Donnerstag, 4. Oktober 2012

Der schwarze Thron - Kristen Britain


Titel: Der schwarze Thron
Autorin: Kristen Britain
Originaltitel: The High King’s Tomb
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53300-4
Euro: 14,00
Veröffentlichungsdatum: März 2009
Seiten: 912
Serie: Grüner Reiter 03
Come in: Kauf






Inhalt

Der seit Jahrhunderten im Schwarzschleierwald gefangene, böse Magier Mornhavon ist zwar nicht besiegt, aber von Karigan G'ladheon in die Zukunft gebannt worden. Wann genau er aber wieder erscheinen wird, weiß niemand. Alton D'yer arbeitet wie im Wahn daran, die Risse im Wall, der den Wald umgibt, zu reparieren. Doch nach seiner Gefangennahme von Mornhavon trauen ihm die Wallhüter nicht mehr und verweigern die Zusammenarbeit.
Karigan entschließt sich, auf einen weit entfernten Botenritt zu gehen, um ihre Gefühle für den König vergessen zu können. Dabei trifft sie alte Freunde, wie auch alte Feinde.
Unterdessen sind die wenigen Überlebenden des Zweiten Reiches geflohen und bereiten die Rückkehr Mornhavons vor. Sie heuern einen Meisterdieb an, der Wertvolles stehlen soll. Neben einigen Schriftstücken auch niemand geringeren als Estora, die Verlobte des Königs. Der jedoch hat ganz andere Sorgen, denn die geheimnisvollen Eleter haben ihr Land verlassen und lagern ausgerechnet vor den Toren der Stadt.

Cover

Das Cover stammt vom Nele Schütz Design.
Zwar ist es löblich, dass sich der Heyne-Verlag den Büchern von Kristen Britain angenommen hat und ich bin durchaus dankbar dafür, aber für die Cover der einzelnen Bände hat der Verlag leider kein Händchen gehabt. Welche Zielgruppe soll damit angesprochen werden? Einen Titel wie "Der schwarze Thron" mit einem weißen Pferdchen zu garnieren, wirkt leicht abgedroschen. Zwar wird die Linie der Serie beibehalten, mehr Positives vermag ich mir dazu aber nicht zu entlocken.
Was das Format angeht: Der Verlag streckt gern und so sind hier über neunhundert Seiten und ein entsprechend dickes Buch herausgekommen. Unhandlich!

Meinung

Obwohl als Trilogie angelegt, findet der Grüner-Reiter-Zyklus mit seinem dritten Band keinen Abschluss, vielmehr arbeitet die Autorin gerade an Band 5. Außerdem bleibt er deutlich hinter seinen beiden Vorgängern, die in Folge gelesen werden sollten, zurück. Und dient augenscheinlich nur dazu, Altes zu bereinigen und neue Charaktere sowie Handlungsstränge einzuführen. Denn ansonsten tritt die eigentliche Handlung, quasi die Weiterführung der Vorgänger, nur auf der Stelle.
Gerade im ersten Drittel beschlich mich hier und da das Gefühl, dass Britain oft noch nicht so recht wusste, wo sie mit Karigan und der Handlung hinwollte. Das bessert sich erst zwischen Mitte und Ende des Romans.
Schlimmer jedoch als die spürbare Unstetigkeit, die sicher in erster Linie mit dem Zweiten Reich und wohin es führen soll zusammenhängt, ist der Versuch, das Buch künstlich aufzublasen. So begibt sich Karigan beispielsweise nicht allein auf ihren langen Botenritt. Ihr wird ein Lehrling der Grünen Reiter zur Seite gestellt, der das Handwerk von ihr lernen soll und sie mit seiner Art und Unbeholfenheit in Rage bringt. Zwar wird hier, wie auch stellenweise in den Vorgängern, die große Naturverbundenheit der Autorin deutlich, da aber niemand recht weiß, wohin der rote Faden gelangt ist, liest sich das teilweise schon recht langatmig. Ohne ihn und den dazugehörenden Handlungs- und Spannungsbogen reihen sich eben leider nur bloße Szenen aneinander. Dies zwar in Britain-Manier, sprich durchaus lesbar, aber trotzdem oft irgendwie hinderlich.
Derweil Karigan mit ihrem neuen Schützling hadert, versucht Alton verzweifelt den Wall dazu zu bringen, ihn anzuerkennen und einzulassen. Doch die Hüter sind halbverrückt und verzeihen ihm nicht. Zwischendurch gibt es extrem kurze Kapitel (eine halbe Seite), in denen der Wall selbst spricht. Ob diese wirklich nötig waren und dann auch noch so häufig, sei mal dahingestellt.
Direkter Anfang und das Ende von "Der schwarze Thron" sind jedoch äußerst gelungen und lassen durchblicken, was Britain vermag, wenn sie sich auf das Wesentliche konzentriert. Vielleicht war sie sich selbst noch nicht sicher, was aus Karigan und Mornhavon werden soll. Es bleibt zu hoffen, dass sich das spätestens mit Band 4 geändert hat.
Übrigens gibt es in diesem Band noch weniger Zusammentreffen zwischen Karigan und Zacharias, so dass auch diesmal die Behauptung, es handle sich um eine Fantasy Romance/Romantasy schlicht falsch ist.
Insgesamt zwar der bisher schlechteste Teil der Serie, aber trotzdem recht zügig weggeschmökert. Die Welt, die Britain aufgebaut hat, die zahlreichen Details und natürlich ihre starke Heldin machen vieles wett. Sollte in keinem Fantasyregal fehlen.


Grüner Reiter Zyklus/Reiter-Saga:
3. The High King’s Tomb (Der schwarze Thron)
4. Blackveil (Der Pfad der Schatten)
5. Kristen britain: "Currently I’m at work on the fifth book in the series, no title or publication date at this time."


Kristen Britain, geboren und aufgewachsen im US-Bundesstaat New York, veröffentlichte ihr erstes Buch, eine Cartoonsammlung, im Alter von dreizehn. Nach dem Studium arbeitete sie lange Jahre als Parkrangerin. Die Liebe zur Natur hat sie bis heute nicht verlassen. Derzeit residiert sie mit Hund und Katze in einer Blockhütte in Maine. Kanufahren und Wandern geben ihr dabei die zum Schreiben notwendige Inspiration.

Kommentare:

  1. Ich habe den ersten Teil der Saga gelesen aber irgendwie hat mich diese Geschichte nicht so gepackt. Aber vielleicht sollte ich dem Buch doch noch eine Chance geben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie lange ist es denn her? Ich habe den ersten nach zehn Jahren noch einmal gelesen und er gefiel mir immer noch gut. Teil 2 sogar noch besser als damals. Teil 3 kann man ja oben nachlesen und vor etwa einer Stunde habe ich Teil 4 ausgelesen und bin zwiegespalten, ob ich wissen will, wie es weitergeht. Die Handlung ist gegen Ende doch irgendwie blöd gewesen.

      Löschen
  2. Die Autorin möchte ich auch unbedingt noch lesen. Vom "Grünen Reiter" habe ich inzwischen einiges gehört, eigentlich nur Positives. Ich werde es mir mal zu Weihnachten wünschen, dann kann ich mir mal ein Bild davon machen. :-)

    LG,
    die Tintenelfe

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die ersten beide Teile finde ich wirklich gelungen und wünsche Dir schon mal viel Spaß beim lesen!
      Du kannst auch über Tauschticket mal schauen, da gibt es die Bücher so einige Male im Angebot, vor allem in der älteren Knaur-Ausgabe.

      Löschen
  3. Von der Autorin habe ich auch "Der grüne Reiter" und "Spiegel des Mondes" noch auf dem SUB; du machst mir richtig Lust :-).

    Viele Grüße
    Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na dann ran, was hält Dich auf? ;-)

      Löschen