Sonntag, 4. Januar 2009

Interview mit Anne Chaplet




Ich danke der Autorin ganz herzlich für dieses Interview!

Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Anne Chaplet“ hört?
Ich bin, wie ich aussehe, aber ich sehe nicht so aus, wie ich bin. Ansonsten kann man sich einen glücklichen Menschen denken, der tun darf, was er am liebsten macht: schreiben.

Könnten Sie uns eines Ihrer Werke/ das neuste Werk vielleicht in ein paar kurzen Sätzen schildern?
„Schrei nach Stille“ ist ein Buch über das Erinnern – und über das Vergessen. Das Erinnern ist nicht immer richtig und das Vergessen ist nicht immer falsch... Es ist die Geschichte einer Frau, deren Gedächtnis trügt und die die Wahrheit erst erkennt, als es zu spät ist. Es ist die Geschichte eines Dorfes, das vergessen will und sich erinnern muß. Es ist die Geschichte des Konflikts zwischen Stadt und Land: hier die Freiheit und die Gefahr, da die Geborgenheit und die Kontrolle. Und es ist die Geschichte einer Überforderung: wie Menschen einander zuviel zumuten.

Auf Ihrer Homepage ist nachzulesen, dass Sie Ihr Werk unter einem Pseudonym verfasst haben. Was genau hat Sie veranlasst dies zu tun? Was sind diesbezüglich Ihre Erfahrungswerte: Sollte man unter Pseudonym oder "richtigem" Namen veröffentlichen?
Ich habe ein Pseudonym gewählt, nicht, weil ich mich meiner Krimis schämte - sondern ganz im Gegenteil: weil ich wollte, daß die Krimis wahrgenommen werden, nicht die Person dahinter. Und das ist gelungen: es ist ein verdammt schönes Geschenk, als völlig unbekannte Autorin noch einmal neu anfangen und damit sogar Erfolg haben zu können!

Krimis sind doch nichts für Frauen... wirklich? Wurden Sie jemals anders behandelt als ihre männlichen Kollegen? Wenn ja, inwiefern? Glauben Sie, dass Männer anders schreiben als Frauen?
Nur deutsche Männer kommen auf die Idee, daß der Krimi eine Männersache sei. Weltweit sind es die Krimiladies, die das Genre bestimmen. Die aber schreiben seltener „hard boiled“ und „noir“, wie es womöglich viele Männer bevorzugen, jedenfalls, wenn man nach der deutschen Kritikerszene geht. Doch die Welt besteht nicht nur aus melancholischen, whiskeytrinkenden Großstadtdetektiven. Deshalb spielen die meisten meiner Romane nicht nur, aber auch auf dem Land und unter weitgehend normalen Menschen. Das mögen nicht nur Frauen.

Wie wichtig ist für Sie die Recherche beim Schreiben? Wie recherchieren Sie?
Ich recherchiere viel und gern. Ich muß sehen, riechen, anfassen, hören, worüber ich schreibe. Das ist sicherlich die lustvollste Phase des kreativen Prozesses! Die mühevollste Phase ist, die Geschichte aufzuschreiben, die zweitschönste ist, sie ganz zum Schluß so zu striegeln und zu polieren, bis sie glänzt...

Wer gestaltet die Cover Ihrer Romane? Haben Sie dabei ein Mitspracherecht? Wie wichtig ist für Sie persönlich ein ansprechendes Cover, wenn sie ein Buch kaufen?
Ich habe bei allen Covern ein Mitspracherecht – das neueste gefällt mir auch wegen des Schriftzugs besonders gut. Die Titel meiner Romane stammen übrigens meistens von mir. Ich kaufe Bücher eher nach der Autorin als nach dem Cover, aber ich weiß, wie wichtig ein guter Blickfang ist.

Welches Buch möchten Sie nie und unter keinen Umständen geschenkt bekommen und warum?
An all meine Freunde und Bekannte: bitte schenkt mir weder Edgar Wallace noch irgendeinen neuen deutschen Mädchenroman!

Was sind Ihre gegenwärtigen Projekte? Würden Sie uns einen kleinen Ausblick auf die nächsten Bücher geben?
Im Moment stricke ich an einer neuen Geschichte, die ich noch nicht kenne. Und wenn, würde ich sie natürlich nicht verraten!

Gibt es sonst noch etwas, was Sie dem Leser mitteilen möchten?
Alles, was ich dem Leser mitteilen möchte, steht in meinen Büchern. Ihr geheimer Text ist immer: Liebe. Oft: zuviel davon....


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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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