Donnerstag, 26. Februar 2026

Woman Down - Colleen Hoover

 

Recht zähe Handlung eines Romans, der nicht genau weiß, was er sein will.

 


Titel: Woman Down
Autorin: Colleen Hoover
Originaltitel: Woman Down
Verlag: ‎dtv
ISBN: ‎978-3423285490
Euro: 23,00
Veröffentlichungsdatum: Januar 2026
Seiten: 416
Serie: nein
Come in: vorablesen.de

 

 

 

Inhalt
Bestsellerautorin Petra Rose ist tief in einer Schaffenskrise gefangen, seit die Verfilmung ihres Buches gefloppt ist. Ein Shitstorm ist über sie hereingebrochen, von dem sie sich nur langsam erholt. Einzig Kollegin und Freundin Nora hält zu ihr – sie gehen zusammen wieder online und sprechen über den neu geplanten Thriller. Dazu hat sich Petra in eine einsame Waldhütte eingemietet, wo sie ungestört ist. Kurz nach ihrer Ankunft klopft Detective Nathaniel an ihrer Tür, da es einen Unfall gegeben hat. Als Ebenbild ihres neuen Protagonisten bittet sie ihn, ihr einige Fragen zu beantworten. Beide verstricken sich in eine Affäre – doch Nathaniel ist verheiratet …

  


Meinung
Mein Erstling der Autorin hat es mir nicht leicht gemacht, denn ich bin nicht sicher, was genau ich gelesen habe. Die Geschichte einer Autorin in Identitätskrise? Eine Liebesgeschichte? Einen Thriller? Irgendwie ein bisschen von allem und doch nichts davon.

Zunächst mutete es seltsam an, dass sich die Autorin Zeit nimmt und in einem Vorwort ausführlich klarstellt, dass die geneigte Leserschaft besser keine Parallelen zu ihr und ihrem Privatleben suche, schließlich gebe es keine. Wer daraufhin ein bisschen tiefer gräbt, wird aber dennoch auf einige Ähnlichkeiten stoßen. Zur Verfilmung eines Buches Hoovers, die Jahr für Jahr einen Bestseller schreibt, gab es etliche negative Schlagzeilen. Sie hat danach ungewöhnlich lange für sie nichts geschrieben. Dass sie sich nun ausgerechnet die Story rund um eine Autorin herausgesucht hat, die in ähnlicher Weise betroffen war, könnte von Emotionen genauso getragen worden sein, wie auch ein genialer Werbeschachzug. Dass sie ihr Handwerk in Sachen Marketing schon beim Schreiben bzw. Anlegen ihrer Geschichten versteht, liegt auf der Hand. Und diesen „Flop“ in einen neuen Hype zu verwandeln, dürfte ihr nicht schwerfallen. Auch Petra Rose spricht von finanziellen Schwierigkeiten, als kein neuer Buchvertrag erfolgt. Was auch immer es gewesen sein mag, Colleen Hoover legt mit „Women Down“ ihr neues Buch vor.

Der Anfang beginnt sehr einnehmend, wobei gesagt werden sollte, dass eine jüngere Zielgruppe angelegt werden sollte, die in jedem Fall Internetaffin ist. Die Autorin stellt also die vergangenen Ereignisse mittels eines Podcasts vor, den Petra auf dem Weg zur Hütte im Auto hört. Sie lernt die Vermieter kennen; die Frau ist sogar mittels Erzählstimme als „gemacht“ vorgestellt, als perfekt für Film und Bühne. Klar, eine exzentrische Figur sollte enthalten sein, dann fehlt’s auch nicht an Humor. Die Hütte wird gezeigt, der Live-Chat mit Nora beginnt. Bis hierher liest es sich wirklich gut weg.

Aber dann gibt es plötzlich Blaulicht – und einen unverschämt attraktiven Detective, der an Petras Tür klopft. Er beflügelt sie mit jedem weiteren Besuch so sehr, dass sie gar nicht anders kann, als zu schreiben und zu schreiben. Aber genau das ist das Problem. Nicht nur, dass er offenbar exakt so aussieht, wie ihre männliche Hauptfigur im neuen Thriller, er hat auch einen eher unnatürlich wirkenden Namen, was Petra selbst feststellt. Und weil er damit wie gemacht wirkt, bleibt sehr viele Seiten lang unklar, ob es ihn wirklich gibt. Ist er eine Art Eingebung? Stellt sich die Autorin Petra diese Figur nur vor? Ist er so etwas wie eine Muse? Zudem gibt es offenbar keinen Fall, in dem der Detective ermitteln könnte, denn schon gleich zu Beginn wird das Blaulicht mit einem Unfall erklärt. Worauf sich also der Leser konzentrieren soll bzw. was der eigentliche rote Faden ist, bleibt sehr lange unklar. Und das sorgt leider für jede Menge Stockungen und Zähigkeit, was schade ist, denn die Autorin weiß sich auszudrücken und schreibt anschaulich flüssig.

Erst etwa mittig baut Hoover dann einige Wendungen ein, die überraschen und damit wieder die Lesestimmung anheizen. Zudem stellt sich heraus, dass Nathaniel tatsächlich existiert, denn auch andere Figuren begegnen und sehen ihn. Das hebt die Handlung auf eine neue Stufe und ab hier liest es sich rasch weg. Allerdings ruht sich Hoover nun ein bisschen zu sehr auf der fleischlichen Komponente der Beziehung aus, was die Handlung ein wenig im Fortlauf behindert.

Dann, im letzten Drittel, soll wohl die Thriller-Komponente beginnen, aber wirklich schaurig oder gefährlich wirkt das Ganze nie. Nathaniel ist dazu zu flach geworden, er dient nur einem Zweck und kann daher gar keine wirkliche Persönlichkeit ausbilden. Petra Rose, mit dem eher durchwachsen wirkenden Namen, wirkt zwar glaubhaft und lebensecht, aber auch sie ist keine Figur, die sich einprägt.

So kann ich leider nur urteilen, dass sich „Woman Down“ zwar ganz nett liest, aber auch nicht unbedingt auf eine Leseliste gehört. Vielleicht ist das hier nur etwas gewesen, mit dem Hoover wieder „warm“ werden wollte. Der nächste Roman wird dann wieder besser.

 

 

Colleen Hoover ist nichts so wichtig wie ihre Leserinnen. Seit der Veröffentlichung von ›Weil ich Layken liebe‹ hat sie eine riesige Fangemeinde. Inzwischen ist sie die erfolgreichste Autorin der Welt und stürmt mit all ihren Romanen die Bestsellerlisten. 2023 wurde sie auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt des ›Time‹-Magazins aufgenommen. Colleen Hoover lebt mit ihrem Mann und ihren Söhnen in Texas.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Webseite Name, E-Mail, Kommentar, IP-Adresse und Zeitstempel Ihres Kommentars. Sie können Ihre Kommentare später jederzeit wieder löschen. Detaillierte Informationen finden Sie unter "Datenschutz" oben unter dem Header. Wer keine Datenübertragung wünscht, hat die Möglichkeit, einen anonymisierten Kommentar zu hinterlassen. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden.