Dienstag, 5. November 2019

(Film) Von Valerian und einem Wolkenatlas


Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Geliehen)
Wir schreiben das 28. Jahrhundert. Gemeinsam mit der patenten Laureline ist Valerian als Spezialgent im Auftrag der Regierung unterwegs. Ein Auftrag ihres Kommandanten führt das smarte Pärchen in die intergalaktische Stadt Alpha, wo unterschiedlichste Spezies sich arrangiert haben: 17 Millionen Lebewesen leben in Eintracht miteinander. Valerian und Laureline realisieren jedoch alsbald, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Eine dunkle Macht mehrt unmerklich seine Kraft.

Der Film fiel mir zufällig in die Hand; offenbar wurde ein Comic verfilmt, der bereits zahlreiche Fans vorweisen kann. Im Grunde vergeudet niemand seine Zeit, wenn er sich die hübschen Bilder anschaut, dennoch sind einige Fragen offen geblieben.
Warum zwei Teenager? Das hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen, denn die Figuren wurden als ältere Charaktere, die seit Jahrhunderten als Spezialagenten arbeiten, beschrieben. Zudem wurde der männliche Part stets (in Worten, nicht in Taten) als Frauenheld dargestellt, ist aber schon durch seine äußere Erscheinung eher der artige, einfühlsame Typ. Sein Bestreben, seine Partnerin zur Heirat zu überreden, war dementsprechend irritierend. Leider lief es dann auch darauf hinaus, dass der Betaheld mehr Glück als alles andere vorweisen konnte. Eine wirkliche Story ist kaum vorhanden und diese daher auch sehr schnell durchschaut bis hin zur fast prophetischen Voraussicht, wie es wohl weiter- und ausgehen würde. Eine recht spannende Teilhandlung wurde dann überraschend durch eine Episode mit einer blauen, krakenartigen Aliendame, die sich schließlich in Rihanna verwandelte, unterbrochen. Mir persönlich war das zu grenzwertig, denn sie arbeitet, natürlich, in einem Amüsierbetrieb. Als was überlasse ich der Fantasie.
Die „Bösewichte“ sind bereits am Anfang identifiziert und erinnern nicht zufällig an die Wesen aus Avatar. Erwähnter Anfang und die Auflösung wollen leider ausgehalten werden.
Ich bereue die Zeit, die ich mit dem Film verbracht habe, nicht. Kann man sehen, muss man aber nicht.


Cloud Atlas (Tausch)
1850: Auf einer Schiffsreise freundet sich ein todkranker Notar mit einem blinden Passagier an. 1930er: Ein junger Mann wird Assistent bei einem Komponisten, der seine besten Jahre hinter sich hat. 1970er: Eine Journalistin deckt in San Francisco einen Skandal bei einem Nuklearkonzern auf. Heute: Ein Verleger gerät in ein Altersheim, das sich als siebter Kreis der Hölle entpuppt. Zukunft: In Seoul wird ein Arbeiter-Klon zur Leitfigur einer Revolution gegen das totalitäre System. Nach der Apokalypse: Ein Ziegenhirte wird von einer der letzten Überlebenden der Menschheit mit einer Mission betraut.

Die Geschichte setzt sich aus mehreren Einzelgeschichten zusammen, die zu unterschiedlichen Zeiten der menschlichen Historie angesiedelt wurden (auch fiktiver Zukunft) und deswegen zusammengehören, weil die gleichen Schauspieler in ihnen agieren. Mit dabei Halle Berry und Tom Hanks, aber auch andere bekannte Gesichter. Ich muss zugeben, dass es mir nicht gelungen ist, alle in ihren jeweiligen Rollen zu identifizieren, was das Verstehen schwierig gemacht hat. Die Episoden rund um die alten Leute habe ich leider bis zum Ende nicht verstanden. Ansonsten ist es gut, dass mehrere zusammengesteckt wurden, denn in „Cloud Atlas“ finden sich mehrere andere Bücher und Filme, fühlt sich der Zuschauer stetig an alles Mögliche erinnert. Der Strang, der in Seoul spielt, ist leider so vorhersehbar wie fad, dass er allein gar nicht wirken würde.
Am meisten irritieren mich jedoch die vielen Unregelmäßigkeiten und offenen Fragen. Vielleicht wurden die im Buch anders behandelt, aber im Film kommt man leider nicht darüber hinweg. Nach dem ersten Drittel war die „Auflösung“ für mich klar, es zog sich dann leider erheblich. Alles, was ich sehr interessant fand, war die Sprache der Zukunft, die des Ziegenhirten, gespielt von Hanks. Er lebt auf einer Insel mit einem hohen Berg, zu dem Halle Berry in ihrer Rolle gern hinmöchte. Weil sie seine kleine Nichte rettet, bringt er sie dorthin. Warum aber ist sie nicht gegen die Strahlung geschützt, so wie alle anderen, die mit hoher Technologie agieren, die einfach lebenden Menschen aber schon? Wer ist der zombiehafte Geist mit Zylinder (den der Ziegenhirte nicht kennen dürfte), der Hanks stetig einredet, er solle sie töten? Wer sind die Krieger mit den aufgemalten Totenkopfgesichtern? Und wenn es diese gibt und die Aussage sein soll, dass einige Menschen eben immer „mehr“ wollen, warum liegt die Auflösung dann im Verlassen des Planeten? Unsere Probleme lösen wir dadurch nicht, wir nehmen sie mit.
Oftmals ist der Film eine Aneinanderreihung von gewalttätigen oder intimen Bildern, so dass der FSK mit 12 recht niedrig angesetzt ist, meine Empfehlung wäre mind. 16. Über das Frauenbild könnte ich ebenfalls einiges sagen; keine Sorge, die asiatischen Frauen sind immer noch für die Erotik zuständig.
Hier wird mit dem Thema „Befreiungskampf“, das sich durch alle Episoden zieht, etwas vorgegaukelt, das mitunter doch recht gewöhnungsbedürftig ist. Tut mir leid, aber mein Geschmack war das nicht.



Kommentare:

  1. Huhu Soleil,

    ich habe beide Filme tatsächlich im Kino gesehen. XD Und stimme dir voll zu. "Valerien" war unterhaltsam und nett anzuschauen, mehr aber eben auch nicht.
    Aus "Cloud Atlas" war ich damals auch mit einem großen Fragezeichen rausgegangen. Eine Freundin, die mich begleitet hatte, hat daraufhin das Buch angefangen und abgebrochen - es war offenbar auch nicht verständlicher als der Film.

    Liebe Grüße
    Alica

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    1. Ich meine mich zu erinnern, dass beide Filme, wie alles, was gerade aktuell ist, ziemlich gehypt wurden. Darum schaue ich gern erst später mal rein.
      Valerian ist okay, aber meine oben genannten Fragen haben dann doch gestört.
      Der Atlas ... nun ja. Wenn das Buch auch nicht besser ist, fange ich wohl gar nicht erst damit an. Habe nämlich auch überlegt, ob ich es lesen soll. Wie gesagt, die Sprache der Zukunft hat mich sehr interessiert - und ich dachte, man versteht die Handlung dann besser. Schade.

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  2. "Valerian" ist ja bei der Kritik und den meisten Zuschauern ziemlich durchgefallen, aber ich fand den eigentlich ganz unterhaltsam und stellenweise durchaus originell. Das mit den Teenagern dürfte eher ein Besetzungsproblem sein. Dane DeHaan war zu der Zeit 30 Jahre alt, Cara Delevingne 27 und das ist wohl auch das Alter, das sie im Film haben sollen. Nur wirken sie 10 Jahre jünger ...

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    1. Ja, ich schreibe ja, dass niemand seine Zeit vergeudet. Bis auf die Rihanna-Szene hab ich ganz gern hingeschaut. Es ist aber noch deutlich Luft nach oben. :)

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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