Freitag, 9. Februar 2018

(Autorenplausch) Lara di Casanova: Göttlich geliebt

Titel: Göttlich geliebt
Autor: Lara di Casanova
Originaltitel, ca. 372 Seiten
ISBN: 978-3-944490-36-6
Euro: 6,99













Anständig bleiben, selbst wenn es mal „unanständig“ wird

„Lust! Tiefer noch als Herzeleid ... aber sie will tiefe, tiefe Ewigkeit.“ So dichtete einst der Philosoph Friedrich Nietzsche und auch wenn er, der den buschigsten Schnauzbart trägt, den ich kenne, mit Erotik so viel zu tun hat wie ein Regenwurm mit einer Perlenkette: Ich beschloss sofort: Lara, er hat recht. Du wirst ihm nicht widersprechen.
Lassen wir Tiefsinn-Verrenkungen beiseite, hat Nietzsche mit diesem Zitat aus seinem „Zarathustra“ nämlich allen Autorinnen und Autoren erotischer Literatur eine Art Erlaubnisschein zum Schreiben ausgestellt. Und das vor über 130 Jahren. Danke, Friedrich! Wirklich! Bis in die Ewigkeit dürfen wir uns jetzt kreativ an Liebe, Leidenschaft und gutem irdisch-weltlichen Sex erfreuen. Was aktuell heißt: Selbst wenn die letzte Biene summt, es weiter erosmäßig brummt.
Ja, die Lust! Die Sehnsucht, sie aufzuspüren und zu erleben, Neues und Frisches über sie zu hören, hat meine Fantasie angespornt. Schnell aber stellte ich bei der Arbeit am Roman fest, wie wichtig mir die Gefühle meiner Protagonistinnen waren. Worte für ihre Lust zu finden, gelang mir leichter, wenn ich mir den Grad ihrer Sehnsucht bewusst machte. Im Roman hieß das für mich, Lust ohne Sehnsucht ist wie Salz ohne Suppe. So hat sich aus der ersten Idee eine lebensnahe Geschichte und eine tiefe Liebe zu meinen imaginären Freundinnen und Freunden entwickelt, deren Erlebnisse mich zunehmend selbst überrascht haben: Lara, Isabel, Chiyoko, Saidu und Leon verdanke ich vier Jahre Schreiben im Flow. Und auch wenn mir manches Mal die Kräfte auszugehen drohten ... es hat nie lange gedauert, bis eine von ihnen geflüstert hat: Hallo du, kannst du nicht mal wieder was klar machen für mich?
Doch das ist nicht alles. Ebenso wichtig ist der Spaß an der Sache, Spaß am Ausdruck. Während des Schreibens habe ich gemerkt, dass sich Humor und eine Prise Sprachanständigkeit wie selbstverständlich ins szenische Beschreiben mit einschlichen. Als meine realen Freundinnen probegelesen und mit Begeisterung reagiert hatten, habe ich diesen Anspruch noch ernster genommen. Die Frage ist ja: Wie kleidet man Lust und ihre schnuckelig-körperlichen Werkzeuge sprachlich ein, ohne mit und in den Worten zu versumpfen? Ja, warum nicht einfach mit einer Prise Humor! Und darum schnäbeln meine drei Freundinnen Lara, Isabel und Chiyoko auch immer wieder scherzhaft über Liebe, Sex und die daran beteiligte Biologie.
Ob ich mir all ihre Abenteuer nur ausgedacht habe? Was wäre, wenn ja? Oder wenn nein? Meine Antwort: Lasst die Worte sprechen, hört ihnen einfach nur zu. Sie sind, und nur das zählt! Sie sind so wirklich wie dirty dancing im steckengebliebenen Fahrstuhl, heiße Küsse im Ruderboot oder das halbtransparente Kleid bei der Hochzeit der bestgehassten Freundin. Im Fahrstuhl beamen wir uns in einen scharfen Quickie am Spiegel. Im Ruderboot muss sie sich allein abmühen, weil er ihrem Schoß so arg viel mitzuteilen hat. Und auf der Hochzeit wird man doch mal ausprobieren dürfen, wie der Bräutigam aus der Wäsche schaut, wenn ich ihn frage, welche Dusche im Haus er für die erfrischendste hält.
Aber all das geschieht allein in unserem Kopf. Er zaubert jene heimlichen Gefühle hervor, in denen wir uns und unsere Körper auch bei der aufregendsten Nebensache der Welt gehen lassen, bis sie glühen, fließen und immer noch mehr wollen.
Womit ich mich als Liebhaberin des Wunderbaren oute, leckere Häppchen und Spezialitäten inklusive, ob regional oder maritim, ob Europas Weine oder Asiens Tee. Mit ihnen geht es mir so wie mit dem Eros: Man kann nie genug davon haben. Ist der Hunger aber gestillt, schmeckt nichts mehr ... bis uns die Sehnsucht nach Lust erneut auf Erlebnistour schickt.
Ach, Friedrich, du, die Lust und die Ewigkeit! Du hast die Spießermoral der Jahrhunderte verspottet und sogar prophezeit, dass der Mensch der Moderne sagen wird: Gott ist tot. Aber klug von dir war, dass du die Lust über das „Herzeleid“ gestellt hast. Lust nämlich währt ewig, „Herzeleid“ nur menschlich lange. Über beides lässt sich unterhaltsam und mit großer Sympathie schreiben – aber nur die Lust zaubert selbst unseren zartesten Zonen ein Lächeln auf die Haut! Einfach göttlich!
Mein Buch gibt es als ePub und mobi bei http://www.cupido-books.com und in allen Shops.

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