Dienstag, 23. Juni 2020

(Gesammelt) Abgebrochene Romane


QualityLand – Marc-Uwe Kling (Kauf)
Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?

Abgebrochen auf Seite 146 (von 382).
Eine Weile schien es, als würde ganz Deutschland dieses Buch lesen, also habe ich es mir im TB-Format gekauft. Leider ist der Funke auf mich nicht einmal ansatzweise übergesprungen, es war ziemlich flach und zudem auch noch schlecht geschrieben. Dabei hat sich der Autor Gedanken gemacht, selbst wenn sich vieles wie eine Zusammenstellung anderer fiktiver Dystopien liest. Oft wirkte es so, als habe Kling wahlweise nach einem Zeigefinger oder einem Ulk gesucht, damit jedoch wirkt das meiste leider extrem aufgesetzt. Mein Eindruck, dass es vielleicht mehr für Wenigleser gedacht ist, verstärkte sich schließlich mit fast jeder Seite. Zu deutlich kristallisierte sich heraus, dass der Autor seine Leser direkt mit der Nase auf all die Dinge stoßen wollte. Und Sex, davon gibt es auch eine Menge. Beides gemeinsam sagt einiges über Niveau und „Bildungsgrad“ dieses schlecht umgesetzten Machwerkes aus. Leider kann ich es nicht empfehlen. Wer für inhaltsstarke Werke dieser Art zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln neigt, sollte sich lieber an die Klassiker halten.


Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm – Richard Morgan (Kauf)
Welche Bedeutung hat der Tod in einer Welt der Unsterblichen?
Im fünfundzwanzigsten Jahrhundert ist die Wirklichkeit längst digital, und der menschliche Geist kann wie ein Programm in einen neuen Körper heruntergeladen werden. Als der ehemalige Elitesoldat Takeshi Kovacs nach fünfhundert Jahren wieder aufwacht, ist sein schlimmster Albtraum wahr geworden. Und jetzt muss er in einer Welt, in der Sterben eigentlich unmöglich ist, einen Mord aufklären…
Jetzt als Netflix-Serie groß verfilmt!

Abgebrochen auf Seite 204 (von 600).
Es ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen, seit ich dieses Buch in einem Laden in der Hand hielt und dann doch nicht kaufte, weil ich zu wenig Geld dabei hatte. Als ich im letzten Jahr las, dass es verfilmt worden ist, erinnerte ich mich daran und holte es in den Haushalt. Leider merkt man dem Roman sein Alter sehr genau an. Nicht nur was das Textliche anbelangt; leider handelt es sich ebenfalls um eines dieser sehr männlich gehaltenen Werke, für die ich subjektiv noch nie viel übrig hatte. Das beginnt beim Protagonisten und wie er die Welt sieht und für sich moralisch zurechtbiegt, geht über die geschaffene fiktive Gesellschaft bis hin zur Auflösung (die ich noch vorm Zuklappen des Buches gelesen habe und die wenig überraschend war). Wie man so ein Werk an den aktuellen Zeitgeist angepasst hat, würde ich sehr gern sehen, leider gibt es die Serie nur auf Netflix zu sehen. Bei älteren Werken in die Leseprobe zu sehen, ist ohnehin immer empfehlenswert. Ich habe es leider versäumt und muss nun damit leben. Morgans Unsterblichkeitsprogramm ist kein völliger Ausschuss und für Fans im Genre hat es auch einiges zu bieten. Zu überlegen wäre nur, ob man dafür wirklich Geld ausgeben möchte.


Kommentare:

  1. Hey Daniela,

    "Qualityland" hatte ich als Hörbuch auf einer längeren Zugfahrt gehört. Dafür war es passend. Aber ich stimme dir zu, sonderlich gehobene Unterhaltung ist es nicht und die Känguru-Chroniken fand ich vom Witz her auch deutlich gelungener und etwas weniger platt.

    Zu "Altered Carbon" hatte ich die Netflix-Serie mal angefangen, aber dann nie weiter geschaut. Habe mittlerweile auch keine Erinnerungen mehr an die ersten paar Folgen... :'D Von daher ist vllt die Serie auch nicht sonderlich fesselnd geworden...

    Liebe Grüße
    Alica

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    1. Hallo Alica,

      ich habe vor Jahren das mit dem Känguru gelesen, kann mich aber beim besten Willen nicht daran erinnern. Vor einigen Tagen kam aber eine Pressemitteilung ins E-Mail-Postfach, weil das nun wohl verfilmt worden ist.
      Dann war die Serie wohl nicht so? :) Glaub ich gern.

      LG
      Daniela

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    2. Stimmt, aber ich glaube, der Kängugu-Film soll nicht so gut sein. Bzw. dafür brauchten sie ja einen lineare Handlung, während die Bücher eher einzelne Szenen waren.

      Also wenn ich mich sooo wenig an eine Serie erinnern kann, wird sie sicher nicht gut gewesen sein. XD Habe sie ja auch abgebrochen, was ich selten tue, weil zumindest weiterschaue, wenn ich krank bin und eh nichts besseres tun kann. :D

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    3. Ich bin mir zudem nicht sicher, ob der Film auch für alle funktioniert, die das Buch nicht kennen. Vielleicht muss man es mal ansehen, wird ja sicher iwann im TV laufen. :)
      Ja, eben, das Abbrechen sagt ja auch oft eine Menge :) Hoffentlich hast Du noch ein paar bessere gefunden!

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  2. Interessant, "Qualityland" habe ich auch schon seit einer Weile auf der Liste, weil ich echt das Gefühl hatte, dass das Buch alle außer mir gelesen hätten. Aber ich war mir die ganze Zeit nicht sicher, ob das tatsächlich meinem Beuteschema entspricht. Nach deiner Kritik vermute ich jetzt fast mal: nein. Dann kann ich das Buch ja beruhigt wieder von meiner Liste streichen. ;-)

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    1. Schön, dass Du mal wieder reinschaust. :)
      Bei mir lag es auch eine ganze Weile rum, ehe ich mir ein Herz gefasst habe. Schau einfach mal in die Leseprobe, das sollte Dir schon eine Menge verraten. Hätte ich es mal gemacht ...

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  3. Hi Daniela,

    durch "Qualityland" musste ich mich auch ganz schön durchquälen und konnte mir gar nicht vorstellen, warum soviele so begeistert davon sind. Wer einigermaßen Science-Fiction und Dystopien-erprobt ist, findet da wahrlich nix Neues. Als Fan des Känguruhs hat mich zwar doch das eine oder andere Easter Egg zum Schmunzeln gebracht und ich fand, dass es zur Mitte und zum Ende hin etwas an Substanz zulegt, aber die große Liebe wurde es bei mir auch nicht.

    Durch die einfache Machart und Nachvollziehbarkeit der Seitenhiebe finde ich es aber grundsätzlich nicht verkehrt, wenn es damit ein paar Wenigleser dazu bringt mal eher wieder zum Buch oder Hörbuch zu greifen und vielleicht sogar noch was gesellschaftskritisches dabei mitnimmt.
    Trotzdem stehen mir immer etwas die Haare zu Berge, wenn in unserer Buchclub-Runde wieder jemand das Buch empfiehlt ...

    Viele Grüße

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    1. Schön, dass Du mal wieder reinschaust :)
      Ich denke, für das Genre SF ist es auch nicht gedacht gewesen und hat nur das (Pseudo-)Mäntelchen angezogen.
      Aber was ist, wenn die Wenigleser nur durch die Werbung angezogen werden und hinterher denken: "wusste ich doch, dass Lesen nicht lohnt"? Kritisch fand ich es leider nicht, nur effektheischend.
      Nun ja, es gibt ja noch genug andere Bücher. :)

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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