Sonntag, 21. März 2010

Drei Engel für Armand - Jim C. Hines ♥♥♥(♥)


Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Was ist eigentlich passiert, nachdem der Prinz das Aschenputtel geheiratet hat?
Hier setzt Jim C. Hines an. Danielle und ihr Liebster Armand haben eine sehr ausgiebige Hochzeitsreise hinter sich und sind nun in das Schloss der Schwiegereltern zurückgekehrt. Die junge Königin gibt sich alle Mühe in ihre neue Rolle hinein zu wachsen, doch innerlich ist sie noch immer das unterdrückte, mit Asche beschmutze Nichts.
Dass sie nun in feudaler Umgebung leben kann, können die Stiefschwestern ihr nicht verzeihen und verüben einen Anschlag auf sie. In letzter Sekunde kann die geheimnisvolle Talia (Dornröschen) sie retten. Doch es kommt schlimmer: Die Stiefschwestern entführen Armand.
Dessen Mutter trommelt die Mädels zusammen und so machen sich Daniella, Talia und Schnee(wittchen) auf den Weg nach Elfstadt, wohin es die Entführer verschlagen hat.

Die Idee, die dem Roman zugrunde liegt, finde ich genial. Und es hat mir sehr viel Freude bereitet, die wahre Geschichte um die drei Prinzessinnen zu lesen, Schon als Kind dachte ich oft, dass es so einfach, wie Märchen das gern sehen, auch nicht gewesen sein kann - und ich bin wohlgemerkt mit den Originalen aufgewachsen.
Wie soll das für eine Frau aus dem Volke sein, die über keine große Bildung verfügt und die Ränkespiele an einem Königshof nicht gewohnt ist? So genau erfahren wir das hier auch nicht, aber Hines schafft sehr gute Ansätze.
Leider fand ich nur sehr schwer ins Geschehen, was nicht unbedingt am Inhalt liegt. Aber der Autor hat die Angewohnheit alles ziemlich in die Länge zu ziehen, statt konstant von einem Punkt zum nächsten zu gehen. Das schlägt sich auch in seinen Schreibstil nieder. Dennoch habe ich nach zwei Abbrüchen zuende gelesen, aber nur, weil ich es unbedingt! wollte.
Meine Lieblingsfigur war, wie erwartet, Talia um die sich eine ganz eigene Geschichte rankt. Sollte es einen weiteren Roman des Autors geben, in dem sie die Hauptrolle spielt, werde ich es auf jeden Fall lesen.
Die Geschichte nun ist interessant, die Charaktere sind individuell und trotz der Märchengrundlage neu interpretiert. Aber ohne wirklichen Zugang konnte ich einfach nicht richtig eintauchen und kann daher nur mit "kann man lesen, muss man aber nicht mit Tendenz zu guter Unterhaltung" urteilen.
PS: Ja, es ist ein Happy End-Buch.

http://www.jimchines.com/
Jim C. Hines wurde 1974 geboren. Er hat Psychologie und Anglistik an der Michigan State University studiert. Er schreibt seit den frühen neunziger Jahren, inzwischen als Vollzeit-Autor. Sein Fantasy-Roman „Die Goblins“ wurde auf Anhieb in verschiedene Sprachen übersetzt und fand bei den deutschen Lesern eine große Fangemeinde. Jim C. Hines lebt heute mit seiner Familie und vielen Haustieren in Michigan.


Kommentare:

  1. Die Idee klingt wirklich gut. Ging und geht mir bei einigen Büchern so, wenn sie zu Ende waren. Ja, und dann? Was geschah dann? :-)

    Das mit dem in-die-länge-ziehen schreckt allerdings schon ab.

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  2. Hallo Jo,
    hat er Dich ausgetrickst? *g*
    Das ist sicher immer Ansichtssache, ich kenne zwei Leser, denen hat es uneingeschränkt gut gefallen.
    Große Stärke des Buches ist auf jeden Fall, dass es auf den Originalmärchen aufbaut: Ferse abgeschnitten, Vögel zerkratzen Gesicht usw.
    Auch die Geschichten der anderen Prinzessinnen haben wenig Happy End-Feeling. Aber gerade damit hätte ich sie mir einfach anders vorgestellt. Und wie gesagt, der Autor hängt sich gern mal an Details auf, was es lang werden lässt.
    LG
    Soleil

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  3. Huhu Soleil,

    ja, die Kommentarfunktion hat mich überlistet. Vielleicht doch zuviele Browserfenster offen gehabt. :-)
    Das Buch ist bei mir jetzt trotzdem vorgemerkt.

    LG
    Jo

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