Donnerstag, 24. September 2026

Be a Light in the Dark Sea 1 - SoftCoral

 

Spannende Grundhandlung, sympathische Hauptfigur – leider sehr zäh erzählt.

 


Titel: Be a Light in the Dark Sea 1
Autor*in: SoftCoral
Originaltitel: Be a Light in the Dark Sea
Verlag: ‎Bramble
ISBN:  978-3426565339
Euro: 18,00
Veröffentlichungsdatum: September 2026
Seiten: 496
Serie: Band 01
Come in: vorablesen.de

 

 

 

Inhalt
In unserer Zukunft: Die Erde wurde heruntergewirtschaftet; deutlich nach dem Kipppunkt haben sich acht große Nationen entschieden, ein Leben unter dem Ozean in Erwägung zu ziehen. Park Muhyun beginnt als Zahnarzt in der bereits etablierten internationalen Unterwasserstation in dreitausend Metern Tiefe. Kaum hat er Zeit, sich einzufinden, da geschieht das Unglück: Die unterste, vierte Station wird geflutet, es gibt nicht genug Rettungskapseln und der Hauptfahrstuhl wird zur Todesfalle. Als die Ressourcen zur Neige gehen, beginnt ein Überlebenskampf. Muhyun muss feststellen, dass längst nicht alles so ist, wie es bisher schien.

 

 


Meinung
Es handelt sich um den ersten von vier Bänden, die alle bereits auf Deutsch übersetzt wurden und in den nächsten Monaten angekündigt sind.

Der Anfang liest sich noch sehr gut: Muhyun beginnt seinen Job auf der Station, wird in die Gegebenheiten eingewiesen und zeigt so dem Leser, wie die Dinge auf der Erde und in der Station so stehen. Um politische Verwicklungen drückt sich die Autorin ein wenig, aber das beklemmende Klima wird deutlich. Obwohl die Station mit ihren vier Ebenen als friedliche Forschungsstation beschrieben wird, scheint fast von Beginn an klar zu sein, dass es unter der Oberfläche brodelt. Davon merkt der junge Zahnarzt zunächst aber nichts. Er lernt ein paar nette Leute kennen und trifft auf eine hypermoderne Arztpraxis, in der er gut arbeiten kann. Seine kranke Mutter und sein jüngerer Bruder können von seinem Gehalt profitieren und selbst dann, wenn ihm etwas passieren sollte, sind sie versorgt. Trotzdem deutet sich an, dass die Arbeitsbedingungen nicht immer so rosig waren, da zwar viel Geld geflossen ist, dies aber nicht unbedingt die Sicherheit vor Ort erhöht hat.

Die Katastrophe geschieht unerwartet – nicht einmal Muhyun weiß zunächst, ob das Wasser vor seinem Bett ein kleiner Unfall ist oder eine große Katastrophe bedeutet. Er weckt alle seine Nachbarn – und trifft auf verbotenen Alkohol, Haustiere und sogar ein Kind. Schnell finden sich die zueinander gehörenden Nationen zusammen. Und es tauchen Waffen auf; einige Mitarbeiter sind eigentlich Söldner. Zudem scheint es vorher bereits gewalttätige Konflikte gegeben zu haben. Das deckt der Zahnarzt aber erst nach und nach auf. Schließlich stellt sich heraus, dass es nicht genug Rettungskapseln für alle gibt und etliche derer, die vorhanden sind, manipuliert wurden. Und ein religiöser Kult, der taucht auch noch auf …

Es folgen also spannende Szenen und etliche Wendungen, denen man zunächst auch höchst interessiert folgt. Aber obwohl Muhyun seine Geschichte in der Ich-Form selbst erzählt, bleibt das Geschehen oft sehr zurückgezogen und platt. Emotionen gibt es kaum, auch nicht zwischen den Zeilen – und hier fließt Blut auch bei jenen, die ihm nahekommen. Ein seltsam entrückter Schreibstil, der oft nur im tell verbleibt und Fakten vermittelt. Leider beginnt die Handlung dann sich zu ziehen, es reiht sich ein Ereignis an das nächste, aber so ohne Emotionen fällt es schwer, bei der Stange zu bleiben. Hinzukam diesmal für mich leider das Problem, dass ich die Namen nicht gut unterscheiden konnte. Die koreanischen Namen sind nicht immer sofort als männlich oder weiblich zu erkennen und zwei der Namen ähneln sich sehr stark. Zudem kennt Muhyun die Personen nicht, er hatte auch kaum Zeit, sie kennenzulernen, denn eine Woche nach seiner Ankunft geschieht ja bereits das Undenkbare. Als sie nun durch die Station und Ebenen fliehen, vergeht ebenfalls nicht viel Zeit und Momente, um kurz innezuhalten und private Gespräche zu führen, gibt es nicht. So kommen sich die Figuren auch nicht näher. Fällt eine zurück oder aus, ist das dem Leser also völlig gleichgültig. Muhyun selbst ist zunächst eher untypisch für die Rolle in der Geschichte, die ihm zugedacht wurde: ein junger Mann mit schüchternem, introvertiertem Verhalten, der bis zuletzt an Ethik und Moral festhält, auch wenn alles um ihn herum zusammenbricht. Manchmal ist er ein bisschen zu weich und verhält sich unlogisch, aber genau das macht wohl die große Faszination für andere Leser aus. Für mich wäre ein bisschen weniger Weichei wünschenswert gewesen. Zudem ist er ein studierter Mann, das ist nur nicht immer zu spüren.

Das Ende – hier in Form des letzten Satzes – ist reichlich merkwürdig. Das Lesen des Klappentextes der Folgebände verrät, warum. Nur  wirklich Interesse am Weiterlesen kommt nicht auf. Zwar vermute ich, dass die komplette Story in allen vier Büchern erzählt wird, aber die kosten wieder so viel Geld, dass es einen weiteren Versuch einfach nicht lohnt. „Be a Light in the Dark Sea 1“ in Buchform (nicht als kapitelweise veröffentlichte Webnovel) kann leider nicht so ganz überzeugen.

 

 

SoftCoral ist Autor*in des mehrfach preisgekrönten koreanischen Webroman-Erfolgs Be a Light in the Dark Sea, der eine internationale Fan-Gemeinde begeistert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Webseite Name, E-Mail, Kommentar, IP-Adresse und Zeitstempel Ihres Kommentars. Sie können Ihre Kommentare später jederzeit wieder löschen. Detaillierte Informationen finden Sie unter "Datenschutz" oben unter dem Header. Wer keine Datenübertragung wünscht, hat die Möglichkeit, einen anonymisierten Kommentar zu hinterlassen. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden.