Dienstag, 27. April 2021

(Gesammelt) Abgebrochene Romane

 


Im Herzen des Imperiums – Arkady Martine
(Kauf)
Als Mahit Dzmare, die Botschafterin einer kleinen Raumstation, in der riesigen Hauptstadt des Teixcalaanlischen Imperiums ankommt, muss sie feststellen, dass ihr Vorgänger verstorben ist. Obwohl niemand darüber spricht, ist es ein offenes Geheimnis, dass der Botschafter keines natürlichen Todes gestorben ist. Mahit versucht, mehr über die genauen Umstände herauszufinden, doch das ist am politisch und sozial hochkomplexen Hof des Teixcalaanlischen Imperiums ein gefährliches Unterfangen. Und wenn sie nicht ihr eigenes Leben und das Schicksal ihrer Heimat gefährden will, muss sich Mahit jeden Schritt genauestens überlegen ...

 

Abgebrochen auf Seite 232 (von 586).
Inhalt und das, was über das Buch zu hören war, klang sehr vielversprechend. Leider kommt hier aber so viel zusammen, nur eben leider keine Handlung, dass der Lesefluss stetig stoppte. Dabei schien es sehr vielversprechend zu beginnen. Mahit kommt als Botschafterin auf den Planeten und trägt ihren Vorgänger als eine Art geistiges Implantat bei sich. Dieser ist gestorben und es sieht schnell nach Mord aus. Doch als Mahit das feststellt, in der Handlung sehr früh, schaltet sich ihr Implantat aus und bis zu meinem Abbruch nicht mehr an. Sie lernt eine Menge Leute kennen. Diese haben durchweg ungewöhnliche Namen: Drei Seegras, Zwölf Breitaxt, Vierzehn Turm. Sich damit anzufreunden, fällt nicht immer leicht. Doch obwohl es so viele sind, geschieht erst einmal so gut wie nichts. Zudem hat die Autorin eine (historische?) Kultur einbauen wollen, die ich bis zum Ende nicht identifizieren konnte. Zunächst dachte ich an die Azteken, aber sie forscht im Umkreis Byzanz. Damit jedoch konnte ich das, was ich gelesen habe, nicht verbinden. Es war einfach unmöglich, die Verhältnisse zu erkennen und/oder zu verbinden. Die Hauptfigur tut nur recht alltägliche Dinge, die überall gleich ablaufen, der Rest wird stetig nur kurz erwähnt, aber nie gezeigt. Als dann auf Seite 232 das Kapitel endete, habe ich nur noch hinten quergelesen, genau das vorgefunden, was ich schon vermutet hatte, und brach das Lesen dann leider ab. Schade, dass auch hier nur das Drumherum wesentlich war, aber nicht das, was wirklich zählt: Inhalt und Umsetzung.

 


Spademan – Adam Sternbergh
(Tausch)
Spademan war ein Müllmann. Das war vor der Bombe. Sie verwüstete den Times Square. Sie tötete seine Frau. Und sie vertrieb einen Großteil der Bewohner Manhattens aus der Stadt. Lediglich die Reichen blieben und zogen sich in ihre Elfenbeintürme zurück, wo sie sich in eine virtuelle Welt einloggen und in süßen Träumen der Realität zu entfliehen versuchen. Jetzt ist der Spademan ein Auftragskiller, der eiskalt tötet. Er ist die Kugel, man muss ihm nur die Richtung vorgeben. Seine bevorzugte Waffe: Ein Teppichmesser. Sein neuestes Zielobjekt ist die Tochter eines mächtigen Fernsehpredigers. Sie zu finden ist kein Problem, aber der Job wird plötzlich kompliziert - die junge Frau ist schwanger und der Kunde hat eine Agenda, die weit über einen einfachen Mord hinausgeht. Spademan muss sich entscheiden.

 

Gelesen bis etwa mittig, danach nur noch quergelesen.
Als Thriller ausgezeichnet, spielt die Handlung in einer fiktiven, zukünftigen Welt, in der New York so gut wie lahmgelegt ist. Die Reichen haben sich in „Betten“ zurückgezogen, in denen sie angestöpselt und per Nährstofflösung ernährt werden. Die erdachte, sehr echt wirkende virtuelle Welt spielt aber keine große Rolle.

Es gibt keine Anführungszeichen im Buch, obwohl sich das meiste über und durch Dialog erzählt. Die Handlung ist recht banal und leider ziemlich vorhersehbar. Sprachlich äußerst zurückgesetzt, handelt es sich um einen Protagonisten, der, obwohl „knallharter Killer“, seine Prinzipien besitzt und durch seine verstorbene Frau weichgezeichnet wird. Als er auf das schwangere Mädchen trifft, hilft er ihr aus der Bredouille und ändert gleich noch ein bisschen den Lauf der Welt, indem er eine Verschwörung aufdeckt. Das hätte alles funktionieren können, aber schon allein die lähmende und trockene Erzählweise hat nicht unbedingt für fliegende Seiten gesorgt. Überraschungen gibt es, aber sie sind altbekannt und manchmal auch altbacken. Obwohl es sehr direkt und gewaltsam zugeht, ist der Rest der Handlung schnell durchschaut und offenbart am Ende keine neuen Elemente. Für Spademan gibt es ein Happy End, klar. Hier ist definitiv kein Funken übergesprungen.

 

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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