Samstag, 24. Juni 2017

(DVD) Guardians of the Galaxy

Titel: Guardians of the Galaxy
Regisseur(e):
Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Vin Diesel, Karen Gillan
Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch
Euro: je nach Anbieter
Veröffentlichungsdatum: Januar 2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 116 Minuten
Ausstattung: 1 DVD
FSK: 12
Come in: Tausch








Inhalt
Auf der Erde stirbt Ende der Achtziger Peter Quills Mutter an Krebs und deutet an, dass sein Vater nicht ganz menschlich war und ihn bald holen kommen wird. Das geschieht noch in der gleichen Nacht. Sechsundzwanzig Jahre danach ist aus ihm, der von Außerirdischen aufgezogen wurde, ein Vagabund und Schmuggler geworden. Das Einzige, was er noch besitzt, sind ein Walkman und eine Kassette, die seine Mutter ihm zusammengestellt hat.
Eines Tages gelangt Peter an ein kleines Objekt namens Orb, an dem diverse andere ebenfalls sehr interessiert sind. Er erfährt, dass es sich um eine mächtige Waffe handelt, die in den falschen Händen das gesamte Universum zerstören könnte. Zusammen mit Rocket, Groot, Dax und Gamora, die nach ihm oder dem Orb gefahndet haben, landet er im Gefängnis. Gemeinsam fliehen die fünf und beschließen, den gefährlichen Ronan, der unzählige Welten zerstört hat, zu vernichten. Dazu muss die bunt zusammengewürfelte Truppe erst einmal ihre eigenen Vorurteile den anderen gegenüber überwinden.


Meinung
"Guardians of the Galaxy" ist vor allem eines: bunt. Mehr hat die Verfilmung eines gleichnamigen Comics leider nicht zu bieten. Die Handlung ist so dezent und ausgelutscht, dass sie kaum als solche zu erkennen ist - und sie wurde überdies auch noch wahnsinnig gestaucht. Einzig der Retroeffekt und einige Anspielungen und Zitate vermögen es, das Ganze etwas aufzulockern und über so manch anderes hinwegsehen zu lassen.
Die hinter der Geschichte steckende Idee ist sehr ansprechend, selbst wenn es sich im Grunde um die übliche Gruppenzusammensetzung handelt. Der junge dynamische Anführer in Form von Peter, der Kraftprotz mit ans Herz gehender Vergangenheit, eine exotisch anmutende Dame, die immerhin zupacken darf, aber natürlich für den Anführer reserviert ist und zwei Slapstick-Figuren. Die wilde Truppe hangelt sich zwar von actionreicher Szene zu handlungsorientierter Szene, bekommt aber leider nicht genug Raum, um sich als wirkliche Charaktere entfalten zu können. Es wird angedeutet, meist in Form eines Dialogs der jeweiligen Figur, aber nie gezeigt. Nur Peter bekommt ein wenig mehr Platz in der Riege zugestanden, aber selbst bei ihm wirkt es, nicht zuletzt auch wegen der Einstiegsszene, wahnsinnig aufgesetzt.
Sehenswert sind vor allem die computeranimierten Szenen, vor allem im Zusammenspiel der realen Schauspieler und der künstlich geschaffenen Figuren. Manchmal ist es aber doch ein wenig zu dick aufgetragen, wenn das Auge nicht weiß, wo es zuerst hinschauen soll.
Leider handelt es sich hier um keinen anspruchsvollen, wenn auch unterhaltsamen Film, der jedoch auch mit viel gutem Willen nur als mittelmäßig zu beurteilen ist. Die Marketingmaschinerie ist aber sehr erfolgreich angelaufen, Teil 2 wird bereits in den deutschen Kinos gezeigt und Teil 3 ist angekündigt.

Donnerstag, 22. Juni 2017

(Meins!) Signiertes Buch von Robin Hobb!

Unlängst war die Autorin Robin Hobb auf Lesereise in England und Schweden. Als ich zufällig erfuhr, dass der netteste Mensch der Welt zu der Lesung in Uppsala (Schweden) fahren würde, bat ich darum, mir ein signiertes Exemplar zu besorgen - kaum hoffend, dass dies auch tatsächlich geschehen würde. Doch erreichte mich wenig später eine dicke und schwere Büchersendung ...



Durch Wald und Flur, von Schweden nach Berlin, kämpfte sich ein tapferer Bote durch Schnee, Bären- und Ogerangriffe und das in nur zwei Tagen. Liebe Post, ich bin beeindruckt!

 
Bei "Assassins Fate" handelt es sich um Buch 3 der dritten Chronik rund um Fitz, den Weitseher. Die anderen beiden stehen selbstredend bereits in meinem Regal, wenn auch in einer anderen Ausgabe. Da die ersten Chroniken ab Sommer 2017 auch in deutscher Sprache neu aufgelegt werden, ist zu hoffen, dass diese (neuen) Bücher ebenfalls in die Übersetzung finden.


Dienstag, 20. Juni 2017

Smoke - Dan Vyleta

Titel: Smoke
Autorin: Dan Vyleta
Originaltitel: Smoke
Verlag: carl's books
ISBN: 978-3570585689
Euro: 16,99
Veröffentlichungsdatum: März 2017
Seiten: 624
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag










Inhalt

London im 18. Jahrhundert. Der Rauch scheidet die Menschen und teilt sie in Klassen. Wer sündige Gedanken hegt, lügt oder kleinste Verfehlungen begeht, sondert über die Haut feinen Rauch aus, der sich nicht aus der Kleidung waschen lässt und so stetig ein Mal hinterlässt. Rauch ist profan, er ist ein Stigmata für Einfachheit und Armut, weshalb er besonders in feinen Kreisen verpönt ist. Thomas und Charlie sind Schüler eines Elite-Internats, wo ihnen neben der Wissenschaft ebenfalls mit allen Mitteln beigebracht wird, nicht zu rauchen. Während einer Feiertagsreise stoßen die beiden auf Ungereimtheiten; Menschen, die rauchen müssten, tun es nicht und andere, die es nicht dürften, sind fast schwarz vor Ruß. Die Erforschung des Rauches - eigentlich verboten - zieht besonders Thomas, als Sohn eines verurteilten Mörders, in den Bann. Aber die jungen Männer begeben sich auf gefährliche Pfade und werden schon bald gejagt. Denn die Wahrheit ist gefährlich - besonders in Zeiten des sozialen und politischen Umbruchs.


Meinung

Dan Vyleta hat einen von diesen besonderen Page Turnern geschrieben, die zwar auch manchmal ihre Längen haben, insgesamt aber so stark überzeugen können, dass es am Ende schlicht keine Rolle mehr spielt. Er hat allerdings auch keinen sehr einfachen Roman geschrieben, hier wird der Leser mannigfaltig gefordert und sollte sich das vor dem Lesen auch klarmachen.
Natürlich geht es nicht um Rauch, auch wenn dieser von der ersten Seite an die Geschichte durchdringt. Der Rauch ist nur Mittel zum Zweck für diese Erzählung und nichtsdestotrotz ihr Mittelpunkt. Es geht hier nicht um Zeigefinger, um etwas, das "hinter einer Maske" liegt oder Dergleichen. Hier geht es tief und doch wieder nicht - es schadet nicht, eine gewisse Reife für das Buch mitzubringen.
Es ist nicht leicht zu beschreiben, was genau geschieht, denn hinter allem steckt mehr, als es zunächst den Anschein hat. Dabei ist das keine bloße "Reise ins Selbst" der Figuren, die ihre Geschichte gern einmal in der Ich-Form erzählen. Am Ende haben nicht alle gefunden, was sie gesucht haben, sind aber defintiv nicht mehr die gleichen. Thomas und Charlie gehören zwar beide der Oberschicht an, starten ihr eigenes leben jedoch bereits sehr unterschiedlich, was nicht zuletzt an ihrer Familiengeschichte liegt. Besonders Thomas, generell ein leidenschaftlicher Charakter, hadert mit der seinen, denn immer steht die Tat seines Vaters neben ihm und er weiß nicht, ob es seine eigenen Sünden sind, die ihn rußen lassen. Charlie dagegen ist von Natur aus eher ruhig und bedacht, eine gelungene Kombination der beiden Figuren, die zurecht gute Freunde werden. Jene, die besonders engelsgleich leben und daher nicht rauchen, kommen nicht umhin sich zu fragen, was genau ihr Leben zu einem solchen macht. Andere denken weiter, vielleicht ist der Rauch gar nichts Schlechtes und wird nur künstlich dazu stilisiert - aber wenn es etwas ist, das eben alle tun, ob sie wollen oder nicht, was unterscheidet uns dann noch?
In "Smoke" geht es also auch sehr philosophisch zu und es verstecken sich mannigfaltig Metaphern zwischen den einzelnen Sätzen. Wer nicht gelernt hat, zwischen den Zeilen zu lesen, ist hoffnungslos verloren bei einem solchen Werk. Obwohl sich unbestreitbar auch ein paar Längen im Lesefluss ergeben, arbeitet der Autor strikt auf das Ziel, die große Auflösung am Ende hin. Im letzten Drittel zieht er dabei so stark an, dass es fast unmöglich ist, das Buch zur Seite zu legen.
Neben den beiden Jungen gibt es natürlich auch eine weibliche Hauptrolle, die gleichaltrige Livia und einen Bösewicht, ihren Mitschüler Julius. Zusammen ergeben alle ein rundes Bild, welches sich erst nach zahlreichen Seiten zusammenfügt. Dabei reagieren sie aber meist mehr, als dass sie agieren, was jedoch vermutlich vom Autor gewollt wurde. "Smoke" soll nicht das Herz zum flattern bringen, sondern den Geist - und das hat Dan Vyleta allemal geschafft.


Dan Vyleta wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er in England und Wien Geschichte und promovierte am King’s College in Cambridge. Für seine Romane hat er bereits mehrere Literaturpreise erhalten. Smoke begeisterte in den USA und in Großbritannien Kritiker und Leser gleichermaßen und erscheint demnächst in 15 Ländern. Nach vielen Jahren in Kanada lebt Dan Vyleta zur Zeit wieder in England.