Donnerstag, 22. Februar 2018

Die Blutkönigin - Sarah Beth Durst

Titel: Die Blutkönigin
Autorin: Sarah Beth Durst
Originaltitel: The Queen of Blood
Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3764531881
Euro: 15,00
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2017
Seiten: 544
Serie: Die Königinnen von Renthia 01
Come in: Vom Verlag









Inhalt

Daleina ist eines der wenigen Mädchen, welche die Geister, die den Menschen nicht wohlgesonnen sind, beherrschen und ihnen befehlen können. Zunächst wird sie von einer Dorfhexe ausgebildet und bewirbt sich schließlich an der Akademie für zukünftige Königinnen. Durch die jahrelange und harte Ausbildung kämpft sie sich mehr schlecht als recht durch, immer im Zweifel, ob sie je gut genug für das wichtige Amt sein wird. Als sie von einem Meister erwählt wird, ist es ausgerechnet Ven, der einstige Geliebte der regierenden Königin und von ihr verstoßen. Doch Ven sieht etwas in Daleina, das wichter ist als Macht. Und die Wahl steht schneller an, als alle gedacht haben.


Meinung

(Mit Spoilern!) "Die Blutkönigin" ist der Auftakt einer Trilogie, die aber wie in sich abgeschlossen wirkt und am Ende nicht mit einem unangenehmen Cliffhanger endet. Die Geschichte liest sich flott weg, keine Frage, jedoch lässt sich über die inhaltliche Aussage streiten.
Daleina ist ein kleines Mädchen, als ihr Dorf überfallen wird. Einzig ihre Gabe rettet sie und Eltern und Schwester, alle anderen sterben. Weil das Befehligen von Geistern etwas Besonderes ist, wird sie zu einer Dorfhexe gebracht, die ihr die Grundlagen beibringt. Nur mithilfe der Geister wachsen Pflanzen, und reagiert überhaupt alles, was unter Natur zu verstehen ist. Die Menschen leben in riesigen Bäumen, aus denen sich dann Häuser herausschälen und durch Stege miteinander verbunden sind.
Obwohl Daleina keine großen Fähigkeiten zeigt, aber Ambitionen hegt, bewirbt sie sich an der Akademie. Schon die Aufnahmeprüfung kann Leben kosten, die Geister verstehen keinen Spaß und sind nicht am Fortbestehen der menschlichen Rasse interessiert. Allerdings akzeptieren sie eine menschliche Königin, was im Konzept allerdings reichlich wackelt. Stirbt die alte Königin, sind die Geister frei und zerstören wahllos, bis sie eine neue Königin gewählt haben. Für gewöhnlich die in ihrer Macht Stärkste. Das jedoch kann man von Daleina auch nach Jahren der Ausbildung, die immer mal wieder glaubhaft geschildert wird, nicht sagen. Und sie weiß es, allein sie zieht keine Konsequenzen daraus. Stetig gibt sie während des gesamten Romans ihre Selbstzweifel wider, was leider ausgehalten werden muss. Daleinas Qualitäten liegen jedoch in der theoretischen Ausbildung, dem Wissen, das sie sich gut und schnell aneignet und auch in ihrer Fähigkeit, andere dazu zu bringen, gemeinsam (und eben nicht auch noch gegeneinander) ein Problem anzugehen. Hier hätten viele Vorzüge gelegen, denn dass Daleina Königin wird, daran besteht von Anfang an kein Zweifel. Leider greift die Autorin nichts davon auf, es wird sogar zweimal ins Gegenteil verkehrt, wenn Daleina zwar mit anderen zusammen kämpft, aber stets nur zu ihrem eigenen Vorteil, wenn natürlich auch unbeabsichtigt. Am Ende erlangt sie das ersehnte Amt nur durch einen völlig an den Haaren herbeigezogenen Meuchelmord, der zudem nicht vorher überlegt wird und zahllose Menschen das Leben kostet und der Tatsache, dass außer ihr schlicht und ergreifend niemand übrig geblieben ist nach dem großen Kampf um den Posten als Königin. Auch hier nachdem alle anderen mutig ihren Wert bewiesen haben und nach Anleitung Daleinas in den Tod spaziert sind. Reichlich fragwürdig kommt das Ende also schon daher.
Die amtierende Königin ist zwar mächtig und wunderschön, besitzt jedoch keinen ebensolchen Charakter. Dass Ven nun einerseits an einer Charakterfesten neuen Königin interessiert ist, aber gleichzeitig auch immer wieder auf die alte hereinfällt und sich erneut mit ihr einlässt, wirkt ein wenig unglaubhaft. Er ist ein wenig unnahbar gelungen, soll aber vermutlich auch genauso wirken.
Obwohl es sich um einen Roman für Erwachsene handeln soll, ist die Geschichte bestenfalls All Age und sollte auch genauso gelesen werden. Wer mit ein paar Logiklücken, einer unsteten, aber sympathischen Heldin und einer recht fragwürdigen inneren Aussage leben kann, sollte zugreifen. Die Handlung ist spannend, schnell gelesen und in der Idee vollends überzeugend (und nicht für Zartbesaitete!). Die Umsetzung wackelt aber beim genaueren Hinsehen doch ziemlich und das liegt sicher nicht jedem Leser.


Die Königinnen von Renthia:
1. The Queen of Blood (Die Blutkönigin)
2. The Reluctant Queen
3. The Queen of Sorrow (Mai 2018)


Sarah Beth Durst hat an der Princeton University Anglistik studiert. Sie verbrachte dort vier Jahre damit, über Drachen zu schreiben und sich zu fragen, was die Campus-Gargoyle wohl sagen würden, wenn sie sprechen könnten. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Stony Brook, New York.

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