Freitag, 24. Dezember 2010

(Film) Der kleine Lord (1980)


"Der kleine Lord" (Little Lord Fauntleroy) basiert auf einem Roman von Frances Hodgson Burnett, einer 1849 geborenen, britischen Schriftstellerin.
Nach dem ersten Erscheinen 1886 wurde der Roman in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt; zuerst im Jahr 1914.
Eine Filmversion in englischer Sprache aus dem Jahr 1936 kann HIER angesehen werden. Schon seltsam, wie sich ein und die gleiche Geschichte mit den Jahren und gesellschaftlichen Umständen verändern kann.

Meine Lieblingsversion ist aber die Verfilmung von 1980 mit Ricky Schroder als Cedric. Der 1970 geborene Schauspieler hatte mit diesem Auftritt seinen großen Durchbruch. Er blickt väterlicherseits übrigens auf deutsche Vorfahren aus der Nähe von Hamburg zurück. Gedreht hat er bisher in fast jedem Jahr einen Film oder in einer Serie, wie 2007 in der 6. Staffel von "24". Seit 1992 ist er verheiratet und hat vier Kinder.
Viele Jahre lang hatte er seinen Namen in "Rick" umgeändert, gab aber 2007 bei Larry King bekannt, dass er fortan wieder unter dem Namen "Ricky Schroder" auftreten wird.

Cedric Erroll (Ricky Schroder) ist der letzte Nachkomme des Earl of Dorincourt ((Alec Guinness). Obwohl sein Vater, dessen dritter Sohn, unstandesgemäß eine Amerikanerin geheiratet hat und damit vom Vater verstoßen wurde, holt der alte Mann Cedric zu sich nach England.
Des Lebens überdrüssig, herrscht Ceddies Großvater kaltherzig über seine Ländereien. Auch lehnt er es ab, die Mutter seines Enkels zu sehen. Diese jedoch besteht darauf, dass Cedric nie etwas davon erfahren darf, um unvoreingenommen seinen Großvater kennenlernen zu können.
Cedric schafft es nach und nach, das Herz des alten Griesgrams aufzuweichen und ihn daran zu erinnern, was das Leben ausmacht. Der Earl ist furchtbar stolz und vernarrt in seinen Enkel, überglücklich, endlich einen passenden Nachfolger zu haben. Doch dann meldet sich eine Frau, die behauptet, mit dem zweiten Sohn des Earl verheiratet gewesen zu sein und einen Sohn von ihm geboren zu haben ...

Wie Weihnachtsmusik, Lichterketten und anderer X-mas Tand gehört auch die Verfilmung des kleinen Lords zum Fest der Liebe und ist davon nicht mehr weg zu denken. Mit so einem süßen, charismatischen jungen Schauspieler ist den Filmemachern ein großer Clou gelungen, da ein Großteil der Handlung allein von ihm getragen wird.
Mit den Jahren verliert der Film nicht, auch wenn er jedes Jahr mehrmals gezeigt wird. Zuletzt fand ich es dennoch etwas übertrieben, wie überaus gutherzig und engelsgleich der Knabe sich gab. Aber für Romantikerherzen ist das natürlich unabdingbar. Rutscht schon ein wenig in Richtung "Kitsch", ist aber nach wie vor wunderschön.
Happy-End-Bevorzuger brauchen keine Bange haben, es geht alles gut aus. Nicht nur Ceddie wird dabei berücksichtigt, sondern auch fast alle Nebenfiguren.
Das einzige, was mich auch nach Jahren noch stört ist, dass der andere kleine Junge wieder nichts vom Vater haben wird. Aber diese Geschichte ist eine andere und spielt für den kleinen Lord, der sicher alles tun wird, um den armen Menschen zu helfen, keine Rolle.
Ein Film für die ganze Familie, der inzwischen zu Recht eine eigene Tradition erlangt hat und aus dem Weihnachtsprogramm nicht mehr wegzudenken ist.

Der Name "Cedric" übrigens ist eine reine Erfindung. Erstmals in "Ivanhoe" von Sir Walter Scott schriftlich erwähnt, erlangte er durch Frances Hodgson Burnett einen großen Bekanntheitsgrad.

Kommentare:

  1. "Der kleine Lord" ist ein sehr schöner Film (:
    Wir schauen ihn uns jedes Jahr zu Weihnachten an und irgendwie gehört das auch schon längst dazu. Vor kurzem wollten wir uns den Film auch auf DVD kaufen, aber ich musste feststellen, dass man ihn in Deutschland nicht kaufen kann. Das finde ich wirklich schade :/

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  2. Ja, das habe ich bei meiner Suche nach einem Bild auch gemerkt. Alles, was man bekommt ist eine DVD oder ältere Verfilmungen. Schade eigentlich, das wäre bestimmt ein Kassenschlager!

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