieg den Women Airforce Service Pilots anschließt. Zwischen Himmel und Horizont erfüllt sich ihr Traum von der Freiheit.

Texas, 1941. Die junge Audrey Coltrane ist eine leidenschaftliche Pilotin. Als sie die Möglichkeit erhält, auf Hawaii als Fluglehrerin zu arbeiten, ist sie überglücklich – nicht einmal der charismatische Lieutenant James Hart kann sie ablenken. Bis der verhängnisvolle Tag kommt, der alles ändert: Bomben fallen auf Pearl Harbor, Audrey hat den Tod vor Augen. Aber ihre Passion für das Fliegen ist stärker, und sie schließt sie sich den Women Airforce Service Pilots an, wo sie in der eingeschworenen Gemeinschaft der Fliegerinnen tiefe Freundschaft und eine neue Bestimmung findet. Dann kehrt James von einem Einsatz nicht zurück – und Audrey bricht auf zu ihrer bisher schwersten Mission…

 

vor 150 Jahren erschienen "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln". Peter Hunt gratuliert mit dem wunderschön illustrierten Band "Die Erfindung von Alice im Wunderland". Er erzählt, wie die berühmten Nonsens-Romane entstanden und ihren Siegeszug um die ganze Welt antraten. Das ideale Buch für alle großen und kleinen Fans! Charles Dodgson alias Lewis Carroll, ein exzentrischer Oxford-Mathematiker, erfand die Abenteuer der kleinen Alice eher beiläufig bei einer Bootsfahrt auf der Themse. Peter Hunt erkennt in den Alice-Romanen einen Meilenstein der Kinderliteratur und erklärt ihren überraschenden Erfolg. Souverän schildert er Biografie und Gefühlswelt ihres eigenwilligen Schöpfers und entschlüsselt Anspielungen und Vorbilder. Zeitgenössische Fotos lassen das Viktorianische England wieder aufleben, während uns John Tenniels unvergessliche Zeichnungen ein Wiedersehen mit der Grinsekatze und dem verrückten Hutmacher bescheren. Das Buch erscheint am 15. März bei wbg Theiss.

 

Die großen Epidemien - Letizia Gabaglio / Maddalena Carraini
Corona und kein Ende? Dieses Buch beginnt mit einer historischen Rückblende auf die großen Epidemien und Pandemien, welche die Menschheit im Laufe der Jahrtausende erschüttert haben. Es macht sich aber auch auf die Suche nach Gegenmitteln, gibt Einblick in die spannende Entwicklung von Impfstoffen und spart auch die gesellschaftlichen Kontroversen nicht aus, von denen Epidemien schon immer begleitet wurden.

Covid-19 hat uns gezeigt, dass wir auch mit aller Technik des 21. Jahrhunderts relativ machtlos sind. Wenn wir aber die Epidemien der Weltgeschichte im Kontext zueinander sehen, können wir das wirkliche Ausmaß, aber auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen und erhalten eine Vorstellung davon, wie wir die aktuelle

Corona-Pandemie letztlich bewältigen können.

Zwanzig kompakte Kapitel liefern auf verständliche und übersichtliche Weise das aktuelle Wissen über Geschichte und Gegenwart von Pandemien, Epidemien und über den Kampf dagegen. Dieses Buch hilft uns, die aktuelle Covid-19-Pandemie zu verstehen, einzuordnen und vor allem auch zu lernen, wie wir in den nächsten Jahren damit umgehen müssen.

 

Abitur, Studium, Karriere – so hätte Nathalie Schallers Leben aussehen können. Doch auf Reisen nach Indien und Kambodscha begegnet sie Überlebenden von Menschenhandel und Zwangsprostitution und ist tief berührt. Welche Perspektive haben die Frauen nach ihrer Befreiung überhaupt? In ihrem Buch „Der Stoff, aus dem die Freiheit ist“, das am 15. März 2021 erscheint, berichtet sie, wie ihr Herz für eine große Vision Feuer fing und sie ihren Traum von einer gerechteren Welt in die Tat umgesetzt hat: Mit der Gründung eines humanitären Modelabels, das den Frauen fair bezahlte Arbeit und damit eine Perspektive für ein Leben in Freiheit bietet. Nathalie Schaller berichtet vom Mut, Scheitern und Wiederaufstehen, von unglaublichen Begegnungen und der Power des eigenen Herzschlags. Ihr packendes Buch überzeugt mit einer bunten Collage aus Autobiografischem, ungeschönten Fakten und wilder Gründerstory.
Eine positive und mega-ermutigende Geschichte, die in Zeiten von Wegwerfmode und Fast Fashion wichtige Akzente setzt!

 

Die erste Chili Mitte Januar '21

Das bringt der März
Der März wird hoffentlich in vielen Dingen Aufbruchsstimmung bringen, nicht nur was die Garten- und Balkonarbeit anbelangt. Rezensionen bewegen sich im Bereich Herzklopfen, wenn auch nicht ausschließlich.

 

Was mich bewegt hat
Bereits im letzten Jahr hatte ich Lust, einen Thriller oder Krimi zu lesen. Beruflich habe ich ab und an einen auf dem Tisch, aber mir ist erst beim privaten Forschen nach geeignetem Lesestoff etwas aufgefallen. Denn ich musste über eine halbe Stunde suchen, ehe ich einen Titel gefunden habe, in dem kein Mädchen und/oder keine Frau gequält, vergewaltigt oder getötet werden. Offenbar scheint das derzeit „in Mode“ zu sein, denn der Titel, auf den ich dann stieß, war zwanzig Jahre alt. Ich habe ihn trotzdem oder gerade deswegen gelesen.

Kurz nachdem ich auf besagtes Buch gekommen bin, sah ich eines Morgens das Frühstücksfernsehen. So selten wie ich das TV-Gerät einschalte, war es tatsächlich Zufall, dass mitten in der Corona-Geschichte niemand Geringerer als Sebastian Fitzek, bekannt als Thrillerautor, zu Gast war. Neben den Moderatoren saß er allerdings nicht allein auf der Couch. Zu seiner Rechten saß eine Frau, die für eine Organisation arbeitet, in der man mit Gewalt gegen Frauen zu tun hat (das Heimwegtelefon). Sie wollte generell auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen und auch darauf, dass in Corona-Zeiten eben diese Gewalt massiv gestiegen sei. Das wäre eine tolle Sache gewesen, wenn Herr Fitzek die Gelegenheit nicht genutzt hätte, um sein neuestes Buch zu promoten. Das muss man ihm lassen, er weiß als alter Hase im Geschäft, wie es läuft. Angeblich, so kam es zwischen den Zeilen bei mir an, habe er es geschrieben, um darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen und Gewalt … Und da ist mir so die Galle hochgekocht, wie ich es selten bei mir erlebt habe. So wütend wie ich war, hätte ich fast die Kaffeetasse nach ihm geworfen. Ein Mann, der genau damit sein Geld verdient hat, der genau solche elenden Anlagen im Menschen bedient, will uns nun weismachen …?!

Nun ja, das Buch hat sich gut verkauft, quelle surprise. Aber so eine Organisation, so ein Thema zu benutzen, um Marketing und Öffentlichkeit fürs eigene Werk zu generieren … Da weiß ich schon, warum ich Autor und seine Bücher immer abgelehnt habe. Ich habe meinem Ärger in einem Telefonat mit einer Freundin Luft gemacht und leider war ich mit dem Thema dann durch. Ich habe mich absichtlich dagegen entschieden, einen ganz ähnlichen Text wie diesen zu verfassen.

Im Februar habe ich nun mit einer Gerneleserin telefoniert, mit der ich sonst nur Bücher austausche (über die wir aber selten sprechen). Sie hat mir einige empfohlen (Liste unten dran) und kam dann auf eben dieses oben erwähnte neue Buch vom Fitzek. Und sie sagte sinngemäß, dass sie sich nach dessen Lektüre entschlossen habe, nichts mehr von diesem Autor zu lesen. Das hat mich erstaunt, weil sie bereits mehrere Bücher von ihm gelesen hat. Sie sagte nur: „Wie krank muss man im Kopf sein?“ Gut, ich habe mit Autoren und dem Schreiben beruflich zu tun, ich kann vermutlich etwas besser differenzieren. Allerdings weiß ich auch, wie so ein Schreibprozess abläuft. Und wer eine gewisse Handlung erdenkt und festlegt … macht das nicht ohne Grund. Beim großen Fluss gibt es unglaubliche dreizehntausend Meinungen zu besagtem Buch. Man kann also zusammenfassen, dass der Autor inzwischen weiß, welche Knöpfchen er beim Leser drücken muss. Aber: muss er das auch? Ist so ein Buch wirklich nötig? Schon klar, Geld stinkt nicht. Aber ich glaube, gerade wir Frauen sollten uns fragen, warum nach einer jahrelangen Rückwärtsentwicklung die Gewalt gegen Frauen weltweit gerade wieder auf Rekordniveau gestiegen ist. Denn natürlich haben auch Medien (Buch, Film, etc.) damit zu tun. Darum bitte: Hände weg!

Liste:
Seelische Trümmer: Geboren in den 50er- und 60er-Jahren: Die Nachkriegsgeneration im Schatten des Kriegstraumas. – Bettina Alberti

Die Tuchvilla (Die Tuchvilla-Saga 1) – Anne Jacobs

Stella – Takis Würger

Befreit - Tara Westover

 

Gelesen:




 

 

Kommentare:

  1. Liebe Daniela,
    du hattest im Februar einige interessante Bücher dabei, die ich mir mal vormerke. Ich muss gestehen, dass ich "Der Ruf des Kuckucks" noch nicht gelesen habe, obwohl das Buch ja einen ziemlichen Hype erfahren hat. Aber deiner Beschreibung nach könnte es doch etwas für mich sein.
    Auch ich stehe quasi schon in den Startlöchern und überlege, wann ich mit der Aussaat diverser Balkonpflanzen beginnen kann. Ich denke, ich werde mich noch in dieser Woche ans Werk machen.
    Zum Thema, das dich bewegt hat: Ich habe von Fitzek noch gar nichts gelesen, nur ein Buch, das ich geschenkt bekommen habe, auf dem SuB. Aus seinem neuesten Thriller habe ich einen kurzen Ausschnitt gehört und beschlossen, das muss ich ganz sicher nicht lesen. Deine Wut ist für mich daher absolut nachvollziehbar.
    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Hallo Susanne,
      die Galbraith-Bücher habe ich von meienr Mutter geliehen, die nicht wusste, welcher Autor dahintersteckt und sehr begeistert war. Und nur aufgrund des Shitstorms habe ich die Bücher geliehen. Erst vorletzte Woche habe ich Band 4 gelesen und wünschte, dass Band 5 nicht über zwanzig Euro kosten würde. Ich finde, die Autorin hat sich inzwischen eingeschrieben und eine tolle Serie draus gemacht. Versuch es ruhig, ich war auch völlig skeptisch. Wurde übrigens auch eine Serie auf DVD draus gemacht, aber die hat mir nicht so gut gefallen, weil da vieles aus den Büchern weggelassen worden ist.
      Welche Balkonpflanzen hast Du im Blick? Ich muss mich leider nach den Gartencentern richten, weil Knollengewächse (z. B. Kohlrabi) bei mir sonst nichts wird. Ich habe auch einige klein bleibende Chilis für die Fensterbank gezogen, mal sehen was das gibt. :) Und Tomaten, klar. Die Erdbeeren scheinen bisher alles gut überstanden zu haben.
      Nach einer Stipvisite zum großen Fluss bin ich von dem neuen Buch sehr entsetzt und es verlangt mich so gar nicht, es zu lesen.
      LG
      Daniela

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  2. Hi Daniela,

    ich müsste langsam auch mal ran an meinen Balkon, aber noch habe ich abseits der geschlossenen Baumärkte keine Blumenerde gefunden. :( Aber mit Glück öffnen die ja bald wieder...

    "Kim Jiyoung, geboren 1982" werde ich auch noch lesen, irgendwann.

    Und zu Fitzek: Ich habe zwei Bücher von ihm gelesen, vor Jahren, in meiner Thriller-Phase. Seitdem hatte ich es immer mal wieder vor, aber seine neusten Bücher sollen ja alle nicht mehr so gelungen sein... Und was ich zum "Heimweg" gehört habe, hat mich auch sehr abgeschreckt. Gewalt gegen Frauen scheint - vor allem so total unreflektiert - irgendeinen Nerv bei den Leser:innen zu treffen... traurig... :/

    Liebe Grüße
    Alica

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    1. Hallo Alica,
      mein Balkon sieht noch furchtbar aus. Die "Gerippe" vom letzten Jahr stehen noch und zugeschneit war er ja auch bis oben hin ... auf DIE Arbeit freue ich mich nicht gerade ... Letztes Jahr habe ich Erde bestellt, die kam dann per DHl, ich überlege schon, es dieses Jahr genauso zu machen.
      Ich dachte immer, man könnte ihn mal versuchen, aber ich habe eben auch schon immer eine innere Abneigung gegen die Bücher gehabt. Von daher kommen wir wohl in diesem Leben nicht mehr zusammen.
      LG
      Daniela

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  3. Ich habe von Fitzek vor Jahren mal "Das Kind" gelesen. Den Roman fand ich ziemlich spannend, auch wenn er etwas klischeehaft und oberflächlich war. Das Ende mochte ich leider gar nicht und seither habe ich auch nichts mehr von Fitzek gelesen, da mir bei seinen aktuelleren Werken schon die Inhaltsangaben gereicht haben.
    Ich mag aber allgemein so blutrünstige Bücher mit möglichst noch grausameren Fällen nicht und kann auch die Faszination dafür nicht nachvollziehen.

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    1. Nun ja, der Autor ist ja quasi in aller Munde, von daher wundert es mich nicht, dass so viele zumindest mal in eines der Bücher reingeschaut haben. Aber wie gesagt, der oben beschriebene Fall ist mir so sauer aufgestoßen, dass ich über mich selbst überrascht war. :)

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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