Freitag, 20. Januar 2017

(Neu) H.G. Wells: Der Krieg der Welten (plus neue Fortsetzung)

Im Jahr 1898 veröffentlichte Herbert George Wells eines der bis heute bekanntesten Science Fiction Werke der Literatur: Der Krieg der Welten (Original: The War of the Worlds). 1901 gab es dazu die erste deutsche Übersetzung. Berühmt wurde die Story jedoch durch ein Hörspiel, zu dem Orson Welles das Skript geschrieben hat. Einen Tag vor Hallowen 1938 ging es über das Radio in New York auf Sendung und erzeugte eine Massenpanik, da die Zuhörer glaubten, es handle sich um ein reales Ereignis.

In der Geschichte müssen die hochintelligenten Marsbewohner vor ihrer Heimat rekapitulieren und sich eine neue suchen. Ihre Wahl fällt, auch mangels Alternativen, ausgerechnet auf die Erde. Mit kirchturmhohen, dreibeinigen Kampfmaschinen überfallen sie die beinahe wehrlosen Menschen, von denen es nur wenigen gelingt, sich in Kellern zu verstecken. Ohne auch nur die Kommunikation zu suchen, zerstören die Aliens alles, was ihnen in den Weg kommt und gestalten die Erde nach ihren eigenen Vorstellungen neu um. Doch dann ist es die kleinste aller möglichen Lebensformen, die ihnen den Garaus macht. Einer der Überlebenden ist ein Schriftsteller, der die Geschehnisse einige Jahre später aufschreibt und so für die Nachwelt festhält.

Dass Wells sich hier nicht nur ein wenig am Zeitgeist seiner Mitmenschen bedient und ihnen einige der eigenen Fehler vor Augen hält, wird schon in der Inhaltszusammenfassung deutlich. Wer schon immer einmal das Original lesen wollte, das entweder vergriffen oder neu erzählt, oft eher filmisch, wurde, kann 2017 auf seine Kosten kommen. Sowohl als Print oder E-Book, aber auch als Hörbuch oder Graphic Novel wird "Krieg der Welten" neu aufgelegt.

dtv hat den Roman von Lutz-W. Wolff neu übersetzen lassen und eine Leseprobe und nähere Infos gibt es HIER.

DAV setzt auf eine ungekürzte Hörbuchfassung, gelesen von Andreas Fröhlich. Wer einmal reinhören will, kann dies HIER tun.

Eine Graphic Novel von Thilo Krapp ist von Egmont erhältlich. Nähere Infos dazu HIER.

Beim Jazzybee Verlag ist eine zweisprachige Ausgabe erschienen.

Bei Fischer erscheint eine gebundene Ausgabe neu übersetzt von H.-U. Möhring. Leseprobe und mehr gibt es HIER.

Nicht zuletzt ist auch eine preiswerte Ausgabe im Nikol Verlag erschienen.

Wieso dieses rege Interesse an diesem Klassiker mehr oder weniger erwacht ist, liegt an zwei Meldungen. Zum einen scheint es, als wäre für 2017 eine neue Verfilmung des Stoffes geplant, diesmal in Serie fürs TV, auf die Mattscheibe gebracht von MTV.

Zum zweiten plante niemand Geringerer als Stephen Baxter eine Fortsetzung des Originals, die seit Januar 2017 offiziell zu haben ist.
Der Titel lautet: "The Massacre of Mankind". Die Marsianer haben sich in dieser soweit erholt, dass sie die Erde erneut angreifen können.

Klappentext: "It has been 14 years since the Martians invaded England. The world has moved on, always watching the skies but content that we know how to defeat the Martian menace. Machinery looted from the abandoned capsules and war-machines has led to technological leaps forward. The Martians are vulnerable to earth germs. The Army is prepared.
So when the signs of launches on Mars are seen, there seems little reason to worry. Unless you listen to one man, Walter Jenkins, the narrator of Wells' book. He is sure that the Martians have learned, adapted, understood their defeat.
He is right.
Thrust into the chaos of a new invasion, a journalist - sister-in-law to Walter Jenkins - must survive, escape and report on the war.
The Massacre of Mankind has begun"

Da ist also für alle Liebhaber etwas dabei. Welche Übersetzung einem mehr zusagt, ob es eine Graphic Novel oder ein E-Book werden soll, bewegte Bilder oder ganz klassisch als Hörstück kann nun jeder selbst entscheiden.


Kommentare:

  1. Ich habe mir gerade mal beide Übersetzungen angeschaut (dtv und Fischer). Beide haben gute Passagen, aber auch solche, die wirklich unschön übersetzt sind. Ich könnte gar nicht sagen, welche davon ich kaufen würde ...

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    1. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich so etwas ausfallen kann, nicht? Persönlich würde ich mehr zu dtv tendieren, der andere klang manchmal zu gestelzt, abgesehen davon gefiel mir die Schriftart auch besser. Aber am ehrlichsten sage ich: die preiswerte Ausgabe von Nikol. Ich will es ja nur einmal lesen, nicht mehr und nicht weniger. Allerdings verstehe ich auch Leser, die eine Ausgabe suchen, die sie sich für länger ins Regal stellen möchten.

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