Montag, 27. Juli 2009

Film: Betty und ihre Schwestern



Im amerikanischer Bürgerkrieg kämpft Vater March an der Front gegen die Südstaaten, was den Rest der Familie dazu zwingt in ganz bescheidenen Verhältnissen zu leben. Neben Mutter March (Susan Sarandon) gehören die vier Töchter Margaret (Meg), Josephine (Jo), Elisabeth (Betty) und Amy.
Während Meg sich auf ihren Debütantinnenball vorbereitet und ihrer Mutter hilft, wo sie nur kann, schreibt Jo Mantel- und Degenromane. Betty liebt das Klavierspiel und Amy möchte einmal einen reichen Mann heiraten.
Auf einem Ball, auf dem sich Jo in einem Nebenzimmer verstecken will, treffen die beiden Älteren auf Theodore Laurence (Laurie), der in Europa aufgewachsen ist und nun bei seinem reichen Großvater lebt. Dieser ist der direkte Nachbar der Familie March.
Alsbald verbringen Laurie und die Mädchen viel Zeit miteinander. Als Die Familie die Nachricht erhält, dass der Vater verwundet wurde, lässt sich Jo ihr langes Haar abschneiden, um der Mutter das Geld für eine Fahrkarte zu schenken. Während derer Abreise erkrankt Betty schwer und die Mutter eilt zurück. Nach einem Weihnachtsfest, in der die gesamte Familie zusammen sein kann, vergehen viele Jahre, in denen sich die Schwestern auseinanderleben. Laurie macht Jo einen Heiratsantrag, den sie ablehnt und nach New York geht, um Schriftstellerin zu werden. Meg heiratet und wird Mutter, Amy geht mit der Großtante nach Europa. Jo lernt den deutschen Philosophieprofessor Friedrich Bhaer kennen, der ihr rät, nicht länger Mantel- und Degenromane zu schreiben, sondern aus der Seele heraus. Es kommt zum Streit und Jo fährt ins Elternhaus zurück. Dort erwarten sie Amy und Laurie, die in Europa geheiratet haben. Betty ist erneut schwer erkrankt ...
Jo, die melancholisch alles an sich vorbeiziehen lässt, beginnt, die Familiengeschichte auszuschreiben und erkennt, wo ihr Herz hingehört.


Als Kind habe ich den Trickfilm zu den Büchern geliebt. Die Filme konnten meist nicht mit meinen Erwartungen mithalten, weil sie mir zu kurz waren und zu viel erzählt werden wollte. Ich schaue diesen Film hier nur selten, weil er so viele traurige Elemente enthält und doch halte ich die Geschichte dahiner für die großartigste, die ich kenne - wahrscheinlich genau deswegen.
Jo war natürlich immer meine Lieblingsfigur und Wynona Rider verkörpert sie bis auf wenige Punkte, die Ansichtssache sein können, gut. Auch die kleine Amy kennen wir aus diversen anderen Filmen.
Die Fortsetzung, wenn man es so nennen will, kenne ich ebenfalls nur als Trickfilm, aber das gefiel mir sehr gut. Der, den ich meine, muss aus der Anne auf Green Gables Zeit stammen, denn sie sind im gleichen Stil gemacht. Damals überzeugte man durch Qualität im Inhalt, da waren die Bilder an sich nicht so aufwendig wie heute. Aber vielleicht sind einfach die Kinder heute anspruchsvoller, als ich es damals war - wer weiß.
Die Romanvorlage stammt von der Autorin Louisa May Alcott und wurde 1868 als "Little Woman" veröffentlicht. Ein semiautobiografisches Werk. Manchmal frage ich mich, ob in hundertfünfzig Jahren junge Frauen die Geschichten aus der heutigen Zeit - von Autoren der heutigen Zeit - lesen und genauso begeistert sind, wie wir es von Jane Austen, Frau Alcott oder Charlotte Bronte.
Der Film jedenfalls überzeugt mich, auch wenn er mir einen Tick zu amerikanisiert wurde, im Nachhinein. Zu viel Handlung muss in eine genau begrenzte Zeit passen. Hätte man den Film am Weihnachtsfest enden lassen, wäre er wahrscheinlich im Längen besser geworden.
Aber auch so kann ich "Betty und ihre Schwestern" (den Titel finde ich übrigens merkwürdig, wo doch Jo die Protagonistin ist) wärmstens empfehlen. Haltet Taschentücher bereit!


DVD FSK: ab 6 Jahre, farbig,
Spieldauer: 114 Minuten
Bild: Widescreen,
Ton: Dolby Mehrkanalton AC3
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Türkisch


Kommentare:

  1. Danke für's Vorstellen - ich LIEBE den Film (und finde übrigens die Version sehr gelungen; mich hat es nicht gestört, dass so viel Handlung hineingepackt wurde; eigentlich hasse ich so etwas, hier hat es aber irgendwie gepasst). Großartig finde ich übrigens vor allem die schauspielerischen Leistungen: Wynona Rider hat mir natürlich auch gefallen, ebenso wie die geniale Susan Sarandon. Trini Alvadore macht ihre Sache ebenfalls gut und sowohl die kleine Kirsten Dunst als auch Samantha Mattis überzeugen als Amy. Herzstück des Films und ein weiteres Mal unglaublich intensiv ist für mich allerdings Claire Danes als Beth - die Szenen mit ihr, einmal an Weihnachten, dann die Sterbeszene - sind einfach herzzereissend. Ganz großes Kino.

    Warum der Film übrigens "Betty und ihre Schwestern" heißt, liegt wahrscheinlich an einem seltsamen Vorgehen bei der Übersetzung des Romans: Der Übersetzer hat die älteste Schwester im Buch nämlich nicht etwa Meg genannt, sondern Betty - und hat dafür aus der zweitjüngsten Schwester Beth einfach Margaret gemacht. (Jo blieb zwar Jo, aus Amy hat man dann auch schnell noch Emily gemacht) Warum auch immer! Kopfschüttel. Das hat mich beim ersten Mal Buchlesen total verwirrt.

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  2. Hallo Darkstar,

    *seufz Ein Mann, der Taschentücher-Filme schaut.
    Beth fand ich auch sehr überzeugend, eben auch sehr, sehr traurig.
    Und sieh mal an, wieder was gelernt *g Aber selbst die ältere chwester würde wenig Sinn machen oder? Vielleicht denke ich auch einfach zu viel darüber nach *gg*
    Im Trickfilm gefiel mir Jo besser, weil sie da etwas "burschikoser" auftrat und ihre Meinung mehr durchgesetzt hat. Darum war ich vom Film erstmal etwas enttäuscht, weil sie da einfach zu unstet wirkte. Zunächst. heute weiß ich es auch besser ;)

    LG
    Soleil

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