Donnerstag, 9. Juli 2026

Moonfleet - John Meade Falkner

 

Erstmals 1898 erschienen: Der fünfzehnjährige John gerät in das gefährliche Geschäft des Schmuggels – und sucht nach einem wertvollen Diamanten.

 


Titel: Moonfleet
Autor: John Meade Falkner
Originaltitel: Moonfleet
Verlag: kontrabande Verlag‎
ISBN: 978-3911831307‎
Euro: 11,70
Veröffentlichungsdatum: Mai 2025
Seiten: 291
Serie: nein
Come in: vom Verlag

 

 

 

Inhalt/Inhalt
Ein abgelegener Küstenort im südlichen England, Mitte des 18. Jahrhunderts. Der junge John Trenchard stößt auf ein Geheimnis, das tief in die Geschichte seines Heimatdorfes reicht – und mitten hinein in das gefährliche Geschäft des Schmuggels führt. Zwischen Gräbern, Höhlen und stürmischer See gerät er in ein Netz aus Gier, Loyalität und Verrat. Doch am Ende steht nicht das Gold, sondern eine Entscheidung über Mut und Gewissen.

Ein Klassiker der englischen Literatur – atmosphärisch dicht, spannend erzählt und voller moralischer Zwischentöne.

 

Meinung
Erstmals 1898 erschienen, ist dieser Klassiker als in seiner Zeit verhaftet zu lesen. Die neueren deutschen Übersetzungen – diese hier ist gut gelungen – legen leider Wert darauf, die verwendete Sprache der heutigen Zeit anzupassen. Vermutlich ließe sich aus einer eng am Original liegenden Sprache mehr herausholen. Ich denke da an Werke wie „Der letzte Mensch“ von Mary Wollstonecraft Shelley, die ich in genau dieser verlinkten Ausgabe gelesen habe, eben WEIL es original war und nicht an den modernen Sprachgebrauch angepasst. Wir haben eine so reiche und starke Sprache, es ist schade, dass wir sie nur noch so rudimentär benutzen. Da die Modernisierung aber alle neueren Übersetzungen anbelangt, soll das nicht als Kritik zu werten sein. Nur ein Hinweis, dass es noch Leser wie mich gibt, die durchaus mehr bezahlen würden, wenn sie eine gute, originale Übersetzung lesen dürften.

Die Geschichte nun kommt ein bisschen düsterer daher als gedacht, obwohl das Cover es bereits impliziert. John ist fünfzehn und nach dem Tod seiner Eltern bei der Tante aufgewachsen, die jedoch wenig Liebe für ihn übrighatte. Moonfleet liegt an der Küste, die zum Schmuggel genutzt wird. Etliche Sagen und Geistergeschichten ranken sich um den Ort und den Friedhof – wie sich herausstellt, um neugierige Blicke im Vorfeld abzuwehren. John landet natürlich mittendrin. Der Anführer der Schmuggelbande, Elzevir Block, hat im Jahr zuvor seinen Sohn verloren und nimmt sich nun Johns an. Dieser hat ein Medaillon des längst verstorbenen Colonels gefunden, dem Moonfleet seinen Namen verdankt und stößt auf mehrere Hinweise, dass dieser einen Schatz, einen riesigen Diamanten, versteckt hat. Er und Elzevir geraten in einen Strudel aus Verbrechen und Abenteuern – und es soll zehn Jahre dauern, ehe John in die Heimat zurückkehren kann. Natürlich wartet eine holde Maid auf ihn.

Die Geschichte liest sich angenehm weg, kommt aber größtenteils ohne weibliche Figuren aus. Das Abenteuer beginnt recht spät, denn der Autor nimmt sich viel Zeit, in die Gegebenheiten einzuführen und die eigentliche Geschichte lange vorzubereiten. Manchmal zieht es sich ein wenig und das auch, obwohl John von einem Regen in die nächste Traufe rauscht. Trotzdem oder gerade deswegen ist dieser Roman für Leser, die klassische Abenteuerliteratur lieben, wie gemacht.

 

 

William Clark Russell war ein produktiver britischer Autor des 19. Jahrhunderts, dessen Werke ihn zum Meister der Seegeschichte machten. Geboren 1844 in New York City, war er einer von vier Söhnen des englischen Komponisten Henry Russell und seiner Frau Isabella Lloyd, die ihm ihre literarische Leidenschaft und ein feines Sprachgefühl mitgaben. Russell verbrachte seine Schuljahre in England und Frankreich und plante sogar eine Afrikareise, bevor er mit 13 Jahren die Schule verließ, um in die britische Handelsmarine einzutreten. Seine Jugendjahre auf See prägten ihn tief und dienten ihm später als unerschöpfliche Quelle für seine Geschichten. An Bord der „Duncan Dunbar“ lernte er die Härte und Strenge des Seemannslebens kennen und reiste bis nach Asien und Australien. Eindrücke von Erlebnissen wie der Eroberung der Taku-Forts vor der Küste Chinas oder der dramatischen Begegnung mit einem psychisch instabilen Offizier inspirierten ihn, die eigenen Erfahrungen festzuhalten. Diese Berichte führten schließlich zu einer Karriere als Schriftsteller, die ihm trotz gesundheitlicher Rückschläge großen Erfolg brachte.

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