Samstag, 31. Juli 2010

Mr. Cavendish, I Presume - Julia Quinn


Amelia Willoughby ist seit ihrer Geburt mit Thomas Cavendish, dem Duke of Wyndham, verlobt. Leider macht der auch nach zwanzig Jahren keine Anstalten, sie auch wirklich zu heiraten, was ihr langsam aber sicher den Ruf einer alten Jungfer einbringt.
Also beschließt sie auf einem Fest, es ihm heimzuzahlen und öffentlich zu schneiden. Das weckt das Interesse des Duke, der bis dato kaum Notiz von seiner jungen Verlobten genommen hat, die er für unscheinbar und brav gehalten hat. Beide verbringen fortan Zeit miteinander und verlieben sich.
Doch dann bricht das Chaos in Thomas Leben, als plötzlich Jake Audley auftaucht, der vorgibt, sein Cousin zu sein. Da die Großmutter ihren älteren Sohn mehr liebte, als Thomas Vater, besteht sie auf Aufklärung. Sollte Jakes Vater wirklich mit seiner Mutter verheiratet gewesen sein, steht ihm der Titel zu und nicht Thomas. Aber an den Titel ist auch die Verlobung mit Amelia gebunden und Thomas muss hilflos dabei zusehen, wie er alles zu verlieren droht, was ihm etwas bedeutet - vor allem sein Herz.

Das Cover ist eine Wucht! Überhaupt habe ich nur deswegen zugegriffen und erst im Nachhinein bemerkt, dass der Roman von Julia Quinn geschrieben wurde. Beide Personen könnten durchaus Thomas und Amelia sein, Blau gehört zu meinen Lieblingsfarben und die Schrift von Titel und Autor werten eher auf als ab.

Der Roman ist auf deutsch bei Cora als Historical Gold erhältlich. Unter dem Titel "Verführt von einer Lady" gibt es das Buch in der eigenen Sprache für einen ebenso unschlagbaren Preis.
Julia Quinn hat mit "Mr. Candish, I Presume" ein Experiment gewagt, denn in der Geschichte finden zwei Pärchen zu sammen, deren gemeinsame Geschichte in zwei Büchern erzählt wird. "The Lost Duke of Wyndham" widmet sich in aller Ausführlichkeit der Geschichte von Jake Audley, der sich in Grace Eversleigh, der Gesellschafterin der Großmutter, verliebt. Empfohlen wird, mit diesem Buch zu beginnen, da ich das nicht getan habe, kann ich sagen, dass das keine Rolle spielt, man versteht auch so, worum es geht.
Allerdings finde ich das Experiment doch etwas gewagt und nicht so wirklich geglückt. Es gibt auch andere Romane im Genre, in denen neben dem Hauptpaar noch ein Nebenpaar zusammenfindet. Aber irgendwie ist bei den Schlüsselszenen, wie dem ersten Kuss oder dem Heiratsantrag, dann immer jemand vom Heldenpaar dabei. Das ist hier leider nicht der Fall. Nur selten sind sie alle zusammen und wenn, dann konzentriert sich die Handlung auf andere Dinge. Zwar wird das Flirten von Jake und Grace angedeutet, aber mehr leider nicht. Desweiteren gibt es hinsichtlich der gemeinsamen Geschichte auch nur Andeutungen, gerade am Ende, als von einer "gemeinsamen Übereinkunft" die Rede ist, ich aber nicht erfahre, wie die genau aussieht.
Ich würde das zweite Buch gerne lesen, schon allein, weil es von Julia Quinn stammt, aber ich muss gestehen, dass ich Jake nicht mochte. Am Ende wurde er mir zwar etwas sympathischer, aber alles in allem konnte ich ihn einfach nicht leiden. Darum sehe ich leider nicht, dass ich es in naher Zukunft auch tun werde.
Was dieses Buch und sein Paar Thomas und Amelia betrifft, kann ich aber alle Hoffnungen wiedererwecken. Toll! Julia Quinn hat es einfach drauf, mir die Zeit nahe zu bringen und das ohne ellenlange Beschreibungen von Kleidung und Umgebung. Sie legt alles in die Sprache und die Dialoge. Witzig, spritzig, schlagfertig oder zurückhaltend, unsicher, verliebt gelingt der Autorin einfach meisterhaft.
Die Figuren sind lebendig und glaubhaft, tun auch mal Überraschendes ohne jedoch aus ihrer Rolle auszufallen. Besonders gefallen hat mir die Szene auf dem Ball, als sich Amelia rundheraus weigert, mit ihrem Verlobten zu tanzen. Eigentlich keine große Sache, aber von Julia Quinn sehr unterhaltsam und mit einem Augenzwinkern erzählt.
Alles in allem ist es schwer, dieses Buch zu beurteilen. Konzentriert man sich nur auf das Zusammenkommen des Hauptpaares ist Lesegenuss garantiert. Das Drumherum allerdings verwirrt mit der Zeit schon mal und hält den Lesefluss auf.
Trotzdem finde ich solche Experimente wichtig, gerade auch aus der Sicht eines Autors. Nur Neues bringt voran und immer das gleiche langweilt mit der Zeit. Außerdem handelt es sich bei Julia Quinn um eine Top-Autorin, die auch bei solchen Versuchen immer noch besser schreibt, als manch anderer Autor.
Fans des Genres und der Autorin sollten sich einfach darauf einlassen und sehen, wie es ihnen gefällt.
http://www.juliaquinn.com/
Julia Quinn, auch als zeitgenössische Jane Austen bezeichnet, studierte zunächst Kunstgeschichte an der Harvard Universität. Ihre überaus erfolgreichen historischen Romane präsentieren den Zauber einer vergangenen Epoche und begeistern durch ihre warmherzigen, humorvollen Schilderungen.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Die Macht der Pyramide - Sara Douglass


Tirzah gelangt durch ihren Vater unverschuldet in die Sklaverei. Er und sie sind Glasmacher und Tirzah hat es dabei trotz ihres jungen Alters zu einer gewissen Perfektion gebracht, von der niemand weiß, wo sie herrühren könnte.
Man bringt beide schließlich auf ein Schiff und sie gelangen in Länder, von denen sie nie gehört haben. Und werden noch weiterverkauft. Die Sklaverei ist für eine schöne Frau, wie Tirzah es ist, nicht leicht und sie muss einiges erdulden, ehe sie und ihr Vater an ihrem Bestimmungsort ankommen.
Im Wüstenreich Ashdod wird seit acht Generationen eine Pyramide gebaut, die vor ihrer Vollendung steht. Sie soll innen und außen vollständig mit Glas bedeckt werden, was Tirzah und ihren Vater sehr wertvoll macht.
In der Werkstatt, in der beide untergebracht werden, arbeiten Sklaven aus allen Ländern, frei geborene wie als Sklaven geborene. Schnell merkt Tirzah, dass hier auch der Mittelpunkt einer geplanten Revolte ist.
Die Magier, die die Zahlen und ganz besonders die Eins verehren, bauen diese Pyramide nur zu einem Zweck: Sie soll ihnen als Brücke zur Unsterblichkeit dienen. Aber die Glasmacher wissen mehr. Denn viele von ihnen hören das Glas oder andere Bodenschätze zu ihnen sprechen. Das alte Volk der Elementisten ist nicht von den Magiern ausgerottet worden, wie diese glauben. Und alle, die dazu gehören spüren, dass die Brücke an einen bösen Ort führen wird.
Als der Magier Boaz Gefallen an Tirzah findet, bekommt diese auch Zugang zur Kammer der Unsterblichkeit im Inneren. Etwas Gewaltiges wartet nur darauf, durch die Magier freigelassen zu werden. Doch diese wollen davon nichts hören.
Tirzah wird auch zu Boaz beordet um ihm dort zu Willen zu sein. Was aber nur er und sie wissen ist, dass er ihr verbotenerweise das Schreiben beibringt. Denn in seiner Brust schlagen zwei Herzen und die alten Götter der Elementisten verraten Tirzah, dass Boaz der einzige ist, der den Dämon aufhalten und vernichten kann, den die Pyramide beschwören wird.
Sie bekommt den Auftrag, den wahren Mann unter dem hartherzigen Magier hervorzuholen und zu seiner wahren Bestimmung zu führen. Und sie tut ihr bestes, um das zu erreichen. Dabei zweifelt sie ein ums andere Mal an ihren eigenen Gefühlen, denn schnell ist ihr klar, dass sie sich in Boaz verliebt hat und dadurch die anderen Sklaven in ihrem Bestreben, einen Aufstand zu planen, verrät.
Und sie ist zu langsam: Die Pyramide wird fertiggestellt und der Dämon betritt Ashdod.

Das Cover halte ich durchaus für gelungen, auch wenn ich mir die Pyramide ein klein wenig anders vorgestellt habe. Auch gaukelt das Bild unter Umständen einen etwas anderen Inhalt vor.
Alles in allem aber ein Buch, zu dem ich greifen würde, auch wenn das Cover mittlerweile nicht mehr ganz der Mode entspricht.

Dieses Buch hat mich in mehr als einer Hinsicht überrascht.
Zunächst habe ich nur die ersten Seiten anlesen wollen und war plötzlich mittendrin. Die Autorin hat eine Art die Geschichte zu erzählen, die einerseits oberflächlich und nacherzählend, andererseits aber sehr emotional und tiefgehend ist. Das hat mich sowohl verwundert, als auch fasziniert.
Dieser Roman besteht aus zwei Büchern, von denen das erste eindeutig das Stärkere ist. Hier wird vor allem auf die Charaktere Wert gelegt und auf deren Beziehungen. Die Liebesgeschichte zwischen Boaz und Tirzah steht in weiten Teilen im Vordergrund, beherrscht aber das Geschehen nicht. Explizite Szenen gibt es nicht, aber es wird dennoch alles gesagt, was gesagt werden muss.
Gerade Boaz erhält sehr viel Tiefe dadurch, dass seine Magiererziehung mit seinem wahren Wesen korreliert. So wie Tirzah hasst man den Magier und liebt den Mann. Diese Gegenüberstellung von ein und der gleichen Person ist absolut geglückt. Später dann aber lief alles ein wenig zu reibungslos. Boaz konnte er selbst werden, aber das ohne Selbstzweifel, ohne Bedenken, ohne Schwierigkeiten. Das war ein wenig schade, denn da hätte man noch einiges mehr herausholen können.
Der Vergleich zu Ägypten, den ich vielfach gelesen habe, kann ich nicht bestätigen. Es gibt diese Pyramide und die Sklaven leben in einer Stadt, die sich ringsherum gebildet hat. Aber ansonsten konnte ich keine Dinge feststellen, die darauf schließen lassen würden. Ashdod, wie die gesamte Welt, in der das Geschehen spielt, sind fiktive Länder und der Fantasyanteil ist sehr groß. Das Buch also nur aus diesem Grunde zu lesen (Fantasy plus Ägyptenfeeling), lohnt nicht.
Im zweiten Buch/ Teil dieses Buches lässt die Handlung leider stark nach. Wo zuvor Emotionen und Spannung wechselten, geschieht nun alles sehr vorhersehbar und zackig. Es stellen sich den Helden auch kaum noch Hindernisse in den Weg - Nebenbuhler und Feinde werden nebenbei entsorgt und alle haben sich lieb. Auch der erhoffte Endkampf wird nur in wenigen Sätzen abgehandelt, als spiele es gar keine Rolle, wie das Gute siegen kann.
Alles in allem aber handelt es sich bei "Die Macht der Pyramide" um einen gefühlvollen, in sich runden Roman, der durch sein Setting, die Grundidee und auch die Handlung aus der Masse der meisten Fantasyerzählungen heraussticht.
Obwohl ich diese Geschichte als abgeschlossen betrachten würde, meine ich vor kurzem gelesen zu haben, dass die Autorin momentan an einem dritten Teil arbeitet. Ich kann mir vorstellen, dass es weitergeht, aber ich würde es eher so lassen wollen, wie es jetzt ist.

Hier gibt es eine Auflistung der Werke der Autorin (und einiger anderer).
Die Glaszauberin (Die Macht der Pyramide 1)
Der Steinwandler (Die Macht der Pyramide 2)

http://www.saradouglass.com/
Sie (Sara Warneke) ist eine australische Autorin von Fantasy-Romanen.

Dienstag, 27. Juli 2010

The Tudors goes Vampire!


Eigentlich sollte man meinen, dass Paranormaltechnisch jetzt so gut wie alles ausgeschlachtet worden ist, was es gibt. Jane Austen hatte Probleme mit Zombies, Winnetou schlägt sich mit Werwölfen herum, Heidi muss Monstern aus dem Weg gehen und die Tudors ... die entdecken plötzlich Vampire in den eigenen Reihen.
*tze* Was es nicht alles gibt ...

"Kiss of the Rose: The Tudor Vampire Chronicles" von Kate Pearce (im August 2010)
First in a sexy new series that takes a bite out of the court of King Henry VIII
Desperate to defeat King Richard III and gain the crown, Henry Tudor made a pact with the Druids binding him and his heirs to the Druids' struggle against vampires. Ever since, the Llewellyns, a vampire- slaying family, have been in the king's employ. Now Henry VIII reigns, and his father's bargain has been almost forgotten-until bloodless corpses turn up in the king's bedchamber. To save the king, Vampire hunter Rosalind Llewellyn must form an uneasy alliance with Druid slayer Sir Christopher Ellis. But soon, Rosalind must face an unthinkable truth: that her sworn enemy may be her soulmate...



Wem das noch nicht reicht:
"Emma and the Vampires (Jane Austen Undead 1)" von Wayne Josephson (Sept. 2010)
Blithely unaware of their presence, Emma, who imagines she has a special gift for matchmaking, attempts to arrange the affairs her social circle with delightfully disastrous results. But when her dear friend Harriet Smith declares her love for Mr. Knightley, Emma realizes she's the one who wants to stay up all night with him. Fortunately, Mr. Knightley has been hiding a secret deep within his unbeating heart-his (literally) undying love for her - A brilliant mash-up of Jane Austen and the undead.


Freitag, 23. Juli 2010

Kurzinterview mit Stacia Kane (Deutsch)


Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Stacia Kane“ hört?
Nun, ich hoffe, dass die Leser jemanden damit verbinden, der gute Bücher schreibt! Ich schreibe jetzt seit ungefähr vier Jahren. Zuerst habe ich erotische Romane unter einem Pseudonym veröffentlicht, wechselte dann aber zur Urban Fantasy, weil ich fühlte, dass das besser zu mir passt; manche Dinge, die ich sagen wollte und die Geschichten, die ich erzählen wollte, passten nicht wirklich in das Romance-Genre.
Mein erster Urban-Fantasy-Roman war "Personal Demons". Das ist der erste in der Reihe um Megan Chase/ Dämonen-Serie und er scheint den Leuten wirklich zu gefallen, was wirklich wundervoll ist. Dann habe ich die Idee zu "Unholy Ghosts" gehabt ("Geisterflut"; sie haben den Titel für die deutsche Ausgabe geändert) und ich war so begeistert davon, dass ich es in der gleichen Nacht begann, als ich das zweite Dämonenbuch beendete.
Es sprach zu mir und ich fühlte mich so tief verbunden damit, viel tiefer, als je zuvor mit irgendetwas anderem. Darum ist es so ungeheuer aufregend gewesen zu sehen, wie viele Leute es bisher genießen.

Ich bin verheiratet und habe zwei kleine Töchter. Ich blogge und ich habe einen Twitter-Account und ich liebe es, von meinen Leser zu hören und mit ihnen zu sprechen. Ich liebe Leser; sie sind sehr wichtig für mich. Darum arbeite ich hart daran, dass sich jeder willkommen fühlt und in meinem Blog etwas kommentiert oder mich in Twitter anspricht oder was auch immer. Wo auch immer ich online bin, möchte ich, dass es ein lustiger und entspannender Ort ist, wo Leute einander dafür akzeptieren, wer sie sind.


Warum sollte man als Autor viel lesen?
Es gibt so viele Gründe, da ist es hart nur ein paar zu nennen. Sie sollten in erster Linie lesen, weil nichts Sie besser unterrichten wird, wie man besser schreiben lernt, als lesen. Da gibt es so viele verschiedene Dinge die in den Aufbau einer Geschichte einfließen. Dort andeuten und erahnen, wissen, was man verbergen sollte und wann es Zeit ist, die verborgenen Dinge zu offenbaren. Da ist auch noch das Vermischen von Nebenhandlungen mit dem Hauptplot. All diese Dinge, die nicht wirklich unterrichtet werden können. Sie müssen erlernt werden durch das Zusehen, wie andere es tun.
Dann gibt es da natürlich die grundlegenden Schreib-Sachkenntnisse. Lesen erweitert Ihren Sprachschatz und Ihr Vokabular und feuert ihre Kreativität an. Lesen kann Ihnen zeigen, was getan wurde und was noch zu tun ist. Sie lernen grundlegende Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung.
Ich glaube ehrlich gesagt, dass das Lesen die wichtigste Sachkenntnis ist, die irgendjemand haben kann. Aber für einen Schriftsteller ist es besonders wichtig, dass er Bücher mag und genießt. Ich denke, wenn er das nicht tut, kann er Menschen zwar etwas erzählen, aber wie soll er wissen, welche Sorte von Büchern die Leute lesen wollen, wenn er nicht selber liest?


Was ist das erste Buch, das Sie jemals gelesen haben? Hat es Sie vielleicht in irgendeiner Art und Weise beeinflusst?
Oh, wow. Mein erstes Buch war "Miss Nelson is Missing" von Harry Allard. Es ist wirklich das Buch, das mich lesen lehrte, als ungefähr vier Jahre alt war. Ich erinnere mich sehr gut, ich konnte die Wörter auf den einzelnen Seiten mit denen in meinem Kopf vergleichen.
In der Geschichte geht es um eine sehr süße Lehrerin, Miss Nelson, die ihre Klasse nicht unter Kontrolle bringen kann. Eines Tages taucht ein Ersatz auf, eine schreckliche Frau namens Miss Viola Swamp. Sie bringt die Kinder unter ihre Kontrolle, aber sie haben alle große Angst vor ihr. Miss Nelson kommt zurück und die Kinder benehmen sich bei ihr und natürlich war Miss Nelson in die Rolle von Viola Swamp geschlüpft, um die Kinder etwas zu lehren.
Ich denke, es beeinflusst mich auch heute noch. Ich liebte den mystischen Aspekt der Geschichte. Ich liebte die Gerissenheit an Miss Nelsons Plan und ich verehrte das verdrehte Ende. Ich dachte, dass es das coolste Ding auf der Welt war (hey, ich war vier!). Miss Viola Swamp war ein ziemlich gespenstischer, dunkler Charakter und auch das mochte ich sehr. So denke ich, dass es da garantiert Einfluss auf mich gibt!


Was lesen Sie derzeit und wie gefällt es Ihnen?
Eigentlich lese ich gerade mehrere Bücher: Nigella Lawsons "How to be a domestic Goddess: Baking and the Art of Comfort Cooking", welches ich genieße, weil ich Nigellas Kochbücher liebe. Ich lese weiterhin Kari Stewarts "A Devil in the Details", was wirklich fastastische Urban Fantasy mit einem sehr coolen männlichen Protagonisten ist und Shiloh Walkers "Hunter's Need", was großartige paranormal romance ist.


Welches Buch möchten Sie unter keinen Umständen geschenkt bekommen? Warum?
Da fällt mir ehrlich gesagt keines ein. Ich denke, auch Bücher, die unangenehm oder beleidigend sind können uns etwas lehren oder vor etwas warnen. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich nicht verletzt wäre, wenn mir jemand ein rassistisches Buch gäbe oder so etwas, aber was ist, wenn ich eines Tages einen rassistischen Charakter schreiben müsste? Was ist, wenn ich einen Rassisten treffen würde und dieses Buch würde mir helfen, ihn besser zu verstehen und wie ich ihm zeigen könnte, dass das was er tut falsch ist, verstehen Sie was ich meine? Ich bin die Sorte Mensch, die sehr neugierig ist und es liebt, Dinge zu lernen, auch wenn das unangenehme Dinge sind. So kann ich nicht sagen, dass irgendwelche Kenntnisse Kenntnisse sind, die ich nicht gern hätte.


Was ist Ihr Lieblingsbuch? Worin genau zeichnet es sich aus?
Ich habe ziemlich viele! Ich liebe Andrew Vachss; er schreibt sehr düstere detective/noir Geschichten und ich denke, mein Favorit von ihm ist "Flood". Ich liebe Barbara Michaels (sie schreibt auch Mysterie als Elizabeth Peters) und "House of many Shadows" ist defintiv mein Lieblingsbuch von ihr, obwohl ich alle ihre Bücher sehr mag. Neil Gaimans "Neverwhere" ist ganz oben auf meiner Liste und Stephen Kings "It" und "The Stand".
Natürlich liebe ich auch die Bücher meiner Freunde: Caitlin Kittredge (ihre Black London Bücher), Richelle Mead (die Georgina Kincaid Bücher)... nur einige meiner Kollegen meiner League of Reluctant Adults, was eine lose Autorengruppe ist, der ich online angehöre. Und ich habe kürzlich eine Mysterie-Autorin namens Tana French gefunden, deren Bücher erstaunlich sind; ihr drittes ist gerade erschienen und ich habe es noch nicht gelesen, aber das erste heißt "In the Woods" und ich liebe es.

Was für Ideen kreisen noch in Ihrem Kopf herum? Können Sie uns einen kleinen Ausblick auf Ihre nächsten Arbeiten geben?
Oh, zu viele Ideen kreisen in meinem Kopf! Im Moment arbeite ich an einem YA (Junge Erwachsene) Projekt, in dem es um einen Dieb in einer dystopischen, magisch-verwalteten Welt geht, aber sie unterscheidet sich sehr von der Downside-Welt (Kehrseite). Es ist auch ein wenig historisch. Ich bin sehr aufgeregt deswegen, aber ich spreche nicht so früh über meine Projekte, weil ich dazu tendiere, mich in meinem Enthusiasmus zu verlieren, wenn ich es tue.
Und natürlich habe ich noch zwei weitere Downside Bücher zu schreiben, was mich sehr erschreckt!


Was glauben Sie, welchen Stellenwert hat das Buch heutzutage noch?
Hoffentlich wird es immer sehr wichtig sein. Ich weiß, ebooks sind dabei größer und populärer zu werden, aber ich liebe Papierbücher und ich möchte nicht erleben, wie sie verschwinden oder Sammlerstücke werden. Was geschieht mit Leuten, die nicht mit E-Readern umgehen können? Vor allem, wenn es keine Buchläden mehr gibt? Bücher sind zu wichtig für mich um zusehen zu wollen, wie sie nicht mehr für alle da sind zum genießen. Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Bücher knapp sind oder das Lesen nur für Reiche da ist.


"Geisterflut" von Stacia Kane erscheint im Februar 2011
In einer Welt, in der die Geister der Toten auferstehen und die Lebenden verfolgen, sind Geisterjäger sehr gefragt. Chess Putnam besitzt magische Kräfte und die Fähigkeit, Geister zu bannen. Ein Job, der ihren Lebensunterhalt sichert, aber nicht genug abwirft, um ihre Schulden bei dem Drogenboss Bump bezahlen zu können. Dieser zwingt Chess dazu, einen gefährlichen Auftrag anzunehmen. Ein Unbekannter bedient sich schwarzer Magie, um Dämonen zu beschwören und dunkle Energien zu entfesseln, die eine ganze Stadt vernichten könnten. Chess muss all ihre magischen Kräfte aufwenden, um dem Schuldigen auf die Spur zu kommen.


Die Übersetzung stammt von mir selbst und ich bitte daher um Nachsicht.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Kurzinterview mit Stacia Kane (englisch)



Would you like to briefly introduce yourself? What kind of person should have in mind when the name "Stacia Kane" end?
Well, I hope the person readers have in mind is someone who writes good books! I've been writing seriously for about four years now. I was first published in erotic romance under a different pen name, but moved on to urban fantasy because it just
felt like a better fit for me; some of the things I wanted to say and the stories I wanted to tell didn't really fit genre romance very well.

My first urban fantasy was called PERSONAL DEMONS. It was the first in the Megan Chase/Demons series, and people really seemed to enjoy it, which was wonderful. Then I got the idea for UNHOLY GHOSTS (GEISTERFLUT; they changed the title for the German edition) and was so excited about it I literally started it the same night I finished the second Demons book. It just called to me, and I felt so deeply connected to it, so much more deeply than anything else I'd ever done. So it's been hugely exciting to see how much people are enjoying it so far.

I'm married and I have two little girls. I blog and have a Twitter feed, and love hearing from/talking to readers. I love readers; they're very important to me. So I try very hard to make sure everyone feels welcome to comment on the blog or reply to me on Twitter or whatever. Wherever I am online, I want it to be a fun and relaxing place where people accept each other for who they are.

Why should you read a lot as a writer?
There are so many reasons it's hard to only name a few, really. You should read first and foremost because nothing will teach you how to write better than reading. There are so many different elements that go into building a story. There's pacing and foreshadowing, knowing what to reveal and what to hide, and when to reveal the hidden things. There's the intermixing of subplots with main plots. All of those are things that just can't really be taught. They need to be learned by observing others do it.

Then of course there are basic writing skills. Reading expands your vocabulary and sparks your creativity. Reading can show you what's already been done and what's overdone. You learn basic grammar, spelling, and punctuation.

I honestly believe reading is the most important skill anyone can have. But for a writer it's especially important that you like and enjoy books. I think if you don't, not only can people tell, but how can you know what sorts of books people like to read, if you don't read any yourself?


Which book is the first you have ever read? Did it influence you in any way?
Oh, wow. The first book I ever remember reading was MISS NELSON IS MISSING, by Harry Allard. It's actually the book I taught myself to read with when I was four or so. I memorized it so well I could match up the words on the page with the ones in my head.

The story is about a very sweet teacher, Miss Nelson, who can't keep her class under control. One day a substitute shows up, a horrible woman named Miss Viola Swamp. She gets the kids under control, but they're all afraid of her, and miss Miss Nelson terribly. Of course Miss Nelson comes back, and the kids behave for her, and of course Miss nelson was really pretending to be Miss Viola Swamp to teach the kids a lesson.

I do think it influenced me, actually. I loved the mystery aspect of the story, when the kids go hunting for Miss Nelson. I loved the craftiness of Miss nelson's plan, and I absolutely adored the twist ending. I thought it was the coolest thing ever (hey, I was four!). Miss Viola Swamp was a pretty spooky, dark character, and I really liked that, too. So I definitely think there's some influence there, sure!


Which book/s are you reading currently and how do you like it/them?
Right now I'm actually reading a few books: Nigella Lawson's HOW TO BE A DOMESTIC GODDESS: Baking and the Art of Comfort Cooking, which I'm enjoying quite a bit, because I love Nigella's cookbooks. I'm also reading Kari Stewart's DEVIL IN THE DETAILS, which is a fantastic urban fantasy with a very cool male protagonist, and Shiloh Walker's HUNTER'S NEED, which is a great paranormal romance.

Is there a book you wouldn't like to get as a present under any circumstances? If that's the case, what's the reason for this dislike?
I honestly can't really think of one. I think even books which are distasteful or offensive can teach us something or warn us about something, and that's important. Of course that doesn't mean I wouldn't be offended or hurt if someone gave me a racist book or something, but what if I had to write a racist character one day? Maybe that book would come in handy. What if I met a racist person one day, and that book helped me understand them and know how to show them they were wrong, do you know what I mean? I'm a very curious sort of person and I love to learn things, even if they're unpleasant things. So I can't say any knowledge is knowledge I wouldn't like to have.


Do you have a favorite author? Which of his/her books do you like most?
I have quite a few actually! I love Andrew Vachss; he writes very dark detective/noir stories, and I think my favorite of those is FLOOD. I love Barbara Michaels (she also writes mysteries as Elizabeth Peters) and HOUSE OF MANY SHADOWS is definitely my favorite of hers, although I love pretty much all of her books. neil Gaiman's NEVERWHERE is way up on my list, and Stephen King's IT and THE STAND. Of course I love many of my friends' books: Caitlin Kittredge (her Black London books), Richelle Mead (the Georgina Kincaid books)...really any of my fellow members of the league of Reluctant Adults, which is a loose author group I belong to online. And I've recently found a mystery author named Tana French whose books are just amazing; her third just came out and I haven't read it yet, but the first was called IN THE WOODS and I loved it.


What ideas do revolve around in your head? Can you give us a glimpse of your next work?
Oh, too many ideas revolve around in my head! Right now I'm working on a YA (Young Adult) project actually, about a thief in a dystopian magic-ruled world, but one very different from the Downside world. It's also a bit of a historical as well. I'm very excited about it, but I try not to talk about my projects early on because I tend to lose my enthusiasm if I do.
And of course I have at least two more Downside books to write, which I'm thrilled about!


What do you think, what place has the (pocket) book still today or in future?
Hopefully it will always be important. I know ebooks are going to get bigger and more popular, but I love paper books and I don't want to see them disappear or become collector's items. What happens to people who can't afford ereaders, you know? Especially when there are no used bookstores anymore? Books are too important to me to want to see them stop being something anyone can find and own and enjoy. I really don't want to live in a world where books are scarce or reading is only for the wealthy.



"Geisterflut" von Stacia Kane erscheint im Februar 2011
In einer Welt, in der die Geister der Toten auferstehen und die Lebenden verfolgen, sind Geisterjäger sehr gefragt. Chess Putnam besitzt magische Kräfte und die Fähigkeit, Geister zu bannen. Ein Job, der ihren Lebensunterhalt sichert, aber nicht genug abwirft, um ihre Schulden bei dem Drogenboss Bump bezahlen zu können. Dieser zwingt Chess dazu, einen gefährlichen Auftrag anzunehmen. Ein Unbekannter bedient sich schwarzer Magie, um Dämonen zu beschwören und dunkle Energien zu entfesseln, die eine ganze Stadt vernichten könnten. Chess muss all ihre magischen Kräfte aufwenden, um dem Schuldigen auf die Spur zu kommen.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Vom Dämon gezeichnet - Diana Rowland



Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Egmont LYX - Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

Kara Gillian hat es endlich geschafft. Sie wird eine Beschwörerin, eine Frau also, die Dämonen der allerhöchsten Stufe in diese Welt rufen kann. Für die junge Polizeiermittlerin ist das ein Meilenstein, denn viele Jahre ist sie dafür von ihrer Tante unterrichtet worden.
Im realen Leben bekommt sie es mit einem Fall zu tun, bei dem die verstümmelten Leichen offenbar für ein satanisches Ritual missbraucht wurden. Als Kara daraufhin einen Dämon beschwören und dazu befragen will, taucht statt diesem Rhyzkahl auf, der sich als weit mächtiger entpuppt, als alles, was Kara je gesehen oder beschworen hat. Obwohl er sehr verärgert darüber ist, bezeugt er Kara sein Wohlgefallen und besucht sie fortan regelmäßig in ihren Träumen.
Seltsamerweise scheinen die Mordfälle mit Rhyzkahl in Verbindung zu stehen. Doch dieser ist nicht gewillt, ihr zu sagen, was sie wissen muss und Kara muss allein ermitteln. Gar nicht so einfach, wenn nicht nur ein umwerfend gut aussehender Dämon, sondern auch ein smarter FBI-Agent um ihre Aufmerksamkeit buhlen ...

Alles in allem gefällt mir das Cover sehr gut und der Umstand, dass Teil 2 (im Februar 2011) optisch hervorragend zu Teil 1 passt, findet mein Wohlgefallen.
Ich hätte mir beim Thema des Romans allerdings ein bisschen mehr in Richtung "Dämon" oder "dämonisch" gewünscht. Eine schöne Frau, Rosa und verblümelt täuscht einen harmloseren Inhalt vor, als es ihn tatsächlich gibt.
Die Klappenbroschur ist in meinen Augen sehr gelungen, das Muste im Inneren gefällt mir sehr!

Diana Rowland ist ein sehr unterhaltsamer Pageturner gelungen, den ich innerhalb kürzester Zeit gelesen habe. Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte, die ich im folgenden nennen möchte. Doch zuvor muss ich einfach erwähnen, dass diese mich im Grunde nicht wirklich gestört haben, sondern ich sie im Nachhinein einfach nur schade fand. Hätte es die nicht gegeben, wäre das ein sensationelles Debüt geworden!
Am Beginn war ich etwas irritiert, weil Kara einen Dämon beschworen hat, der so überaus höflich war. Aber der Ehrenkodex ist sehr komplex und warum nicht? Aber spätestens mit dem übermächtigen Rhyzkahl wurde das unglaubhaft, denn der hat nichts besseres zu tun, als mit Kara zu schlafen. Obwohl er andere, die das gleiche getan haben, in Stücke gerissen hat.
Auch liegt keine wirkliche romantische Beziehung vor, was aber alles in allem nicht schlimm ist. Was der Autorin nämlich ausgesprochen gut gelungen ist, war die Gegenüberstellung des Dämons und der Beschwörerin, da war so viel Knistern drin, so viel Sexappeal, dass es einfach Spaß gemacht hat, Seite um Seite weiterzublättern.
Die Handlung um die Morde begann sehr vielversprechend und ist sehr durchdacht. Da Frau Rowland selbst im Metier gearbeitet hat, schafft sie es alles sehr echt und plastisch darzustellen.
Schließlich bekommt Kara einen Agenten an die Seite, der mir aber bis zum Ende viel zu blass geblieben ist. Ich konnte nichts über ihn sagen, keine Eigenheiten, woher er kam, was er mag und was nicht; eben nichts. Er blieb bis zum Schluss sehr blass und eindimensional obwohl wegen einiger Andeutungen anzunehmen ist, dass er auch in den Folgebänden auftauchen wird.
Somit ist also die erste Häfte des Buches perfekt, man lernt die Heldin kennen, erfährt etwas über die Mordfälle und bekommt viel *hrr*. Aber in der zweiten Hälfte fällt das alles irgenwie ab. Unser Agent bleibt eben blass, die Andeutungen um den Mörder sind nicht immer ganz nachvollziehbar und der Dämon wird zunehmend eigensüchtiger.
Die Auflösung schließlich, die durchaus einer Periode des Ratens folgt, was mir gefiel, hat mich dennoch enttäuscht. Auch der große Endkampf war ein kleines bisschen altbekannt, wie schon hunderte Male zuvor gelesen. Da hätte wirklich etwas nicht ganz so klischeebehaftetes folgen können.
Nichtsdestotrotz wurde ich sehr gut unterhalten und habe alles bekommen, was ich vor dem Lesen erwartet habe. Die Heldin ist sympathisch und in ihrem Werdegang glaubhaft. In Bezug auf Männer allerdings ziemlich sprunghaft. Dafür, dass sie eine extrem schlechte Erfahrung machen musste, ist sie doch ziemlich leicht rumzukriegen. Aber auch das sei nur am Rande erwähnt.
Irgendwie habe ich jetzt mehr gemosert, als alles andere. Was Diana Rowland sehr gut gelingt ist die Darstellung ihrer Charaktere und deren Beziehungen untereinander. Auch schreibt sie von Dingen, die sie kennt, was deutlich spürbar ist. Die sinnlich-erotischen Szenen sind gelungen, die Dialoge ebenfalls.
Definitive Leseempfehlung!


"Vom Dämon versucht" erscheint im Februar 2011

Dienstag, 20. Juli 2010

Fantastische Blogparade


Seychella hat auf ihrem Blog die erste fantastische Blogparade gestartet und ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich beteiligen - und das, obwohl ich furchtbar schlecht darin bin, Fragen zu beantworten.

Wer sind deine Lieblingsautoren?
Warum sind sie das, was gefällt dir besonders an ihren Werken?

Lieblingsautoren - das Wort definiere ich für mich so: Autoren, denen ich immer den Vorzug geben würde, wenn ich mich mal nicht zwischen zwei Büchern entscheiden könnte. Autoren, deren Name mich schon zweimal hinsehen und auf jeden Fall zum Buch greifen lassen würde. Autoren, denen ich auch mal ein "schlechtes" Buch verzeihen und beim nächsten Mal wieder zugreifen würde. Und Autoren, von denen ich einfach alles haben muss, weil die Bücher im Regal so schön nebeneinander aussehen.
Da ich Bücher für gewöhnlich nicht behalte, hat es schon etwas zu bedeuten, wenn da ein Autor hierbleibt.
Mein langjährigster Begleiter ist da auf jeden Fall Robert Jordan, obwohl er ein männlicher Autor ist und von denen kommen mir nur wenige ins Haus. Marion Zimmer Bradley, obwohl ich schon eine ganze Weile nichts von ihr gelesen habe. Aber dafür besitze ich ungefähr jedes Buch der Autorin. Das gleiche mache ich gerade bei Karen Marie Moning, die neben der Urban Fantasy auch noch Historicals schreibt. Karen Chance hat mich mit ihren witzigen Einfällen eingefangen, von ihr besitze ich alle (deutschen) Bücher und werde auch auf jeden Fall die neue Serie lesen! Julie Cohen hat eine Pärchenkonstellation, die mir sehr gefällt; da in Deutsch nichts mehr groß von ihr zu haben ist, werde ich wohl auf das Original zurückgreifen.
Yasmine Galenorn, bei der ich eigentlich nicht wirklich weiß, warum ich ihre "Schwestern des Mondes" Reihe verfolge. Aber wenn ich mir die Fortsetzung schon auf englisch bestelle, weil es im Deutschen keine gibt ... Laurell K. Hamilton, weil ich immer vorhabe, die Reihe erneut zu lesen, um die Fortsetzung lesen zu können. Sophie Kinsella bringt mich beschwingt zum lachen und manchmal auch zum erröten. Julia Quinn, weil sie mir so unterhaltsam von einer Zeit erzählt, in der die Leute nur Probleme hatten, wenn sie ihre Tanzkarte nicht voll bekamen. Maggie Stiefvater, weil sie es schafft, Emotionen aus jeder Zeile sprühen zu lassen. Rob Thurman ist bei meiner Mutter ja kläglich gescheitert, ich dagegen kaufe jedes Buch, auf dem dieser Name steht. Lynn Austin, weil sie mit Herz und Verstand schreibt und mich damit regelrecht mitreißt.
Am allerliebsten aber mag ich Robin Hobb, weil sie in den Weitseher-Trilogien 1 und 3 eine Geschichte geschrieben hat, in der alles enthalten ist, was ich erwarten würde. Und ich kann ihr das Ende verzeihen, denn auch, wenn ich es ein klein wenig anders gewollt hätte, so ist es für Fitz besser und er ist glücklich.
Ich höre hier mal auf, weil ich eben bemerkt habe, dass ich zu viele Bücher besitze.

Wie bist du auf sie gestoßen?
Das ist ganz unterschiedlich. Manche Bücher habe ich gewonnen, andere auf gut Glück mitgenommen und wieder andere geschenkt bekommen. "Das Rad der Zeit" habe ich mit ungefähr sechzehn Jahren angefangen und damals hatte ich noch keinen SuB. Also ging ich zu meiner Mutter und fragte sie, ob sie nicht ein Buch für mich hätte, das ich lesen könnte. Sie gab mir die ersten drei Teile der Serie.
Laurell K. Hamilton stammt aus einer Zeit, als ich Vampir- und Liebesromane noch gar nicht mochte und dem Genre sehr abschätzig gegenüberstand. Aber Buch für Buch wurde ich überzeugter. Yasmine Galenorn habe ich auf gut Glück begonnen und obwohl ich an einigen Teilen der Serie ziemlich rumgemäkelt habe, muss ich einfach wissen, wie es weitergeht.

Welches Buch magst du besonders, oder gibt es da keine großen Unterschiede?
Jeder Autor sollte etwas Eigenes besitzen, etwas, das ihn oder sie von anderen Autoren unterscheidet. Und ich glaube, dass das auf oben genannte Autoren zutrifft. Sie haben mir alle tolle Lesemomente verschafft und dafür bin ich ausgesprochen dankbar. Sie miteinander zu vergleichen will mir dann aber doch nicht gelingen. Ich nenne gern "Das Rad der Zeit", weil es mich jetzt so unendlich viele Jahre begleitet. Das liegt dann aber daran, dass ich etwas Persönliches damit verbinden kann. Wirklich besser oder schlechter macht es das nicht. Ich mag sie einfach alle.

Wann wird bei dir ein Autor, den man gerne liest, zu einem Lieblingsautor?
Knifflige Frage. So unterschiedlich obige Autoren sind, so unterschiedlich fallen bestimmt auch die Antworten auf diese Frage aus. Ich muss auf jeden Fall gut unterhalten werden und je nachdem zu welchem Genre ich greife, muss die Handlung dazu passen. Wenn ein Autor es aber trotzdem schafft, auf den altbekannten Pfaden zu bleiben, aber dennoch etwas Neues draus macht, dann hat er mich. Natürlich möchte ich auch genial ausgearbeitete Charaktere, die sind mir bei einer Geschichte ehrlich gesagt am wichtigsten. Ich möchte mit ihnen lachen und weinen, ich will Emotionen! Darum sollten die Beziehungen untereinander ausgereift und gut überlegt sein.
Es kann aber auch sein, dass ein Autor mir eine Geschichte erzählt, die ich so ähnlich schon einige Male anderswo gelesen habe. Dann überzeugt er mich am besten mit seiner Sprache, Ausdrücken und Wortgruppen, die ich so noch nicht kannte. Oder seiner Fähigkeit, mir Dinge so plastisch zu beschreiben, als würde ich sie in den Händen halten.
All solche Sachen, die mich faszinieren, mich aufleben, freuen, weinen lassen möchten. Wo sich mir vor Spannung die Zehennägel einrollen, wo mich das Telefon dazu bringt, einen Herzinfarkt zu bekommen, weil es in der Welt meines Buches noch gar nicht erfunden worden ist. Wenn ich ärgerlich werde, weil ich noch zu einem Termin eilen muss, obwohl ich viel, viel lieber zuende lesen möchte.
Es gibt sicher noch mehr Autoren, als die von mir genannten, die das vermögen. Und ich hoffe sehr, dass ich sie eines Tages finden werde!

Donnerstag, 15. Juli 2010

Honigkuss - Salwa Al Neimi


Vorab: Es ist schwierig, den Inhalt dieses Buches wiederzugeben. Das liegt vor allem daran, das in diesem autobiografischen Buch lose Geschichten zu einer großen gesponnen werden und daher nicht leicht abzuwägen ist, was gesagt werden sollte und was nicht. Immerhin soll auch nicht zu viel verraten werden.

Sie ist eine Frau mit arabischen Wurzeln, Bibliothekarin in Paris und verheiratet. Schon früh kam sie mit den Klassikern der arabischen Erotikliteratur in Kontakt und las alles, was ihr in die Finger kam. Für sich und ihr Leben hat sie daraus einige Schlüsse gezogen. Gott (Allah) hat nicht gewollt, dass sich die Menschen, am allerwenigsten die Frau, mit nur einem Partner begnügen. Sexualität ist ein Geschenk und sollte genutzt werden. Frei nach dem Motto: "In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist." Sex ist für die Gesundheit lebenswichtig.
Darum nimmt sie sich Männer neben ihrem Mann, wohlwissend, dass dies gegen die Gesetze aller Länder ist und entweder mit Gefängnis oder mit Peitschenhieben bestraft wird.
Aber auch die falsche Moral der muslimischen Männer thematisiert sie, denn noch in den Klassikern findet sie starke Frauengestalten, die sich nicht schämten, ihre Begierden zu erfüllen. Die Unterdrückung der heutigen Gesellschaft von allem was sexuell anmutet, kann sie nicht verstehen. Denn Sex ist in der muslimischen Gesellschaft alltäglich, auch vor- und außerehelich.
In vielen einzelnen Gedankengängen und kleineren Geschichten bringt sie das in diesem Aufsatz dem Leser näher - und befreit dadurch nicht nur sich selbst.

Andere Sprachen waren ein wenig mutiger, was die Gestaltung des Cover angeht. Dieses ist einfarbig, Rosa und Violett gehalten, dezent gemustert. Sehr weiblich, obwohl auch Männer sich nicht scheuen sollten, das Buch zu lesen.

Wer hier hofft, einen erotischen Roman mit mehr oder weniger expliziten Szenen zu lesen, wird enttäuscht sein. Bei "Honigkuss" handelt es sich viel mehr um eine autobiografisch angehauchte philosophische Abhandlung.
Ich war zunächst eine dieser enttäuschten Leserinnen, denn vom Klappentext habe ich mir wesentlich mehr versprochen. Aber die Passagen aus den arabischen Erotikklassikern sind jeweils nur sehr kurz und die Ich-Erzählerin erinnert sich nur, diese mal mit Mann X oder Y nachgestellt zu haben - in einem Satz.
Aber schon bald wurde ich in den Text hineingesogen und die Seiten flogen nur so an mir vorüber. Es ist ein gängiges Vorurteil, dass die muslimische Welt und Sex sich nicht vereinbaren lassen und schon gar nicht, wenn es dabei um eine Frau geht. In den zahlreichen kleinen Erzählungen ist aber zu erfahren, dass das nicht stimmt. Dennoch sind die arabischen Frauen stark an ihre Erziehung gebunden. Obwohl die meisten hochgebildet sind und im Ausland leben, lassen sie sich "den Weg der Rückkehr" (Analverkehr, beschädigt das Jungfernhäutchen nicht) offen.
Sie genießt es, das, was sie in den Klassikern liest selbst zu durchleben - allerdings nie mit ihrem Mann. Das war ein Punkt, der mich gestört hat. Ihr Ehemann wurde nie erwähnt und so blieb die Frage offen, warum sie ihre sexuelle Erfüllung nicht mit ihm suchen konnte. Ob er vielleicht ebenfalls mit anderen Partnern zugange war. Ob er ihr von denen erzählt ...
Zum Ende hin ist mir die "Sie" leider unsymphatisch geworden und dadurch verändert sich die gesamte Aussage des Buches. Ihr Egoismus, nicht nur in ihrer Sexualität, steigt ins Unermessliche. Natürlich ist es eine Aussage des Buches, dass Frauen den Mut haben sollen zu leben, was sie sich insgeheim wünschen. Aber doch sicher nicht um jeden Preis?
Seltsam finde ich im Nachhinein ebenfalls, dass alle Personen - Freundinnen, Arbeitskollegen, Nachbarn - namentlich genannt werden. Die Partner der Erzählerin aber sind einfach der Denker, der Schnelle, der Weltenbummler. Seltsam also insofern, dass von einem gewissen Schutz dieser Männer nicht die Rede sein kann, denn die privaten Geschichten von Freundinnen und Co. posaunt sie ja auch hinaus ...
Nichts desto trotz handelt es sich bei Salwa Al Neimis Roman um Seiten, die stark zum Nachdenken anregen und so manches Vorurteil verdrängen. Ich wünschte, davon gäbe es mehr, aber schon "Honigkuss" ist in der arabischen Welt größtenteils verissen und teilweise auch verboten worden (was ihm zweifellos zu mehr Bekanntheit verholfen hat).
Die einzelnen Kapitel und Geschichten verbinden sich am Ende zu einem großen Ganzen. Bis dahin sollte man die 126 Seiten schon durchgehalten haben um zu verstehen, was die Autorin sagen will. Manches wird mit einem Nicken begleitet und manches mit einem Kopfschütteln, aber letztendlich wird klar, dass es Auslegungssache ist. Jedem das Seine - oder nicht?
Die Klassiker im übrigen haben nichts mit dem "Kamasutra" gemein, sondern sind Anleitungen für Genuss und Sinnlichkeit. Warum Viagra?, fragt sie sich. In den Klassikern steht so vieles, was wir längst vergessen haben. Also lest selbst ...


Die Autorin
Salwa Al Neimi wurde in Damaskus geboren und studierte an der dortigen Universität arabische Literatur. Später zog sie nach Paris, wo sie ein Studium der Theaterwissenschaften absolvierte. Sie lebt als Journalistin und Publizistin in Paris und veröffentlichte bislang Erzählungen und Lyrik. Honigkuss ist ihr erster Roman, der 2007 im Libanon erschien. Das Buch war in den arabischen Ländern ein Skandal, wurde von Rezensenten als "sexuelle Intifada" (Emirates Media) bezeichnet und markierte für viele die „Ankunft der sexuellen Revolution“ (Al-Kifah al-arabi).

Dienstag, 13. Juli 2010

Winterfluch (October Daye 1) - Seanan McGuire



Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Egmont LYX für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

October Daye, genannt Toby, ist ein Wechselbalg - halb Mensch und halb Fae. Durch einen bösen Zauber war sie vierzehn Jahre lang im Stadtpark gefangen und als sie sich endlich befreien konnte, war nichts mehr wie zuvor.
Größtenteils versucht sie nun alte Bekannte und Freunde zu meiden, aber dann gelingt es der Winterrose, einer Fae-Fürstin, sie durch einen Zauber zu binden. Die Fürstin wusste, dass sie sterben würde und beauftragt Toby, die als Privatdedektiv gearbeitet hat, damit herauszufinden, wer sie ermordet. Schafft Toby das nicht, ist ihr eigenes Leben verwirkt.
Bei den Ermittlungen stösst sie auf ein Artefakt, dass sie nur aus alten Legenden kennt und hinter dem einige Leute her sind.
Aber sie muss sich auch ihrer Vergangenheit stellen und alte Freunde wieder in ihr Leben lassen. Dazu gehört auch Devin, der Wechselbälger-Straßenkinder bei sich aufnimmt. Schon bald flammt ihre alte Zuneigung wieder auf ...

Ich mag es, wenn auf dem Cover Gesichter oder Körper abgebildet sind. In Mimik und Gestik lässt sich viel ausdrücken. Ein wenig kalt kommt das Cover von "Winterfluch" daher, passt aber genau darum gut zu Titel und Inhalt.
Ich kann mir aber vorstellten, dass es eines dieser Bilder ist, das man entweder mag oder nicht.
Das Original ist wesentlich düsterer und passt ein klein wenig besser. Die Nacht ist Faes Tag ...

Ich habe lange gebraucht, um dieses Buch zu lesen und ich bin froh, dass ich es doch getan habe. Zwar gefiel mir kurz nach Erscheinungstermin eine Leseprobe sehr gut, aber ich war durch die eher zwiespältigen Meinungen verunsichert. Inzwischen wurde es mir von Leuten, denen ich lesetechnisch vertraue mehrfach empfohlen.
Die Welt der Fae und all die Mythen, die sich darum ranken, wurde auch schon bei K.M.Moning oder Laurell K. Hamilton thematisiert. Um davon schreiben zu können, muss ein Autor viel und lange recherchieren, denn die Politik, die Beziehungen und die vielen Details verlangen ein feines Händchen dafür. McGuire kann zu recht behaupten, dass sie dieses besitzt. Sehr feinfühlig geht sie beim Schreiben vor, überstürzt nichts. Obwohl sie eine Geschichte erzählt, die so auch von anderen Autoren stammen könnte, besitzt sie etwas sehr eigenes, das sie aus der Masse heraushebt.
Toby ist ein vielschichtiger Charakter und wird auch genauso dargestellt. Sie ist eine junge Frau, die einiges hinter sich hat und sich den Gegebenheiten zu stellen weiß. Dabei wird jede Hürde, die sie nehmen muss, nicht unnütz als Heldentat von der Autorin hervorgekehrt. Toby tut, was sie tun muss; so ist es und nicht anders. Dadurch gelingt es, sie als sehr starken Charakter darzustellen. Kein unnützes Chick-Lit-Gebahren, das gewollt lustig vom Leben einer gebeutelten Frau erzählt. Nichts ist aufgesetzt, es wirkt alles sehr echt.
Obwohl sehr viel Spannung und Action in der Geschichte enthalten sind, hat man als Leser das Gefühl, alles laufe eher gemächlich ab. Das ist eigentlich nicht der Fall, aber McGuire konzentriert sich mehr auf ihre Figuren, als auf die Handlung. Beides läuft gleichberechtigt nebeneinander, während für gewöhnlich einem der Vorzug gegeben wird.
Die Liebe findet in Form von mehreren Männern zu Toby, aber auch hier überstürzt die Autorin nichts, was mein großes Wohlgefallen findet. Zum Ende ist wieder alles offen, was - auch nach der spannenden Krimihandlung - sehr auf den zweiten Teil hoffen lässt.
Wer letztendlich für den Tod der Winterrose verantwortlich ist, bleibt eine ganze Weile unklar, weil es mehrere Verdächtige gibt. Für mich war also auch das gelungen.
Mir hat "Winterfluch" sehr gut gefallen, denn hier war alles enthalten, was ich mir von einer solchen Geschichte erwarten würde. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass sie auf eine erwachsene Art erzählt worden ist und das ist selten geworden. Spannung, Action und Emotionen sind in die Handlung eingestreut worden, die Liebe eher dezent. Wie auf einer Wippe hielt sich alles die Waage. Ich kann den Roman nur empfehlen!


Teil 2 "Nebelbann" erscheint im Oktober 2010

Sonntag, 11. Juli 2010

(DVD) Avatar - Aufbruch nach Pandora


Als Jake Sully (Sam Worthington) durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt wird, scheint sein Leben seinen Sinn zu verlieren. Mutlos begleitet er seinen Bruder nach Pandora. Bei seiner Ankuft erfährt er, dass dieser auf dem Flug dorthin verstorben ist und Jake nun selbst dessen Platz einnehmen soll.
Denn auf Pandora sind Kämpfe an der Tagesordnung. Die Einheimischen tolerieren die Eindringlinge, die ein Bodenerz abbauen wollen, nicht. Darum hat die Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine (Sigourney Weaver) aus der DNS der Ureinwohner Duplikate hergestellt, in die sie den Geist ihrer Wissenachaftler integriert. Da einer dieser Avatare für Jakes Bruder gedacht und beide Zwillinge waren, soll er nun seinen Platz einnehmen.
Schon bald gewöhnt er sich an seinen neuen Körper und streift durch die Flora und Fauna des für ihn fremden Planeten. Dabei trifft er auf die Einheimische Neytiri (Zoe Saldana), deren Vertrauen er gewinnen kann. Das Volk der Na'vi beschließt, den Eindringlingen, die sich so viel Mühe geben, so zu sein wie sie, zu zeigen, warum sie so sehr an ihrer Heimat hängen. Neytiri, die zunächst nicht begeistert ist, soll Jake in die Gebräuche ihres Volkes einweisen.
Doch Jakes militärischer Auftrag lautet anders: Vertrauen gewinnen, um zu spionieren. Wo liegen die besten Abbaugebiete? Wie kann man sich die lästigen blauen Wesen am besten vom Hals schaffen?
Und Jake erfüllt seinen Auftrag, bis er merkt, dass die Na'vi und vor allem Neytiri ihm mehr bedeuten, als er zugeben möchte. Und inmitten eines aufbrandenden Krieges muss er eine Wahl treffen ...

Ich muss gestehen, dass ich von dem Film ziemlich enttäuscht war. Man hat mir zuvor schon gesagt, dass ich keine allzu hohen Erwartungen an die Handlung stellen soll und das habe ich auch nicht. Aber dass es so unterirdisch werden würde, das habe ich dann doch nicht gedacht. Mir ist egal, wie bunt und schillernd etwas daher kommt, die Grundbedingungen müssen stimmen und das ist hier nicht der Fall.
Man kennt das sicher von Büchern, wenn das Cover richtig genial getroffen ist und wenn dann noch der "richtige" Autorenname drauf steht. Aber dann ist man trotzdem vom Inhalt enttäuscht ...
Die Animationen in "Avatar" sind mehr als gelungen und ich verstehe, dass der Film dafür einen Preis einheimsen konnte. Obwohl mir doch einige Male durch den Kopf schoss, dass man besser einen Animations- oder Trickfilm hätte daraus machen sollen. Der große Baum, in dem die Na'vi leben und sein Fall sind mir in besonderer Erinnerung geblieben. Diese Bilder waren grandios.
Am Beginn fürchtete ich mich etwas vor dem inneren Monolog Jakes, als er noch im Raumschiff ist. Das erinnerte mich ein wenig an Riddick und später taucht diese Redeweise nicht ein einziges Mal mehr auf. Überhaupt kam mir Jakes Charakterisierung nicht immer ganz ausgewogen vor.
Als ich dann die Na'vi und ihre Ankoppelung kennenlernte ... Neytiri ist natürlich die Tochter von Häuptling UND Oberheilerin, sie soll den Nachfolger heiraten ... mir wurde mit jeder Filmminute immer elender. Beinahe lächerlich anmutende Szenen liefen da vor meinen Augen ab, oft willkürlich hier und da aus anderen Geschichten entnommen. Eine Indianergeschichte auf Science-Fiction-Art erzählt - aber eben nicht gut. Die Na'vi verstehen ihre Umwelt nicht von allein, sie haben alle eine Art langen Zopf, mit dem sie sich gewissermaßen an Tiere und Pflanzen ankoppeln. Dadurch werden sie "eins mit der Natur". Wenn das nicht wirklich blöd ist, dann weiß ich auch nicht.
In nur drei Monaten kann Jake alles aufholen, was er Jahre zuvor nicht gelernt hat. Nicht nur die Ausdauer im Körper seines Avatars, auch sämtliche soziale Komponenten. Natürlich dauert es auch nicht lange, bis er und Neytiri ein Paar werden. Und das ist einfach unglaubhaft, denn drei Monate sind dafür einfach zu wenig Zeit. Ich verstehe auch nicht, warum überhaupt dieser Zeitraum eingeräumt wurde, wenn dann doch alle Na'vi abgeschlachtet werden sollen.
Ich könnte noch mehr Punkte aufzählen, aber das ist es mir dann doch nicht wert. Wer grandiose Bilder mag, der sollte sich den Film anschauen, denn damit geizt er nicht. Wer aber, wie ich, bei einer beknackten Handlung schnell wütend wird, sollte sich diesen Ärger ersparen, dafür gibt es genug andere Filme und Geschichten, die sich eher lohnen. Es muss nicht immer bunt und Computeranimiert sein. Was waren das für Zeiten, als es diese Technologie noch nicht gab? Damals musste über die schlechte Ausstattung mit einer gut erzählten Geschichte hinweggetäuscht werden. Heute scheint es genau anders herum zu laufen. Schade, ich habe weit mehr erwartet.

Freitag, 9. Juli 2010

Die Karawane - Jennifer Roberson


Alisanos ist ein Dämonenwald und beherbergt diverse Wesen, die den Menschen nicht wohl gesinnt sind. Außerdem lebt der Wald und verändert von Zeit zu Zeit seine Lage. Obwohl er sich wieder einmal bereit dazu macht, ist das nicht das schlimmste Problem der Sancorra. Denn das Kriegervolk der Hekari hat das Land eingenommen und den Herrscher getötet. Sie bestimmen fortan, wie die Sacorraner zu leben haben und scheinen völlig wahlweise diese zu durchsuchen und auch zu töten.
Um all dem zu entkommen, macht sich Audrun, Mutter von vier Kindern und schwanger mit dem fünften mit ihrem Mann auf den Weg zu entfernten Verwandten in einer anderen Provinz. Denn ihr ist von vielen Wahrsagern prophezeit worden, dass ihr Kind nur dort geboren werden darf.
Die Familie schließt sich einer Karawane an, zu der auch Ilona, eine junge Handleserin und Rhuan, der kein Mensch ist gehören. Ihr Weg wird gefährlich nahe am Dämonenwald vorbeiführen, doch die verängstigten Menschen nehmen das in Kauf. Den Hekari gefällt aber weder die Ansammlung vieler Menschen, die sich noch keiner Karawane angeschlossen haben, noch die Flucht der anderen.
Sie nehmen eine "Auslese" vor, die vielen Menschen das Leben kostet und die Karawane, die mit den Zurückgebliebenen in Kontakt stehen, zum Umkehren zwingt. Nur Audrun und ihre Familien wollen allein weiterziehen.
Währenddessen beschließen drei Boten, die gebraucht und dadurch unantastbar sind, eine Revolte zu starten, um die Hekari zu stürzen.
Und in all dem Chaos, erwacht plötzlich der Dämonenwald und verändert seine Position, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, wen er dabei alles in sich hinein zieht ...

Das Cover ist absolut gelungen, denn es zeigt Ilona und Rhuan, zwei Personen der Geschichte. Im Hintergrund ist einer der Wagen zu sehen, mit denen die meisten Familien reisen. Damit passt das Cover perfekt zur Story und das leider nicht immer zwingend. Umso schöner, dass das hier anders ist.
Für meinen Geschmack könnte das Bild ein bisschen heller sein, weil einiges doch schwer zu erkennen ist.
Alles in allem aber hervorragend gelungen, schon allein auch durch die Buchstaben von Titel und Autorenname, die farblich abgestimmt und leicht schimmernd gestaltet wurden.

Dieses Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück, denn einerseits forderte es mein ganzes Stehvermögen, andererseits sehe ich durchaus das Potential, das darin schlummert.
Zunächst jedoch begann es auf eine Art und Weise, die ich überhaupt nicht mag. Unzählige Personen wechseln in schnellem Stakkato. Sie gehören verschiedenen Ländern, Geschlechtern, Berufen und Rassen an. Was diese Dinge jeweils gemeinsam haben, warum etwas so ist, wie es ist, bleibt ewig unklar. Die Verwendung unzähliger Eigennamen und Titel trägt nicht besonders zum allgemeinen Verständnis bei. So tappt der Leser ziemlich im Dunkeln herum und nur mit viel Zähnezusammenbeißen wird es besser. Allerdings umfasst "Die Karawane" 543 Seiten und da gibt es dann viel zu beißen.
Ich bin immer noch verwirrt davon, aus welchem Grund den Wahrsagern - egal ob Traumdeuter, Handleser oder Sonstiges - so viel Bedeutung beigemessen wird. Ich verstehe die Herkunft einiger Figuren (Hauptcharaktere!) immer noch nicht, obwohl es mir eigentlich schon gesagt wurde. Und die Politik der einzelnen Ländern auseinander zu klamüsern war ebenfalls harte Arbeit.
Es gelingt der Autorin nichts desto trotz, von Zeit zu Zeit Spannung und Emotionen aufzubauen und einzuflechten. Dieses Potential verschenkt sie aber, indem sie von Person zu Person hastet und damit immer wieder die Perspektive und das Geschehen wechselt. Hätte sie die jeweiligen Sequenzen ausgebaut und verlängert, wäre es mir sicherlich nicht so schwer gefallen, dran zu bleiben. Da man als Leser eine Beziehung zu den Charakteren aufbaut, war es stellenweise beinahe unverzeihlich, dass ein Wechsel dem nächsten folgt. Denn leider, leider bleibt nicht nur durch diese die Handlung äußerst oberflächlich. Frau Roberson geht kaum bei einer Sache in die Tiefe. Weder bei familiären Alltäglichkeiten, noch bei der "Auslese" der Hekari. Ich hätte weinen mögen, weil sie das alles so nebenbei abhandelt, obwohl die Figuren daneben stehen und völlig außer Fassung sind. Hätte ich das als Leser nicht auch sein sollen? Aber die Buchstaben transportieren nichts. Alles geschieht, wie es geschieht und niemand scheint sich etwas dabei zu denken.
Dass sich Ilona und Rhuan auf dem Cover befinden, das im übrigen vom Original übernommen wurde, ist kein Zufall. Bei all den Figuren fokussiert sich das Geschehen vor allem um diese beiden und die Familie um Audrun. Rhuan ist ein Symphatieträger, denn einerseits ist sein Leben voller Probleme, die schon durch Dinge, die vor seiner Geburt geschehen sind, ausgelöst wurden. Andererseits ist er ein stolzer, aufrechter Krieger, dem vieles zu gelingen scheint, was anderen unmöglich wäre. Und er strahlt dieses gewisse Selbstbewußtsein aus, das Frauen an Männern immer zumindest interessant, wenn nicht sogar anziehend finden.
Er und Ilona sind sich sehr zugetan, doch zwei Dinge verhindern ein Zusammenkommen. Ein Schwur, dass die Führer der Karawane nicht mit den Wahrsagern (die sehr wichtig sind) anbändeln. Und die Tatsache, dass Rhuan sich zwar wünscht, ein ganzer Mensch zu sein, es jedoch nicht ist. Ilona könnte darüber vielleicht hinwegsehen, aber auch sie traut ihren Gefühlen nicht recht, denn es ist noch nicht so lange her, dass sie ihren letzten Gefährten verloren hat.
Viele Personen, die sich abwechseln sind in der epischen Fantasy nicht selten und normalerweise mag ich das auch. Aber die Autorin lässt sich für alles so immens viel Zeit, dass sich kein Lesespaß einstellen kann. Erst am Ende kann dann die Rede davon sein, dass wirklich etwas geschieht, aber ich würde bezweifeln, dass besonders viele Leser dorthin gelangen.
Es macht mich traurig, denn die Idee, der Aufbau und die Charaktere, sogar die liebevolle Art, sich dies und jenes zu überlegen sind in meinen Augen ziemlich verschenkt worden. Da steckt so viel Potential drin, das einfach nicht genutzt worden ist.
Dennoch: Verrückterweise würde es mich interessieren, wie es mit Audrun und ihrer Familie weitergeht. Dass ich dann allerdings wieder Zähne zusammen beißen und Stehvermögen beweisen muss, ist mir klar. Vielleicht lasse ich mir die Handlung auch von einem Leser des zweiten Teils erzählen? Mich würde aber interessieren, ob die Handlung nach diesem Vorspiel, das sich über fünfhundert Seiten zieht, endlich richtig einsetzt.
Fakt ist, dass im Original bisher zwei Teile existieren, Jennifer Roberson aber einen Vertrag für vier besitzt. Da es so viele Personen und Andeutungen gibt, könnten aber doppelt so viele geschrieben werden.
Es gibt leider keine Leseempfehlung von mir, wenn auch schweren Herzens.

Vielen lieben Dank an Kirsten, die mir das Buch geliehen und sehr viel Geduld mit mir bewiesen hat.


Dienstag, 6. Juli 2010

Unwiderstehlich untot - Karen Chance


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Piper-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

Cassandras Leben wird nicht leichter. Nicht nur, dass sie als Pythia immer noch nicht anerkannt wird, die alte weigert sich bei einer Zeitreise auch beharrlich, ihr das Amt zu erklären. Außerdem ist es nicht gerade einfach, sich auf Politik und Machtkämpfe zu konzentrieren, wenn da zwei Männer sind, die sich einen Platz in ihrem Herzen erobern wollen.
Viel dringender aber ist die Bedrohung durch den Gott Apollo, der die Erde erneut unter seine Herrschaft bringen will. Um ihn zu besiegen müssten Vampire und (weiße) Magier unter Leitung der Pythia zusammenarbeiten. Doch keiner traut dem anderen, Cassandra redet ins Leere und muss versuchen, den Schaden gering zu halten. Da aber auch sie ihre Grenzen hat, kommt es bei einem verhängnisvollen Unfall zur Zerstörung von MAGIE, den Hauptsitz der übersinnlichen Wesen.
Dieser Katastrophe kaum entkommen, bahnt sich die nächste an: Die Magier bieten ihre Hilfe an, eine Gruppe von ihnen verfolgt aber eigene Ziele und lockt Cassandra in eine Falle. Währenddessen suchen auch die Vampire in den eigenen Reihen nach einem Verräter.
Das Chaos ist perfekt, als Apollo einen Weg findet, auf die Erde zu gelangen. Die einzige, die ihn aufhalten kann ist Cassandra. Die jedoch ist heillos überfordert und weiß nicht, wo sie zuerst eingreifen soll ...

Das Cover sticht ein wenig aus den bisherigen der Serie heraus. Es dominieren keine kalten, blauen und nächtlichen Farben, sondern ein warmes Orange.
Genial, wie perfekt alles zur Geschichte gehört. Die Stadt im Hintergrund ist leicht zu erkennen, ebenfalls die Berge. Das Model könnte tatsächlich Cassandra sein (die aber diesmal äußerlich wesentlich mehr leidet) und die Farben am Himmel ... aber da verrate ich zu viel.
Das einzige, dass ich bei den Büchern immer schade finde ist, dass sie sich so leicht und schnell verziehen. Ich gehe wirklich extrem sorgsam mit meinen Lesebüchern um, aber hier kann ich machen was ich will, es verzieht sich immer.

Die gute Nachricht zuerst: DAS ist garantiert kein Abschlussband und die Serie noch lange nicht beendet! Das kann er auch nicht sein, denn auf der Homepage wird Band 5 für den Sommer 2011 angekündigt. (*Siehe auch unter der Rezi*)
Aber von Anfang an: Die Reihe besteht bisher aus vier Romanen, die unbedingt in Folge gelesen werden sollten:
1. Untot mit Biss
2. Hinreißend untot
3. Für immer untot
4. Unwiderstehlich untot
Wie gewohnt beginnt Chance mit einer überaus actionreichen Szene, bei der nicht nur Cassie die Kugeln um die Ohren fliegen. Die Zeitreisen sind für die inzwischen geübten Leser kein Gräuel mehr, man hat sich daran gewöhnt und die Autorin übertreibt es diesmal nicht.
Was dieser Sequenz folgt ist ein einziges Hin- und Hergelaufe, von einem Punkt zum nächsten, nur um zu bemerken, dass wieder etwas schief gelaufen ist. Actionfreunde wird das sicherlich nicht stören, denn sie kommen voll auf ihre Kosten.
Was diesmal aber leider, leider fehlt, ist Chance abgedrehter Humor, all diese kleinen witzigen Einfälle, die das Geschehen würzen und zu etwas ganz Besonderem machen. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass mich das sonderlich gestört hätte. Die Handlung ist so mitreißend, dass es kaum auffällt. Chance hält sich inzwischen nicht mehr mit diesen Dingen über Wasser, sie schwimmt von ganz allein. Trotzdem würde ich mir für den nächsten Band wünschen, dass sie in diese alte Form zurückfindet; dass sie sich eingeschrieben hat, wird mehr als deutlich. Keine Längen fordern das Stehvermögen des Lesers.
Was mir ebenfalls ein bisschen gefehlt hat, war Pritkin. Der grummelige, wortkarge Magier taucht erst in der zweiten Hälfte des Romans auf. Davor ist Cassie stark mit den Vampiren und natürlich mit Mircea zugange. Natürlich sei ihr das gegönnt, aber Pritkin hat inzwischen so viele Sympathien gewonnen, dass er einfach zum Trio dazugehört. Als er dann auftaucht, bekommt das ungeduldige Leserherz eine ganz besondere Geschichte geboten, für die allein sich schon das Weiterlesen gelohnt hätte!
Dass einzige, dass mich diesmal wirklich herausgefordert hat, war das erst sehr späte Auftreten des Gottes Apollo. Immerhin wird er auf dem Klappentext angekündigt und aus den drei Bänden vor "Unwiderstehlich untot" wissen wir, dass er auf seine Chance wartet. Doch nach einem dreiviertel Buch ist er noch nicht da ... und wenn man bedenkt, dass dies angeblich ein Abschlussband sein soll ... dann stimmt da etwas nicht! Da hat der Verlag leider einen kleinen Fehler gemacht, denn die Serie geht auf jeden Fall weiter. In Zukunft auch noch bei Piper?
Am Ende dann gibt es einige offene Handlungsstränge, nicht zuletzt den um Cassies Herkunft bzw. den frühen Tod ihrer Eltern, der immer noch nicht gerächt werden konnte. Und welcher Mann wird nun endgültig ihr Herz für sich gewinnen können?
Da ist Raum für mindestens drei weitere Romane in der Serie um Cassandra Palmer!
Ich denke, wir können hoffen, dass Karen Chance nur ein bisschen beschäftigt war mit ihrer neuen Serie um Dorina Basarab (Teil 1 im Oktober 2010 auf Deutsch), um Cassie's (erstmal) fortzusetzen. Immerhin braucht auch ein Autor manchmal ein wenig Abstand zum eigenen Werk.
Ich drücke uns die Daumen, dass es dennoch bald weitergehen wird!

Um nicht länger im Dunklen tappen zu müssen, habe ich einfach mal die Person gefragt, die es wissen muss. Nämlich Karen Chance und die Autorin war so lieb und hat mir folgendes gesagt:
"(...) In answer to your questions, I can't talk a lot about the next Cassie book, as I try never to spoil upcoming novels. But Pritkin is back, along with most of the usual cast, and he plays an important role. I have nine books total planned for Cassie, which work with the Dory books to tell one big story. Midnight's Daughter and the sequel, Death's Mistress, are set in the same world as the Cassie Palmer novels so you'll meet a lot of familiar characters and plotlines. Hope you'll enjoy!"
(Sie spricht leider nie über noch kommende Bücher, aber Pritkin wird auf jeden Fall wieder dabei sein und eine wichtige Rolle spielen. Insgesamt sind neun Bücher insgesamt für Cassie geplant.
Die neue Serie mit den Büchern "Midnights Daughter" ("Dämonisch verführt") und "Death Mistress" spielen in der gleichen Welt wie bei Cassie. Damit werden die Leser vielen vertrauten Charakteren begegnen.)

Ich freue mich also umsomehr auf die neuen Werke von Karen Chance!


Samstag, 3. Juli 2010

Verlagsgeplauder - Von einem der auszog, tolle Lesungen zu halten!


Der Verleger Torsten Low plaudert aus dem Nähkästchen. Und das auch noch gern! In regelmäßigen Abständen wird er sich ein Thema wählen und einige Worte dazu aufschreiben. Alle, die sich näher dafür interessieren, sind herzlich eingeladen, sich diese Worte durchzulesen und zu kommentieren. Mehr noch: Interessiert ein Thema besonders? Dann her damit, Torsten antwortet gern.

Ich gebe zu, ich habe mich gefreut, als mir Soleil das neue Thema für den Blog »Aus dem Verlag geplaudert« nannte. Ich halte seit September 2007 Lesungen und denke, dass ich mittlerweile recht gut bin.

»Als letzte Lesung am Samstag rief der kleine Verlag Torsten Low und schon nach den ersten Sätzen aus dem Mund des lesenden Verlegers wurde klar, Torsten Low hält es nicht auf dem Stuhl. Gebannt las der Verleger, während er durch den Raum tigerte, die Anwesenden mit seinem Blick fixierte und seine Stimme vor Spannung vibrieren ließ.« (Quelle: Torsten Hirsch)

»Das Mikrofon schallt und hallt, zusätzlich verstärkt durch die Architektur des Kornhauses. Kurzerhand beschließt Torsten, auf das Mikrofon zu verzichten. Seine Stimme trägt, er wirkt ruhig und selbstbewusst. Nach dem Text fragt er das Publikum, ob es lieber eine blutige oder eine unblutige Geschichte hören will. »Blutig«, antworten wir ihm lautstark, wie aus einem Mund. Er fährt also fort mit dem Text »Duell bei Nacht« von Peter Bathge (aus: »Lichtbringer«). Obwohl ich diese Geschichte inzwischen rund 20 Mal gehört habe (wir sind schließlich nicht zum ersten Mal gemeinsam unterwegs), amüsiere ich mich prächtig. Torsten liest heute Abend sehr gut, das Publikum lacht und schaudert an den richtigen Stellen.« (Quelle: Simone Edelberg)

Ja, ich glaube schon, dass ich mittlerweile recht gut bin. Aber es war ein weiter Weg dahin und ich habe so manchen Fehler gemacht. Und je mehr ich jetzt über das Thema nachdenke, desto weniger fällt mir dazu ein.

Wie gestaltet man Lesungen spannend?

Vielleicht erzähle ich lieber, wie man es nicht machen sollte?
Als ich 2007 auf die Tübinger Tolkien-Tage eingeladen wurde, hatte ich panische Angst davor, denn es sollte meine erste Lesung sein. Ich hatte mich wochenlang vorbereitet, meine Passagen ein paar Mal gelesen und dabei die Zeit genommen. Ich hatte genau aufgeschrieben, was ich sagen wollte – alles bis ins letzte Detail geplant.
Am Morgen der Lesung bin ich im Quartier auf- und abgetigert. Mir ging es schlecht, ich konnte nichts essen, mir war schwindlig, meine Kehle trocken, ich musste aufs Klo – und doch wieder nicht. Kurz – ich hatte einen extremen Anfall von Lampenfieber.
An die Lesung selbst kann ich mich nicht mehr erinnern. Totaler Blackout. Mein bewusstes Denken setzt erst wieder ein, als mir der Veranstalter irgendwann mal Timeout signalisierte. In der Zwischenzeit habe ich wahrscheinlich abwechselnd aus meinem Roman oder von meinem Zettel mit dem vorbereiteten Text abgelesen, ohne einmal die Augen zu heben.
Es dauerte fast ein Jahr, bis ich mich an die nächste Lesung traute.
Bei meiner zweiten Lesung lagen die Zettel mit meiner ausformulierten Rede noch da, ich nutzte sie aber nur noch, wenn ich den roten Faden verlor. Beim nächsten Mal hatte ich nur noch Stichpunkte dabei. Ich fühlte mich immer sicherer und wurde langsam süchtig nach der Bühne.
Nach meiner vierten Lesung nahm mich der Veranstalter zur Seite und verriet mir sein Geheimrezept. »Lesen kannst du«, meinte er. »Aber du musst deinen Zuschauern was bieten. Bezieh sie in deine Lesung mit ein.«
Ich denke, das ist einer der wichtigsten Punkte für eine spannende Lesung. Wenn die Zuschauer gezwungen sind, selber aktiv zu werden, wandeln sie sich vom passiven Konsumenten zum lebenden Bestandteil der Lesung.
Egal, ob die Zuschauer über die nächste Geschichte entscheiden dürfen oder einzelne Zuhörer aktiv in eine Geschichte eingebunden werden. Und so etwas bleibt länger im Gedächtnis.

Nicht jede Lesung ist gleich.
Auf manchen Veranstaltungen habe ich gerademal 20 Minuten, auf anderen darf ich zwei Stunden alleine bestreiten. Manchmal habe ich Unterstützung durch meine Autoren.
Egal, ob kurz oder lang, ob alleine oder mit anderen – der Spannungsbogen muss passen. Wenn ich mit einer heftigen Horrorgeschichte starte, kann ich nicht mit einer langsamen, nachdenklichen Geschichte nachlegen. Wenn ich jedoch mit einer langsamen Geschichte das Publikum auf mich und meine Stimme einstelle, dann habe ich auch ihr Ohr für die Horrorgeschichte.
Auch die Länge der gelesenen Stücke ist wichtig. Die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Zuhörers liegt bei maximal 30 Minuten. Deswegen achte ich darauf, nicht länger als 20 Minuten zu lesen und dann die Zuschauer durch eine kurze Überleitungspassage auf das nächste Stück vorzubereiten.

Ein wenig Experimentierfreude und Lust aufs Ausprobieren muss man schon haben, wenn man Lesungen spannend gestalten möchte.
Andererseits muss ich zugeben, mit den »Metamorphosen« habe ich einen absoluten Glücksgriff gemacht. Durch die Kooperation der Metal-Band »Sorrowfield« darf ich zwischen den einzelnen Geschichten Musik einspielen, die auch noch thematisch passt. Und die wirklich grandiose Geschichte »Die Schokolade des Herrn Bost« ist gleichzeitig eine gute Möglichkeit, dem Publikum eine kleine Nascherei anzubieten. Es könnte ja das letzte Mal sein, dass man Schokolade essen mag …

Tisch-Mikrofone sind mir ein Graus. Ich mag es nicht, wenn ich an eine Stelle gebannt bin. Ich bin jemand, der steht, läuft, sitzt. Ich muss die Spannung, die ich in der Geschichte fühle, einfach in Bewegung umsetzen. Und vielleicht transportiere ich dadurch auch einen Teil der Spannung auf den Leser.
Auf der letzten Lesung in Meißen fühlte ich mich unwohl, gefesselt an diesen eigentlich ganz tollen Lesesessel. Für die letzte Geschichte wollte ich Freiheit. Brauchte ich Freiheit. Also entfernte ich das Mikro aus dem Ständer und löste das Kabel von der Stange, um die es mehrfach geschlungen war. Meine Bühnenumbauaktion während der Lesung muss wohl interessant ausgesehen haben, denn das Publikum lief nicht weg, sondern beobachtete mich gespannt. Die Veranstalterin war anscheinend reichlich irritiert, denn sie fragte eine Bekannte von mir, warum ich die Technik zerlege, worauf diese nur antwortete: »Das passt schon. Der Torsten braucht nur ein wenig Bewegungsfreiheit.«
Ich muss hinter dem, was ich vortrage, stehen. Muss voll und ganz davon überzeugt sein. Da ich oftmals keine eigenen Texte lese, sondern die Geschichten meiner Autoren präsentierte, ist das noch wichtiger.
Und das kann auch von Lesung zu Lesung unterschiedlich sein. Es gibt Tage, an denen möchte ich manche Geschichten einfach nicht vortragen. Einfach, weil das Publikum nicht das richtige ist oder weil ich selber nicht in Stimmung für diese Geschichte bin. Beispielsweise habe ich ein Scheu davor, den »Kampf der Auserwählten« (aus Lichtbringer) oder auch Passagen aus meinem eigenen Roman vor einem Publikum vorzutragen, welches sich jenseits der 60 Lenze befindet. Ich erwarte dabei unwillkürlich Fragen, wie jene, wie man über Krieg schreiben könne, wenn man selber keinen erlebt habe.

Wobei sich meine Lesungsplanung in den letzten Monaten sowieso extrem verändert hat. Meist weiß ich beim Lesungsbeginn, mit welcher Geschichte ich beginne. Und danach wird oftmals
improvisiert. Das heißt nicht, dass ich nicht vorbereitet bin – im Gegenteil. Ich kenne alle Geschichten, die ich im Portfolio habe, brauche sie teilweise fast nicht mehr abzulesen und kann dadurch auch viel intensiver das Publikum beobachten. Schauen, ob es ihnen gefällt und mit dem weiteren Programm darauf eingehen.
Manchmal ist das gar nicht so leicht, manchmal verzieht niemand im Publikum eine Miene. Dann ist es Zeit für eine lustige Geschichte oder für eine Anekdote aus dem Verlag. Wenn ich es schaffe, sie zum Schmunzeln zu bewegen, habe ich gewonnen. Habe sie mit der Geschichte und der Lesung berührt.

Wie gestaltet man Lesungen spannend?

Wenn ich ganz ehrlich bin, wird jede Lesung spannend, bei der ich voll und ganz mit dem Herzen dabei bin. Bei der ich authentisch bin.
Jede Lesung, bei der ich merke, dass das Publikum mitgeht.
Jede, bei der ich von einer Sekunde zur anderen explodieren kann, brüllen, flüstern, keuchen, mit verstellten Stimmen sprechen. Jede, bei der das Publikum tatsächlich ernsthaft bei der Abstimmung mitmacht und brüllend eine »blutige« Geschichte fordert, nur um im selben Moment schmunzelnd zu bemerken, dass der Ausgang der Abstimmung von Anfang an vorbestimmt ist. Jede, bei der ich alles gebe und ich merke, wie mir der Schweiß zwischen den Schulterblättern herabrinnt und das T-Shirt an meinem Körper klebt.
In solchen Momenten merke ich: Lesungen sind harte Arbeit, aber sie machen unwahrscheinlich viel Spaß. Und sie machen süchtig.

Foto1 zeigt den Verleger höchstpersönlich bei der Lesung im Literaturkeller des Münchner Stemmerhof "Verlag Torsten Low meets Wortküsse" am 17. April 2010. Mit seiner freundlicher Genehmigung darf ich es hier zeigen.
Foto 2 zeigt ihn ebenfalls hinter seinem Stand in Hamburg. Torsten Du bist überführt! Hand und Schädel Deines armen Opfers für zuhause einpacken, also weißt Du!
Die Innereien sind doch viel leckerer ;)


Donnerstag, 1. Juli 2010

Ausblick auf den Blog im Juli


Der Blogurlaub hat gut getan, aber leider mein Zeitproblem nicht gelöst. Daher kann es passieren, dass auch im Juli mal einige Tage lang kein neuer Beitrag hier im Blog gepostet wird. Einfach nichts dabei denken, das ist dann eben so. ;)
Ganz nebenbei fällt aber heute auch der Startschuss zur "All you need is ... Fantasy! - Challenge"! Also los, liebe Teilnehmer, ran an die Bücher: Auf die Plätze, fertig, lesen!
Ansonsten gibt es wie immer den mal mehr, mal weniger gut durchdachten Mix aus Rezensionen, Neuigkeiten, Interviews, Filmen und vielem mehr. Viel Spaß beim stöbern!

(Seltsame) Suchanfragen


anthologie wieviele seiten soll denn ein beitrag in etwa haben?
Das kann so pauschal nicht beantwortet werden, jedoch ist diese Information wichtig. Darum steht sie meist in der Ausschreibung exakt drin. Faustregel: Lieber kürzer als länger!

diana gabaldon berlin
Die Autorin Diana Gabaldon war tatsächlich in Berlin, das weiß ich genau, denn am 18.03. habe ich sie treffen dürfen. Übrigens einer der wenigen Sonnentage dieser Zeit, wie das Foto mit dem Fernsehturm beweist.

kristin cashore was sagt die autorin zu ihrem buch
Ich nehme mal an sie mag es.

feenkönigin adelheid
Wurde mir noch nicht vorgestellt. Aber man hört nur Gutes!

gefangene der dunkelheit von karen marie moning wie gehts weiter?
Das wüssten wir wohl alle sehr gerne. Schade, Du wirst bis Dezember warten müssen, da erscheint Teil 5, der, wie ich kürzlich erfuhr, immer noch nicht so wirklich der letzte Band sein soll. Zumindest nicht, was die gesamte Welt angeht, in der die Handlung spielt.

im zauberreich von bondrix verkaufszahlen
"Im Zauberreich von Bondrix" von Marion Rother ist ein Buch für Kinder unter zehn Jahren. Das Cover und die Zeichnungen sind wunderbar gelungen!
Aber die Verkaufszahlen kenne ich leider nicht. Sind die denn wichtig, wenn Du ein Buch lesen willst?

wo kann man die betsy reihe kaufen
Alle, die das wissen, bitte -jetzt- die Hand heben. Allen anderen seien die diversen (Online-)Bücherläden oder der Verlag, bei dem die Reihe erschienen ist empfohlen.

strumpfhosen für männer
So wie bei Errol Flynn in "Robin Hood" (1938)?
Spaß beiseite. Es gibt inzwischen einige Online-Shops, die sich auf Strumpfhosen für Männer spezialisiert haben. Da sind einige sehr ansehnliche dabei, bei denen es übrigens schade wäre, würde man sie nur an Fasching tragen.
Nur warum diese Suchanfrage zu mir geführt hat, das konnte ich wieder mal nicht herausfinden ...

die nebel von avalon - dvd film so teuer
Da kann ich leider auch nichts machen. Der Film ist leider ohnehin enttäuschend für alle, die das Buch kennen ...
Entweder Du tauschst/ borgst Dir den Film (einmal ansehen reicht) oder Du wartest auf Weihnachten.

nina blazon die taverne am rand der welten teil 04 erscheinungsdatum
Zwar habe ich bisher nur den ersten Teil gelesen, bin mir aber ziemlich sicher, dass es keinen vierten Teil gibt. Auch auf der Homepage der Autorin habe ich nur drei Bücher gefunden. Da ich weiß, dass die Tavernen-Bücher bald neu aufgelegt werden, gehe ich davon aus, dass es bei dreien bleibt.

rune der knechtschaft und buch
"Rune der Knechtschaft" IST ein Buch.

sklavin in gummistiefeln
Ich goo.gle das jetzt nicht extra, bin mir aber ziemlich sicher, dass es kein Buch mit diesem Titel gibt. Außerdem gibt man Sklaven keine Gummistiefel, man lässt sie barfuß durch den Regen tanzen!

stirbt rands vater tam
In "Das Rad der Zeit" von Robert Jordan gibt es die Hauptfigur Rand al'Thor und seinen Vater Tam. Bis Band 32 stirbt der Vater nicht, was ich guten Gewissens sagen kann, weil ich damit sicher keine Geheimnisse verrate.

barbora kodetova sexy
Bei Barbora Kodetová handelt es sich um eine tschechische Schauspielerin, deren Eltern ebenfalls in der Branche tätig sind. Sie spielte unter anderem in "Dune - der Wüstenplanet" als Chani (und den Nachfolgern), Prinzessin Fantaghiró als Weiße Hexe (die spätere) mit.

wer liest gerne julia quinn
Auf die Plätze, fertig, los! Nein, Scherz beiseite. Ich mag die Autorin gerne, sie hat einfach ein Händchen für Dialoge und eine Zeit, als die einzige Sorge der (reichen) Menschen darin bestand, den "richtigen" Tanzpartner zu bekommen.

unwiderstehliche helden: gefährliche helden
Es gibt jede Menge unwiderstehliche Helden, die sich in gewisse Gruppierungen einordnen lassen. Der Alpha-Held steht wohl ganz vorn. Ich selbst mag aber auch die verletzten Helden, die an ihrer Seele (u.U. auch am Körper) geheilt werden müssen.

thorsten low absagen
thorsten low ablehnen
thorsten low zurückschicken

Was hast Du ihnen nur getan, Torsten (ohne h)?

wahrsagerin soleil bewertung
Ich bin definitiv keine Wahrsagerin! Zwar besitze wegen einer Leidenschaft vor einige Jahren eine (kleine) Kristallkugel, aber ich habe sie ehrlich schon ewig nicht mehr benutzt!

was ist für den lesern am fantasy interessant
Die Frage finde ich ein bisschen seltsam, aber da sie sicher von jemandem kommt, der noch nie Fantasy (das Genre immerhin ist richtig geschrieben) gelesen hat, soll sie dennoch beantwortet werden. Aber sie ist so allumfassend, dass ich das alleine nicht stemmen kann und mir da ein bisschen Hilfe gesucht habe. Die Antworten sind so vielschichtig, wie das Genre und werden in einem gesonderten Beitrag von mir gepostet.