Donnerstag, 24. August 2017

(Autorenplausch) Akram El-Bahay: Die Bibliothek der flüsternden Schatten

Titel: Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
Autor: Akram El-Bahay
Originaltitel, 400 Seiten
ISBN: 978-3404208838
Euro: 14,00













Von echten Bibliotheken, neuen Geschöpfen und fremden Namen


Bücher über Bücher gibt es vermutlich seit Geschichten geschrieben werden. Denn nicht nur die Leser sind fasziniert von einem Raum (oder mehreren Räumen) voller Bücher, die Autoren sind es erst recht. Die Idee zum meinem neuen Roman Die Bibliothek der flüsternden Schatten – Bücherstadt, dem ersten Teil einer Trilogie, geht auf genau diese Liebe zu Büchern zurück. Ich hatte schon in meinem Debüt Flammenwüste einen kurzen Teil der Handlung in einer besonderen Bibliothek spielen lassen. In einer, die voll von ungeschriebenen Büchern ist. Nun aber wollte ich eine ganze Trilogie rund um eine Bibliothek spielen lassen. Weshalb es dort offenbar flüsternde Schatten gibt, werde ich an dieser Stelle nicht verraten. Aber die Hintergründe der Bibliothek wollte ich einmal beleuchten.

Paramythia heißt die Stadt der Bücher unter der Stadt der Menschen, in der der ehemalige Dieb Samir (kurz: Sam) einen Job als Bücherwächter bekommt. Aus Zeitgründen war es mir unmöglich, besondere Bibliotheken zu besuchen und sich von der Atmosphäre dort inspirieren zu lassen. Aber Gott sei Dank gibt es scheinbar zahllose Internetseiten, deren Betreiber es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Bilder der schönsten Bibliotheken zu sammeln. Das unterirdische Bibliothekslabyrinth Paramythia ist eine Collage aus all diesen besonderen Bücherräumen. Egal ob es sich um die des Trinity College in Dublin handelt oder die Bibliothek des Stift Sankt Florian (Österreich). Sie alle sind (mal mehr, mal weniger) in Paramythia eingeflossen: Von der einen Bibliothek war es die Decke, von der anderen das Schreibpult.

Kniffliger waren da die Wesen, die in dem Roman eine Rolle spielen. Ursprünglich sollten sie alle der griechischen Sagenwelt entstammen: Zentauren, Gorgonen und was es noch alles in den Märchen dieser Region gibt. Aber sie haben sich nicht so angefühlt, als passten sie nach Paramythia. Daher begann die Arbeit an eigenen Kreaturen: Asfur, Nushishan, Bahriden. Es hat viel Spaß gemacht, sie so zu gestalten, dass sie einen Platz in der Welt des Romans spielen. Es gibt nun geflügelte Menschen, Geschöpfe mit Pferdehufen, Wasserwesen mit Perlmutthaut und noch einige andere Kreaturen.

Und dann begann das Schwierigste: die Namensuche. Um es mit den Worten eines der Charaktere im Roman zu sagen: Menschen tragen so oft den falschen Namen. Das kann auch für die Schauplätze und Personen in einer Geschichte gelten. Der schönste Ort und der interessanteste Charakter in Geschichten können verdorben werden, wenn sie den falschen Namen bekommen. Manche kann man kaum aussprechen oder sie passen nicht zu anderen Namen. In Bücherstadt stammen die Namen und Bezeichnungen daher entweder aus dem Arabischen oder dem Katalanischen. Denn die Stadt, die die gewaltige unterirdische Bibliothek beherbergt, ist dem realen Barcelona nachempfunden. Ein Ort zischen Europa und Nordafrika. Zwischen fruchtbarem Land und Wüste. So trifft Sam unter anderem auf Geschöpfe, die Asfura (arabisch: Vogel) genannt werden und isst das katalanische Nationalgericht Botifarra amb mongetes. Auf diese Weise habe ich versucht zu zeigen, dass die Welt, in der sich Sam bewegt, von zwei wichtigen, in sich schlüssigen Regionen geprägt ist.

Bei aller Detailgenauigkeit beim Weltenbau bleibt immer noch Platz für ein paar persönliche Aspekte. So findet das Königreich Kaffa eine kurze Erwähnung. Es ist der reale Namensgeber des Kaffees, den ich wiederum in rauen Mengen trinke, während ich schreibe. Und es gibt ein paar versteckte Anspielungen auf meine Lieblingsfilme, die allerdings wirklich schwer zu finden sind. Mein liebstes stammt aus Zurück in die Zukunft und ich bin sehr gespannt, ob es jemandem auffallen wird … 


Kommentare:

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