Freitag, 29. Oktober 2010

Neuauflage von Maria V. Snyders "Yelena"


Vor Jahren gab es schon einmal die Teile 1 und 2 der Trilogie. Jetzt werden diese mit sensationellen Covern (die vom Original übernommen wurden) neu aufgelegt - allesamt!
Ich kann die Geschichte wirklich weiterempfehlen, ich war vom ersten Band damals mehr als begeistert. Es gibt eine Liebesgeschichte, die steht aber nicht im Vordergrund und unterstreicht nur dezent das Geschehen. Fantasyfans sollten sich die Bücher, die in Reihenfolge gelesen werden müssen, nicht entgehen lassen.
Sie erscheinen im Mira Taschenbuchverlag und werden je 7,95 Euro kosten.



"Yelena und die Magierin des Südens" erscheint im März 2011.
Kurz vor ihrer Hinrichtung wird Yelena ein außergewöhnliches Angebot gemacht: Sie bekommt das beste Essen, eigene Gemächer im Schloß - und riskiert ihr Leben, falls jemand versucht, den Kommandanten von Ixia zu töten.
Und so entscheidet sich Yelena, unter Anleitung des Sicherheitschefs Valek Vorkosterin des Kommandanten zu werden. Aber Valek überlässt nichts dem Zufall: Damit sie nicht flieht, gibt er ihr regelmäßig Schmetterlingsstaub ins Essen. Und nur, wenn sie täglich das Antiserum von ihm erhält, kann sie ihren langsamen und qualvollen Tod verhindern.
Als Rebellen planen, Ixia in ihre Gewalt zu bringen, entwickelt Yelena magische Kräfte, die sie nicht kontrollieren kann. Doch Magie ist in Ixia unter Todesstrafe verboten. Einzig Yris, die Magierin des Südens, kann ihr jetzt noch helfen. Doch wenn Yelena versucht zu fliehen, wird der Schmetterlingsstaub sie langsam aber sicher vergiften.



"Yelena und der Mörder von Sitia" erscheint im April 2011.
Die bösen Kräfte rotten sich noch einmal zusammen – wird Yelena sie aufhalten können?
Nach ihrem Weggang aus Ixia hat Yelena nur wenig Zeit, um ihre Familie kennen zu lernen, aus deren Armen sie als Kind gestohlen wurde: Die Zitadelle von Sitia wartet auf ihr Eintreffen, damit sie unter der Führung der Magierin Yris ihre magische Ausbildung beginnt. Doch dann werden im ganzen Land junge Magierinnen entführt und getötet, um sie ihrer Macht zu berauben. Yelena schließt sich der Jagd auf den Mörder an begleitet von ihrem Geliebten Valek, dem die Hinrichtung droht, sollte er in Sitia entdeckt werden. Und so muss Yelena ungeahnte magische Kräfte entwickeln, um den Mörder zu fangen und ihre Liebe zu schützen.
"Ein weiteres mitreißendes Abenteuer, in dem Maria V. Snyder die internationalen Verwicklungen geschickt Yelenas persönlichen Kämpfen gegenüberstellt." Publishers Weekly



"Yelena und die verlorenen Seelen" erscheint im Mai 2011.
Die bösen Kräfte rotten sich noch einmal zusammen – wird Yelena sie aufhalten können?
Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht, dass Yelena eine Seelenfinderin ist, die Seelen fangen und in die Ewigkeit entlassen kann. Gerade als sie versucht, dieser Gabe Herr zu werden, erhält sie eine verstörende Nachricht: Ferde, der Mörder von elf Mädchen, ist aus dem Gefängnis entkommen und plant gemeinsam mit den Daviians, die Macht in Sitia zu übernehmen. Um das Schlimmste zu verhindern, muss die junge Magierin sich jetzt einer Herausforderung stellen, die sie an die Grenzen ihrer Fähigkeiten bringt. Doch die Hoffnung, am Ende endlich wieder ihren Geliebten in die Arme schließen zu können, verleiht ihr ungeahnte Kräfte.



Neben dieser "Study"-Serie - nach den Originaltiteln "Poison Study", "Magic Study" und "Fire Study" - gibt es auch die "Opal Cowan"-Serie:
1. Storm Glass (2009)
2. Sea Glass (2009)
3. Spy Glass (2010)




http://www.mariavsnyder.com/
Maria V. Snyder wohnt mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern (ein Junge und ein Mädchen) und ihrem Hund in Pennsylvania. Nach ihrem Studium in Meteorologie an der Penn State University stellte sie fest, dass präzise Wettervorhersagen nicht zu ihren Fähigkeiten gehören. Schreiben dafür umso mehr, wie die vielen Artikel in verschiedenen Magazinen und Zeitschriften beweisen.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

"Avatar" bekommt zwei Fortsetzungen


James Cameron's "Avatar - Aufbruch nach Pandora" war der bisher erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten. Besonders seine 3D-Effekte zogen masshaft Zuschauer ins Kino. Weltweit wurden 2,8 Milliarden Dollar eingespielt und er heimste immerhin drei Oscars und zwei Golden Globes ein.
Nun sollen zwei Fortsetzungen gedreht werden. Anfang 2011 will Cameron selbst die Drehbücher schreiben und 2014 soll "Avatar 2", ein Jahr später "Avatar 3" in die Kinos kommen.
Gerüchten zufolge sind beide Filme als abgeschlossene Geschichten geplant, die jedoch auf den Charakteren und der bereits bekannten Thematik aufbauen sollen.

Frage: Spaß an der Sache oder Geldschneiderei? Obwohl mir Teil 1 nicht mal annähernd gefiel, würde ich in Teil 2 mal reinschauen - und sei es nur, um zu sehen, ob es noch schlechter geht ...

Mittwoch, 27. Oktober 2010

"Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels"


Wer liebt ihn nicht, diesen ultimativen Helden? Auch wenn er ein bisschen in die Jahre gekommen ist, hat er doch nichts von seinem Charme und seiner Abenteuerlust verloren! Und nur er kann einen Hut auf diese Art und Weise aufsetzen!
"Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" am 28.10.2010 erstmals im deutschen Fernsehen. Sat.1 zeigt den Film um 20.15 Uhr.



1. "Jäger des verlorenen Schatzes"
Indiana und die Bundeslande
2. "Indiana Jones und der Tempel des Todes"
Indiana. die Sängerin Willie und der Waisenjunge Shorty befreien die Kinder eines indischen Dorfes aus den Fängen eines uralten Kultes.
3. "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug"
Zusammen mit seinem Vater sucht Indiana den Heiligen Gral.
4."Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels"

Das Geheimnis der Apothekerin - Julie Klassen


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim SCM Hänssler-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

Lillian - Lilly - Haswell lebt zusammen mit ihrem Vater Charles, einem Apotheker, seinem Lehrling Francis Baylor und ihrem kleinen Bruder Charlie, der geistig zurückgeblieben ist, in der Familienapotheke. Die Mutter hat vor einigen Jahren die Familie verlassen und ist zusammen mit einem geheimnisvollen Offizier davongesegelt. Niemand scheint zu wissen, warum sie das getan hat und das Mädchen steckt alles darin, ihre Mutter wiederzufinden.
Der Bruder ihrer Mutter ist kinderlos geblieben und sucht einen Erben. Als er von Charlies Behinderung erfährt, entscheidet er sich dafür, Lilly zu sich nach London zu holen, um ihr eine standesgemäße Ausbildung zu ermöglichen. Beinahe zwei Jahre bleibt sie dort, lernt richtig zu sprechen, zu tanzen, zu gehen. Außerdem hofft die Familie einen passenden Ehemann für Lilly zu finden. Doch die junge Frau sagt, was sie denkt und stammt aus einem kleinen Dorf, als Tochter eines gewöhnlichen Mannes. Ihr Wissen über Tinkturen und Kräuter lässt den jungen Arzt Adam Graves auf sie aufmerksam werden.
Unerwartet erkrankt Lillys Vater, so dass sie in ihr Heimatdorf zurückkehrt, in dem sich viel verändert hat. Die Apotheke ist heruntergekommen, die Nachbarn meiden das Haus. Der einst stolze Vater igelt sich ein und weigert sich, Lilly zu helfen. Also krempelt diese die Ärmel hoch und versucht, so gut es geht die Löcher des sinkenden Schiffes zu stopfen. Aber als Frau und mitten im Streit der Ärzte und Apotheker um Zuständigkeitsrechte fällt ihr das wahrlich nicht leicht.
Francis arbeitet inzwischen für die Konkurenz, unterstützt seine heimliche Jugendliebe aber wo er kann. Doch er muss tatenlos dabei zusehen, wie ein Arzt aus der Stadt ins Dorf zieht und Lilly den Hof macht. Diese ist völlig überrascht davon, dass Adam sein medizinisches Wissen in der Provinz verbessern will.
Der Sohn des reichen Gutsbesitzers, Roderick Marlowe, entdeckt auch bald die Vorzüge der schönen Apothekerin und so sieht Lilly sich gleich mit drei Verehrern konfrontiert. Welchen soll sie im Chaos, das ihr Leben ist, wählen, wenn ihr Verstand das eine rät, ihr Herz aber etwas völlig anderes?
 
Das Cover wurde größtenteils vom Original übernommen, was erfreulich ist, denn dieses ist großartig. Eine junge Frau mit zeittypischer Frisur und Kleidung sieht aus einem Fenster. Neben ihr stehen Kräuter und Tinkturen, die im Originalcover etwas besser zu erkennen sind.
 
Ich habe schon eine Weile mit Julie Klassen geliebäugelt, denn nicht nur, dass sämtliche Cover und Klappentexte zu überzeugen vermögen, in den Geschichten spielen starke Frauengestalten eine Rolle. Dass es sich um einen christlichen Roman handelt, würde man wohl nicht bemerken, würde es nicht draufstehen. Wer sich das Buch nur aus diesem Grund entgehen lässt, verpasst auf jeden Fall eine hervorragende Geschichte und sollte überlegen, ob es das Wert ist.
Obwohl ich zunächst etwas anderes erwartet habe und mich erst an Frau Klassens Art zu erzählen gewöhnen musste, war ich dennoch schnell von der Lebendigkeit der Story und der großen Emotionalität gefangen. Gerade im letzten Drittel schien es mir unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen und Seite auf Seite flog an mir vorüber.
Lilly macht im Laufe der Geschehnisse eine Wandlung durch. Zunächst ein verletztes, kleines Mädchen, schließlich die verhätschelte Lieblingsnichte und dann eine gestandene Frau. Jede einzelne Facette von ihr ist glaubhaft und es gelingt der Autorin, große Sympathien trotz der kleinen Macken - oder vielleicht gerade deswegen - beim Leser hervorzurufen. Das ist teilweise auch nötig, denn Lilly scheint ansonsten beinahe makellos. Sie ist sehr schön und zudem auch sehr klug, denn sie hat ein fotografisches Gedächtnis. Sie handelt so, wie es ihr richtig erscheint und bekommt neben ihren Verehrern auch anderweitig viel Hilfe wegen ihres liebreizenden Charakters.
Obwohl schnell festzustehen scheint, wer der Mann ihres Herzens sein wird, schafft es die Autorin, den Leser immer mal wieder an der Nase herumzuführen. So ist nie klar, ob es Adam oder Francois oder sogar Roderick sein könnten. Alle drei buhlen auf ihre Art und Weise um die junge Frau und es scheint zunächst keiner geeignet zu sein. Doch auch die Herren durchlaufen einen Veränderungsprozess, manche stärker als andere.
Das Thema Liebe wird stark thematisiert, wobei es eher um die Frage geht, mit wem man sein Leben verbringen möchte. Die Paare im Buch haben nicht immer die beste Entscheidung getroffen, nicht immer auf Herz und/oder Verstand gehört und so müssen oft sogar deren Kinder die Misere ausbaden. Hätte Lilly nicht das Trauerspiel ihrer Mutter vor Augen, das sich Stück für Stück offenbart, wer weiß, ob sie auf ihr Inneres gelauscht hätte.
Der Roman ist mit Kräuterrezepten und Tinkturen durchsetzt, jedes Kapitel beginnt beispielsweise mit einem solchen. Diese sind aus Sachbüchern des achtzehnten Jahrhunderts entnommen, es wird aber nachdrücklich empfohlen, sie nicht nachzumachen. Zwar klingt einiges wirklich weit her geholt, aber anderes verwenden wir heute wieder. Hier ist der Autorin wieder ein Clou gelungen, denn ich kann mir vorstellen, dass einiges an Recherche nötig war, um glaubhaft zu bleiben. Auch die wahren historischen Details um das Apothekerhandwerk und die Verleumdungen von Ärzten, die ihren Berufsstand bedroht sahen, tragen dazu bei.
Es fällt schwer, die vielen Facetten des Buches angemessen zu besprechen ohne jeweils zu viel zu verraten. Fakt ist, dass die Story von Beziehungen und Emotionen lebt. Hier wird nichts in die Luft gejagt, niemand ermordet, keiner ausgepeitscht oder unsittlich berührt. Und trotzdem tut sich eine Tragödie nach der nächsten auf. Gegen Ende heißt es Taschentücher bereit halten, denn es tun sich mehrere kleine Showdowns auf. Schließlich aber gibt es das von Herzen gewünschte Happy End und lässt den Leser voller Gefühle und Befriedigung die letzte Seite umschlagen.
Ein Pageturner, den man kaum aus der Hand zu legen vermag.


Ihre Homepage: http://www.julieklassen.com/
I am a fiction editor and novelist who loves all things Jane—Jane Eyre and Jane Austen. I have been writing since childhood, but Lady of Milkweed Manor was my first novel. It was a finalist for a Christy Award and won second place in the Inspirational Reader's Choice Awards. My second novel, The Apothecary's Daughter, was a finalist in the ACFW Book of the Year awards. My third, The Silent Governess, won a 2010 Christy Award and was also a finalist in the Minnesota Book Awards, ForeWord Reviews Book of the Year Awards, and the RITA Awards.
I graduated from the University of Illinois and enjoy travel, research, BBC period dramas, long hikes, short naps, and coffee with friends. My husband and I have two sons and live near St. Paul, Minnesota.

Freitag, 22. Oktober 2010

Heute Nacht riskier ich alles - Julie Cohen


Marianne Webb hat ihr perfektes, beschauliches Leben satt. Immer musste sie die brave Tochter sein, immer gute Noten, die beste Ausbildung und den erfolgversprechendsten Verlobten haben. Doch nach einer Schockdiagnose bricht sie aus und zieht zu ihrem Cousin Warren. Sie arbeitet in einer Bar hinter der Theke und erlebt dort auch die Versteigerung begehrter Junggesellen mit, deren Erlös für einen guten Zweck gespendet werden soll.
Oscar - Oz - Strummer wird von seinem besten Freund Jack Taylor überredet an der Junggesellenversteigerung teilzunehmen und damit die auch ein toller Erfolg wird, schwatzt der ihm Bikerklamotten und ein aufgemotztes Motorrad auf. Obwohl Oz das eigentlich nicht will, stimmt er zu und staunt nicht schlecht, als eine wunderschöne Fremde dreitausend Dollar für ihn bietet.
Genau das ist es, was Marianne immer wollte: Ausbrechen, etwas Gewagtes tun. Und Oz scheint dafür genau richtig zu sein. Atemlos preschen die beiden auf dem Motorrad durch die Nacht, angezogen von der Nähe des jeweils anderen. Doch die Zeit ist viel zu schnell vorbei und es wird klar, dass sie nicht zu diesem Mann passt. Denn er ist kein Rowdie, sondern ein waschechter Arzt - ein Mann, den auch ihr Vater für sie ausgesucht hätte. Mit ihm kann es keine Zukunft geben.
Doch so leicht gibt Oz nicht auf. Aber er sucht nach etwas Langfristigem, einer echten Beziehung, während Marianne genau davor zurückschreckt ...



Das ist der zweite Teil zu "Hello, Kitty!", muss aber nicht in Reihenfolge gelesen werden. Die Helden aus Teil 1 Jack und Kitty tauchen nur am Rande auf - und sind immer noch glücklich.
Die Geschichte spielt mit Klischees, auf denen sie auch aufbaut und den Gefühlen von zwei Menschen, die zunächst nicht wirklich wissen, was sie wollen. Aber diesmal übertreibt es die Autorin nicht. Von einem Roman dieser Reihe werden einige Dinge einfach erwartet und in "Heute Nacht riskier ich alles ..." auch voll erfüllt. Da gehören Dinge wie ein Motorrad oder das Erlernen des Barkeeper-Jobs einfach dazu. Immer, wenn es anfing auszuufern, wurde ausgeblendet und zur nächsten Szene übergegangen. So ganz ausgereift finde ich auch diesen Roman nicht, aber er ist sehr unterhaltsam geschrieben. Atmosphärisch dicht wird die Annäherung von Marianne und Oz voller Kribbeln und Herzschmerz geschildert. Abwechselnd wird es heiß und emotional. Immer wieder angeheizt zu werden ist zunächst amüsant, gegen Ende aber fast ermüdend. Schließlich läuft dieser Spannungsbogen sehr befriedigend aus. Aus der großen Trennungsszene hätte aber trotzdem ein bisschen mehr herausgeholt werden können.
Marianne trägt ihr Leben wie ein Geheimnis mit sich herum. So furchtbar ist dieses nicht, es ist allerdings gut nachvollziehbar, dass sie es niemandem erzählen will, vor allem nicht Oz. Die Heldin ist sehr sympathisch und trotz ihrer gewagten Aktion immer noch selbstzweiflerisch genug, um nicht als Überheldin die Handlung zu doktrinieren. Einige werden sie beneiden und hassen, andere aber mit ihr fühlen und sie dafür mögen, dass sie zu sich selbst findet und es auch bleibt.
Oz ist ein Held, wie ich ihn mag. Er lässt seiner Geliebten viel Raum, achtet aber dennoch stets auf sie. Er zwingt sie zu nichts und nimmt es daher auch hin, verletzt zu werden. Seine Vergangenheit wird nicht ganz so detailliert beschrieben, wie Mariannes, dennoch hatte ich ihn stärker vor Augen, als sie. Er wirkte allein durch seine Familie menschlicher; warmherzig und trotzdem breitschultrig genug, um gemütliche Abende eng an ihn gekuschelt verbringen zu können.
Insgesamt habe ich den Roman sehr gern gelesen und mich dabei ertappt zu hoffen, dass es auch andere Personen, die darin auftreten, zu einer eigenen Geschichte bringen. Warren vielleicht, der hätte es verdient. Und warum nicht mal eine gleichgeschlechtliche Beziehung?

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Bodyfinder-Das Echo der Toten - Kimberly Derting


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Coppenrath-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

Violet Ambrose besitzt eine unheilvolle Gabe: Sie spürt das Echo der Toten, als würden diese etwas von sich auf Erden zurücklassen. Erst, wenn die Leiber zur Ruhe gebettet werden, wird dieses Echo schwächer. Also streift Violet seit frühester Kindheit mit ihrem besten Freund Jay Heaton durch die Wälder und sucht ermordete Tiere, damit diese sie nicht mehr rufen.
Nach dem vergangengen Sommer hat sich aber einiges verändert. Zum einen hat Jay einen Wachstumsschub bekommen und übt nun eine ganz eigene Faszination auf Violet aus, der sie sich kaum entziehen kann. Zum anderen ruft sie - zum zweiten Mal in ihrem Leben - kein totes Tier, sondern ein ermordetes Mädchen zu sich. Violet weiß, dass sie das gleiche Echo auch am Mörder wahrnehmen könnte, wäre sie ihm nahe genug, doch sie glaubt, wie die gesamte Stadt, dass es sich um einen Einzelfall handelt.
Schlimmer für sie ist es, dass Jay auch den anderen Mädchen der Schule aufgefallen ist und von ihnen belagert wird. Sie ist hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, ihn zu küssen und dem, nicht ihren besten Freund zu verlieren.
Und dann wird ein weiteres Mädchen tot aufgefunden und ein drittes verschwindet. Violet ist sich sicher, dass sie selbst den Mörder suchen muss, denn dieser hinterlässt keine anderen Spuren. Doch sie ist längst selbst in sein Visier geraten ...


Das Cover wurde vom Original übernommen und nur farblich verändert. Außer, dass die Handlung rund um einen Wald stattfindet, konnte ich keine Bezüge feststellen. Allerdings halte ich das Cover dennoch für sehr gelungen, weil es sich den Genres anpasst und trotzdem stilsicher ein Hingucker ist.
Und ganz nebenbei aus der Masse heraussticht, einfach indem kein computerbearbeitetes Mädchengesicht darauf abgebildet ist.


Der Roman ist ganz zufällig bei mir reingeflattert und ich hätte ihn von allein nie gelesen. Schon allein die Ankündigung, dass es ein Thriller ist, hätte mich umgehend weggescheucht.
Doch in "Das Echo der Toten" liegt der Fokus der Handlung eindeutig auf der Beziehung zwischen Violet und Jay. Alles, was mit den Ermordeten zu tun hat, ist eher schmückendes Beiwerk und wird auch nicht zu detailliert beschrieben. Darum sind diese beiden Linien zu betrachten: Liebe und Verbrechen.
Die Liebe lässt nicht lange auf sich warten. Schon auf den ersten Seiten wird sie thematisiert und dem aufmerksamen Leser entgeht nicht, dass auch Jay gewisse Gefühle für Violet entwickelt hat. Ehe die beiden schließlich zueinanderfinden, dauert es, aber das Katz-und-Maus-Spiel ist ausgesprochen unterhaltsam und sehr romantisch geschildert. Wem so etwas liegt, sollte nicht versäumen, zuzugreifen! Alle anderen haben es natürlich längst gemerkt, ob Eltern oder Freunde in der Schule, nur die beiden machen sich noch etwas vor. Und Violet nimmt die Einladung zum Homecoming-Ball eines anderen an ... Für Herzschmerz und süße Gefühle ist also gesorgt. Der Sprung zum ersten Kuss allerdings kam so urplötzlich, dass ich die Stirn runzeln musste.
Die Thrillerebene ist vorhanden und durchaus spannend gestaltet worden. Immer wieder gibt es kurze Kapitel, die aus der Sicht des Mörders geschrieben worden sind. Hier wird deutlich, dass es ein völlig normaler Mann sein muss, der in einer größeren Menge untergeht und sich an der Aufregung der anderen labt. Allerdings wird einem sehr aufmerksamen Leser schon früh klar sein, in welcher gesellschaftlichen Stellung dieser Mann anzutreffen ist.
Es wird klar benannt, dass tote Mädchen gefunden werden, diese werden aber nicht weiter beschrieben. Auch was mit ihnen vom Zeitpunkt geschieht, als der Mörder sie gefangen nimmt, bis hin wenn sie gefunden werden, wird nicht gesagt. Das kann man sich freilich denken, aber es liegt sicher nicht nur daran, dass der Roman für junge Erwachsene geschrieben wurde, wenn das nicht ausgebreitet wird.
Die Aufklärung, wie das gesamte Ende, war mir zu sprunghaft. Als wäre am Ende offenbar geworden, dass es so nicht ganz hinhaut und die Autorin noch schnell eine zweite Stufe einbauen musste, damit Jay Violet retten kann.
Alles bricht an der spannendsten Stelle ab und wird nur sehr kurz in einer Art Epilog aufgelöst, was eher weniger zufriedenstellend ist. In Anbetracht dessen, dass es ein weiteres Abenteuer um Violet geben und der Leser erfahren wird, wie es um sie bestellt ist, kann man sich damit abfinden.
Insgesamt ein Roman, der nicht nur für junge Leser geeignet ist, wenn aber eher für Liebesromanleser, als für Thrillerfans. Mir gefiel er sehr gut, viel Gefühl, genug Handlung, sehr sympathische Helden. Die Handlungsstränge und -tendenzen halten sich die Waage und sorgen so für fliegende Seiten.
Alles in allem also wirklich empfehlenswert.



"Desires of the Dead" ist für Mitte März 2011 im Original angekündigt und wird im Herbst 2011 auf Deutsch erscheinen, bisher ohne Titel.
Auszug aus der Ankündigung in "Das Echo der Toten":
"Als Violet die Leiche eines ermordeten Jungen entdeckt, zieht sie unweigerlich die Aufmerksamkeit des FBI auf sich. Nur widerstrebend bietet sie ihre Unterstützung bei den Ermittlungen an. Sie weiß, dass sie mit äußerster Vorsicht vorgehen muss, um ihre Gabe, die Aura der Toten wahrzunehmen, geheim zu halten. Doch schon bald geht es um sehr viel mehr: Ihre Beziehung zu Jay ist in Gefahr ... und ihr Leben."



http://www.kimberlyderting.com/
Der Roman ist K. Dertings Debütroman. Die Autorin wurde in der Nähe von Seattle geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im Nordwesten der USA, in einem Ort direkt am Pazifik, der für sie Quelle vieler dunkler und geheimnisvoller Geschichten ist.
Der Nachfolgeband zu "Bodyfinder - Das Echo der Toten" erscheint im Herbst 2011.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

"Die Geisterfeger" bleiben ohne Fortsetzung


"Die Geisterfeger" von Wendy Roberts erschien im Februar 2010 im Goldmann Verlag. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat würde ich wirklich sehr gern die Fortsetzung lesen.
Auf Nachfrage beim Verlag erhielt ich jedoch leider diese niederschmetternde Nachricht: "Leider können wir Ihnen im Moment noch nicht sagen, wann ein nächstes Buch von der Autorin bei uns erscheint. In absehbarer Zeit ist keine Übersetzung eingeplant."
Anhand der eher geringen Rezensionsbreite vermute ich, dass das Buch bisher nicht gut ankam. Das kann unter anderem auch am Cover liegen, das eine seichte, nicht ganz ernst zu nehmende Frauengeschichte impliziert. Das ist jedoch nicht der Fall. Da auch bei anderen Verlagen gerade die "Thrill-Welle" geritten wird, möchte ich allen auch dieses Buch ans Herz legen.



A Ghost Dusters Mystery:
1. The Remains of the Dead (Die Geisterfeger)
2. Devil May Ride
3. Dead and Kicking

Montag, 18. Oktober 2010

Sarah Lukas ("Der Kuss des Engels") lüftet Geheimnisse


Die Autorin von "Der Kuss des Engels" hat sich endlich ganz offiziell geoutet, denn bei ihrem Namen handelt es sich nicht um ihren richtigen. "„Sarah Lukas“ ist ein Pseudonym. Der Name in meinem Pass lautet Daniela Knor."
Das verrät sie auf ihrer neuen Homepage, auf der es auch andere interessante Fakten nachzulesen gibt.
Mir sagte sie noch ein bisschen mehr: "Mit der Fortsetzung von "Der Kuss des Engels" bin ich so gut wie fertig. Nächste Woche (Anmerk.Soleil: Ab heute!) geht das Manuskript ins Lektorat! Und Jean spielt eine noch größere Rolle als im ersten Band."
Das freut mich sehr zu hören, denn ich mochte Jean sehr gern, vor allem aber auch wenn ich mir den Titel von Band 2 ansehe: "Der Kuss des Jägers". Es scheint, als könnten wir eine ganze Menge erwarten. Sobald es detaillierte Informationen gibt, werdet Ihr sie hier erfahren.

PREMIERE
Ganz exklusiv für diesen Blog gibt es zwei Sätze aus "Der Kuss des Jägers":
"Du hast es mit Blut besiegelt. Es gibt kein Zurück."

Um die Wartezeit zu verkürzen, können Fans des Romans auch zu "Mondträume" greifen, einer Anthologie, die beim Club Bertelsmann erschienen ist. Sarah Lukas ist dort mit einer Engel-Geschichte vertreten.
Aber auch andere namhafte Autoren haben eine Geschichte beigetragen, nicht zuletzt: P.C. Cast, Markus Heitz, Joanne Harris, Kai Meyer, Michelle Raven, Marion Zimmer Bradley, Bernhard Hennen ...
Schaurig-schön, dunkel und magisch, überaus romantisch und im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehend! Lassen Sie sich von diesen 26 Geschichten zu fantastischen Entdeckungsreisen verführen und begegnen Sie Elfen und Engeln, Drachenmenschen und Dämonen, Feen und Waldwesen, Vampiren und Gestaltwandlern. Autoren der Spitzenklasse haben exklusiv für diese Anthologie eine neue Geschichte geschrieben oder sie erscheinen erstmals in deutscher Übersetzung, ebenso wie neue, hochgelobte Talente. Fantastische Lesestunden sind garantiert!

Wer lieber Fantasy liest, sollte zu den folgenden Büchern greifen:
"Nachtreiter"
Dämonische Finsternis hat sich über die Heimat der Steppenkrieger Braninn und Grachann gelegt. Nur die beiden Freunde ahnen, dass ihr Oberster Heerführer selbst der Dämonenbeschwörer ist. Ihr Angriff schlägt fehl, und sie müssen fliehen. Ausgerechnet unter ihren Feinden finden sie unerwartete Hilfe von zwei Rittern, einer rätselhaften Halbdämonin und einer magisch begabten Priesterin. Um das Licht zurückzubringen, müssen die ungleichen Gefährten nicht nur alte Feindschaften überwinden, sondern geraten auch in tödliche Gefahr.
Der Auftakt zu einer düsteren Fantasy-Saga für alle Fans von Monika Felten, Sara Douglass und Trudi Canavan.

"Sternenwächter"
Die Fortsetzung ihres hoch gelobten Epos »Nachtreiter« führt in ein magisches Reich, das aus ewiger Dunkelheit zurück ins Licht gebracht wurde: Dem jungen Regin ist es gelungen, die Kräfte der Finsternis vorerst zu besiegen. Doch nun nistet sich ein Dämon in Regin ein und gewinnt Macht über ihn. Die letzte Hoffnung liegt bei den Elben, und Regins einziger Vertrauter Arion begibt sich auf eine wagemutige Suche. Können die legendären Geschöpfe den Gefährten beistehen?


Wer mehr Bücher finden will, der goo.glet einfach nach dem richtigen Namen (Stichwort: Das Schwarze Auge).
Ob übrigens jetzt als nächstes ein weiterer Engel-Roman oder ein weiterer Elbensang-Roman entsteht, liegt einzig und allein in der Hand des Verlages. Denn auch das wird in der nächsten Zeit entschieden.


Donnerstag, 14. Oktober 2010

Dragon Love 02: Manche lieben's heiß - Katie MacAlister


Aisling Grey verschlägt es diesmal nach Budapest, wo sie für ihren Onkel ein Amulett an einen Einsiedler abliefern soll. An ihrer Seite ihr Hundedämon Jim. Schon bei ihrer Ankuft stürzen sich die Männer reihenweise auf sie und das auch noch vor Drake, der ihr ihren Freiraum zugesichert hat, ihr aber dennoch gefolgt ist. Mit einer umwerfend gutaussehneden Drachenfrau.
In ihrem Hotel findet eine Tagung statt, zu der sich allerlei Hexen, Hüerinnen und dergleichen eingefunden haben. Aisling hofft hier eine Lehrmeisterin zu finden, die ihr beibringen kann, eine echte Hüterin zu sein. Doch ihre Angebote werden abgelehnt, als sich herumspricht, dass sie die Gefährtin des Wyvern der grünen Drachen ist. Die Drachen haben sich ebenfalls eingefunden, um Friedensgespräche zu führen und Aislings Verhalten bedingt deren Fortschritt. Sie bemüht sich sehr, doch dann beginnt jemand damit, Hüterinnen umzubringen. Ihre Nachforschungen werden durch das Amulett, dass sie noch immer bei sich trägt und das alle Männer verrückt nach ihr werden lässt, erschwert.
Und dann wird sie auch noch selbst für die Mörderin gehalten ...



Auch im zweiten Teil geht es rasant zu und im Prinzip ließen sich die gleichen Dinge aufzählen, wie schon bei "Feuer und Flamme für diesen Mann". Wer aber so weit gekommen ist, wird sich absolut nicht mehr an diesen kleinen Nichtigkeiten stören, sondern viel mehr dieser halbverrückten Heldin gespannt über die Schulter schauen.
Schade ist allerdings, dass Jim, der nicht auf den Mund gefallene Hundedämon, nur am Beginn und am Ende auftaucht. Dazwischen ist er irgendwie entsorgt worden, wohl einerseits, damit er seiner Herrin nicht helfen kann und die so nicht zu schnell auf des Rätsels Lösung kommt. Zum anderen hätte er die Handlung wahrscheinlich zu sehr gestreckt, denn auch so lassen sich hier und da kleine Längen entdecken, die aber noch gekonnt umschifft werden konnten.
Eine Reihe Incubi treiben ihr Unwesen, aber Aisling hat die Sache schnell im Griff. Ganz bezaubernd dabei der Einfall, dass die Jungs eigentlich keine Lust mehr haben und lieber Musik machen würden oder Pferde züchten. Diese kleinen Details sind es, die Katie MacAlisters Romane lebendig machen und jede Menge Lesespaß schaffen.
Dennoch bin ich mit der Auflösung des Falles und der sehr zweifelhaften Motivation des Täters nicht einverstanden. Zum einen stand seine Identität viel zu schnell fest, zum anderen dreht er sich ja einmal um sich selbst, um dann als jemand völlig anderer quasi neu aufzuerstehen.
Auch die Beziehung von Aisling und Drake tritt ein bisschen auf der Stelle. Erst sacht, dann richtig feurig, dann wieder null. Da muss dann bis Band 3 gewartet werden, ehe sich Neues erschließt. Oder auch nicht, denn erst Band 4 trägt den verheißungsvollen Titel "Höllische Hochzeitsglocken". Es ist zu hoffen, dass Band 1 und 2 im Hinblick auf die Liebesgeschichte in Band 3 nicht einfach neu aufgegossen wird, sondern den ein oder anderen neuen Höhepunkt bringt.
Bunt gemixt wie schon in Teil 1 folgt "Manche lieben's heiß" der bereits vorbereiteten Spur weiter und ergießt sich eher etwas enttäuschend in seinen Nachfolger. Doch die zahlreichen kleinen Details und auch diverse Nebenfiguren heizen dem Leser ein und Seite um Seite fliegt vorbei. Kleine Längen müssen nicht überblättert werden, weil auch sie unterhaltsam geschildert werden.
"Rendevous am Höllentor" ist bereits bei mir eingetroffen und es ist nur eine Frage der Zeit, wann ich mit den lesen beginnen werde. Denn weiterempfehlen möchte ich diese kurze Serie schon jetzt.




01: Feuer und Flamme für diesen Mann (You Slay Me)
02: Manche lieben's heiß (Fire Me Up)
03: Rendezvous am Höllentor (Light My Fire)
04: Höllische Hochzeitsglocken (Holy Smokes)



Die Fortsetzung der Aisling Grey Serie findet sich in der Silver Dragons Serie, in der von May und ihren Zwillingen erzählt wird.
01: Ein brandheißes Date (Playing with Fire)
02: Up in Smoke
03:Me and my Shadow



http://katiemacalister.com/
Die amerikanische Autorin Katie MacAlister wurde im August 1969 in der Nähe von Seattle, Washington als Marthe Arends geboren. Neben ihrem richtigen Namen und ihrem Pseudonym Katie MacAlister benutzt sie als weiteren Namen Katie Maxwell, unter dem sie ihre Jugendbücher veröffentlicht. Ihre Bücher sind regelmäßig mit anglophilien Einflüssen versehen, und enthalten oft eine Heldin mit starken männlichen Gegenpart. Sie ist Mitglied der Schriftstellervereinigung Romance Writers of America.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Faszinierend wie der Kuss des Herzogs - Amanda McCabe

Erschienen: 6. Oktober 2009
Bandnummer: 0518



Clio Chase weiß genau, dass der Duke of Averton, Edward Radcliffe, ein gemeiner Dieb wertvoller Antiqitäten und archäologischer Schätze ist. Doch leider ist es ihr nie gelungen, ihn zu überführen. Hinzu kommt, dass sie sich zwar die größte Mühe gibt, ihn nicht zu mögen, ihr Herz aber leider nicht auf ihren Verstand hören will.
Als sie zwecks einer Ausgrabung nach Sizilien geht, staunt sie nicht schlecht, als ihr der Duke folgt. Mysteriöse Dinge gehen vor, wieder verschwinden Schätze und Edward sucht beständig ihre Nähe. Ob er etwas davon weiß, dass sie und ihre Schwestern die geraubten Schätze einst zurückgeraubt und somit gerettet haben?
Edward ist verwirrt und erfreut zugleich, als er Clio in Sizilien trifft. Die junge Frau geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Doch er macht sich auch Sorgen, denn sie begibt sich unwissentlich immer wieder in Gefahr und verhält sich überhaupt nicht so, wie es eine junge Frau ihres Standes eigentlich sollte. Und was hat sie mit den geraubten Schätzen zu tun?
Ihr gegenseitiges Misstrauen führt die beiden immer wieder zusammen und leidenschaftliche Küsse wecken mehr Begierden, als ihnen lieb ist. Doch Clio weiß einfach nicht, ob sie dabei ist, einem Helden oder echten Schurken ihr Herz zu schenken. Und was ihr davon besser gefallen würde ...



Bei dem Roman handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe. Cora war mit der Übersetzung sehr schnell, denn laut Autorenhomepage erschien das Original "To Deceive A Duke" erst im Mai 2010.
Es finden mehrere Schwestern, die von ihrem Vater nach den Musen benannt wurden, zu ihrem Zukünftigen. In "Betörend wie der Duft der Lilien" (To Catch a Rogue) war es Calliope.
Konnte ich diesen Roman noch bedingt weiterempfehlen, so fällt "Faszinierend wie der Kuss des Herzogs" leider durch. Ich habe nicht einmal das Ende gelesen. Dabei legt die Autorin im Lilien-Band sehr gute Ansätze für Clio und Edward bereit. Warum sie diese nicht aufgreift, ist mir schleierhaft.
Zunächst war ich aber wieder entzückt, dass ich hier einer tatkräftigen und an Archäologie interessieren jungen Dame begegnen durfte. Das Blaustrumpf-Image lässt Clio schnell hinter sich, denn trotz ihres beachtlichen Wissens und ihrer Brille, treibt sie sich auf genügend Bällen und Soireen herum. Ihre Abenteuerlust ist dabei aber genauso groß wie ihre Unbedarftheit, was sie oft in noch größere Schwierigkeiten bringt. Gut, dass Edward, der auch eine sehr weiche Seite hat, immer pünktlich zur Stelle ist, um sie zu retten. Die Beziehung der beiden ist von einigem Knistern geprägt und solange sie zusammen sind, sehr emotional, intim und spannend. In dieser Hinsicht geht dem Roman sicher nichts ab.
Doch leider ziehen sich die Passagen drumherum endlos in die Länge und irgendwie wusste ich nie, woran ich bin. Ein wenig lässt die Autorin ihre Leser da schon im Regen stehen. Die Aufklärung um die Diebstähle habe ich nicht mehr gelesen und dass das Paar zusammenfinden wird, bedingt das Genre, also was soll's, wenn ich es nicht lese? Einige Nebenfiguren wirkten altbekannt und ich denke, es macht Sinn, die Romane der Reihenfolge nach zu lesen. Denn obwohl ich das getan habe, konnte ich manche dieser Nebenfiguren einfach nicht einordnen - es ist ein Jahr her, seit ich den Lilien-Roman gelesen habe. Es schien mir dennoch wichtig und das nicht nur der Vergangenheit wegen, sondern weil es auch Andeutungen für zukünftige Bücher gab.
So machen diese klar, dass Thalia die nächste ist, die zu einem Ehemann findet. Seit Juni 2010 kann man ihre Geschichte im Original "To Kiss A Count" nachlesen.
In diesem Roman hier jedoch wirkte es zudem noch ablenkender, als die Schätze-finden-Story. Irgendwie wusste man nie, worauf man sich nun am ehesten konzentrieren sollte. Die gelungene Liebesgeschichte hat den restlichen Karren leider nicht aus dem schlammigen Matsch gezogen. Dazu war der olle Gaul vorne dran einfach schon zu schwach; wäre er von Anfang an besser gefüttert und auch gebürstet worden, hätte er es vielleicht geschafft, wer weiß.
Dennoch bin ich nun auf Thalia gespannt, die scheint sich in mehrerer Hinsicht von ihren beiden Schwestern zu unterscheiden - und besitzt inzwischen schon zwei Verehrer. Mal sehen, welcher das Rennen macht.



Amanda McCabe schrieb ihre erste Romance mit sechzehn, in der all ihre Freunde die Charaktere verkörperten.
Ihre Bücher wurden mehrere Male für verschiedene Awards nominiert, unter anderem dem berühmten RITA Award, the Romantic Times BOOKReviews Reviewers' Choice Award, the Booksellers Best, the National Readers Choice Award und the Holt Medallion.
Sie lebt in Oklahoma mit jeder Menge Hunde, Katzen und Büchern.
Amanda McCabe schreibt auch unter dem Namen Laurel McKee.

Montag, 11. Oktober 2010

Verführung der Nacht (Anna-Strong-Reihe 01) - Jeanne C. Stein


Anna Strong arbeitet als Kopfgeldjägerin zusammen mit ihrem Partner David. Als beide den dubiosen Donaldson observieren, schafft der es, beide auszunocken. Im Krankenhaus erwacht Anna ohne Erinnerung, muss aber zu ihrem Erschrecken erfahren, dass sie vergewaltigt worden ist. Der Arzt Grant Avery benimmt sich etwas seltsam, entlässt Anna aber nach einigen Tagen nach Hause. Wie soll sie das nur ihrem Freund Max erklären? Und wie die zahllosen Hilfsangebote von David abwehren?
Die Erinnerung holt sie ein, doch es gibt andere Dinge, die ihr mehr Sorgen machen. Ihre schweren Verletzungen heilen in nur wenigen Stunden und sie kann keine feste Nahrung zu sich nehmen. Plötzlich steht Dr. Avery vor der Tür und erklärt ihr, dass sie zu einem Vampir geworden ist und nun ihren Erschaffer Donaldson beseitigen muss.
Doch es gibt noch mehr Probleme: Eine geheimnisvolle Gruppe macht Jagd auf Anna, die sich mit ihren neuen Kräften erst anfreunden muss. Avery hilft ihr, wo er kann und schnell geraten ihre Gefühle durcheinander.
Und dann wird David entführt, doch niemand scheint sich dafür zu interessieren ...



Romane, die mit einer Vergewaltigung beginnen, sind immer so eine Sache. "(...) Ich bin ein Vampir. Wie es dazu kam und von welcher Natur mein Dasein ist, darum dreht sich diese Geschichte. Ich erzähle sie so, wie sie passiert ist, damit Du die Wahrheit genauso erfährst, wie ich sie erfahren habe.
Denn die Wahrheit sieht vielleicht anders aus, als Du erwartest."
Hier bin ich noch davon ausgegangen, dass es eine sehr realistische, vielleicht sogar blutig-schaurige, sehr düstere Geschichte werden würde. Aber leider ist das nicht der Fall gewesen.
Der Übergriff von Donaldson wird detailliert geschildert, später aber nur ein Mal noch aufgegriffen, als Anna klar wird, dass sie "freiwillig" mitgemacht hat, weil seine Vampirfähigkeiten dafür gesorgt haben, dass sie "den besten Sex ever" hatte. Unheimlich grenzwertige Erklärung, die sie irgendwann mitten im Buch erhält. Da sie selbst auch "Opfer" finden muss, soll sie sich keine Sorgen machen, denn es gäbe Freiwillige, die eben jene tolle sexuelle Erfahrung machen wollen und daher ihr Blut freiwillig anbieten.
Als Anna von Dr. Avery erfährt, dass sie ein Vampir geworden ist - schon wieder diese im Sonnenlicht wandelnen Exemplare - tut sie gar nichts. Sie wundert sich nicht, ist nicht geschockt, schiebt es nicht von sich, sondern akzeptiert es einfach. Unglaubhaft hoch zehn! Ihr Seit-zwei-Jahren-Freund Max, der aber nur einmal auftaucht und dann spurlos aus dem Roman verschwindet, hält sie übrigens nicht davon ab, eine Beziehung mit allem drum und dran mit Avery einzugehen, der ihr später sogar einen Ring kauft. Auch hier denkt Anna nicht ein einziges mal darüber nach, keine Gewissensbisse, nichts.
Auf rein menschlicher Ebene hat der Roman daher nicht viel zu bieten, die Beziehungen sind allesamt unglaubhaft und ziemlich langweilig geschildert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Freundschaft, Liebe oder Hass geht. Das Ende ist vorhersehbar und teilweise leider auch etwas unlogisch, was die Motivation des Täters angeht. Dann werden noch schnell einige dubiose Anmerkungen gemacht, die wohl erst in den nächsten Bänden aufgeklärt werden.
Trotzdem ist es der Autorin gelungen, mich bei der Stange zu halten. Das Tempo der Erzählung ist stringent und sehr flott. Wem der Beziehungskram nicht so wichtig ist, sollte getrost zugreifen, denn Unterhaltung, Spannung und auch Action werden am laufenden Band geboten.
Leider konnte ich nicht herausfinden, ob es sich hierbei um ein Debüt der Autorin handelt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass sie sich im Fortlaufen der Handlung noch einschreibt. Bei "Verführung der Nacht" handelt es sich größtenteils noch um einen roten Faden, um den sich alles herum zwar zackig, aber recht lau herumflechtet. Wenn es Frau Stein gelingen sollte, mehr Details und Emotionen einzubauen, könnte sich die Gesamtgeschichte großartig weiterentwickeln.
Bei dieser Sonderausgabe muss ich leider noch erwähnen, dass der Satz nicht korrekt ist. Auf jeder Seite werden mehrere Male Wörter verunstaltet, indem ein Buchstabe den folgenden zur Hälfte verschluckt. Das behindert den Lesefluss doch ziemlich, auch sind mir einige Rechtschreibfehler aufgefallen und wenn ich privat lese, achte ich nie auf so etwas.
Ob ich die Serie weiterverfolge, das weiß ich noch nicht. Da ich die Bücher aber jetzt wohl kaufen muss und nicht mehr tauschen kann, wird es wohl eher nichts. Nur um mal zu schauen, ob es vielleicht noch besser wird, ist mir mein Geld zu schade.
Dennoch möchte ich niemandem abraten, denn ich hatte durchaus einige sehr unterhaltsame Lesestunden.




1. Verführung der Nacht (The Becoming)
2. Lockruf des Blutes (Blood Drive)
3. Dunkle Küsse (The Watcher)
4. Der Kuss der Vampirin (Legacy)
5. Blutrotes Verlangen (Retribution)
6. Chosen



http://www.jeannestein.com/
Jeanne C. Stein wuchs in San Diego auf, wo auch ihre Anna-Strong-Romane spielen. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann außerhalb von Denver, Colorado. Neben der Arbeit an ihren Büchern gibt sie einen Newsletter für einen Bierimporteur heraus und hält sich durch Kickboxen in Form.

Freitag, 8. Oktober 2010

Sturmtochter (Dark Swan 01) - Richelle Mead



Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Sarahs Buch-Archiv für die Leihung des Buches bedanken!



Die junge Odile Dark Swan verdient sich ihr Geld als Schamanin, die Geister und andere übernatürliche Wesen zurück in die Anderwelt schickt. Da tritt der schüchterne Will an sie heran, der seine von Feen entführte Schwester Jasmine zurück haben möchte. Doch um das junge Mädchen zu befreien, muss Eugenie selbst in die Anderwelt reisen. Kein guter Zeitpunkt, denn dort hat sich herumgesprochen, wer sie in Wirklichkeit ist. Eugenie Markham, die zusammen mit ihrem guten Freund Tim eine Wohnung nahe der Wüste teilt.
Nun, da ihre Identität gelüftet ist, treten immer mehr "Feine", Feenwesen der Anderwelt, in die reale Welt über und versuchen, sich körperlich mit ihr zu vereinen. Schuld daran ist eine alte Prophezeiung, die der Sturmtochter - der halbmenschlichen Tochter des Dornenkönigs - und vor allem deren Kind die Herrschaft über die Anderwelt verspricht. Blöd nur, dass Eugenie, die nichts von ihrer wahren Herkunft ahnt, die gar nicht haben will.
Ihr zur Seite stehen einzig der attraktive Fuchswandler Kiyo, in den sie sich Hals über Jopf verliebt, der aber seine eigenen Geheimnisse hütet. Und der Feenkönig Dorian, der ihre Gefühle ebenfalls gehörig durcheinander wirbelt.
Aber wessen Gefühle sind echt und wer ist nur auf die Prophezeiung aus?



Ich schreibe diese Rezension einige Wochen nachdem ich das Buch gelesen habe, was mich stark fordert und sicher einiges an Authentizität einbüßen wird.
Es handelt sich bei "Sturmtochter" um den ersten Teil der Dark-Swan-Serie, der mit "Dornenthron" im Oktober seine Fortsetzung findet. Da es sich um eine fortlaufende Geschichte handelt, sollten die einzelnen Bände unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden.
Mein erster Kontakt mit Richelle Mead war zwar durchwachsen, aber dennoch freundschaftlich und unterhaltsam. Ich werde die Reihe sicher weiter verfolgen.
Wie auch schon andere Autorinnen vor ihr greift sie die Feenwelt auf, wenngleich doch mit kleineren Unterschieden, die sich aber unter Umständen in den Folgebänden auflösen könnten.
Eugenie ist eine sympathische junge Frau, die in ein interessantes Umfeld - sowohl territorial, als auch sozial - gesetzt worden ist und der eine Reihe interessanter Nebencharaktere zur Seite stehen. Ein wenig gehadert habe ich mit ihrem Schamanenberuf, unter dem ich mir etwas anderes vorgestellt habe. Es wäre eventuell besser gewesen, ihr einen anderen Job zu verpassen; gleiche Tätigkeit, anderer Name.
Es dauert, ehe man in die Geschichte findet, aber es lohnt sich doch, durchzuhalten. Die Beziehung zu Kiyo ist durchaus gelungen, schon deren Begegnung ist interessant gestaltet. Auch Dorian weckt das neugierige Romantikerherz.
Allerdings hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, dass einige erotische Szenen erst im Nachhinein eingefügt worden sind und mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun haben. Sie wirkten fehl am Platz und hielten die Handlung nur unnötig auf.
Das gleiche betrifft einige Kämpfe und Scharmützel, die sich zwar genauso nett lesen, aber die man auch hätte streichen können.
So weist der Roman doch einige Längen auf, durch die man sich ziemlich durchquälen muss, die man aber auch einfach überblättern kann, ohne großartig etwas zu verpassen.
Dennoch weist die Grundstory viele interessante Details auf und weiß mit ihrer Spannung und ihren Ideen zu überzeugen. Allein die Geheimnisse der Hauptcharaktere und einiger Nebenfiguren lassen sehr viel Raum für die Fortsetzung.
Vielleicht nicht unbedingt der beste Einstieg zur Autorin, aber ein durchaus lesenswerter, der zumindest nicht abstösst, wenn er auch kein Highlight bildet.



1. Sturmtochter (Storm Born)
2. Dornenthron (Thorn Queen)
3. Iron Crowned (März 2011)



http://www.richellemead.com/
Richelle Mead wurde in Michigan geboren. Sie hat Kunst, Religion und Englisch studiert. Nach dem Erfolg ihres Romans Succubus Blues hat sie mit Vampire Academy ihre erste Roman-Serie an den Start gebracht, mit der ihr auf Anhieb der Sprung auf die amerikanische Bestsellerliste gelang!

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Covergleichheit oder: Wie lange die Liebe doch frisch bleibt


Sie haben gedacht, wir merken es nicht. Aber da haben sie nicht mit mir gerechnet, obwohl ich zugeben muss, dass es ein irrer Zufall war, der mich zu diesen beiden Covern führte.
Eine Leserin dieses Blog, die ich hiermit ganz lieb grüßen möchte, wandte sich an mich, weil sie nach einem Buch suchte, das sie vor mehr als zehn Jahren gelesen hat. Ihr wisst schon, zu der Zeit, als die Seitenränder noch tiefrot waren, damit auch alle bescheid wissen, was man da so liest ...
Ich selbst besitze nur ein einziges dieser Bücher und zwar von May McGoldrick "Goldenes Feuer", das ich allerdings noch nicht gelesen habe. Als ich nachschauen wollte, was es noch von der Autorin gibt, vielleicht auch etwas ganz aktuelles, führte es mich zu "Das stürmische Herz". In der neuen Version bei Emma Wildes "Eine unzüchtige Lady" ist es sehr viel bunter umgesetzt worden, was aber nicht besser ist. Im Originalcover gleicht sich das aber wieder aus und wird zu einem echten Hingucker. Welche Frau mag kein romantisches Kerzenlicht?
Im Vordergrund fehlt eine Kerze, die ist dann dafür aber im Hintergrund hingestellt worden. Und nach acht Jahren haben die beiden da doch nichts von ihrem Charme verloren oder?



Mittwoch, 6. Oktober 2010

Wilder Zauber (Hex Hall 01) - Rachel Hawkins


Die sechzehnjährige Sophie Mercer ist eine Hexe.
Als sie auf dem Schulball einer Mitschülerin helfen will und der Zauber mächtig danebengeht, wird sie als Strafe nach Hecate Hall geschickt. Doch das ist kein normales Internat, denn hier gehen Hexen, Werwesen, Feen und Vampire zur Schule - all jene zumindest, die sich in der Menschenwelt daneben benommen haben. Denn dort werden sie gejagt. Drei größere Institutionen sind drauf und dran sich zusammen schließen zu wollen und alles, was nichtmenschlich ist zu vernichten.
Sophie jedoch kämpft mit ganz anderen Problemen. Schon am ersten Tag verknallt sie sich in den Schulschwarm Archer, stößt drei schwarze Hexen vor den Kopf, die sie in ihren Zirkel aufnehmen wollen und erfährt von einem kurz zurückliegenden Mordfall. Die Tatverdächtige ist ausgerechnet ihre vampirische Zimmergenossin Jenna ...

Das Originalcover passt zur Geschichte, wie die berühmte Faust aufs Auge. Das Mädchen in der Schuluniform könnte Sophie sein, sie steht am See, den sie desöfteren besucht und es spiegelt sich der Geist im grünen Kleid darin.
Das deutsche Cover folgt der momentanen Tradition, auf Bücher für jüngere Leser Gesichter und Köpfe abzubilden. Auch dieses Mädchen könnte Sophie darstellen. Die Blume, die sie sich hinter das Ohr gesteckt hat, wurde glänzend gemacht, während alles andere matt ist. Im Hintergrund ist ein sehr altes Gebäude zu sehen, bei dem es sich durchaus um Hecate Hall handeln könnte.
Im Laden hätte ich wohl nicht zugegriffen, weil mir das Cover zu jung wirkt, kann mir aber vorstellen, das Farbkombination und Motiv sehr viele Leser ansprechen.

Rachel Hawkins hat es geschafft, mich mit ihrem Debüt zu verzaubern. In nur wenigen Stunden war ich durch die knapp 300 Seiten durch und erstaunt, dass es inzwischen schon weit nach zwei Uhr Nachts war.
Aber obwohl ich wirklich begeistert vom Fortgang der Geschichte, der sehr sympathischen Hauptfigur und der verwendeten Sprache bin, gab es doch - gerade am Anfang des Buches - Szenen, die meinen Unmut erregten.
Unübersehbar ist, von welchem Werk sich die Autorin hat inspirieren lassen und bringt an der ein oder anderen Stelle auch den Vergleich selbst an. In der Handlung reiht sich eine Klischeefigur an die nächste. Zum einen das Hexentrio, die natürlich die "Cheerleadertruppe" darstellen, die machthungrigen, fiesen, super hübschen, tonangebenden Mädchen, die Sophie nur Böses wollen. Die gemeine Sportlehrerin, die gerade in amerikanischen Büchern, Filmen und Serien in der letzten Zeit häufiger auftaucht. Der Schulschwarm, der mit einem der Cheerleadermädels geht. Sophies Mitbewohnerin Jenna ...
Was mir auch nicht in den Kopf geht ist, dass diese Teenager erst nach Hecate Hall kommen, wenn etwas in der normalen Welt schief gelaufen ist. Warum aber werden diese Kids nicht schon von Anfang an hingeschickt? Und selbst wenn das eben nicht so ist, so hätte doch Sophie nur davon profitieren können, dort zu lernen, da sie ja keine Ahnung von ihren Kräften oder übersinnlichen Wesen im allgemeinen hat.
Bei den Eltern vermute ich noch eine Geschichte für sich, die hinter der Trennung steht, darum erwähne ich einfach, dass mich deren "Beziehung gestört hat".
Als ziemlich aufdringlich empfand ich es, dass Sophie stets und ständig auf Archer trifft, sie werden nicht nur zum Kellerdienst verdonnert, sie müssen auch im Sportunterricht zusammenarbeiten. Das sie sich so gar nicht aus dem Weg gehen können und dass es zudem keine anderen Jungen an der Schule gibt wirkte ein wenig unglaubhaft auf mich.
Die Beziehung der beiden ist von starker gegenseitiger Anziehungskraft, aber auch entsprechenden eifersüchtigen Momenten geprägt. Was sacht beginnt, schäumt irgendwann über und ergießt sich dann wohl vollends im zweiten Band der Serie.
Jenna übrigens, die lesbische Vampirin, muss zwar Blut trinken, ernährt sich ansonsten aber auch von gewöhnlichen Lebensmitteln, was mir sehr merkwürdig vorkam. Auch hier wieder alles ein wenig aufgesetzt.
Die Handlung der Geschichte zieht sich durch ein ganzes Schuljahr, ich hatte aber das Gefühl, es sei gar nicht so viel Zeit vergangen, weil es kleinere Sprünge beim Erzählen gab. Nach denen änderte sich schon mal die Beziehung zweier Figuren, wurde intensiver oder auch härter.
Der Endkampf und seine Auflösung konnte mir nur ein müdes Lächeln entlocken, das war wirklich extrem aufgesetzt. Gäbe es nicht eine einzige wirkliche Überraschung in der Endgeschichte, ich glaube nicht, dass ich die Vorhersehbarkeit und die damit fehlende Spannung hätte verzeihen können.
Und trotz dieser vielen Dinge, die ich einer anderen Geschichte und einem anderen Autoren sicher nicht verziehen hätte, fühlte ich mich durchweg sehr gut unterhalten. Sophie glänzt mit ihren Gedanken und Kommentaren, sie wirkt in sich sehr rund und dreidimensional (was nicht auf alle Charaktere zutrifft). Die Sprache ist flott und unterhaltend und passt haargenau zur Dynamik der Handlung.
Rachel Hawkins, die als Lehrerin tätig war, hat es geschafft, den Teenie-Geist komplett aufzunehmen und in eine paranormale Geschichte zu packen. Ältere Leser, die eher ungern zu Young-Adult-Romanen greifen, sollten sich auf dieses Abenteuer trotzdem einlassen und vielleicht in der ein oder anderen Erinnerung schwelgen.

Rachel Hawkins
Ihre Homepage: http://www.rachel-hawkins.com/
Ihr Blog: http://readingwritingrachel.blogspot.com/
Rachel Hawkins wurde in Virginia geboren, ist aber in Alabama aufgewachsen. Im Jahr 2007 begann sie zu schreiben, nachdem sie ihr Studium an der Auburn University in Alabama abgeschlossen und als Englischlehrerin gearbeitet hatte. Hex Hall ist ihr erster Fantasy-Roman.
Heute lebt sie zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem dreijährigen Sohn.

Montag, 4. Oktober 2010

Heftromane schreiben & veröffentlichen - Anna Basener


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei LeseLustFrust für die Leihung des Buches bedanken!

Klappentext/ Inhalt:
Erzählt man anderen Menschen, dass man Heftromane schreibt, bekommt man meistens eine dieser beiden Reaktionen zu hören: Warum schreibst du nichts Richtiges? Oder: Das wollte ich auch mal machen! Beide Echos zeugen von einer Gesellschaft, deren Bild vom Heftroman leicht verschoben ist. Wenn ein Romanheft die "falsche" Literatur ist, was wäre denn die "richtige"? Viele halten den Heftroman für etwas, das jeder schreiben kann: So ein Heftchen ist schnell verdientes Geld, es ist flugs runtergeschrieben und bedarf keines besonderen Talents oder gar einer Ausbildung seitens des Autors. Wäre das der Fall, wäre alles zum Thema Heftromane schreiben und veröffentlichen bereits gesagt. Die zwei großen deutschen Heftromanverlage veröffentlichen wöchentlich alleine 30 bis 40 Liebesheftromane. Das sind 120 bis 160 Liebesromane im Monat, bis zu 2000 Groschenheftchen im Jahr. Bei dieser Menge vermuten Sie zurecht, dass Bedarf an neuen Schreibern besteht. Die Heftromanbranche braucht frische und auch jüngere Liebesromanautoren. Das Interesse an Nachwuchs ist groß, aber den Redakteuren bleibt keine Zeit, potenzielle Schreiber auszubilden. Aus den Standardabsagen des Verlags kann niemand lernen, Talente können kaum gefördert werden. Genau da setzt dieser Ratgeber ein. Er ist der überfällige Leitfaden des Heftromanschreibens.



I. Warum?
Mitreißende Einleitung über die Notwendigkeit dieses Buchs
II. Was?
Zu Herzen gehendes Kapitel über den Heftroman im Allgemeinen
1. Das Werk
2. Das Romanheft und die Liebe
3. Die Reihe und die Serie
4. Der Redakteur
5. Die Autoren
6. Die Titel
7. Die Bilder
8. Der Entwurf
9. Der Roman
10. Das Lektorat
11. Das Marketing
12. Das Heft
III. Wie?
Ergreifende Schreibschule über die Entstehung einer Romanze zwischen Liebe und Reglementierung
1. Einen Anstoß finden
2. Das Genre
3. Das Exposé
4. Die Handlungsmatrix
5. Das Gute und das Böse
6. Das Verlieben
7. Der Konflikt
8. Die Lösung
9. Das Personenregister
10. Das Treatment
11. Die Kapitel
12. Die Dramaturgie im Detail
13. Der Sekundärplot
14. Die Zeit
15. Die Witwen und Waisen
16. Der Roman
17. Die Erzählung
18. Die Sprache
19. Die Figuren
20. Der Dialog
21. Die Kulisse
22. Die Recherche
23. Der Kuss
24. Die Grenzen von Sexualität und Gewalt
25. Die Unterhaltung
IV. Weiter
Fesselnde Passage über Einstieg und Leben im Trivialliteraturbetrieb
IV. Wegweiser
Bezauberndes Beispielexposé und dramatisches Treatmentvorbild
1. Beispiel für ein Exposé
2. Beispiel für ein Personenregister
3. Beispiel für ein Treatment
4. Auszug aus Bin ich deine Liebe wert?
Literatur

Das Cover ist größtenteils grün gehalten, womit es Blicke auf sich zieht und es schafft, gleichzeitig gediegen zu wirken. Eine junge Frau sitzt in der freien Natur an einer Schreibmaschine und ich frage mich, ob das die Autorin selbst ist. Alles in allem ein rundes Bild. Ich hätte mir nur gewünscht, dass aus dem HC ein TB würde, damit dieses Werk auch ein bisschen bezahlbarer wäre.

Ich habe schon einige Schreibratgeber gelesen und auch selbst den ein oder anderen Tip bekommen und gegeben. Anna Baseners Werk möchte ich empfehlen; nicht nur für Autoren, die gern einmal Heftromane schreiben würden und/oder Liesgeschichten mögen. Die Autorin hat es geschafft alles präzise auf den Punkt zu bringen ohne lange um gewisse Dinge drumherum zu schwafeln. Für Kurzgeschichten oder einfach kurze Geschichten eignet sich der Schreibratgeber ganz genauso, man muss es eben nur auf die eigene Geschichte und das dazugehörige Genre anwenden.
Erfahrene Schreiber werden insgesamt kaum Neues erfahren, dafür aber alles, was zum Heftroman schreiben und veröffentlichen (!) dazu gehört. Allerdings ein kleiner Punkt, der mich doch gestört hat, denn Frau Basener kehrt gerade am Anfang ziemlich stark den Redakteuer/ den Lektor heraus und wirkt in dieser Rolle ein wenig aggressiv. Natürlich hat sie nicht unrecht und sagt nur die Wahrheit, die man sich als Schreibender unbedingt zu Herzen nehmen sollte! Ich frage mich allerdings, ob man dem dann nicht ein eigenes Kapitel hätte widmen können. Der Ton allerdings ist für das, was in der Realität dann abläuft noch ziemlich zärtlich.
Ich war aber eigentlich schon nach dem Lesen des Inhaltsverzeichnisses überzeugt, denn bei den Überschriften beweist die Autorin Humor, veräppelt aber das Genre nicht, was zumindest mir immer sehr wichtig ist.
Für meinen Geschmack setzt sie mit dem Schreiben aber ein wenig spät ein, denn sie beginnt mit dem Exposé, in dem Personen und Handlung ja locker nacherzählt werden sollen. Von diesem hangelt sie sich dann immer weiter vor. Sie hat also im Prinzip eine Geschichte fertig konzipiert oder auch geplottet. Ich würde früher anfangen, nämlich mit einer Figur, die in ein bestimmtes Umfeld gesetzt wird (z.B. armes Mädchen, reicher Haushalt oder reicher, aber unglücklicher Prinz auf Yacht etc.). Diese beiden bestimmen ja im Prinzip den Fortlauf der Geschichte und es ist sehr wichtig, diesen Hauptcharakter bis ins Kleinste kennenzulernen. Dann muss der Partner heran, der zur großen Liebe werden soll. Schließlich die Nebenfiguren. Dann macht es für mich Sinn, ein Exposé zu erstellen.
Schreibanfängern möchte ich das Werk ans Herz legen, denn ich habe einige Dinge selten so präzise auf den Punkt gebracht gelesen wie hier. Dazu kommt, dass es hier sehr viele Textbeispiele gibt, die durch ein Beispielexposé und die genaue Kapiteleineilung abgerundet werden. Außerdem ist es möglich, sich die beiden Heftromane von Anna Basener, aus denen hier zitiert wird, aus dem Internet komplett herunter zu laden. Diese als Vergleich, zusammen mit den einzelnen Schrittanweisungen und allgemeinen Tips sind wirklich Gold wert für alle, die es ernst meinen.
Die beiden Leser vor mir haben angegeben, dass sie noch beim lesen des Schreibratgebers losgezogen sind und Heftromane kauften. So ging es mir ebenfalls und das ist doch das beste, was Frau Basener erreichen konnte, so soll es sein!
Ich werde mir das Buch selbst auch noch einmal anschaffen, weil es trotz einiger Kleinigkeiten wirklich gut gemacht ist. Dafür beide Daumen hoch!



Anna Basener
http://www.annabasener.de/
Ihre Homepage

Seit 2008 nimmt Anna Basener (*1983 in Essen) ihre Leser mit in eine Welt, in der die alles überwindende Liebe die Hauptrolle spielt. Schon während ihres Studiums der Kulturwissenschaften in Hildesheim erschuf sie Schlösser und Schicksalswege,
mischte Romantik mit Dramatik und war die jüngste Heftromanautorin Deutschlands. Heute arbeitet sie im größten deutschen Heftromanverlag in Köln und ist mit ganzem Herzen dort, wo andere „nur“ Kitsch vermuten.