Samstag, 19. September 2015

(Autorenplausch) Akram El-Bahay: Der Gefährte des Drachen

Titel: Flammenwüste - Der Gefährte des Drachen
Autor: Akram El-Bahay
Originaltitel, 605 Seiten
ISBN: 978-3-404-20795-4
Euro: 9,99













Und jetzt? Die Frage stellt sich wohl jeder Autor, der die Geschichte weitererzählen darf, die er begonnen hat. Auch wenn ich bei Flammenwüste von Anfang an eine größere Geschichte im Kopf hatte, als auf den ersten 526 Seiten erzählt wurde, und die Herausforderung nun weniger darin lag, mir eine neue Geschichte auszudenken – Flammenwüste – Der Gefährte des Drachen war ganz anders zu schreiben, als mein Debüt Flammenwüste. Anûrs Reise durch die Teile der Wüste, die er und seine Freunde im ersten Band noch nicht besucht hatten, stand zwar von Anfang an fest. Doch jeder Ort, den er nun besucht – egal, ob es sich um eine versunkene Stadt oder um ein Labyrinth handelt, das kein Lebender betreten kann – will seine eigene Geschichte erzählen. Und jeder Schritt, den der Autor dabei vom geplanten Weg nach links oder rechts macht, birgt die Gefahr, dass es zu einem Widerspruch zum bisher Erzählten kommt.
Abgesehen von solchen handwerklichen Herausforderungen war es wunderschön, wieder in die Wüste zu kommen. Die Geschichten der Orte aufzuschreiben, an die es Anûr und seine Freunde verschlägt. Die neuen Wesen kennenzulernen, die auf der Suche nach dem ersten aller Worte, dem Ursprung aller Magie, eine Rolle spielen wollen. Natürlich steht Anûrs Aufgabe als Hüter des Wortes wieder im Mittelpunkt. Doch mindestens ebenso wichtig ist die Beziehung der Helden untereinander. Besonders zwei Figuren rücken diesmal mehr in den Fokus: das Wüstenmädchen Shalia und der Drache Meno. Für Anûr, den Geschichtenerzähler, der selbst einmal Teil einer Erzählung sein will, sind sie die wichtigsten Begleiter: Geliebte und Gefährte. Ihr Schicksal bestimmt Anûrs Handeln mindestens ebenso sehr wie seine eigentliche Aufgabe. Kein Wunder, dass er bereit ist, für die beiden jedes Risiko einzugehen.
Der große Spaß an Flammenwüste – Der Gefährte des Drachen hat für mich vor allem darin bestanden, neue Orte zu entdecken. Und wie schon beim ersten Band habe ich auch für dieses Buch wieder zahllose Bildbände und Internetgalerien durchforstet. Wüsten- und Orientbilder gehören ebenso zu der Sammlung, die ich für den Gefährten des Drachen angelegt habe, wie auch die Abbildungen schwimmender Händler in Südost-Asien. Die Welt in Flammenwüste, die alleine auf das Aussprechen des ersten aller Worte zurückgeht, hat sich längst verselbstständigt und ich hoffe, dass diejenigen, die Anûr und Meno begleiten werden, sich ebenso von ihr einfangen lassen wie ich. Auch wenn Der Gefährte des Drachen länger geworden ist als der erste Band von Flammenwüste, so hatte ich diesmal ganz besonders das Gefühl, dass ich noch viel, viel mehr hätte erzählen können, hinter mehr Türen blicken und längere Streifzüge durch die engen Gassen vergessener Städte und Paläste machen sollen. Leider hätte das diesmal zu sehr von Anûrs Aufgabe abgelenkt. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich ja noch die Gelegenheit, das Verpasste nachzuholen ...

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