Samstag, 28. Mai 2016

Interessante Fantasy/SF Neuerscheinungen Juni

Teil 2: Immer war Darrow stolz darauf, als Minenarbeiter auf dem Mars den Planeten zu erschließen. Bis er herausfand, dass die Oberschicht, die Goldenen, längst in Saus und Braus leben und alle anderen ausbeuten. Unter Lebensgefahr schloss er sich dem Widerstand an und ließ sich selbst zum Goldenen verwandeln. Nun lebt er mitten unter seinen Feinden und versucht die ungerechte Gesellschaft aus ihrer Mitte heraus zum Umsturz zu bringen. Doch womit Darrow nicht gerechnet hat: auch unter den Goldenen findet er Freundschaft, Respekt und sogar Liebe. Zumindest so lange ihn niemand verrät. Und der Verrat lauert überall.

Travis Long, Rekrut bei der Royal Manticoran Navy, stellt schnell fest, dass der Dienst nicht das ist, was er sich vorgestellt hat. Die Disziplin ist lasch, die Schiffe sind uralt, und für die nötigen Reparaturen fehlt das Geld. Deswegen planen einige Politiker des Sternenkönigreichs Manticore die Raumflotte zu verschrotten. Immerhin ist weit und breit kein Feind in Sicht. Doch das Universum ist nicht so leer und sicher, wie es den Anschein hat, denn feindselige Mächte rüsten bereits heimlich zum Kampf …

Von Captain Braylar Killcoin, dem ebenso raubeinigen wie rätselhaften Anführer einer syldoonischen Söldnertruppe, sagt man, er sei hinterhältig, blutrünstig und würde sogar seine eigene Mutter an den Teufel verscherbeln. Eines Tages heuert Killcoin den jungen Chronisten Arki an – er soll die Söldner auf einer geheimen Mission begleiten und ihre Taten schriftlich festhalten. Für Arki beginnt das größte Abenteuer seines Lebens. Ein Abenteuer, das er jedoch erst einmal überleben muss, bevor er es niederschreiben kann ...


Donnerstag, 26. Mai 2016

Wie Monde so silbern - Marissa Meyer

Titel: Wie Monde so silbern
Autorin: Marissa Meyer
Originaltitel: Cinder
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3551583352
Euro: 18,90
Veröffentlichungsdatum: Juni 2015
Seiten: 384
Serie: Die Luna-Chroniken 01
Come in: Tausch









Inhalt

Die siebzehnjährige Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und deren beiden Töchtern. Als der Vater noch lebte, ging es der Familie wesentlich besser, aber nun verdient allein Cinder als Mechanikerin den Lebensunterhalt. Eines Tages, kurz vor einem großen Ball, taucht Prinz Kai an Cinders Marktstand auf und bittet sie um Hilfe bei der Reparatur seines Droiden.
Wenig später bricht die geheimnisvolle Krankheit auf dem Markt aus, der niemand gewachsen ist und an der selbst der König leidet. Auch Cinders kleine Schwester, an der ihr viel liegt, wird krank und abtransportiert. Die Stiefmutter lässt vor Wut auch Cinder, der sie die Schuld daran gibt, fortbringen und zu Forschungszwecken untersuchen. Im Labor trifft die junge Frau auch wieder auf den Prinzen. Er läd sie ein, auf dem Ball seine Begleiterin zu sein, doch er weiß nicht, dass Cinder ein Cyborg ist, mehr Maschine als Mensch. Obwohl sie ihn mag, schlägt sie deshalb aus.
Kurze Zeit später kündigt sich die Königin von Luna an und verlangt nach der Hand des Prinzen. Doch mit der Eheschließung würde sie ihren Machtbereich vergrößern und auch die Bevölkerung der Erde versklaven.

Meinung

Meyers erster Band der Luna-Chroniken hat sich schnell weggeschmökert und kann auch mit einer guten Grundidee glänzen. Aber leider verharrt er, wie die meisten Jugendromane dieser Tage, zu sehr an der Oberfläche und wirft mehr Fragen auf, als er klärt. Die Welt, in der Cinder lebt (die wohlgemerkt die unsrige in einer fiktiven Zukunft ist), wird kaum gezeigt und die meisten Details werden in wenigen Sätzen abgehandelt. Wieso Cyborgs, egal wie viel oder eher wenig Maschine sie sind, geächtet sind, erschließt sich nicht. Auch ein Arbeiter, der die Hand verloren und dann ersetzt bekommen hat, fiele in das Raster.
Obwohl die Handlung auf dem bekannten Märchen des Aschenputtels basiert, ist sie doch etwas vorhersehbar geworden. Wieso der Leser, aber nicht eine der Figuren auf logische Schlussfolgerungen kommt, bleibt unklar.
Cinder ist sympathisch gelungen, kann sich aber leider kaum von typischen Heldinnen eingängiger Jugendromane abheben. Es mag dem Märchen geschuldet sein, dass diese Prota auch mal ungeschminkt und schmutzig - in diesem Fall Maschinenöl - herumlaufen darf, aber Ballkleid und Schuhe stehen schon bereit. Der dazugehörende Prinz taucht gleich am Anfang auf. Auch hier ungeklärt, wie er überhaupt aus dem Palast und auf den Markt hat gelangen können, wenn jemand so einfaches wie Cinder ihn mit nur einem Blick erkennen kann. Denn das dürften dann auch andere. Natürlich ist er sofort von ihr fasziniert, aber insgesamt treffen sie zu selten aufeinander und geht die gegenseitige Anziehung viel zu schnell, um glaubhaft zu sein.
Es ist aber genug Speed im Geschehen und es wird ebenfalls geschliffen erzählt, ohne unnötig kompliziert zu werden, so dass die Seiten nur so vorbeifliegen.
Am Ende heißt es dann tapfer sein, denn offenbar sollte das Märchenende schneller kommen, als es für die Ideen der Autorin gereicht hat. Sie hätte dafür vermutlich die ihr vorgegebene Seitenzahl erheblich verfehlt, so dass das Geschehen quasi mittendrin aufhört und das an einem der Höhepunkte, der nicht geklärt wird. Ein Blick zum zweiten Teil enttäuscht hier sehr, denn jedes Buch basiert auf einer anderen Märchenprinzessin und so setzt die Erzählung nicht nahtlos an den Bruch an.
"Wie Monde so silbern" ist zwischendurch gut weggeschmökert, sollte aber eher geliehen, als gekauft werden.


Die Luna-Chroniken
1. Cinder (Wie Monde so silbern)
2. Scarlet (Wie Blut so rot)
3. Cress (Wie Sterne so golden)
4. Winter (Wie Schnee so weiß)
5. Fairest

http://www.marissameyer.com/
Marissa Meyer liebt Fantasy, Grimms Märchen und Jane Austen. Sie hat Kreatives Schreiben mit dem Schwerpunkt Kinderliteratur studiert und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Katzen in Tacoma, Washington. Die vier Bände der "Luna-Chroniken" sind ihr Debüt als Schriftstellerin.Die Filmrechte der Serie wurden laut der Autorin bereits verkauft und derzeit wird nach einem geeigneten Regisseur gesucht.

Donnerstag, 19. Mai 2016

(Autorenplausch) Olivia Monti: Luna Park 2: Jahrmarkt der Gier

Titel: Luna Park 2: Jahrmarkt der Gier
Autor: Olivia Monti
Originaltitel, 424 Seiten
ISBN: 978-1530889600
Euro: 12,83
Erscheinungsdatum: April 2016












Kapitel 14
Die Einladung ins Schloss der Geheimnisse


Der König ging ganz nah an ihnen vorbei, sodass Zaza ein starker Lufthauch streifte, und befahl knapp: „Folgt mir!“
Ohne zu überlegen, folgten sie ihm. Sie gingen den Gang weiter nach hinten, bogen ab und blieben vor der Tür mit der Aufschrift „Zutritt verboten“ stehen.
„Ihr wolltet doch in diesen Raum?“, sagte der König herausfordernd.
Beide sahen betreten vor sich hin.
Der König öffnete die Tür. „Bitte!“
Zaza machte ein jämmerliches Gesicht. Sie fühlte sich schuldig, obwohl sie doch diejenige gewesen war, die gar nicht mehr in den verbotenen Raum gewollt hatte.
In dem Raum war ein großer Flachbildschirm. Und es waren dort Unmengen von DVDs aufgestapelt. Ein bequemer Polstersessel stand vor dem Schirm, und Kopfhörer lagen auf einem Beistelltisch.
Bevor Zaza noch überlegen konnte, dass das Verbotene höchstens auf den DVDs sein konnte, schaltete der König einen Videorekorder an.
Der große Flachbildschirm wurde hell, und dann kam eine ungeheure Überraschung: Sie sahen Kussszenen aus allen möglichen Kinofilmen. Eine an der andern. Paare küssten sich durch die Jahrzehnte hindurch. Sie erkannten Cary Grant und Mae West, Vivien Leigh und Clark Gable, Richard Gere und Julia Roberts, Drew Barrymore und E.T., Leonardo DiCaprio und Kate Winslet, Brad Pitt und Angelina Jolie, Julie Delpy und Ethan Hawke, Justin Bieber und Emma Watson. Es waren so viele, dass einem schwindelig werden konnte. Dann klickte es leise, und der Schirm wurde schwarz.
Zaza und Lorenzo wussten nicht, wie sie reagieren sollten.
Der König lachte bitter. Er zeigte auf die anderen DVDs. „Hier sind die Liebesszenen aller je in eurer Welt gedrehten Filme aufbewahrt.“
„Aber warum?“, brachte Zaza fast gegen ihren Willen heraus. Sie wollte jetzt auf keinen Fall vorlaut erscheinen.
Der König machte ein betrübtes Gesicht. „Ich habe schon Tausende von Stunden hier verbracht und alle diese Küsse und Umarmungen auf mich wirken lassen. Habe jede Kleinigkeit studiert, jedes Zucken der Mundwinkel, jedes Zittern der Hände, jede Schweißperle an den Schläfen.“ Er machte eine ausladende Bewegung mit dem Arm. „Ich verstehe es einfach nicht.“
Zaza und Lorenzo verstanden auch nichts mehr. Was verstand der König nicht? Warum war das ein verbotener Raum?
Zaza kam es auf einmal wie eine Erleuchtung, und sie platzte heraus: „Liebe!“
Der König lachte laut. „Die darf es im Schloss nicht geben.“
„Daher der verbotene Raum.“ Zaza hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen.
„Du hast es erfasst, verehrte Zaza. Die Liebe gibt es in meiner Welt nicht. Ich selbst habe sie nicht und kann sie nicht verstehen. Ich kann sie nicht geben und auch nicht erwidern.“ Der König räusperte sich. „Jetzt habe ich schon zu viel verraten. Und ich verrate euch trotzdem noch mehr. Wer hier etwas mit Liebe zu tun hat, der hat nichts im „Luna Park“ zu suchen. Der gehört nicht hierher.“
Zaza und Lorenzo sahen sich geschwind verstohlen an. …

Das Copyright© liegt allein bei der Autorin.

Samstag, 14. Mai 2016

(Neu) Eine kurze Geschichte der Fantasy

Bereits 2015 war ein Buch aus der Feder Farah Mendlesohns und Edward James beim Berliner Golkonda-Verlag angekündigt. Dabei handelt es sich um ein Sachbuch mit dem klingenden Titel "Eine kurze Geschichte der Fantasy". Leider wurde der Erscheinungstermin immer wieder nach hinten verschoben, bis es Anfang 2016 als nicht mehr lieferbar deklariert wurde. Eine Nachfrage tat Not: "Das Buch wird im Sommer/Herbst dieses Jahres erscheinen. Warum Amazon derzeit nur das E-Book listet, ist uns (...) ein Rätsel."
Letztendlich werden deutsche Leser also doch noch in den Genuss kommen, es in ihrer eigenen Sprache zu konsumieren. Allerdings scheint leider auch der Preis deutlich gestiegen zu sein.




Fantasy ist, obwohl Literaturkritiker wie Akademiker dies gerne ausblenden, das einfluss- und erfolgreichste Genre des 21. Jahrhunderts. Einige der frühsten Bücher unserer Kultur, darunter das Gilgamesch-Epos und die Odyssee, handeln von Ungeheuern, Wundern, phantastischen Reisen und Magie. Gegenwärtig reicht das Spektrum der Fantasy von weltweit rezipierten mehrbändigen Serien bis zu anspruchsvollsten Nischenpublikationen.
Die vorliegende Einführung stellt das Genre in den Zusammenhang der euröpäischen Literatur, erzählt seine Geschichte von den Anfängen bis zu den Ursprüngen der modernen Fantasy im 20. Jahrhundert und widmet sich in ihren Hauptkapiteln der Zeit seit Tolkiens ›Herr der Ringe‹, vom Fantasy-Boom der 70er und 80er Jahre über den Erfolg der ›Harry Potter‹-Serie bis hin zu aktuellen Entwicklungen.