Donnerstag, 5. November 2026

Das Buch der gefallenen Blätter - A. S. Tamaki

 


Titel: Das Buch der gefallenen Blätter
Autor: A. S. Tamaki
Originaltitel: The Book of Fallen Leaves
Verlag: Klett-Cotta ‎
ISBN: 978-3608967517‎
Euro: 26,00
Veröffentlichungsdatum: August 2026
Seiten: 624
Serie: Herbst des Imperiums 01
Come in: vorablesen.de

 

 



 

Inhalt / Klappentext
Im Mittelpunkt dieses machtvollen, von Ehrgeiz, Rache und Opferbereitschaft geprägten Fantasy-Epos stehen unverwechselbare Protagonisten, ein atemberaubendes Worldbuilding und vor allem ein großes Abenteuer. Ein Held und eine Heldin stellen sich dem Kampf mit den hinterhältigsten Clans und gefährlichsten Dämonen.
Sen Hoshiakari hat alles verloren, in der Nacht, als die Rebellion seines Vaters scheiterte und seine gesamte Familie ermordet wurde. Der Prinz dieses ehemals so mächtigen Clans wird ins Exil verbannt. Seines Geburtsrechtes beraubt, ist Sen fest dazu entschlossen, die Ländereien seiner Vorfahren zurückzugewinnen und ihre Ehre wiederherzustellen, und das um jeden Preis. Mit ihm auf seiner gefahrvollen Reise ist Rui – ein Bauernmädchen. Sie hat Sens Leben gerettet, in der Nacht, als seine Familie ermordet wurde. Gleichwohl ist sie eine Getriebene und unsicher, welchen Platz sie in der Welt einnehmen wird. Und sie hat noch keine Ahnung, was die Götter mit ihr vorhaben. Während ein Bürgerkrieg das Land ins Chaos stürzt, erwachen alte Dämonen, die Rache an allem nehmen wollen, was lebt. Sen und Rui sind entschlossen, für sich und ihre Vorfahren zu kämpfen, sie können aber noch nicht wissen, welch blutigen Preis dies von ihnen fordern wird.  

 

 


Meinung
Ich habe mich sehr schwer mit der Entscheidung getan, aber ich breche das Buch auf Seite 203 (von 620) ab. Leider bin ich nach einem Ab- und späterem neu Ansetzen nicht mehr in die Geschichte reingekommen.

Dabei zeigt sich eine einnehmende Grundhandlung, die sich zwar langsam, aber recht gewaltig aufbaut – es ist klar zu erkennen, dass der Autor erst Anlauf nimmt und den geneigten Leser noch einiges erwarten wird. Wer zudem etwas für asiatisch angehauchte Fantasy übrig hat, wird in jedem Fall auf seine Kosten kommen. Dachte ich, denn das ist genau mein bevorzugter Lesestoff.

Der Prolog liest sich interessant und geheimnisvoll, wenn folgend erst einmal nichts von dem, was dort angedeutet wird, vor Augen des Lesers tritt. Danach werden die ersten Figuren gezeigt und in Stellung gebracht. Es gibt eine Menge Clans und Namen zu erlernen, was reichlich kompliziert ist und nicht allein an den für das europäische Auge ungewöhnlichen Buchstabenkombinationen liegt. Wer mit wem und wann und wer dazwischen und warum – das ist leider schwierig zu verfolgen.

Die vom Autor gedachten Hauptfiguren werden an unterschiedlichen Orten gezeigt, die eben diese Konstellation nach dem großen Krieg zeigen soll. Kleinere Andeutungen, wie besondere Anhänger an Ketten, lassen Verbindungen vermuten. Leider geschehen dann seltsame Sprünge in der Handlung, obwohl stringent erzählt wird. Wie lang die Zeitspannen sind, lässt sich selten abschätzen. Aber eine Ausbildung dieser Art sollte Jahre dauern. Tut sie nur leider nicht.

Es war besonders die Umsetzung des Geschriebenen, die es mir nicht einfach gemacht hat. Es ist von Anfang an eine Art Zähigkeit im Lesen dabei, was zunächst aber zu verschmerzen ist. Es gibt nämlich eine Menge zu sehen und zu erleben. Dann aber scheint sich die Handlung ein bisschen festzufahren – und das muss eben eine geschliffene Sprache wettmachen. Obwohl viele Informationen enthalten sind, schildern sie zumeist nur, was gerade geschieht, also wer den Kopf hebt, wer sich vor wem verbeugt, wie viele Schritte in Richtung des Klosters gemacht werden. Das ist auch nicht unwesentlich. Jedoch fehlt jegliche Emotion, alles, was über die Schilderung des jeweiligen Vorgangs hinausgeht. Das hat mich besonders in Dialogen stark verwirrt. In einem spricht das geheimnisvolle Mädchen, das offenbar mit Sen in der frühen Kindheit spielte, mit eben diesem und läuft dann plötzlich weinend fort. Das hat mich vollkommen überrascht. Offenbar hat sie etwas in seinen Worten – oder ihren? – emotional bewegt. Nur was? Es fehlen Gestiken und Mimiken, so dass allein das Gesagte Rückschlüsse auf die Gedanken der miteinander Sprechenden geben kann. Nur ist das ebenso geheimnisvoll gehalten und eine Menge Infos hat der Leser noch nicht – wer sie ist und warum sie in Sens Nähe gelandet und dort aufgewachsen ist, nur leider nicht am Königshof wie er. Darum ist diesen Dialogen kaum zu folgen. Allerdings – und das fasziniert mich nun wieder – kann nicht von einer bloßen tell-Ausdrucksweise gesprochen werden, auch wenn das großflächig so wirkt. Es gibt viele Randinfos, der Autor beschreibt lückenlos wie jemand aussieht – Kleidung in Beschaffenheit, Farbe, Rang – welche Bewegungen er ausführt, was er sagt. Es gibt Wetter und Flora und Fauna. Das ist also nicht das Problem. Trotzdem wird zu wenig show eingebaut. Für mich war es, als würde der Geschichte die Seele fehlen, das, was jede Story lesenswert macht: das Gefühl. Jede Figur handelt aus einem bestimmten Grund, ihrer Motivation. Und der Autor weiß, wie man eine Geschichte aufbaut. Nur scheint niemand etwas zu fühlen. Der Autor versucht das einzubauen, das ist klar zu erkennen, jedoch fehlt ihm dafür noch ziemlich das eigene Gefühl. Er vermag lückenlos und genau jede Bewegung, die die Figuren zweifellos vor seinem inneren Auge ausführen, wenn er schreibt, darzulegen. Aber wie er am besten ihre Emotionen (auch streitende Brüder besitzen solche, hier sind keine Lovestorys gemeint) an den Leser bringt, weiß er offenbar noch nicht recht. Ich bin mir sicher, dass er, wenn er das einmal raushat, absolute Pageturner schreiben wird. Nur diesmal sind Tamaki und ich leider nicht zusammengekommen. Ich würde jedoch jederzeit wieder etwas von ihm lesen.

 

Alex / A. S. Tamaki ist ein Roman- und Drehbuchautor aus Los Angeles. In den Bergen von Santa Monica lernte er klettern und drehte seine ersten Kurzfilme. Der trainierte Kampfsportler studierte kreatives Schreiben am Oberlin College, bevor er mehrere Jahre in Hollywood arbeitete. Heute lebt er im Pazifischen Nordwesten der USA. »Das Buch der gefallenen Blätter« ist sein erster Roman.

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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