Samstag, 9. Juni 2012

Die Hexenlüge - Amanda Marrone


Titel: Die Hexenlüge
Autorin: Amanda Marrone
Originaltitel: Revealers
Verlag: Cora (mystery)
ISBN: 4198042703600
Euro: 3,60
Veröffentlichungsdatum: März 2012
Seiten: 142
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag










Inhalt

Julia - Jules - Harris und ihre vier Freundinnen sind Hexen und beschützen wie einst ihre Mütter die Welt vor den Kreaturen der Nacht. Die Königin nennt ihnen einen Namen und dann geht es entweder auf Vampirjagd oder zur Verfolgung eines Werwolfes.
Sobald die Mädchen das achtzehnte Lebensjahr erreicht haben, werden sie zeremoniell in den inneren Hexenzirkel aufgenommen und in das größte Geheimnis ihrer Zunft eingewiesen. Jules ist die Jüngste und muss schnell miterleben, wie sich ihre Freundinnen nach deren Geburtstag verändern. Obwohl sie Vertrauen haben sollte, macht sie sich eigenmächtig an die Aufklärung des Mysteriums. Dabei steht ihr Connor, ihr Jugendfreund und Sohn der Hexenkönigin, zur Seite. Doch obwohl Jules ihn liebt und seine Küsse genießt, ist sie sich nicht sicher, ob sie ihm trauen kann.

Cover

Für die Grafik und das Foto ist das übliche Cora-Team zuständig gewesen. Farblich passt es sich dem Originalcover an und verströmt, passend zum Serientitel "mystery" viel Atmosphäre. Zielgruppe und Thema sind getroffen, das Bild gelungen.
Die Schriftart ist mal etwas anderes, wirkt jugendlich frisch und liest sich angenehm. Einzig der Titel ist sehr störend, da er zu viel verrät.

Meinung

Amanda Marrone hat ein eher durchschnittliches Werk geschaffen, das, obwohl für jüngere Leserinnen gedacht, doch sehr oberflächlich daherkommt.
Zunächst braucht es eine gewisse Gewöhnungszeit, um sich an die Welt der Hexen heranzutasten, denn diese sind nicht ganz wie erwartet. Sie fliegen auf Besen durch die Nacht und erinnern mitunter so sehr an Harry Potter, das man schmunzeln möchte. Als eines der Mädchen gegen Ende schließlich den Zauberspruch "Alohomora" benutzt, war es beinahe nicht mehr möglich, die Handlung ernst zu nehmen.
Die Beziehung von Jules und Connor steht von Anfang an im Vordergrund und wurde von der Autorin Teenagergerecht aufgearbeitet. Mehr als Rumgeknutsche gibt es jedoch nicht und ab etwa der Hälfte der Geschichte wird auch das seltener, weil die Rahmenhandlung an Intensität gewinnt. Das Ende ist, was das junge Paar angeht sehr unbefriedigend und sogar enttäuschend ausgefallen, was unter Umständen nicht jedem gefallen wird. Trotzdem gibt es natürlich ein Happy End, wenn auch ein gewagtes.
Jules ist ein sympathisches Mädchen, das ein paar mehr Ecken und Kanten locker weggesteckt hätte. Sie ist der einzige Charakter, über den etwas mehr zu erfahren ist, alle anderen bleiben sehr oberflächlich und dadurch leider auch stereotyp. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das große Geheimnis schnell erraten ist und nach der Auflösung für Jules der weitere Ablauf klar vor Augen des Lesers liegt. Das nimmt der Geschichte sowohl die Dynamik, als auch die Spannung.
Obwohl übersinnliche Wesen vorkommen, scheinen sie lediglich Alibi zu sein. Eine junge Vampirin ist in etwa eine Schulkameradin und die Mädels plaudern nett, ehe sie einen Pflock hervorziehen und es damit auch schon erledigt ist. Etwas mehr Action bei diesen "Kämpfen" wäre durchaus wünschenswert gewesen, weil es so gar nichts gibt, das sich als Herausforderung darstellen würde.
So geht alles seinen gleichmäßigen Gang und obwohl "Die Hexenlüge" (der Titel verrät übrigens auch schon den Kern der Story) nicht wirklich schlecht ist, springt leider kein Funke über. Darum bleibt es Durchschnittskost für Zwischendurch, wenn gerade nichts anderes zur Hand ist.


Amanda Marrone besaß schon als Kind eine lebhafte Fantasie. Ihr Vater verstärkte diese noch, indem er sie und ihre Geschwister zu nächtlichen Friedhofs-Spaziergängen mitnahm. Als Mutprobe ging sie sogar eines Nachts alleine zu einer Gruft und klopfte an die Tür ... Kein Wunder, dass diese Frau irgendwann auf die Idee kam Mystery-Autorin zu werden! Zuerst wurde sie jedoch Lehrerin. Und, man sollte es kaum glauben, aber: Sie hat immer noch Angst im Dunkeln.

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