Dienstag, 31. August 2010

Neue Helden im paranormalen Liebesroman: Drachen


Nach Vampiren, Gestaltwandlern und Engeln schwappt bereits die nächste Welle phantastischer Wesen an unsere Gestade. Drachen.
Faszinierende Geschöpfe: Einerseits wilde Tiere, in ihren Instinkten gefangen, andererseits langlebig, alt und weise. Edel und wunderschön. Es lag nahe, auch sie zu Gestaltwandlern zu formen und nach der einen Gefährtin suchen zu lassen, die nur für sie bestimmt ist. Aber nicht nur die Männer werden hier zu Alphas, es gibt auch die ein oder andere Frau, die mehr kann, als nur Tacheless zu reden.
Eine (unvollständige) Bestandsaufnahme:

"Dragon Actually (Dragon Kin)" - G. A. Aiken
Unter dem Titel "Dragon Kiss" wird dieser Roman im November 2010 auf deutsch erscheinen.
Annwyl (the Bloody) ist eine Kriegerin und das macht sie nicht unbedingt anziehend für das andere Geschlecht. Als sie auf Fearghus (the Destroyer) trifft, glaubt sie, auf einen Seelenverwandten gestoßen zu sein. Doch leider stellt er sich als Drachen heraus - die wilde, zerstörerische Sorte. Trotz ihres Wiederstandes erwacht auch Verlangen in ihr. Und das ist nicht ihr einziges Problem.
Offenbar spielt es in einer mittelalterlichen Welt und dreht die üblichen historischen Liebesromane ein wenig um. Annwyl ist eine übermächtige Kriegerin, die im Kampf schwer verwundet wird. Statt sie als Zwischenmahlzeit zu verputzen, nimmt Fearghus sie mit in seine Höhle und versorgt ihre Wunden. Das Leben mit dem einsiedlerischen Drachen ist nicht immer einfach, scheint aber genug Stoff für den ein oder anderen Schlagabtausch zu liefern.

Teil 2 "About A Dragon" wird im Dezember 2010 unter dem Titel "Dragon Dream" auf deutsch erscheinen. Unverständlich an dieser Stelle für mich die englischen Titel: In Deutsch hätten sie ebenfalls gut geklungen, wären nicht länger gewesen und hätten keine Verwirrung in Bezug auf die richtigen englischen Titel gestiftet.
Es findet ein neues Paar zusammen: Briec, der Drachen rettet die schöne Talaith vor der Verurteilung als Hexe und glaubt nach Drachenrecht, nun nach Belieben über sie verfügen zu können. Da hat er aber nicht mit ihr gerechnet - bis sie herausfindet, dass er ein Gestaltwandler ist und in menschlicher Gestalt einiges her macht.
Wieder viel Potential für Schlagabtäusche, wenn man den Lesern der Originalsprache glauben will. Kein Wunder also, wenn Geschichten, die nach diesem Muster gestrickt wurden, mehrere Formen von Liebesromanleser-Herzen ansprechen.
In Teil 3 "What a Dragon Should Know" findet ein weiteres Paar zusammen. Muster bekannt. Aber wem das gefällt und der nicht genug bekommen kann, wird sicher nichts dagegen haben. Die Meinungen zu den Büchern gesamt ist jedenfalls fast durchweg positiv.

"Playing with Fire (Silver Dragons, Book 1)" - Katie MacAlister
Der Roman wurde als "Silver Dragons 01. Ein brandheißes Date" ins Deutsche übersetzt und wird im Januar 2011 erscheinen.
May Northcott ist eine Doppelgängerin, ein magisches Wesen, das sich unsichtbar machen und in der Welt der Schatten wandeln kann. Sie ist an den Dämon Magoth gebunden, der ihre Fähigkeiten dazu benutzt, um Diebstähle zu begehen und magische Gegenstände in seinen Besitz zu bringen. Bei einem ihrer Diebeszüge begegnet May dem gut aussehenden Gabriel Tauhou, dem Anführer der Silberdrachen. Dieser erkennt sofort, dass May seine Seelengefährtin ist. Doch obwohl sich auch May zu ihm hingezogen fühlt, sträubt sie sich zunächst gegen ihre Gefühle. Da erteilt ihr Magoth den Auftrag, ein wertvolles Artefakt aus Gabriels Hort zu stehlen ...
Hier hangelt wie bei der Autorin üblich das gleiche Heldenpaar durch alle Bücher. Da die Autorin inwzischen schon Erfahrung hat (auch mit Drachen), kann man sicher davon ausgehen, dass die Romane sehr lesbar sind.
2. Up in Smoke
3. Me and My Shadow

"Dragonborn" - Jade Lee
Kiril glaubt, dass seine Familie einst von einem Drachen getötet wurde, was er niemals verwunden hat und zum gefürchtesten Drachenjäger wurde. Nur noch ein Ei ist schließlich übrig, dann hat er sein Ziel - die Ausrottung der Drachenspezies - erreicht. Dieses jedoch wird von der wunderschönen Natiya bewacht, die schon viele Jahre auf das Schlüpfen der letzten Drachenkönigin wartet. Nicht ohne Grund.
Ziemlich durchwachsene Meinungen, ich sehe aber durchaus Potential und außerdem gefallen mir die Cover, so dass ich das Buch selbst lesen werde.
Teil 2 "Dragonbound": Die zwölfjährige Sabina wird von ihrem Vater an den gemeinen Dag Racho verkauft, damit sie ihm als Dragonmaid dienen kann. Ihre Aufgabe ist es, sich um den Drachen Cordain zu kümmern, was sie nicht mag, da sein Feuer ihr die Haare vom Kopf gebrannt hat. Aber beide leben in Knechtschaft unter Dag Racho und verbinden ihre Geister miteinander um so zu kommunizieren. Als Sabina älter wird, verführt Dag Racho sie vor Cordain und durch ihre Magie ist es möglich den Drachen zu töten und Cordain in den Körper des Bösewichtes zu transformieren. Der aber hat viel von seinem Gedächtnis verloren, außerdem kann Sabina sich nicht an sein neues Aussehen gewöhnen und so flüchtet er in die Einsamkeit einer Höhle. Als aber die Feinde näher rücken, braucht Sabina seine Hilfe und sie müssen sich zusammenraufen.
Auch hier sehe ich viel Potential für eine ans Herz gehende Liebesgeschichte.

"Kiss of Fire (Dragonfire, Book 1)" - Deborah Cooke
Die Rasse der gestaltwandlerischen Drachen nennt sich Pyr (Bewacher der Elemente) und hat sich gespalten (Pyr/ Slayer): die einen schützen die Menschen, die auf der Erde leben, die anderen glauben, dass die Menschen die Erde zerstören und verfolgen diese.
Tyrrell Quinn ist ein Drachen und lebt lange Zeit zurückgezogen von seinen Artgenossen, weil er sie für den Tod seiner Familie und seiner Geliebten verantwortlich macht. Schließlich trifft er auf die schöne Sara Keegan, die als neue Gefährtin auserwählt wurde, davon aber noch nichts weiß. Mit der Vereinigung der beiden würde eine alte Prophezeiung erfüllt werden, was die Slayer nicht zulassen wollen und alles daran setzen, beide zu vernichten.
Klingt ein bisschen nach 08/15, aber es schließen sich einige Folgebände an, so dass sich Leser gefunden haben müssen, denen es gefallen hat.
2. Kiss of Fury
3. Kiss of Fate
4. Winter Kiss
5. Whisper Kiss
Es finden jeweils andere Paare zusammen, bei denen der Drache seinen "firestorm" spürt und sich auf die Suche nach seiner Gefährtin macht, die er zunächst retten muss, ehe sie glücklich werden können. Einige der Damen haben nette Geschichten um sich versammelt, so dass das Niveau und das Können der Autorin in der Serie mit jedem neuen Buch ansteigen dürfte.

"Dragon Heat (Dragon Series, Book 1)" - Allyson James
Lisa Singleton erbt von ihrer Großmutter ein Haus, mit allem, was sich darin befindet. Sie staunt nicht schlecht, als sie merkt, dass dazu auch der riesige Drache Caleb gehört, der dort lebt und das Recht, die Fernbedienung zu benutzen für sich allein gepachtet hat. Als er sich nach einiger Zeit schließlich in einen attraktiven Mann verwandelt und ihr erzählt, dass er ein großer Krieger ist und alle Frauen aus dem Hexengeschlecht beschützt, staunt sie nicht schlecht.
Aus dem Couch-potatoe wird aber schnell ein waschechter Kämpfer, als ein schwarzer Drachen versucht, Lisa das Leben zu nehmen. Inzwischen ist sie Caleb nämlich ziemlich ans Herz gewachsen.
Klingt nach humoriger Spannung, die durchaus einige Unterhaltung verspricht. Meinungen gehen aber auch mal weit auseinander.

"Breath of Fire" - Tammy Kane
Karl, ein Mattaen (eine Mischung aus Mönch und Krieger), reist durch die Welt auf der Suche nach Wissen. Es schlägt ihn in ein einsam gelegenes Dorf, wo man an Drachen glaubt. Erschrocken muss er mit ansehen, wie diesem eine Jungfrau geopfert werden soll. Wohl wissend, dass es keine Drachen gibt, bietet er sich selbst als Opfer an und staunt nicht schlecht, als er plötzlich tatsächlich einem Drachen gegenübersteht.
Elera ist eine Drachentöterin und tötet nicht nur den Drachen, sondern rettet auch den von den Dorfbewohnern angeketteten Karl. Als Preis verlangt sie eine Nacht mit ihm, in der sie mit ihm tun kann, was immer sie will. Aber die Mattaen legen ein Keuschheitsgelübde ab, wenn sie initiiert werden ...
Hier ist der Drache nur schmückendes Beiwerk, stört mich weniger, das Buch ist auf meine Wunschliste gewandert - nicht zuletzt, weil ich sehr neugierig auf Elera und ihre Sippe bin.

"Naked Dragon" - Annette Blair
McKenna Greylock trauert noch um Mutter und Großmutter, als sie deren letzten Wunsch erfüllen will: Das Haus soll in ein Bed&Breakfast umgewandelt werden, damit das Land, das seit Jahrhunderten der Familie gehört, nicht an die Bank fällt. Dazu engagiert sie den Handwerker Bastian Dragonelli, der kaum englisch spricht und in Wirklichkeit ein Drachenkrieger und auf der Suche nach seinen Brüdern ist. Neunzig Tage, um Haus und Land zu retten, neunzig Tage, um zusammenzufinden und alles zum Guten zu wenden.
Die Autorin hat bereits bewiesen, dass sie es kann. Auch diese Serie klingt, als würde sie viel Lesespaß bringen.

"Ladies of the Lair (Dragon Knights, Books 1 & 2)" - Bianca D'Arc
Besteht aus den beiden Büchern "Maiden Flight" und "Border Lair"
Buch 1: Nicht viele Menschenfrauen können mir Drachen sprechen, als es aber eine tut, bringt der Drache Kelvar sie zu seinem Ritter Gareth. Der und Belora verlieben sich sofort, hüten aber beide so viele Geheimnisse, das ein Zusammenkommen fast unmöglich ist.
Neue Serie, in der die einzelnen Paare miteinander verwandt sind. Klingt vielversprechend, bietet aber wohl nicht viel Neues.
1+2. Ladies of the Lair
3. The Ice Dragon
4. Prince of Spies
5. Wings of Change
6. FireDrake

Auch die jungen Leser kommen nicht zu kurz:

"Firelight" by Sophie Jordan
Jacinda ist eine Draki, aber als sie in Gefahr gerät, verlässt ihre Mutter mit ihr den Clan und gebietet ihr, ihre Drachennatur zu unterdrücken. Sie geht das erste Mal auf eine normale Schule und trifft dort auf Will, der einer sehr alten Familie von Drachenjägern angehört. Beide fühlen sich zueinander hingezogen und verbringen Zeit miteinander, doch dann wird es Zeit für die Wahrheit.
Meine Meinung zu diesem ersten Teil einer Trilogie könnt ihr im LoveLetter (September) nachlesen.

Dragon's Keep - Janet Lee Carey
Der Roman wurde mit dem Titel "Drachenkuss" ins Deutsche übersetzt und kommt bei uns offenbar ein bisschen kurz. Die Meinungen durchweg positiv.
Rosalind, Prinzessin von Wild Island, hat einen schrecklichen Makel: Anstelle ihres Ringfingers besitzt sie eine Drachenklaue. Außer ihr und ihrer Mutter ahnt niemand davon. Eine alte Prophezeiung, noch von Merlin selbst, steckt dahinter. Als es immer wieder zu feindlichen Auseinandersetzungen kommt, muss Rosalind zum Mittler zwischen Menschen und Drachen werden. Ein Drachlord und seine mutterlosen Kinder werden eine besondere Rolle im Leben der jungen Frau einnehmen.


Montag, 30. August 2010

Neues von den "Fairytale Fantasies"


Im ersten Teil der Fairytale Fantasies fand Cinderella zu ihrem (zweiten) Herzensglück. Nun greifen die Autorinnen Bonnie Dee und Marie Treanor ein weiteres Märchen der Gebrüder Grimm auf: Rumpelstilzchen. Als Buch wird die Geschichte im März 2011 erscheinen, Kindle-Besitzer können es sich allerdings schon seit April 2010 zur Gemüte führen.
Eine Leseprobe gibt es hier.
"Demon Lover" (Fairytale Fantasies):

Rumplestiltskin is not his name and this hunk’s no gnarled old goblin.
Gwyneth’s father, the miller, brags about her beauty and accomplishments in hopes of landing a wealthy husband who’ll make them rich. But when he makes a vain claim to the king’s steward, he endangers both their lives. Faced with the impossible task of spinning a room full of straw into gold by morning, Gwyneth despairs until a black-garbed figure appears and says he can solve her problem for a price. One kiss.
For three nights the stakes escalate and Gwyneth’s attraction to her mysterious visitor deepens. But when he claims the ultimate price of her child, she realizes she’s made a deal with the king of the underworld.
Gwyneth journeys to the land below and makes a new bargain to free herself and her daughter. Can she drive her demon lover over the edge of bliss in the allotted time and if she wins the bet, will she even want to leave? For his part, can the dark hero keep the woman and child he’s come to love and will he ever entrust her with the power of his name?


Samstag, 28. August 2010

Neu bei mir eingezogen ...


Immer noch schaffe ich es ganz eisern zu sein und ich hoffe, dass bleibt auch so. Lediglich einen Kalender habe ich gekauft, die anderen Bücher sind ertauscht.
Ein ganz großes Dankeschön an der Stelle an diejenigen, die sich über meinen Tauschticket-Button bei tauschticket.de angemeldet und fleißig getauscht haben (und mich damit völlig überrascht!). Ich bekam zwei Gratis-Tickets dafür, die ich in folgendes Buch angelegt habe:
"A Great and Terrible Beauty" von Libba Bray ist Teil 1 einer Trilogie und außerdem für junge Leser gedacht. Eigentlich kann ich das nicht mehr sehen, aber der Klappentext klang interessant und die meisten Leser sind bisher durchweg überzeugt.
A Victorian boarding school story, a Gothic mansion mystery, a gossipy romp about a clique of girlfriends, and a dark other-worldly fantasy--jumble them all together and you have this complicated and unusual first novel.
Gemma, 16, has had an unconventional upbringing in India, until the day she foresees her mother’s death in a black, swirling vision that turns out to be true. Sent back to England, she is enrolled at Spence, a girls’ academy with a mysterious burned-out East Wing. There Gemma is snubbed by powerful Felicity, beautiful Pippa, and even her own dumpy roommate Ann, until she blackmails herself and Ann into the treacherous clique. Gemma is distressed to find that she has been followed from India by Kartik, a beautiful young man who warns her to fight off the visions. Nevertheless, they continue, and one night she is led by a child-spirit to find a diary that reveals the secrets of a mystical Order. The clique soon finds a way to accompany Gemma to the other-world realms of her visions "for a bit of fun" and to taste the power they will never have as Victorian wives, but they discover that the delights of the realms are overwhelmed by a menace they cannot control. Gemma is left wi! th the knowledge that her role as the link between worlds leaves her with a mission to seek out the "others" and rebuild the Order.


"Dark Protector" von Alexis Morgan stand schon eine Weile auf meiner Suchliste, ich hatte es selbst schon fast vergessen. Dann wurde der Roman angeboten und ich habe ihn mir nicht entgehen lassen. Könnte auch mal ein bisschen was anderes sein.
Devlin Bane: Born a Paladin, he is a member of an ancient band of warriors locked in a centuries-old war against evil.
His destiny: To die over and over again to protect mankind from the Others, only to be revived each time by his mortal Handler.
But his fierce strength and courage cannot save him from gradually becoming one of the monsters he was born to destroy.
Dr. Laurel Young, who has spent years training to become a Handler, must remain detached from her patients. But each time she revives the darkly compelling Devlin Bane, he claims a little more of her soul and incites in her desires that grow wilder and wilder -- even as he inches closer to losing his humanity. As the war against the Others grows more desperate, Laurel and Devlin can't help but give in to the fierce hunger that's sizzled between them for so long. Now they'll face the ultimate battle together -- to save a dark, passionate love that goes against every rule as they join forces to fight an enemy who is closer than they ever imagined....
Und schließlich ein Drachenkalender, der mir auf Anhieb - vielleicht aus einer momentanen Laune heraus - so gut gefiel, dass er mit musste. Bisher hingen im Flur eher Irland oder Schottland Kalender, nächstes Jahr wird es phantastischer. Gefällt er mir da nicht (mehr) gibt es Alternativen.

Freitag, 27. August 2010

Interessante Fantasy-Neuerscheinungen September





Der Club der unsichtbaren Gelehrten - Terry Pratchett
Die Zauberer der Unsichtbaren Universität haben sich bereits vielen Herausforderungen stellen müssen, einem Fußballspiel allerdings noch nie. Bis der neue Traditionsbeauftragte Ponder Stibbons eine erschreckende Entdeckung macht: Wenn die Zauberer nicht sofort eine Fußballmannschaft gründen, verlieren sie den Anspruch auf eine üppige Geldspende. Es hilft alles nichts: Elf Sportsfreunde müssen her. Doch als endlich das große Spiel ansteht, das die Zauberer ganz ohne Magie bestreiten müssen, geht es schon lange nicht mehr nur um Fußball. Trev, ein gutaussehender Straßenkicker, hat sich in das Küchenmädchen Juliet verliebt, und Glenda, Köchin sowie meisterhafte Bäckerin, kommt langsam dem geheimnisvollen Trainer Mr. Nutt näher. Und plötzlich ist nichts mehr, wie es einmal war – Spiel hin oder her ...

Königsmacher - Karen Miller
Asher ist nur der Sohn eines einfachen Fischers, doch durch Mut und Tatkraft gewinnt er die Freundschaft von Prinz Gar. Was auch immer die wert sein mag, denn der Prinz ist der Einzige seiner Familie, der keine Magie wirken kann. Darum wird er nie den Thron besteigen dürfen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein schwarzer Magier ermordet die gesamte Herrscherfamilie bis auf Prinz Gar. Und plötzlich muss Asher, der Sohn eines Fischers, sich fragen, was er zu riskieren bereit ist – für die Freundschaft eines Prinzen ...

Die Kuppel - Peadar Ó Guilín
Es ist eine grausame Welt, in der der junge Stolperzunge heranwächst. Und der mörderische tägliche Überlebenskampf lässt sich auf eine schlichte Formel reduzieren: essen – oder gefressen werden. Stolperzunge gilt – zu Unrecht – als einfältig und als Gefahr für seine Sippe. Als plötzlich eine seltsame und unerhört schöne Frau vom Himmel fällt, muss Stolperzunge wählen: zwischen den grausamen, aber lebensrettenden Traditionen seines Stammes – und der Möglichkeit, das Schicksal der ganzen Welt zu ändern …

Schattenschwert - Jon Sprunk
Bisher läuft alles hervorragend für den Auftragsmörder Caim. Er stellt keine Fragen, er tötet seine Opfer zuverlässig und effizient und bleibt dabei vor allem eines: unsichtbar. Als er eines Tages jedoch verraten wird, gerät Caim in tödliche Gefahr – und das Reich wird in einen blutigen Aufruhr gestürzt. Doch Caims Feinde haben zwei wichtige Dinge übersehen: Caim besitzt die magische Gabe, eins mit den Schatten zu werden. Und auf ihn wartet ein Schicksal, mit dem keiner gerechnet hätte ...

Kristall der Macht - Monika Felten
Ein geheimnisvoller Kristallkreis bannt den Dämon, ein uraltes versteinertes Geschöpf, dem erbarmungslose Rachsucht nachgesagt wird. Noelani hütet den Kristallkreis wie ihren Augapfel – auch wenn sie dafür einen hohen Preis zahlt. Sie lebt allein, getrennt von ihrem Volk und ihrer Zwillingsschwester Kaori. Eines Tages geschieht das Unfassbare: Gelber Nebel verschlingt das Land und vernichtet alles Leben, auch Kaori stirbt; doch das Unglück scheint nicht das Werk des Dämons zu sein. Sind die Legenden eine Lüge? Verbirgt sich in den Kristallen eine ganz andere Macht? Erst als Noelani gezwungen wird, die Macht der Kristalle selbst zu erproben, erkennt sie deren fürchterliches Geheimnis – und die Aufgabe, der sie sich zu stellen hat.

Die Schlange am Rande der Welt - John Dickinson
Phaedra ist dazu bestimmt, einen Prinzen zu heiraten. Doch Phaedra weigert sich, den Regeln des Hofes zu folgen, und lässt sich von einem Fremden entführen, den sie nur aus ihren Träumen kennt. Ulfin, Markgraf von Tarceny, verfügt über magische Kräfte. Aber welchen Grund mag er haben, ihr zu helfen? Und welchen schrecklichen Preis hat er für seine Macht bezahlt?


Der Monstrumologe - Rick Yancey
Monstrumologie:
1. Das Studium von Kreaturen, die sich dem Menschen gegenüber grundsätzlich böswillig verhalten und deren Existenz von der Wissenschaft nicht anerkannt ist. Meist handelt es sich um Wesen, die man dem Reich der Mythen
und Legenden zuordnet
2. Die Jagd auf solche Lebewesen

Die Zombies von Oz - Christian Endres
Dorothys Rückkehr gerät zum Albtraum, da Kansas sich während ihrer Abwesenheit stark verändert hat: Untote haben das Land überrannt! Und nicht nur in Kansas bleiben die Toten nicht länger in ihren Gräbern ...
Auch in den übrigen Geschichten dieses Bandes verändert sich der unsterbliche Oz-Mythos ständig - mal gekreuzt mit magischem Realismus, mal mit klassischer Fantasy, mal mit zombieverseuchtem Horror.
»Die Zombies von Oz« - die neue Kurzgeschichtensammlung von Christian Endres, Gewinner des Deutschen Phantasik Preises für die beste Kurzgeschichte 2009.

Apocalyptica - Oliver Graute
Ein altes Sprichwort lautet: „Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben.“ Was aber,wenn niemand übrig ist, der schreiben könnte? Ist dann alles, was bleibt, nur ein weißesBlatt Papier?
Europa befi ndet sich am Scheideweg zwischen Neuanfang und Untergang. Die AngelitischeKirche führt Krieg in den eigenen Reihen und marschiert, angeführt von der eigenen Arroganz, sehenden Auges in die Katastrophe. Die finsteren Mächte versammeln sich, um den alles entscheidenden Schlag zu führen. Ausgerechnet zwei Kinder haben das Schicksal der Welt in ihrer Hand und bereiten die Bühne für die finale Schlacht zwischen Gut und Böse. Ein Kampf, der die Erde reinwaschen wird von allem Übel. So oder so. Alles, was bleibt, ist eine leere Fläche, bereit, erneut gefüllt zu werden. Dies ist das finale Kapitel der Chroniken der Engel.


Mittwoch, 25. August 2010

Wie schreibt man eine Rezension?


Schon ein paar Mal bin ich gefragt worden, wie man am besten eine Rezension schreibt. Da ich das auch erst lernen musste, weiß ich noch, wie hilflos ich am Anfang war. Denn niemand gibt eine Anleitung oder zumindest eine Art roten Faden, im Gegenteil, es heißt dann immer, man solle sich einfach andere Rezensionen durchlesen und irgendwann lerne man es schon. Quatsch! Das lernt man nur, indem man es selber tut. Allerdings ist es auch enorm hilfreich, sich bei anderen das ein oder andere abzugucken und schließlich daraus seinen eigenen Weg zu basteln.
Hier möchte ich mehr oder weniger kurz darlegen, wie ich vorgehe, es ist also eine Soleil-Anleitung, denn ich bin sicher, dass andere Leser das anders handhaben. Ich stelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit!

"Eine Rezension oder auch Besprechung ist die schriftlich niedergelegte und veröffentlichte Form einer Kritik, die einen bestimmten Gegenstand eines abgegrenzten Themenfeldes behandelt." (wikipedia.de)
Eine Rezension ist aber vor allem eine Meinungsbildung und eben diese muss klar erkennbar sein. Dabei ist die Subjektivität zu beachten, denn nicht alle Menschen - und damit auch nicht alle Leser - empfinden Bücher und ihre Geschichten gleich. Das ist vollkommen in Ordnung! Wichtig ist nur, dass die eigene (subjektive) Meinung begründet wird und das möglichst konstruktiv. Ein: "Das Buch fand ich einfach nur zum einschlafen." reicht natürlich nicht aus.
Doch von Anfang an.

Welche allgemeinen Dinge gibt es zu beachten?
Es sollte immer die ehrliche Meinung geschrieben werden, denn der (erfahrene) Leser einer Rezension merkt, wenn jemand rumdruckst, verheimlicht oder schönredet. Das ist nicht immer einfach, denn es erfordert Mut, ein Buch schlecht zu bewerten. Ebenfalls nicht einfach ist es, bei der eigenen Meinung zu bleiben, wenn man schon einige andere gelesen hat. Unvoreingenommenheit ist daher wichtig, allerdings nicht immer zu erreichen.
Da viele Blogger den gelesenen Büchern Punkte/Sterne verleihen, sollte beachtet werden, dass sich Text und Punkteanzahl nicht wiedersprechen. Wenn in einer Rezension fast ausschließlich Negatives aufgezählt wurde und kaum Postitives, kann das Buch keine "4 von 5" Punkte erhalten. Darum ist es am besten, sich vor dem Schreiben zu überlegen, wie viele Punkte man vergeben möchte und sich dann daran zu orientieren.
So lustig manche Verrisse auch zu lesen sind, ich bin der Meinung, dass sie sich nicht gehören. Zwar spiegeln auch sie eine subjektive Meinung wieder, doch sollte die Intigrität von Autor und auch Leser gewahrt bleiben. Darum sollte man gleichbleibend höflich auftreten, statt sich über etwas lustig zu machen, das man im Grunde selbst wohl auch nicht besser hinbekommen hätte.
Der wichtigste Punkt: Der eigenen Kreativität sind in Rezensionen keine Grenzen gesetzt.

Der Aufbau
Es gibt keinen allgemeingültigen Aufbau, außer einem: Zunächst folgt eine (kurze) Inhaltszusammenfassung und danach die eigene Meinung. Deren beider Längen hängt von dem Medium ab, in dem die Rezension erscheinen soll. Im eigenen Blog also allein von Euch.
Wie genau Ihr anfangt, ist Euch überlassen. Viele Blogger beginnen mit dem Klappentext, dem sie einige Informationen zum Autor folgen lassen. Schließlich eine Inhaltszusammenfassung mit eigenen Worten, die mit der eigenen Meinung zusammenläuft.
Ich bin der Meinung, dass das für einen Blog zu viel ist. Im Forum Verlorene Werke, handhabe ich es ähnlich, aber hier im Blog wäre es Platzvergeudung. Außerdem finde ich es unsinnig, dem Klappentext bzw. dem Text, den der Verlag zum Buch veröffentlicht sofort die eigene Zusammenfassung folgen zu lassen. Das doppelt sich und man hat als Leser Mühe, zum eigentlichen Kern - der Meinung - vorzudringen.
Darum grenze ich die Bereiche auch klar ab. Zunächst folgt eine Inhaltszusammenfassung meiner eigenen Worte, dann eine Leerzeile, einige (sehr) kurze Gedanken zum Cover und schließlich nach einer oder zwei Leerzeilen meine Meinung. Das klingt kompliziert, aber man darf nicht vergessen, dass das Auge mitisst. Außerdem befinden wir uns in einer Mediengesellschaft, in der das Auge in kurzer Zeit so viele Informationen wie nur möglich aufnehmen will. Anders ausgedrückt: Rumsuchen nervt!
Am Ende meiner Meinung stehen oft zwei bis drei zusammenfassende Sätze, die das Fazit bilden.
Ich verzichte übrigens auf eine Punktevergabe, weil ich an meinem eigenen Leseverhalten bei Rezensionen gemerkt habe, dass ich oft nur das Fazit lese und die Punkte anschaue. Dafür hat sich der Leser aber sicher nicht die Mühe so vieler Worte gemacht.

Sehr wichtig: Die eigene Meinung darf niemals kürzer sein, als die eigene Inhaltsangabe!

Übrigens:
Lisa von Blattgold hat aus dem Aufbau ihrer Rezension eine eigene Wissenschaft gemacht und mir verraten welche:
"Rezension: Ich nenne den gesamten Artikel zu einem Buch in meinem Blog Rezension, da das eben alles beinhaltet: Information zum Buch, inhaltliche Angaben und eigene Meinung/ wie ich es aufgenommen habe = Rezeption.
Demnach ist die Rezeption bei mir ein Teil der Rezension, in dem ich meine Eindrücke, Interpretationen usw. festhalte. Generell ist Rezeption einfach nur die persönliche Aufnahme von etwas (muss sich nicht auf Bücher beschränken). Von Wolfgang Iser hat sich in einer Theorie damit beschäftigt, die nennt sich Wirkungsästhetik oder auch Rezeptionsästhetik, genauso gut könnte man es wohl auch Wahrnehmungsästhetik nennen. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf dem Leser und wie er das Geschriebene aufnimmt. (Das stützt sich noch auf Tiefergehendes, wie den impliziten Leser, der beim Lesen die Bedeutung des Geschriebenen mitgestaltet usw.)
Weil es ja genau das ist, worüber ich schreiben will - also, wie ich die Geschichte beim Lesen aufgenommen habe - nenne ich den Teil meiner Rezension Rezeption.

Inhalt
Natürlich ist es möglich, an dieser Stelle einfach den Klappentext zu zitieren, aber ich finde das ein bisschen langweilig. Oft ist er sehr kurz gehalten und gibt nicht alle wesentlichen Punkte (richtig) wieder. Außerdem setzt man sich mit einem Buch völlig anders auseinander, wenn man versucht, es mit eigenen Worten wiederzugeben.
Doch das ist fast das Schwierigste an einer Rezension, denn oft erzählt man zu viel, streicht weg, weil man der Meinung ist, zu viel zu verraten. Bis wohin sollte man also den Inhalt zusammenfassen?
Darüber gibt es unterschiedliche Meinungen, ich halte mich an die, die ich gelernt habe: die ersten drei Kapitel (oft weniger) und das Kernproblem des Romans.
Held und Heldin verlieben sich, können aber (Problem) nicht zusammenkommen. Dass sie es schließlich doch tun und wie, spielt für die Inhaltsangabe keine Rolle.
Formel: A+B=C oder anders ausgedrückt: Ursache und Wirkung.
Niemals, aber wirklich niemals das Ende eines Buches verraten, das will niemand lesen! Gerade in Krimis, aber auch vielen anderen Genres, nimmt man damit allen anderen das Vergnügen daran, selbst ins Abenteuer einzutauchen.
Darum schön geheimnisvoll bleiben, Andeutungen machen und elegant ausblenden.

Meinung
Hier beginnt das große Abenteuer Rezension erst richtig. Und hier zeigt sich auch das Zusammenspiel von (eigenem) Inhalt und Meinung, denn beides baut unbedingt aufeinander auf.
Ich beginne gern mit einigen wirklich kurzen Randinformationen, wenn das Leben des Autors zu seinem Roman passt. Spielt die Handlung beispielsweise in Paris, wo der Autor lange Zeit gelebt hat, lasse ich das geschickt einfließen, denn es ist meinem Empfinden nach nicht so ganz unwichtig. Dafür gibt es aber auch den positiven Erwähnungsfaktor und den negativen. Ich kann schreiben: "Der Autor hat lange selbst in Paris gelebt und darum ist es ihm auch gelungen, mir die Stadt sehr lebhaft zu schildern."
Ich kann aber auch schreiben: "Dafür, dass der Autor selbst lange Zeit in Paris gelebt hat, ist mit die Stadt viel zu grau und substanzlos geblieben."
Informationen zu einem Autor findet man am besten über seine Homepage oder bei seinem Verlag oder einfach durch ein bisschen rumsuchen bei goo.gle.
Anschließend können allgemeine Dinge, wie beispielsweise die zu große/ kleine Schrift, die vielen Rechtschreib-/ Grammatikfehler, die schlechte Übersetzung und ähnliches erwähnt werden.
Dann folgt die Beurteilung des Inhaltes. Hier wird auch deutlich, welche Wichtigkeit die eigene Inhaltszusammenfassung hat. Wenn man beispielsweise etwas zur Sympathie der Figuren sagen möchte, sollte man diese wenigstens schon einmal erwähnt haben. Sind sie für die Handlung nicht wichtig, umschreibt man sie am besten mit "die Nebenfiguren konnten ebenfalls punkten, denn ...". Sind sie wichtig, verdienen sie eine namentliche Erwähnung.
Gibt es Unlogiken in der Gesamthandlung, sollte das auf jeden Fall gesagt werden. Wichtig dabei die klare Abgrenzung zwischen "ist absolut unlogisch" und "das habe ICH nicht verstanden". Zur Erklärung kann eine kleine Stelle herangezogen und das Beispiel daran erklärt werden.
Manche Leser machen die Unterscheidung zwischen erfahrenen Autoren und Debütanten. Andere sind der Meinung, dass jeder, der veröffentlicht wird, auch gut zu sein hat.
Auch das ist subjektives Empfinden und bleibt im Endresultat jedem selbst überlassen. Allerdings lassen sich zwischen Anfängern und Erfahrenen immer Unterschiede feststellen, die durchaus wesentlich sein können oder zumindest eine Erwähnung wert.
Kritik bedeutet im übrigen nicht nur, alle Negativpunkte aufzuzählen, Kritik beinhaltet auch alle Positivpunkte, also die ausdrückliche Erwähnung von Dingen, die gefallen haben. Manchmal überwiegt aber eines das andere und dann sollte man sich nicht zwingen, noch etwas Gutes oder noch etwas Schlechtes hinzuzufügen. Immer an der eigenen Meinung bleiben!
Kritisieren können bedeutet auch immer, die Argumente und Erklärungen der Gegenseite zulassen zu können. Das kann ganz triviale Dinge betreffen. In historischen Romanen kann die Geschichte nicht einfach umgedichtet werden. Ein Autor denkt sich auch oft etwas dabei, wenn der Held so handelt, wie er es nun einmal tut. Oder wenn dieser stirbt. Ob man selbst das Empfinden hat, das passe jetzt nicht, spielt keine Rolle. Es sei denn, es sind am Ende alle tot und der Mord unaufgeklärt. Oder der Held wird als gemeiner Mistkerl beschrieben, füttert aber nicht nur die Enten am Teich, sondern spendet monatlich für Waisenkinder in Bangladesh.
Wichtig ist, das Genre des Romans zu beachten, denn die Leser der Rezension orientieren sich daran und erwarten, dass gewisse Dinge erwähnt werden. Sind die Liebesszenen in erotischen Romanen detailliert und anregend? Wird der Mordfall in Krimis befriedigend aufgelöst? Sind die Schwertkämpfe in der Fantasy authentisch?
Dabei sollt Ihr keinen Inhalt verraten, sondern diese Dinge nur erwähnen! "Das Ende dieses Liebesromanes wird Happy End verwöhnte Leserinnen enttäuschen.": Verrät nichts, deutet aber an, dass da etwas nicht ganz stimmig ist und man eventuell die Finger davon lassen sollte.
Solche Informationen sind wichtig und sollten nicht unterschlagen werden. Immerhin muss sich ein Leser unter millionen Titeln entscheiden, die er lesen könnte; er verlässt sich auf Eurer Urteil.
Gibt es andere Werke des Autors, dessen Werk Ihr gerade besprecht, solltet Ihr diese erwähnen und vielleicht einen kleinen Vergleich vornehmen. "Der letzte Band dieser Reihe hat mich eher enttäuscht, dieser hier dafür umso mehr begeistert."
Auch können Verlgeiche zu anderen Werken anderer Autoren gemacht werden, wenn sich das Thema und/ oder das Genre gleicht. "Den Einzelkampf habe ich nie Besser als bei B gelesen, die Darstellung von Schlachten jedoch ist bei C wesentlich besser gelungen."
Es zeichnet einen Leser aus, wenn er nachweisen kann, dass er weiß wovon er spricht. Das hat nichts mit angeben zu tun, sondern mit der schon erwähnten Intigrität.
Wie Ihr seht, gibt es dutzende Punkte an einer Geschichte, zu denen es sich lohnt, etwas zu sagen. Lasst nichts aus, was Euch in den Sinn kommt, nichts an der eigenen Meinung ist zu trivial um nicht gesagt zu werden. Jede Erwähnung kann eine Leseentscheidung unterstützen.

Was sage ich wie?
All diese obigen Dinge hat man vielleicht schon einmal gehört oder gelesen. Doch wie genau drückt man nun das aus, was man im Herzen trägt?
Da hilft es, sich bei anderen, vielleicht auch professionellen Lesern (Zeitungen/ Zeitschriften, TV, Internet) einige Formulierungen abzuschauen und diese dann irgendwann umgewandelt (denn es sind ja unterschiedliche Bücher) selbst anzuwenden. Hilfreich hier die Verwendung von Adjektiven.
Die Handlung ist: anfangs zäh, dann zu schnell, originell, langweilig, unlogisch, spannend etc.
Nicht vergessen, alles belegen! Die Handlung kann langweilig sein, weil man zum Beispiel etwas anderes erwartet hätte (Was?) oder einfach nichts passiert (Inwiefern?). Oft wird mitten in den Liebesszenen die Perspektive gewechselt und aus Sicht der anderen Person erzählt. Oder Held und Heldin schauen sich nie an und plötzlich macht er ihr einen Heiratsantrag. Oder ...
Man konnte manchen Szenen nur schwer folgen weil ... man die verwenden Fachbegriffe nicht kannte, man die Figuren nicht unterscheiden konnte, die englischen Sätze nicht ins Deutsche übersetzt wurden ...
Die Idee der Geschichte (Welche? Am besten nennen) ist toll, aber die Umsetzung nicht gelungen (Warum?).
Die Figuren sind: eindimensional, sympathisch, liebeswert, hasserfüllt, unglaubhaft etc.
Die Art zu Schreiben ist: Substanzlos, dem Leser entfernt, intensiv, detailliert etc.
Die Perspektiven wechseln zu schnell. Es gab eine immens große Anzahl an Wortwiederholungen. Sehr oft ziemlich kurze/ lange Sätze. Alles sehr detailliert beschrieben, was bewirkte dass ... die Handlung unnötig in die Länge gezogen wurde, ich mir alles super gut vorstellen konnte ...
Der Lesefluss war vorhanden/ nicht vorhanden, was an ... lag.
Es ist auch möglich mit Vergleichen zu arbeiten, die aber nicht übertrieben und dezent eingesetzt werden sollten.
Wenn es zum Beispiel, egal in welchem Genre, um eine Schiffsreise geht, kann gesagt werden: "Die Handlung war wie ein zum Bersten beladenes Schiff mit vollen Segeln - leider ist es auf halber Strecke gekentert."
Wenn Nahrung eine Rolle spielt, beispielswiese in Form einer Konditorei, in der der Held lebt, kann man schreiben: "Süß wie die kleinen Leckerein in Alberts Reich, zergehen dem Leser die Sätze auf der Zunge."
An dieser Stelle sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

"Ich" oder nicht?
Es gibt sehr unterschiedliche Meinungen zur Art einer verfassten Rezension. Soll man sie persönlich halten ("Ich fand die Handlung spannend.") oder nicht ("Die Handlung war spannend.")
Meiner Meinung nach liegt das allein in der Entscheidung des Verfassers einer Rezension oder in der desjenigen, in dessen Medium diese vorgestellt werden soll. Es hat wesentlich mehr Professionalität, wenn man auf persönliche Bezüge verzichtet und seine Meinung allgemein hält (auf Wörter wie: ich, man, du usw. verzichtet). Die Frage ist nur, ob man das überhaupt will.


Ich hoffe, dieser kleine Überblick war ein wenig hilfreich. Haltet Euch am besten immer vor Augen, dass diejenigen, die Eure Meinung zum Buch lesen, sich darauf verlassen, dass es wirklich Eure echte Meinung ist. Haben sie das Gefühl, dass Ihr etwas verschweigt oder unglaubhaft seid, werden sie Eure Rezenionen nicht mehr lesen oder sogar als Negativbeispiel verwenden. Darum einfach fallen lassen und Mut beweisen. Kein Leser dieser Welt findet alle Bücher, die er liest nur gut oder nur schlecht - sonst gäbe es ja gar nichts, worüber man sich austauschen kann.

Dieser Artikel ist einem lesebegeisterten Bärchen gewidmet!

Bild von pixelio.de

Dienstag, 24. August 2010

Interessante LiRo-Neuerscheinungen September


Bis in die Ewigkeit - verschied. Autoren
Eine Romantasy-Anthologie mit fünf Kurzromanen
Wenn ein Vampir ein Date mit Deiner besten Freundin hat … Wenn Dein toter Freund zum Abschlussball zurückkehrt … Wenn Du stirbst und doch ein neues Leben beginnst … Wenn Dich jemand für ein absurd hohes Kopfgeld ermorden will … Wenn ein Dämon auf Deiner Party Zwietracht sät … … dann ist das die wichtigste Nacht Deines Lebens!

Engelsjagd (City of Angels 02) - Andrea Gunschera
Violet Bardo, Ex-Cop und Privatdetektivin, ist auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester Emily. Dabei trifft sie auf den Schattenläufer Gabriel, dem sie das Leben rettet. Violet und Gabriel fühlen sich vom ersten Moment an zueinander hingezogen. Doch der Morgen birgt ein böses Erwachen, als offenbar wird, dass ausgerechnet Violets Schwester Gabriel in die Hände seiner Feinde lockte. Leidenschaft schlägt um in Misstrauen und offene Feindseligkeit, geboren aus verletzten Gefühlen.
Doch das Schicksal führt sie wieder zusammen … und Gabriel und Violet stehen plötzlich vor der größten Herausforderung ihres Lebens - einander vertrauen zu müssen, um gegen einen übermächtigen Feind zu bestehen.

Der Sehnsucht verfallen - Gerri Russell
Vor dem Befehl des Königs gibt es kein Entrinnen: Gegen ihren Willen muss die zarte Isobel Douglas, dem »Schwarzen Wolf von Schottland«, auf seine Burg folgen. Isobel soll ihn, den Sohn des Königs, heiraten. Beide widersetzen sich. Dann aber entbrennt zwischen ihnen eine Leidenschaft, der sie nicht gebieten können. Doch Isobels Vergangenheit droht für sie und Douglas zur Gefahr zu werden ...

Labyrinth der Leidenschaft - Anne Mallory
In Kindertagen verband Abigail Smart eine zärtliche Freundschaft mit Valerian Danford, bis Abigails gefährliches Geheimnis sie zu erbitterten Feinden werden lässt. Als sie sich nach Jahren wieder begegnen, versucht Abigail nach Kräften, die knisternde Leidenschaft zwischen ihnen zu ignorieren. Doch Valerian gerät in tödliche Gefahr, aus der nur Abigail ihn befreien kann, und sie erkennt, dass sie etwas an diesen Mann bindet, das stärker ist als die Vergangenheit …

Hochgefickt - Nathalie Bergdoll
Jacqueline Große ist ein sympathisches Landei aus der Eifel mit einem IQ von 132, von dem sie jedoch mit üppiger Oberweite und hellblonden Haaren geschickt abzulenken weiß. Im Friseursalon ihrer Mutter hat sie sich auf eine Karriere im Showgeschäft durch jahrelangen Yellow-Press-Konsum fundiert vorbereitet und arbeitet konsequent auf ihr großes Ziel hin: "reich und berühmt werden". Sie rutscht in den Neunziger Jahren über Musiker, Sportler und Schauspieler tatsächlich in die Medienbranche und als "Luder-Lina" in den Fokus der Boulevard-Berichterstattung, wo sie sich mithilfe von BRAVOBILDBUNTE als Promi etabliert. Auf dem Zenit ihres Erfolges kommen ihr die Langeweile und die Liebe in die Quere und sie beginnt, mit kriminellem Kalkül einen kuriosen Coup zu planen...

Weiter als die Sehnsucht - Iris Johansen
Kendra Michaels ist eine gefragte Stuntfrau. Für ihren hoch verschuldeten Bruder Casey plant sie, den riskantesten Job ihres Lebens anzunehmen. Aber dabei spielt sie mit ihrem Leben! Das weiß auch der Regisseur Joel Damon. Seit einer unvergesslichen Nacht will er Kendra für sich gewinnen – und sie vor der Gefahr schützen. Doch Kendra ist empört, dass der Mann ihrer geheimen Träume so offensichtlich an ihren Fähigkeiten zweifelt …

One Fifth Avenue - Candace Bushnell
Die Hausnummer 1 der Fifth Avenue ist die exklusivste Adresse New Yorks – wer es wirklich geschafft hat, wohnt hier. Als die hochbetagte Mrs. Houghton stirbt und ihr dreistöckiges 20-Millionen-Dollar-Penthouse frei wird, entbrennt der Kampf um das Apartment. Es ist ein Kampf unter Frauen …

Perfect Lover - Shannon McKenna
Eine Headhunterin treibt falsches Spiel – und erlebt eine unvergessliche Nacht. Ein attraktiver Millionär lockt seine Masseurin in ein einsames Ferienhaus – für ein Wochenende der besonderen Art. So sollen Männer sein: Tough und liebevoll; stark und beschützend – und unwiderstehlich sexy …

Die große Liebe ihres Lebens - Harriet Evans
Seit Kate vor drei Jahren aus London geflohen ist, wohnt sie bei ihrer Mutter in New York und redet sich ein, mit diesem Leben glücklich zu sein. Als ihr Vater Daniel krank wird, kehrt Kate widerstrebend in ihre Heimatstadt zurück. Doch in London erinnert sie alles an ihr früheres Leben – und an ein quälendes Geheimnis …

Eine magische Nacht - Natale Stenzel
Schlimm genug, dass es Feen tatsächlich gibt. Aber jetzt hat der Oberste Druide Janelle auch noch zur Wächterin über ein extrem männliches Exemplar gemacht. Doch Kane ist der Mistkerl, der nach einer leidenschaftlichen Nacht einfach verschwand. Und ihr Herz will auch diesmal nicht auf ihren Kopf hören.



Montag, 23. August 2010

Cinderella Unmasked - Bonnie Dee/ Marie Treanor


Dreizehn Jahre nach ihrer Hochzeit ist Cinderella nicht viel von ihrem großen Glück geblieben. Prinz Charming ist seit fünf Jahren auf und davon um sich selbst zu finden und sie muss nicht nur allein ein Königreich managen, sondern auch mit ihrer Einsamkeit fertig werden.
Einzig Sebastian Crowley steht ihr als ihr persönlicher Assisstent zur Seite, doch ist er stets korrekt und fast emotionslos.
Um wieder einmal etwas Schwung in ihr Leben zu bekommen, beschließt Cinderella, einen Ball im Schloß zu veranstalten. Und damit ihre Libido auch etwas davon hat, soll es ein Maskenball sein. Sie erhofft sich davon, einen Liebhaber zu finden, der ihr nach Jahren der Enthaltsamkeit - Charming blieb ihrem Bett schon lange vor seinem Verschwinden fern - wieder Erfüllung schenkt.
Der Ball wird ein voller Erfolg, das Volk freut sich darüber und ein geheimnisvoller, attraktiver Mann verschafft ihr eine Nacht voller Leidenschaft. Doch nicht alle sehen das mit Wohlwollen. Die böse Stiefmutter und ihre älteste Tochter, die inzwischen den König vom Nachbarreich geheiratet hat und dieses an seiner statt regiert, neiden Cinderella noch immer alles. Die Affäre auf dem Ball ist nicht so geheim geblieben, wie erhofft und die beiden beginnen damit, Cinderella einen Strick daraus zu drehen und ihr nicht nur das Königreich, sondern alles, was ihr etwas bedeutet, wegzunehmen.
Doch Cinderella übersieht die Anzeichen von drohender Gefahr und plant mit Sebastians Hilfe einen zweiten Ball. Und auch die gute Fee taucht auf, doch soll sie diesmal nicht Cinderella ihr persönliches Happy End bescheren, sondern dem Mann, dessen Herz seit langem für die junge Königin schlägt ...

Das Cover war es, das mich hat stehenbleiben und den Klappentext lesen lassen. Es gefällt mir ausnehmend gut, auch wenn die arme Frau ein bisschen wie ein Bub' ausschaut. Die Maske ist gelungen und das könnte Cinderella wie im Buch beschrieben sein.
Das ist einer der wenigen Romane, die es geschafft haben, eine Geschichte zu erzählen, die spannend und romantisch ist, die aber trotzdem unter dem Label "erotischer Roman" laufen.
Gerade am Anfang habe ich einiges zu kritisieren, aber insgesamt präsentiert sich "Cinderella Unmasked" als rundes und sehr lesenswertes Buch.
Es ist sicher nicht schwer zu erraten, wer der Mann ist, der sich in die Königin verliebt hat und das klärt sich auch schon recht zeitig auf. Auch, dass er die Gute Fee dazu anstiftet, ihm verschiedene "Kostüme" zu beschaffen, damit er unerkannt bleibt, ist schnell erraten.
Doch leider verwirrt der erste Ball zunächst sehr. Die Königin ist nicht unerkannt, auch wenn sie sich wie ein Milchmädchen verkleidet. Sie muss Gäste begrüßen und SmallTalk machen, so dass wirklich jeder bis zum Stallburschen weiß, wer sie ist. Schließlich verschwindet sie mit dem geheimnisvollen Mann in den Garten, wo es auch zu ihrem ersten Beisammensein kommt. Cinderella wundert sich gegen Ende des Aktes, dass niemand kommt und sie überrascht, erklärt sich das dann aber damit, dass die Wachen sich sicher so positioniert haben, dass niemand durchkommt. Das ist nicht gerade geheim, obwohl es ja so von ihr geplant worden ist. Und natürlich wissen die meisten Gäste darüber bescheid, dass ihre Königin mit einem Mann für eine ganze Weile in den Garten verschwindet und dann ziemlich ramponiert wiederkommt. So erfährt auch die böse Stiefmutter davon.
Sehr liebeswertes Detail: Als die Turmglocken Punkt Mitternacht läuten, muss der Fremde sich sputen und gehen, denn sobald der letzte Glockenschlag verstummt ist ... Sie tauschen kleinere Details aus, wie in etwa, dass der Fremde einer von zehn Geschwister ist. Später verrät auch ER der Königin, dass er der Älteste von zehn ist und für seine Geschwister verantwortlich, seit er noch sehr jung war. Aber Cinderella fällt nichts auf.
Die Handlung wird danach ein kleines bisschen gequetscht, als es auf den zweiten Ball zugeht. Da erwartet Cinderella und den Leser eine kleine Überraschung. Ball Nummer drei ist gelungen, wie die anderen.
Das Geschehen rund um die erotischen Szenen erinnert sehr an einen historischen Liebesroman, was mir sehr gefiel. Auch baut sich ein Spannungsbogen auf, der hier und da ein klein wenig vorhersehbar, aber dennoch sehr gelungen ist. Gerade zum Ende hin scheint alles möglich, da sich verschiedene Lösungen anbieten und nicht klar ist, für welche davon sich die Autorinnen entscheiden werden. Ganz realistisch ist die gewählte nicht, sie stellt das Romantikerherz aber sehr zufrieden.
Die erotischen Szenen sind in meinen Augen gelungen. Keine allzu derbe Ausdrucksweise (die in diese Geschichte auch nicht gepasst hätte), aber auch kein Verzicht auf im Genre übliches Vokabular. Dieses aber wirklich dezent verwendet.
Das Ende und der letzte Satz sind großartig gelungen.
Die Idee, auf der dieser Roman beruht ist großartig, die Umsetzung gelungen, weil sehr durchdacht. Erotikliebhaber kommen auf ihre Kosten, vor allem, wenn sie auch romantisch veranlagt sind. Ich würde auf jeden Fall einen weiteren Roman der "Fairytale Fantasies" lesen.

http://bonniedee.com/
I began telling stories as a child. Whenever there was a sleepover, I was the designated ghost tale teller. I still have a story printed on yellow legal paper in second grade about a ghost, a witch and a talking cat.

http://www.marietreanor.com/
I was born and bred in Scotland, but for some years moved around the UK working and studying. Now I am back home and happily married with three young children.

Samstag, 21. August 2010

Neu bei mir eingezogen ...


Reisende - Der Krieger und die Zauberin von Tian Di

Auf der Homepage des Verlages, bei dem ich mich für die Bereitstellung des Leseexemplares bedanken möchte, einfach auf "Reisende Teil 1" klicken. Dort gibt es auch Informationen zu Teil 2 und 3.
Die Magierin und der fahrende Krieger: Zwei gegensätzliche Charaktere, deren Wege sich im Wüstenreich Ga Ta Cien kreuzen. Sie sind die "Reisenden", auf der Suche nach Abenteuern, Erfahrungen und vielleicht dem Sinn des Lebens im nach der Großen Flut verwüsteten Isrogant.
Ash Gooregan, Erbe eines reichen Handelshauses im fernen Ciena, ist Kampfkunstlehrer am Hof des Herzogs von Maiins, der seine Macht auf ein uraltes Salzmonopol gründet. Alica dei Xemotarzx, Bauerntochter von der Insel Droni, ist begabte Zauberin am Anfang ihrer Laufbahn und nur zufällig in Maiins gestrandet.
Die Wüstenmetropolezeigt sich den beiden aus vollkommen verschiedenen Blickwinkeln. während Alica durch die Geschichte der Stadt und ihre mystischen Geheimnisse reist, erlebt Ash eine Romanze mit einer jungen adligen, bis der beginnende Krieg mit dem Nachbarreich dem ein Ende setzt.

Das Projekt hat mich zunächst verwirrt und tut es noch. Die Bücher werden über BoD gedruckt, was dem Verlag natürlich preiswert kommt, schon allein, weil er in England sitzt. Ob aber die Autoren, die an der Serie mitwirken (und die der Verlag für's zukünftige Programm noch sucht), dann bezahlen oder bezahlt werden, hat sich mir noch nicht erschlossen. Ich werde zunächst einfach das Buch lesen und dann einfach versuchen, die Verantwortlichen ein wenig mit Fragen zu löchern.
Der Roman ist Teil der Serie "Reisende (Isrogant)", hat 221 Textseiten und liegt gut in der Hand. Über das Cover kann man streiten, ich hätte im Laden nicht danach gegriffen, weil es auf den ersten Blick nicht ins Genre zu passen scheint. Erstmalig erschienen ist es im Mai 2010 und wurde von einem Autorenpaar niedergeschrieben, das aus einem männlich/weiblichen, deutsch-finnischen Gespann besteht.
Der Xin Publishing Verlag wurde von der Chinesin Venjin He, die einen finnischen Pass hat, in England gegründet. Ihr zur Seite steht Heero Miketta, der in seiner Landessprache Deutsch schreibt. Bunt gewürfelt und sehr global.
Ein Interview mit näheren Angaben zu den hier genannten Personen habe ich hier gefunden.

Freitag, 20. August 2010

Heyne geht ins Jugendprogramm



Ab November startet bei Heyne, die bislang eher vereinzelt Jugendromane im Programm hatten, "Das junge Programm". Vor allem der erste Jugendroman von John Grisham "Theo Boone und der unsichtbare Zeuge" soll zum Spitzentitel werden. Aber auch Annette Curtis Klause's "Blood and Chocolate" verspricht zum Bestseller zu werden.
Damit springt ein weiterer Verlag auf den momentan stark anfahrenden All-Age-Zug auf.





Mich sprechen die meisten dieser Titel leider nicht an und warum man eindeutige Jugendbücher als All-Age und damit auch für Erwachsene geeignet verkaufen will, erschließt sich mir nicht. Denn sie bleiben trotzdem was sie sind - Geschichten für ein junges Publikum. Auch spüre ich, wie sich bei mir bereits eine Überreizung dieser Thematik breit macht. Noch mehr Schulgeschichten oder leidende Teens, die keiner versteht, brauche ich nicht - und wenn noch so viel Phantastik drin steckt.
Allerdings freue ich mich über die Bandbreite unter der Jugendliche heute wählen können. Da ist dann sicher für jeden etwas dabei.

Es kann nur Eine geben - Stephanie Rowe


Justine Bennett ist eine junge Frau, die aber so jung gar nicht ist. Denn mehr als zweihundert Jahre wacht sie über den Quell der ewigen Jugend - einst ein Kelch und nun, mit der Zeit verändert, die Espressomaschine Mona. An Justines Seite Theresa, die einst aus dem Kelch trank und nun zwar unsterblich ist, aber auch gefangen im Körper eines drei Meter großen Drachens.
Derek LaValle hat davon und auch den Auswirkungen des Jobs einer Hüterin keine Ahnung. Alles was er weiß ist, dass auf seiner Familie ein Fluch lastet. Alle männlichen Mitglieder müssen mit einunddreißig Jahren sterben. Um zu verhindern, dass ihn und seinen Zwillingsbruder das gleiche Schicksal ereilt, versucht er die Hüterin des ewigen Lebens zu finden. Denn der Fluch kann nur gebrochen werden, wenn er sie auf archaische Weise tötet.
Tatsächlich gelingt es ihm durch einen Zufall sie ausfindig zu machen und zu ihr vorzudringen. Er hätte aber nie mit einer wunderschönen Frau gerechnet, die nicht auf den Mund gefallen ist. Also macht er das einzige, das ihm bleibt - er läd sie zu einem Date ein.

Ich bin zwar absolut kein Grünfan, doch das Cover gefällt mir relativ gut. Immerhin passt es sehr gut zum Klappentext und verspricht eine lockere, witzige Geschichte. Einige lose Andeutungen, um was es im Buch gehen wird, sind ebenfalls zu finden.

Klappentext und Cover haben mich auf eine nicht ganz ernst zu nehmende und lockere Geschichte eingestellt. Auf den ersten Blick scheint der Leser auch genau das zu erhalten, aber schon auf den zweiten wird klar, dass hier einiges nicht ganz stimmig ist.
Mir schien es beim lesen, als hätte sich die Autorin nicht zwischen einer humorigen und einer ernsten Erzählweise entscheiden können. Zwar gibt es einige witzig anmutende Elemente - der Kelch in Form einer Espressomaschine, die mit Lippenstift geschminkte Drachendame Theresa - doch werden diese voller Ernst vorgetragen. Und das mit spürbarer Zähigkeit.
Hinzu kommen einige Vorkommnisse und Floskeln, die einfach nicht meinem Naturell entsprechen und die ich auch mit Augen zudrücken nicht witzig finden kann. Beispielsweise wird Justine von einem verkleideten Mann angegriffen und es gelingt ihr, ihn außer Gefecht zu setzen. Daraufhin tritt Theresa hinzu und beobachtet, wie Justine sich über den Mann beugt. "Na, kommts dir jetzt?", fragt sie.
Gespräche dieser Art (mit der entsprechenden derben Ausdrucksweise) finden auf fast jeder Seite statt und überhaupt gibt es kaum ein anderes Thema zwischen den beiden, als Männer (erst foltern und dann ins Schlafzimmer zerren) und ihr jeweiliger sexueller Notstand. Zwar gibt es diesen Handlungsverlauf auch in anderen Romanen, aber hier wirkte es einfach so aufdringlich, dass ich regelrecht genervt davon war.
Alles, was bis Seite 92 geschieht - denn hier konnte ich einfach nicht weiterlesen und habe abgebrochen - ist sehr vorhersehbar und zum Gähnen beschrieben.
Mir ist auch nicht klar, was sie zweihundert Jahre davon abgehalten hat, zu einem Date zu gehen ("Buhu, ich darf hier nicht raus!") und es dann, just als Derek erscheint, doch zu tun.
Leider hat hier irgendwie nichts zusammengepasst, so dass ich mich außerstande sah, das Buch zuende zu lesen, obwohl ich mehrmals dazu angesetzt habe.
Leider keine Leseempfehlung.

Immortally Sexy series:
1. Es kann nur eine geben (Date Me, Baby, One More Time)
2. Schau mir in die Augen, Kleiner! (Must Love Dragons)
3. He Loves Me, He Loves Me Hot
4. Sex & the Immortal Bad Boy

http://www.stephanierowe.com/
Award-winning author, Stephanie Rowe, has been obsessed with things that go bump in the night since she was old enough to laugh at them. Never one to play by the rules, Stephanie couldn't quite manage to stick to the tradition of vampire, werewolf or witches, and created a paranormal world that breaks new boundaries with its frenzied, hilarious action and her unique take on the beings of the Otherworld. After experimenting with a legal career, she decided wearing suits wasn't her style and opted for a more fulfilling career making up stories about magical beings that don't actually exist...or do they? She now shares office space with two eighty-five pound lap dogs and a cat that likes to play in the toilet (seriously). When not at the computer, she can be found raiding Starbucks for their toffee bars, watching the Red Sox, injuring herself on the tennis court, or avoiding housework

Donnerstag, 19. August 2010

(Neuerscheinung) Wahre Morde - Charlaine Harris


Charlaine Harris ist besonders durch ihre Sookie-Stackhouse-Romane bekannt geworden, aber sie hat noch mehr Reihen verfasst. Eine davon, die Serie um die Bibliothekarin Aurora Teagarden, wird (wahrscheinlich) im März 2011 bei Feder&Schwert auf Deutsch erscheinen.
Das deutsche Cover gibt es im Herbstkatalog.

Aurora Teagarden Mysteries:
1. Real Murders (Wahre Morde)
2. A Bone to Tick
3. Three Bedrooms, One Corpse
4. The Julius House
5. Dead Over Heels
6. A Fool and His Honey
7. Last Scene Alive
8. Poppy Done to Death

Eine wendungsreiche Handlung und ausreichend Blutvergießen machen diesen ersten Roman um die Bibliothekarin Aurora „Roe“ Teagarden aus der Feder Charlaine Harris’, der „Mutter“ von Sookie Stackhouse, zu einem echten Lesevergnügen.
Eine Mordserie nach dem Vorbild berühmter Tötungsdelikte erschüttert die kleine Gemeinde Lawrenceton im US-Bundesstaat Georgia. Die achtundzwanzigjährige Hobbydetektivin gehört zu dem Club „Echte Morde“, einer Gruppe von 12 Krimifans, die sich einmal im Monat treff en, um sich mit berühmten oder ungelösten Verbrechen zu befassen. Zu Beginn eines dieser Treffen findet Roe die Leiche eines Clubmitglieds. Sie erkennt den Modus Operandi als genau den wieder, um den sich das Treffen drehen sollte – und muss plötzlich tatsächlich ermitteln. Der Mörder findet derweil weitere Opfer, jeweils im Stil eines anderen historischen Verbrechens. Roe wird selbst zur Zielscheibe und findet zudem zwei Verehrer, einen jüngst nach Lawrenceton gezogenen berühmten Krimiautor namens Robin Crusoe und den Kriminalbeamten Arthur Smith, der ebenfalls dem Club angehört. Der Tod scheint ihr dahinsiechendes Sozialleben wiederbelebt zu haben, eine Ironie, die der nachdenklichen Heldin nicht entgeht.
Harris verstrickt die Schuldigen und die Unschuldigen in eine faszinierende Geschichte mit einer Protagonistin, die in ihrer Komplexität an P. D. James’Cordelia Gray erinnert.

Mittwoch, 18. August 2010

Alera - Geliebter Feind - Cayla Kluver


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Piper-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

Da ich das Buch leider abgebrochen habe, kann ich nicht den gesamten Inhalt wiedergeben und muss auf den Klappentext verweisen. Hier kurz etwas von mir:
Alera ist eine junge Frau, die einst den Thron ihres Vaters erben wird. Da in ihrem Land aber Frauen keine Rechte zugestanden werden, muss sie zu ihrer Volljährigkeit heiraten, damit ihr Mann die Staatsgeschäfte in die Hand nehmen kann. Kandidaten sind dafür schon genügend vorhanden, Alera muss nur noch auswählen. Leider entspricht so gar keiner ihren Vorstellungen und sie zögert diese Entscheidung hinaus.
Eines Tages werden einige geheimnisvolle Gefangene gemacht und Alera entschließt sich mit ihrer kleinen Schwester, dem jungen Mann, der schon bei seiner Festnahme ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, im Kerker zu besuchen.
(Kurz darauf habe ich aufgehört.)
Klappentext/ Inhalt:
Alera ist nicht nur die Thronfolgerin des Königreichs - sie hat auch ihren eigenen Kopf, und ihre Vorstellungen von Freiheit und Gerechtigkeit finden am traditionellen Hof nicht immer Anklang. Das Land blickt dunklen Zeiten entgegen. Die lange währende Feindschaft mit dem Nachbarreich droht in einen Krieg zu münden. Und als eines Tages der junge Narian aus dem Feindesland an Aleras Hof auftaucht, ändert sich alles: Ist Narian ein Spion, ein Attentäter oder gar ein Freund?
Alera erfährt mehr über das Volk, das sie für ihren erbitterten Gegner hielt. Sie erkennt, dass sie sich unweigerlich in Narian verliebt hat - und dass ihre Liebe nicht nur ihr Leben, sondern das Schicksal des ganzen Königreichs aufs Spiel setzt.

Für das Cover gab es zunächst zwei Coverentwürfe, unter denen die Leser wählen durften. Was als gute Marketingidee begann, führte zu einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Die Zielgruppe wird damit auf jeden Fall angesprochen und auch andere Leser sehen sicher zweimal hin.

Da mich die Entstehungsgeschichte dieses Buches bzw. dessen Vermarktung sehr fasziniert hat, möchte ich aus dem Pressebrief zitieren:
"Cayla Cluver schrieb die erste Fassung von „Alera“ mit 14 Jahren. Ein Jahr später, 2007, begann sie, mit Hilfe ihrer Familie einen Verlag zu suchen - was sich aufgrund ihres Alters und ohne Empfehlungen und Beziehungen als sehr schwierig erwies. Schließlich verlegte ihre Mutter das Buch im Eigenverlag. Trotz Online-Promotion, Lesetouren durch Schulen, Büchereien und Buchhandlungen und trotz zahlreicher Auszeichnungen und hervorragender Leserkritiken verkaufte sich das Buch nur in einer sehr geringen Auflage.
Ein Jahr nach der ersten Veröffentlichung wurde Amazon auf das Buch aufmerksam und beschloss, diesen Roman zum Aufmacher seines eigenen neuen Verlagsprogramms „AmazonEncore“ zu machen. AmazonEncore gibt Büchern eine Plattform, die trotz herausragender Qualitäten im ersten Anlauf nicht ihren Weg zu den Lesern gefunden haben.
Im August 2009 erschien „Alera“ und wurde seitdem in zahlreiche Sprachen übersetzt, u.a. ins Deutsche, Spanische, Japanische, Italienische, Griechische."

Mit vierzehn Jahren machte sich die Autorin ans Schreiben und hat dafür ein recht ordentliches Werk geschaffen - das allerdings die Arbeit einer Vierzehnjährigen bleibt. Die Geschichte müsste nicht zwingend in einer phantastischen Welt spielen, sie erinnert sogar ziemlich an unsere. Ich vermute außerdem, dass die inzwischen siebzehnjährige Autorin eigene Erfahrungen hineingepackt hat.
Fantasyfans, die auch viel und oft im Genre lesen, sollten unbedingt die Finger von dem Werk lassen! Es baute sich nämlich sogar bei mir, die sehr gerne Liebesgeschichten liest, ein unheimlich großes Frustpotential auf.
In der Welt von Alera ist nichts durchdacht und es passt auch nichts zusammen. Die Jugendliche, die diese Geschichte niedergeschrieben hat, ist mit der für ihre Altergruppe typischen Naivität an die Sache herangegangen und das liest sich auch sehr stark heraus.
Zunächst gibt es da Aleras Königreich, in dem Frauen keine Rechte haben. Der König, ihr Vater ist trotz seinem "Beruf" und dem Druck, der durch beides auf ihm lastet, ein sehr netter, umgänglicher Mann. Er hat seine Frau, die nicht unbedingt sehr helle ist, nie verstoßen, obwohl sie ihm nur zwei Töchter geboren hat. Diese erzog er äußert liebevoll und ermöglichte ihnen sogar eine gewisse Ausbildung, die Frauen im Allgemeinen nicht zugestanden wird. Der zukünftige Schwiegersohn, der einmal das Reich erben und beherrschen wird, kommt nicht etwa aus königlichen oder adligem Blut, nein der Sohn des Heerführers soll es sein. Der ist natürlich ein Frauenschwarm, alle Mädels himmeln ihn an, aber Alera, die einzige, die er will, mag ihn überhaupt nicht.
Die Töchter des Königs erhalten einen Leibwächter, der ihnen überallhin folgt. Alera versteht sich gut mit ihrem, allerdings kommt sie bei der ersten Gefangenen in die Bredoullie, dass sie ihn verraten muss und der als Verräter ins Exil verbannt wird. Bevor das geschehen soll, möchte sich die Prinzessin noch von ihrem Freund verabschieden und weil ihr Vater ihr keinen Wunsch abschlagen kann, wird sie mit ihm allein gelassen. Zur Erinnerung: Alera ist die Thronerbin und er ein verurteilter Landesverräter.
Schließlich muss sie mit ihrem (auch sehr Alterstypischen) Kummer fertigwerden und sich den Avancen ihres (vielleicht) Zukünftigen erwehren.
Da wird ein weiterer Gefangener ins Schloss gebracht. Alera versteckt sich mit ihrer Schwester im Hof und erkennt sofort, dass der junge Mann ins andere Königreich gehört, wie er da mit seiner vollen Bewaffnung und umringt von Wachen in den Hof gebracht wird. Hier erfährt auch der Leser, dass es im Nachbarreich alles ganz anders ist. Da haben nämlich Männer nichts zu sagen und Frauen sind die Tonangeber.
Schließlich ist Alera langweilig und sie will unbedingt den Gefangenen sehen. Es gelingt ihr mithilfe der Schwester, die Wache auszutricksen und zum Gitter des Gefangenen zu gelangen. (Ach, wie grausam, das mein Vater zu so etwas fähig ist ...) Dort gibt es eine Szene, in der ich, die viel gewohnt ist, innerlich rot geworden bin und mich fremdschämen musste.
Daher war auf Seite 159 Schluss, da es zudem viele Andeutungen gibt, die nicht recht Sinn ergaben.
Hinzu kommt, dass wir hier vom Alltag einer Vierzehnjährigen erfahren, die eine Prinzessin ist. (Alera ist eigentlich einige Jahre älter, aber die Autorin war ja in dem Alter.) Es zieht sich unheimlich hin und es passiert im Grunde nichts.
Von Politik, von sozialen Gegebenheiten und sämtlichen Auswirkungen hat die Autorin natürlich keine Ahnung gehabt und so ein ziemlich hohles Werk geschaffen.
Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Leser(innen), die sich in eben diesem Alter befinden, das Buch wieder richtig toll finden könnten. Eben weil es von einer Gleichaltrigen geschrieben wurde und den Alltag einer Prinzessin - mit allen Vorstellungen davon, die man mit Vierzehn hat - sehr genau schildert. Die erste große Liebe taucht auf und niemand will sie zusammen sein lassen. Vielmehr wird ein anderer ausgewählt ...
Mir hat dieses Buch überhaupt nicht gefallen, jedenfalls so weit wie ich gelesen habe. Hinzu kommt, dass es sich hierbei um eine Trilogie handeln soll und Band 1 ("Legacy") an einer gemeinen Stelle endet. Band 2 "Allegiance" und Band 3 "Redemption" sind noch nicht veröffentlicht. Geschrieben scheinen sie zu sein, denn auf der Homepage der Autorin ist es möglich, sich den Prolog von Band 2 durchzulesen (englisch).
Im Blog der Autorin soll man die Fortschritte nachvollziehen können, es steht aber noch sehr viel anderes drin, dass sich die Suche schwierig gestaltet.
Fazit: Sicher Geschmackssache, an meinem ging es komplett vorbei. Vielleicht hätte ich es mit Vierzehn jedoch sehr gemocht.

http://www.caylakluver.com/
http://caylakluver.blogspot.com/
Cayla Kluver ist siebzehn Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Wisconsin, USA, einer Gegend, in der nur die Starken überleben. Ihr Debüt »Geliebter Feind« ist der Auftakt zu der romantischen Fantasy-Saga um Alera und wurde gleich nach Erscheinen mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft.

Dienstag, 17. August 2010

Gib der Katze einen Namen! (Jeaniene Frost)


Die Autorin Jeaniene Frost hat einen "Name that kitty" Contest gestartet.
Ziel dabei ist es, einer bisher namenlosen Katze einen wirklich schönen zu verpassen.
Zunächst absichtlich ohne Namen, soll das süße Fellknäuel nun einen erhalten, der auch zu ihr und ihrer Art passt. Schließlich bekommt die Kleine im neuen Buch "This Side of the Grave" (22.02.2011) einen Anhänger um den Hals, auf dem eben dieser Name stehen soll. Am Montag den 23.08.2010 muss Jeanine Frost ihrem Lektor alles vorlegen, also heißt es schnell sein.
Wer Lust hat, der Katze einen Namen zu geben, sollte eine Mail an die Autorin senden, in der eben dieser drin steht und eine kleine Erklärung, warum Cat ausgerechnet diesen für ihren kleinen Liebling ausgesucht haben könnte.
Wirklich beschrieben hat sie das Kätzchen in den Büchern wohl noch nicht, so dass alle Namensgeber freie Hand haben. Aber Achtung: es ist ein Junge.
Als Gewinn winkt nicht nur das Buch, sondern auch eine Erwähnung in eben diesem.
Wer der englischen Sprache mächtig ist, kann nachlesen, wie Cat erstmals auf den Wonneproppen traf, es steht unter obigem Link. Und achtzehn musst Du leider auch sein.

Im deutschen Katalog von Jeaniene Frosts Verlag konnte man lesen, dass für die Neuerscheinung von "Nachtjägerin" (Sept. 2010) eine große Aktion bei Twitter geplant war. Da ich leider dahingehend nichts finden konnte, habe ich bei Penhaligon einfach mal nachgefragt. Die Aktion wurde verschoben, aber es scheint noch nicht heraus zu sein, bis wann. Bleiben wir einfach gespannt.
Übrigens ein Wechsel des Verlages, bei dem auch der Preis deutlich angestiegen ist.


Night Huntress Serie
1. Halfway to the Grave (Blutrote Küsse)
2. One Foot in the Grave (Kuss der Nacht)
3. At Grave's End (Gefährtin der Dämmerung)
4. Destined for an early Grave (Der sanfte Hauch der Finsternis)


Montag, 16. August 2010

(Gastrezi) Wolfsspur - Kit Whitfield


Kimyonas Hobby ist nicht nur das Kochen von sehr leckeren Speisen, sie liest auch furchtbar gerne. So hat sie Kit Whitfields "Wolfsspur" für Station 7 der All you need is ... Fantasy! - Challenge gelesen und eine kurze Meinung dazu verfasst. Und auch, wenn ihr das Buch nicht ganz so gut gefallen hat, hoffe ich, dass sie dem Genre treu bleibt.
Hier nun also ihre allererste Rezension/ Rezeption, die ich sehr gelungen finde.

Inhalt (lt. Rückseite):

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der über neunzig Prozent der Bevölkerung Werwölfe sind.
Und stellen Sie sich vor, Sie sind einer der wenigen verbliebenen "echten" Menschen.
Und dann stellen Sie sich vor, dass einer Ihrer Freunde ermordet wird - von einem Werwolf - und Sie werden beauftragt, diesen Mord aufzuklären ...


Inhalt (lt. Klappentext):

Es ist die Gegenwart. Es ist unsere Welt. Und doch nicht ganz - denn wenn der Vollmond aufgeht, verwandeln sich über neunzig Prozent der Bevölkerung in unberechenbare Werwölfe und es gelten völlig andere Gesetze. Dann wird es gefährlich für Lola Galley. Wie alle verbliebenen "echten" Menschen ist sie zwangsverpflichtet in der Regulationsbehörde für Werwolfaktivitäten, deren Aufgabe es ist, in Vollmondnächten für Ruhe auf den Straßen zu sorgen. Als eines Nachts einer ihrer Kollegen tot aufgefunden wird, will Lola den Mord um jeden Preis aufklären. Doch im Laufe der Ermittlungen sieht sie sich mit einem tödlichen Geheimnis konfrontiert. Denn die Ursache für die Verwandlungen liegt tief in der Geschichte unserer Zivilisation verborgen ...


Rezension (und auch Rezeption):

Alles in allem hatte ich mir die Geschichte etwas anders vorgestellt. Sie ist in Präsens geschrieben und aus der Ich-Perspektive (was ja keine Verbrechen sind *zwinker*). Die Inhaltsangabe an der Rückseite hatte mich doch etwas in die Irre geführt, muss ich zugeben, denn im Laufe der Geschichte wird eindeutig klar, dass die "echten" Menschein eigentlich die Werwölfe sind, oder zumindest als die "normalen" Menschen angesehen werden, während die Nicht-'Lykos' (Begriff aus dem Buch für Nicht-Werwölfe), die ja in der Unterzahl sind, verabscheut werden, aufgrund ihrer Abnormität, sich nicht bei Vollmond verwandeln zu können.
Anfangs fand ich das Buch etwas verwirrend und ein bisschen zäh, da zum einen eigentlich die heutige Welt präsentiert wird, diese aber auf einer anderen Vergangenheit aufbaut (wo zum Beispiel Werwölfe im Mittelalter als Hexen verbrannt wurden) und andere Heilige und Glaubensrichtungen, zusätzlich zu "Jesus" und "Maria", inkludiert. Zum anderen liegt diese Zähigkeit wohl auch daran, dass die Protagonistin Lola Galley einfach unsymphatisch ist. Nicht nur als "Nicht-Werwolf", sondern auch als Charakter. Sie vertraut niemandem, was aufgrund ihrer Vergangenheit nicht verwunderlich und im Lauf der Geschichte auch vertretbar ist, dennoch ist sie ein recht negativer Charakter, was natürlich Auswirkungen auf meine Sicht auf das Werk hatte. Das Werk ist als Thriller betitelt, ich persönlich fand es aber nicht besonders spannend (und das bei 637 Seiten).
Das Ende (ich werde natürlich nicht zu viel verraten) hat mich auch enttäuscht. Dabei hätte es dazu verwendet werden können, der Geschichte eine positive Wendung zu geben, die zwar, wenn auch nur in sehr geringem Maß, doch stattfindet, aber nicht genug. Man leidet zwar irgendwie mit der Protagonistin mit, erhält aber keine Befriedigung.

Wenn ich 5 Punkte zu vergeben hätte, würde ich dem Buch wohl 2, vielleicht auch 2 1/5 geben. Hauptsächlich bewerten die Punkte den Schreibstil, der zwar flach und schmucklos, aber in Präsens ist (ein kleiner Pluspunkt, da ich, vielleicht auch unbewusst, oft zu Büchern, die in Präteritum geschrieben sind, greife und mir daher selten eine Gegenwarts-Form unter die Finger kommt), zum anderen, weil die Welt, beziehungsweise, der Aufbau der sozialen Schichten, interessant war.

Samstag, 14. August 2010

Neu bei mir eingezogen ...


"Manche lieben's heiß (Dragon Love 02)" von Katie MacAlister ist aufgrund des unterhaltsamen ersten Teiles bei mir gelandet. Wie man sieht in der Club-Ausgabe.
Aisling Grey hat sich inzwischen mit ihrer geheimen Identität als Hüterin des Höllentors abgefunden. Um mehr über ihre magischen Fähigkeiten in Erfahrung zu bringen, besucht sie einen Kongress für übernatürliche Wesen in Budapest. Und wen trifft sie vor Ort im Tagungshotel? Natürlich den Werdrachen Drake Vireo, bei dessen Anblick sie stets weiche Knie bekommt. Drake scheint besessen von dem Gedanken, dass Aisling seine Seelengefährtin ist, und setzt alles daran, um sie zu überzeugen, dass sie füreinander bestimmt sind. Kann es Aisling gelingen, sich seinem feurigen Charme zu entziehen?

"Gehäkelte Kuscheltiere auf Weltreise: 36 Originalvorlagen" von Cendrine Armani enthält unheimlich süße und kuhle Vorlagen. Ich musste es einfach haben!
Cendrine Armani, die Autorin beliebter Häkelbücher, entführt in diesem Buch mit ihren reizenden Kuscheltieren auf eine Reise um die Welt. Zur Freude der Kleinsten zeigt sie 36 witzige Modelle mit Originalvorlagen: Häschen mit langen Ohren, eine Maus mit langen Beinen, schelmische Katzen, verschmuste Bären, ein modisches Zebra und seine Freundin, eine Kuh, ein Krokodil mit sanftem Blick, eine tanzende Heuschrecke und ihre treue Freundin, eine Krake, ein Tiger als Marionette mit seinem drolligen Kumpan und ein Schwein - alle zusammen bilden sie eine Bande lustiger Gesellen. Die Modelle werden schrittweise, klar und verständlich erklärt. Dank der farbigen Schemata der anzuwendenden Häkeltechniken lassen sie sich leicht nacharbeiten.

Eine CD mit keltischen Folkloresongs. Wunderbar zum Träumen und wenn man mal nicht einschlafen kann ;)

Freitag, 13. August 2010

Dark Time: Mortal Path - Dakota Banks



Leider muss ich an dieser Stelle mit dem Originalklappentext daher kommen, da ich das Buch leider abgebrochen habe.
Three hundred years ago, she sold her soul to a demon. Now she wants it back.
For centuries, the woman calling herself Maliha Crayne has lived a second life—as an assassin for the malevolent creature who owns her soul. A haunted killer with the blood of countless victims on her hands, she has finally discovered a way to nullify the demonic pact that chains her: If she saves a life for every one she has taken, she will be free.
But if she fails, her punishments will be unspeakable, unendurable . . . and neverending.


Im Prolog lebt die junge, hochschwangere Frau eines Wirtes Susannah Layhem im Jahr 1692. Nachdem sie der Hexerei beschuldigt wird und in der Gefangenschaft ihr Baby verliert, schwört sie Rache. Im Moment ihres Todes auf dem Scheiterhaufen bietet der Dämon Rabishu ihr einen Handel an: Entweder sie stirbt wirklich, ohne ihren und ihres Tochters Tod zu sühnen. Oder sie wird unsterblich und führt mit ihren neuen Fähigkeiten Attentate für den Dämon aus. Da sie vom Scheiterhaufen gute Sicht auf die Frau hat, die einst ihren Mann ehelichen wollte und sie verraten hat, stimmt Susannah zu.
Nach dreihundert Jahren kommen der immer noch jungen Frau Zweifel. Es sind nun oft ganze Familien mit Kindern, die sie vernichten soll und die Erinnerung an ihr eigenes Kind lässt sie nicht los. Also stellt sie Nachforschungen an, wie sie sich von Rabishu lösen kann.

Ich habe das Buch wegen dem absolut gelungenen Cover und dem dazu passenden und sehr ansprechenden Klappentext gekauft. Aber schon im Prolog merkte ich, dass ich mit Dakota Banks wohl nicht ganz glücklich werden würde.
Ich bin bestimmt kein historischer Fanatiker, aber wenn so viele Details auf mich einprasseln, die einfach falsch sind, dann geht selbst mir schon mal die Hutschnur hoch. Zum einen basierte diese gesamte Anklage auf völligem Nonsens. Die andere Frau hatte den Wirt heiraten wollen, war nun eifersüchtig und bevor das erste Kind auf die Welt kommen sollte, musste die Nebenbuhlerin entsorgt werden. Das wusste irgendwie jeder, aber trotzdem wurde Susannah angeklagt und hingerichtet. So eine löchrige Anklage hätte es selbst damals aber nicht geschafft, zu diesem Ergebnis zu führen.
Hinzu kommt, dass Susannah hochschwanger war und man hätte das Kind nicht sterben lassen und ihr eine Hebamme und wahrscheinlich noch eine Horde Geistlicher geholt. Aber sie im dunklen Kämmerlein zu lassen und ... Das war mir alles viel zu klischeehaft und zurechtgebogen, als dass es mir gefallen haben könnte. Doch eine Sache ließ mich am Ball bleiben: Dakota Banks hat eine sehr emotionale und feinfühlige Art das Geschehen zu schildern. Darum hätte ich gut über den Prolog hinwegsehen können, der ja nur dazu da ist, um zu schildern wie es dazu kam, dass sie zur Assassine wurde.
Schließlich springen wir in die Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg und sehen Susannah dabei zu, wie sie ihre Arbeit für den Dämon verrichtet. Alle paar Jahre tötet sie jemanden, entweder Einzelpersonen oder ganze Familien. Immer ist ein Baby involviert (in der Wiege, im Mutterleib etc.) und immer muss Susannah an ihr eigenes Kind denken.
Und immer habe ich mich gefragt, wie lange das noch so weitergehen soll. Außerdem habe ich immer wieder verstohlen zum Klappentext geschielt, denn Susannah hieß auch nach dreihundert Jahren noch Susannah und nicht Maliha Crayne, was mich gewundert hat.
Hinzu kommt, dass ich das Englisch nicht ganz einfach fand. Ich habe inzwischen schon einige Romane und Anthologien in verschiedenen Genres gelesen (wenn auch nicht alle für den Blog), sowohl von sehr bekannten Autoren, als auch von weniger bekannten. Aber diese Art der Wörter und ihre Verwendung und Aneinanderreihung ist mir noch nicht untergekommen.
Was mir immer noch total gut gefällt ist die Idee, auf der der Roman basiert. Ich habe inzwischen mal etwas recherchiert und es wird Ende August diesen Jahres Teil 2 "Sacrifice" erscheinen, die direkte Fortsetzung. Denn offenbar ist es so, dass der Dämon Susannah erlaubt, aus seinen Diensten auszuscheiden, aber nur, wenn sie für jeden Menschen, den sie ermordet hat, einen anderen rettet. Sie nimmt einen neuen Namen an - Maliha Crayne - und macht sich ans Werk. Super Idee zu einer neuen Serie, würde doch glatt zwischen die ganzen anderen Mädels in der Urban Fantasy - vielleicht sogar mit romantischem Anhang - passen. Aber ich denke nicht, dass ich a) Buch 1 auslesen werde, obwohl ich inzwischen schon dreimal dazu angesetzt habe und b) zu Teil 2 greifen werde.
Schade ist es, denn das richtige Potential war auf jeden Fall gegeben.


A demon's enslaved executioner—a ravager of lives and souls—Maliha Crayne has been reborn, willing to sacrifice her immortality for a chance at freedom . . . and salvation. Now she has an opportunity to prevent the death of thousands—perhaps tens of thousands—to make up for the countless lives she has obliterated over the centuries. To do so, she must locate and destroy an evil cabal of madmen in possession of a weapon of unspeakable power—and survive the immortal assassins who are now after her blood. But it means reverting to the old ways and surrendering once more to the darkness. And if Maliha dies before the mission is accomplished, the hell she once knew will seem like a picnic compared to the eternal torments awaiting her.


http://www.dakota-banks.com/
I wrote short stories in high school and college, submitted them, and got rejection letters. I still have some of them. Writing was shelved while life ran amuck, and I came back to it in the 1990s. I published six books, all hard-edged suspense thrillers dealing with virtual reality, one of them set in a future world. None were written under the Dakota Banks name.
I live on the western fringe of St. Louis, Missouri with my husband. Our two sons, one adopted from Peru and the other from Ethiopia, are in college. My cats Peanut and Marble sometimes ghostwrite my books. Good stuff, too, if you speak Cat.

Donnerstag, 12. August 2010

Verstand und Gefühl - Jane Austen


Als der Vater der Schwestern Elinor und Marianne stirbt, hinterlässt er ihnen so gut wie nichts. Das Anwesen, auf dem sie leben und der Großteil des Vermögens gehen an den älteren Halbbruder. Dieser und vor allem seine Frau Fanny sind nicht gewillt eine Witwe mit drei Mädchen bei sich zu dulden und so schlägt es die Familie in ein kleines Cottage bei entfernten Verwandten der Mutter. Die ruhige und geradlinige Elinor versucht, das beste aus dieser desolaten Situation zu machen, auch wenn ihr Herz mit Schmerz gefüllt ist. Der Bruder Fannys, Edward Ferrars, hat ihr den Kopf verdreht mit seinem ebenfalls ruhigen und angenehmen Wesen. Doch die verarmte Elinor ist nicht das, was die reiche Mutter sich für ihren ältesten Sohn wünscht und so müssen sie getrennter Wege gehen.
Marianne lernt bei einem Spaziergang in der neuen Heimat, bei dem sie sich den Knöchel verletzt, den gutaussehenden, dynamischen Willoughby kennen, mit dem sie viel Zeit verbringt. Dabei übersieht sie den wesentlich älteren Oberst Brandon, der gern im Hintergrund bleibt, dessen Herz aber im Sturm von dem jungen, impulsiven Mädchen erobert wurde.
Die Welt der beiden älteren Dashwood-Schwestern scheint still zu stehen, als sie eine Reise nach London antreten und dort mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert werden ...

Bisher kannte ich nur die Verfilmung und da ich "Das Buch zum Film" gelesen habe, lässt sich ein Vergleich leider nicht vermeiden.
Vorab: Das Buch ist ein Klassiker und stammt aus einer völlig anderen Zeit. Darum kann ich mir gut vorstellen, dass nicht alle das Geschehen so aufregend fanden wie ich und die meisten den Roman wahrscheinlich vor Langeweile zuklappen würden.
Als ich den Film das erste Mal gesehen habe, war ich enttäuscht, denn gerade die Entwicklung am Schluß mit Marianne und Oberst Brandon gefiel mir gar nicht. Nun, nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich damit mehr als versöhnt worden und muss gestehen, dass ich die Geschichte sehr mag.
Der Anfang des Buches gestaltet sich wie der Film, allerdings auf nur wenigen Seiten. Jane Austen hat eine Art zu schreiben, die so wirkt, als würde sie die Geschichte einer hochgeschätzten Freundin erzählen (was wohl daher rührt, dass der Roman zunächst in Briefform verfasst worden ist). Das lässt nicht viel Tiefe in der Erzählweise zu und vieles an Emotionen und großen und kleinen Dramen muss vom Leser selbst in seinem Herzen produziert werden. Hier liegt die Schwierigkeit aber besonders in den vergangenen zweihundert Jahren (Erstveröffentlichung 1811), denn wie soll sich eine Frau von heute in eine von damals hineinversetzen, wenn sie nicht über genug historische Kenntnisse verfügt?
Als nächstes fielen mir die Altersangaben der Personen im Buch auf und ich muss gestehen, dass ich sie anhand des Filmes wesentlich älter geschätzt hätte. So ist Elinor gerade einmal neunzehn Jahre alt, Marianne siebzehn und die dritte Schwester, die ich für knapp zehn hielt, ist schon dreizehn.
Sehr blass geblieben in der Charakterisierung sind mir sowohl Oberst Brandon, als auch der junge Willoughby. Es hatte fast den Anschein, als sollten sie nur für etwas stehen, wie eine Art Symbol oder, ich muss es leider sagen, ein Klischee.
Jane Austens absolute Stärke sind die Dialoge, in die sie sehr viel Kraft und Esprit hineingesteckt hat. Ich erinnere mich besonders an jenen, als John Dashwood mit seiner Frau Fanny überlegt, was seinen Halbschwestern überhaupt zusteht und warum sie es brauchen sollten.
Der Film hat im übrigen einige Personen unterschlagen, vor allem die Kinder, von denen sich doch eine ganze Menge mehr im Buch tummeln. Wirklich wichtig für den Handlungsverlauf sind diese Personen nicht, weswegen man gut darüber hinwegsehen kann.
Schlüsselszenen im Film sind im Buch eher kurz und beinahe lieblos abgehandelt worden, als hätte die Autorin es nicht zulassen wollen, dass ihren geliebten Figuren etwas derart peinliches geschieht, wie zum Beispiel auf dem Ball. Auch die große Hochzeit am Ende, die so nur für eine der beiden Schwestern stattfindet - die andere braucht zwei Jahre länger, um unter die Haube zu kommen - wird in nur einem einzigen Satz erwähnt. Danach zieht sich das Ende aber endlos hin, da lang und breit erklärt werden muss, von was die Brautleute leben werden und ob und warum ihnen vergeben wird und ... ein klein wenig Zähne zusammenbeißen ist hier angesagt!
Alles in allem handelt es sich bei "Verstand und Gefühl" aber um die wunderbare Geschichte zweier Schwestern, die beide erst einen Leidensweg durchlaufen müssen, ehe sie zu ihrem persönlichen Glück finden dürfen.

PS: Die Autorin Joan Delano Aiken hat mit "Elizas Tochter" eine Art Fortsetzungroman zu "Verstand und Gefühl" geschrieben. Darin macht sich die junge Eliza (Liz) auf, herauszufinden, wer ihre wahren Eltern sind. Wir erinnern uns, dass Oberst Brandon für eine junge Frau Sorge trug, die das Kind seiner ersten großen Liebe war. Diese wurde ebenfalls früh Mutter und eben dieses Kind ist Eliza.
Ob der Roman dann also wirklich so viel mit den Hauptpersonen in Jane Austens Roman zu tun hat, sei mal dahingestellt.

http://www.jane-austen.de/
1775 wird Jane Austen am 16. Dezember in Steventon, Hampshire, als siebtes Kind des Pfarrers George Austen und seiner Frau Cassandra, geb. Leigh, geboren.
Als etablierte Romanautorin lebte sie in relativer Zurückgezogenheit und wurde schließlich schwer krank. Heute nimmt man an, dass sie an der Addison-Krankheit litt, deren Ursache damals noch unbekannt war und für die es daher keine Behandlung gab.