Donnerstag, 18. Oktober 2012

Das erste Horn - Richard Schwartz


Titel: Das erste Horn
Autor: Richard Schwartz
Originaltitel
Verlag: Piper
ASIN: B005YWLP4O
Euro: 8,49
Veröffentlichungsdatum: August 2011
Dateigröße: 609 KB (400 Seiten)
Serie: Das Geheimnis von Askir 01
Come in: Kostenloser Download (Sonderaktion)
Medium: E-Book





Inhalt

Eine Gruppe ganz verschiedener Reisender kommt mitten im Winter in einem abgelegenen Gasthaus zusammen. Es schneit ununterbrochen und keinem ist es möglich weiterzuziehen, als ein Sturm von gewaltigen Ausmaßen aufzieht. Tags darauf ist das Haus vollkommen zugeschneit.
In dieser angespannten Situation geschieht ein Mord, der offenbar nicht von Menschenhand ausgeführt wurde. Der alternde Krieger Havald hatte zwar vor, sich weit abseits von allen anderen zu halten, wird aber schnell in die Geschehnisse verstrickt. Seine unfreiwillige Zimmergenossin Leandra, Sera Maestra de Girancourt hält ihn nämlich für jemand ganz anderen, einen großen Helden, den sie ausgeschickt worden ist, zu finden. Die Situation spitzt sich immer weiter zu und die beiden Zimmergenossen stoßen auf ein Geheimnis, das so alt wie gefährlich ist.

Meinung

Bei der zum E-Book zugehörigen Printausgabe handelt es sich offenbar um eine Neuauflage, bei der zwar wenig, aber immerhin etwas verändert wurde. Genaueres dazu kann HIER nachgelesen werden.
Der Einstieg in die Askir-Reihe ist gelungen, obwohl zunächst die eingeführten Figuren und Figurengruppen bunt zusammengewürfelt scheinen. Doch gerade die Mischung aus Charakteren und deren Beziehungsgeflecht lässt die Einfachheit des Ortes und Handlungsschauplatzes vergessen. Die Atmosphäre ist von der ersten Seite an sehr dicht, Außen- und Innenhandlung gehen eine perfekte Symbiose ein und lassen einen nicht so schnell los.
Havald erzählt die Geschichte in der Ich-Form und mit ihm zusammen erkundet auch der Leser das kleine Gasthaus fast am Ende der Welt. Erst nach und nach wird deutlich, dass mehr im Gemäuer - und darunter - steckt, als es zunächst den Anschein hatte. Der alternde Krieger ist durch seine innere Ruhe schnell sympathisch, wenn auch nicht fehlerlos, was durch Erzählungen seiner Vergangenheit deutlich wird.
Die Magierin Leandra wirkt dagegen oft recht jung und unbedarft. Sie steht Havald bei den Ermittlungen rund um den Mord aber stets tatkräftig zur Seite und sie kommen sich dabei schnell näher. Die Flirtereien der beiden erinnern an so manchen historischen Liebesroman, wo das Paar sehr kokett um die Aufmerksamkeit des jeweils anderen buhlt. Das steht zwar nie wirklich im Vordergrund, bildet jedoch einen amüsanten Nebenstrang. Wie in (nicht mehr ganz so vielen) Liebesromanen auch, ist die Auserwählte übrigens jungfräulich, der Held gut bestückt und bereitet ihr schließlich die schönsten Stunden ihres Lebens. (Und Frau von heute rollt mit den Augen.)
Generell ist das eher geradlinige Geschehen mit sehr viel sexueller Anspannung gewürzt worden, was nicht immer wirklich funktioniert und manchmal die eigentliche Handlung unnötig ausdehnt. Zur sich stetig zuspitzenden Atmosphäre trägt es aber seinen Teil bei, denn die Anspannung steigt bei den meisten Figuren rasant an. Schnell stehen sich die Grüppchen gegenüber.
Doch bei all den immensen Problemen - Schneesturm, eingeschneit, Mord, Söldner wollen alles Weibliche - geht es in der Schreibe des Autors nicht immer bierernst, wenn aber mehrheitlich düster, zu. Hier und da wird mit einem deutlichen Augenzwinkern geschrieben, was stark zur Würze von "Das erste Horn" beiträgt. Der großartig angepriesene Humor muss mir jedoch entgangen sein. Im letzten Drittel schleichen sich doch hier und da einpaar Längen ein, da jedoch hat Schwartz einen schon längst für sich eingenommen.
Wer Rollenspiele mag und zudem eine dicht geschriebene Handlung aus deutscher Feder sucht, ist hier gut beraten.


Das Geheimnis von Askir:
1. Das erste Horn
2. Die Zweite Legion
3. Das Auge der Wüste
4. Der Herr der Puppen
5. Die Feuerinseln
6. Der Kronrat
Die Eule von Askir


Richard Schwartz ist das Pseudonym eines deutschen Schriftstellers (*1958 in Frankfurt). Ein weiteres Pseudonym ist Carl A. deWitt. Er hat eine Ausbildung als Flugzeugmechaniker und ein Studium der Elektrotechnik und Informatik absolviert. Er arbeitete als Tankwart, Postfahrer und Systemprogrammierer und restauriert Autos und Motorräder. Am liebsten widmet er sich jedoch phantastischen Welten, die er in der Nacht zu Papier bringt – mit großem Erfolg.

Kommentare:

  1. Ich wollte das Buch schon längst lesen und schleiche seit Monaten drum herum :) Aber was du schreibst, klingt doch ziemlich gut, ich glaube, ich muss endlich zugreifen!

    LG Shila

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    1. Welcome!
      Ich denke, Du wirst nicht enttäuscht sein. Versuch es einfach mal! ;-)

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  2. Mmh, ich wollte das auch schon längst mal lesen, kenne bisher nichts von Richard Schwartz.

    Aber das mit der Jungfräulichkeit der Heldin kotzt mich schon wieder so massiv an.
    WARUM ist das immer noch so häufig vertreten in Fantasy-Büchern, oder auch Urban-Fantasy-Reihen?
    Ich verstehe das nicht, und das verdirbt mir manchmal das Lesevergnügen

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    1. Ging mir genauso. Als es also vor einiger Zeit mal als kostenloser Download zur Verfügung stand, griff ich zu.

      Ich verstehe das auch nicht. In allem ist sie angeblich so taff und modern, aber in dieser einen Sache sind wir dann immer noch im Mittelalter. Wenigstens in den deutschen Romanen dachte ich, sollte diese (falsche) Prüderie abgelegt sein.
      In diesem Fall denke ich, hat es etwas mit dem Held zu tun, der auf eine Weise dargestellt wird, die sich nur schwer beschrieben lässt. Eine Mischung aus schweigsam, ehrenhaft, pflichtbewusst. Dabei aber auch hier und da mit Fehlern. Hat sich wohl auch einmal an einer Vergewaltigung beteiligt - eine junge Frau, die die Gruppe Söldner nur warnen wollte und dann zum Opfer wurde - hat sie danach aber bezahlt und sicher nach Hause gebracht. Also immer noch besser als alle anderen ... *hust*
      Na ja, leider muss man derartiges ziemlich oft "schlucken" in der Fantasyliteratur - immer noch. Nicht umsonst habe ich mich kürzlich gefragt, was mit den AutorINNEN des Genres los ist bzw. ob bei den vielen Todesnachrichten eigentlich neue Autorinnen nachrutschen. Um quasi die Tradition (wirklich) starker Heldinnen fortzuführen. Mir sind erschreckend wenig Namen eingefallen. (Fantasy, nicht Vampire und Co.)
      Nun ja, bei einem Roman von einem männlichen Autor muss man eben auch mit dessen männlicher Sichtweise leben können ;-)

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