Titel: Nirgendwann: Plan B war auch Mist
Autor: Mac Conin
Originaltitel, 403 Seiten
ISBN: 978-3911831185
Euro: 14,99
Erscheinungsdatum: April 2025
https://kontrabande.de/verlagsprogramm/roman/nirgendwann.html
https://www.instagram.com/coninmac/
Text von Mac Conin
Nirgendwann:
das nette, harte Leben
Köln, da denkt mancher an den Dom, den Rhein
und Karneval, fröhliche Menschen und die Partymeile Zülpicher Straße … Stimmt,
das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Aber da gibt es noch mehr. Das, was
man auf den ersten Blick nicht sieht oder auch nicht wahrhaben will.
Der Roman ist im Kern eine raue, ungefilterte
Erzählung über das Überleben am Rande der Gesellschaft – verortet im
pulsierenden, aber unbarmherzigen Mikrokosmos der Kölner Zülpicher Straße.
Ich habe versucht, das Lebensgefühl einer
Gesellschaft einzufangen, die versucht, unter dem permanenten Druck einer sich
radikal verändernden Großstadt nicht die Hoffnung zu verlieren.
Das urbane Leben ist heute oft von einer
spürbaren Härte geprägt. In den Metropolen prallen Welten unbarmherzig
aufeinander: Auf der einen Seite stehen die Gewinner der Gentrifizierung, auf
der anderen jene, die durch steigende Mieten und prekäre Arbeitsverhältnisse
systematisch an den Rand gedrängt werden. Es ist eine Welt, in der der soziale
Raum zunehmend kommerzialisiert wird und gewachsene Nachbarschaften zerstört
werden. Wo der Zusammenhalt, den eine Gemeinschaft, sei es ein Dorf oder eine
Nachbarschaft, geboten hat, immer weiter erodiert.
Inmitten dieser städtischen Kulisse müssen die
Figuren des Buches ihren Platz behaupten, während der Boden unter ihren Füßen
ständig schwankt.
Worum
geht’s in dem Buch
Die Geschichte dreht sich um die junge,
impulsive Jo. Sie versucht, sich in Köln eine eigene Existenz aufzubauen –
fernab ihrer traumatischen Vergangenheit in der Eifel. Ihr Alltag ist ein
ständiger Kampf gegen den finanziellen Ruin und die Wohnungslosigkeit. Als sie
vom Vermieter vor die Tür gesetzt wird und ihr schmieriger Chef im Café
versucht, sie sexuell auszubeuten, eskaliert die Situation. In einem Akt purer
Wut und Befreiung schlägt Jo zurück, verwüstet das Café und flieht.
Der Wendepunkt der Erzählung ist das
Zusammentreffen mit Carlo, einem strukturierten, aber emotional gehemmten
jungen Mann. Carlo überwindet seine eigene Unbeholfenheit und vermittelt Jo an
den alten, kauzigen Witwer, der einsam in einer zu großen Wohnung wohnt.
Zwischen der chaotischen Jo und dem pedantischen Hänsel entsteht eine
ungewöhnliche Wohngemeinschaft, die auf dem Prinzip „Kochen gegen Wohnraum“
basiert. Das fragile Gleichgewicht gerät jedoch ins Wanken, als das familiäre
Drama aus Jos Heimat sie einholt: Ihr gewalttätiger Vater schlägt die
alkoholkranke Mutter krankenhausreif, woraufhin Jo und Carlo die jüngeren
Geschwister in einer nächtlichen Rettungsaktion nach Köln holen.
Die
Idee hinter dem Buch
Die Intention von Nirgendwann war es, die tiefen Narben aufzuzeigen, die
institutionelle Verdrängung und familiäre Gewalt im Leben junger Menschen
hinterlassen. Der Roman zeigt die städtische Verrohung, die durch den monetären
Druck des Wohnungsmarktes entsteht. Das traditionelle Kölner „Büdchen“,
verkörpert durch den abgestumpften Sami, fungiert im Text als soziologischer
Seismograf. Es reflektiert den Wandel des Viertels von einem Ort der echten
Begegnung hin zu einer anonymen Konsummeile.
Gleichzeitig ist es eine psychologische Studie
über das Weiterwirken familiärer Traumata. Die emotionale Kernschmelze von Jos
Familie wird durch Jo und Pete spürbar, die als Kinder die Rolle der Eltern
übernehmen mussten, während die Mutter wegsah und der Vater in Gewalt sein
Ventil suchte.
Das Buch soll aber auch zeigen, dass durch
unkonventionelle Solidarität und das Aufbrechen sozialer Isolation –
symbolisiert durch das gemeinsame Essen in Hänsels Küche – neue Schutzräume
entstehen können.
Ich wollte das intensive Gefühl einfangen, dass
man trotz erlittener Verletzungen und struktureller Kälte durch den Rückhalt
anderer die Kraft finden kann, sich eine eigene, selbstbestimmte Identität zu
erkämpfen. Ob mir das gelungen ist? Schau rein und sag’s mir.

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!
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