Dienstag, 24. Oktober 2017

(Autorenplausch) Alexander Ruth: Die Weiße Libelle

Titel: Die Weiße Libelle
Autor: Alexander Ruth
Originaltitel, 284 Seiten
ISBN: 978-3000573545
Euro: 12,90













Es ist dieses Gekichere, das ich liebe. Zwei stecken ihre Köpfe zusammen und tuscheln. Vielleicht hecken sie auch was aus? Aber wie ist das, wenn das ein ganzes Schiff macht? Vielleicht ein Piratenschiff? Wenn die Lachenden Weihnachtselfen, Osterhasen, sprechende Schmetterlinge und Einhörner sind? Und dann sind sie auf hoher See? Die Wellen schaukeln das Schiff hoch und runter, Regen – und ihm nächsten Moment prallt die Sonne aufs Deck, kein Windchen weht, alle packen die Sonnenliegen aus.
Diese und ähnliche Gedanken hatte ich, als ich vor einem Jahr meinen Urlaub in Büsum machte. Ein Ort, der mir noch aus Kindheitstagen in Erinnerung war. Wunderschön war es als Kind vor über 25 Jahren gewesen. Nun mit 39 Jahren lagen bereits zwei Jahre Schreibpause zwischen mir und meinem letzten Buch. Ideensuche war endlich angesagt – und in Büsum sprudelten die Ideen aus mir raus. Inspiration gab es genug: Da war das Piraten Meer, da die Perlebucht, und vieles, vieles mehr. Seit fast einem Jahr verschlang ich Zeitungsartikel über Plastik in den Weltmeeren, über Meeresverschmutzung. Ein Buch mit diesem Thema zu verbinden, dabei nicht den Zeigefinger heben, ein Abenteuer draus machen, ja, das sollte es sein. Dass meine Schmetterlinge wieder mit an Bord sein würden, war klar. Vor rund zehn Jahren habe ich meinen ersten Band der Schmetterlingsgeschichten geschrieben. Ein Fantasy-SciFi-Epos, das mittlerweile fünf Chroniken (mit noch mehr Teilen) zählt. Die sprechenden Schmetterlinge Martha, Darfo, Sonja und Johnny begleiten mich seitdem.
Es folgten Abenteuer in der geheimen Geheimstadt des Weihnachtsmanns und in der goldenen Wolkenstadt im Himmel. Immer sind meine Märchenwesen in guter Mission unterwegs. Und was wäre da nicht besser geeignet, als die Abenteuer eines Märchenwesen-Piratenschiffs zu schreiben, die in Büsum ihren geheimen Geheimhafen haben, in der Nordsee unterwegs sind und sich dem Kampf gegen Plastik und Meeresverschmutzung verschrieben haben? Noch mehr Lokalkolorit sollte es auch haben. In meinen Urlaub machten wir einen Tagesausflug nach Helgoland. Eine schroffe Steininsel mit einer langen Geschichte. Ich liebe Geschichte. Viel hatten die Helgoländer zu ertragen.
Fährt man heute nach Helgoland, wird man nicht herumkommen, von dem Tunnelsystem der Insel zu erfahren. Schön geheimnisvoll. Am Ende des Zweiten Weltkriegs jagten die Alliierten es in die Luft. Der „Big Bang“ wird die Sprengung des Bunkersystems genannt. Die bis dahin größte nicht-atomare, von Menschen erzeugte Explosion. Die Insel überlebte die Sprengung, allerdings wurde die Südspitze abgetrennt. Aber nicht alles wurde zerstört: Noch heute können Führungen in einem Teil des Tunnelsystems gebucht werden. Und was, wenn da etwas Böses überlebt haben sollte? Oder dieser Ort das Böse magisch anzieht?
Der Showdown meines neuen Buches Die Weiße Libelle ist auf Helgoland. Denn dort ist tatsächlich etwas, das die Menschheit so noch nicht gesehen hat. Das war mir klar. Und was nehme ich als weitere Zutaten für mein Buch? Die Antwort lag auf der Hand: Humor. Spannung. Und etwas Verrücktheit. Logo. Am Anfang ein paar echte Zahlen über die Meeresverschmutzung, und am Ende. Eine Klammer. Die Schmetterlinge Martha, Darfo, Sonja und Johnny stecke ich in Piratenuniformen: Sonja wird der wilde Kapitän, Johnny der alte Haudegen, Darfo der smarte Offizier und Martha wie immer die Reizende. Dann vermenge man dies alles und schreibe ein Fantasy-Abenteuer, das in der Realität spielt, sich an ein Publikum ab zehn Jahren und nach oben offen wendet, das wenigstens auf das Thema Plastik und Meeresverschmutzung aufmerksam macht und die Leser damit schon einmal sensibilisiert. Ach ja, und „friesischer Slang“ sollte hier und da auch noch rein. Knapp ein Jahr habe ich am Ende gebraucht. Seit Juni dieses Jahres ist Die Weiße Libelle erhältlich.

Die Weiße Libelle ist jetzt ein Fantasy-Piratenschiff mit einer Märchenwesen-Crew, das es in sich hat. Es ist auf jeden Fall ein etwas anderes Märchen, etwas verrückt vielleicht, eher wahrscheinlich, aber mit einer Besatzung, die das Herz am rechten Fleck hat und in einer guten Mission unterwegs ist.

Alexander Ruth machte sein Abitur 1999 am Städtischen Meerbusch Gymnasium. Danach studierte er Geschichte, Anglistik und Germanistik an der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf. Erst schloss er seine Studienzeit erfolgreich mit dem Bachelor of Arts in Geschichte ab, danach mit dem Master of Arts in Germanistik. Während seines Studiums arbeitete er fast zehn Jahre als freier Journalist für die Rheinische Post, zeitgleich verfasste er seine ersten Bücher. Heute ist er Redakteur bei den Meerbuscher Nachrichten und Selfpublisher.

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