Montag, 2. November 2026

Ausblick auf den Verlorene-Werke-Blog im November 2026

 


Das war der Oktober

Im Oktober kam die Zeit, da zuzusehen war, wie sich die Blätter an den Bäumen erst rötlich, dann ins Gelbe ziehend verfärbten. Der Herbst war mit großen Schritten gekommen – und mit ihm der Wind. Mal brauste er gemütlich ums Haus, mal hieß es am nächsten Tag Blumentöpfe und Co. neu aufzurichten.
Mein Kühlschrank steht und die Küche ist fertig eingerichtet. Soweit scheint bisher alles gut zu funktionieren und ich freue mich sehr darüber. Danach ging es an Teile des Wohnzimmers – irgendwas ist ja immer. Und die erste Erkältung, die kam natürlich auch angeschlichen. Aber was wäre diese Jahreszeit ohne sie?

Gelesen habe ich:
Fast wie im Märchen: Die Brüder Grimm und ihre Zeit – Tilman Spreckelsen
Ein tolles Sachbuch, das ich Interessierten nur wärmstens ans Herz legen kann.

The Remarried Empress 1: Die betrogene Kaiserin. – Alphatart
Ein merkwürdiges Buch mit völlig offenem Ende, das aber insgesamt unterhaltsam daherkommt. Keine hohe Literatur, vor allem was die sprachliche Umsetzung anbelangt!

 

Rezensiert und Beiträge:
»Gibt's denn schon Pilze?«: Durchs Jahr mit Moos, Maronen und magischen Naturmomenten - Peggi Rudischhauser

(Autorenplausch) Jörg Benne: Was sind eigentlich Spielbücher?

(Neu) Diese Bücher sind im September 2026 bei mir eingezogen

 

Neue Bücher eingezogen:

 


 

Das war das Postfach im Oktober
Als Female Performance Coach verfolgt Tabea Lorch das Ziel, Frauen darin zu bestärken, anders zu trainieren, achtsamer mit ihrem Körper umzugehen und damit bessere, vor allem auch gesündere Leistungen zu bringen. Ihr neues Buch „Frauen trainieren anders. Dein Trainingstagebuch“ hilft dabei, Muster zu erkennen, Signale zu deuten und Fortschritt jenseits bloßer Zahlen wahrzunehmen.
Ein Körper, der täglich mit allem versorgt ist, ist leistungsfähig – und das sieht man an einem regelmäßigen, beschwerdefreien Zyklus. Viele Frauen merken erst, dass sie sich im Training übernommen haben, wenn ihr Zyklus Beschwerden verursacht. Ähnlich, wie aufgrund einer erhöhten oder verringerten Herzfrequenz-Variabilität darauf geschlossen wird, dass die Regeneration durch zu viel Training, zu wenig Erholung oder einen sich anbahnenden Infekt gestört ist, können die Symptome des Menstruationszyklus dazu dienen herauszufinden, was beim Training gut gelaufen ist und was verbesserungswürdig erscheint. Zyklus- oder Hormonstörungen sind oft ein klares Signal des Körpers, dass er aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Mit ihrem neuen Trainingstagebuch will Tabea Lorch dabei helfen, einen liebevollen Umgang mit dem eigenen Körper auf Basis der weiblichen Physiologie zu erlernen und somit die eigenen Ziele wirklich zu erreichen. Der handliche Ratgeber versteht sich als eine neue Art der Trainingsdokumentation für Frauen, die ihren Sport lieben und ihre (Hormon-)Gesundheit verstehen und priorisieren möchten – egal, welche Sportart, ob Ausdauersport oder Krafttraining. „Frauen trainieren anders. Dein Trainingstagebuch“ bietet hilfreiche Tipps und Reflexionen, um Wissen über den weiblichen Zyklus mit frauenspezifischer Fitness zu verknüpfen, inkl. Übungen, Trainingsplänen und wertvollen Tipps für Frauen jeden Alters.

 

 

Das bringt der November
Im November wird der Autor Marin T. Kael etwas zu seinem Roman „Das Vierte Feld“ erzählen. Zudem gehen etliche Rezensionen online.

 

Was mich bewegt hat


Wir alle haben die Bilder aus Paris gesehen und am letzten Wochenende auch in Deutschland gezittert. Hier lief es dann nicht ganz so schlimm wie bei unseren französischen Nachbarn. Allerdings ist das vermutlich nur eine Frage der Zeit.
Als es begann, erinnerte ich mich an ein Buch, das ich vor zweiundzwanzig Jahren im Rahmen meines sozialwissenschaftlichen Studiums lesen und referieren musste. Ich erinnere mich so gut, weil wir das Referat zu mehreren halten sollten, aber alle krank wurden und ich allein vor einem großen Saal Kommilitonen stand. Als ich anschließend mit der Bahn nach Hause fuhr, trat ein junger Mann an mich heran, den ich nicht kannte und sagte mir, er hätte den Vortrag gut gefunden, das wolle er mal gesagt haben. Ich, immer noch voller Adrenalin, habe mich mit vermutlich sehr roten Bäckchen bedankt. Das Buch heißt: Im Aus der Vorstädte: Der Zerfall der demokratischen Gesellschaft von Francois Dubet und Didier Lapeyronnie.
Es erschien 1994 in deutscher Übersetzung bei Klett-Cotta. Inzwischen ein Standartwerk – schade, dass es nicht mehr im regulären Handel erhältlich ist. Die beiden französischen Soziologen taten damals etwas, das völlig neu war: Sie untersuchten Zusammenhänge, insbesondere soziales Milieu, Bildung(schancen), regionales Umfeld etc. Das hat es vorher so nicht gegeben. Und, auch wenn es manche nicht gerne hören, besonders in Zusammenhang mit Zuwanderung. Damals hat man in Frankreich sozial Schwache und Ausländer (Zitat von der deutschen Rückseite) ins Aus der Vorstädte gedrückt. Dort gab es kaum eine Chance, wieder herauszukommen. Die bestehenden Möglichkeiten, etwas aus sich zu machen, waren äußerst gering. Integration praktisch Fehlanzeige. Die räumliche und soziale Ausgrenzung und die Krise in Sachen Integration wurden bereits damals von ihnen als „Gefahr für die Demokratie“ gewertet. Die Betroffenen verlieren den Anschluss an die Gesellschaft, verkommen im Mangel an Perspektiven, was zu einer schleichenden Erosion des demokratischen Zusammenhalts führt. Zudem beleuchtet das Buch die Entstehung von Subkulturen insbesondere im Bereich Jugend. All das führt nicht selten zu Konflikten zwischen Bewohnern der Vorstädte und staatlichen Institutionen – wie wir es bereits seit einigen Jahren in Frankreich beobachten können. Das ist nicht der erste „Aufstand der Jugend“, wenn jedoch inzwischen der heftigste. Dass es in Paris und anderen Großstädten zu schweren Zusammenstößen kommt, liest sich heute wie eine empirische Bestätigung von Dubets und Lapeyronnies damaligen Inhalt. Erwähnt werden sollte jedoch unbedingt, dass diese Bewegung heute von diversen anderen gekapert wurde.
Dieses Buch war in den 1990er Jahren ein absolutes Novum, weil es so etwas zuvor nie gegeben hat.
An drei Hautthesen des Buches entzünden sich heute die Feuer des Aufstandes:

1. Dubet und Lapeyronnie analysierten, dass die demokratische Integration in Frankreich darauf basiert, dass Schule und Arbeit sozialen Aufstieg garantieren.

2. Im Buch wird beschrieben, wie die Vorstädte geografisch und sozial zu „Räumen des Ausschlusses“ degradiert werden.

3. Die Entfremdung zwischen den Jugendlichen und staatlichen Institutionen.

„Im Aus der Vorstädte“ ist eine eindringliche Warnung: Wenn die demokratische Gesellschaft es nicht schafft, diese Vorstädte wieder in ihr soziales und politisches Leben zu integrieren, droht ihr der unaufhaltsame innere Zerfall. Das wiederholt Dubet auch in neueren Interviews. Ob es etwas nützen wird?
Ich erinnere mich daran, als ich Abitur in Berlin gemacht habe (mehr als fünfundzwanzig Jahre ist das her), da saßen wir oft lange in der Schule, weil eben die Stunden so geplant worden sind. In der Mensa war eine Servicekraft, die Essen an die Schüler mittags vergeben und danach saubergemacht hat, die nach der Schule die Reste an Kinder vergab, die sich eben so spät noch anstellten. Das waren immer jene, die nicht viel diesbezüglich zu Hause zu erwarten hatten. Eines Tages schüttelte sie betroffen den Kopf und schickte die Kinder weg. Man hatte das Problem an den Berliner Senat herangetragen – und der hatte beschlossen, dass es keine armen, hungernden Kinder in Berlin gibt. Das Essen sei nachmittags nicht mehr zu verteilen, es solle weggeschmissen werden. Hygienische Gründe. Jaja. Ein striktes Verbot an die Küchenfrau bis hin zur Kündigung. Wenn ich daran denke, wie viel dieser Staat und die Regierung sozialpolitisch hätten auffangen können – und es nicht getan haben – kocht in mir auch heute noch Wut hoch. Das wird das gleiche Problem auch in Frankreich sein. So lange ignoriert, bis nichts mehr zu machen ist. Für jene aufgehoben, die nach einem kamen. Diese Art Politik meiert mich schon seit vielen Jahren an.
Das Buch nun ist sehr zu empfehlen. Ich würde mir wünschen, dass es neu aufgelegt würde. Ins aktuelle Zeitgeschehen passt es jedenfalls perfekt hinein.

 

Gelesen:

 


 

(Seltsame) Suchanfragen

welche liebesromane sind am besten für einsteiger?

widmungen in sach- und fachbüchern

ja wie geht es weiter

das rosie-projekt zusammenfassung

was ist ein leseexemplar

text blogger

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Webseite Name, E-Mail, Kommentar, IP-Adresse und Zeitstempel Ihres Kommentars. Sie können Ihre Kommentare später jederzeit wieder löschen. Detaillierte Informationen finden Sie unter "Datenschutz" oben unter dem Header. Wer keine Datenübertragung wünscht, hat die Möglichkeit, einen anonymisierten Kommentar zu hinterlassen. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden.