Mittwoch, 31. August 2011

Das gefrorene Lachen - Susanne Gerdom


Titel: Das gefrorene Lachen
Autorin: Susanne Gerdom
Originaltitel
Verlag: Ueberreuter
ISBN: 3800056364
Euro: 14,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2011
Seiten: 415
Kein Serientitel
Come in: Vom Autor







Inhalt

Philippa Saffronia, die Tochter des Hofzauberers und sein Lehrling, und Prinz Augustin sind zusammen aufgewachsen. Das junge Mädchen ist schon eine Weile in ihren einstigen Spielgefährten verliebt, was sie ihm jedoch verschweigt.
Als der Geburtstag des Prinzen naht, an dem er auch als offizieller Erbe eingesetzt werden soll, beschließt sein Vater ein buntes Programm mit Zauberkünstlern, munteren Gesellen und Akrobaten zu bieten.
Unerkannt schleicht sich so ein gefährlicher Feind ein: der eisige Ostwind. Auf dem Höhepunkt des Festes, als zudem die Verlobung des Prinzen mit einem adligen Mädchen verkündet wird, gibt er sich zu erkennen. Eine alte Feindschaft mit Pippas Vater und die Hilfe eines Dschinns lösen einen mächtigen Zauber aus.
Das Schloß verschwindet und der Ostwind übernimmt die Herrschaft über das Königreich. Wer aufbegehrt wird gefangen genommen und kehrt als Tick-Tack, eine fremdgesteuerte halbe Maschine mit einem Schlüssel im Rücken, zurück.
Pippa und der Hofstaat erinnern sich an nichts und leben fortan in Maestro Spinellis Fliegendem Theater. Doch nur, wenn es dem Mädchen gelingt das Geheimnis des wahren Zaubers zu lösen, kann der Ostwind besiegt werden. August versucht alles, um ihr zu helfen und gemeinsam kämpfen sie gegen einen schier unbesiegbaren Feind.

Cover

Die Umschlaggestaltung stammt von der ZERO Werbeagentur.
Zum einen ein klarer Hingucker, der sicher den ein oder anderen Leser zum Zugreifen animieren wird. Aber das allumfassende Thema ist ein anderes und es ist ein bisschen schade, dass nichts Zirkusartiges abgebildet wurde.

Meinung

Susanne Gerdom hat sich selbst an Pantomime und Clownerie versucht, war überdies als Schauspielerin und Regisseurin tätig. Das ist ihr bei diesem Roman sicher zugute gekommen, der wie ein klassisches Bühnenstück aufgebaut wurde.
Schon der Prolog deutet ein eher düsteres Thema an, das zunächst am Beginn der Geschichte erst einmal zurücktreten muss. Die beiden Hauptfiguren Philippa und Augustin werden eingeführt und in ihrem Umfeld näher beleuchtet. Die klassische Konstellation wird beibehalten; den Prinzen gilt es zu erobern, auch wenn in den eigenen Adern gewöhnliches Blut fließt.
Philippa ist ein sympathisches Mädchen, das ihrem Vater bei einigen Zaubern helfen darf und sich schließlich als begabte Magierin herausstellt. Ihre Gefühle für Augustin sind aufrichtig, auch wenn die ein oder andere Enttäuschung auf sie wartet. Außerdem ist das Mädchen jemand, der für seine Ziele im Leben und die Gerechtigkeit im allgemeinen kämpft.
Augustin scheint zunächst etwas blass. Sieht gut aus, wird einmal König und langsam ernster. Erst, als der Zauber des Ostwinds wirkt, wird aus ihm ein Charakter zum mitfühlen, ein Mensch, der sich nicht scheut, Ängste und Nöte einzugestehen und auszuhalten.
Die anfängliche helle, fröhlichen Atmosphäre läuft auf einen spannenden Höhepunkt zu, der im Prolog seinen Anfang genommen hat. Danach ändert sich einfach alles und es ist, als hätte eine völlig neue Geschichte begonnen. Hier ist auch das einzige Manko zu finden, denn zunächst ist nicht klar, was eigentlich geschehen ist. Wo die Helden sich befinden und warum sie tun, was sie eben tun, scheint ebenfalls ungeklärt. Philippa und Augustin und ebenfalls der halbe Hofstaat mit ihnen werden in ihren Alltäglichkeiten beim Zirkus neu eingeführt, was zwar unterhaltsam zu lesen ist, allerdings auch stockend wirkt, so dass der Mittelteil sich doch etwas zieht.
Doch schon kurz darauf ist der rote Faden wieder ersichtlich und ein ums andere Geheimnis muss von der mutigen Gehilfin des Zauberers gelöst werden. Ungünstig für sie, dass sich alle Menschen ins Gegenteil verkehrt haben, als seien sie alle durch einen Spiegel gegangen. Nur Pippa scheint verschont geblieben zu sein.
Dem Volk des Königreiches ging es nie schlechter. Wer aufmuckt, wird fortgebracht und kehrt mit einem tickenden Schlüssel im Rücken zurück. Kein neuer Einfall, aber gut in die fortlaufende Handlung eingebaut.
Sprachlich ragt der Roman aus der Masse der (deutschen) Jugendliteratur deutlich heraus. Einfach, aber sehr bildhaft passt sie sich der märchenhaften Grundstimmung an und unterstützt sowohl schillernde, als auch düster-grausame Storyelemente.
Susanne Gerdom schreibt im Autorenplausch, das alle ihre Geschichten ein Happy End besitzen, wer also Bedenken diesbezüglich hegt, kann getrost zugreifen. Absolut grandios das Ende des Endes, denn wie bei Neil Gaimans "Sternenwanderer" oder auch Tolkiens "Der Herr der Ringe" gibt es eine Art Abspann, der ausgesprochen vergnüglich zu lesen ist.
"Das gefrorene Lachen" ist nicht nur ein Roman für Kinder und Teens, sondern auch für jung Gebliebene, die Zirkus, Theater und Märchen lieben.


Die Fantasy- und Science Fiction-Autorin Susanne Gerdom wurde 1958 in Düsseldorf geboren. Sie wuchs in Rheinhausen am Niederrhein auf. Sie absolvierte eine Lehre als Buchhändlerin in Düsseldorf, versuchte sich an Pantomime und Clownerie und war als Schauspielerin und Regisseurin tätig. Sie hat einige Zeit ein kleines Kellertheater betrieben und in der Deutschen Oper am Rhein gearbeitet. Danach begann sie mit dem Schreiben und veröffentlichte 2000 ihren ersten Roman "Ellorans Traum". Susanne Gerdom lebt heute in Düsseldorf.
Susanne Gerdom im Autorenplausch zu diesem Roman, HIER.

Dienstag, 30. August 2011

Buchtrailer der Woche




Stonehenge von Bernard Cornwell klingt zunächst, auch im Hinblick auf den Klappentext, etwas kompliziert. Der historische Roman vom Erfolgsautor, der übrigens lange Zeit beim BBC Karriere gemacht hat, verspricht jedoch viel Abenteuer, Spannung und Emotionen.
Der Trailer nun fasst den Inhalt einen Tick zu genau zusammen. Der Sprecher jedoch ist hervorragend zu verstehen und die Bilder sprechen ihre eigene Sprache. Zum Neugierig machen hat er es immerhin gebracht.

Um die Macht in Ratharryn zu erlangen, wendet sich Lengar, der Krieger, gegen den eigenen Vater und raubt dem Bruder die Frau. Doch Clanführer wird der Jüngste, Saban der Baumeister, bis Verrat ihn zum Sklaven macht. Blutige, langwährende Kriege überziehen das Volk von Ratharryn. Aber dann hat der Seher Camaban, der mittlere Bruder, eine Vision: Frieden ist nur möglich, wenn ein gewaltiger Steinkreis erbaut wird - eine neue Heimstatt für die Götter: Stonehenge. Eine große Saga um Bruderzwist, Machtgier und Liebe – und die faszinierende Geschichte eines der eindrücklichsten Bauwerke, die jemals von Menschenhand geschaffen wurden.

Montag, 29. August 2011

Interessante Fantasy/ Science Fiction Neuerscheinungen September


(Mit Leseprobe)
Gavin Guile ist der hoch geehrte Lord Prisma. Allein seine magischen Fähigkeiten, seine Intelligenz und seine Überzeugungskraft bewahren den unsicheren Frieden im Reich. Doch Gavin bleiben nur noch fünf Jahre zu leben. Fünf Jahre, um fünf unmögliche Ziele zu erreichen. Da erfährt er, dass er einen Sohn hat, und von der Gefahr für dessen Leben. Doch um den unschuldigen Jungen zu retten, muss Gavin sein dunkelstes Geheimnis offenbaren – und damit das Reich zerreißen. Denn sein Leben fußt auf einer Lüge, und seine Macht ist lediglich geraubt. Kann er diesen Preis bezahlen, um sein einziges Kind zu retten?

(Mit Leseprobe)
Teil 3: Lady Alexia Maccon wurde von ihrem Ehemann wegen Untreue verstoßen, denn sie ist schwanger, und Werwölfe können keine Kinder zeugen. Doch Alexia hat ihn nicht betrogen. Fest entschlossen, ihre Unschuld zu beweisen, bricht sie nach Italien auf, in die Heimat ihres Vaters. Dort hofft sie, einen Hinweis darauf zu finden, wie sie trotzdem schwanger werden konnte. Denn nur so kann sie das Herz ihres geliebten Werwolfs zurückgewinnen ...

(Mit Leseprobe)
Der Rote Dynan, König von Roisinan, ist in der Schlacht gefallen. Sein Bastardsohn Sif hat das Heer zum Sieg geführt und beansprucht nun die Krone für sich – und er wird niemanden neben sich dulden.
Anghara, die rechtmäßige Erbin des Throns, ist fast noch ein Kind. Nun muss sie bei Nacht und Nebel fliehen und alles zurücklassen, was sie bisher gekannt hat. Ein wehrloses Mädchen auf der Flucht, umgeben von Fremden, verfolgt von den Schergen eines Königs, dessen Grausamkeit keine Grenzen kennt. Doch Anghara ist ein großes Schicksal bestimmt, denn sie besitzt eine wundersame Gabe, welche die Welt von Grund auf verändern wird.

Samstag, 27. August 2011

Die Heilerin - Janice Hardy


Titel: Die Heilerin
Autorin: Janice Hardy
Originaltitel: The Shifter
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 3404285433
Euro: 12,00
Veröffentlichungsdatum: Juni 2010
Seiten: 286
Serie: Die Heilerkriege 01
Come in: Tausch







Inhalt

Die Menschen im Inselreich Geveg versuchen nach einem verlorenen Krieg das Leben unter den Ursupatoren wieder aufzunehmen. Mit all den Auflagen und Grausamkeiten ist dies jedoch nicht einfach.
Dem Volk wohnt eine Besonderheit inne, sie können Schmerz, der aus Krankheiten oder Unfällen resultiert, in sich aufnehmen und an ein Metall namens Pynvium abgeben, aus dem später Waffen gebaut werden.
Die Schwestern Nya und Tari, Nachkommen des einstigen Adels, versuchen sich mehr schlecht als recht durchzuschlagen. Tari ist in der großen Burg als Heilerin untergekommen und versorgt. Doch Nya hat eine ganz besondere Fähigkeit, denn sie kann den aufgenommenen Schmerz an andere Menschen ableiten. Damit wird sie zur Gejagten. Unterstützung findet sie in ihrer Freundin Aylin und dem jungen Mann Danello, der einen kranken Vater und drei kleine Geschwister durchbringen muss.
Gleichzeitig mehren sich die Gerüchte, dass Heilerlehrlinge spurlos verschwinden und angeblich die Stadt verlassen haben. Als Tari sich nicht mehr bei ihrer großen Schwester meldet, forscht Nya nach, denn sie weiß, Tari würde niemals ohne sie irgendwohin gehen. Dabei stößt Nya auf ein Geheimnis, das alles verändern könnte ...

Cover

Die Titelillustration stammt von Marta Dahlig und wurde, wie bei neueren deutschen Romanen üblich, vom Guten Punkt für den Umschlag gestaltet.
Ein Glücksgriff, denn das Cover ist gelungen, auch wenn die Art der Heilungen nicht korrekt getroffen wurde.

Meinung

Janice Hardy hat es geschafft, auf vergleichsweise geringer Seitenanzahl einen in sich stimmigen und sehr spannenden Roman zu schreiben, der zudem noch die ein oder andere neue Note enthält.
Zunächst lässt sich die Geschichte langsam an. Es wird in die Welt und ihre Gegebenheiten eingeführt und die ersten Figuren werden in ihren Besonderheiten vorgestellt. Nya, die die Geschichte in der Ich-Form erzählt, muss in einer Nachkriegszeit zurecht kommen. Das bedeutet nicht nur, dramatische Erlebnisse zu verarbeiten, den Tod von geliebten Menschen zu verkraften, sondern auch den täglichen Überlebenskampf. Nicht immer ist ein Platz zum Schlafen oder etwas für den Magen gefunden. Dabei sitzt ihr die Angst im Nacken, weil sie eine äußerst seltene Fähigkeit besitzt, die es gar nicht geben dürfte.
Ihre Schwester Tari, die in der Gilde der Heiler untergekommen ist, versucht ihr zu helfen, muss sich jedoch ebenfalls den Gegebenheiten anpassen. Die Schwestern werden gut charakterisiert und in ihren Eigenheiten vorgestellt.
Interessant, wenn auch nicht ganz ausgereift ist das vorherrschende Magiesystem. Die Heiler können Schmerzen von Unfallopfern oder Todkranken nehmen und in ein Metall ableiten. Dabei verbleibt der Schmerz jedoch erst in ihrem eigenen Körper, der des Opfers ist dann geheilt. Eine große Fähigkeit, die mehr oder weniger stark im jeweiligen Heiler ausgeprägt ist. Zunächst wirkt es merkwürdig, dass dies die einzige Ausprägung der Magie sein soll, aber es wird offen gelassen, ob da nicht noch was geht.
In Zusammenhang mit den Heilkräften, ganz besonders denen von Nya, wird oft die Frage nach Richtig und Falsch gestellt. Ist es richtig, den einen Menschen zu heilen und den Schmerz in einen anderen abzuleiten, der zwar die Verletzung oder Krankheit nicht gehabt hat, aber den die Schmerzen dennoch umbringen können? Wie viel ist ein Menschenleben wert? Nya muss sich diese Frage ein ums andere Mal stellen, vor allem als sie um das Leben ihrer eigenen Schwester fürchten muss.
Nya wurden einige interessante Nebencharaktere zur Seite gestellt, die leider etwas blass bleiben und von denen hoffentlich im zweiten Teil noch mehr zu erfahren ist. Auch hier gelingt es der Autorin jedoch bei allem Klischee auch einige neue Noten hinzuzufügen.
Der sich stetig aufbauende und sich schließlich zuspitzende Spannungsbogen resultiert nicht in erster Linie aus Kämpfen und einer Menge Action. Zuerst geht es um die Charaktere und wie sie in einer solchen Welt und unter solchen Umständen zurecht kommen müssen. Trotzdem sorgt Janice Hardy neben allen (politischen) Intrigen auch für kleinere Kämpfe und sehr gewagte Aktionen, bei denen gerade Nya eine ganze Menge riskiert.
Das Ende läuft in einem großen Showdown aus, der auch den letzten Leser zufriedenstellen dürfte. Der Cliffhanger zur Fortsetzung ist nur gering, so dass man "Die Heilerin" als in sich stimmig abgeschlossen betrachten kann.
Eine eher leise Stimme der Fantasy, die deswegen aber nicht weniger begeistert und sicher noch viel zu bieten hat.

Die Heilerkriege:
1. Die Heilerin (The Shifter)
2. Das blaue Feuer (Blue Fire)
3. Krieg der Heiler (Darkfall)


For my debut fantasy novel, The Shifter, I tapped into my dark side to create a world where healing was dangerous, and those with the best intentions often made the worst choices. I live in Georgia with my husband, three cats and one nervous freshwater eel.

Freitag, 26. August 2011

Schwestern des Mondes #11 im Februar 2012


Protagonistin im 11. Teil der "Schwestern des Mondes" Reihe ist Delilah, die mittlere der drei Schwestern. Im 8. Teil, der Anfang November unter dem Titel "Katzenjagd" auch bei uns erscheint, soll sich Delilah die Haare abschneiden lassen, was auch schon am Cover zu sehen ist.
Im elften Teil scheint sie immer noch gut mit ihrer Kurzhaarfrisur klarzukommen, denn auch hier ist die flippige Haarpracht zu sehen. Ein wenig provozierend sieht das Model ja aus, das wahrscheinlich auch das deutsche Cover zieren wird, sofern wir Fans der Serie so lange die Treue halten sollten. Laut Originalklappentext gibt es auch handlungstechnisch jede Menge spannende Neuigkeiten.

We're the D'Artigo sisters: sexy, savvy ex-operatives for the Otherworld Intelligence Agency. But being half-human, half-Fae means our powers could go haywire any time-mostly the wrong times. My sister Camille is a wicked-good witch with three sexy husbands. My sister Menolly is a vampire who's dating a werepuma. And me? I'm Delilah, a two-faced werecat and Death Maiden. I watch over things in the Supe Community, where trouble is about to go down hard...
It's Valentine's Day and we're preparing our friend Iris's wedding. But when we get word that the Supe Community Center has been bombed, things get really ugly. The evil coyote shifters-the Koyami-are back and Newkirk, their new leader has joined forces with a group of rogue sorcerers. Then, just as we think things can't get worse, the demon lord Shadow Wing sends in a new front man, and life really goes to hell...

Welche Songs die Autorin beim Schreiben gehört hat, ist HIER nachzulesen. 
Wer sich schon mal gefragt hat, ob eigentlich auch eine der Anthologien, in der die Autorin vertreten ist, übersetzt wird, sollte sich HIER ("Literatur News") etwas genauer umsehen.

Edit: Gerade lese ich auf der Homepage der Autorin, dass sie erst kürzlich die Verträge für die Bände 13-15 bei ihrem Herausgeber unterschrieben hat. Es geht also weiter! Allerdings erwartet sie nicht, dass es nach #15 weiter gehen wird. Entscheiden soll das allein der Leser.
Andererseits wäre es ja vielleicht auch nicht schlecht, wenn die drei Schwestern ihren Feind endlich besiegen und die Siegel finden und ihr Liebesleben auf die Reihe bekommen. Oder?


1. Witchling - Die Hexe
2. Changeling - Die Katze
3. Darkling - Die Vampirin
4. Dragon Wytch - Hexenküsse
5. Night Huntress - Katzenkrallen
6. Demon Mistress - Vampirliebe
7. Bone Magic - Hexenzorn
8. Harvest Hunting - Katzenjagd
9. Bloodwyne - Vampirblut
10. Courting Darkness (Okt 2011)
11. Shaded Vision (Feb. 2012)
12. Shadow Rising (Okt 2012)


Weitere Beiträge zur Serie:

Donnerstag, 25. August 2011

Was mich bewegt hat - Spezial Oder: Der Bücherscheck - Teil 2


Vor einem Monat habe ich einen Bücherscheck eingelöst.
Nach der Aktion war ich zwar absolut fertig, aber auch überglücklich. Die nur-deutschsprachig lesenden Familienmitglieder übrigens auch, weil sie bereits mehr der Bücher gelesen haben, als ich.
Da mir die Idee mit dem Scheck gut gefallen hat, habe ich mir genauer auf der Homepage umgesehen und bin dabei auf die Information gestoßen, dass er bereits seinen dreißigsten Geburtstag feiert. Dazu gab es auch ein kleines Gewinnspiel und ich beschloss, mich mit meinem Beitrag daran zu beteiligen. Obwohl ich mir keine großen Chancen ausgerechnet habe, erhielt ich wenig später eine E-Mail, die mich beglückwünschte. Ich würde zu den Gewinnern gehören und bekäme - einen Büchergutschein.
Natürlich war die Freude groß, aber voller Schrecken dachte ich daran, dass irgendwo noch die letzten Ausläufer der vormaligen Wunschliste liegen müssten. Noch einmal so viel positiven Stress? Nein!
Ich schnappte mir den Gutschein und ohne Zeitverlust schlenderte ich in meinen Lieblingsbuchladen, um einfach mal das mitzunehmen, was mich total ansprechen würde. Kuhl?
Nicht unbedingt, denn nachdem ich noch so zufrieden war, einige der Neuerscheinungen schon kannte - und mein Prinzip: kein Buch über zwölf Euronen noch galt - fand ich zunächst nichts. Niedergeschlagen setzte ich mich in das kleine Rondell, dass für diejenigen gedacht ist, die mal in die Bücher reischnuppern wollen. Ich habe wahrscheinlich wirklich deprimiert ausgesehen, denn eine junge Buchhändlerin sprach mich an, ob alles O.K. sei. Wir haben uns eine Weile unterhalten, was mit dem gleichen Buchgeschmack nicht sonderlich schwierig war. Ihre Tips allerdings waren wenig hilfreich, da plötzlich wieder zu viele Bücher in mein Visier gerieten.
Letztendich verließ ich mich auf das, was ich kannte. Emma Wildes gefiel mir mit ihren bereits auf Deutsch erschienenen Büchern sehr gut und ich freue mich auf jedes neue Werk. Dieses Cover finde ich allerdings so scheußlich, dass ich das Bch eigentlich auslassen wollte. Gut, dass ich es nicht getan habe, denn es ist ein erster Teil.
Ari Marmell ist zwar außerhalb meiner Preisgrenze, aber ich erinnerte mich an den letzten Vorschlag: "Gönn Dir etwas, das Du Dir sonst nie kaufen würdest!"
Was soll ich sagen? Drei tolle Bücher mehr in der Tasche verließ ich den Laden. Drei? Ja, denn es war auch noch ein Spontankauf dabei. Mit dem bin ich zwar leider hereingefallen, aber ich schätze, so ist das Leben.



Eine skandalöse Braut - Emma Wildes
Um ein skandalträchtiges Familienerbstück zurückzubekommen, steigt Alexander St. James nachts heimlich in Lord Hathaways Residenz ein. Statt in der Bibliothek des Hausherrn landet er jedoch im Schlafzimmer der Tochter – und überrascht sie in einem sündigen Hauch von nichts. Bezaubert von ihrer Schönheit stiehlt Alex ihr einen Kuss und verschwindet im Dunkel der Nacht. Doch er kann Amalia nicht vergessen und setzt alles daran, dass mehr wird aus diesem einen verführerischen Kuss ...

Der Dämon des Kriegers - Ari Marmell
Gerade noch rechtzeitig kann Cerris verhindern, dass ein Trupp Söldner seine Familie ermordet. Widerwillig muss er sich eingestehen, dass ihn seine düstere Vergangenheit eingeholt hat. Denn einst war er der Kriegslord Corvis Rebaine, der mit seiner Armee aus Ogern und Barbaren die zivilisierten Reiche erschütterte. Um seine Liebsten zu schützen, sammelt Cerris erneut Menschenfresser, Hexen und Söldner um sich. Doch diesmal will er die zivilisierten Reiche retten – und wenn er sie dafür vernichten muss!

Mittwoch, 24. August 2011

Interessante LiRo/Paranormal Neuerscheinungen September


(Mit Leseprobe)
Eigentlich ist Tilly mit ihrem Leben in der Kleinstadt vollkommen zufrieden: Sie hat ihren Schulfreund geheiratet und einen erfüllenden Job als Lehrerin. Jetzt soll ein Kind mit Tyler das Glück perfekt machen. Doch irgendwie will das mit dem Nachwuchs nicht so recht klappen. Und dann sind da auch noch diese merkwürdigen Zukunftsvisionen, die Tilly plötzlich hat. Von ihrem Vater, wie er betrunken gegen einen Baum fährt, zum Beispiel. Kurz darauf folgt tatsächlich der Anruf aus dem Krankenhaus. Dann hat Tilly die nächste Vision. Von Tyler, wie er die Koffer packt und geht ...

Katherine Pancol hat mit diesem Roman ganz Frankreich verzaubert, er hat sie zur beliebtesten Schriftstellerin des Landes gemacht. Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern, die eine hübsch, die andere klug. Jo schreibt einen Roman, die schöne Iris gibt sich als Autorin aus. Das Buch wird ein Riesenerfolg, und das Leben der beiden steht kopf. Und dann gibt es Geliebte, Verlassene, Suchende, Treibende. Und ein junges Mädchen, das die üblichen Probleme hat, erwachsen zu werden. Sie alle reisen mit auf dem Karussell des Lebens, fallen runter, steigen wieder auf, lachen, weinen, verlieren und finden sich. Und natürlich gibt es Krokodile.

(Mit Leseprobe)
Jane Yellowrock ist ein Skinwalker. Sie kann ihre Gestalt ändern und sich in jedes beliebige Geschöpf verwandeln -- eine Fähigkeit, die ihr in ihrem Job als Vampirjägerin äußerst nützlich ist. Jane wird von der Vampirin Katherine Fontaneau angeheuert, die in New Orleans ein Bordell betreibt. Sie soll einen mächtigen Blutsauger jagen, der gegen die Gesetze der Unsterblichen verstoßen hat und Vampire und Menschen tötet. In New Orleans begegnet Jane dem attraktiven Biker Rick LaFleur, der eine merkwürdige Anziehungskraft auf sie ausübt. Doch Rick scheint seine eigenen, undurchsichtigen Ziele zu verfolgen.

NA: Elena Alvarez ist überglücklich, denn ein Traum wird wahr: Sie wird Chefköchin eines Nobelrestaurants; endlich darf sie all die wunderbaren Kreationen kochen, die sie immer schon ausprobieren wollte. Aber neben aller Freude wird Elena von bösen Erinnerungen geplagt: Vor zwanzig Jahren starb ihre Familie bei einem Autounfall. Seither lebt sie zurückgezogen und hat das Vertrauen in andere Menschen verloren. Umso froher ist sie nun, an einem neuen Ort ein neues Leben beginnen zu können. Langsam, aber sicher öffnet sie ihr Herz für neue Freundschaften – und endlich auch wieder für die Liebe.

Dienstag, 23. August 2011

Buchtrailer der Woche



Nancy Holders Witch-Saga hat einen Trailer, der zunächst durch die sich schnell abwechselnden Gesichter etwas verwirrend ist. Absolut gelungen jedoch die Sprecherin und die Überlappung der gezeigten Szenen.
Kurz wird dargelegt worum es geht, dann steigert sich das Geschehen und läuft in einem spannenden Höhepunkt aus - alles in knapp einer Minute. Neugierig geworden wird nach weiteren Informationen gesucht.

Hexenkuss: Holly Cathers Eltern sterben bei einem schrecklichen Unfall, und ihr bleibt nichts anderes übrig, als zu ihrer Tante Marie-Claire nach Seattle zu ziehen. Bis dahin hat sich Holly immer für eine normale junge Frau gehalten. Doch hier erfährt sie die Wahrheit, vor der sie ihr Vater immer hatte behüten wollen: Holly entstammt einem uralten Hexengeschlecht – und ihre Familie befindet sich im Krieg mit den mächtigen Hexern des Deveraux-Clans!

Montag, 22. August 2011

Angel Eyes. Zwischen Himmel und Hölle - Lisa Desrochers


Titel: Angel Eyes. Zwischen Himmel und Hölle
Autorin: Lisa Desrochers
Originaltitel: Personal Demon
Verlag: Rowohlt Polaris
ISBN: 3862520064
Euro: 14,95
Veröffentlichungsdatum: August 2011
Seiten: 464
Serie: Personal Demons 01
Come in: Vom Verlag






Inhalt

Auf die Schule von Mary Francis - Frannie - Cavanaugh kommt mitten im Schuljahr ein neuer Schüler. Luc(ifer) Cain ist wenig begeistert von seinem neuen Umfeld, doch sein höllischer Auftrag muss erledigt werden. Und da er einer der Besten im Gewerbe ist, wurde er auserwählt die eine Seele zu erobern und in die Tiefen der Hölle zu bringen.
Zwei Dinge, mit denen er nicht rechnet, machen ihm das Leben schwer. Zum einen ist Frannie, die Auserwählte, anders als gedacht und übt eine ungewohnte Anziehungskraft auf ihn aus. Zum anderen bekommt er himmlische Konkurenz in Form von Gab(riel), der Frannie vor weiterem Schaden - und ihm - bewahren soll.

Cover

Das Cover ist nicht besonders spektakulär und zieht dennoch Blicke auf sich. Als Softcover liegt der Roman gut in der Hand.

Meinung

Ich habe den Roman auf Seite 139 (von 464) abgebrochen.
Die Handlung wird wechselseitig von Frannie und Luc in einzelnen, ihnen zugedachten Kapiteln erzählt. Den Anfang macht Luc. Er ist frei heraus mit seinen Gedanken und es wird deutlich, dass er viel Macht besitzt, so viel, dass er alle, die ihm über den Weg laufen, mit nur einem Fingerzeig ins Verderben stürzen könnte. Aber so einfach ist das nicht, denn er muss ihnen die richtigen Worte und Gedanken ins Ohr legen, damit sie nicht nur einmal fehlen, sondern ihr Leben lang dafür sorgen, nach ihrem Tod in die Hölle zu kommen.
Frannie offenbart sich nicht ganz so schnell. Ihre Familie ist nicht nur ungewöhnlich gottesfürchtig, sie blickt auch auf einen schmerzlichen Werdegang zurück. Von Luc ist sie sogleich fasziniert, das Bad-Boy-Image, seine düstere Ausstrahlung ziehen sie beinahe magisch an. Auf einer Party lernt sie Gab kennen, der ebenfalls sogleich eine gewisse Anziehungskraft auf sie ausübt. Davon ist Luc natürlich wenig begeistert.
Diese eigentlich spannende Ausgangslage wird jedoch nur mäßig emotional dagestellt. Hinzu kommt, dass ein nichtssagendes Ereignis das nächste jagt und so im gesamten Geschehen absolut gar nichts passiert. Ein roter Faden ist nicht erkennbar, so dass leider nicht klar ist, wohin alles führen wird bzw. was die eigentliche Motivation hinter allem ist.
Auch die beiden Männer in Frannies Leben geben Rätsel auf. Ihre Namen sind sehr eindeutig, aber es existieren Namensvettern, die zumindest Luc Anweisungen geben. Aber selbst wenn sie sein sollten, was ihre Namen offenbaren, erschließt sich mir nicht, wieso diese selbst auf Seelenfang, und dann auch noch auf diese Art und Weise, gehen sollten.
Es gibt einige Nebenideen, die alles ein wenig aufpeppen. So können Dämonen in etwa die Gefühle von Menschen als bestimmte Gerüche wahrnehmen. Blöd nur, dass man sich als Leser diese merken muss, da man sich sonst ständig fragt, was z.B. gleich noch mal Ingwer ausdrücken sollte.
Für mich war dieses Buch leider nichts, ich kann mir aber vorstellen, dass es seine Liebhaber finden wird. Es ist eben Geschmackssache.


Personal Demons:
1. Personal Demon (Angel Eyes. Zwischen Himmel und Hölle)
2. Original Sin
3. Hellbent (May 2012)


Lisa Desrochers lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Kalifornien. Sie betreibt eine Praxis für Physiotherapie. Als Gesundheitsreferentin ist sie regelmäßig innerhalb und außerhalb der USA unterwegs. Mit «Angel Eyes» hat sich für die begeisterte Leserin von Fantasyromanen ein großer Traum erfüllt. Zur Zeit arbeitet sie an dem Folgeband.

Sonntag, 21. August 2011

"Die Geheimnisse des Fantasyschreibens" erlernen


Ein Wochendkurs in Berlin-Mitte, der für alle, die sich einmal am Thema versuchen wollen, ein Grundstein sein kann.
"Tolkien ließ uns durch Frodos Augen das Auenland sehen, nahm uns mit zu den Elben, zeigte uns, wie Zauberer kämpfen. An diesem Wochenende lernen Sie die Zutaten kennen und handhaben, die solche Welten entstehen lassen. Dazu gehören das Wunderbare und seine Gesetzmäßigkeiten, das Unheimliche, das eigentlich ins Horrorgenre gehört, das Abenteuerliche, dem jede/r Held/in folgen muss – und der Mythos, den es in jeder guten Fantasygeschichte zu bestaunen gibt. Außerdem beschäftigen wir uns den Archetypen, die sich in den Fantasy-Figuren spiegeln, und entwickeln ihre figurenspezifische Handlungsweise. An allen Tagen des Kurses probieren wir unsere neu erworbenen Kenntnisse schreibend aus, so dass Sie am Ende Ihre eigene kleine Fantasygeschichte nach Hause tragen können."

Mehr zum Kurs und zur Dozentin HIER

Wer Interesse hat, kann auch lernen, wie man am besten Krimis oder Liebesgeschichten schreibt.
Ich habe im letzten Jahr einen Kurs bei der Dozentin besucht und habe sie als kompetent und sehr freundlich erlebt. Es gibt eine Literaturliste und Zeit zum Schreiben. Außerdem kann man in so einem Kurs die symphatischsten, gleichgesinnten Menschen treffen.

Freitag, 19. August 2011

(Autorenplausch) Thomas Elbel: Asylon (Warum Dystopie?)


Titel: Asylon
Autor: Thomas Elbel
Originaltitel, 448 Seiten
ISBN: 3492267920
Euro: 9,95












Liebe Leser der Verlorenen Werke,

ich bin Thomas Elbel, der Autor des bei Piper in diesem August erschienenen dystopischen Romans „Asylon“, der zugleich mein Debüt ist. Ich bin 43 Jahre alt und lebe in Berlin. Wenn ich nicht schreibe, nerve ich die Studenten der Hochschule Osnabrück mit öffentlichem Recht oder beschäftige mich mit meiner Familie.
Eine Kurzbeschreibung zu Asylon findet Ihr übrigens auf der Buchseite bei Piper Fantasy: http://www.piper-fantasy.de/buch/thomas-elbel-asylon

Warum Dystopie? werde ich häufig gefragt. Dystopien sind weniger gut verkäuflich als allgemeine Fantasy oder Science Fiction. Es gibt bis jetzt kaum deutsche Autoren mit erfolgreichen Dystopien. Viele Agenturen und Verlage haben noch bis vor kurzem abgewunken, wenn jemand mit einer dystopischen Idee kam.
Warum also?
Nun, als ich Anfang der achtziger Jahre meine erste Berührung mit dem Genre hatte, kannte ich den Begriff noch gar nicht. Blade Runner, Ridley Scotts Meisterwerk, diese eindringliche Mischung aus Detektivstory im Film Noir Stil à la „Die Spur des Falken“ und Elementen des von William Gibson begründeten Cyberpunk-Genres war für mich die Initialzündung. Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich seitdem damit verbracht habe, den Film wieder und wieder zu sehen, ohne dass er aufhört, mich zu berühren.

Doch was ist es, was mich daran so nachhaltig fasziniert hat, dass ich so viele Jahre später den Drang spürte, mich in demselben Genre zu versuchen?
Nun, zum einen sicherlich das Setting. Eine komplett urbanisierte, technoide Welt in der die Natur zum Randphänomen wird. Die Stadt als hektisch wimmelnder Ameisenhaufen in dem Myriaden von Artgenossen dem Menschen täglich seine eigene Belanglosigkeit und Vereinzelung vor Augen führen, aber die auch ungeahnte Freiräume bietet, für alle Arten von Subkultur und schrägen Exzentrikern. Hört sich für mich ungefähr an, wie das West-Berlin der achtziger Jahre, das für mich immer ein mythischer Ort war. Viele Dystopien bevorzugen den urbanen Dschungel als Hintergrund.

Zweitens die Charaktere. Ich bin kein Fan von Schwarzweißzeichnerei bei der Charakterisierung meines Personals. Dystopien geben da einfach einen hervorragenden Aufenthaltsort für Femmes Fatales, zwielichtige Nebenfiguren und vor allem für gebrochene Helden ab, wie eben den Blade Runner John Deckert oder etwa John Preston, den von Christian Bale gespielten Helden in Equilibrium.
Die Helden in Dystopien machen meistens eine spannende Entwicklung durch. Viele starten als Freund des dystopischen Systems oder stehen ihm zumindest indifferent gegenüber; denkt an Thomas „Neo“ Anderson aus Matrix. Irgendwann kommt dann der Punkt, wo sie sich gegen die Welt, die sie kennen, auflehnen und alle Brücken hinter sich abbrechen müssen („Die blaue oder die rote Pille?“). Ich finde diese Art der psychologischenReifung eines Charakters vom Mitläufer oder Herdenschäfchen zum Rebellen unglaublich attraktiv und spannend.

Zuguterletzt die Moral. Dystopien sind meist hochmoralisch, aber ohne den berüchtigten Zeigefinger. Der Ausgangspunkt einer Dystopie ist zumeist ihr Gegenteil, die Utopie, also der Wunsch nach einer besseren Welt. Häufig kommt es dabei quasi zu einem Überschießen der utopischen Energie. Die herrschende Klasse überdehnt ihre Idee der besseren Welt und verkehrt sie dadurch in einen Alptraum. In „Minority Report“ (dessen literarisches Vorbild übrigens genau wie Blade Runner auf einer Geschichte aus der Feder des genialen Philip K. Dick beruht) besteht die utopische Idee darin, Verbrechen vorherzusagen und sie dadurch zu verhindern, bevor sie passieren. Klingt erst mal gut. Aber was macht man mit dem potentiellen Täter, wenn dieser (noch) gar nichts getan hat? Sind wir Herren unseres Handelns oder ist es uns vorbestimmt? Und wenn alles Handeln vorhersagbar ist, kann man dann überhaupt noch von Schuld sprechen? Spannende Fragen, finde ich. In der Geschichte wird John Anderton vom Jäger zum Gejagten. Selber Polizist der Organisation PreCrime, erhält er eine Voraussage, der zufolge er selbst zum Mörder werden wird. Wer das für Zukunftsmusik hält: Scotland Yard arbeitet an solchen Konzepten. Und außerdem: Seit einige Neuropsychologen die Ansicht vertreten, der Mensch habe eben doch keinen freien Willen, raufen sich die Strafrechtler die Haare über den Schuldbegriff.

Dystopien haben auch – anders als die klassische Science Fiction – die Tendenz in unserer Gegenwart bereits sichtbare Tendenzen aufzugreifen und ins Extreme zu übersteuern, um zu sehen welche Fragen das aufwirft. Was wäre, wenn die Heilkunst fast jede Krankheit heilen könnte, aber wegen der gestiegenen Heilkosten kaum noch ein Mensch eine Krankenversicherung bezahlen kann? Was wäre, wenn man menschliche Hirne irgendwann mit maschineller Intelligenz vernetzen könnte? Es gibt so viele spannende Fragen und Dystopien erlauben mir, sie zu stellen, ohne dass es langweilig oder belehrend wird. Bestimmt werde ich ihnen noch eine Weile treu bleiben.

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig für mein Lieblingsgenre begeistern.
Berlin im August 2011
Euer Thomas



Donnerstag, 18. August 2011

Der LoveLetter zählt die Tage bis zur nächsten Ausgabe


... und verlost jede Menge toller Romane um die Wartezeit zu verkürzen.
"Der Sommer zeigt sich auch im August weiterhin recht durchwachsen. Hinzu kommt, dass – was vielleicht noch viel schlimmer ist – die traditionelle Sommerpause des LoveLetter dieses Jahr besonders ausgedehnt ist. Die Juli/August-Ausgabe war schon Ende Juni erhältlich, und die September-Ausgabe kommt am 7. September (ganz regulär am ersten Mittwoch des Monats) offiziell in den Handel. Das sind zehn Wochen ohne LL!"
Um teilzunhemen, muss nur ein kleiner, simpler Satz vollendet werden:
"Ein Monat ohne LoveLetter ist wie ..."
Da gibt es bestimmt jede Menge toller Antworten und da es möglich ist, an mehreren Tagen teilzunehmen, seid ruhig etwas kreativ. Adresse und passenden Betreff nicht vergessen. ;-)
Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Mittwoch, 17. August 2011

Pirat der Liebe - Maren Frank


Titel: Pirat der Liebe
Autorin: Maren Frank
Originaltitel
Verlag: Fantasy Welt Zone
ISBN: 3942539039
Euro: 8,95
Veröffentlichungsdatum: Januar 2011
Seiten: 92
Kein Serientitel
Come in: Vom Autor







Inhalt

Karibik 1684: Lucian Whitecomb, Kapitän eines Piratenschiffes, entdeckt auf einem vom Sturm zerstörten Schiff die junge Abigail, Lady of Pembroke Forest. Sie ist stark geschwächt und die einzige Überlebende.
Er bringt sie auf sein Schiff und stellt sie unter seinen persönlichen Schutz. Eingepfercht in seine kleine Kajüte kommen sich die beiden schnell näher. Doch Abigail weiß nicht, ob sie dem Pirat, der wie ein gebildeter Mann spricht und handelt, vertrauen kann.

Cover

Zum Lachen gebracht hat mich der Hinweis, dass das dargestellte Model nichts mit den Inhalten des Romans zu tun hat.
Ansonsten ist das Cover stimmig und passt zum Inhalt.

Meinung

In den zweiundneunzig Seiten wird eine zwar recht knappe, aber dennoch für das Genre sehr typische Geschichte erzählt.
Abigail ist eine junge, naive aber dennoch sympathische Heldin, die mächtig Glück gehabt hat. Sie schafft es, eine glaubhafte Wandlung durchzumachen und ihr Leben schließlich selbst in den Griff zu nehmen.
Lucian ist ein typischer Held, der genau weiß, was er will und sich auch mal an seinem Ziel festbeißt. Der Drang, die Heldin vor allen Widrigkeiten zu beschützen, ist stark ausgeprägt und wird nicht sofort als echtes Gefühl erkannt.
Etwas eigenartig wirkt es zunächst, dass beide sich sofort Duzen und Abigail nicht auch durch das "Ihr" versucht, sich den attraktiven Kapitän vom Leib zu halten.
Die geringe Länge des Romans bedingt eine gewisse Vorhersehbarkeit und auch das Fehlen eines wirklichen Problems, einer Sache, an der die zarte Liebe zunächst zu scheitern droht.
Ansonsten ist es unglaublich, wie eine Geschichte, die für gewöhnlich auf mindestens dreihundertfünfzig Seiten erzählt wird in genau zweiundneunzig hineinpasst, ohne dass etwas zu fehlen scheint.
Maren Frank hat beim 2. Geschichtenwettbewerb des Fantasy Welt Zone-Autoren-Board den 2. Platz belegt, bei dem gewisse Vorgaben ausschlaggebend (z.B. Umfang) gewesen sind. Wer jedoch trotzdem eine gute, lesenswerte Geschichte abliefern kann, von dem gibt es hoffentlich bald auch etwas Längeres auf dem Markt.


Die Autorin wurde am 29. Oktober 1977 in Wanne-Eickel geboren. Schreiben ist ihre ganz große Leidenschaft, so dass es schon zu mehreren Veröffentlichungen in verschiedenen Verlagen kam. Unter Pseudonym schreibt sie Liebesromane für den CORA-Verlag. Zu ihren Hobbys gehört das Lesen, und auch dort bevorzugt sie Liebesromane.

Dienstag, 16. August 2011

Buchtrailer der Woche




"Waldläufer Nahrung" von Kai Sackmann hat mich zunächst, sicher unbeabsichtigt, zum Lachen gebracht. Dabei ist es für eine, wie ich annehme, Eigenproduktion wirklich gut gemacht. Thema eingegrenzt, alles Wesentliche allein mit Bildern erzählt, Autor gezeigt und in vielen Details auch das Buch.
Leider hat mich die Musik an so manche Doku erinnert, die wir ehedem in der Schule ansehen mussten. Der Aufbau des Buches und schließlich das dramatische Ende waren dann aber ein wenig zu viel des Guten.
Trotzdem: die Länge des Trailers stimmt, die auf den Punkt gebrachten Bilder ebenso.

Der Mensch ernährt sich seit jeher von Wildpflanzen und Wildfrüchten. Unsere Zivilisation hat uns aber genauerer Kenntnisse über diese Art der Ernährung beraubt. Vieles ist in Vergessenheit geraten. Dieses Buch zeigt eine Vielzahl nutzbarer Pflanzen europäischer Vegetation. Das Buch Waldläufer-Nahrung ist der zweite Titel aus der Waldläufer-Serie von Kai Sackmann. Es ist die Survial-Version des Buches Die Nahrung aus der Natur. Es beinhaltet 175 Pflanzenbeschreibungen und über 300 Farbfotografien. Eine komplett farbig aufgebaute Bildersuche erleichtert das Bestimmen von Pflanzen. Suchen Sie eine Pflanze zum Beispiel nach ihrer Blüten- oder Beerenfarbe. Weiterhin ist jede essbare Wurzel/Knolle uvm. ebenfalls in einer Fotografie abgebildet. Zusätzliche Informationen, wie verwechselbare Giftpflanzen, Informationen zu Giftstoffen und ein Sonderteil: Giftige Beeren sind ebenso enthalten.

Montag, 15. August 2011

Home Improvement: Undead Edition


Im August ist eine neue (englische) Anthologie erschienen, die eine Menge toller Autoren zu bieten hat.

The editors of the New York Times bestselling Death's Excellent Vacation bring home a new collection ... with a never-before- published Sookie Stackhouse story!

There's nothing like home renovation for finding skeletons in the closet or otherwordly portals in the attic. Now, for any homeowner who's ever wondered, "What's that creaking sound?" or fans of "how to" television who'd like a little unreality mixed in with their reality shows, editors Charlaine Harris and Toni L. P. Kelner return with an all-new collection of the paranormal perils of Do-It-Yourself.

Sookie Stackhouse resides in these pages, in a never-before-published story by #1 New York Times bestselling author Charlaine Harris. And New York Times bestselling authors Patricia Briggs, James Grady, Heather Graham, Melissa Marr, and nine other outstanding writers have constructed more frightening and funny fixer-upper tales guaranteed to shake foundations and rattle readers' pipes.

Stacia Kane hat eine Geschichte beigesteuert und schreibt: "I’m really excited about this one, and I hope you all are too; it’s the first new Downside material released since CITY OF GHOSTS (I’m not counting MADDIE CARVER, because although it was set in this world it wasn’t technically a Downside story, and although we caught a glimpse of Elder Griffin in it, it doesn’t have any of the regular characters, really)."

Auch Seanan MacGuire ist dabei. "Through This House," an October Daye short story, has cropped up in the anthology Home Improvement: Undead Edition, ready for your reading pleasure." (Quelle siehe Homepage)

Auch Melissa Marr hat eine Geschichte für die Antho geschrieben. "This is a story about dealing with the Home Owners Association ... which results in some complications for my protagonists." (Quelle: Newsletter)

Auf dem Cover sind noch Charlaine Harries, Patricia Briggs, James Grady und Heather Graham namentlich genannt. Insgesamt sollen vierzehn hochwertige Geschichten zusammen gekommen sein.
Mich würde dabei noch interessieren, wie ausgelost wird, welche Namen es aufs Cover schaffen und welche nicht. Und natürlich, ob es diese Anthologie in die deutsche Übersetzung schaffen wird.


Sonntag, 14. August 2011

Brennendes Herz - Ilsa J. Bick


Titel: Brennendes Herz
Autorin: Ilsa J. Bick
Originaltitel: Ashes
Verlag: INK
ISBN: 386396005X
Euro: 19,99
Veröffentlichungsdatum: August 2011
Seiten: 576
Serie: Ashes 01
Come in: Vom Verlag







Inhalt

Alexandra - Alex - Adair lebt nach dem Unfalltod ihrer Eltern bei ihrer Tante. Sie ist krank, denn ein Tumor frisst sich durch ihr Gehirn. Darum nutzt sie die Gelegenheit, als es ihr gesundheitlich etwas besser geht, und fährt ins Naturschutzgebiet Waucamaw, um dort das letzte, an dem ihr etwas liegt, zu erledigen. Bei ihrer Wanderung trifft Alex den alten Jack Cranford und seine achtjährige Enkelin Ellie.
Völlig unvorbereitet werden alle von einer Druckwelle zu Boden geworfen, die Tiere spielen verrückt und Alex glaubt, das sei das Ende der Welt. Tatsächlich ist etwas Unvorstellbares geschehen, das alle Erwachsenen bis etwa zum sechzigsten Lebensjahr getötet und die meisten Jugendliche verändert hat.
Alex macht sich mit Ellie, die um ihren Großvater trauert, auf den Weg hinab ins Tal, nicht ahnend, was eigentlich geschehen ist. Dabei treffen sie auf einige veränderte Jugendliche, die sich wie willenlose Zombies benehmen. Im letzten Moment rettet der geheimnisvolle Tom Eden, ein junger Ex-Soldat aus Afghanistan, ihnen das Leben. Gemeinsam versuchen sie zu ergründen, was passiert ist und wie es fortan mit der Menschheit und ihnen weitergehen soll.

Cover

Das Covermotiv stammt von Peter Karasev und wurde von Hanna Hörl Designbüro in Szene gesetzt.
Hanna Hörl hat Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Mainz studiert und war im Bereich Buchgestaltung und Cover-Design sowie als Art Director tätig. Für Oetinger hat sie die Cover der Roman-Trilogie "Die Tribute von Panem" von Suzanne Collins kreiert sowie der Reihen "Göttlich verdammt" von Josephine Angelini und "Gods of Manhattan" von Scott Mebus. Hanna Hörl starb im Juni 2011.

Meinung

Ilsa J. Bick hat einen sehr lesenwerten Roman geschaffen, der nicht nur Spannung aufzubauen weiß, sondern auch zum Nachdenken anregt. Leider gibt es jedoch auch Passagen, die sich recht zäh lesen.
Das erste Drittel schildert im Wesentlichen das, was passiert ist, von dem später aber niemand genau sagen kann, was es nun eigentlich war. Die verschiedenen Erklärungsversuche verwirren mitunter, da es im Grunde jedoch nicht so wichtig ist, lässt sich leicht darüber hinweglesen. Die Mitte dient dem Kennenlernen und zarte Bande knüpfen - wenn man das so nennen möchte - und als Vorbereitung auf das letzte Drittel, das die Hauptlast der Geschichte trägt und sicher auch in der Fortsetzung thematisiert wird.
Die Autorin steigt in ihrer Geschichte sofort ein und lässt die Katastrophe über ihre Figuren hereinbrechen. Anschaulich und bildhaft wird das Geschehen geschildert, bei dem die Figuren stets im Vordergrund stehen. Manchmal sind einige Aspekte etwas vorhersehbar, weil sie so oft erwähnt werden, dass es kaum noch eine Überraschung ist, wenn sie schließlich passieren.
Die junge Alex ist ein taffes Mädchen, das sich nicht nur allein in der Natur zu behaupten weiß. Ihre Willensstärke treibt sie und andere stets vorwärts, wobei nie sicher ist, ob sie ihr eigenes Tempo und ihre eigene Zuversicht halten kann. Sie wurde als liebeswerter Charakter angelegt, mit dem es leicht ist, mitzufühlen. Ein kleiner Touch Superheldin musste wohl sein, sonst könnte sie in so einer Welt nicht überleben.
Toms Denkweise und Taten lassen ihn älter wirken, als er in Wirklichkeit ist. Seine Ruhe und sein klares Überlegen trotz dessen, was er erlebt hat, sind seine Stärke. Manchmal tritt er stark in den Hintergrund, so dass man sich unwillkürlich fragt, ob es ihn noch gibt. Zwischen den beiden jungen Leuten gibt es keine Romantik, aber trotzdem eine ganz leichte Liebesgeschichte. Diese ist eigentlich so unerheblich, dass es ein wenig unglaubhaft wirkt, wenn eben diese Alex' Handlungsweisen zum Ende des Romans so stark beherrscht.
Abenteuer- und Actionfreunde dürfen sich ab der Hälfte des Romans auf einiges freuen. Zunächst wirkt die Handlung vergleichsweise harmlos, erst, als sich die Helden aus dem Naturschutzgebiet wagen, wird die Atmosphäre düsterer. Daher ist der Roman ab sechzehn Jahren zu empfehlen, weil Gewalt und Blut im hinteren Geschichten teil eine wahrnehmbare Rolle einnehmen.
Obwohl ich "Brennendes Herz" für eine unterhaltsame Geschichte halte, komme ich nicht umhin es mit dem kürzlich von mir gelesenen "Nach dem Ende" zu vergleichen. Beide Heldinnen sind etwa im gleichen Alter und müssen mit einem Leben nach der Katastrophe zurecht kommen. Alden Bells Roman ist aber nicht für die gleiche Zielgruppe geschrieben worden, was an Cover und Preis schnell zu merken ist. Dennoch hat mich dieser Roman so begeistert, dass es das Lesevergnügen von Ilsa J. Bicks Werk geschmälert hat, da es hier bereits erwähnte Passagen gibt, die sich recht in die Länge ziehen und diverse Erklärungsversuche dafür, was nun eigentlich passiert ist, die oft keinen rechten Sinn ergeben. Würde das Buch nicht gar so viel kosten, würde es wahrscheinlich gar keine so große Rolle spielen, da das Gesamtbild insgesamt sehr stimmig und kurzweilig ist. So jedoch möchte ich eher eine zögerliche Leseempfehlung aussprechen.


Ashes-Trilogie:
1. Ashes (Brennendes Herz)
2. Shadows
3. Monsters


Ilsa J. Bick, Kinderpsychologin und mehrfach ausgezeichnete Autorin, lebt in Wisconsin. Sie hat einen Abschluss in Literatur und Film.


Georgette Heyers 109. Geburtstag mit einem Buch feiern


Historically Obsessed berichtet HIER davon, dass am 16. August nicht nur der 109. Geburtstag der Autorin Georgette Heyer gefeiert wird. Am 15.08. wird Sourcebook alle Romane der Autorin im englischen Original für preiswerte $1.99 zum Verkauf anbieten. Allerdings nur an diesem Tag.
Wer gern mal etwas von dieser weltbekannten Autorin lesen würde, die nicht nur Regency Romane, sondern auch Mystery und Historical Fiction geschrieben hat, sollte sich das nicht entgehen lassen.
Happy Birthday, Georgette Heyer!

Samstag, 13. August 2011

Melissa Marrs "Graveminder" als TV-Serie


Bereits im Dezember berichtete ich HIER über Melissa Marrs "Graveminder", das erste Buch in einer geplanten Trilogie. Der erste Erwachsenenroman der Autorin soll laut ihrem damaligen Newsletter bereits im Oktober 2011 in Deutschland erscheinen - ich habe es bisher nirgendwo gefunden, falls jemand Genaueres weiß, bitte melden.

Nun gibt es HIER zu lesen, dass der Roman für eine TV-Serie vorgesehen ist. Ken Olin, der auch "Alias" und "Brothers and Sisters" gemacht hat, wird sich des Stoffes annehmen.
Es geht um die dreiundzwanzigjährige Rebekkah Barrow, die in die Anonymität der Großstadt geflohen ist. Denn in dem kleinen Ort, in dem sie bei ihrer Großmutter Maylene aufgewachsen ist, war sie auf mehr Beerdigungen, als sie zählen konnte. Dabei gab es immer das gleiche geheimnisvolle Ritual: Drei Schlucke aus einem silbernen Flachmann und geflüsterte Anweisungen in das Ohr des Verstorbenen. "Schlaf gut und bleib wo du bist."
Doch dann wird ihre Großmutter gewaltsam ermordet und Rebekkah kehrt zurück. Sie merkt schnell, dass das Ritual ihrer Großmutter einen Grund hatte. Denn unbemerkt von den meisten Bewohnern der kleinen Stadt regiert eine Schattenwelt, aus der die Toten zurückkehren, wenn ihre Gräber nicht ordnungsgemäß vom "Graveminder" verschlossen wurden.
Nun muss Rebekkah nicht nur mit ihrer Trauer fertig werden, den Mörder ihrer Großmutter finden und das ein oder andere Geheimnis lösen. Sie muss sich auch ihrem Erbe stellen, dem als Graveminder.

Die Geschichte klingt ausgesprochen spannend und nach keder Menge Potential. Egal bei welchem Verlag der Roman erscheinen wird, ich lese ihn auf jeden Fall. Auch als Serie kann ich es mir gut vorstellen. Man müsste aber wohl erst einmal die ganze Geschichte kennen, um sich vorzustellen, welche Schauspieler am besten zu besetzen sind.


Freitag, 12. August 2011

Rotkäppchens Rache - Jim C. Hines


Titel: Rotkäppchens Rache
Autor: Jim C. Hines
Originaltitel: Red Hood's Revenge
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 3404200055
Euro: 8,99
Veröffentlichungsdatum: Juni 2011
Seiten: 432
Serie: Princess Novels 03
Come in: Vom Verlag







Inhalt

Obwohl nun schon einige Zeit verheiratet und Mutter eines kleinen Sohnes, denkt Danielle (aka Aschenputtel) nicht daran, fortan das brave Hausmütterchen zu mimen. Noch immer herrscht Aufruhr in den Märchenlanden. Ihr zur Seite stehen die Prinzessinnen Talia (Dornröschen) und Schnee(wittchen).
Als die drei einen gefährlichen Kinderräuber (Rumpelstilzchen) gefangen setzen und ihn zu seiner gerechten Strafe überführen wollen, wird sein Transport überfallen. Alles, was übrig bleibt, ist eine geheimnisvolle Nachricht von der Lady mit der roten Kapuze, einer Assassine, die stets für den Meistbietenden arbeitet. Doch nun hat es Roudette (Rotkäppchen) auf ihr privates Vergnügen abgesehen, sie will diejenige töten, die sich ihr einstmals in den Weg gestellt und gewonnen hat.
Doch die hat zwei gute Freundinnen, die ihr zur Seite stehen. Dabei verschlägt es Talia jedoch in ihre Heimat, wo ein noch größerer Feind auf sie wartet ...

Cover

Die Titelillustration stammt von: http://paulotoledo.com/ (es werden zumeist weibliche Figuren mit unrealistischen Proportionen gezeichnet) und wurde vom Guten Punkt weitergestaltet.
Obwohl das deutsche Cover ansehnlich ist, passt das Original doch besser, da die Mädels da mehr nach Kick-Ass und weniger nuttig aussehen.

Meinung

"Rotkäppchens Rache" ist der dritte Teil der Princess-Romane (dt. Die Todesengel) von Jim C. Hines und sollte am besten in Folge gelesen werden. Obwohl die Handlung jedes Romans in sich abgeschlossen ist und zu einem meist befriedigenden (Happy) Ende geführt wird, läuft das Gesamtgeschehen konstant über viele Jahre lang hintereinander ab.
Vom ersten Teil noch eher mäßig begeistert, reißt's der dritte raus. Dabei schafft es Herr Hines jedoch leider immer noch nicht recht, den Leser an jede Zeile zu binden, so dass doch wieder hier und da einige Längen entstehen. Das liegt vor allem daran, dass er sich gern in Details verliert und mit Actionszenen und manchmal recht konstruierten Hintergrundgeschichten versucht über fehlende Emotionalität und Tiefe hinwegzutäuschen.
Im Vordergrund steht nicht, wie bei Titel und Klappentext anzunehmen, Roudette, sondern Talia (Dornröschen). Die junge Frau mit dem roten Kapuzenumhang wird jedoch ebenfalls näher beleuchtet und mit einer neu erzählten Vergangenheit ausgerüstet. Die wichtigsten Elemente sind da, wirklich glaubhaft ist es leider nicht gelungen.
Talia erscheint im dritten Teil menschlicher, weil ihre Geschichte erzählt wird. Ihre kriegerische und manchmal auch negative Grundeinstellung wird dadurch glaubhaft und nachvollziehbar. Am Beginn des Romans entwickelt sich eine kleine lesbische Liebesgeschichte, die dann über weite Teile nicht mehr erwähnt wird, bis sie schließlich ganz am Ende noch einmal auftaucht. Ihre Gefühle für ihre Mitstreiterin zeichnen die harten Konturen um die Figur Talia jedoch weicher.
Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangssituationen bauen sich auch mehrere Spannungsbögen auf. Actionfreunde werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, denn daran spart hier niemand.
Die Grundatmosphäre ist zumeist recht düster und spitzt die Lage zusätzlich zu.
Neben den Einzelschicksalen und -geschichten der Prinzessinnen gibt es eine übergreifende Handlung über einen gemeinsamen, beinahe übermächtigen Feind, den es zu besiegen gilt. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Aufdeckung eines Geheimnisses. Ob dies ausreicht, um im vierten und bisher letzten Serienteil zu einem Abschluss zu gelangen, bleibt abzuwarten.
Insgesamt etwas schade an den Romanen ist, dass der Autor ziemlich außer Acht lässt, warum einst Frauen bzw. junge Mädchen in den Mittelpunkt dieser Geschichten gestellt worden sind. Damit geht natürlich auch viel Grundaussage, ebenso wie Moral und ein bisschen Zeigefinger verloren.
Hoher Unterhaltungswert, mit bekannten Märchenelementen neu in Szene gesetzt, dabei eine etwas ausgedünnte Handlung, aber viel Action und Abenteuer. Durch neue und genauer erzählte Hintergrundgeschichten mehr Einsichten in Motivation und Wünsche, Ziele und Träume der Heldinnen.


Princess Novels:
1. The Stepsister Scheme (Drei Engel für Armand)
2. The Mermaid's Madness (Die fiese Meerjungfrau)
3. Red Hood's Revenge (Rotkäppchens Rache)
4. The Snow Queen's Shadow (Juli 2011)


Jim C. Hines wurde 1974 geboren. Er hat Psychologie und Anglistik an der Michigan State University studiert. Er schreibt seit den frühen neunziger Jahren, inzwischen als Vollzeit-Autor. Jim C. Hines lebt heute mit seiner Familie und vielen Haustieren in Michigan.