Spannende Grundhandlung, sympathische
Hauptfigur – leider sehr zäh erzählt.
Titel: Be a Light in the Dark Sea 1
Autor*in: SoftCoral
Originaltitel: Be a Light in the Dark Sea
Verlag: Bramble
ISBN: 978-3426565339
Euro: 18,00
Veröffentlichungsdatum: September 2026
Seiten: 496
Serie: Band 01
Come in: vorablesen.de
Inhalt
In unserer Zukunft: Die Erde wurde
heruntergewirtschaftet; deutlich nach dem Kipppunkt haben sich acht große
Nationen entschieden, ein Leben unter dem Ozean in Erwägung zu ziehen. Park
Muhyun beginnt als Zahnarzt in der bereits etablierten internationalen
Unterwasserstation in dreitausend Metern Tiefe. Kaum hat er Zeit, sich
einzufinden, da geschieht das Unglück: Die unterste, vierte Station wird
geflutet, es gibt nicht genug Rettungskapseln und der Hauptfahrstuhl wird zur
Todesfalle. Als die Ressourcen zur Neige gehen, beginnt ein Überlebenskampf.
Muhyun muss feststellen, dass längst nicht alles so ist, wie es bisher schien.
Meinung
Der Anfang liest sich noch sehr gut: Muhyun
beginnt seinen Job auf der Station, wird in die Gegebenheiten eingewiesen und
zeigt so dem Leser, wie die Dinge auf der Erde und in der Station so stehen. Um
politische Verwicklungen drückt sich die Autorin ein wenig, aber das beklemmende
Klima wird deutlich. Obwohl die Station mit ihren vier Ebenen als friedliche
Forschungsstation beschrieben wird, scheint fast von Beginn an klar zu sein, dass
es unter der Oberfläche brodelt. Davon merkt der junge Zahnarzt zunächst aber
nichts. Er lernt ein paar nette Leute kennen und trifft auf eine hypermoderne
Arztpraxis, in der er gut arbeiten kann. Seine kranke Mutter und sein jüngerer
Bruder können von seinem Gehalt profitieren und selbst dann, wenn ihm etwas passieren
sollte, sind sie versorgt. Trotzdem deutet sich an, dass die Arbeitsbedingungen
nicht immer so rosig waren, da zwar viel Geld geflossen ist, dies aber nicht
unbedingt die Sicherheit vor Ort erhöht hat.
Die Katastrophe geschieht unerwartet – nicht
einmal Muhyun weiß zunächst, ob das Wasser vor seinem Bett ein kleiner Unfall
ist oder eine große Katastrophe bedeutet. Er weckt alle seine Nachbarn – und
trifft auf verbotenen Alkohol, Haustiere und sogar ein Kind. Schnell finden
sich die zueinander gehörenden Nationen zusammen. Und es tauchen Waffen auf;
einige Mitarbeiter sind eigentlich Söldner. Zudem scheint es vorher bereits
gewalttätige Konflikte gegeben zu haben. Das deckt der Zahnarzt aber erst nach
und nach auf. Schließlich stellt sich heraus, dass es nicht genug
Rettungskapseln für alle gibt und etliche derer, die vorhanden sind,
manipuliert wurden. Und ein religiöser Kult, der taucht auch noch auf …
Es folgen also spannende Szenen und etliche
Wendungen, denen man zunächst auch höchst interessiert folgt. Aber obwohl
Muhyun seine Geschichte in der Ich-Form selbst erzählt, bleibt das Geschehen
oft sehr zurückgezogen und platt. Emotionen gibt es kaum, auch nicht zwischen
den Zeilen – und hier fließt Blut auch bei jenen, die ihm nahekommen. Ein seltsam
entrückter Schreibstil, der oft nur im tell verbleibt und Fakten vermittelt.
Leider beginnt die Handlung dann sich zu ziehen, es reiht sich ein Ereignis an
das nächste, aber so ohne Emotionen fällt es schwer, bei der Stange zu bleiben.
Hinzukam diesmal für mich leider das Problem, dass ich die Namen nicht gut
unterscheiden konnte. Die koreanischen Namen sind nicht immer sofort als
männlich oder weiblich zu erkennen und zwei der Namen ähneln sich sehr stark.
Zudem kennt Muhyun die Personen nicht, er hatte auch kaum Zeit, sie
kennenzulernen, denn eine Woche nach seiner Ankunft geschieht ja bereits das
Undenkbare. Als sie nun durch die Station und Ebenen fliehen, vergeht ebenfalls
nicht viel Zeit und Momente, um kurz innezuhalten und private Gespräche zu führen,
gibt es nicht. So kommen sich die Figuren auch nicht näher. Fällt eine zurück
oder aus, ist das dem Leser also völlig gleichgültig. Muhyun selbst ist
zunächst eher untypisch für die Rolle in der Geschichte, die ihm zugedacht
wurde: ein junger Mann mit schüchternem, introvertiertem Verhalten, der bis
zuletzt an Ethik und Moral festhält, auch wenn alles um ihn herum
zusammenbricht. Manchmal ist er ein bisschen zu weich und verhält sich
unlogisch, aber genau das macht wohl die große Faszination für andere Leser
aus. Für mich wäre ein bisschen weniger Weichei wünschenswert gewesen. Zudem
ist er ein studierter Mann, das ist nur nicht immer zu spüren.
Das Ende – hier in Form des letzten Satzes –
ist reichlich merkwürdig. Das Lesen des Klappentextes der Folgebände verrät,
warum. Nur wirklich Interesse am
Weiterlesen kommt nicht auf. Zwar vermute ich, dass die komplette Story in
allen vier Büchern erzählt wird, aber die kosten wieder so viel Geld, dass es
einen weiteren Versuch einfach nicht lohnt. „Be a Light in the Dark Sea 1“ in
Buchform (nicht als kapitelweise veröffentlichte Webnovel) kann leider nicht so
ganz überzeugen.
SoftCoral
ist Autor*in des mehrfach
preisgekrönten koreanischen Webroman-Erfolgs Be a Light in the Dark Sea, der
eine internationale Fan-Gemeinde begeistert.


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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!
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