Sonntag, 10. Januar 2010

Ein Highlander zu Weihnachten - Sandy Blair ♥♥♥♥


Claire ist Antiquitätenhändlerin und muss dennoch jeden Cent zweimal umdrehen. Vor Jahren rettete sie einem alten Mann das Leben und traf sich dann regelmäßig mit ihm, um der beiderseitigen Einsamkeit entgegen zu wirken. Als er verstirbt, vermacht er ihr seinen gesamten Besitz. Darunter befindet sich auch ein Schwert mit dem Namen MacLeod und eine geheimnisvolle Truhe. Als sie diese untersucht, öffnet sich ein verstecktes Fach mit einer Art Pulver. Achtlos staubt sie damit herum und spricht die fremdartigen Worte nach, die sich auf der Truhe befinden. Unvermittelt steht der attraktive Cameron vor ihr, ein waschechter Schotte aus dem 17. Jahrhundert.
Beide sind völlig verwirrt und Cameron stürmt aus dem Haus. Da er sich aber in einer völlig veränderten Welt wiederfindet, kehrt er zurück und beide versuchen fortan, ihn wieder in seine Zeit zurückzubringen. Dabei kommen sie sich näher und für Claire ist es bald die große Liebe ihres Lebens. Aber Cameron hadert mit der Situation, denn seine gesamte Familie wurde im 17. Jahrhundert niedergemetzelt und er will zurück, um alle zu retten. Das geht aber nur, wenn er Claire verlässt ...

An diesem Roman stimmt alles, vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich habe "Ein Highlander zu Weihnachten" über die Festtage hinweg gelesen, denn auch die Handlung spielt zu dieser Zeit.
Zeitreiseromane sind immer so eine Sache: Wie glaubhaft soll so etwas schon sein? Mit ein bisschen Magie und einem Schotten, der sich zunächst gar nicht in unserer Zeit zurechtfindet, mehr, als ich das für möglich gehalten hätte.
Aber genau das macht auch den Reiz dieses Romans aus. Cameron hat selbstredend keine Ausweispapiere, weiß nicht, dass man nicht einfach irgendwo angeln oder nach Muscheln graben darf. Er wehrt sich bei der Leibesvisitation heftig. Diese komischen Momente, die aus seiner Sicht dargestellt wurden, lassen die Zeilen und Seiten nur so dahinfliegen.
Cameron ist ein sehr charmanter Mann, der mit viel Herz auch seine Muskeln spielen lässt. Seine Verwirrtheit macht ihn nur umso liebeswerter. Ein wenig störend fand ich - das aber nur ganz nebenbei - das wirklich jede Frau ihn angelächelt oder angehimmelt hat, er jedoch nur Augen für seine Claire hat. Irgendwann habe ich es auch kapiert. *g* Claire ist für meinen Geschmack zu "gütig" dargestellt, fast wie eine Maria. Aber das muss wohl so sein, denn schließlich soll sich auch Cameron in sie verlieben.
Warum ich dennoch keine fünf Herzen vergebe liegt daran, dass mir das Ende nicht so ganz gefallen will. Keine Sorge, es gibt ein Happy End! Jedoch fliegt das Jahr, von dem hier die Rede ist nur so dahin und wirkt dadurch extrem gestaucht. Wen das aber nicht allzu stört, wird einen sehr vergnüglichen und herzerwärmenden Roman finden, in dem der schottische Lord sich einmal ganz anderen Herausforderungen stellen muss.

http://www.sandyblair.net/


Kommentare:

  1. Will mich ja immer noch mal an einen dieser Romane "rantrauen". Wäre dies einer als Einstieg?

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  2. Dieser Romane? *g* Meinst Du Zeitreise?
    Normalerweise ist es ja so, dass eine Frau aus unserer Zeit in die damalige Welt reist. Wie bei Diana Gabaldon. Hier aber gelangt ein Mann in unsere Zeit. Ich muss gestehen, das gefällt mir viel besser.
    In "Der Schatten des Highlanders" ist es nicht geglückt, als Einstieg rate ich von diesem Buch ab.
    "Der Schwur des Wikingers" von Sandra Hill (auch hier im Blog) ist auch gut. Allerdings etwas weniger glaubhaft, weil sie die zeitreisende Wikingerfamilie viel zu schnell an alles gewöhnt.
    Dahingehend und weil ich annehme, dass Du gerne mal schmunzelst, würde ich Dir den Weihnachtshighlander empfehlen ja. Und der Preis ist unschlagbar.
    Aber da jeder Mensch einen anderen Geschmack hat, musst Du selbst probieren, was Du magst (und ob überhaupt) und was nicht. ;)

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  3. Buch ist bestellt - bin ja sehr gespannt ...

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  4. Oh, ich auch! Hoffe, es gefällt Dir ;)

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  5. Ach Gottchen, solche Bücher als gut bezeichnen, aber Peter v. Brett als uninspiriert abstempeln. Wegen Leuten wie dir werden Frauen, die Fantasy lesen, belächelt.

    Vielleicht solltest du dir etwas mehr Danielle Steel oder Nora Roberts zu Gemüte führen, dann wäre auch dein Verlangen nach Hindernissen, die den Hauptfiguren in den Weg gestellt werden, befriedigt und du müsstest dich nicht mit der Komplexität von Figuren auseinandersetzen, deren Kämpfe in ihrer Psyche stattfinden.

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    1. Hallo Maya,

      erst einmal willkommen im Blog und schön, dass Du Dich hier offenbar ein wenig umgesehen hast.
      Bei Blogs macht es sicherlich Sinn, sich ein wenig am Datum der einzelnen Posts zu orientieren; wobei mir klar ist, dass nicht alle Blogs so langlebig sind, wie meiner.

      Ich weiß, dass ich keinen wirklichen "Über mich" Text habe, aber in Bezug auf oberen Text würde ich gern etwas anmerken. Ich bin wahrscheinlich um einiges älter als Du, was ich jedoch nur vermuten kann. Ich lese Fantasy/Phantastik, seit ich aus den zahlreichen Märchen, die ich als Kind gelesen habe, herausgekommen bin. Sprich: eigentlich schon immer. Liebesromane lese ich grob geschätzt etwa drei Jahre.
      Abgesehen davon, dass ich sehr viel tue, um das Genre der Fantasy anderen näher zu bringen und ihm mehr Wertschätzung zukommen zu lassen (professionell übrigens, nicht nur als Hobby), habe ich mich in meinem Studium unter anderem auf die Geschlechterforschung spezialisiert. Davon sieht man hier im Blog wohl nicht viel, aber es gibt ja noch ein Leben und Arbeiten daneben. ;-) Auch bespreche ich nicht alle Bücher, die ich lese, hier.
      Frauen in der Fantasy (ob Autorinnen oder Leserinnen) sind tatsächlich immer noch unterrepräsentiert, was ich zu ändern erhoffe.
      Belächelt werden jedoch meiner Erfahrung nach mehr die Frauen, die offen und gern zugeben, dass sie Liebesromane lesen. Das hat, unter anderem, mit der Rolle zu tun, die Frauen in unserer Gesellschaft noch immer einnehmen (müssen). Ich persönlich würde mir wünschen, dass wir endlich, endlich von den alten Klischees wegkommen könnten, in denen es ja noch hieß, man solle Frauen am besten gar kein Buch in die Hand drücken, weil sie ja alles glauben, was sie da lesen ...
      Insofern, das muss ich leider so direkt sagen, bist Du hier diejenige, die Vorurteile hat und an den Worten "solche Bücher" merkt man das auch sehr stark. Vielleicht meinst Du auch einfach Zeitreiseromane, aber ich denke, Du beziehst das gleich auf ein ganzes Genre. Tatsache ist übrigens, dass ich Steel und Roberts noch nie gelesen habe, weil beide in einem Untergenre der Liebesromane schreiben, dass mir nicht ganz so zusagt. Beide Autorinnen sind übrigens so erfolgreich, dass sich da so manch anderer Autor gut und gern eine Scheibe abschneiden könnten. Dahingekommen sind beide sicher nicht, weil sie einfach Glück hatten oder weil alle ihre Leser(innen?) keine Ahnung von "guter" Literatur haben. Aber das würde jetzt zu weit führen, ich denke, es ist klar, was ich andeuten wollte.

      Ich finde es schön, dass Du Dich so für ein Buch, das Dir offenbar gut gefallen hat, einsetzt. Trotzdem möchte ich Dich bitten zu beachten, dass es ohnehin schon an kritischen Stimmen in der Bloggerszene mangelt. Mir selbst macht Kritik in dieser Art und Weise nichts aus, aber es wäre dennoch schön, wenn Du andernorts ein wenig darauf achten könntest, in welcher Form und in welchem Ton Du Dich äußerst.

      Solltest Du Interesse haben, dieses Thema zu vertiefen und glauben, dass wir uns auf gleicher Ebene begegnen können, würde ich mich freuen, wenn Du mir eine E-Mail schreibst.

      LG
      Soleil

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