Dienstag, 12. Juli 2022

(Autorenplausch) … mit Fantasyautorin Sascha Sprikut

Mit realen Geschichten fantastische Welten bauen

 

Sascha Sprikut:
Website: https://sascha-sprikut.com/

Newsletter: https://sascha-sprikut.com/mein-newsletter/

Mein Buch: https://sascha-sprikut.com/mein-buch/

Kontakt: info@sascha-sprikut.com

 

 

Ich weiß noch, wie ich mit 15 zum ersten Mal Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin gelesen habe. Ich bin in eine Welt eingetaucht, die faszinierend, brillant in ihren Details und unendlich grausam ist. Die Möglichkeit, etwas Fantastisches kennenzulernen und die eigene Realität hinter mir zu lassen, ist das, was ich am meisten an Fantasy mag.
Ich liebe dieses Genre wie kein anderes und darum schreibe ich darin.

Was mich an George R. R. Martins Welt so faszinierte, war, dass sie trotz fantastischer Elemente wie Drachen, Riesen und Magie unglaublich viele Parallelen zu unserer Welt aufweist. Später habe ich gelernt, dass sehr viele der Ereignisse in Das Lied von Eis und Feuer von tatsächlichen historischen Begebenheiten wie den Rosenkriegen, der Errichtung des Hadrianswalls oder dem Untergang des Römischen Reiches basiert. Viele Fans sagen, dass dies einer der Gründe ist, warum sich Martins Welt so real und ausgefeilt anfühlt.

Bei meinem ersten Roman Die Königin der Wahnsinnigen war mir früh klar, dass ich eine Welt erschaffen möchte, die meine Leser begeistert. Anders als viele denken, erfordert das Schreiben von Fantasy nämlich sehr wohl Recherche, denn auch in einer fantastischen Welt sollte es eine interne Logik geben, die in sich schlüssig ist. Sonst fühle ich mich als Leserin betrogen.

Doch wie habe ich diesen Prozess gestartet?

Im Internet gibt es unzählige Videos, Blogartikel und Anleitungen, was man alles beim Bau einer Fantasy-Welt beachten muss. Was mich wirklich weitergebracht hat, waren die Ratschläge des US-amerikanischen Bestseller-Autors Brandon Sanderson. Er hat verschiedene Punkte genannt, die Teil des Weltenbaus sein können:

·         Kultur

·         Geografie

·         Flora und Fauna

·         Sprache

·         Religion

·         Geschichte

·         Anthropologie

Sandersons Ratschlag, um sich nicht im Weltenbau zu verzetteln, lautet, sich ein paar Aspekte herauszupicken und diese richtig ausführlich auszuschreiben. Den Rest sollte man eher andeuten.
Ich finde diesen Vorschlag klasse und wende ihn selbst in meinem Roman an. Da Geschichte eine absolute Leidenschaft von mir ist, habe ich mich sehr auf die historischen Hintergründe und die Kultur des Landes konzentriert, in dem mein Buch spielt. Meine Inspiration war die Iranische Revolution, die sich im Jahr 1979 ereignete.

Die Iranische Revolution war ein sehr vielschichtiges und kompliziertes Ereignis mit fatalen Konsequenzen. Sie führte zur Absetzung der Monarchie und der Entstehung der heutigen Regierungsform im Iran. Was mich an diesem Ereignis immer sehr fasziniert hat, war die Tatsache, dass eine treibende Kraft der Revolution junge Frauen waren, die durch die Folgen der Revolution später massiv ihre Freiheitsrechte verloren haben.

Ich habe mich gefragt, was wäre, wenn meine Protagonistin – eine junge Adlige, die von einem schweren Schicksal verfolgt wird – sich plötzlich inmitten von revolutionären Protesten wiederfinden muss.

Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen und so habe ich die Iranische Revolution in stark abgewandelter Form als Inspiration für den Hintergrund meines Buches genommen. Mein Roman spielt in einem orientalisch anmutenden Land, das eine sehr konservative Kultur hat, die sich gerade im Umbruch befindet.

Um die ganzen Details über die Welt festzuhalten, habe ich Notion verwendet. Das ist eine Notiz-App, die es erlaubt viele Unterseiten zu erstellen, sodass man am Ende ein eigenes kleines Wiki hat.

Ein reales Ereignis zu nehmen und auf angemessene Weise umzuwandeln, hat nicht nur Spaß gemacht, sondern mir geholfen, meiner Welt einen Konflikt zu geben, der sich real anfühlt. Die Menschheitsgeschichte ist voller spannender Ereignisse. Manche davon lesen sich so fantastisch, dass ich kaum glauben kann, dass sie wirklich passiert sind. Für mich als Fantasyautorin ist Geschichte darum eine Goldgrube der Inspiration.

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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