Samstag, 1. August 2015

Ausblick auf den Blog im August

Das war der Juli
Im Juli gab es endlich wieder ein Verlagsgeplauder aus der Feder Torsten Lows. Desweiteren hat Tary Ramon etwas zu seinem Werk "Das Vollmondtor" erzählt.
Daneben gibt es auch neue Cover für Morgan Rhodes "Falling Kingdom" Reihe.
Leider scheint das Plug-in an der rechten Seite, das ich "Heiß begehrt" genannt habe, defekt zu sein. So oft und viel ich daran herumstelle, es zeigt nicht mehr nur fünf Beiträge an und verursacht generell hier und da Buchstabensalat. Geht das noch anderen so?


Rezensiert:


Donnerstag, 30. Juli 2015

Bis zum letzten Tropfen - Mindy McGinnis

Titel: Bis zum letzten Tropfen
Autorin: Mindy McGinnis
Originaltitel: Not a Drop to Drink
Verlag: Heyne fliegt
ISBN: 978-3453268975
Euro: 14,99
Veröffentlichungsdatum: August 2014
Seiten: 320
Kein Serientitel
Come in: Tausch









Inhalt

Die sechzehnjährige Lynn lebt allein mit ihrer Mutter auf einer abgelegenen Farm, die einen kleiner Weiher in der Nähe besitzt. Dieser ist das Kostbarste, was beide in dieser wasserlosen Welt haben und sie bewachen ihn scharf. Eines Tages geschieht ein Unglück und Lynns Mutter stirbt. Das Mädchen ist nun auf sich allein gestellt in einer Welt, die es nicht kennt. Im Osten hat eine kleine Familie halt gemacht - ein gleichaltriger Junge mit seiner hochschwangeren Schwägerin und deren kleinen Tochter - und im Westen scheint sich eine neue Macht zu erheben. Lynn muss ihren Platz in der Welt überdenken, aber vor allem ihren Weiher beschützen.



Meinung

Die Problematik "Wasser" wird auch in unserer Welt zu einem immer ernst zunehmenderen Thema, das schon in absehbarer Zeit zu etlichen (politischen) Spannungen führen wird. Eine mögliche Welt mit sehr beschränkten Ressourcen dieses Elements schafft McGinnis mit diesem Werk. Dabei deutet sie jedoch nur lose an, was außerhalb der Farm abgeht, auf der Lynn lebt und die sie nur wenige Male verlassen wird. Am Ende scheint es, als wolle die Autorin neben allem anderen auch das Größenverhältnis aller zusammenlebenden Menschen thematisieren. In den großen Städten mag Wasser vorhanden, wenn auch genau bemessen sein. Aber dafür heißt es auch, so gut wie alle Freiheiten, bis hin zur Anzahl des Nachwuchses, aufzugeben. Weitab gibt es kleinere Quellen und Weiher, an denen wenige Menschen miteinander auskommen können, die jedoch scharf bewacht werden müssen. Keine Aufgabe, die allein zu bewältigen ist. Und da ist auch noch der Mensch selbst, seine Psyche, sein Empfindungsvermögen.
An der sechzehnjährigen Lynn wird das sehr schön gezeigt. Sie ist allein mit ihrer Mutter aufgewachsen und da sie keinen Kontakt zu anderen hatte, immitiert sie diese anfangs perfekt. Sie tut die gleichen Dinge und benutzt sogar die gleichen Schimpfworte - auch nachdem sie dann allein ist.
Es sind die Leute, die uns umgeben, unser Umfeld, die uns formen und da ist es am Ende gar nicht mehr so schlimm für Lynn, dass da eben plötzlich auch andere sind. Der Weg dahin ist steinig.
Lynn kommt gut allein klar und weiß im Prinzip nicht, was sie verpasst. Der Anfang des Romans schildert im Grunde erst einmal das Leben auf der Farm, wie Gemüse angebaut, im Wäldchen gejagt, zum Schutz im Keller gelebt, aber vor allem der Weiher beschützt wird. Es gibt bereits Vandalen, die jedoch verjagt werden können. Was ein Menschenleben wert ist lernt das Mädchen nach dem Motto: Töte zuerst, sonst wirst du getötet. Auch wenn es sich dröge anhört, McGinnis schildert das alles in einer Art "The Walking Dead" Feeling (ohne Zombies natürlich), die wirklich gut zu lesen ist.
Auch wenn vom Marketingteam des Verlages eine Liebesgeschichte auf den Umschlag gedichtet wird (der Klappentext ist übrigens komplett falsch), so gibt es diese nicht wirklich und ein Happy End diesbezüglich schon gar nicht. Das ist übrigens etwas, das zunächst sehr positiv hervorsticht; Lynn bekommt keinen Mann an die Seite gestellt, der ihr sagt was sie zu tun und zu lassen hat, sie macht alles allein und am Ende ist sie es, die nicht nur die Handlung bewegt, sondern auch den Showdown liefert. Zwar gibt es den alten Stebbs, aber der ist mehr wie eine Art Mentor und sie ignoriert ihn mehr, als dass sie auf ihn hört. Leider, leider übertreibt es die Autorin jedoch mit einer Sache enorm: Jede Frau außer Lynn wird vergewaltigt und zwar wirklich jede einzelne. Sogar die Schwangere. Deren Mutter, die der Gruppe nachreist. Sogar bei dem kleinen Mädchen wird vermutet, dass es versucht werden wird. Es sind stets jene, die eigentlich für Sicherheit sorgen sollen, die sich an den zu Schützenden vergreifen. Auch die Feinde in der nahegelegenen Stadt haben nichts besseres zu tun, als ein paar (recht junge!) Frauen gefangen zu halten und das nur zu einem Zweck.
Das eigentliche Ende nach dem Showdown versöhnt mit diesem Umstand, über den man in Dystopien wohl leider lernen muss hinwegzulesen. Vielleicht wollte McGinnis eine Endzeitwelt darstellen, in der (wie sonst auch) die Frauen die Verlierer sind, in der diesmal jedoch eine junge Frau ums Überleben kämpft - das eigene, wie auch um das von anderen. Ein Tick weniger davon hätte dem Werk allerdings gut getan.
Wer richtig hinsieht, wird eine intensive und auch zeitweise emotionale Geschichte hinter der nüchternen Schilderung von Lynns Leben finden. Es steht immer die Figur "Lynn" im Vordergrund, von der Welt gibt es nur wenig zu sehen. Das macht allerdings nichts, denn aufgrund der inneren und äußeren Spannung der Handlung ist "Bis zum letzten Tropfen" rasch und trotz allem gerne ausgelesen.

Dieser Roman ist als in sich abgeschlossen zu betrachten, es gibt aber inzwischen eine Fortsetzung: "In a Handful of Dust". Sie spielt zehn Jahre später und macht Lucy, das kleine Mädchen, das Lynn bei sich aufnimmt, zur Hauptfigur.


http://www.mindymcginnis.com/
Mindy McGinnis beschäftigt sich ununterbrochen mit Büchern und Geschichten: Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einer Bibliothek. Ihre zweite Leidenschaft gehört dem überleben in der Wildnis. Sie kocht gern Konserven ein, musste sich bisher aber noch nie außerhalb der Zivilisation behaupten. Mindy McGinnis lebt in Ohio.

Dienstag, 28. Juli 2015

Interessante Fantasy/SF Neuerscheinungen August

Max ist ein stinknormaler Nerd. Mit stinknormalen Nerd-Hobbys (Games) und stinknormalen Nerd-Problemen (zu wenig Kohle für Games und keine Freundin). Doch als eines Tages ein ausgewachsener Teufel – rot, mit Hörnern und einem unglaublich derben Wortschatz – in seinen Keller einzieht, steht Max‘ Leben plötzlich Kopf: Burk macht sich auf der Couch breit, spielt den ganzen Tag Playstation und futtert alle Fastfood-Snacks auf, die sich im Haus befinden. Um jeden Preis muss Max den Teufel loswerden, schon um seiner schwerkranken Mutter den Schock ihres Lebens zu ersparen. Doch dann schlägt Burk ihm einen Deal vor: Er rettet das Leben von Max' Mutter, wenn dieser ihm eine Luxusvilla mit Whirlpool besorgt. Und schlagartig wird aus dem unscheinbaren Max ein kriminelles Mastermind wider Willen ...

Giftiger Regen, der den Kindern die Stimme raubt. Ein unterirdisch brodelndes toxisches Gemisch, das an die Oberfläche drückt – das Ökosystem der Insel Mancreu ist dank skrupelloser Chemiekonzerne komplett verseucht. Die internationale Gemeinschaft beschließt die Zerstörung der Insel, was allerlei Gesindel auf der Jagd nach schnellem Profit anzieht. Eine echte Herausforderung für Ordnungshüter Lester Ferris. Und dann ist da noch der Junge: ein Comicbuch-verrücktes Straßenkind, das Lester als Herz gewachsen ist. Er hat sich geschworen, ihn zu beschützen – und muss zu einem außergewöhnlichen Helden werden.

Wir schreiben das Jahr 2068: Die Vereinigten Staaten und Europa sind in die Bedeutungslosigkeit gefallen, Indien und Äthiopien dagegen die stärksten Wirtschaftsmächte der Welt, deren Mega-Cities ständig mit Energie versorgt werden müssen. Zu diesem Zweck wurde der TRAIL erfunden – eine gigantische schwimmende Pontonbrücke, die über das Arabische Meer verläuft, Indien mit Äthiopien verbindet und Sonnenlicht in Strom umwandelt. Doch der TRAIL ist auch die letzte Hoffnung für die, die in den pulsierenden Riesenstädten Indiens keinen Platz mehr finden: Sie wandern über den TRAIL nach Afrika – für sie ist er die Brücke in eine bessere Zukunft. So wie für Meena und Mariama, die einander nicht kennen, aber deren Schicksal auf vielfache Weise miteinander verknüpft ist ...