Donnerstag, 21. Juli 2011

(Autorenplausch) Susanne Gerdom: Das gefrorene Lachen


Titel: Das gefrorene Lachen
Autor: Susanne Gerdom
Originaltitel, 415 Seiten
ISBN: 3800056364
Euro: 14,95









Vorhang auf:

Das "Gefrorene Lachen" ist ein Buch über Freundschaft, Könige und Garderobieren, verschmähte Liebe, einen verzauberten Prinzen, schlechte Gedichte, Shakespeare, Zirkusleute und Theaterproben, die Angst vor Clowns, Tick-Tacks und einen Drachen, Wasserspeier und Tauben und natürlich eine tapfere und kluge Heldin, die Philippa Saffronia heißt und die Tochter (und Lehrling) eines Zauberers ist.

Dieses Buch zu schreiben hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es fängt märchenhaft und ein bisschen albern an und wird dann düster und romantisch - wie ein gutes Theaterstück. Es zitiert Shakespeare, den Zauberlehrling von Goethe und die klassischen Clownsnummern von Tristan Rémy, es hat, wie alle meine Bücher, ein Happy End und ich habe mich während des Schreibens unsterblich in drei Wasserspeier namens Gadshill, Archidamus und Chiron verliebt. Wenn ich das Buch noch einmal schreiben müsste, dann würde es von ihren Abenteuern handeln ...

Die Geschichte des "Gefrorenen Lachens" spielt in einem verzauberten Wandertheater - oder besser: einer Mischung aus Zirkus und Theater. Das hat mich von Anfang an an dem Stoff gereizt, denn ich liebe jede Form von Theater und mag die Atmosphäre, die in einem Zirkus herrscht, diese Mischung aus Sägespänen, schiefer Musik und bunten Kostümen.
Während des Schreibens habe ich eine verkappte Coulrophobie (Angst vor Clowns) ausleben können, von der ich gar nicht wusste, dass ich an ihr leide, und ich habe gelernt, schlechte Haikus (oder etwas Ähnliches) zu schreiben. (Natürlich hätte ich noch viel lieber gelernt, GUTE Haikus zu schreiben, aber ich besitze einfach kein Talent für das Schreiben von Gedichten, auch wenn sie sich nicht reimen müssen.)
Es hat mir buchstäblich irren Spaß gemacht, einen richtig bösen Clown ins Leben zu rufen, ich habe mich gnadenlos ausgetobt, wenn es darum ging, Klatsch und Tratsch in einer "gutbürgerlichen" Kneipe zu beschreiben, ich habe Mitleid mit einem hilflosen Dschinn durchlitten und endlich einmal dafür sorgen können, dass der verwunschene Prinz von der tapferen Jungfrau erlöst wird. Oder so ähnlich.

Was soll ich sagen? Wenn derjenige, der das Buch schreibt, keinen Spaß dabei hat, dann kann es auch keinem Leser wirklich Vergnügen bereiten. Falls der Grad von Vergnügen, den ich bei der Arbeit am "Lachen" hatte, sich auch ein bisschen über die Seiten in das Gemüt der LeserInnen übertragen lässt, dann bin ich unbesorgt und freue mich auf positive Rückmeldungen.
Und wenn es nicht funktioniert haben sollte - ich versichere, ich habe mein Bestes gegeben, wertes Publikum. Bitte verzichte darauf, die arme Autorin mit Tomaten zu bewerfen. Bringt ihr lieber bei, gute Gedichte zu schreiben. Oder wenigstens mittelmäßige.

Die Generalprobe zum "Gefrorenen Lachen" ist zu meiner Erleichterung übrigens unter den erforderlichen "Pleiten, Pech und Pannen"-Vorzeichen über die Bühne gegangen, die eine gelungene Premiere garantieren. Zum Beispiel ist der falsche Vorschautext an die Buchhändler, Onlineportale usw. ausgeliefert worden.

Der richtige Text schlummert jetzt also auf meiner Festplatte - RIP. Will ihn jemand wissen?

"Hochverehrtes Publikum!
Maestro Spinelli und sein Fliegendes Theater geben sich hier, heute und jetzt die Ehre, allerlei bunte Spektakel, atemberaubende Akrobatik, zauberhafte Zaubereien und tief empfundene Dramen zur Aufführung zu bringen. Sowie einen Kraftmenschen, anmutige Balletteusen, drollige Clowns und den Großen und Unvergleichlichen Lorenzo, Magier der Könige.
Bühnenzauber - der gefährlichste unter allen Zaubern, gewebt aus Taubenfedern, Flitter, Farbe und Schminke, Holz und Leinwand, kunstvoll gesetzten Worten, Tanz und bunten Kostümen.
Theaterzauber - frei, wild und unkontrollierbar. Nehmt euch vor ihm in Acht, oder ihr seid ihm für immer verfallen!"

Licht aus. Vorhang. Applaus. (Buhrufe). Dacapo. (Pfui). Das Scheppern, mit der eine Tuba umfällt. Das Knirschen von Popcorn unter den Schuhen. Stühlerücken. Türenklappen. Staub, der sich setzt.
Eine Stimme aus dem Schnürboden: "Magst du dir die Taube mit mir teilen, Gadshill?"

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