Montag, 20. September 2010

Hello, Kitty! - Julie Cohen


Erschienen: 22.09.2009
Bandnummer: 0019
Julia-Roman von cora.de

Katherine (Kitty) Giroux Clifford muss nach ihrer Scheidung und dem fast vollständigen Bankrott zurück zu ihrer Mutter nach Portland ziehen. Dort erhält sie den rettenden Auftrag das alte Filmtheater wieder auf Vordermann zu bringen. Als sie aber erfährt, dass dieses von Jack Taylor gekauft wurde, ist sie Hin und Her gerissen. Der gutaussehende, vermögende Mann hat ihr auf der Schule einst das Herz gebrochen und sie auf dem Schulball bloßgestellt. Alles, was in ihrem Leben danach schief gelaufen ist, geht auf diesen Moment zurück. Oder?
Jack hat den Frauen schon vor Monaten abgeschworen, als er von einer geheimnisvollen Fremden träumt, die er nun auch im wahren Leben finden will. Als er Kitty und ihren grünen Augen begegnet, ist seine Suche beendet. Er verzehrt sich nach der schönen Frau, doch die weist ihn immer wieder zurück. Jack muss sich etwas einfallen lassen ...

Ohje, das ich das noch erleben darf - ein Julie Cohen, den ich nicht mag. Schon die Grundstory ist ziemlich unsympathisch aufgebaut. Kitty gibt die Schuld an ihren ewigen Pleiten nur diesem einen Ereignis in ihrem Leben, das für ein jungen Mädchen schrecklich war, aus dem es aber durchaus möglich ist herauszuwachsen. Obwohl sie anfangs noch als starke Persönlichkeit auftritt, die sich im Leben neu orientieren muss, driftet sie mehr und mehr ins komplette Gegenteil ab. Irgendwann konnte ich noch nicht einmal mehr Mitleid empfinden, so sehr hat es mich genervt.
Jack ist durchaus so, wie man sich den typischen Allerweltsmann vorstellt, der nicht nur gut aussieht, sondern auch noch Vermögen besitzt. Aber er hat sich nun einmal Kitty in den Kopf gesetzt und ist in seinem Verhalten sehr aufdringlich. Fast grenzt es schon ans Stalking, was ich als sehr unangenehm empfunden habe. Jede Frau der Stadt hat er schon in seinem Bett gehabt (und davon treffen er und Kitty einige, meist in den unpassendsten Momenten), bis auf eine. Dadurch sind seine vorgeschobenen Beweggründe um seine ach so großen Gefühle einfach nur unglaubhaft.
So kam es, dass mir die Beziehung und auch die einzige erotische Szene nicht gefallen haben. Normalerweise präsentiert Julie Cohen ein gleichberechtigtes Paar, was hier leider nicht der Fall ist. Beide Charaktere waren mir unsympathisch, die Handlung sehr unausgewogen. Einzig die Beschreibung des Theaters und dessen Neuerungen waren wunderbar, fast bildlich.
Schade, aber das gibt keine Leseempfehlung.

Edit 23.09.2010:
Ich erfuhr gerade dank Twitter von der Autorin:
"Sorry you didn't like Hello, Kitty! It was my 1st published book so I'm fond of it. I'm glad you like my other ones better!"
Für ein Debüt ist es aber wieder nicht soooo schlecht. Außerdem kaufe ich alles auf, wo dieser Autorenname draufsteht, weil ich "Der Glücksunfall" so toll fand (mein Roman 2009). Einfach mal "Julie Cohen" oben links neben der Lupe in die Suche eingeben.

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