Erstmals 1898 erschienen: Der fünfzehnjährige
John gerät in das gefährliche Geschäft des Schmuggels – und sucht nach einem
wertvollen Diamanten.
Titel: Moonfleet
Autor: John Meade Falkner
Originaltitel: Moonfleet
Verlag: kontrabande Verlag
ISBN: 978-3911831307
Euro: 11,70
Veröffentlichungsdatum: Mai 2025
Seiten: 291
Serie: nein
Come in: vom Verlag
Inhalt/Inhalt
Ein abgelegener Küstenort im südlichen England,
Mitte des 18. Jahrhunderts. Der junge John Trenchard stößt auf ein Geheimnis,
das tief in die Geschichte seines Heimatdorfes reicht – und mitten hinein in
das gefährliche Geschäft des Schmuggels führt. Zwischen Gräbern, Höhlen und
stürmischer See gerät er in ein Netz aus Gier, Loyalität und Verrat. Doch am
Ende steht nicht das Gold, sondern eine Entscheidung über Mut und Gewissen.
Ein Klassiker der englischen Literatur – atmosphärisch dicht, spannend erzählt und voller moralischer Zwischentöne.
Meinung
Erstmals 1898 erschienen, ist dieser Klassiker
als in seiner Zeit verhaftet zu lesen. Die neueren deutschen Übersetzungen –
diese hier ist gut gelungen – legen leider Wert darauf, die verwendete Sprache
der heutigen Zeit anzupassen. Vermutlich ließe sich aus einer eng am Original
liegenden Sprache mehr herausholen. Ich denke da an Werke wie „Der letzte Mensch“ von Mary Wollstonecraft Shelley, die ich in genau dieser verlinkten Ausgabe
gelesen habe, eben WEIL es original war und nicht an den modernen
Sprachgebrauch angepasst. Wir haben eine so reiche und starke Sprache, es ist
schade, dass wir sie nur noch so rudimentär benutzen. Da die Modernisierung
aber alle neueren Übersetzungen anbelangt, soll das nicht als Kritik zu werten
sein. Nur ein Hinweis, dass es noch Leser wie mich gibt, die durchaus mehr
bezahlen würden, wenn sie eine gute, originale Übersetzung lesen dürften.
Die Geschichte nun kommt ein bisschen düsterer
daher als gedacht, obwohl das Cover es bereits impliziert. John ist fünfzehn
und nach dem Tod seiner Eltern bei der Tante aufgewachsen, die jedoch wenig
Liebe für ihn übrighatte. Moonfleet liegt an der Küste, die zum Schmuggel
genutzt wird. Etliche Sagen und Geistergeschichten ranken sich um den Ort und
den Friedhof – wie sich herausstellt, um neugierige Blicke im Vorfeld
abzuwehren. John landet natürlich mittendrin. Der Anführer der Schmuggelbande, Elzevir
Block, hat im Jahr zuvor seinen Sohn verloren und nimmt sich nun Johns an.
Dieser hat ein Medaillon des längst verstorbenen Colonels gefunden, dem
Moonfleet seinen Namen verdankt und stößt auf mehrere Hinweise, dass dieser
einen Schatz, einen riesigen Diamanten, versteckt hat. Er und Elzevir geraten
in einen Strudel aus Verbrechen und Abenteuern – und es soll zehn Jahre dauern,
ehe John in die Heimat zurückkehren kann. Natürlich wartet eine holde Maid auf
ihn.
Die Geschichte liest sich angenehm weg, kommt
aber größtenteils ohne weibliche Figuren aus. Das Abenteuer beginnt recht spät,
denn der Autor nimmt sich viel Zeit, in die Gegebenheiten einzuführen und die
eigentliche Geschichte lange vorzubereiten. Manchmal zieht es sich ein wenig
und das auch, obwohl John von einem Regen in die nächste Traufe rauscht. Trotzdem
oder gerade deswegen ist dieser Roman für Leser, die klassische
Abenteuerliteratur lieben, wie gemacht.
William
Clark Russell war
ein produktiver britischer Autor des 19. Jahrhunderts, dessen Werke ihn zum
Meister der Seegeschichte machten. Geboren 1844 in New York City, war er einer
von vier Söhnen des englischen Komponisten Henry Russell und seiner Frau
Isabella Lloyd, die ihm ihre literarische Leidenschaft und ein feines
Sprachgefühl mitgaben. Russell verbrachte seine Schuljahre in England und
Frankreich und plante sogar eine Afrikareise, bevor er mit 13 Jahren die Schule
verließ, um in die britische Handelsmarine einzutreten. Seine Jugendjahre auf
See prägten ihn tief und dienten ihm später als unerschöpfliche Quelle für
seine Geschichten. An Bord der „Duncan Dunbar“ lernte er die Härte und Strenge
des Seemannslebens kennen und reiste bis nach Asien und Australien. Eindrücke von
Erlebnissen wie der Eroberung der Taku-Forts vor der Küste Chinas oder der
dramatischen Begegnung mit einem psychisch instabilen Offizier inspirierten
ihn, die eigenen Erfahrungen festzuhalten. Diese Berichte führten schließlich
zu einer Karriere als Schriftsteller, die ihm trotz gesundheitlicher
Rückschläge großen Erfolg brachte.

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