Donnerstag, 18. Dezember 2014

Red Rising - Pierce Brown


Titel: Red Rising
Autor: Pierce Brown
Originaltitel: Red Rising
Verlag: Heyne fliegt
ISBN: 978-3453269576
Euro: 16,99
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2014
Seiten: 560
Serie: Red Rising 01
Come in: Vom Verlag










Inhalt

Der sechzehnjährige Darrow lebt mit seiner Frau Eo unter der Oberfläche des Mars. Er glaubt, dass er und all die anderen, die in den Minen schuften müssen, einem hehren Ziel folgen: Die Oberfläche des Planeten bewohnbar zu machen. Die Menschen sind in Klassen aufgeteilt, die auch ihre soziale Stellung beschreiben: Darrow ist ein Roter. Als einer der Goldenen den Tod Eos befiehlt, lehnt Darrow sich gegen sie auf und kommt einem fürchterlichen Geheimnis auf die Spur. Der Mars ist längst erschlossen und die Roten schuften, damit jene an der Oberfläche ein mehr als angenehmes Leben führen können. Um sich für den Tod Eos zu rächen und seinen Leuten eine bessere Zukunft zu sichern, muss Darrow die Goldenen besiegen. Aber dazu muss er einer von ihnen werden ...



Meinung

Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass man es nicht mit einem einfachen Jugendbuch zu tun hat. Hier wird nichts beschönigt, Dinge beim Namen genannt, (interessante) Schimpfworte verwendet und das harte Leben der Roten schonungslos geschildert. Das Universum rund um die einzelnen Figuren ist äußerst komplex und am Ende des seitenstarken Romans wird klar, dass das bisher Gesehene noch längst nicht alles gewesen ist.
Darrow ist sechzehn, aber längst nicht mehr das, was man Teenager nennt; er ist verheiratet, schuftet hart in den Minen und muss für sein Auskommen selbst sorgen. Trotz der allgegenwärtigen Ungerechtigkeit zieht es ihn an keinen anderen Ort und empfindet er sogar ein bisschen Glück und Zufriedenheit. Er weiß sich durchzusetzen und lernt stetig dazu, was ihn bis zum Ende sympathisch machen wird.
Es kommt hart, Eos Tod ist sein Anlass, das bestehende System zu überdenken, sich den Rebellen anzuschließen und schließlich eine ihn von Grund auf verändernde Operation mitzumachen, die ihn äußerlich zum Goldenen macht. Er, der er nie in einer Schule war, lernt nun in kurzer Zeit und wird schließlich an der Akademie der Goldenen aufgenommen.
Ab hier beginnt der Teil des Romans, der eine Symbiose von Fantasy, historischem Roman und nur wenig SF darstellt. Der Autor hat sich stark an der realen Historie der römischen Zeit orientiert, was nicht nur Namen wie Cassius zeigen. Er hat sich außerdem an deren Schlachten bedient, was Kundigen schnell auffallen wird.
Die Akademieschüler werden in Gruppen aufgeteilt und müssen nun gegeneinander kämpfen - inklusive schweren Verletzungen, Tod und Vergewaltigung (mit diesem Thema wird leider äußerst lasch umgegangen). Hier kommt harter Tobak auf den Leser zu. All die Intrigen und Kämpfe gepaart mit der harten Wirklichkeit wirken fehl am Platz in einem Jugendroman, weshalb dies hier in meinen Augen auch keiner ist. Die ausgefeilten Pläne, die Überfälle, die Scharmützel dürften junge Leser doch recht langweilen, während ältere wahrscheinlich sehr viel interessierter dabei sind.
Brown macht es spannend, erzählt stringent, abwechslungsreich mit diversen überraschenden Wendungen und manchmal mit einem Zwinkern in den Augen. Es ist natürlich vorprogrammiert, dass Darrow es allen zeigen wird, auch wenn es zeitweise nach dem Gegenteil aussieht. Sein wirklicher Zwiespalt ist es, dass er einige der Goldenen mag, obwohl er sich geschworen hat, sie alle für immer zu hassen.
Obwohl bereits der Beginn des Romans, wenn Darrow noch in den Minen arbeitet, gefangen zu nehmen versteht, ist es doch seine Ankunft auf dem Akademieplaneten, der einen nicht mehr loslässt. Darrow begreift irgendwann, dass es nicht reicht, zu überleben und sich gut zu schlagen. Er muss ein Anführer werden, wenn er sein wahres Ziel erreichen will. Diese Entwicklung ist genauso glaubhaft und nachvollziehbar wie alles andere auch.
Ein wahrer Page Turner, der allerdings erst ab sechzehn gelesen werden sollte.


Red Rising Trilogie:
1. Red Rising (Red Rising)
2. Golden Son (Golden Son, April 2015)
3. Unbenannt

http://www.pierce-brown.com/
http://www.redrisingbook.com/
Nach dem Collegeabschluss hätte Pierce Brown eigentlich nichts dagegen gehabt, seine Studien in Hogwarts fortzusetzen. Da es ihm dafür leider an der nötigen magischen Gabe fehlte, versuchte er es mit verschiedenen Jobs in der Medienbranche. Sein Debütroman Red Rising wurde ein so sensationeller Erfolg, dass Pierce Brown sich jetzt ganz dem Schreiben widmen kann. Der Autor lebt in L.A.

Dienstag, 16. Dezember 2014

(Gesammelt) Abgebrochene Romane


Sonnenläufer - Melanie Rawn (Kauf)
Nachdem sein Vater von einem Drachen getötet wird, ist es an Prinz Rohan, sein Reich gegen Feinde von innen und außen zu verteidigen. Dabei hofft er auf die Unterstützung der Lichtläuferin Sioned, der Frau, die er liebt. Doch zum Wohle seines Volkes und zum Schutz seines Erbes muss Rohan seine Gefühle geheimhalten. Da bringt sein größter Feind Sioned in seine Gewalt, und der junge Prinz muss sich entscheiden – zwischen den Plänen zum Wohl des Reiches und seiner Liebe zu einer Lichtläuferin.

Abgebrochen ca. auf Seite 350 (von 795).
Die Handlung lässt sich zunächst recht spannend an, es werden eine Fülle an Charakteren vorgestellt, es wächst Spannung. Diese verpufft aber leider ebenso schnell und dann plätschert eine keine-Handlung vor sich hin, die mit noch mehr Charakteren gespikt wird. Große Probleme oder Konflikte lassen sich nicht an, obwohl wirklich eine Menge Potential für eine geniale Geschichte mit Kämpfen und Intrigen gegeben ist. Aber es wirkt dann doch arg konstruiert und auch beim letzten Nebencharakter kann genauestens prophezeit werden, wo die Handlung ihn oder sie hinführen wird. Die zahlreichen zwischenmenschlichen Beziehungen wären auch gar nicht das Problem, wenn nicht stets das Ende miterzählt werden würde. Es gab Prophezeiungen, man sah sich im Feuer, Zweifel gibt es keine, man ist Seelenverwandt. Intrigen werden gesponnen, aber wirkliche Fieslinge gibt es nicht. Es passiert viel und doch wieder nicht. Es liest sich einfach fad.


Die Flamme erlischt - George R. R. Martin (Kauf)
Der Hilferuf seiner Jugendliebe Gwen führt Dirk t'Larien nach Worlorn, einer sterbenden Welt am Ende aller Welten. Doch die archaische Kultur der Kavalaren, in der Gwen und ihr Ehemann Jaan leben, erlaubt den Frauen keinerlei Selbstbestimmung. Als es Dirk trotzdem gelingt, Gwen zur Flucht zu überreden, ziehen sie die Aufmerksamkeit der fanatischen Braith auf sich, die Menschenjagd als Sport betreiben. Nur Jaan könnte der mörderischen Hatz Einhalt gebieten .

In etwa am Ende des ersten Drittels abgebrochen.
Nachdem das Buch jahrelang im Regal vor sich hindümpelte, nun doch einmal zur Hand genommen, aber leider keinen richtigen Zugang gefunden. Die Geschichte beginnt schon ein wenig seltsam und kann diesen ersten Eindruck dann auch so schnell nicht abstreifen. Dann verliert sich das Geschehen erstmal in geheimnisvollen Begriffen, die nicht recht erklärt werden - eine der Hauptcharaktere behauptet gar, das könne man gar nicht - und eine seltsame Vierecksbeziehung steht im Mittelpunkt. Drei Männer, eine Frau, ob jetzt aber alle die Frau wollen, ist nicht ganz geklärt. Dirk natürlich schon, aber er macht es seinem Leser nicht einfach, mit ihm warm zu werden. Zum einen wirkt er recht weich und zum anderen als Figur ein wenig oberflächlich und dünn.
Insgesamt hat es mich einfach nicht gegriffen. Da gibt es wesentlich Besseres vom Autor.