Donnerstag, 30. Dezember 2010

Dein Blut für ewig - Michaela F. Hammesfahr


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Rowohlt-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!



Die Pädagogikstudentin Anne Schwarz kommt in den Semesterferien nach Hause. Ihre beste Freundin Nina überredet sie zu einem Ausgehabend und beim Tanzen lernt sie den geheimnisvollen Kilian Ravenstein kennen.
Kilian ist von Anne ebenfalls fasziniert, weil ihr Duft ihn magisch anzieht. Gerade hat er sich von seiner langjährigen Freundin Mona getrennt, mit der er aufgrund einer alten Familientradition zusammen gewesen ist. Denn sie sind keine Menschen. Sie sind Parasiten, die vom Blut der Normalsterblichen leben und von deren Existenz einst der Mythos der Vampire geprägt worden ist.
Damit sich eine Parasitenfrau fortpflanzen kann benötigt sie eine Primärspenderin, die genau auf sie abgestimmt ist. Und den richtigen Zeitpunkt.
Kilians Vater arbeitet in seinem Labor nicht nur an der Erforschung von Krankheiten, sondern auch an einer Möglichkeit, das Bluttrinken unnötig zu machen.
Anne hat davon keine Ahnung, kann und will sich nicht von Kilian fernhalten. Je öfter sie zusammentreffen, desto mehr spürt sie, dass sie ihr Herz an ihn verlieren wird. Auch Kilian entwickelt Gefühle für die junge Frau. Doch ihre Liebe darf nicht sein.



Obwohl mir der Anfang des Roman noch gut gefallen hat, konnte ich ab etwa der Hälfte nur noch grob den Inhalt überfliegen und das Ende ist komplett an mir vorbei gegangen.
Mir gefällt die Idee und auch der Aufbau der Story sehr gut. Dass die Autorin Ahnung von der Arbeit in einem Labor hat, ist zu spüren, denn es gibt viele Details, die Orte und Tätigkeiten plastisch darstellen. Die Arbeit von Kilians Vater wird oft erwähnt und nimmt einen nicht unerheblichen Teil der Geschichte ein. Sie wird mir als Laien recht gut erklärt, auch wenn ich mir hier und da ein paar mehr Informationen gewünscht hätte.
Die meisten Charaktere sind sympathisch, wenn auch etwas stereotyp. So ist Anne ziemlich unschuldig und herzensgut (fast ein bisschen naiv), was natürlich keine schlechten Eigenschaften sind. Aber ein paar Ecken und Kanten hätten ihr schon gut getan. Unverständlich blieb mir, warum ausgerechnet Nina ihre beste Freundin ist. Zwar kennen sich die beiden schon aus Kindertagen, aber sie stammen buchstäblich aus verschiedenen Welten und passten irgendwie so gar nicht zueinander. Nina erscheint oft als das komplette Gegenteil Annes.
Kilian ist mir zu blass geblieben. Er sieht gut aus und besitzt einen Buchladen, ist der zweite Sohn seiner Eltern und soll möglichst bald sesshaft werden. Daneben gibt es aber nichts, was ihn ein bisschen dreidimensionaler gemacht oder zumindest von den anderen Männern im Buch abgehoben hätte. Einfach zu dem Besonderen, warum man auch als Leserin den Helden anschmachtet und fast ein bisschen eifersüchtig wird, dass die Heldin ihn erobern darf und nicht man selbst.
Zur Beziehung der beiden kann ich leider nicht viel sagen. Für Kilian riecht Anne einfach toll, obwohl außer ihm nur seine beiden kleinen Nichten dies bemerken. Ihr Duft ist es, der ihn auch weiterhin in ihre Nähe zieht. Sie wundert sich darüber, wechselt aus Scham sogar ihr Deo, ist aber auch von ihm fasziniert. Er hat da offensichtlich ein paar Geheimnisse ... Schlagfertige Dialoge, knisterne Momente - alles Fehlanzeige.
All das wäre aber vielleicht nicht umwerfend schlimm gewesen, denn im Fortlauf der Handlung öffnet sich Stück für Stück ein neues Puzzletürchen und die vielen kleinen Ideen (Primärspenderin, Schutzengel etc.) haben mir gut gefallen.
Aber leider ist das gesamte Geschehen auf eine äußerst zähe Art und Weise berichtet worden. Beispielsweise beginnt Anne ein Praktikum in einem Kindergarten. Nicht nur, dass wir ihr ein bisschen über die Schulter schauen können, sie erzählt später ihrer Mutter auf deren Nachfrage noch mal ausführlich von ihren Erlebnissen am Tag mit den Kindern. Das hat nichts mit der fortlaufenden Handlung zu tun und hätte vom Rotstift ausgemerzt werden müssen. Denn mal ehrlich: Wer will denn in einem Roman wie diesem davon lesen? Es kommt jedoch noch etwas schlimmer. Anne trifft sich kurz darauf mit ihrer Freundin und auch diese möchte wissen, wie es ihr am ersten Praktikumstag ergangen ist. Und wieder wird ein Großteil dessen, was wir jetzt schon zweimal gelesen haben, erzählt.
Leider gibt es einige solcher Dialoge oder Szenen, die gänzlich unnötig gewesen wären und die sich zäh wie Kaugummi lesen. Demgegenüber aber sind Schlüsselszenen oder einfach solche, die eine wichtige Information näher beleuchtet hätten, fast nebenbei abgehandelt worden. Immerhin möchte ich in einem "Vampirroman" auch davon lesen, wie jemand Blut trinkt. Aber als Mona mal eben mit dem Auto anhält und eine harmlose Radfahrerin aussaugt - es also endlich mal interessant wird - gibts nur wenige Zeilen, die mir hinterher auch noch unlogisch, weil wenig glaubhaft erschienen. Da aber das Leben der Parasiten davon bestimmt wird und Kilians Vater sogar an einem wichtigen Projekt diesbezüglich arbeitet, wäre das wesentlich wichtiger gewesen, als Annes erster Praktikumstag.
Immer wieder thematisiert wird der eher langweilige Alltag der einzelnen Personen und natürlich das zahlreiche Zusammentreffen von Anne und Kilian. Und dann die Auswertung dieser Zusammenkünfte (also wieder alles doppelt und dreifach) von Anne mit diversen Personen, sei es die beste Freundin oder die Mutter. Gähn. Ein Beziehungsroman ist schön und gut, aber dann bitte nicht in den Anschein eines phantastischen/mystischen Mantels packen.
Die Ansätze sind sehr gut, aber leider sind die wirklich tollen Ideen in keinen brauchbaren Plot gepackt worden. Das ist wirklich schade, denn ich würde der Autorin sehr viel mehr zutrauen.
Für mich war schon früh Schluss, aber vielleicht liegt das Thema anderen Lesern mehr.




Michaela F. Hammesfahr wurde 1969 in der Nähe von Köln geboren. Die Tochter von Petra Hammesfahr unterhielt schon als Kind die Familie mit ihren Fantasiegeschichten. Später zog es sie vom Rhein an die Elbe und von der Fantasie in die Wissenschaft. Sie studierte Biologie im Hamburg und arbeitete dort mehrere Jahre als Produktmanagerin im Medizinischen Marketing. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes folgte sie dem Beispiel ihrer Mutter und begann zu schreiben. In ihrem ersten Roman verknüpft sie ihre beiden Leidenschaften, die Fantasie und die Wissenschaft (sie hat dafür unter anderem eine komplette Vampir-Biologie entwickelt). Heute lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in einer Kleinstadt bei Hamburg.

Freitag, 24. Dezember 2010

Frohes Fest und besinnliche Stunden





Die Türchen im Kalender sind geöffnet, der Baum geschmückt, die Luft riecht bedeutungsschwanger nach Gewürzen, Kaffee, Braten und Opa - und alle Kinder wissen, was das bedeutet: Es weihnachtet sehr!
Ich wünsche allen Erdenbürgern ein Frohes Fest und besinnliche Stunden im Kreise von Familie und/oder Freunden.

Vielen lieben Dank an alle, die mir eine postalische oder virtuelle Weihnachtskarte geschickt haben.
Vielen lieben Dank auch an jene, die mein liebstes Hobby mit mir teilen und mir jeden Tag durch eigenes Schaffen, einen Kommentar oder einfach ihren Besuch versüßen.
Einen besonderen Dank an diejenigen, die es mir überhaupt erst möglich machen, diesen/s Blog zu betreiben.

Ich selbst feiere erst morgen, da meine Familie zu all den fleißigen Menschen da draußen gehört, die dafür sorgen, dass der Rest von uns sicher und zufrieden Kartoffelsalat essen kann. Darum möchte ich an dieser Stelle allen Pflegekräften, Sicherheitsbeamten, Polizisten, Räumdiensten, Zustellern bei Post und Konkurenz, Verkäufern, Sanitätern/ Feuerwehrmännern und -frauen, Busfahrern und all den vielen anderen, die ich vergessen habe, meinen allerherzlichsten Dank aussprechen!

Wer möchte, kann HIER etwas über "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" lesen. Oder HIER über "Der kleine Lord (1980)". HIER gibt es eine kleine (Fantasy-)Weihnachtsgeschichte.

(Seltsame) Suchanfragen - Weihnachten

weihnachtsmann, sichtungen
Gab's die Tage sicher eine Menge ...

polarkreis 6 monate ohne sonne
Hohe Stromrechnung inklusive.

gepsräch weihnachtmann udn engel
Das überlasse ich dann mal den Autoren unter uns ...

lustiges keksrezept
Weil man sich beim Lesen davon kaputt lachen muss?

lichterkette basteln
Die kann man auch kaufen. Übrigens.

verlorene stiefel
Müssten einen von diesen Schlüsselanhängern haben, wo man pfeift und die piepen wild. Tja, nächstes Mal eben schlauer ...

weihnachtsfest im krieg
Hoffentlich nie wieder!

wer bringt am weihnachten die geschenke
Das kommt drauf an, wen Du fragst.

stress mich nicht
Oki, ich mach dann auch Schluss. ;)


(Film) Der kleine Lord (1980)


"Der kleine Lord" (Little Lord Fauntleroy) basiert auf einem Roman von Frances Hodgson Burnett, einer 1849 geborenen, britischen Schriftstellerin.
Nach dem ersten Erscheinen 1886 wurde der Roman in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt; zuerst im Jahr 1914.
Eine Filmversion in englischer Sprache aus dem Jahr 1936 kann auf der Videoplattform angesehen werden. Schon seltsam, wie sich ein und die gleiche Geschichte mit den Jahren und gesellschaftlichen Umständen verändern kann.



Meine Lieblingsversion ist aber die Verfilmung von 1980 mit Ricky Schroder als Cedric. Der 1970 geborene Schauspieler hatte mit diesem Auftritt seinen großen Durchbruch. Er blickt väterlicherseits übrigens auf deutsche Vorfahren aus der Nähe von Hamburg zurück. Gedreht hat er bisher in fast jedem Jahr einen Film oder in einer Serie, wie 2007 in der 6. Staffel von "24". Seit 1992 ist er verheiratet und hat vier Kinder.
Viele Jahre lang hatte er seinen Namen in "Rick" umgeändert, gab aber 2007 bei Larry King bekannt, dass er fortan wieder unter dem Namen "Ricky Schroder" auftreten wird.



Cedric Erroll (Ricky Schroder) ist der letzte Nachkomme des Earl of Dorincourt ((Alec Guinness). Obwohl sein Vater, dessen dritter Sohn, unstandesgemäß eine Amerikanerin geheiratet hat und damit vom Vater verstoßen wurde, holt der alte Mann Cedric zu sich nach England.
Des Lebens überdrüssig, herrscht Ceddies Großvater kaltherzig über seine Ländereien. Auch lehnt er es ab, die Mutter seines Enkels zu sehen. Diese jedoch besteht darauf, dass Cedric nie etwas davon erfahren darf, um unvoreingenommen seinen Großvater kennenlernen zu können.
Cedric schafft es nach und nach, das Herz des alten Griesgrams aufzuweichen und ihn daran zu erinnern, was das Leben ausmacht. Der Earl ist furchtbar stolz und vernarrt in seinen Enkel, überglücklich, endlich einen passenden Nachfolger zu haben. Doch dann meldet sich eine Frau, die behauptet, mit dem zweiten Sohn des Earl verheiratet gewesen zu sein und einen Sohn von ihm geboren zu haben ...



Wie Weihnachtsmusik, Lichterketten und anderer X-mas Tand gehört auch die Verfilmung des kleinen Lords zum Fest der Liebe und ist davon nicht mehr weg zu denken. Mit so einem süßen, charismatischen jungen Schauspieler ist den Filmemachern ein großer Clou gelungen, da ein Großteil der Handlung allein von ihm getragen wird.
Mit den Jahren verliert der Film nicht, auch wenn er jedes Jahr mehrmals gezeigt wird. Zuletzt fand ich es dennoch etwas übertrieben, wie überaus gutherzig und engelsgleich der Knabe sich gab. Aber für Romantikerherzen ist das natürlich unabdingbar. Rutscht schon ein wenig in Richtung "Kitsch", ist aber nach wie vor wunderschön.
Happy-End-Bevorzuger brauchen keine Bange haben, es geht alles gut aus. Nicht nur Ceddie wird dabei berücksichtigt, sondern auch fast alle Nebenfiguren.
Das einzige, was mich auch nach Jahren noch stört ist, dass der andere kleine Junge wieder nichts vom Vater haben wird. Aber diese Geschichte ist eine andere und spielt für den kleinen Lord, der sicher alles tun wird, um den armen Menschen zu helfen, keine Rolle.
Ein Film für die ganze Familie, der inzwischen zu Recht eine eigene Tradition erlangt hat und aus dem Weihnachtsprogramm nicht mehr wegzudenken ist.



Der Name "Cedric" übrigens ist eine reine Erfindung. Erstmals in "Ivanhoe" von Sir Walter Scott schriftlich erwähnt, erlangte er durch Frances Hodgson Burnett einen großen Bekanntheitsgrad.

Montag, 20. Dezember 2010

Hexenzorn - T. A. Pratt


Marla Mason ist die führende Hexe (im Original Zauberin, Kämpferin und Beschützerin) der kleinen Stadt Felport. Aber sie hat dort eine Widersacherin, Susan, die ihr das Amt streitig machen möchte. Dazu schafft sie einen großen Zauber, der Marla unwiederbringlich auslöschen soll.
Um das zu verhindern, benötigt Marla einen magischen Gegenstand, den es aber nur in San Francisco gibt. Mit ihrer rechten Hand Rondeau kaum dort angekommen, macht sie sich bei ihrer Suche die ersten Feinde.
Ein geheimnisvoller Magier kommt ihr ein ums andere Mal zuvor, tötet einen ihrer besten Freunde und schließlich auch diverse andere Hexen und Zauberer der Stadt.
Obwohl Marla nichts mit dieser Angelegenheit und Frisco zu tun haben will, beschließt sie, die ansässigen Magier zu warnen. Denn wer immer an der Hierarchiespitze steht, wird als nächstes umkommen. Sei es der Sex-Magier Finch, der seine Energien durch große Sex-Partys sammelt oder der Technozauberer Dalton, der Spiegelwesen seiner Selbst kreiert hat und diese alle halbe Stunde abloaden lässt. Außerdem hat der Geheimnisvolle genau das, was Marla benötigt und weigert sich, es ihr selbst für kurze Zeit zu überlassen.
Darum bleibt der schlagfertigen Hexe nichts anderes übrig, als sich zunächst um die Probleme San Franciscos zu kümmern und erst dann um ihre eigenen. Doch die Zeit läuft ihr davon ...

 
Mit dem Cover ist es diesmal so eine Sache. Natürlich ist das Original um Weiten besser, als das der deutschen Übersetzung. Aber bei dieser Geschichte fällt es doch sehr schwer, nicht das Falsche mit einem - wie auch immer gearteten - Bild zu suggerieren.
Marla passt in keine der momentan vorherrschenden Sparten; eine Person, sei sie auch verdeckt, dazustellen bringt also nichts. Noch eher hätte ich zur Rahmenhandlung tendiert: die Stadt San Francisco und als Dreingabe etwas Magisches. Warum nicht ein gelber Frosch? Oder das Wesen, welches die Menschheit vernichten will?
Manikürte Fingernägel mit einer Flamme darüber passen jedenfalls nicht und ich hoffe, dass nicht noch mehr Leser vorbeigreifen werden, weil das Cover so wie es ist ein wenig langweilig erscheint.

 
Wer hier Romantik, Liebe und/oder Erotik erwartet, ist falsch und sollte diese Rezension nicht erst weiterlesen. Bei "Hexenzorn" handelt es sich um reine Urban Fantasy (Verlag: Dark Fantasy), bei der es nicht - und sei es auch hintergründig - darum geht, die Heldin mit einem sexy übernatürlichen Wesen zu verkuppeln. So wie ich Marla kennenlernen durfte, wäre diese sicher auch unheimlich irritiert davon gewesen, wenn ihr derart der Hof gemacht worden wäre, wie man es aus zahlreichen Romanen dieser Art kennt.
Als sie dann unfreiwillig bei Finch dem Sex-Magier einen Verehrer bekommt, der darauf besteht, dass sie ihn auspeitscht und dann nicht von ihrer Seite weicht, tut sie ihm schließlich den Gefallen. Womit der junge Mann wohl nicht gerechnet hat. Aber keine Sorge, Marla kennt sich aus und peitscht ihm ihre Initialen in den Allerwertesten - unter großem Applaus der Umstehenden.
Man merkt, Marla ist von der derberen Sorte, sie hat Kopfschuppen, kleidet sich eher männlich, spricht wie's ihr gefällt und nimmt die Dinge gern selbst in die Hand. Die Komplikationen, die ihr das Leben schwer machen, sind nicht von der Fettnäpfchen-Sorte oder hausgemacht, sondern werden von der Handlung und den Feinden bedingt, sind zudem auch wirklich gefährlich.
Imposant auch, wie unerschütterlich Marlas Selbstvertrauen ist. Klar, es scheint aussichtslos, aber aussitzen hilft nicht. Also Plan entwickeln und wenn alles schief läuft, einfach drauf los. Außerdem hat so eine Hexe noch die ein oder andere Überraschung im Petto und Marla gehört zu den besten.
In dieser Art kenne ich kaum eine Heldin, auch wenn viele Autorinnen ihre Protas gern als Kick-Ass oder modern im Leben stehend verkaufen wollen. Liegt es daran, dass es sich bei T. A. Pratt um einen Mann handelt? Auch bei Sarwat Chadda fiel mir auf, wie sehr sich seine Heldin von den meisten anderen unterscheidet. Alpha-Frauen, statt Weibchen - ich werde nun öfter zu männlichen Autoren mit weiblichen Hauptfiguren greifen.
Marla ist mit interessanten Nebenfiguren umgeben worden. Da ist B., der einst Schauspieler war und dann übersinnliche Kräfte entwickelt hat, an die er selbst gar nicht so richtig glaubt. Und Rondeau, der eine Art Geistwesen ist, das sich im Körper eines Kindes festgesetzt und mit ihm zusammen erwachsen geworden ist. Er ist hier der weiche Kern, entwickelt Gerechtigkeitssinn, besteht auf der Rettung der Unterdrückten, während Marla nur ein Ziel kennt: Ihre eigene Erlösung. Die vielen Magier, die ihre Energien aus den unterschiedlichsten Medien beziehen: Sex, Technik, Kannibalismus, einem magischen Zug ...
So abgedreht wie die Story, so abgedreht sind die vielen Personen, denen die Hexe aus Felport begegnet. Das macht eine ganze Weile lang sehr viel Spaß, wird aber irgendwann ein wenig zu viel. Doch es muss schwierig sein, so viele Ideen unterzubringen und die Welt, in der die Heldin agiert - von der man vielleicht noch nicht einmal weiß, ob sie in Fortsetzung gehen wird - unter einen Zauberhut zu bringen. Gut, dass Pratt das selbst aufgefallen ist, denn irgendwann war Schluss mit der fast endlosen Kette an zu rettenden Magiern und die eigentliche Handlung konnte wieder einsetzen.
Der Verlauf dieser ist stringent und wird vor allem mit den Figuren und der verwendeten Sprache gewürzt. Alles zusammen gemixt ergibt eine überaus spannende und sehr unterhaltsame Geschichte, von der übrigens nicht klar ist, ob sie zu einem guten Ende finden wird. DAS ist nur klar dadurch, dass es noch einige Folgebände gibt; Marla kann also nicht schon hier zu einem frühen Ende finden.
Felport übrigens wird allein durch Marlas und Rondeaus Äußerungen und Gedanken bildlich. Zwar erhält man ein recht negatives Bild, von versifften Spelunken, Drogendealern an jeder Ecke und einem Staatsapparat, der sich fest in der Hand der führenden Hexe befindet. Aber weil Marla diese Stadt liebt, bekommt das alles wieder einen positiven Touch. Andere Seiten Felports werden durch Susan und ihren Charakter deutlich - da ist dann eben auch die Gegenseite vertreten, die High Tower, die Schicki-Micki-Läden und all das.
Ich fand es sehr gelungen, eine Stadt auf diese Art und Weise vorzustellen. Sie wurde fassbar, obwohl sich die die Helden gar nicht in ihr aufgehalten haben; das muss man T. A. Pratt erstmal nachmachen!
Wodurch der Autor in seinem eigenen Schaffen inspiriert worden ist, wird schnell klar. Genau das aber macht den Reiz der Geschichte aus - die sich unheimlich gut als Film machen würde.
Empfehlenswert ist "Hexenzorn" eher für solche Leser, die gern mal wieder etwas anderes lesen würden, als das, was sich bisher eingebürgert hat. Etwas abgebrüht sollte man schon sein, wenn man Marla (und ihrem Team) dabei zusieht, wie sie SM praktizieren, actionreich kämpfen, einen eigenen Gerechtigkeitssinn erfinden und sich nicht um andere scheren. Eine klitzekleine homoerotische Liebesgeschichte, die aber nur erwähnt und nicht ausgebreitet wird, exsistiert.
Wer starke Protagonisten mag und sich über eine Story abseits des Üblichen freut, ist hier gut beraten. Selbst ein bisschen abgedreht zu sein, schadet übrigens nicht.



Autorenhomepage: http://www.timpratt.org/
Marla Masons Homepage: http://marlamason.net/
Tim Pratt (December 12, 1976) is a science fiction and fantasy writer and poet. He grew up in the vicinity of Dudley, North Carolina, and attended Appalachian State University, where he earned a Bachelor's in English. In 1999 he attended the Clarion East Writing Workshop. He moved to Santa Cruz, California in 2000, and currently resides in Oakland with his wife Heather Shaw and son River. He currently works as a senior editor at Locus Magazine.
Pratt's work has appeared in a number of markets, including Asimov's Science Fiction, Realms of Fantasy, Orson Scott Card's InterGalactic Medicine Show, and Strange Horizons. His story "Little Gods" (online) (2002) was nominated for Nebula Award for the Best Short Story. His story "Hart & Boot," first published in Polyphony 4, was reprinted in Best American Short Stories: 2005. His "Impossible Dreams" (Asimov's July 2006) won the Hugo Award in the Best Short Story category. Collection Hart & Boot & Other Stories was a World Fantasy Award finalist in 2008.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Covergleichheit im Herbstwald


Als ich vor einigen Tagen die RITA-Nominierungen durchging (ein paar davon landen ganz sicher auf meinem Weihnachtsgabentisch), stieß ich auf diesen Roman:
"The Strangeling" von Saskia Walker
One woman alone holds the power to undo the hundred-year-old curse of an invincible army of dead men who wait to prey upon the living. Maerose, a beautiful, resilient maiden must drive back the evil spirits by mating with a man of faith on the dark night of Samhain at the very gates of the underworld. Her dormant magic can only be unleashed by willing submission to her predestined lover ...but a mad man aligned with the demonic forces of the underworld threatens to possess her in his place.
(Zur Übersetzung bitte den "Sprache auswählen" Button rechts oben benutzen.)

Und irgenwie kam es mir doch ziemlich bekannt vor. Na, kommt Ihr schon drauf? Richtig!
"Das Lied der Banshee" von Janika Nowak
Als Aileen erfährt, dass sie die letzte Banshee ist, glaubt sie an einen schlechten Scherz. Sie soll eine Gestalt aus der irischen Sagenwelt sein? Sie soll den Tod von anderen Menschen vorhersagen und mit ihrer Stimme Magie wirken können? Das ist doch vollkommen absurd! Ihre seltsamen Träume und ein Zwischenfall, den sie sich beim besten Willen nicht erklären kann, bringen sie jedoch ins Grübeln. Das junge Mädchen ahnt noch nicht, dass ihr Abenteuer mit dieser Enthüllung erst beginnt. Dass sie in eine Welt eintauchen wird, in der Mythen und Legenden keine Erfindung sind. Dass sie zusammen mit Sirenen, Wassermännern und Nymphen den Kampf gegen ein uraltes Wesen aufnehmen muss. Und dass sie sich verlieben wird. In einen guten Freund, der plötzlich nicht mehr in diese neue Welt passt ...

Montag, 13. Dezember 2010

Gefangene der Dunkelheit (Faefever 04) - Karen Marie Moning


Es handelt sich bei dem Roman "Gefangene der Dunkelheit" um den vierten Teil der Faefever-Serie. Jeder, der die Vorgänger nicht kennt, läuft Gefahr, sich selbst den Lesespaß zu nehmen, weil er Dinge erfahren könnte, die das Ende eines anderen Teiles verraten. Darum bitte nur lesen, wenn die anderen Serienteile bekannt sind.

MacKayla Lane ist Gefangene der unheilvollen Prinzen, die sich an ihrem Leid laben. Doch es gibt Hoffnung: Die junge Sidhe-Seherin Dani(elle) hat sich auf den Weg gemacht, um ihre Freundin zu befreien. Unwillig folgen ihr einige andere Seherinnen, die eher an Macs heiligem Speer interessiert sind, als an ihr.
Doch obwohl es ihnen gelingt, Mac die Freiheit wiederzugeben, scheint es für sie keine Zukunft zu geben. Sie ist nun eine Pri-ya, ein bloßes Tier, das nur auf seine Bedürfnisse reagiert und keinen klaren Gedanken fassen kann.
Doch Jerricho Barrons holt Mac aus der Abtei der Seherinnen zu sich in sein geheimes Versteck. Es dauert viele Monate, doch es gelingt ihm, sie zu heilen und ihr die Erinnerung an ihre Vergangenheit wiederzugeben.
Dublin liegt derweilen noch immer in Trümmern, Schatten und Unseelie haben sich eingenistet und zerstören alles und jeden, der ihnen in die Quere kommt. Doch es gibt auch Menschen, die nicht gegen die neue Bedrohung kämpfen, die sich den neuen Herren der Erde anschließen.
In all dem Chaos folgt Mac ihrem Wunsch, ihre Eltern zu besuchen, gibt sich ihnen jedoch nicht zu erkennen. Dabei belauscht sie ein Gespräch, in dem es um eine uralte Prophezeiung geht. Zwei Schwestern, die eine verdammt zu einem frühen Tod, die andere dazu, die Welt zu zerstören. Und Macs Eltern wissen, es sind ihre Töchter, die damit gemeint sind ...


Das Cover gefällt mir ehrlich gesagt wenig und das nicht nur, weil es grün ist. Ich stelle mir die Figuren im Buch gern selbst vor und mag es nicht, wenn sie mir wie auf dem Silbertablett präsentiert werden.
Hinzu kommt, dass die Frau auf dem Cover keiner Frau im Buch gleicht, was mir stets wenig gefällt. Wenn schon, denn schon.


Der vierte Band knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an, was nur insofern schade ist, als dass zwischen der Veröffentlichung beider Serienteile mehrere Monate liegen.
Obwohl Karen M. Moning wieder einen sehr spannenden Page Turner vorgelegt hat, gibt es doch einige Dinge, die mich gestört haben.
Das Thema Vergewaltigung ist nie einfach. MacKayla stellt sich der Herausforderung und gewinnt, setzt sich mit dem Thema an sich aber nie auseinander. Man sollte meinen, dass ihr Hass geschürt wird oder sie viele Nächte lang durchweint, statt dessen vergehen die Szenen, in denen die Sprache auf die Tat kommt - und Barrons nimmt da sicher kein Blatt vor den Mund - so schnell, dass sie fast einen sehr oberflächlichen Touch erhalten.
Natürlich gibt es die Zeit nach der Rettung mit Barrons, die sehr düster und extrem erotisch ist, was aber alle Leser, die so weit in der Serie gekommen sind, nicht stören dürfte. Hier ist Mac aber nicht sie selbst, sie weint um vieles, sie tanzt und lacht, aber das ist nicht sie, die das tut. Danach hieß es stets: Ja, ich war eine Pri-ya, eine abhängige Sklavin von Feensex, aber ich habe es überwunden und bin noch stärker aus der Sache herausgekommen. Seht euch also vor.
Ich kann nicht behaupten, dass mich das übermäßig gestört hat, aber es hat mich gestört und darum gehört es auch erwähnt.
Macs Beziehung zu den Sidhe-Schwestern hat sich kaum verbessert. Zwar gibt es da die dreizehnjährige Dani, die Mac aus den Händen der Prinzen gerettet hat und die nun das heilige Schwert führt, aber ansonsten ist die Frauengemeinschaft doch arg hin und her gerissen. Es ließ mein Herz bluten, dass die Frauen, die genau für diese Aufgabe geboren wurden, nun zu hilflosen kleinen Mädchen wurden, die nicht wissen, was sie als nächstes tun sollen. Ob mehrere hundert Frauen wirklich nur von einer Anführerin abhängig sind und wirklich keine in vielen Jahrzehnten auf die Idee kam, sich selbst fortzubilden, wage ich zu bezweifeln. So ganz glaubhaft war das für Karen M. Moning sicher auch nicht, denn sie hat die Figur der Kat selbstbewusst auftreten lassen. Damit wurde auch ein innerer Bürgerkrieg unter den Seherinnen verhindert, der sich sicher auch nur sinnlos über mehr als nur noch zwei Bände verteilt hätte. Aber auch nicht uninteressant gewesen wäre.
Mac an sich hat sich noch stärker verändert, wenn auch nicht ganz so, wie ich mir das gewünscht hätte. Natürlich muss sie auf die beste Woge im Meer setzen, aber dass sie sich so abhängig macht, hätte ich mir anders gewünscht. Ich hoffe, sie findet zu ihrer Stärke aus dem dritten Teil zurück.
Es werden endlich einige Geheimnisse von Jerricho Barrons gelüftet, da Mac es ein paar Mal gelingt in seinen Geist einzudringen. Wirklich schlauer ist danach weder sie noch der Leser, es gibt seinem Charakter aber noch mehr Tiefe.
Das Ende ist eindeutig zu lang geraten und wirkt eher wie eine Art Puffer. Der Kontrast zum restlichen Roman, wo sich mehrere Actionszenen mit solchen, die ein weiteres Geheimnis offenbaren abwechseln, ist enorm. Der Cliffhanger am Ende beinahe langweilig, ich musste mit den Augen rollen.
"Gefangene der Dunkelheit" lässt mich also etwas zwiespältig zurück, obwohl ich das Buch in sehr kurzer Zeit gelesen habe und viel Spaß dabei hatte! Als großer Fan der Serie werde ich natürlich auch den letzten Band lesen, aber überlege dennoch, ob ich wirklich den teuren Hardcover im Original anschaffen soll oder nicht lieber auf die Taschenbuchausgabe warten. Und wenn es die gibt, ist sicher auch schon die deutsche Übersetzung gelistet.
Postiv ist auf jeden Fall der Anhang, in dem die wichtigsten Begriffe und Personen gelistet und erklärt sind. Übrigens von Mac selbst. Die älteren Einträge aus vorherigen Bänden sind mit Zusätzen versehen, in denen die neueren Entwicklungen zum tragen kommen. Und ganz am Ende gibt es einige sehr schmackhafte Rezepte Macs, in denen sie verrät, wie man das Unseeliefleisch am besten zubereitet, damit es nicht mehr ganz so eklig ist.
Fans der Autorin und der Serie werden zugreifen und das sollten sie auch.

1. Im Bann des Vampirs (Darkfever)
2. Im Reich des Vampirs (Bloodfever)
3. Im Schatten dunkler Mächte (Faefever)
4. Gefangene der Dunkelheit (Dreamfever)
5. Shadowfever (18.01.2011)


http://www.karenmoning.com/
Karen Marie Moning was born in Cincinnati, Ohio, one of four children. She graduated from Purdue University with a BA in Society and Law. After a decade of working with insurance litigation and arbitration, she quit her job to pursue her dream of a writing career. Four manuscripts and countless part-time jobs later, Beyond the Highland Mist was published by Bantam Dell and nominated for two prestigious RITA awards. Author of the beloved HIGHLANDER series and the thrilling new FEVER series, featuring MacKayla Lane, a sidhe seer. Her novels have appeared on The New York Times, USA Today, and Publisher's Weekly bestsellers lists, and have received many industry awards, including the RITA



Sonntag, 12. Dezember 2010

"Meridian" (Amber Kizer) bekommt Fortsetzung


Endlich erscheint Amber Kizers Fortsetzung von "Meridian: Dunkle Umarmung" unter dem Titel "Wildcat Fireflies" im Original. Im Juli 2011 werden Leser, die des Englischen mächtig sind, erfahren wie es weitergeht.
Auf Nachfrage beim deutschen Verlag Knaur/Pan erfuhr ich, dass laut Datenbank noch nichts in Richtung Übersetzung geplant sei. Aber mit einem Augenzwinkern hieß es, dass das ja noch kommen könne. Also: Daumen drücken!

Meridian Sozu is a Fenestra—the half-human, half-angel link between the living and the dead. She has the dark responsibility of helping souls transition safely into the afterlife. If people die without the help of a Fenestra, their souls are left vulnerable to be stolen by the Aternocti, a dark band of forces who disrupt the balance of good and evil in the world and cause chaos.
Having recently lost her beloved Auntie—the woman who showed her what it meant to be a Fenestra—Meridian has hit the road with Tens, her love and sworn protector, in hopes of finding another Fenestra. Their search leads them to Indiana, where Juliet, a responsible and loving teenager, works tirelessly in the nursing home where she and several other foster kids are housed. Surrounded by death, Juliet struggles to make a loving home for the younger kids, and to protect them from the violent whims of their foster mother. But she is struggling against forces she can't understand . . . and even as she feels a pull toward the dying, their sickness seems to infect her, weighing her down. . . .
Will Meri and Tens find Juliet in time to save her from a life of misery and illness? And will Meri and Tens' own romance weather the storms of new discoveries?
(Für die Übersetzung bitte den Goo.gle-Button "Sprache auswählen" rechts oben benutzen.)

Freitag, 10. Dezember 2010

Versuchung des Zwielichts (Darkyn 01) - Lynn Viehl


Dr. Alexandra Keller ist eine talentierte Schönheitschirurgin, die nicht nur für Geld arbeitet, sondern auch sozial schwach gestellte Menschen unterstützt. Sie und ihr älterer Bruder John sind von den Eltern adoptiert worden und es ranken sich einige Geheimnisse um ihre Herkunft, um die aber nur ihr Bruder weiß. Er ist ein Kirchenmann geworden um all seine Schuldgefühle loszuwerden.
Eines Tages wendet sich der reiche Franzose Michael Cyprien an sie. Ein Unfall hat ihn entstellt und Alexandra soll ihm dabei helfen, seine Gesichtszüge wieder herzustellen. Als sie ablehnt, lässt der Mann sie entführen.
Zunächst ist sie geschockt und ausgesprochen wütend, lässt sich aber, aufgrund mangelnder Alternativen, auf den Handel ein. Doch da gibt es einige Besonderheiten: Michael will keine Betäubung und alle Verletzungen, die er erleidet - also auch alles, was ein Skalpellmesser anrichtet - heilen mit überdurchschnittlicher Geschwindigkeit. Denn Michael ist kein Mensch, sondern ein Darkyn; ein Vampir.
Die Operation gelingt, doch in seiner Raserei verletzt Michael seine Ärztin und der Verwandlungsprozess setzt bei ihr ein. Sie kann fliehen, aber ihr Körper verändert sich nun von Stund an. Mithilfe ihrer medizinischen Kenntnisse gelingt es ihr, den Prozes zu verlangsamen, doch ihrem neuen Meister kann sie sich nicht auf Dauer entziehen. Vor allem auch, weil der von der schönen, klugen Frau fasziniert ist. Alexandra aber will sich das alles nicht gefallen lassen. Da ist Ärger vorprogrammiert.
Im Hintergrund operieren die Feinde der Darkyn, eine geheime Sekte in der Kirche, denn diese haben nur ein Ziel: Die Vernichtung aller Vampire. Als sie merken, dass Alexandra übergelaufen ist, machen sie sich an ihren Bruder John heran.



Es ist wieder etwas Zeit vergangen, seit ich das Buch gelesen habe und das könnte sich auf meine Meinung auswirken. Ich habe keine Probleme mich an alles zu erinnern und das ist schon einmal positiv.
Zunächst sei gesagt, dass ich das Buch gar nicht lesen wollte. Die Verbindung zwischen "Schönheitschirurgin" und Cover (das mir hier und auch bei den Folgebänden nicht gefällt) haben mich glauben lassen, es handle sich um eine eher seichte Komödie. Als ich jedoch einige Seiten gelesen hatte, war ich sehr verdutzt. Die Darkyn dürften so ungefähr das düsterste sein, was das Genre momentan zu bieten hat. Das sollte sich jeder klar machen, der darüber nachdenkt, den Roman zu lesen. Hier wird niemand mit Samthandschuhen angefasst, niemand in letzter Minute gerettet, Romantik im eigentlichen Sinn gibt es nicht und bei Folterszenen wird nicht galant weggeblendet. Doch genau das macht auch den Reiz von Alexandras Erlebnissen aus. "Versuchung des Zwielichts" erfindet das Genre sicher nicht neu - auch wenn einige Ansätze drin stecken, die ich so noch nicht gelesen habe - die Art, wie das Geschehen dem Leser näher gebracht wird, aber gibt es nicht oft.
Der Beginn des Romans gestaltet sich düster und es wird schnell klar, dass Alex keine oberflächlichen Millionärsgattinen behandelt, sondern Unfall- und Brandopfer. Ihr überaus großer Gerechtigkeitssinn weckt schon hier die ersten Sympathien.
Was das erste Drittel etwas schwierig gestaltet sind die ganzen Fremdbegriffe und politischen Wirrungen, in denen sich die Kirche, die Darkyn und leider auch Lynn Viehl selbst verlieren. Es sind aber jeweils nur kurze Passagen und erfahrene Leser werden merken, dass sich alles schnell im weiterlesen aufklärt. Darum einfach durchhalten, die paar Seiten sind zu verschmerzen. Und selbst wer nicht weiß, was eine Tresora ist, wird an diesen Szenen Gefallen finden.
Fasziniert war ich von Alexandras großem medizinischen Fundus und wie sie sich das Vampirdasein mithilfe von Viren erklärt. Ja es sogar schafft, diese in ihrem Blut zu isolieren. Der Aufbau dieses Stranges, der sich sicher und hoffentlich in den Folgebänden fortsetzt, bietet unheimlich viel Potential.
Was mir an der Hintergrundgeschichte nicht gefiel, war die Erklärung, wie die Darkyn zu dem wurden, was sie seit vielen Jahrhunderten nun einmal sind. Mir war die ganze Zeit, als würde da ein gravierender Fehler drin stecken, den ich jedoch gedanklich nicht zu fassen bekam. Auch die Auflösung am Ende ergibt für mich wenig Sinn, wird sich in den Folgebänden aber vielleicht noch entnebeln.
Alexandra empfand ich als angenehmen Charakter, die nicht unnötig rumheult, sondern zupackt und die Lage erst sondiert, schließlich handelt. Auch dem Mann gibt sie sich nicht hin, obwohl allen klar ist, dass es genau darauf hinauslaufen wird. Eine Liebesgeschichte steckt da nur teilweise dahinter und diese steht auch selten im Vordergrund. Rote Rosen und Pralinen wird es hier nicht geben, aber dennoch sind es die feinen kleinen Details, die für sich sprechen. Da muss man schon genau hinsehen. Genau das ist es auch, was mir am Roman gesamt gesehen sehr gefallen hat. Ich bekomme nichts auf dem Silbertablett serviert, sondern muss mich wie die Heldin erst einmal hineinfinden, umsehen und mitdenken.
Hier wird eine erwachsene Geschichte erzählt und ich denke doch, dass es angebracht wäre, Lesern unter 16 Jahren von der Lektüre abzuraten. Zartbesaiteten, denen Gewalt und Kick-Ass-Handlungen nicht liegen, ebenfalls.
Die Handlungsstränge um John liegen bei der Kirche, in deren Mysterien sich der Leser allerdings nicht zwingend auskennen muss. Alexandras Bruder war der Charakter, der mich am meisten gefesselt hat. Er ist sehr emotional und aufrichtig, besitzt aber tief in sich einen sehr dunklen Fleck, der nur zutage tritt, als man ihn dazu nötigt. Wie er mit seinem persönlichen doch recht katastrophalen Ende zurechtkommen wird, wird mir die Fortsezung hoffentlich bald verraten.
Insgesamt vier Übersezungen sind schon erfolgt oder zumindest geplant, was deutsche Fans freuen wird, da sich die Serie wohl eher nicht zu einem OneShoot entwickeln wird. In den einzelnen Bänden stehen jeweils unterschiedliche Charaktere im Vordergrund, so dass keine stringente Handlung erzählt wird. Allerdings gibt es auf jeden Fall ein Wiedersehen mit Helden aus Vorläufern.
Ich habe das Lesen des Buches sehr genossen, weil Frau Viehl mich durch ihre eigens geschaffene Atmosphäre, die Charaktere und ihr actionreiches Geschehen gefesselt hat. "Versuchung des Zwielichts" ist nicht perfekt, denn es gibt einiges zu bemängeln, jedoch spielt das immer dann keine Rolle, wenn ich das Buch zufrieden zuklappen kann. Und das ist hier garantiert.


1. If Angels Burn (2005) - Versuchung des Zwielichts (2010)
2. Private Demon (2005) - Im Bann der Träume (2010)
3. Dark Need (2006) - Dunkle Erinnerung (Feb. 2011)
4. Night Lost (2007) - Blindes Verlangen (Aug. 2011)
5. Evermore (2008)
6. Twilight Fall (2008)
7. Stay the Night (2009)




http://pbackwriter.blogspot.com/
"A pseudonym used by S. L. Viehl"
Sheila Kelly wurde 1961 geboren und ist amerikanische Autorin mit mehreren Pseudonymen.
Science Fiction als S.L.Viehl
Romantic Fiction als Lynn Viehl, Gena Hale und Jessica Hall
Christliche Romane als Rebecca Kelly
Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Florida.

Freitag, 3. Dezember 2010

Monatsüberblick der Fantasy-Challenge


Ich möchte zunächst die neuen Teilnehmer herzlich Willkommen heißen!

Leider war es mir in diesem Monat nicht möglich, eine Zusammenfassung zu schreiben und alle neu gelesenen Bücher hier oder auf der Übersichtsseite zu verlinken. Das hole ich aber so schnell wie möglich nach!

Wie gehabt, antworte ich auf E-Mails, die einen Link enthalten nicht, damit ich weiß, was ich noch zu tun habe. Es ist also nicht böse gemeint, sondern hilft mir nur bei der Umsetzung. Sobald ich die Bücher verlinke, antworte ich auf jede Mail! Vielen lieben Dank für Eurer Verständnis.
Bitte schickt mir nur Mails, in denen sich auch wirklich ein Link befindet und keine, in denen zwar das Buch und der Autor genannt werden, dessen Rezension dann aber erst drei Tage später überhaupt in Eurem Blog gepostet werden. Ich habe schon drei Minuten nach der E-Mail vergessen, dass ich irgenwo nachsehen muss - ich werde nämlich alt. ;)
(Werden, nicht bin *hüstel*)

Habt Ihr eigentlich gewusst, dass viele Eurer Lieblingsautoren auch Romane zu Fantasy-Spielen geschrieben haben? Damit sind ja auch Rollenspiele gemeint, also so etwas wie "Das schwarze Auge". Einfach mal nachschauen, dann findet Ihr bestimmt etwas. Station 8 ist nämlich einsam und allein - zu Weihnachten sollte das niemand sein!

Und nun wünsche ich Euch auch weiterhin viel Spaß und Freude bei der Challenge!


Mittwoch, 1. Dezember 2010

Ausblick auf den Blog im Dezember


Im November hat mich das reale Leben stark beansprucht, so dass ich kaum Gelegenheit fand, mich intensiver mit dem Lesen zu befassen. Darum gibt es auch kaum Rezensionen aus dieser Zeit. Ich versuche gerade, mich aus dem Würgegriff zu befreien, in dem ich gefangen wurde. Drückt mir die Daumen!
Mein neues englisches Lieblingswort ist "Tsunami".
Der neue Verlag Elysion-Books stellte sich vor und der Erscheinungstermin von "Smaragdgrün" wurde endlich festgesetzt. Aus Wolfgang Hohlbeins "Märchenmond" ist ein Musical geworden, das im November Uraufführung feierte.
Kimberly Killions "Highland Dragon" wird übersetzt und erscheint im Mai 2011 als "Zauber der Highlands".
Mit "Alera-Zeit der Rache" erscheint im März 2011 Cayla Kluvers Fortsetzung. Und Siri Lindberg liest aus "Nachtlilien".
Es gibt einige Neuigkeiten rund um Yasmine Galenorn, so sind ihre Schwestern des Mondes nun bei Facebook mit eigenen Accounts vertreten und im Juni 2011 erscheint eine neue Anthologie, in der Galenron Iris Geschichte erzählt.
Ich bekam einen Blogaward von ziemlich vielen Bloggern verliehen und habe mich sehr gefreut.


Für den Dezember habe ich einige Überraschungen geplant gehabt, die ich aus Zeitgründen jedoch nicht verwirklichen konnte. Darum bleibt es bei den üblichen Dingen und ich hoffe, Ihr seid mir deswegen nicht böse.
Auf Verlosungen habe ich absichtlich verzichtet, denn mit denen werden wir in nächster Zeit sicher erschlagen ;) Und ich hoffe, dass mein Blog noch einiges mehr zu bieten hat, so dass sich auch so das Wiederkommen lohnt.
Durch ein sehr großzügiges Angebot wird es in der nächsten Zeit auch ein paar Hörbuch-Rezensionen geben.


Literatur-News:


Über Twitter erfuhr ich durch ein interessantes Gespräch, das eine Leserin mit dem Piper-Verlag führte, folgendes: "Alera - Zeit der Rache", der zweite Teil von Cayla Kluver erscheint nicht wie sein Vorgänger als Hardcover. Die Klappenbroschüre wird dadurch auch nicht mehr 19,95 Euro kosten, sondern nur noch 14,95 Euro.
Grund: Man wollte es der Zielgruppe leichter machen, die Geschichte zu verfolgen. Als Teenager verfügt man ja nicht über unendlich viel Geld und da wollte der Verlag den Lesern entgegen kommen.


Im Juli 2011 wird bei Piper David Chandlers "Ancient Blades - Die Metropole der Diebe" erscheinen. Bei der Suche nach dem Autor fiel mir auf, dass ein Roman mit dem Originaltitel "Den of Thieves" mit dem Autorennamen David Wellington im Juli 2011 erscheinen wird. Sonst war nichts über den Autor herauszufinden. Pseudonym?


Martin Millars "Curse of the Wolf Girl" (Kalix.Fluch der Werwölfe 02) ist jetzt auch in Italien erschienen.
Teil 1 "Lonely Werewolf Girl" erschien nun in Frankreich.


Während ich die Fortsetzung von Sarwat Chaddas "Teufelskuss" beim deutschen Verlag immer noch vermisse, erscheint dort der Roman am 21.06.2011 als preiswerte Taschenbuchausgabe mit ganz nettem Cover.


Die Autorin Seanan McGuire schreibt auch unter dem Pseudonym Mira Grant. Wie sie auf ihrer McGuire-Homepage bekannt gibt, hat Grants "... political science fiction novel Feed (published under the pseudonym "Mira Grant") has been selected as one of Publishers Weekly's Best Books of 2010."

Gesa Schwatz hat mir verraten, dass sie das Cover zu ihrem neuen Roman "Das Erbe des Lichts (Grim 02)" bereits gesehen hat. Es ist nicht gelb, so viel ließ sie immerhin verlauten.
Liebe Gesa, ist mir egal, ich lese es so oder so *g*

(Seltsame) Suchanfragen


von toten und lebenden helden
Süße Frage. Hat eine Weile gedauert bis ich drauf kam. In "Geschichten unter dem Weltenbaum" gibt es eine Kurzgeschichte mit diesem Titel.


aufgaben im tierstaat der waldameisen
Hausaufgaben oder einfach Langeweile?


toilettenpapier mit golddruck
Was es nicht alles gibt ...


carlsen verlag oder bastei lübbe manuskript schicken
Einfach die jeweiligen Verlage goog.len und sich das Programm sehr genau ansehen. Passt das Manuskript immer noch, gibt es Hinweise zum Einsenden des Manuskriptes auf der Verlagshomepage.


der mensch grammatikalischer fall
Ich liebe Suchanfragen dieser Art!


lottozahlen vorausahnen
Das würde ich auch gerne!


was sind satzzeichen
Kein Kommentar.


die freiheit des einen hört da auf wo die des anderen anfängt
Das Recht, mit der Faust um sich zu schlagen, hört auf, wo die Nase des Mitmenschen anfängt.


die hexe wurde auf die streckbank gespannt
Autsch!


es ist nicht leicht eine heldin zu sein
Wie wahr ...


in welcher zeit schreibe ich meine eigene meinung
Ich schlage vor in der Jetztzeit.

selbstbeteiligungskosten bei buchveröffentlichung
Meiden!


hörgeschichten zum mitlesen und fehler finden
Aber das ist doch das Gute an Hörgeschichten: Die Fehler werden einfach rausgelesen.


tauschticket das eine ticket in den arsch und halte dich von meinem regal
Oh, da war wohl jemand ziemlich sauer. Aber ach, die Suchanfrage löst sentimentale Gefühle in mir aus. Irgendwie fehlt mir die Tauscherei.


es wird immer schwieriger für schwarzfahrer
Tja, die Wirtschaft erholt sich, es werden mehr Kontrolleure eingestellt. So ist der Lauf der Welt ...


umweltfreundliche kindergeschichten
Mhm. Wegen dem Papier, auf dem sie gedruckt sind?


wann schreibe ich nach einem ausrufezeichen klein weiter
Ha! Ich weiß es!


wann folgt nach fragezeichen ein leerzeichen
Das weiß ich auch!


herzlich willkommen punkt oder ausrufezeichen
Oh man, ich weiß es schon wieder!!


kaugummiwand geschichte
Also, liebe Autoren: Auf die Plätze, fertig, los!


dialog zwischen engel und weihnachtsmann
Und gleich noch mal! Die ganz Findigen dürfen gern eine Kaugummiwand einbauen.


weibliche tabuworte
"Mann"
Tja, und ich dachte, diese Zeiten sind vorbei, als Frauen nicht alles sagen und denken durften.