Donnerstag, 17. November 2016

(Autorenplausch) Andrea Bottlinger: Der Fluch des Wüstenfeuers

Titel: Der Fluch des Wüstenfeuers
Autor: A.S. Bottlinger
Originaltitel, 367 Seiten
ISBN: 978-3608960273
Euro: 16,95













Normalerweise ist die erste und meistgehasste Frage, die man als Autor immer zu einem Buch gestellt bekommt: „Wie kommst du eigentlich auf deine Ideen?“
Für „Der Fluch des Wüstenfeuers“ hatte ich mich, so dachte ich, eigentlich ganz gut darauf vorbereitet und sogar eine halbwegs sinnvolle Antwort parat. Wahrscheinlich ist genau deshalb die erste Frage, die ich zu diesem Roman gestellt bekomme, immer und überall: „Warum eigentlich A. S. Bottlinger?“
Mein Name lautet natürlich nicht A. S. Er lautet Andrea, genauer Andrea Susanna Bottlinger. Das S. ist also nicht einfach so dazu erfunden worden.
Und um die oben genannte Frage zu beantworten, muss ich ein bisschen ausholen.
„Der Fluch des Wüstenfeuers“ ist die Geschichte eines Gefängnisausbruchs. Im Kerker der Stadt Niat treffen vier sehr unterschiedliche Menschen aufeinander und erkennen schnell, dass sie zusammenarbeiten müssen, wenn sie zum einen den brutalen Kerkeralltag überleben und zum anderen je die Sonne wiedersehen wollen. Ihre beste Chance, zu entkommen, ist ein Dschinn, der schon lange in den Tiefen des Kerkers gefangen gehalten wird. Die Frage ist nur: Wenn sie ihn befreien, wird er ihnen tatsächlich helfen oder wird er alles vernichten, was ihnen lieb und teuer ist?
Ich mag solche Geschichten. Geschichten, in denen es nicht ganz eindeutig ist, was richtig und was falsch ist, in denen die Helden schwere Entscheidungen treffen müssen, für die sie durchaus auch einen Preis bezahlen. Ich schreibe gerne düster und ein bisschen blutig.
Mir ist dabei nie aufgefallen, dass ich keine einzige Fantasy-Autorin nennen könnte, die solche Geschichten erfolgreich veröffentlicht. Zumindest keine, die das unter ihrem eigenen Namen täte.
Darin beschreibt eine Autorin, wie sie einen Roman einmal unter ihrem echten Namen und einmal unter einem männlichen Pseudonym an Agenten geschickt hat, und wie unterschiedlich die Reaktionen waren. Das war der letzte von vielen Artikeln, über die ich zu diesem Thema gestolpert bin, und so langsam sickerte der Gedanke ein, dass es vielleicht ein Problem darstellte, dass ich mir nie einen dieser typischen Fantasy-Autoren-Bärte würde wachsen lassen können.
A. S. Bottlinger ist der halbherzige Versuch einer Lösung dieses Problems. Halbherzig deshalb, da ich nicht aktiv Mühe darauf verwendet habe, geheim zu halten, wer hinter A. S. steckt, um dann doch irgendwie eventuelle Leser, die ich durch meinen ersten Roman schon gewonnen hatte, mitnehmen zu können. Das Kürzel war mehr für die Leute gedacht, die zufällig im Buchhandel auf den Roman stoßen. Vielleicht war das ein Fehler. Ich weiß es nicht. Fest steht, dass ich nun erstaunlich viel Zeit damit verbringe, über zwei Buchstaben auf dem Cover zu reden, anstatt über den Inhalt meines Romans.


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